{"id":8497,"date":"2012-12-05T04:04:29","date_gmt":"2012-12-05T02:04:29","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=8497"},"modified":"2012-12-05T04:04:29","modified_gmt":"2012-12-05T02:04:29","slug":"iii-b-218-11-kindergeld-wohnsitz-bei-schulbesuch-im-ausland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-b-218-11-kindergeld-wohnsitz-bei-schulbesuch-im-ausland\/","title":{"rendered":"III&nbsp;B&nbsp;218\/11 &#8211; Kindergeld &#8211; Wohnsitz bei Schulbesuch im Ausland"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 26.3.2012, III B 218\/11<\/p>\n<p class=\"titel\">Kindergeld &#8211; Wohnsitz bei Schulbesuch im Ausland<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) ist der Vater der 1989 in Kasachstan geborenen D. Aus einer zweiten Ehe hat der Kl&auml;ger drei weitere Kinder. Bis zum Jahr 2000 lebte D bei ihrer Mutter in Kasachstan. Nachdem der Kl&auml;ger das elterliche Sorgerecht f&uuml;r D erlangt hatte, zog diese am 25. Mai 2000 in seinen Haushalt. Infolge schulischer Pro-bleme blieb D jedoch nur ein halbes Jahr in Deutschland und kehrte wieder nach Kasachstan zur&uuml;ck. Zwar versuchte der Kl&auml;ger in der Folgezeit, D wiederholt nach Deutschland zu holen, sie verbrachte gleichwohl immer nur einen Teil des Schuljahres bei ihm. Im September 2003 meldete der Kl&auml;ger D, die seit Ende August 2003 wieder in Kasachstan die Schule besuchte, schlie&szlig;lich bei der Meldebeh&ouml;rde ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 13. Juni 2004 reiste D erneut in Deutschland ein und wurde hier auch wieder melderechtlich erfasst. Dem Kindergeldantrag f&uuml;r D gab die Beklagte und Beschwerdegegnerin (Familienkasse) statt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Rahmen einer &Uuml;berpr&uuml;fung des Aufenthalts von D gelangte die Familienkasse zu der Auffassung, diese habe tats&auml;chlich bei ihren Gro&szlig;eltern in Kasachstan gelebt und dort die Schule besucht. Die Familienkasse hob die Kindergeldfestsetzung deshalb f&uuml;r D ab Juni 2004 auf und forderte das bis Januar 2007 &uuml;berzahlte Kindergeld zur&uuml;ck.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nachdem die Familienkasse am 31. Oktober 2007 &uuml;ber seinen Einspruch noch nicht entschieden hatte, erhob der Kl&auml;ger Unt&auml;tigkeitsklage vor dem Finanzgericht (FG). Diese hatte keinen Erfolg, da das FG nach dem Ergebnis der von ihm durchgef&uuml;hrten Beweisaufnahme zu der Ansicht gelangt war, D habe ihren inl&auml;ndischen Wohnsitz mit der Wiederaufnahme des Schulbesuchs in Kasachstan Ende August 2003 aufgegeben. Im Streitzeitraum habe D in Deutschland auch keinen Schwerpunkt der Lebensverh&auml;ltnisse aufrechterhalten, sondern sich hier vielmehr nur zu Besuchszwecken aufgehalten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hiergegen wendet sich der Kl&auml;ger mit seiner Nichtzulassungsbeschwerde, mit der er die Zulassung der Revision wegen grunds&auml;tzlicher Bedeutung (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;) sowie Verfahrensfehlern (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 3 FGO) geltend macht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Beschwerde ist unzul&auml;ssig und wird durch Beschluss verworfen (&sect; 116 Abs. 5 Satz 1 FGO). Der Kl&auml;ger hat die behaupteten Zulassungsgr&uuml;nde nicht in der durch &sect; 116 Abs. 3 Satz 3 FGO geforderten Art und Weise dargelegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Darlegung des Zulassungsgrundes der grunds&auml;tzlichen Bedeutung verlangt insbesondere substantiierte Ausf&uuml;hrungen zur Kl&auml;rungsbed&uuml;rftigkeit einer hinreichend bestimmten Rechtsfrage, die im konkreten Streitfall voraussichtlich auch kl&auml;rungsf&auml;hig ist und deren Beurteilung von der Kl&auml;rung einer zweifelhaften oder umstrittenen Rechtslage abh&auml;ngig ist. Hierzu muss sich die Beschwerde insbesondere mit der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH), den &Auml;u&szlig;erungen im Schrifttum sowie mit ggf. ver&ouml;ffentlichten Verwaltungsmeinungen auseinandersetzen. Hat der BFH die Rechtsfrage bereits entschieden, so ist darzulegen, weshalb eine erneute oder weitere Entscheidung f&uuml;r erforderlich gehalten wird (z.B. Senatsbeschluss vom 22. Oktober 2003 III B 59\/03, BFH\/NV 2004, 166). Eine weitere bzw. erneute Kl&auml;rung der Rechtsfrage kann z.B. geboten sein, wenn gegen die bisherige Rechtsprechung gewichtige Einwendungen erhoben worden sind, mit denen sich der BFH bislang noch nicht auseinander gesetzt hat (z.B. Senatsbeschluss vom 17. August 2004 III B 121\/03, BFH\/NV 2005, 46).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Diesen Anforderungen gen&uuml;gen die Ausf&uuml;hrungen in der Beschwerdebegr&uuml;ndung nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger h&auml;lt die Rechtsfrage f&uuml;r grunds&auml;tzlich bedeutsam, wann und unter welchen Umst&auml;nden ein Kind den Wohnsitz im Inland habe, also welche Umst&auml;nde vorliegen m&uuml;ssten, die i.S. von &sect; 8 der Abgabenordnung (AO) darauf schlie&szlig;en lie&szlig;en, dass die betreffende Person die Wohnung beibehalten und benutzen werde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger hat sich weder mit der umfangreich vorhandenen Rechtsprechung und Kommentarliteratur zum Wohnsitzbegriff des &sect; 8 AO im Allgemeinen, noch mit den konkreten Anforderungen an die Beibehaltung eines Wohnsitzes durch ein Kind, das sich zum Schulbesuch im Ausland aufh&auml;lt, im Besonderen auseinander gesetzt. Anders als der Kl&auml;ger meint, hat der BFH bereits mehrfach die Rechtsgrunds&auml;tze dargelegt, nach denen zu entscheiden ist, ob ein Kind, das sich zum Zwecke des Schulbesuchs mehrere Jahre im Ausland aufh&auml;lt, seinen inl&auml;ndischen Wohnsitz (&sect; 8 AO) beibeh&auml;lt (z.B. BFH-Urteile vom 22. April 1994 III R 22\/92, BFHE 174, 523, BStBl II 1994, 887; vom 27. April 1995 III R 57\/93, BFH\/NV 1995, 967; vom 23. November 2000 VI R 165\/99, BFHE 193, 569, BStBl II 2001, 279, und VI R 107\/99, BFHE 193, 558, BStBl II 2001, 294; Senatsbeschluss vom 31. Mai 2007 III B 50\/07, BFH\/NV 2007, 1907, jeweils m.w.N.). Die Frage, ob im Einzelfall bei Anwendung dieser Grunds&auml;tze davon auszugehen ist, dass ein Kind seinen Wohnsitz im Inland hat, es dort einen weiteren Wohnsitz hat oder seine Aufenthalte lediglich Besuchscharakter haben, hat das FG unter Ber&uuml;cksichtigung der Umst&auml;nde des Falles im Wege der Tatsachenw&uuml;rdigung zu beurteilen (vgl. z.B. Senatsbeschluss in BFH\/NV 2007, 1907).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Warum gleichwohl eine erneute Entscheidung des BFH erforderlich sein soll, hat der Kl&auml;ger nicht substantiiert dargelegt. Die von ihm in seiner Beschwerdebegr&uuml;ndung geforderte &quot;klare Definition&quot; durch den BFH rechtfertigt die Zulassung nicht, weil der Begriff des Wohnsitzes f&uuml;r das gesamte Steuerrecht bereits in &sect; 8 AO definiert ist. Dar&uuml;ber hinaus reicht es angesichts der vorhandenen Rechtsprechung insbesondere auch nicht aus, nur anzuf&uuml;hren, der Hinweis im Urteil in BFHE 174, 523, BStBl II 1994, 887, dass es auf die tats&auml;chliche Gestaltung der Verh&auml;ltnisse ankomme, bleibe vage und bed&uuml;rfe der Auslegung, zumal sich das Senatsurteil ersichtlich nicht auf diese Aussage reduzieren l&auml;sst.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Revision ist auch nicht wegen eines Verfahrensmangels zuzulassen (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 3 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Zur ordnungsgem&auml;&szlig;en R&uuml;ge der Verletzung der dem FG obliegenden Sachaufkl&auml;rungspflicht (&sect; 76 Abs. 1 FGO) bedarf es der Darlegung, welche Fragen tats&auml;chlicher Art aufkl&auml;rungsbed&uuml;rftig waren, welche Beweismittel zu welchem Beweisthema das FG ungenutzt lie&szlig;, warum der Kl&auml;ger nicht von sich aus einen entsprechenden Beweisantrag gestellt hat, warum sich die Notwendigkeit der Beweiserhebung gleichwohl dem FG auf der Grundlage seiner Rechtsauffassung h&auml;tte aufdr&auml;ngen m&uuml;ssen und inwieweit die als unterlassen ger&uuml;gte Beweiserhebung zu einer anderen Entscheidung h&auml;tte f&uuml;hren k&ouml;nnen. Ferner ist darzulegen, dass der Kl&auml;ger die nach seiner Ansicht unzul&auml;ngliche Sachaufkl&auml;rung vor dem FG ger&uuml;gt hat oder ihm eine solche R&uuml;ge nicht m&ouml;glich gewesen sei (vgl. BFH-Beschluss vom 19. Januar 2005 VII B 61\/04, BFH\/NV 2005, 921).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Vorliegend hat der Kl&auml;ger insbesondere nicht dargelegt, weshalb er die &#8211;ausweislich des Protokolls der m&uuml;ndlichen Verhandlung 45 Minuten dauernde&#8211; Vernehmung von D als Zeugin nicht bereits in der m&uuml;ndlichen Verhandlung als unzureichend ger&uuml;gt oder eine weitere Beweisaufnahme beantragt hat. Dar&uuml;ber hinaus fehlen Ausf&uuml;hrungen dazu, warum sich dem FG auf der Grundlage seiner Rechtsauffassung eine weitere Beweisaufnahme auch ohne R&uuml;ge bzw. weiteren Beweisantrag h&auml;tte aufdr&auml;ngen m&uuml;ssen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Auch soweit sich der Kl&auml;ger auf eine Verletzung rechtlichen Geh&ouml;rs beruft, kommt eine Revisionszulassung nicht in Betracht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Der Anspruch auf rechtliches Geh&ouml;r (Art. 103 Abs. 1 des Grundgesetzes, &sect; 96 Abs. 2 FGO) verpflichtet das FG, die Beteiligten &uuml;ber den Verfahrensstoff zu informieren und ihnen Gelegenheit zur &Auml;u&szlig;erung zu geben, ihre Ausf&uuml;hrungen zur Kenntnis zu nehmen, in Erw&auml;gung zu ziehen und sich mit dem entscheidungserheblichen Kern ihres Vorbringens auseinanderzusetzen (z.B. Senatsbeschluss vom 27. Juli 2007 III S 8\/07, BFH\/NV 2007, 2135). Er verpflichtet das Gericht jedoch nicht, sich mit Ausf&uuml;hrungen auseinanderzusetzen, auf die es f&uuml;r die Entscheidung nicht ankommt. Das Gericht ist auch nicht verpflichtet, sich mit jedem Vorbringen in den Entscheidungsgr&uuml;nden ausdr&uuml;cklich auseinanderzusetzen (vgl. u.a. Senatsbeschluss vom 15. September 2006 III B 197\/05, BFH\/NV 2007, 28).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das rechtliche Geh&ouml;r ist vielmehr erst dann verletzt, wenn sich aus den besonderen Umst&auml;nden des Einzelfalls deutlich ergibt, dass das Gericht Vorbringen entweder &uuml;berhaupt nicht zur Kenntnis genommen oder doch bei seiner Entscheidung ersichtlich nicht in Erw&auml;gung gezogen hat (z.B. Senatsbeschluss in BFH\/NV 2007, 2135). Die Gew&auml;hrung rechtlichen Geh&ouml;rs bedeutet zudem nicht, dass das FG den Kl&auml;ger &quot;erh&ouml;ren&quot;, sich also seinen rechtlichen Ansichten anschlie&szlig;en m&uuml;sste (vgl. BFH-Beschluss vom 26. November 2007 VIII B 121\/07, BFH\/NV 2008, 397).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Eine dementsprechende Verletzung seines rechtlichen Geh&ouml;rs hat der Kl&auml;ger nicht schl&uuml;ssig dargelegt. Eine Verletzung des Rechts auf Geh&ouml;r liegt auch ersichtlich nicht vor. Zur Darlegung des seiner Ansicht nach nicht ber&uuml;cksichtigten Sachvortrags wiederholt der Kl&auml;ger weitestgehend w&ouml;rtlich seine Klagebegr&uuml;ndung. Diese basierte wesentlich auf der zivilrechtlichen Bestimmung des Wohnsitzes eines Kindes gem&auml;&szlig; &sect; 11 i.V.m. &sect;&sect; 7, 8 des B&uuml;rgerlichen Gesetzesbuches (BGB). Hiermit hat sich das FG in seinen Entscheidungsgr&uuml;nden jedoch durchaus auseinander gesetzt, was der Kl&auml;ger mit seinen Einschr&auml;nkungen der &quot;nicht hinreichenden Ber&uuml;cksichtigung&quot; und &quot;nicht richtigen W&uuml;rdigung&quot; letztlich auch einr&auml;umt. So hat das FG &#8211;im Einklang mit der Senatsrechtsprechung&#8211; ausgef&uuml;hrt, dass der steuerrechtliche Wohnsitzbegriff i.S. von &sect; 8 AO an die tats&auml;chliche Gestaltung ankn&uuml;pft, so dass auch ein Minderj&auml;hriger &#8211;abweichend von &sect; 11 BGB und unabh&auml;ngig vom Willen des gesetzlichen Vertreters&#8211; einen steuerlichen Wohnsitz begr&uuml;nden kann (vgl. Senatsurteil in BFHE 174, 523, BStBl II 1994, 887). Aufgrund des vom zivilrechtlichen Begriff des Wohnsitzes abweichenden steuerrechtlichen Wohnsitzbegriffes musste sich das FG dann insbesondere nicht weiter mit der von dem Kl&auml;ger zur St&uuml;tzung seiner Auffassung herangezogenen zivilrechtlichen Rechtsprechung auseinandersetzen. Dass das FG die vom Kl&auml;ger und D dargestellten Umst&auml;nde nicht in seinem Sinne gew&uuml;rdigt und auch der von ihm vertretenen Rechtauffassung nicht gefolgt ist, stellt keine Verletzung rechtlichen Geh&ouml;rs dar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Soweit sich der Kl&auml;ger in diesem Zusammenhang schlie&szlig;lich gegen die (vermeintlich) fehlerhafte tatrichterliche Beweisw&uuml;rdigung wendet, macht er keinen Verfahrensfehler, sondern eine falsche materielle Rechtsanwendung geltend, die grunds&auml;tzlich nicht zur Zulassung der Revision f&uuml;hrt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 26.3.2012, III B 218\/11 Kindergeld &#8211; Wohnsitz bei Schulbesuch im Ausland Tatbestand 1&nbsp; I. 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