{"id":8474,"date":"2012-12-05T04:08:45","date_gmt":"2012-12-05T02:08:45","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=8474"},"modified":"2012-12-05T04:08:45","modified_gmt":"2012-12-05T02:08:45","slug":"i-r-46-11-steuerbefreiung-eines-berufsverbands","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-46-11-steuerbefreiung-eines-berufsverbands\/","title":{"rendered":"I&nbsp;R&nbsp;46\/11 &#8211; Steuerbefreiung eines Berufsverbands"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 13.3.2012, I R 46\/11<\/p>\n<p class=\"titel\">Steuerbefreiung eines Berufsverbands<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Streitig ist, ob der Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) als steuerbefreiter Berufsverband i.S. des &sect; 5 Abs. 1 Nr. 5 des K&ouml;rperschaftsteuergesetzes in der f&uuml;r das Streitjahr 2005 geltenden Fassung (KStG 2002) anerkannt werden kann und ob er gewerblich t&auml;tig ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger ist ein rechtsf&auml;higer Verein. Mitglied des Vereins kann jede nat&uuml;rliche oder juristische Person des privaten und &ouml;ffentlichen Rechts werden, die Hersteller von Software f&uuml;r den &#8230;markt, Dienstleister auf dem Sektor der &#8230;wirtschaft oder Anwender der vorgenannten Software ist. Im Streitjahr waren 55 Firmen Mitglieder des Kl&auml;gers. Der Kl&auml;ger verfolgt das Ziel, alle marktrelevanten Gesch&auml;ftsprozesse des &#8230;marktes vollst&auml;ndig und vollautomatisch abwickeln zu k&ouml;nnen, unabh&auml;ngig von den jeweils eingesetzten EDV-Systemen und &uuml;ber Unternehmensgrenzen hinweg. Die Mitglieder sollen die EDV-seitige Standardisierung von Gesch&auml;ftsprozessen im &#8230;markt vorantreiben. Insbesondere sollen Standards zur Formatierung von Datenstr&ouml;men und Dateien sowie zum Aufbau von Kommunikationswegen einheitlich von allen Mitgliedern umgesetzt werden. Der Kl&auml;ger verfolgt zudem marktorientierte Ziele, die im Interesse sowohl der Mitglieder wie auch ihrer Zielgruppen liegen. Dies sind beispielsweise die Schaffung von Investitions- und Entscheidungssicherheit bei den Anwendern, die Sicherung der Produktqualit&auml;t im Bereich der Kommunikation sowie die Optimierung des Entwicklungsaufwands der Hersteller von Software f&uuml;r den &#8230;markt, insbesondere auch in Form der Bereitstellung und Pflege von Testanlagen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) veranlagte den Kl&auml;ger und setzte K&ouml;rperschaftsteuer in H&ouml;he von &#8230; EUR fest. Mit der dagegen gerichteten Klage machte der Kl&auml;ger geltend, er sei gem&auml;&szlig; &sect; 5 Abs. 1 Nr. 5 KStG 2002 steuerbefreit. Er trug u.a. vor, er vertrete die Interessen seiner Mitgliedsunternehmen national und international gegen&uuml;ber Politik, Ministerien, Beh&ouml;rden, Gerichten, der &Ouml;ffentlichkeit sowie insbesondere gegen&uuml;ber der X, die im Idealfall die vom Kl&auml;ger entwickelten Vorschl&auml;ge bez&uuml;glich der EDV-Standards &uuml;bernehme und allgemein verbindlich f&uuml;r alle Unternehmen dieser Sparte vorschreibe. Der Nutzen der Nichtmitglieder best&uuml;nde darin, dass deren Gesch&auml;ftsabl&auml;ufe dadurch optimiert w&uuml;rden. Das Finanzgericht (FG) Baden-W&uuml;rttemberg wies mit Urteil vom 7. Dezember 2010&nbsp;&nbsp;6 K 1465\/09 (juris) die Klage als unbegr&uuml;ndet ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit seiner Revision r&uuml;gt der Kl&auml;ger eine Verletzung materiellen Rechts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt, das Urteil des FG aufzuheben und den K&ouml;rperschaftsteuerbescheid 2005 vom 9. Mai 2007 und den Gewerbesteuermessbescheid 2005 vom 1. Juni 2007 &#8211;jeweils in Gestalt der Einspruchsentscheidung&#8211; dahingehend zu &auml;ndern, dass die K&ouml;rperschaftsteuer sowie der Gewerbesteuermessbetrag jeweils auf 0 EUR festgesetzt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist begr&uuml;ndet. Die Vorentscheidung ist aufzuheben und der Klage stattzugeben. Entgegen der Auffassung des FG ist der Kl&auml;ger als Berufsverband i.S. des &sect; 5 Abs. 1 Nr. 5 KStG 2002 im Streitjahr von der K&ouml;rperschaftsteuer befreit.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Gem&auml;&szlig; &sect; 5 Abs. 1 Nr. 5 Satz 1 KStG 2002 sind u.a. Berufsverb&auml;nde ohne &ouml;ffentlich-rechtlichen Charakter von der K&ouml;rperschaftsteuer befreit, wenn ihr Zweck nicht auf einen wirtschaftlichen Gesch&auml;ftsbetrieb gerichtet ist. Unterhalten sie einen wirtschaftlichen Gesch&auml;ftsbetrieb, ist die Steuerbefreiung insoweit ausgeschlossen (&sect; 5 Abs. 1 Nr. 5 Satz 2 KStG 2002).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Das KStG enth&auml;lt keine Definition des Begriffs &quot;Berufsverband&quot;. &sect; 5 Abs. 1 Nr. 5 Satz 3 KStG 2002 l&auml;sst jedoch erkennen, dass eine K&ouml;rperschaft des privaten Rechts nur dann ein Berufsverband i.S. des &sect; 5 Abs. 1 Nr. 5 Satz 1 KStG 2002 ist, wenn sie allgemeine ideelle und wirtschaftliche Interessen eines Wirtschaftszweiges oder der Angeh&ouml;rigen eines Berufs wahrnimmt. Dementsprechend ist nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) ein Berufsverband im Sinne des Steuerrechts ein Zusammenschluss nat&uuml;rlicher Personen oder Unternehmen, der allgemeine, aus der beruflichen oder unternehmerischen T&auml;tigkeit erwachsende ideelle und wirtschaftliche Interessen eines Wirtschaftszweiges oder der Angeh&ouml;rigen eines Berufs wahrnimmt (BFH-Urteile vom 4. Juni 2003 I R 45\/02, BFHE 203, 43, BStBl II 2003, 891; vom 22. Juli 1952 I 44\/52 U, BFHE 56, 572, BStBl III 1952, 221; vom 17. Mai 1966 III 190\/64, BFHE 86, 324, BStBl III 1966, 525; vom 15. Juli 1966 III 179\/64, BFHE 86, 656, BStBl III 1966, 638; vom 29. August 1973 I R 234\/71, BFHE 110, 405, BStBl II 1974, 60; vom 28. Juni 1989 I R 86\/85, BFHE 157, 416, BStBl II 1990, 550; vom 28. Januar 1988 V R 48\/85, Der Betrieb 1989, 156; s. auch BFH-Gutachten vom 17. Mai 1952 I D 1\/52 S, BFHE 56, 591, BStBl III 1952, 228; R 16 Abs. 1 Satz 1 der K&ouml;rperschaftsteuer-Richtlinien 2004 &#8211;KStR 2004&#8211;). Es m&uuml;ssen wirtschaftliche Interessen aller Angeh&ouml;rigen des Berufs oder Wirtschaftszweiges wahrgenommen und nicht nur Interessen einzelner Angeh&ouml;riger des Berufs oder Wirtschaftszweiges (sog. Individualinteressen) vertreten werden (BFH-Urteil in BFHE 203, 43, BStBl II 2003, 891, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Es ist nicht erforderlich, dass die Mitglieder aus derselben Branche stammen. Auch Mitglieder verschiedener, nicht verwandter Zweige der gewerblichen Wirtschaft (wie z.B. die Mitglieder einer Fachgruppe) k&ouml;nnen sich in einem Verband zusammenschlie&szlig;en (vgl. BFH-Gutachten in BFHE 56, 591, BStBl III 1952, 228; BFH-Urteile in BFHE 56, 572, BStBl III 1952, 221; in BFHE 86, 656, BStBl III 1966, 638; vom 29. November 1967 I 67\/65, BFHE 91, 45, BStBl II 1968, 236). Notwendig f&uuml;r die Anerkennung eines Zusammenschlusses als Berufsverband ist nur, dass sich dessen Mitglieder durch ein gemeinsam zu verfolgendes, ihren Berufsgruppen oder Wirtschaftszweigen eigenes Interesse vereint haben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Nach &sect; 5 Abs. 1 Nr. 5 Satz 3 KStG 2002 ist zwar die Wahrnehmung ideeller und wirtschaftlicher Interessen kennzeichnend f&uuml;r Berufsverb&auml;nde. Die Norm ist aber nicht dahingehend auszulegen, dass ein Verband nur dann ein Berufsverband i.S. des &sect; 5 Abs. 1 Nr. 5 KStG 2002 ist, wenn er sowohl ideelle als auch wirtschaftliche Interessen eines Wirtschaftszweiges oder der Angeh&ouml;rigen eines Berufs vertritt. Es reicht aus, wenn allgemeine Interessen wirtschaftlicher Art wahrgenommen werden. Denn die Wahrnehmung allgemeiner wirtschaftlicher Interessen ist zugleich eine Vertretung ideeller Interessen i.S. des &sect; 5 Abs. 1 Nr. 5 KStG 2002 (s. Senatsurteile in BFHE 56, 572, BStBl III 1952, 221; in BFHE 203, 43, BStBl II 2003, 891).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Nach diesen Ma&szlig;st&auml;ben hat das FG zu Unrecht angenommen, dass der Kl&auml;ger im Streitjahr nicht als ein Berufsverband i.S. des &sect; 5 Abs. 1 Nr. 5 KStG 2002 anzuerkennen sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die Mitglieder des Kl&auml;gers kommen zwar aus unterschiedlichen Wirtschaftszweigen. Sie sind jedoch s&auml;mtlich entweder unmittelbar in der oder f&uuml;r die &#8230;wirtschaft t&auml;tig. Ihre gemeinsamen wirtschaftlichen Interessen folgen daraus, dass sie &uuml;ber den Kl&auml;ger die EDV-seitige Standardisierung von Gesch&auml;ftsprozessen im &#8230;markt anstreben. Es sollen alle marktrelevanten Gesch&auml;ftsprozesse des &#8230;marktes vollst&auml;ndig und vollautomatisch abgewickelt werden k&ouml;nnen, unabh&auml;ngig von den jeweils eingesetzten EDV-Systemen. Dieses Anliegen vertritt der Kl&auml;ger insbesondere gegen&uuml;ber der X, die im Idealfall die Vorschl&auml;ge des Kl&auml;gers bez&uuml;glich der EDV-Standards &uuml;bernimmt und allgemein verbindlich f&uuml;r alle Unternehmen dieser Sparte vorschreibt. Damit f&ouml;rdert er nicht unmittelbar den Erwerb des einzelnen Mitglieds, sondern dient den wirtschaftlichen Belangen aller Unternehmen, die entweder in der &#8230;wirtschaft t&auml;tig sind oder EDV f&uuml;r die &#8230;wirtschaft entwickeln. Denn durch eine Vereinheitlichung der EDV-Standards erg&auml;ben sich f&uuml;r s&auml;mtliche in diesen Bereichen t&auml;tigen Unternehmen Vorteile, weil hierdurch Kosten erspart, Investitionssicherheit erlangt und die Qualit&auml;t der Leistungen im Bereich &#8230; verbessert w&uuml;rden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Der Anerkennung als Berufsverband steht nicht entgegen, dass die Mitglieder des Kl&auml;gers in besonderem Ma&szlig;e profitieren werden, wenn sich die vom Kl&auml;ger pr&auml;ferierten Standards durchsetzen. Es ist f&uuml;r einen Berufs- oder Wirtschaftsverband typisch, dass er die allgemeinen wirtschaftlichen Interessen eines Berufsstands (Berufszweiges) oder eines Industriezweiges gegen&uuml;ber den gesetzgebenden K&ouml;rperschaften, gegen&uuml;ber den Verwaltungsbeh&ouml;rden usw. vertritt, seine W&uuml;nsche als eine gemeinsame einheitliche Vertretung geltend macht und &#8211;wenn m&ouml;glich&#8211; durchsetzt. Dass sich dies wirtschaftlich insbesondere f&uuml;r die Mitglieder des Berufsverbands auszahlt, weil diese &uuml;ber ihre Mitgliedschaft gegen&uuml;ber anderen Unternehmen derselben Branche einen Informationsvorsprung haben und ihre eigenen Vorstellungen in den Berufsverband einbringen konnten, folgt aus der Natur des Berufsverbands. Werden allgemeine wirtschaftliche Ziele eines Berufs- oder Wirtschaftszweiges verfolgt, schl&auml;gt sich dies im Falle des Erfolgs nahezu zwangsl&auml;ufig wirtschaftlich auch bei den einzelnen Mitgliedern g&uuml;nstig nieder und kann daher der Steuerbefreiung nicht entgegenstehen. Gleichwohl ist das Wirken des Berufsverbands und damit auch des Kl&auml;gers f&uuml;r s&auml;mtliche in ihm vertretenen Berufsst&auml;nde von Vorteil, weil die Standardisierung von EDV-Prozessen und die Weiterleitung von Datenstr&ouml;men unabh&auml;ngig von der jeweils eingesetzten Software allen Unternehmen und auch dem Endverbraucher n&uuml;tzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Die Steuerbefreiung des Kl&auml;gers ist entgegen der Auffassung des FG nicht deshalb ausgeschlossen, weil die Satzung nicht ausdr&uuml;cklich bestimmt, dass nicht allein die Interessen der Mitglieder wahrgenommen werden. &sect; 60 der Abgabenordnung (AO), der die Steuerbefreiung davon abh&auml;ngig macht, dass die Satzungszwecke und die Art ihrer Verwirklichung so genau bestimmt sein m&uuml;ssen, dass aufgrund der Satzung gepr&uuml;ft werden kann, ob die satzungsm&auml;&szlig;igen Voraussetzungen f&uuml;r die Steuerverg&uuml;nstigungen gegeben sind, gilt nur f&uuml;r K&ouml;rperschaften, die ausschlie&szlig;lich und unmittelbar gemeinn&uuml;tzige, mildt&auml;tige oder kirchliche Zwecke verfolgen (&sect; 51 Abs. 1 Satz 1 AO). F&uuml;r K&ouml;rperschaften, die nicht nach &sect; 5 Abs. 1 Nr. 9 KStG (&sect; 3 Nr. 6 des Gewerbesteuergesetzes), sondern aufgrund anderer Regelungen von der K&ouml;rperschaftsteuer oder der Gewerbesteuer befreit sind, ist &sect; 60 AO nicht einschl&auml;gig. Daher gelten auch die Ausf&uuml;hrungen des Senats im Senatsurteil vom 6. Oktober 2009 I R 55\/08 (BFHE 226, 525, BStBl II 2010, 335) nicht f&uuml;r den Streitfall. Die unterschiedliche Behandlung von gemeinn&uuml;tzigen Unternehmen einerseits und Berufsverb&auml;nden andererseits gr&uuml;ndet darin, dass sich bei gemeinn&uuml;tzigen Unternehmen die Steuerbefreiung auch auf wirtschaftliche T&auml;tigkeiten erstrecken kann und diese dar&uuml;ber hinaus die Berechtigung zum Spendenabzug vermitteln. Dies erfordert nach Ansicht des Gesetzes auch Nachweise formeller Natur, um Missbr&auml;uchen entgegenzuwirken. Bei anderen als gemeinn&uuml;tzigen K&ouml;rperschaften bestimmt sich die Steuerbefreiung jedoch insbesondere nach der tats&auml;chlichen Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung (BFH-Urteil in BFHE 56, 572, BStBl III 1952, 221), wobei die Satzung einen wichtigen Anhalt daf&uuml;r bietet, welche Zwecke tats&auml;chlich verfolgt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Das FG ist von anderen Grunds&auml;tzen ausgegangen. Sein Urteil und die streitgegenst&auml;ndlichen Bescheide sind daher aufzuheben. Der Kl&auml;ger ist nach &sect; 5 Abs. 1 Nr. 5 KStG 2002 von der K&ouml;rperschaftsteuer befreit. Anhaltspunkte daf&uuml;r, dass in den Mitgliedsbeitr&auml;gen ein Entgelt f&uuml;r besondere wirtschaftliche Vorteile enthalten ist, die der Kl&auml;ger seinen Mitgliedern gew&auml;hrt (vgl. R 16 Abs. 4 S&auml;tze 7 und 8 KStR 2004), liegen nicht vor und sind von den Beteiligten auch nicht benannt worden. Es ist daher nicht davon auszugehen, dass der Kl&auml;ger einen wirtschaftlichen Gesch&auml;ftsbetrieb unterh&auml;lt. Da der Kl&auml;ger keine gewerbliche T&auml;tigkeit aus&uuml;bt, ist auch der Gewerbesteuermessbescheid aufzuheben. Eine Steuer &#8211;auch auf 0 EUR&#8211; ist nicht festzusetzen (vgl. Senatsurteil vom 21. Oktober 1999 I R 14\/98, BFHE 190, 372, BStBl II 2000, 325).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 13.3.2012, I R 46\/11 Steuerbefreiung eines Berufsverbands Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; I. 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