{"id":8477,"date":"2012-12-05T04:09:59","date_gmt":"2012-12-05T02:09:59","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=8477"},"modified":"2012-12-05T04:09:59","modified_gmt":"2012-12-05T02:09:59","slug":"iii-b-131-11-rueckforderung-von-kindergeld-das-auf-das-konto-des-kindes-ueberwiesen-wurde-keine-hinweispflicht-der-familienkasse-bei-fehlender-moeglichkeit-der-abzweigung-keine-einvernehmliche-abzweig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-b-131-11-rueckforderung-von-kindergeld-das-auf-das-konto-des-kindes-ueberwiesen-wurde-keine-hinweispflicht-der-familienkasse-bei-fehlender-moeglichkeit-der-abzweigung-keine-einvernehmliche-abzweig\/","title":{"rendered":"III&nbsp;B&nbsp;131\/11 &#8211; R&uuml;ckforderung von Kindergeld, das auf das Konto des Kindes &uuml;berwiesen wurde &#8211; Keine Hinweispflicht der Familienkasse bei fehlender M&ouml;glichkeit der Abzweigung &#8211; Keine &quot;einvernehmliche&quot; Abzweigung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 10.4.2012, III B 131\/11<\/p>\n<p class=\"titel\">R&uuml;ckforderung von Kindergeld, das auf das Konto des Kindes &uuml;berwiesen wurde &#8211; Keine Hinweispflicht der Familienkasse bei fehlender M&ouml;glichkeit der Abzweigung &#8211; Keine &quot;einvernehmliche&quot; Abzweigung<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) wandte sich im Mai 2004 an die Beklagte und Beschwerdegegnerin (Familienkasse) und teilte mit, das Kindergeld f&uuml;r seine im Juni 1986 geborene und sich in Berufsausbildung befindende Tochter solle auf deren Konto &uuml;berwiesen werden. Auf die Aufforderung, eine Ausbildungsbescheinigung einzureichen, antwortete er, die Tochter sei 18 Jahre alt und beantrage das Kindergeld selber.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Familienkasse behandelte das Schreiben als Antrag auf Auszahlung des Kindergeldes an die Tochter. Nachdem sie den Kl&auml;ger zu Angaben &uuml;ber Unterhaltszahlungen und die Tochter um die Abgabe eines formularm&auml;&szlig;igen Antrags gebeten hatte, setzte sie im Dezember 2004 Kindergeld ab Juli 2004 gegen&uuml;ber dem Kl&auml;ger fest und wies dabei auf seine Verpflichtung hin, &Auml;nderungen in den anspruchserheblichen Verh&auml;ltnissen unverz&uuml;glich anzuzeigen. Der Kl&auml;ger verbat sich daraufhin, ihn zu etwas zu verpflichten; seine Tochter sei vollj&auml;hrig und er wolle nicht f&uuml;r etwas haften, worauf er keinen Einfluss habe. Nachdem die Festsetzung ab Oktober 2005 aufgehoben wurde, bestand der Kl&auml;ger darauf, dass weiterer Schriftwechsel mit seiner Tochter gef&uuml;hrt werde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ein &auml;hnlicher Schriftwechsel ergab sich im Jahr 2008; der Kl&auml;ger f&uuml;hrte erneut aus, seine Tochter k&ouml;nne selber Kindergeld beantragen, da sie vollj&auml;hrig sei und einen eigenen Haushalt f&uuml;hre. Die Familienkasse zahlte sodann Kindergeld r&uuml;ckwirkend ab Oktober 2007 auf das vom Kl&auml;ger angegebene Konto der Tochter.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im November 2010 hob die Familienkasse die Festsetzung des Kindergeldes ab Februar 2010 auf und forderte das &uuml;berzahlte Kindergeld vom Kl&auml;ger zur&uuml;ck. Der Einspruch hatte keinen Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) wies die Klage ab. Es f&uuml;hrte aus, die Festsetzung sei wegen des Abbruchs der Ausbildung zu Recht nach &sect; 70 Abs. 2 des Einkommensteuergesetzes (EStG) aufgehoben worden. Der Kl&auml;ger sei auch zu Recht in Anspruch genommen worden. Er habe die Festsetzung als Kindergeldberechtigter beantragt und sei Adressat des Aufhebungsbescheides. Seine Vorbehalte seien als unbeachtliches widerspr&uuml;chliches Verhalten zu werten. Der Kl&auml;ger habe das Kindergeld erhalten, da es auf seine Weisung hin auf das Konto der Tochter &uuml;berwiesen worden sei. Die f&uuml;r eine Abzweigung des Kindergeldes erforderliche dauerhafte Verletzung der Unterhaltspflicht gegen&uuml;ber dem Kind habe der Kl&auml;ger nicht dargelegt; ein Abzweigungsantrag sei weder vom Kl&auml;ger noch von seiner Tochter gestellt worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zur Begr&uuml;ndung seiner Nichtzulassungsbeschwerde tr&auml;gt der Kl&auml;ger vor, er habe die Familienkasse mehrfach schriftlich darauf hingewiesen, nicht als Antragsteller fungieren zu wollen. Die Familienkasse h&auml;tte ihn deshalb nach dem Grundsatz von Treu und Glauben auf die M&ouml;glichkeit einer Abzweigung hinweisen m&uuml;ssen. Dann w&auml;re seine Tochter Schuldnerin des R&uuml;ckforderungsanspruchs gewesen, auf deren Konto das Geld &uuml;berwiesen worden sei, und nicht er, der kaum Kontakt zu ihr halte und die Berechtigung des Kindergeldanspruchs nicht habe kontrollieren k&ouml;nnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Beschwerde ist unbegr&uuml;ndet und wird durch Beschluss zur&uuml;ckgewiesen (&sect; 116 Abs. 5 Satz 1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Der Senat kann offen lassen, ob sie den Darlegungserfordernissen des &sect; 116 Abs. 3 Satz 3 FGO entspricht, denn der geltend gemachte Zulassungsgrund liegt jedenfalls nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision ist nicht zuzulassen, weil der Rechtssache grunds&auml;tzliche Bedeutung zukommt (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO) oder sie eine Entscheidung des Bundesfinanzhofs zur Fortbildung des Rechts oder zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung erfordert (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 2 FGO). Denn die vom Kl&auml;ger aufgeworfene Frage, ob einer Inanspruchnahme durch die Familienkasse entgegensteht, dass diese den Kindergeldberechtigten nicht &uuml;ber die M&ouml;glichkeit einer Abzweigung an das Kind selbst beraten hat, k&ouml;nnte im Streitfall nicht gekl&auml;rt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine Verpflichtung der Familienkasse, einen Kindergeldberechtigten auf die M&ouml;glichkeit eines Abzweigungsantrags hinzuweisen, wenn dieser ersichtlich nicht als Antragsteller fungieren will, w&auml;re allenfalls dann in Betracht zu ziehen, wenn eine Abzweigung nach den Verh&auml;ltnissen des Einzelfalls auch in Betracht k&auml;me. Wie das FG zutreffend ausgef&uuml;hrt hat, setzt eine Abzweigung an das Kind indessen voraus, dass der Kindergeldberechtigte seiner gesetzlichen Unterhaltspflicht nicht nachkommt (&sect; 74 Abs. 1 Satz 1 EStG) oder mangels Leistungsf&auml;higkeit weniger Unterhalt schuldet als das in Betracht kommende Kindergeld betr&auml;gt (&sect; 74 Abs. 1 Satz 3 EStG). Eine &quot;einvernehmliche&quot; Abzweigung des Kindergeldes an das Kind auch in den F&auml;llen, in denen der Kindergeldberechtigte Unterhalt leistet, der das Kindergeld &uuml;bersteigt, hat der Gesetzgeber demgegen&uuml;ber nicht vorgesehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Streitfall ist nicht ersichtlich, dass der Kl&auml;ger seine Unterhaltspflicht verletzt hat oder lediglich geringeren Unterhalt als das Kindergeld schuldete. Eine Aufkl&auml;rungs- oder Hinweispflicht der Familienkasse bestand schon daher nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 10.4.2012, III B 131\/11 R&uuml;ckforderung von Kindergeld, das auf das Konto des Kindes &uuml;berwiesen wurde &#8211; Keine Hinweispflicht der Familienkasse bei fehlender M&ouml;glichkeit der Abzweigung &#8211; Keine &quot;einvernehmliche&quot; Abzweigung Tatbestand 1&nbsp; I. Der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) wandte sich im Mai 2004 an die Beklagte und Beschwerdegegnerin (Familienkasse) und teilte mit, das &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-b-131-11-rueckforderung-von-kindergeld-das-auf-das-konto-des-kindes-ueberwiesen-wurde-keine-hinweispflicht-der-familienkasse-bei-fehlender-moeglichkeit-der-abzweigung-keine-einvernehmliche-abzweig\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">III&nbsp;B&nbsp;131\/11 &#8211; R&uuml;ckforderung von Kindergeld, das auf das Konto des Kindes &uuml;berwiesen wurde &#8211; Keine Hinweispflicht der Familienkasse bei fehlender M&ouml;glichkeit der Abzweigung &#8211; Keine &quot;einvernehmliche&quot; Abzweigung<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-8477","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8477","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=8477"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8477\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=8477"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=8477"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=8477"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}