{"id":8471,"date":"2012-12-05T04:18:51","date_gmt":"2012-12-05T02:18:51","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=8471"},"modified":"2012-12-05T04:18:51","modified_gmt":"2012-12-05T02:18:51","slug":"ix-b-154-10-erwerbsaufwendungen-fuer-verfallene-termingeschaefte-ohne-steuerrechtliche-bedeutung-anwendungsbereich-des-par-23-abs-1-satz-1-nr-4-estg-rechtskontinuitaet-keine-uebernahme-der-entwickelte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-b-154-10-erwerbsaufwendungen-fuer-verfallene-termingeschaefte-ohne-steuerrechtliche-bedeutung-anwendungsbereich-des-par-23-abs-1-satz-1-nr-4-estg-rechtskontinuitaet-keine-uebernahme-der-entwickelte\/","title":{"rendered":"IX&nbsp;B&nbsp;154\/10 &#8211; Erwerbsaufwendungen f&uuml;r verfallene Termingesch&auml;fte ohne steuerrechtliche Bedeutung &#8211; Anwendungsbereich des &sect; 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 4 EStG &#8211; Rechtskontinuit&auml;t &#8211; Keine &Uuml;bernahme der entwickelten Ma&szlig;st&auml;be auf Eink&uuml;nfteermittlung nach Einf&uuml;hrung der Abgeltungssteuer"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 24.4.2012, IX B 154\/10<\/p>\n<p class=\"titel\">Erwerbsaufwendungen f&uuml;r verfallene Termingesch&auml;fte ohne steuerrechtliche Bedeutung &#8211; Anwendungsbereich des &sect; 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 4 EStG &#8211; Rechtskontinuit&auml;t &#8211; Keine &Uuml;bernahme der entwickelten Ma&szlig;st&auml;be auf Eink&uuml;nfteermittlung nach Einf&uuml;hrung der Abgeltungssteuer<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Aufwendungen im Zusammenhang mit dem Erwerb eines Knock-Out-Zertifikats sind steuerrechtlich ohne Bedeutung, wenn der Erwerber das darin verbriefte Recht auf Differenzausgleich nicht innerhalb eines Jahres aus&uuml;bt oder ver&auml;u&szlig;ert, sondern es &#8211;aus welchen Gr&uuml;nden auch immer&#8211; verfallen l&auml;sst.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Beteiligten streiten dar&uuml;ber, ob der Verfall eines Knock-out-Terminkontrakts als privates Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;ft i.S. des &sect; 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 4 des Einkommensteuergesetzes (EStG) i.d.F. des Streitjahres (2006) steuerbar ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Antragsteller und Beschwerdegegner (Antragsteller) sind zur Einkommensteuer veranlagte Eheleute. Der Antragsteller ist nichtselbst&auml;ndig t&auml;tig und betreibt ferner in geringem Umfang den Verkauf von Motorger&auml;ten und Zubeh&ouml;r. Er erwarb von der C-Bank am 12. Mai des Streitjahres 266 129 Zertifikate, sog. &quot;Unlimited Turbo-Zertifikate&quot; auf den Goldpreis in US-$ (hier 690 $) zum Kurs von 3,14 EUR, also zu einem Gesamtpreis von 835.702 EUR einschlie&szlig;lich Geb&uuml;hren. Die Zertifikate berechtigten den Antragsteller, von der C-Bank zu bestimmten Einl&ouml;seterminen die Zahlung eines Einl&ouml;sebetrags zu verlangen, der dem mit dem Bezugsverh&auml;ltnis multiplizierten und in Euro umgerechneten Betrag entspricht, um den der Kurs des dem Zertifikat zugrunde liegenden Edelmetalls am Bewertungstag den in den Zertifikatsbedingungen festgelegten Basiskurs &uuml;berschreitet (Endg&uuml;ltige Bedingungen Nr. 494 vom 11. Mai 2006 der C-Bank, zit.: Endg&uuml;ltige Bedingungen, Nr. 1). Nach den Vertragsbedingungen (Endg&uuml;ltige Bedingungen, Nr. 4) sollte der verbriefte Einl&ouml;sebetrag w&auml;hrend der Laufzeit des Zertifikats nicht automatisch ausgezahlt werden, sondern erst, nachdem das betreffende Zertifikat vorher entweder vom Inhaber eingel&ouml;st oder von der Bank (zugleich die Emittentin) gek&uuml;ndigt worden ist. Der Anleger verliert sein Recht aus dem &#8211;jederzeit ver&auml;u&szlig;erlichen&#8211; Zertifikat, wenn ein sog. Knock-Out-Ereignis eintritt und der Goldpreis einen bestimmten Schwellenwert erreicht oder unterschreitet. Die Verpflichtung der Emittentin zur Zahlung des Einl&ouml;sebetrages wird dann durch die Verpflichtung ersetzt, die Zertifikate vom Inhaber anzukaufen, wenn dieser die Zertifikate innerhalb einer Frist von f&uuml;nf Bankarbeitstagen nach Eintritt des Knock-out-Ereignisses der Emittentin zum Ankauf anbietet (Endg&uuml;ltige Bedingungen, Nr. 3).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nachdem bereits am 15. Mai des Streitjahres das Knock-Out-Ereignis eingetreten war, machte der Antragsteller von seinen Rechten keinen Gebrauch und lie&szlig; sie verfallen; die Zertifikate wurden als wertlos aus dem Depot ausgebucht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Antragsteller erkl&auml;rten im Rahmen der Veranlagung der Einkommensteuer f&uuml;r das Streitjahr einen Verlust in H&ouml;he von 835.702 EUR neben positiven Eink&uuml;nften aus privaten Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;ften von 473.712 EUR. Der Antragsgegner und Beschwerdef&uuml;hrer (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) lie&szlig; den Verlust unber&uuml;cksichtigt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&Uuml;ber den Einspruch gegen den Einkommensteuerbescheid f&uuml;r das Streitjahr ist noch nicht entschieden. Den Antrag auf Aussetzung der Vollziehung (AdV) lehnte das FA ab. Vor dem Finanzgericht (FG) hatte der Antrag Erfolg. In seinem in Entscheidungen der Finanzgerichte 2011, 448 ver&ouml;ffentlichten Beschluss vertrat es die Auffassung, die Anschaffungskosten der Zertifikate seien als vergebliche Werbungskosten als Verlust bei einem Termingesch&auml;ft zu ber&uuml;cksichtigen. Es komme nicht darauf an, ob &sect; 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 4 Satz 1 oder Satz 2 EStG erf&uuml;llt worden sei; denn Satz 2 erscheine angesichts des vom Gesetzgeber verfolgten Zwecks &uuml;berfl&uuml;ssig. Die Zertifikate, um die es hier gehe, w&uuml;rden jedenfalls von &sect; 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 4 Satz 1 EStG erfasst. Die Steuerbarkeit sei entgegen der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) nicht erst erf&uuml;llt, wenn der Inhaber tats&auml;chlich einen Differenzausgleich erlange und das Basisgesch&auml;ft durchf&uuml;hre. Das System des Einkommensteuerrechts gebiete, dass dort, wo aus einer T&auml;tigkeit Gewinne besteuert werden d&uuml;rften, auch Verluste steuerliche Anerkennung finden m&uuml;ssten. Deshalb sei die strikte Trennung des BFH in Er&ouml;ffnungs- und Basisgesch&auml;ft zu formal und lasse au&szlig;er Acht, dass ein Er&ouml;ffnungsgesch&auml;ft stets wegen des Basisgesch&auml;fts und des dadurch vermittelten Vorteils abgeschlossen werde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hiergegen richtet sich die Beschwerde des FA, mit der es geltend macht, der Tatbestand des &sect; 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 4 EStG sei erst erf&uuml;llt, wenn der Zertifikatinhaber durch die Beendigung des erworbenen Rechts tats&auml;chlich einen Differenzausgleich erlange. Im Streitfall sei das m&ouml;gliche Basisgesch&auml;ft aber nicht durchgef&uuml;hrt worden. Der Beschluss des FG weiche deshalb von der Rechtsprechung des BFH in seinen Urteilen vom 19. Dezember 2007 IX R 11\/06 (BFHE 219, 574, BStBl II 2008, 519); vom 9. Oktober 2008 IX R 69\/07 (BFH\/NV 2009, 152) und seinem Beschluss vom 13. Januar 2010 IX B 110\/09 (BFH\/NV 2010, 869) ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>den Aussetzungsbeschluss aufzuheben und den Antrag auf AdV des Einkommensteuerbescheides f&uuml;r das Jahr 2006 abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Antragsteller beantragen,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>die Beschwerde zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Antragsteller tr&auml;gt vor, es handele sich im Streitfall nicht um Optionen, sondern um Zertifikate, so dass zur Erf&uuml;llung des Steuertatbestandes keine gesonderte Handlung erforderlich sei. Hilfsweise seien die Anschaffungskosten jedenfalls mit dem FG als Werbungskosten zu ber&uuml;cksichtigen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Beschwerde ist begr&uuml;ndet. Die Vorentscheidung ist aufzuheben und die Sache an das FG zur&uuml;ckzuverweisen. Zu Unrecht hat das FG ernstliche Zweifel an der Rechtm&auml;&szlig;igkeit des Einkommensteuerbescheides des Streitjahres bejaht, indem es erwogen hat, den Verlust aus dem Verfall des Knock-Out-Zertifikats als Termingesch&auml;ft i.S. von &sect; 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 4 EStG der Besteuerung zu unterwerfen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect; 69 Abs. 3 Satz 1 i.V.m. Abs. 2 Satz 2 und Satz 7 der Finanzgerichtsordnung (FGO) soll die Vollziehung eines angefochtenen Verwaltungsakts ganz oder teilweise aufgehoben werden, wenn ernstliche Zweifel an der Rechtm&auml;&szlig;igkeit des Verwaltungsakts bestehen. Das ist nach st&auml;ndiger BFH-Rechtsprechung der Fall, wenn bei summarischer Pr&uuml;fung des Verwaltungsakts gewichtige Umst&auml;nde zutage treten, die Unentschiedenheit in der Beurteilung der entscheidungserheblichen Rechtsfragen oder Unklarheit in der Beurteilung entscheidungserheblicher Tatfragen bewirken (vgl. z.B. BFH-Beschluss vom 27. Oktober 2009 IX B 171\/09, BFH\/NV 2010, 409, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Derartige ernstliche Zweifel bestehen im Streitfall nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die Steuerbarkeit des Verlusts ergibt sich nicht schon aus &sect; 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 4 Satz 2 EStG. Danach&nbsp;&nbsp;&nbsp;gelten Zertifikate, die Aktien vertreten, und Optionsscheine als Termingesch&auml;fte im Sinne des Satzes 1.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Diese gegen&uuml;ber &sect; 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 4 Satz 1 EStG vorrangige, da speziellere Vorschrift, ist hier nicht anwendbar. Zwar ist &sect; 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 4 Satz 2 EStG entgegen der Auffassung des FG nicht &uuml;berfl&uuml;ssig. Die Norm erfasst Zertifikate, und zwar unabh&auml;ngig davon, ob sie die Voraussetzungen eines Termingesch&auml;fts erf&uuml;llen. Die Vorschrift betrifft aber keine Zertifikate auf einen Index (z.B. &#8211;wie hier&#8211; auf den Goldpreis), sondern entsprechend ihres Wortlauts nur solche, die Aktien vertreten. Damit nimmt das Einkommensteuergesetz eine Formulierung auf, die das Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) in &sect; 2 Abs. 1 verwendet. &sect; 2 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG i.d.F. des Streitjahres definiert &#8211;wie auch neuere Fassungen des Gesetzes&#8211; als Wertpapiere u.a. Zertifikate, die Aktien vertreten. Darunter versteht man Finanzinstrumente, die wirtschaftlich an die Stelle der unmittelbaren Beteiligung am Grundkapital der Aktiengesellschaft treten, z.B. sog. American Depositary Receipts, ADRs (vgl. dazu Assmann in: Assmann\/Uwe H. Schneider (Hrsg.), WpHG, 6. Aufl., &sect; 2 Rz 19; Verstegen in K&ouml;lner Kommentar zum WpHG, &sect; 2 Rz 21; Fuchs, WpHG, &sect; 2 Rz 25; s. auch Kumpan in Schwark\/Zimmer, Kapitalmarktrechts-Kommentar, 4. Aufl., WpHG &sect; 2 Rz 29, der zutreffend Indexzertifikate als Schuldtitel einordnet).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Wenn im Schrifttum erwogen wird, &sect; 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 4 Satz 2 EStG ganz allgemein auch auf Indexzertifikate anzuwenden (z.B. Hagen\/Remmel in Betriebs-Berater &#8211;BB&#8211; 2011, 2718 ff.; m&ouml;glicherweise auch Bl&uuml;mich\/Glenk, &sect; 23 EStG Rz 76), so l&auml;sst sich dies vor dem Hintergrund des eindeutigen Wortlauts der Norm nicht rechtfertigen. Der Gesetzgeber hat sich explizit am begrifflichen Verst&auml;ndnis des Wertpapierhandelsgesetzes orientiert (so BTDrucks 14\/443, S. 28 zu Nr. 31 &#8211;&sect; 23&#8211;). Eine abweichende Interpretation ergibt sich auch nicht aus dem Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen (BMF) vom 27. November 2001 IV C 3 -S 2256- 265\/01 (BStBl I 2001, 986, unter 5., Rz 45). Wenn dort der Ausdruck &quot;Index&quot; verwendet wird, so lediglich im Kontext mit Wert einer oder mehrerer Aktien.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Der Verlust, um den es hier geht, ist auch nicht nach &sect; 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 4 Satz 1 EStG steuerbar. Mit dem Termingesch&auml;ft erfasst diese Vorschrift einen &quot;Differenzausgleich oder einen durch den Wert einer ver&auml;nderlichen Bezugsgr&ouml;&szlig;e bestimmten Geldbetrag oder Vorteil &#8230;, sofern der Zeitraum zwischen Erwerb und Beendigung des Rechts auf einen Differenzausgleich, Geldbetrag oder Vorteil nicht mehr als ein Jahr betr&auml;gt&quot;. Auch hier orientiert sich das Gesetz am Wertpapierhandelsgesetz, indem es den dort definierten Begriff des Termingesch&auml;fts verwendet (so BTDrucks 14\/443, S. 28, 29, wonach der bisherige Begriff des Differenzgesch&auml;fts &quot;durch den in &sect; 2 WpHG &#8230; definierten Begriff des Termingesch&auml;fts ersetzt wird&quot;; vgl. zur Entstehungsgeschichte auch BFH-Urteil vom 17. April 2007 IX R 40\/06, BFHE 217, 566, BStBl II 2007, 608).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Es ist schon zweifelhaft, ob die Knock-Out-Zertifikate &uuml;berhaupt als Termingesch&auml;fte nach &sect; 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 4 Satz 1 EStG steuerbar sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) Orientiert man sich &#8211;wie das Gesetz&#8211; am Zivilrecht, handelt es sich bei dem Zertifikat nicht um ein typisches Termingesch&auml;ft, sondern um ein sog. Kassagesch&auml;ft, bei dem der Anleger sofort Barverm&ouml;gen oder einen Kreditbetrag einsetzen muss. Nach der st&auml;ndigen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (BGH) sind B&ouml;rsentermingesch&auml;fte standarisierte Vertr&auml;ge, die von beiden Seiten erst zu einem sp&auml;teren Zeitpunkt, dem Ende der Laufzeit, zu erf&uuml;llen sind und einen Bezug zum Terminmarkt haben. Indexzertifikate sind regelm&auml;&szlig;ig keine B&ouml;rsentermingesch&auml;fte; sie sind strukturierte Finanzprodukte in der Form einer Inhaberschuldverschreibung, die den Anspruch des Inhabers gegen den Emittenten auf Zahlung eines Geldbetrages verbriefen, dessen H&ouml;he vom Stand der zugrunde gelegten Basiswerte (sog. Underlyings) abh&auml;ngt (s. BGH-Urteile vom 13. Juli 2004 XI ZR 178\/03, BGHZ 160, 58 ff., und vom 27. September 2011 XI ZR 182\/10, Neue Juristische Wochenschrift 2012, 66 ff., jeweils m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) Indes wird bei sog. Hebelprodukten, wie sie Hebel-, Knock-Out- oder Turbo-Zertifikate darstellen, im Schrifttum eine differenzierende Auffassung vertreten. Knock-outs sind spezielle Terminkontrakte, die mit begrenzter oder unbegrenzter Laufzeit angeboten werden. Der Anleger kann sowohl auf steigende als auch auf fallende Kurse (hier z.B. auf Gold) setzen. Wegen der ausgepr&auml;gten Hebelwirkung von Knock-out-Produkten kann der Anleger &uuml;berproportional an der Entwicklung des Basiswertes partizipieren; die Hebelwirkung ergibt sich daraus, dass das Hebelprodukt wesentlich weniger kostet als der Basiswert. Wird ein solches Knock-out-Produkt vorzeitig f&auml;llig, weil der Kurs des Basiswertes die jeweilige Knock-out-Schwelle ber&uuml;hrt oder unter- bzw. &uuml;berschreitet, verf&auml;llt das Wertpapier als wertlos (so BFH-Beschluss in BFH\/NV 2010, 869). Die Position des Inhabers eines solchen Zertifikats wird im Schrifttum mit derjenigen aus einem Finanztermingesch&auml;ft als vergleichbar gew&uuml;rdigt: Beide haben nur die Chance, einen endg&uuml;ltigen Anspruch zu erlangen. Allein die Tatsache, dass die Option aufschiebend bedingt und die Schuldverschreibung aufl&ouml;send bedingt ist, vermag nach dieser Auffassung eine unterschiedliche Bewertung nicht zu rechtfertigen, so dass auch derartige aufl&ouml;send bedingte Schuldverschreibungen bei der notwendigen Gesamtbetrachtung als Finanztermingesch&auml;fte zu qualifizieren seien (vgl. eingehend dazu Roth in K&ouml;lner Kommentar zum WpHG, &sect; 2 Rz 86, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Der Senat kann uner&ouml;rtert lassen, ob er Knock-Out-Zertifikate, wie sie im Streitfall als Vollrisikozertifikate vorliegen, unter &sect; 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 4 Satz 1 EStG subsumiert (a.A. z.B. Hagen\/Remmel, BB 2011, 2718 ff., m.w.N., die aber &sect; 23 Abs. 1 Nr. 4 Satz 2 EStG f&uuml;r einschl&auml;gig halten). Denn jedenfalls hat der Antragsteller durch das blo&szlig;e Verfallenlassen, bei dem es nicht zu einer weiteren Zahlung gekommen ist, den Tatbestand des Termingesch&auml;fts nicht erf&uuml;llt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) Wer ein Knock-Out-Zertifikat erwirbt, erwirbt zwar ein Recht auf einen Differenzausgleich, Geldbetrag oder Vorteil i.S. des &sect; 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 4 Satz 1 EStG. Er kann von der Emittentin (hier der C-Bank) zu bestimmten Einl&ouml;seterminen die Zahlung eines Einl&ouml;sebetrags verlangen, der sich durch den Wert einer ver&auml;nderlichen Bezugsgr&ouml;&szlig;e bestimmt (s. dazu auch die Gesetzesbegr&uuml;ndung in BTDrucks 14\/443, S. 29).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Den Tatbestand des &sect; 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 4 EStG erf&uuml;llt indes nur, wer durch die Beendigung des erworbenen Rechts auf Differenzausgleich tats&auml;chlich einen Differenzausgleich erlangt; denn die Vorschrift erfasst nur Vorteile, die auf dem Basisgesch&auml;ft beruhen (grundlegend BFH-Urteil in BFHE 217, 566, BStBl II 2007, 608, m.w.N.). Hieran fehlt es, wenn der Anleger von seinem Recht auf Differenzausgleich keinen Gebrauch macht und es verfallen l&auml;sst (grundlegend BFH-Urteil vom 17. April 2007 IX R 40\/06, BFHE 217, 566, BStBl II 2007, 608; gl.A. BMF-Schreiben in BStBl I 2001, 986, Tz 18 und 23; vgl. dazu auch Bl&uuml;mich\/Glenk, &sect; 23 EStG Rz 74, m.w.N. auf das abweichende Schrifttum). Das blo&szlig;e Verfallenlassen, bei dem es nicht zu einer weiteren Zahlung kommt, es also bei den Anschaffungskosten der Berechtigten verbleibt, stellt kein Termingesch&auml;ft dar (so zutreffend Wernsmann, in: Kirchhof\/S&ouml;hn\/Mellinghoff, EStG, &sect; 23 Rz B 175).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) Der Antragsteller kann seinen Aufwand auch nicht als vorab entstandene Werbungskosten gem&auml;&szlig; &sect; 9 Abs. 1 S&auml;tze 1 und 2 EStG geltend machen. Zwar k&ouml;nnen Aufwendungen als vorab entstandene Werbungskosten ber&uuml;cksichtigt werden, wenn sie anfallen, bevor mit dem Aufwand zusammenh&auml;ngende Einnahmen erzielt werden. Es bestehen aber keinerlei rechtliche Zweifel, dass es an dem hierzu notwendigen ausreichend bestimmten wirtschaftlichen Zusammenhang zwischen den Aufwendungen zum Erwerb des Zertifikats und der Einkunftsart der privaten Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;fte fehlt, in deren Rahmen der Abzug begehrt wird (vgl. zu den Voraussetzungen vorab entstandener Werbungskosten die st&auml;ndige Rechtsprechung, z.B. Beschluss des Gro&szlig;en Senats des BFH vom 4. Juli 1990 GrS 1\/89, BFHE 160, 466, BStBl II 1990, 830).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zwar handelt es sich bei &sect; 23 Abs. 1 EStG um einen sog. gestreckten Steuertatbestand, dessen Verwirklichen mit der Anschaffung des Wirtschaftsguts beginnt (BFH-Beschluss vom 16. Dezember 2003 IX R 46\/02, BFHE 204, 228, BStBl II 2004, 284, unter B.III.1.b, m.w.N.), so dass Aufwendungen, die w&auml;hrend des ma&szlig;gebenden Zeitraums angefallen sind, grunds&auml;tzlich Werbungskosten sein k&ouml;nnen (vgl. dazu z.B. BFH-Urteil vom 16. Juni 2004 X R 22\/00, BFHE 206, 406, BStBl II 2005, 91). Daraus folgt aber nicht, dass die Anschaffungskosten als Werbungskosten abziehbar w&auml;ren, wenn es nicht zu einem &#8211;die Steuerbarkeit konstituierenden&#8211; Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;ft kommt, der Steuertatbestand mithin nicht verwirklicht wird. Der wirtschaftliche Zusammenhang wird nicht durch die Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht hergestellt (vgl. zu deren Bedeutung bei vorab entstandenen Werbungskosten BFH-Urteil vom 11. Januar 2005 IX R 15\/03, BFHE 209, 77, BStBl II 2005, 477). Das alle Einkunftsarten kennzeichnende Merkmal der Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht wird f&uuml;r die Eink&uuml;nfte aus privaten Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;ften &#8211;bezogen auf das jeweilige einzelne Termingesch&auml;ft&#8211; durch die verh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig kurzen ma&szlig;gebenden Zeitr&auml;ume in typisierender Weise objektiviert (vgl. BFH-Urteile vom 1. Juni 2004 IX R 35\/01, BFHE 206, 273, BStBl II 2005, 26, unter II.2.c bb (1), und vom 17. April 2007 IX R 23\/06, BFHE 217, 562, BStBl II 2007, 606, unter II.3.; so auch Wernsmann, in: Kirchhof\/S&ouml;hn\/Mellinghoff, EStG, &sect; 23 Rz B 175 a.E.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das bedeutet: Macht der Anleger von seinem Recht auf Differenzausgleich innerhalb der Frist Gebrauch, ist das Ergebnis steuerbar; subjektive Merkmale sind nicht zu pr&uuml;fen (BFH-Urteile vom 22. April 2008 IX R 29\/06, BFHE 221, 97, BStBl II 2009, 296, und vom 31. August 1994 X R 66\/92, BFH\/NV 1995, 391). Kommt es innerhalb dieses Zeitraumes andererseits nicht zu einem Termingesch&auml;ft, so f&auml;llt umgekehrt die T&auml;tigkeit des Steuerpflichtigen insgesamt in die nicht steuerbare Verm&ouml;genssph&auml;re. Mithin sind der Erwerb eines Zertifikats und die damit verbundenen Aufwendungen steuerrechtlich ohne Bedeutung, wenn der Erwerber sein Recht nicht innerhalb eines Jahres aus&uuml;bt oder ver&auml;u&szlig;ert, sondern &#8211;aus welchen Gr&uuml;nden auch immer&#8211; verfallen l&auml;sst.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(3) Die Besteuerung der Termingesch&auml;fte widerspricht nicht dem Grundsatz der Besteuerung nach der Leistungsf&auml;higkeit und verst&ouml;&szlig;t nicht gegen Art. 3 Abs. 1 des Grundgesetzes (GG). Vielmehr ist ihr Ergebnis (kein Abzug der Anschaffungskosten eines nicht ausge&uuml;bten Termingesch&auml;fts bei Verfall) die folgerichtige Auspr&auml;gung der Systematik des &sect; 22 Nr. 2, &sect; 23 Abs. 1 EStG. Der Senat verweist dazu, um Wiederholungen zu vermeiden, auf seine Entscheidungen in BFHE 219, 574, BStBl II 2008, 519, und in BFHE 217, 566, BStBl II 2007, 608.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Damit h&auml;lt der Senat an seiner Rechtsprechung fest, wie dies auch in seinem Beschluss in BFH\/NV 2010, 869 zum Ausdruck kam. Hierf&uuml;r spricht neben den oben angef&uuml;hrten Argumenten auch der Grundsatz der Rechtskontinuit&auml;t. Der Kontinuit&auml;t der Rechtsprechung kommt gro&szlig;e Bedeutung zu; sie dient der von Art. 20 Abs. 3 GG umfassten Rechtssicherheit und kann nur aus wichtigem Grund aufgegeben werden (BFH-Urteil vom 31. Juli 2002 X R 39\/01, BFH\/NV 2002, 1575, sowie BFH-Beschluss vom 25. Juni 1984 GrS 4\/82, BFHE 141, 405, BStBl II 1984, 751). Es w&auml;re nicht angemessen, eine jahrelange kontinuierliche Rechtsprechung, die zur Grundlage der st&auml;ndigen Verwaltungspraxis geworden ist, nach Auslaufen des Rechts wieder in Frage zu stellen. Das w&uuml;rde mit Blick auf viele rechtskr&auml;ftig abgeschlossene Verfahren zu einer eklatant ungleichen steuerrechtlichen Behandlung f&uuml;hren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die vom Senat entwickelten Ma&szlig;st&auml;be gelten f&uuml;r die Auslegung des &sect; 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 4 EStG, nicht aber f&uuml;r die Eink&uuml;nfte aus Kapitalverm&ouml;gen nach Einf&uuml;hrung der Abgeltungssteuer durch das Unternehmenssteuerreformgesetz 2008 vom 14. August 2007 &#8211;BGBl I 2007, 1912&#8211; (vgl. dazu aus dem Schrifttum z.B. Jachmann, Ermittlung von Verm&ouml;genseink&uuml;nften &#8211; Abgeltungssteuer, in Hey (Hrsg.), Eink&uuml;nfteermittlung, DStJG 34 (2011), S. 251 ff., 269 ff., m.w.N.; von Beckerath in Kirchhof, EStG, 11. Aufl., &sect; 20 Rz 129 ff., Schmidt\/Weber-Grellet, EStG, 30. Aufl., &sect; 20 Rz 131; Bl&uuml;mich\/Stuhrmann, &sect; 20 EStG Rz 367 ff., 370, m.w.N.; s. dazu auch Haisch\/Helios, Rechtshandbuch Finanzinstrumente, 2011, S. 311 ff.; Strohm, Abgeltungssteuer, 2010, S. 61 ff.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Der auf einer anderen Rechtsauffassung beruhende Beschluss des FG wird aufgehoben. Der Senat entscheidet nicht selbst &uuml;ber den Aussetzungsantrag, sondern verweist die Sache an das FG zur&uuml;ck. Eine Zur&uuml;ckverweisung ist auch im Beschwerdeverfahren betreffend die AdV zul&auml;ssig. Die Befugnis zur Zur&uuml;ckverweisung der Sache ergibt sich aus den &sect;&sect; 132, 155 FGO i.V.m. &sect; 572 Abs. 3 der Zivilprozessordnung (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. BFH-Beschluss vom 14. Juli 2008 VIII B 176\/07, BFHE 222, 36, BStBl II 2009, 117, m.w.N.). Die Zur&uuml;ckverweisung erscheint im Streitfall zweckm&auml;&szlig;ig, um dem FG Gelegenheit zu geben, &uuml;ber das Vorliegen einer unbilligen H&auml;rte i.S. des &sect; 69 FGO zu entscheiden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 24.4.2012, IX B 154\/10 Erwerbsaufwendungen f&uuml;r verfallene Termingesch&auml;fte ohne steuerrechtliche Bedeutung &#8211; Anwendungsbereich des &sect; 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 4 EStG &#8211; Rechtskontinuit&auml;t &#8211; Keine &Uuml;bernahme der entwickelten Ma&szlig;st&auml;be auf Eink&uuml;nfteermittlung nach Einf&uuml;hrung der Abgeltungssteuer Leits&auml;tze Aufwendungen im Zusammenhang mit dem Erwerb eines Knock-Out-Zertifikats sind steuerrechtlich ohne Bedeutung, wenn der &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-b-154-10-erwerbsaufwendungen-fuer-verfallene-termingeschaefte-ohne-steuerrechtliche-bedeutung-anwendungsbereich-des-par-23-abs-1-satz-1-nr-4-estg-rechtskontinuitaet-keine-uebernahme-der-entwickelte\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">IX&nbsp;B&nbsp;154\/10 &#8211; Erwerbsaufwendungen f&uuml;r verfallene Termingesch&auml;fte ohne steuerrechtliche Bedeutung &#8211; Anwendungsbereich des &sect; 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 4 EStG &#8211; Rechtskontinuit&auml;t &#8211; Keine &Uuml;bernahme der entwickelten Ma&szlig;st&auml;be auf Eink&uuml;nfteermittlung nach Einf&uuml;hrung der Abgeltungssteuer<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-8471","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8471","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=8471"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8471\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=8471"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=8471"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=8471"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}