{"id":8452,"date":"2012-12-05T04:15:57","date_gmt":"2012-12-05T02:15:57","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=8452"},"modified":"2012-12-05T04:15:57","modified_gmt":"2012-12-05T02:15:57","slug":"ii-r-58-10-bezugsfertigkeit-eines-zur-vermietung-vorgesehenen-buerogebaeudes-beruecksichtigung-einer-alterswertminderung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-r-58-10-bezugsfertigkeit-eines-zur-vermietung-vorgesehenen-buerogebaeudes-beruecksichtigung-einer-alterswertminderung\/","title":{"rendered":"II&nbsp;R&nbsp;58\/10 &#8211; Bezugsfertigkeit eines zur Vermietung vorgesehenen B&uuml;rogeb&auml;udes &#8211; Ber&uuml;cksichtigung einer Alterswertminderung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 18.4.2012, II R 58\/10<\/p>\n<p class=\"titel\">Bezugsfertigkeit eines zur Vermietung vorgesehenen B&uuml;rogeb&auml;udes &#8211; Ber&uuml;cksichtigung einer Alterswertminderung<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Ein neu errichtetes B&uuml;rogeb&auml;ude, das nach seiner Funktion zur Vermietung einzelner, entsprechend den individuellen Bed&uuml;rfnissen der Mieter gestalteter B&uuml;ros dienen soll, ist bezugsfertig i.S. von &sect; 146 Abs. 4 Satz 1 i.V.m. &sect; 145 Abs. 1 Satz 3 BewG, wenn die f&uuml;r das Geb&auml;ude wesentlichen Bestandteile (z.B. Au&szlig;enw&auml;nde, Fenster, tragende Innenw&auml;nde, Estrichb&ouml;den, Dach, Treppenhaus) fertiggestellt sind und zumindest eine B&uuml;roeinheit benutzbar ist.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;ger und Revisionsbeklagten (Kl&auml;ger) erhielten mit dem Ableben ihres Vaters am 3. August 2005 eine Beteiligung von 50 % an der U GmbH &#038; Co. KG. Zum Verm&ouml;gen der U GmbH &#038; Co. KG geh&ouml;rte ein Grundst&uuml;ck, das mit einem mehrgeschossigen B&uuml;rogeb&auml;ude und einer Tiefgarage bebaut war. Die Gesamtnutzfl&auml;che betrug 15 776 qm.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Geb&auml;ude war in den Jahren 1992 und 1993 errichtet worden, jedoch zun&auml;chst ohne Innenausbau, insbesondere ohne Innenw&auml;nde, Bodenbel&auml;ge, Deckenabh&auml;ngungen und Sanit&auml;ranlagen, um insoweit die W&uuml;nsche der Mieter ber&uuml;cksichtigen zu k&ouml;nnen. Die noch nicht vermieteten Geb&auml;udeteile waren im Jahr 1994 in Brandabschnitte unterteilt. An der jeweiligen Geb&auml;udestelle war eine Betontrennwand mit einer feuersicheren Stahlt&uuml;r gezogen worden. Statische Innenw&auml;nde waren fertiggestellt und verputzt. Der Estrich war verlegt. Die Innenseiten der Au&szlig;enw&auml;nde waren in dem f&uuml;r die Vermietung vorgesehenen Teil verputzt und mit Heizk&ouml;rpern versehen worden. Die Betondecken befanden sich noch im Rohzustand; angebracht waren die Grundverkabelung mit Verteilerdosen sowie Leuchten, um den potentiellen Mietinteressenten die entsprechenden R&auml;umlichkeiten zeigen zu k&ouml;nnen. Die Grundleitungen f&uuml;r die Toilettenanlagen sowie f&uuml;r die Be- und Entl&uuml;ftung des gesamten Geb&auml;udes waren installiert.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Innenausbau wurde in den Jahren 1994 bis 2000 jeweils entsprechend den Bed&uuml;rfnissen der Mieter gestaltet und durchgef&uuml;hrt. Nach Abschluss des jeweiligen Mietvertrags wurden Trennw&auml;nde in Leichtbauweise eingezogen, Deckenplatten und Beleuchtungsk&ouml;rper angebracht, Teppichb&ouml;den verlegt, Steckdosen und Lichtschalter gesetzt, Zwischent&uuml;ren eingesetzt, B&ouml;den und W&auml;nde in den Sanit&auml;rr&auml;umen teilweise mit Fliesen verklebt, Sanit&auml;ranlagen installiert, weitere Heizk&ouml;rper angebracht und an die vorhandenen Grundleitungen angeschlossen, W&auml;nde tapeziert und gestrichen. Die ersten Mieter zogen im Jahr 1994 und die letzten Mieter im Jahr 2000 ein.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>F&uuml;r Zwecke der Erbschaftsteuer stellte der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) mit Bescheid vom 14. November 2007, der nach &sect; 164 Abs. 1 der Abgabenordnung unter Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung erging, den Grundbesitzwert f&uuml;r das Grundst&uuml;ck auf den 3. August 2005 auf 22.621.500 EUR fest. Ausgehend von der Bezugsfertigkeit des B&uuml;rogeb&auml;udes im Jahr 1994 ber&uuml;cksichtigte das FA eine Alterswertminderung von 5,5 % des Ausgangswertes.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Rahmen des Einspruchsverfahrens erlie&szlig; das FA am 7. Januar 2008 einen ge&auml;nderten Feststellungsbescheid, in dem der Grundbesitzwert auf 23.340.000 EUR erh&ouml;ht wurde. Das FA ging nunmehr davon aus, dass das B&uuml;rogeb&auml;ude erst im Jahr 2000 mit der Erstellung des gesamten Innenausbaus bezugsfertig gewesen und damit nur eine Alterswertminderung von 2,5 % anzusetzen sei. Der Einspruch wurde als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Klage hatte Erfolg. Das B&uuml;rogeb&auml;ude war nach der Auffassung des Finanzgerichts (FG) bereits im Jahr 1994 bezugsfertig. Der Bauk&ouml;rper einschlie&szlig;lich der Treppenhausbereiche sei vollst&auml;ndig fertiggestellt und mit allen zentralen Versorgungs- und Entsorgungseinrichtungen versehen gewesen. Die ausstehenden Arbeiten im Innenbereich seien aus Sicht eines Mieters geringf&uuml;gige Bauma&szlig;nahmen gewesen, die am gewerblichen Vermietungsmarkt &uuml;blich seien und der Benutzbarkeit des Gesamtgeb&auml;udes nicht entgegenst&uuml;nden. Ab dem Jahr 1994 sei das B&uuml;rogeb&auml;ude auch tats&auml;chlich durch Mieter genutzt worden. Das Urteil ist ver&ouml;ffentlicht in Entscheidungen der Finanzgerichte 2011, 409.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r&uuml;gt das FA die Verletzung des &sect; 145 Abs. 1 Satz 3 des Bewertungsgesetzes in der f&uuml;r 2005 geltenden Fassung (BewG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Vorentscheidung aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger beantragen, die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und war daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect; 126 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat zu Recht angenommen, dass die Wertminderung wegen Alters des B&uuml;rogeb&auml;udes f&uuml;r die Zeit ab 1994 anzusetzen ist und deshalb 5,5 % des Ausgangswerts betr&auml;gt. Das B&uuml;rogeb&auml;ude war im Jahr 1994 bereits bezugsfertig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach &sect; 138 Abs. 1 Satz 2, Abs. 3 Satz 1 i.V.m. &sect; 146 BewG sind bebaute Grundst&uuml;cke f&uuml;r erbschaftsteuerliche Zwecke in einem vereinfachten Ertragswertverfahren zu bewerten. Dabei ist die Wertminderung wegen Alters des Geb&auml;udes f&uuml;r jedes Jahr, das seit Bezugsfertigkeit des Geb&auml;udes bis zum Besteuerungszeitpunkt vollendet worden ist, mit 0,5 %, h&ouml;chstens jedoch mit 25 % des Werts nach &sect; 146 Abs. 2 und 3 BewG (Ausgangswert) zu ber&uuml;cksichtigen (&sect; 146 Abs. 4 Satz 1 BewG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Geb&auml;ude sind als bezugsfertig anzusehen, wenn den zuk&uuml;nftigen Bewohnern oder sonstigen Benutzern zugemutet werden kann, sie zu benutzen; die Abnahme durch die Bauaufsichtsbeh&ouml;rde ist nicht entscheidend (&sect; 145 Abs. 1 Satz 3 BewG). Im Zeitpunkt der Bezugsfertigkeit beginnt die Benutzbarkeit der Geb&auml;ude (&sect; 145 Abs. 1 Satz 2 BewG), mit der Folge, dass das Grundst&uuml;ck als bebautes Grundst&uuml;ck anzusehen ist (&sect; 146 Abs. 1 BewG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Frage der Bezugsfertigkeit ist nach objektiven Kriterien unter Ber&uuml;cksichtigung der Verkehrsauffassung zu entscheiden (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. Urteile des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 25. Juli 1980 III R 46\/78, BFHE 132, 99, BStBl II 1981, 152, und vom 2. August 1989 II R 148\/86, BFH\/NV 1990, 523; BFH-Beschluss vom 15. November 1989 II R 138\/86, BFH\/NV 1990, 622). Ein Geb&auml;ude ist bezugsfertig, wenn die wesentlichen Bauarbeiten ausgef&uuml;hrt sind und nur noch unwesentliche Restarbeiten verbleiben (BFH-Urteile in BFHE 132, 99, BStBl II 1981, 152, und vom 29. April 1987 II R 262\/83, BFHE 150, 67, BStBl II 1987, 594; BFH-Beschluss vom 9. Dezember 1997 X B 213\/96, BFH\/NV 1998, 698). Die Bezugsfertigkeit setzt grunds&auml;tzlich voraus, dass Fenster und T&uuml;ren eingebaut, Anschl&uuml;sse f&uuml;r Strom- und Wasserversorgung, Heizung sowie sanit&auml;re Einrichtungen vorhanden sind (vgl. BFH-Urteile in BFHE 132, 99, BStBl II 1981, 152, und in BFHE 150, 67, BStBl II 1987, 594, betr. Wohngeb&auml;ude). Bei einem betrieblich genutzten Geb&auml;ude ist von einer Bezugsfertigkeit auszugehen, wenn das Geb&auml;ude in seinen wesentlichen Bereichen bestimmungsgem&auml;&szlig; f&uuml;r den vorgesehenen Betrieb nutzbar ist (vgl. BFH-Urteil vom 16. Dezember 1988 III R 186\/83, BFHE 155, 450, BStBl II 1989, 203).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Ein neu errichtetes B&uuml;rogeb&auml;ude, das nach seiner Funktion zur Vermietung einzelner, entsprechend den individuellen Bed&uuml;rfnissen der Mieter gestalteter B&uuml;ros dienen soll, ist bezugsfertig i.S. von &sect; 146 Abs. 4 Satz 1 i.V.m. &sect; 145 Abs. 1 Satz 3 BewG, wenn es potentiellen Mietern m&ouml;glich ist, B&uuml;ror&auml;ume zu nutzen. Dies setzt neben der Fertigstellung der f&uuml;r das Geb&auml;ude wesentlichen Bestandteile (z.B. Au&szlig;enw&auml;nde, Fenster, tragende Innenw&auml;nde, Estrichb&ouml;den, Dach, Treppenhaus) voraus, dass zumindest eine B&uuml;roeinheit benutzbar ist. Eine Benutzbarkeit liegt vor, wenn die B&uuml;roeinheit durch W&auml;nde bzw. eingebaute T&uuml;ren gegen&uuml;ber dem noch nicht vermieteten Bereich abgegrenzt ist, die Innenw&auml;nde eingebaut und Heizung, Sanit&auml;reinrichtungen sowie alle notwendigen Grundleitungen f&uuml;r Wasser, Strom, Be- und Entl&uuml;ftung, Kommunikationsanlagen usw. installiert sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Ber&uuml;cksichtigung einer Alterswertminderung i.S. des &sect; 146 Abs. 4 Satz 1 BewG erfordert nicht, dass in einem neu errichteten, zur Vermietung vorgesehenen B&uuml;rogeb&auml;ude bereits alle B&uuml;roeinheiten mietergerecht ausgebaut und benutzbar sind (vgl. auch BFH-Urteil vom 9. August 1989 X R 77\/87, BFHE 158, 51, BStBl II 1991, 132, betr. Absetzung f&uuml;r Abnutzung nach &sect; 7 Abs. 5 des Einkommensteuergesetzes f&uuml;r ein Wohn- und Gesch&auml;ftshaus). Durch den pauschalen Abzug von 0,5 % des Ausgangswerts f&uuml;r jedes seit der Bezugsfertigkeit vollendete Jahr soll der Wertminderung des Grundst&uuml;cks durch die altersbedingten Abnutzungserscheinungen des Geb&auml;udes Rechnung getragen werden (BTDrucks 13\/5952, 41). Bei einem B&uuml;rogeb&auml;ude, bei dem der Innenausbau der jeweiligen B&uuml;roeinheiten wegen der Anpassung an die W&uuml;nsche der zuk&uuml;nftigen Mieter zur&uuml;ckgestellt wird, setzt die Wertminderung schon mit der Abnutzung der bereits fertiggestellten wesentlichen Geb&auml;udebestandteile ein. Auch das Alter des B&uuml;rogeb&auml;udes bestimmt sich ma&szlig;geblich danach, wann die Fertigstellung der wesentlichen Bauteile erfolgt ist. Ist in einem solcherma&szlig;en fertiggestellten und f&uuml;r den Innenausbau vorbereiteten B&uuml;rogeb&auml;ude zumindest eine B&uuml;roeinheit benutzbar, steht damit zugleich fest, dass auch das B&uuml;rogeb&auml;ude als solches genutzt werden kann. Deshalb ist mit der Fertigstellung einer B&uuml;roeinheit die Bezugsfertigkeit des B&uuml;rogeb&auml;udes i.S. des &sect; 146 Abs. 4 BewG gegeben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Auch die Finanzverwaltung geht f&uuml;r die Bewertung von Grundst&uuml;cken f&uuml;r die Erbschaftsteuer f&uuml;r die Zeit ab 1. Januar 2009 davon aus, dass ein B&uuml;rogeb&auml;ude insgesamt als bezugsfertig i.S. des &sect; 178 Abs. 1 Satz 3 BewG in der ab 2009 geltenden Fassung (BewG 2009) anzusehen ist, wenn es nur zum Teil fertiggestellt und der Innenausbau nach den W&uuml;nschen der k&uuml;nftigen Nutzer zur&uuml;ckgestellt wird (vgl. R B 178 Abs. 3 Satz 5 der Erbschaftsteuer-Richtlinien 2011). Die Regelung zur Bezugsfertigkeit eines Geb&auml;udes in &sect; 178 Abs. 1 Satz 3 BewG 2009 entspricht der Regelung in &sect; 145 Abs. 1 Satz 3 BewG. Es sind deshalb keine Gr&uuml;nde ersichtlich, die hinsichtlich der Bezugsfertigkeit eine unterschiedliche Beurteilung rechtfertigen k&ouml;nnten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Der Senat weicht mit dieser Entscheidung nicht von dem BFH-Urteil in BFHE 155, 450, BStBl II 1989, 203 ab. Danach reichte zwar f&uuml;r die Gew&auml;hrung der sog. Konjunkturzulage nach &sect; 4b des Investitionszulagengesetzes 1975 die Fertigstellung nur eines Teils des Geb&auml;udes nicht aus; es blieb aber ausdr&uuml;cklich offen, ob bewertungsrechtlich ein bezugsfertiges Geb&auml;ude vorlag (BFH-Urteil in BFHE 155, 450, BStBl II 1989, 203, unter 4.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>e) Im Streitfall hat das FG die Alterswertminderung zutreffend f&uuml;r die Zeit ab 1994 ber&uuml;cksichtigt. Nach den insoweit nach &sect; 118 Abs. 2 FGO bindenden Feststellungen des FG wurden mehrere B&uuml;roeinheiten ab 1994 durch Mieter tats&auml;chlich genutzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 18.4.2012, II R 58\/10 Bezugsfertigkeit eines zur Vermietung vorgesehenen B&uuml;rogeb&auml;udes &#8211; Ber&uuml;cksichtigung einer Alterswertminderung Leits&auml;tze Ein neu errichtetes B&uuml;rogeb&auml;ude, das nach seiner Funktion zur Vermietung einzelner, entsprechend den individuellen Bed&uuml;rfnissen der Mieter gestalteter B&uuml;ros dienen soll, ist bezugsfertig i.S. von &sect; 146 Abs. 4 Satz 1 i.V.m. &sect; 145 Abs. 1 Satz &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-r-58-10-bezugsfertigkeit-eines-zur-vermietung-vorgesehenen-buerogebaeudes-beruecksichtigung-einer-alterswertminderung\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">II&nbsp;R&nbsp;58\/10 &#8211; Bezugsfertigkeit eines zur Vermietung vorgesehenen B&uuml;rogeb&auml;udes &#8211; Ber&uuml;cksichtigung einer Alterswertminderung<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-8452","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8452","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=8452"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8452\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=8452"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=8452"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=8452"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}