{"id":8450,"date":"2012-12-05T04:04:32","date_gmt":"2012-12-05T02:04:32","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=8450"},"modified":"2012-12-05T04:04:32","modified_gmt":"2012-12-05T02:04:32","slug":"i-r-56-11-sog-ueberversorgung-bei-dauerhafter-reduzierung-der-aktivbezuege-anteilige-gewinnerhoehende-aufloesung-der-pensionsrueckstellung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-56-11-sog-ueberversorgung-bei-dauerhafter-reduzierung-der-aktivbezuege-anteilige-gewinnerhoehende-aufloesung-der-pensionsrueckstellung\/","title":{"rendered":"I&nbsp;R&nbsp;56\/11 &#8211; Sog. &Uuml;berversorgung bei dauerhafter Reduzierung der Aktivbez&uuml;ge &#8211; Anteilige gewinnerh&ouml;hende Aufl&ouml;sung der Pensionsr&uuml;ckstellung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 27.3.2012, I R 56\/11<\/p>\n<p class=\"titel\">Sog. &Uuml;berversorgung bei dauerhafter Reduzierung der Aktivbez&uuml;ge &#8211; Anteilige gewinnerh&ouml;hende Aufl&ouml;sung der Pensionsr&uuml;ckstellung<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Sind Versorgungsbez&uuml;ge in H&ouml;he eines festen Betrages zugesagt, der im Verh&auml;ltnis zu den Aktivbez&uuml;gen am Bilanzstichtag &uuml;berh&ouml;ht ist (sog. &Uuml;berversorgung), so ist die nach &sect; 6a EStG 2002 zul&auml;ssige R&uuml;ckstellung f&uuml;r Pensionsanwartschaften nach Ma&szlig;gabe von &sect; 6a Abs. 3 Satz 2 Nr. 1 Satz 4 EStG 2002 unter Zugrundelegung eines angemessenen Vomhundertsatzes der jeweiligen letzten Aktivbez&uuml;ge zu ermitteln. Eine &Uuml;berversorgung ist hiernach regelm&auml;&szlig;ig anzunehmen, wenn die Versorgungsanwartschaft zusammen mit der Rentenanwartschaft aus der gesetzlichen Rentenversicherung 75 % der am Bilanzstichtag bezogenen Aktivbez&uuml;ge &uuml;bersteigt (Best&auml;tigung der st&auml;ndigen Rechtsprechung des BFH).<\/p>\n<p>2. Eine &Uuml;berversorgung ist aus steuerrechtlicher Sicht regelm&auml;&szlig;ig auch dann gegeben, wenn die Versorgungsanwartschaft trotz dauerhaft abgesenkter Aktivbez&uuml;ge unver&auml;ndert beibehalten und nicht ihrerseits gek&uuml;rzt wird. Darauf, ob die K&uuml;rzung der Anwartschaft nach arbeitsrechtlichen Ma&szlig;gaben zul&auml;ssig ist, kommt es nicht an.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Streitig ist, ob eine Pensionsr&uuml;ckstellung im Zuge einer Absenkung der Aktivbez&uuml;ge der Zusagebeg&uuml;nstigten anteilig gewinnwirksam aufzul&ouml;sen ist. Streitjahre sind 2001 bis 2004.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger und Revisionsbeklagte (Kl&auml;ger) ist Insolvenzverwalter &uuml;ber das Verm&ouml;gen einer GmbH. Gesellschafter der 1991 errichteten GmbH waren in den Streitjahren zu jeweils 11 % acht Personen, die dort zugleich als Arbeitnehmer (einer davon auch als Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer) angestellt waren. Die &uuml;brigen 12 % des Stammkapitals hielt die GmbH als eigene Anteile selbst.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In 1994 gew&auml;hrte die GmbH ihren acht Gesellschafter-Arbeitnehmern eine betriebliche Altersversorgung in Form einer Pensionszusage. Jene war mit einer monatlichen Versorgung von 4.000 DM ab Vollendung des 65. Lebensjahres so bemessen, dass die Pension in jedem Einzelfall weniger als 75 % der seinerzeit aktuellen Aktivbez&uuml;ge der Zusagebeg&uuml;nstigten betrug. Der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) erkannte die f&uuml;r die Pensionszusagen gebildete R&uuml;ckstellung in der Bilanz der GmbH zun&auml;chst dem Grunde und der H&ouml;he nach an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In 2000 geriet die GmbH in wirtschaftliche Schwierigkeiten. Daraufhin beschloss die Gesellschafterversammlung, die laufenden Geh&auml;lter der acht Gesellschafter-Arbeitnehmer um jeweils 20 % (unter entsprechender Anpassung der Arbeitszeit) zu senken; die Pensionszusagen wurden nicht gek&uuml;rzt. Im Verh&auml;ltnis zu den abgesenkten Aktivbez&uuml;gen lag die Pension seitdem in sechs F&auml;llen bei mehr als 75 % der Aktivbez&uuml;ge. Zu einer wirtschaftlichen Erholung der GmbH kam es &#8211;abgesehen von 2001&#8211; bis zur sp&auml;teren Er&ouml;ffnung des Insolvenzverfahrens nicht mehr.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Unter Hinweis auf eine sog. &Uuml;berversorgung k&uuml;rzte das FA den bislang angesetzten Wert der Pensionsr&uuml;ckstellung zum 31. Dezember 2002 um &#8230; EUR, zum 31. Dezember 2003 um &#8230; EUR bzw. zum 31. Dezember 2004 um &#8230; EUR. Es erlie&szlig; auf dieser Grundlage entsprechende &Auml;nderungsbescheide zur K&ouml;rperschaftsteuer und zum Gewerbesteuermessbetrag einschlie&szlig;lich der gesonderten Feststellung der jeweiligen verbleibenden Verlustvortr&auml;ge f&uuml;r die Streitjahre und (aufgrund eines ge&auml;nderten Verlustr&uuml;cktrags) zur K&ouml;rperschaftsteuer f&uuml;r 2001. Die hiergegen erhobene Klage war &#8211;soweit sie aufrechterhalten worden war (K&ouml;rperschaftsteuer 2001 und 2002, Gewerbesteuermessbetrag 2002, Verlustfeststellungen auf den 31. Dezember 2003 und 31. Dezember 2004)&#8211; erfolgreich (Finanzgericht &#8211;FG&#8211; Berlin-Brandenburg, Urteil vom 22. Juni 2011 12 K 12274\/09, abgedruckt in Entscheidungen der Finanzgerichte 2011, 1992).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA r&uuml;gt mit seiner Revision die Verletzung materiellen Rechts und beantragt, das angefochtene Urteil aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist begr&uuml;ndet; sie f&uuml;hrt zur Aufhebung des angefochtenen Urteils sowie zur Zur&uuml;ckverweisung der Sache zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung (&sect; 126 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat rechtsfehlerhaft von einer einkommens- und gewerbeertragswirksamen K&uuml;rzung der R&uuml;ckstellung f&uuml;r die Pensionsverpflichtungen der GmbH gegen&uuml;ber den sechs Gesellschafter-Arbeitnehmern abgesehen. Die Sache ist allerdings nicht spruchreif, da f&uuml;r die Ermittlung der H&ouml;he der Pensionsr&uuml;ckstellung Feststellungen fehlen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die GmbH hatte in den Gewinnermittlungen der Streitjahre f&uuml;r ihre Verpflichtungen aus den Versorgungsversprechen grunds&auml;tzlich eine R&uuml;ckstellung zu bilden. Der streitgegenst&auml;ndliche R&uuml;ckstellungsansatz auf der Grundlage eines ungek&uuml;rzten Versorgungsanspruchs verst&ouml;&szlig;t aber gegen &sect; 6a Abs. 3 Satz 2 Nr. 1 Satz 4 des in den Streitjahren ma&szlig;gebenden Einkommensteuergesetzes (EStG 2002) i.V.m. &sect; 8 Abs. 1 des K&ouml;rperschaftsteuergesetzes 2002, f&uuml;r die Ermittlung des Gewerbeertrages dar&uuml;ber hinaus i.V.m. &sect; 7 des Gewerbesteuergesetzes 2002.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Gem&auml;&szlig; &sect; 6a Abs. 1 EStG 2002 darf f&uuml;r eine Pensionsverpflichtung eine R&uuml;ckstellung (Pensionsr&uuml;ckstellung) nur gebildet werden, wenn der Pensionsberechtigte einen Rechtsanspruch auf einmalige oder laufende Pensionsleistungen hat (&sect; 6a Abs. 1 Nr. 1 EStG 2002), die Pensionszusage keinen Vorbehalt hinsichtlich der Minderung oder des Entzugs der Pensionsanwartschaft oder -leistung enth&auml;lt (&sect; 6a Abs. 1 Nr. 2 EStG 2002) und die Pensionszusage schriftlich erteilt ist (&sect; 6a Abs. 1 Nr. 3 EStG 2002). Die R&uuml;ckstellung ist h&ouml;chstens mit dem Teilwert der Pensionsverpflichtung anzusetzen (&sect; 6a Abs. 3 Satz 1 EStG 2002). Dabei sind nach &sect; 6a Abs. 3 Satz 2 Nr. 1 Satz 4 EStG 2002 Erh&ouml;hungen oder Verminderungen der Pensionsleistungen nach dem Schluss des Wirtschaftsjahrs, die hinsichtlich des Zeitpunkts ihres Wirksamwerdens oder ihres Umfanges ungewiss sind, bei der Berechnung des Barwerts der k&uuml;nftigen Pensionsleistungen und der Jahresbetr&auml;ge erst zu ber&uuml;cksichtigen, wenn sie eingetreten sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Letztere Vorschrift l&auml;sst sich nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) bei Zusage von Versorgungsbez&uuml;gen in H&ouml;he eines festen Betrags nicht durch eine entsprechend h&ouml;her bemessene Versorgung umgehen. Eine solche H&ouml;herbemessung, die als Vorwegnahme k&uuml;nftiger Entwicklungen anzusehen sein kann, ist eine sog. &Uuml;berversorgung, die zur K&uuml;rzung der Pensionsr&uuml;ckstellung f&uuml;hrt, und zwar typisierend dann, wenn die Versorgungsanwartschaft zusammen mit der Rentenanwartschaft aus der gesetzlichen Rentenversicherung 75 % der am Bilanzstichtag bezogenen Aktivbez&uuml;ge &uuml;bersteigt. Im Hinblick auf die Schwierigkeit, die letzten Aktivbez&uuml;ge und die zu erwartenden Sozialversicherungsrenten zu sch&auml;tzen, hat der BFH zur Pr&uuml;fung einer m&ouml;glichen &Uuml;berversorgung auf die vom Arbeitgeber w&auml;hrend der aktiven T&auml;tigkeit des Beg&uuml;nstigten im jeweiligen Wirtschaftsjahr tats&auml;chlich erbrachten Arbeitsentgelte abgestellt (st&auml;ndige Rechtsprechung seit BFH-Urteil vom 13. November 1975 IV R 170\/73, BFHE 117, 367, BStBl II 1976, 142; zuletzt Senatsurteile vom 15. September 2004 I R 62\/03, BFHE 207, 443, BStBl II 2005, 176; vom 28. April 2010 I R 78\/08, BFHE 229, 234; s. auch Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen &#8211;BMF&#8211; vom 3. November 2004, BStBl I 2004, 1045). Das &Uuml;berschreiten dieser Grenze deutet regelm&auml;&szlig;ig auf einen Versto&szlig; gegen &sect; 6a Abs. 3 Satz 2 Nr. 1 Satz 4 EStG 2002 hin (s. auch BFH-Beschluss vom 13. Juni 2007 X B 34\/06, BFH\/NV 2007, 1703; BMF-Schreiben vom 24. August 2005, GmbH-Rundschau &#8211;GmbHR&#8211; 2006, 560 [&quot;widerlegbarer Anhaltspunkt&quot;]).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Eine solche &Uuml;berversorgung liegt nach den im Revisionsverfahren bindenden Feststellungen des FG (&sect; 118 Abs. 2 FGO) vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Um den Ma&szlig;gaben der &Uuml;berversorgung zu entsprechen, muss es im Zuge einer Verminderung des Gehalts in einer Unternehmenskrise &#8211;bei einer nur vor&uuml;bergehenden betriebsbedingten Gehaltsherabsetzung&#8211; allerdings nicht zwingend sofort zu einer Absenkung der Versorgung kommen (FG M&uuml;nchen, Urteil vom 6. Mai 2008 6 K 4096\/05, Deutsches Steuerrecht\/Entscheidungsdienst 2009, 521; Gosch in Kirchhof, EStG, 11. Aufl., &sect; 6a Rz 19; Gosch, KStG, 2. Aufl., &sect; 8 Rz 1128; Veit, Betriebs-Berater &#8211;BB&#8211; 2008, 1840; nach dem rechtlichen Ma&szlig;stab der verdeckten Gewinnaussch&uuml;ttung &#8211;vGA&#8211; s. auch Senatsurteile vom 8. November 2000 I R 70\/99, BFHE 193, 40, BStBl II 2005, 653; vom 14. Juli 2004 I R 14\/04, BFH\/NV 2005, 245; ebenso BMF-Schreiben in GmbHR 2006, 560). Vorausgesetzt, den Anforderungen an das Schriftlichkeitsgebot des &sect; 6a Abs. 1 Nr. 3 EStG 2002 ist gen&uuml;gt (vgl. Senatsurteil vom 12. Oktober 2010 I R 17, 18\/10, BFH\/NV 2011, 452), kann insoweit und im Einzelfall von der Annahme einer &Uuml;berversorgung durch das &Uuml;berschreiten der auf die am Bilanzstichtag vereinbarten Aktivbez&uuml;ge des Zusagebeg&uuml;nstigten bezogenen Ma&szlig;grenze abzusehen sein.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Anders sind hingegen dauerhafte Gehaltsk&uuml;rzungen zu beurteilen. F&uuml;r ein Abweichen von den beschriebenen &Uuml;berversorgungsgrunds&auml;tzen besteht dann ebenso wenig Anlass wie bei einer Neuzusage (s. zu dem insoweit parallelen Ma&szlig;stab der vGA die Senatsurteile in BFHE 193, 40, BStBl II 2005, 653; in BFH\/NV 2005, 245; s. auch BMF-Schreiben in GmbHR 2006, 560; Lieb, BB 2011, 2546; abweichend &#8211;genereller Ausschluss einer sog. &Uuml;berversorgung bei einer Gehaltsherabsetzung&#8211; Janssen in M&ouml;ssner\/Seeger, KStG, &sect; 8 Rz 860\/3; derselbe, Verdeckte Gewinnaussch&uuml;ttungen, 10. Aufl., Rz 1747; Kohlhaas, GmbHR 2006, 521, 523 und GmbHR 2009, 685, 686).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Im Streitfall l&auml;sst sich zwar den Sachumst&auml;nden &#8211;was das FG offengelassen hat&#8211; entnehmen, dass die (Arbeitszeit- und) Gehaltsherabsetzung zun&auml;chst (in 2000) nur als vor&uuml;bergehende, angesichts der aktuellen wirtschaftlichen Lage der GmbH erforderliche und damit betriebsbedingte Sanierungsma&szlig;nahme anzusehen war. Das FG hat aber ausdr&uuml;cklich festgestellt, dass &quot;jedenfalls aus der Sicht zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2002 &#8211; mithin zweieinhalb Jahre nach der erfolgten Absenkung und in Kenntnis der daraufhin im Jahr 2001 eingetretenen Verbesserung des wirtschaftlichen Ergebnisses &#8211; &#8230; von einer vor&uuml;bergehenden Ma&szlig;nahme insoweit nicht mehr ausgegangen werden (konnte)&quot;. F&uuml;r die steuerrechtliche Beurteilung des durch die Pensionszusagen vermittelten Versorgungsniveaus seien daher jedenfalls ab diesem Zeitpunkt nicht mehr die urspr&uuml;nglichen, sondern die abgesenkten Aktivbez&uuml;ge einerseits und die zugesagten Versorgungsleistungen andererseits ma&szlig;geblich. Das FG hat damit festgestellt, dass das Gehalt der Gesellschafter-Arbeitnehmer ungeachtet der wirtschaftlichen Situation der GmbH (wirtschaftliche Erholung in 2001) dauerhaft abgesenkt werden sollte. Auf dieser Grundlage ist das &Uuml;berschreiten der &uuml;blichen Ma&szlig;grenze der Versorgung &#8211;im Vergleich zur tats&auml;chlich gezahlten H&ouml;he des Gehalts&#8211; als &Uuml;berversorgung zu werten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dem kann nicht mit Erfolg entgegengehalten werden, eine Vorwegnahme k&uuml;nftiger, noch ungewisser Gehaltssteigerungen der Zusageberechtigten sei nicht beabsichtigt gewesen. Die Annahme der &Uuml;berversorgung bei &Uuml;berschreiten der Grenze beruht auf einer Typisierung und gilt &#8211;von den anerkannten Ausnahmekonstellationen abgesehen&#8211; unabh&auml;ngig von der konkreten Motivation der Beteiligten im Einzelfall. Auf eine Umgehungsabsicht oder -gestaltung kommt es sonach &#8211;entgegen der Annahme der Vorinstanz&#8211; nicht an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine &Uuml;berversorgung scheidet auch nicht deswegen aus, weil eine K&uuml;rzung des Versorgungsanspruchs nach arbeitsrechtlichen Ma&szlig;gaben ausgeschlossen w&auml;re. Denn der steuerrechtliche Ma&szlig;stab der &Uuml;berversorgung bezieht sich ausschlie&szlig;lich auf die aus &sect; 6a EStG 2002 abzuleitende Bewertung der Versorgungsanwartschaft. Insoweit wirkt &sect; 6a EStG 2002 als spezielle Bewertungsvorschrift mit einschr&auml;nkenden Sondervoraussetzungen (Senatsurteil vom 5. April 2006 I R 46\/04, BFHE 213, 326, BStBl II 2006, 688; Gosch in Kirchhof, a.a.O., &sect; 6a Rz 6), die allerdings an das Vorliegen einer zivilrechtlich wirksam erteilten, den Verpflichteten wirtschaftlich belastenden (Senatsurteil in BFHE 213, 326, BStBl II 2006, 688) Versorgungsverpflichtung anschlie&szlig;t. Ob eine K&uuml;rzung des Versorgungsversprechens gegen das arbeitsrechtliche Verbot eines Teilwiderrufs der Versorgungszusage versto&szlig;en h&auml;tte, wie das FG unter Hinweis auf das Urteil des Bundesarbeitsgerichts (BAG) vom 17. Juni 2003&nbsp;&nbsp;3 AZR 396\/02 (Der Betrieb &#8211;DB&#8211; 2004, 324) zum Widerruf laufender Versorgungsleistungen bei einer wirtschaftlichen Notlage des Verpflichteten ausgef&uuml;hrt hat, ist daher ebenso wenig entscheidungserheblich wie die Ansicht der Revision, dass eine Widerrufsm&ouml;glichkeit f&uuml;r die k&uuml;nftige Versorgung auf der Grundlage einer St&ouml;rung der Gesch&auml;ftsgrundlage infolge planwidriger &Uuml;berversorgung (z.B. Schipp in Tsch&ouml;pe, Anwalts-Handbuch Arbeitsrecht, 7. Aufl., Kap. E Rz 557, 561 f., 579; s. auch H&ouml;fer u.a., Betriebsrentenrecht (BetrAVG), Band I: Arbeitsrecht, Rz 440, Rz 4386 f. und Rz 4389.4; allgemein zur Abw&auml;gung unter Ber&uuml;cksichtigung des Vertrauensschutzes und des Verh&auml;ltnism&auml;&szlig;igkeitsgebots BAG-Urteil vom 19. April 2005&nbsp;&nbsp;3 AZR 468\/04, DB 2005, 1527) in Betracht gekommen w&auml;re.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Das FG ist von einer anderen rechtlichen Beurteilung ausgegangen. Sein Urteil ist deshalb aufzuheben. Die Sache ist noch nicht entscheidungsreif, weil die Vorinstanz zur H&ouml;he der R&uuml;ckstellung auf der Grundlage der wegen &Uuml;berversorgung vorzunehmenden K&uuml;rzungen des Wertansatzes keine Feststellungen getroffen hat. Es ist nicht ersichtlich, ob im vorliegenden Fall einer dauerhaften Absenkung der laufenden Verg&uuml;tung die &Uuml;berversorgungsbetr&auml;ge auf der Grundlage des am Bilanzstichtag aktuell bezogenen, des in der Vergangenheit vereinbarten und gezahlten angemessenen Gehalts (so insbesondere Janssen in M&ouml;ssner\/Seeger, a.a.O., &sect; 8 Rz 860\/4; derselbe, Verdeckte Gewinnaussch&uuml;ttungen, a.a.O., Rz 1748; Kohlhaas, GmbHR 2006, 521, 524 und GmbHR 2009, 685, 688) oder jedenfalls als Durchschnittsberechnung unter Ber&uuml;cksichtigung der bereits erdienten Versorgungsanspr&uuml;che (nach Ma&szlig;gabe des BMF-Schreibens in BStBl I 2004, 1045, zu IV.1.e; s. dazu B. Lang in Ernst &#038; Young, KStG, &sect; 8 Rz 1208.27; H&ouml;fer u.a., a.a.O., Band II: Steuerrecht, Rz 2809; Doetsch\/Lenz, Versorgungszusagen an Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer und -Vorst&auml;nde, 8. Aufl., S. 98 f.) zutreffend ermittelt wurden. Dies hindert eine rechtliche &Uuml;berpr&uuml;fung des Umfangs der K&uuml;rzung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 27.3.2012, I R 56\/11 Sog. &Uuml;berversorgung bei dauerhafter Reduzierung der Aktivbez&uuml;ge &#8211; Anteilige gewinnerh&ouml;hende Aufl&ouml;sung der Pensionsr&uuml;ckstellung Leits&auml;tze 1. Sind Versorgungsbez&uuml;ge in H&ouml;he eines festen Betrages zugesagt, der im Verh&auml;ltnis zu den Aktivbez&uuml;gen am Bilanzstichtag &uuml;berh&ouml;ht ist (sog. &Uuml;berversorgung), so ist die nach &sect; 6a EStG 2002 zul&auml;ssige R&uuml;ckstellung f&uuml;r Pensionsanwartschaften nach &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-56-11-sog-ueberversorgung-bei-dauerhafter-reduzierung-der-aktivbezuege-anteilige-gewinnerhoehende-aufloesung-der-pensionsrueckstellung\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">I&nbsp;R&nbsp;56\/11 &#8211; Sog. &Uuml;berversorgung bei dauerhafter Reduzierung der Aktivbez&uuml;ge &#8211; Anteilige gewinnerh&ouml;hende Aufl&ouml;sung der Pensionsr&uuml;ckstellung<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-8450","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8450","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=8450"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8450\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=8450"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=8450"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=8450"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}