{"id":8484,"date":"2012-12-05T04:21:38","date_gmt":"2012-12-05T02:21:38","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=8484"},"modified":"2012-12-05T04:21:38","modified_gmt":"2012-12-05T02:21:38","slug":"vi-r-22-10-regelmaessige-arbeitsstaette-bei-outsourcing-sonderfall-bei-postnachfolgeunternehmen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-22-10-regelmaessige-arbeitsstaette-bei-outsourcing-sonderfall-bei-postnachfolgeunternehmen\/","title":{"rendered":"VI&nbsp;R&nbsp;22\/10 &#8211; Regelm&auml;&szlig;ige Arbeitsst&auml;tte bei Outsourcing; Sonderfall bei Postnachfolgeunternehmen"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 9.2.2012, VI R 22\/10<\/p>\n<p class=\"titel\">Regelm&auml;&szlig;ige Arbeitsst&auml;tte bei Outsourcing; Sonderfall bei Postnachfolgeunternehmen<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. In &quot;Outsourcing-F&auml;llen&quot; sind Arbeitnehmer mit ihrer Ausgliederung regelm&auml;&szlig;ig ausw&auml;rts t&auml;tig, vergleichbar mit bei Kunden ihres Arbeitgebers t&auml;tigen Arbeitnehmern.<\/p>\n<p>2. Ein &quot;Outsourcing-Fall&quot; liegt regelm&auml;&szlig;ig nicht vor, wenn ein Postbeamter unter Wahrung seines beamtenrechtlichen Status vor&uuml;bergehend am bisherigen T&auml;tigkeitsort einem privatrechtlich organisierten Tochterunternehmen der Deutschen Telekom AG zugewiesen wird.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Streitig ist im Rahmen der einkommensteuerrechtlichen Ber&uuml;cksichtigung von Fahrtkosten, ob eine T&auml;tigkeit an der regelm&auml;&szlig;igen Arbeitsst&auml;tte ausge&uuml;bt wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) war im Streitjahr (2008) als Beamter bei der Deutschen Telekom AG als eines der Nachfolgeunternehmen der Deutschen Bundespost nichtselbst&auml;ndig t&auml;tig. Dem Kl&auml;ger wurde f&uuml;r die Zeit vom 1. Dezember 2008 bis 30. Juni 2010 eine T&auml;tigkeit im Unternehmen R GmbH, einer hundertprozentigen Tochtergesellschaft der Deutschen Telekom AG, zugewiesen; Grundlage daf&uuml;r war &sect; 29 Abs. 3 und 4 des Postpersonalrechtsgesetzes (PostPersRG) i.V.m. &sect; 69 Abs. 5 des Bundespersonalvertretungsgesetzes (BPersVG) i.V.m. &sect; 4 Abs. 4 S&auml;tze 2 und 3 PostPersRG. Die R GmbH war gegr&uuml;ndet worden, um den Bereich, in dem der Kl&auml;ger besch&auml;ftigt war, aus der Deutschen Telekom AG auszulagern. Beide Unternehmen befanden sich am gleichen Standort, die T&auml;tigkeitsst&auml;tte des Kl&auml;gers selbst blieb unver&auml;ndert.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) hatte den Kl&auml;ger und seine Ehefrau, die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin, zun&auml;chst erkl&auml;rungsgem&auml;&szlig; zur Einkommensteuer f&uuml;r das Streitjahr veranlagt. Dagegen wandten sich die Kl&auml;ger mit Einspruch. Sie machten geltend, dass die Aufwendungen des Kl&auml;gers f&uuml;r dessen Fahrten zwischen der Wohnung und der davon 62 km entfernt gelegenen T&auml;tigkeitsst&auml;tte ab dem Zeitpunkt der Zuweisung zur R GmbH (Monat Dezember 2008) nicht nach den Grunds&auml;tzen der Pendlerpauschale, sondern &#8211;wie Reisekosten&#8211; mit 777,60 EUR zu ber&uuml;cksichtigen seien, n&auml;mlich 18 Fahrten (2 x 62 km x 0,30 EUR x 18 = 669,60 EUR) zuz&uuml;glich Verpflegungsmehraufwand (18 x 6 EUR = 108 EUR).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) hat nach erfolglos durchgef&uuml;hrtem Einspruchsverfahren die mit diesem Begehren weiterverfolgte Klage aus den in Entscheidungen der Finanzgerichte 2010, 1027 ver&ouml;ffentlichten Gr&uuml;nden abgewiesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger r&uuml;gen mit der Revision die Verletzung materiellen Rechts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger beantragen,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>das Urteil des FG K&ouml;ln vom 18. M&auml;rz 2010&nbsp;&nbsp;11 K 2225\/09 aufzuheben und den Einkommensteuerbescheid 2008 vom 1. April 2009 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 10. Juni 2009 dahingehend zu &auml;ndern, dass die f&uuml;r den Zeitraum vom 1. Dezember 2008 bis zum 31. Dezember 2008 geltend gemachten Reisekosten f&uuml;r Fahrten zwischen der Wohnung des Kl&auml;gers und der vor&uuml;bergehenden Arbeitsst&auml;tte mit dem eigenen Fahrzeug in H&ouml;he von 669,60 EUR sowie der Verpflegungspauschbetrag in H&ouml;he von 108 EUR als Werbungskosten bei den Eink&uuml;nften aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit ber&uuml;cksichtigt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision der Kl&auml;ger ist unbegr&uuml;ndet und daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect; 126 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat zu Recht die Klage abgewiesen. Die streitgegenst&auml;ndlichen Fahrten des Kl&auml;gers sind mit der Entfernungspauschale zu ber&uuml;cksichtigen. Ein Abzug von Verpflegungsmehraufwendungen kommt nicht in Betracht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Beruflich veranlasste Fahrtkosten sind Erwerbsaufwendungen und nach derzeitiger Rechtslage gem&auml;&szlig; &sect; 9 Abs. 1 Satz 1 des Einkommensteuergesetzes (EStG) in H&ouml;he des daf&uuml;r tats&auml;chlich entstandenen Aufwands als Werbungskosten zu ber&uuml;cksichtigen. Erwerbsaufwendungen sind grunds&auml;tzlich auch die Aufwendungen des Arbeitnehmers f&uuml;r Wege zwischen Wohnung und regelm&auml;&szlig;iger Arbeitsst&auml;tte. Allerdings sind die Aufwendungen daf&uuml;r nach &sect; 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 EStG nur begrenzt nach Ma&szlig;gabe der insoweit gew&auml;hrten Entfernungspauschale als Werbungskosten zu ber&uuml;cksichtigen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Regelm&auml;&szlig;ige Arbeitsst&auml;tte im Sinne dieser die beruflichen Mobilit&auml;tskosten nur eingeschr&auml;nkt ber&uuml;cksichtigenden Regelung ist nach der neueren Rechtsprechung des erkennenden Senats nur der ortsgebundene Mittelpunkt der dauerhaft angelegten beruflichen T&auml;tigkeit des Arbeitnehmers und damit der Ort, an dem der Arbeitnehmer seine aufgrund des Dienstverh&auml;ltnisses geschuldete Leistung zu erbringen hat. Dies ist im Regelfall der Betrieb, Zweigbetrieb oder eine Betriebsst&auml;tte des Arbeitgebers, denen der Arbeitnehmer zugeordnet ist und die er nicht nur gelegentlich, sondern mit einer gewissen Nachhaltigkeit, also fortdauernd und immer wieder aufsucht (Senatsurteile vom 10. Juli 2008 VI R 21\/07, BFHE 222, 391, BStBl II 2009, 818; vom 9. Juli 2009 VI R 21\/08, BFHE 225, 449, BStBl II 2009, 822; vom 17. Juni 2010 VI R 35\/08, BFHE 230, 147, BStBl II 2010, 852; vom 22. September 2010 VI R 54\/09, BFHE 231, 127, BStBl II 2011, 354, m.w.N.; vom 9. Juni 2011 VI R 55\/10, BFHE 234, 164, BStBl II 2012, 38). Grundfall der regelm&auml;&szlig;igen Arbeitsst&auml;tte ist die auf Dauer und Nachhaltigkeit angelegte Arbeitsst&auml;tte, auf deren immer gleiche Wege sich der Arbeitnehmer in unterschiedlicher Weise einstellen und auf eine Minderung der Wegekosten hinwirken kann. Dies kann etwa durch Bildung von Fahrgemeinschaften und Nutzung &ouml;ffentlicher Verkehrsmittel und auch durch entsprechende Wohnsitznahme geschehen. F&uuml;r diesen Grundfall erweist sich nach der mittlerweile st&auml;ndigen Rechtsprechung des erkennenden Senats die Regelung des &sect; 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 EStG als sachgerechte und folgerichtige Ausnahme vom objektiven Nettoprinzip (z.B. BFH-Urteil in BFHE 222, 391, BStBl II 2009, 818).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Liegt keine auf Dauer und Nachhaltigkeit angelegte regelm&auml;&szlig;ige Arbeitsst&auml;tte vor, auf die sich der Arbeitnehmer typischerweise in der aufgezeigten Weise einstellen kann, ist eine Durchbrechung der Abziehbarkeit beruflich veranlasster Mobilit&auml;tskosten gem&auml;&szlig; &sect; 9 Abs. 1 Satz 1 EStG sachlich nicht gerechtfertigt. Dies ist insbesondere bei Ausw&auml;rtst&auml;tigkeiten der Fall (Senatsurteile vom 11. Mai 2005 VI R 7\/02, BFHE 209, 502, BStBl II 2005, 782; VI R 70\/03, BFHE 209, 508, BStBl II 2005, 785; vom 10. April 2008 VI R 66\/05, BFHE 221, 35, BStBl II 2008, 825). Denn ist ein Arbeitnehmer ausw&auml;rts, n&auml;mlich au&szlig;erhalb eines dem Arbeitgeber zuzuordnenden Betriebs, Zweigbetriebs oder einer Betriebsst&auml;tte t&auml;tig, hat er typischerweise nicht die vorgenannten M&ouml;glichkeiten, seine Wegekosten gering zu halten. Das ist etwa bei Leiharbeitnehmern der Fall (BFHE 230, 147, BStBl II 2010, 852) und auch bei einem Arbeitnehmer, der vor&uuml;bergehend ausschlie&szlig;lich am Betriebssitz eines Kunden des Arbeitgebers t&auml;tig ist. Denn auch hier kann sich, vergleichbar mit anderen Ausw&auml;rtst&auml;tigkeiten, der Arbeitnehmer bei typisierender ex ante Betrachtung auf den Ort, die Dauer und die weitere konkrete Ausgestaltung der dort zu verrichtenden T&auml;tigkeit nicht einstellen; die vertragliche Beziehung zwischen Arbeitgeber und Kunde (Dritter) ist dem Einflussbereich des Arbeitnehmers entzogen. Der bei einem Dritten eingesetzte Arbeitnehmer unterliegt dem Direktionsrecht des Arbeitgebers; dies erstreckt sich insbesondere auch auf den Ort, an dem er seine Arbeitsleistung zu erbringen hat (BFH-Urteil in BFHE 222, 391, BStBl II 2009, 818).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Grunds&auml;tzlich vergleichbar sind damit auch die F&auml;lle, in denen Arbeitgeber bestimmte Arbeitsbereiche auf andere rechtlich selbst&auml;ndige Unternehmen &uuml;bertragen, die arbeits- oder dienstrechtlichen Beziehungen zwischen Arbeitnehmer und bisherigem Arbeitgeber enden, die beim bisherigen Arbeitgeber t&auml;tigen Arbeitnehmer k&uuml;nftig Arbeitnehmer der ausgegliederten Unternehmen werden, aber &#8211;zun&auml;chst&#8211; weiter in den Einrichtungen ihrer fr&uuml;heren Arbeitgeber t&auml;tig bleiben (Outsourcing). Denn auch in diesen F&auml;llen werden &#8211;dann allerdings nicht durch den typischen Orts-, sondern durch einen Arbeitgeberwechsel bedingt&#8211; die Arbeitnehmer ausw&auml;rts t&auml;tig. Die Arbeitnehmer &uuml;ben ab dem Zeitpunkt der endg&uuml;ltigen Ausgliederung ihre T&auml;tigkeit in betrieblichen Einrichtungen eines Dritten aus, nicht anders als Arbeitnehmer, die ebenfalls ausw&auml;rts, n&auml;mlich bei Kunden ihres Arbeitgebers, t&auml;tig werden. Und vergleichbar damit ist auch in diesen Outsourcing-F&auml;llen ungewiss, ob und inwieweit die durch das Outsourcing gekennzeichnete vertragliche Beziehung zwischen dem neuen Arbeitgeber und dem bisherigen Arbeitgeber fortbesteht und ob der Ort, an dem der Arbeitnehmer seine Arbeitsleistung zu erbringen hat, angesichts des Direktionsrechts des neuen Arbeitgebers beibehalten bleibt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Nach diesen Rechtsgrunds&auml;tzen hat das FG zu Recht die T&auml;tigkeit des Kl&auml;gers nicht als Ausw&auml;rtst&auml;tigkeit beurteilt. Denn der Kl&auml;ger blieb auch nach Zuweisung einer vor&uuml;bergehenden T&auml;tigkeit in der R GmbH ab Dezember 2008 weiterhin ohne tats&auml;chlichen Wechsel des T&auml;tigkeitsorts an seiner bisher schon aufgesuchten regelm&auml;&szlig;igen Arbeitsst&auml;tte i.S. des &sect; 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 EStG besch&auml;ftigt. Der (Sonder-)Fall des Kl&auml;gers ist insbesondere auch nicht mit sogenannten Outsourcing-F&auml;llen vergleichbar. Denn im Falle des Kl&auml;gers waren auch nach dessen Zuweisung an die R GmbH die arbeits- und dienstrechtlichen Beziehungen zu dessen Dienstherrn, dem Bund, und der mit der Wahrnehmung dieser Dienstherrnaufgaben erm&auml;chtigten Aktiengesellschaft, der Deutschen Telekom AG, nicht beendet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Zutreffend hat das FG auf die dienst- und beamtenrechtlichen Besonderheiten abgehoben, die f&uuml;r Beamte der Deutschen Bundespost, die mittlerweile bei der Deutschen Telekom AG als Postnachfolgeunternehmen besch&auml;ftigt sind, gelten. Denn nach &sect; 1 Abs. 1 Satz 1 PostPersRG sind die Aktiengesellschaften, das ist im Falle des Kl&auml;gers die Deutsche Telekom AG, erm&auml;chtigt, die dem Dienstherrn obliegenden Rechte und Pflichten gegen&uuml;ber den bei ihnen besch&auml;ftigten Beamten wahrzunehmen. Nach &sect; 2 Abs. 3 Satz 1 PostPersRG ist auch ein bei einer Aktiengesellschaft Besch&auml;ftigter weiter unver&auml;ndert Bundesbeamter im Dienst des Bundes. Dies bleibt der Beamte auch trotz Zuweisung einer T&auml;tigkeit bei einem Unternehmen und zwar unabh&auml;ngig davon, ob er mit seiner Zustimmung vor&uuml;bergehend (&sect; 4 Abs. 4 Satz 1 PostPersRG) oder dauerhaft und selbst ohne seine Zustimmung (&sect; 4 Abs. 4 Satz 2 PostPersRG) einem solchen Unternehmen zugewiesen wird. Diese personalrechtlichen Grunds&auml;tze haben ihre verfassungsrechtliche Grundlage in Art. 143b des Grundgesetzes (GG) i.V.m. Art. 87f Abs. 2 GG. Nach Art. 143b Abs. 3 Satz 1 GG werden die bei der Deutschen Bundespost t&auml;tigen Bundesbeamten unter Wahrung ihrer Rechtsstellung und der fortw&auml;hrenden Verantwortung des Dienstherrn bei den genannten privaten Unternehmen besch&auml;ftigt. Das Personal in den Nachfolgeunternehmen der Deutschen Bundespost sollte zwar mit gr&ouml;&szlig;erer Flexibilit&auml;t eingesetzt werden k&ouml;nnen, die Rechtsstellung der bei der damaligen Deutschen Bundespost t&auml;tigen Beamten aber nicht geschm&auml;lert und das Institut des Berufsbeamtentums nicht ver&auml;ndert werden (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 22. Juni 2006&nbsp;&nbsp;2 C 26\/05, BVerwGE 126, 182, mit Hinweis auf den Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 5. Juni 2002&nbsp;&nbsp;2 BvR 2257\/96, juris, und m.w.N.). Die Zuweisung nach &sect; 4 Abs. 4 PostPersRG wird daher auch als ein dem Institut der Abordnung nachgebildetes Instrument verstanden, um die mit der Konzernbildung sich ergebenden personalwirtschaftlichen Probleme zu l&ouml;sen (Lenders\/Wehner\/Weber, PostPersRG, Kommentar, &sect; 4 Rz 15; BTDrucks 15\/3404, S. 8 f.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Angesichts dessen waren trotz (vor&uuml;bergehender) Zuweisung die arbeits- und dienstrechtlichen Beziehungen des Kl&auml;gers zu seinem Arbeitgeber nicht in der f&uuml;r Outsourcing-F&auml;lle typischen Art und Weise beendet. Dabei ist es unerheblich, ob die dem Arbeitgeber obliegenden Aufgaben des Lohnsteuerabzugs (&sect;&sect; 38 ff. EStG) tats&auml;chlich weiter vom Dienstherrn, n&auml;mlich dem Bund, von der Deutschen Telekom AG oder von der R GmbH wahrgenommen worden waren. Denn insoweit ist auf den materiellen Aspekt des Fortbestandes der Rechtsbeziehung zum Dienstherrn als eigentlichen Arbeitgeber abzuheben. Gerade nach der vom erkennenden Senat in solchen F&auml;llen herangezogenen sogenannten &quot;ex ante&quot;-Betrachtung (Urteil vom 9. Juli 2009 VI R 42\/08, BFH\/NV 2009, 1806) hatte sich der Kl&auml;ger angesichts seiner sogar verfassungsrechtlich verfestigten dienstrechtlichen Absicherung zun&auml;chst auf die Beibehaltung der bisherigen T&auml;tigkeitsst&auml;tte einrichten k&ouml;nnen. Die Zuweisung nach &sect; 4 Abs. 4 PostPersRG allein ohne hinzutretenden Ortswechsel in Bezug auf die tats&auml;chliche T&auml;tigkeitsst&auml;tte begr&uuml;ndet damit noch keine Ausw&auml;rtst&auml;tigkeit.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Zutreffend hat das FG auch den Abzug von Verpflegungsmehraufwand abgelehnt. Denn der Abzug von Verpflegungsmehraufwand kommt zwar in Betracht, wenn der Steuerpflichtige vor&uuml;bergehend von seiner Wohnung und dem Mittelpunkt seiner dauerhaft angelegten betrieblichen T&auml;tigkeit oder regelm&auml;&szlig;igen Arbeitsst&auml;tte entfernt beruflich t&auml;tig wird (&sect; 9 Abs. 5 Satz 1 EStG in der im streitigen Veranlagungszeitraum 2008 geltenden Fassung i.V.m. &sect; 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 5 EStG). Der Kl&auml;ger ist aber, wie ausgef&uuml;hrt, weiter an seiner regelm&auml;&szlig;igen Arbeitsst&auml;tte t&auml;tig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 9.2.2012, VI R 22\/10 Regelm&auml;&szlig;ige Arbeitsst&auml;tte bei Outsourcing; Sonderfall bei Postnachfolgeunternehmen Leits&auml;tze 1. In &quot;Outsourcing-F&auml;llen&quot; sind Arbeitnehmer mit ihrer Ausgliederung regelm&auml;&szlig;ig ausw&auml;rts t&auml;tig, vergleichbar mit bei Kunden ihres Arbeitgebers t&auml;tigen Arbeitnehmern. 2. Ein &quot;Outsourcing-Fall&quot; liegt regelm&auml;&szlig;ig nicht vor, wenn ein Postbeamter unter Wahrung seines beamtenrechtlichen Status vor&uuml;bergehend am bisherigen T&auml;tigkeitsort einem privatrechtlich &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-22-10-regelmaessige-arbeitsstaette-bei-outsourcing-sonderfall-bei-postnachfolgeunternehmen\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VI&nbsp;R&nbsp;22\/10 &#8211; Regelm&auml;&szlig;ige Arbeitsst&auml;tte bei Outsourcing; Sonderfall bei Postnachfolgeunternehmen<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-8484","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8484","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=8484"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8484\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=8484"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=8484"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=8484"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}