{"id":8505,"date":"2012-12-05T04:08:46","date_gmt":"2012-12-05T02:08:46","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=8505"},"modified":"2012-12-05T04:08:46","modified_gmt":"2012-12-05T02:08:46","slug":"i-b-111-11-ernstliche-zweifel-an-der-verfassungsmaessigkeit-des-par-8a-abs-2-alternative-3-kstg-2002-nf-adv-von-steuerbescheiden-wegen-verfassungsrechtlicher-bedenken-interessenabwaegung-begriff-der-w","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-b-111-11-ernstliche-zweifel-an-der-verfassungsmaessigkeit-des-par-8a-abs-2-alternative-3-kstg-2002-nf-adv-von-steuerbescheiden-wegen-verfassungsrechtlicher-bedenken-interessenabwaegung-begriff-der-w\/","title":{"rendered":"I&nbsp;B&nbsp;111\/11 &#8211; Ernstliche Zweifel an der Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit des &sect; 8a Abs. 2 Alternative 3 KStG 2002 n.F. &#8211; AdV von Steuerbescheiden wegen verfassungsrechtlicher Bedenken &#8211; Interessenabw&auml;gung &#8211; Begriff der wesentlichen Nachteile i.S. des &sect; 69 Abs. 2 Satz 8 FGO"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 13.3.2012, I B 111\/11<\/p>\n<p class=\"titel\">Ernstliche Zweifel an der Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit des &sect; 8a Abs. 2 Alternative 3 KStG 2002 n.F. &#8211; AdV von Steuerbescheiden wegen verfassungsrechtlicher Bedenken &#8211; Interessenabw&auml;gung &#8211; Begriff der wesentlichen Nachteile i.S. des &sect; 69 Abs. 2 Satz 8 FGO<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Es ist ernstlich zweifelhaft, ob &sect; 8a Abs. 2 Alternative 3 KStG 2002 n.F. jedenfalls insoweit verfassungsrechtlichen Anforderungen standh&auml;lt, als dadurch nicht nur sog. Back-to-back-Finanzierungen, sondern auch &uuml;bliche Fremdfinanzierungen von Kapitalgesellschaften bei Banken erfasst und damit die entsprechenden Zinsaufwendungen der Betriebsausgabenabzugsbeschr&auml;nkung der sog. Zinsschranke unterworfen werden.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Zwischen den Beteiligten ist streitig, ob die Vollziehung von Bescheiden wegen verfassungsrechtlicher Zweifel an der Rechtm&auml;&szlig;igkeit der sog. Zinsschranke auszusetzen oder aufzuheben ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Antragstellerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Antragstellerin) ist eine AG, die im Jahre 2008 durch Formwechsel einer GmbH entstanden ist. Ihr Unternehmensgegenstand war in den Streitjahren 2008 bis 2010 der Erwerb, die Nutzung und die Verwaltung von Liegenschaften auf eigene Rechnung, nicht aber in gewerbsm&auml;&szlig;iger Art und Weise, sowie die Vornahme aller Handlungen, die dem Unternehmen f&ouml;rderlich und zweckdienlich sind. Aktion&auml;re der Antragstellerin waren mit jeweils 50 % der Anteile X und die Y-GmbH. An der Y-GmbH war Z zu 25 % unmittelbar und mittelbar beteiligt. Die Antragstellerin war kein verbundenes Unternehmen i.S. des &sect; 271 Abs. 2 des Handelsgesetzbuchs. Sie wurde insbesondere nicht in den Konzernabschluss der Y-GmbH nach den Vorschriften &uuml;ber die Vollkonsolidierung einbezogen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Antragstellerin war in den Streitjahren Eigent&uuml;merin von f&uuml;nf Immobilienobjekten, deren Erwerb sie zum &uuml;berwiegenden Teil fremdfinanzierte. Die Finanzierung erfolgte im Wesentlichen durch Bankkredite. Es handelt sich um gr&ouml;&szlig;tenteils langfristige und objektbezogene Finanzierungen, die erst nach der Fertigstellung der Objekte und ihrer planm&auml;&szlig;igen Nutzung langfristig aus den Miet&uuml;bersch&uuml;ssen zur&uuml;ckgef&uuml;hrt werden sollen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Aus dem f&uuml;r das gr&ouml;&szlig;te Objekt (A-Stra&szlig;e in B) vorgelegten Kreditvertrag (nebst Nachtr&auml;gen) ergibt sich, dass die Antragstellerin verpflichtet ist, s&auml;mtliche Mieteinnahmen auf ein Mieteingangskonto einzahlen zu lassen, das an die Bank verpf&auml;ndet ist. Die Mittel auf dem Mieteingangskonto sind vorrangig f&uuml;r die Begleichung der Betriebskosten, der Zahlungen an die Bank (Zinsen und Tilgungen) und f&uuml;r etwaige weitere Bau- und Baunebenkosten zu verwenden. Erst ab dem 1. Januar 2012 stehen die Mittel auf den Konten der Antragstellerin zur Verf&uuml;gung. Ab diesem Zeitpunkt ist sie verpflichtet, das Darlehen in H&ouml;he von 3 % aus &#8230; Mio. EUR pro Jahr zu tilgen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Um die hohe Fremdfinanzierung zu erreichen, stellte die Y-GmbH nachrangige Gesellschafterdarlehen in H&ouml;he von 8,948 Mio. EUR zum 31. Dezember 2008 zur Verf&uuml;gung, die sich auf 10,6 Mio. EUR zum 31. Dezember 2009 und auf 10,758 Mio. EUR zum 31. Dezember 2010 erh&ouml;hten. Die Y-GmbH trat mit ihren R&uuml;ckzahlungs- und Zinsanspr&uuml;chen im Rang hinter die Anspr&uuml;che der &uuml;brigen Gl&auml;ubiger zur&uuml;ck. Ferner verb&uuml;rgten sich der unmittelbare Gesellschafter X und der mittelbare Gesellschafter Z anteilig f&uuml;r die Verbindlichkeiten der Antragstellerin. Zwischen den Beteiligten ist unstreitig, dass die Banken aufgrund der B&uuml;rgschaften auf X und Z in H&ouml;he von mehr als 10 % der die Zinsertr&auml;ge &uuml;bersteigenden Zinsaufwendungen R&uuml;ckgriff nehmen k&ouml;nnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ende 2010 wurden vier GmbH &#038; Co. KG gegr&uuml;ndet, an denen die Antragstellerin als alleinige Kommanditistin verm&ouml;gensm&auml;&szlig;ig zu 100 % beteiligt ist. In jede Gesellschaft brachte die Antragstellerin zum 1. Januar 2011 ein Objekt unentgeltlich ein; die Zinsen und Tilgungen aus den Darlehensvertr&auml;gen tr&auml;gt weiterhin die Antragstellerin. Sie selbst behielt nur das gr&ouml;&szlig;te Objekt A-Stra&szlig;e, in dem stille Reserven von rund &#8230; Mio. EUR enthalten sind. Allein die auf dieses Objekt entfallenden Zinsaufwendungen betragen unstreitig mehr als 3 Mio. EUR p.a.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zum 31. Dezember 2007 stellte der Antragsgegner und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) einen vortragsf&auml;higen Verlust in H&ouml;he von 1.686.796 EUR fest.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>F&uuml;r 2008 wies die Antragstellerin bilanziell einen Jahresfehlbetrag von 3.289.305 EUR (Ergebnis vor Steuern: .\/. 3.279.657,22 EUR) aus. Die Zinsertr&auml;ge betrugen 38.617 EUR, w&auml;hrend sich die Zinsaufwendungen auf 5.436.312,48 EUR beliefen. Diese entfielen in H&ouml;he von 5.048.609,44 EUR auf Zinsen f&uuml;r Bankdarlehen und in H&ouml;he von 387.703,04 EUR auf Zinsen f&uuml;r Gesellschafterdarlehen. Das FA lie&szlig; von den Zinsaufwendungen nur einen Betrag von 1.400.381 EUR zum Abzug zu. Den Differenzbetrag stellte es als Zinsvortrag fest. Nach Abzug verrechenbarer Verluste setzte das FA f&uuml;r 2008 eine Steuerschuld in H&ouml;he von 9.146 EUR fest.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2009 verbuchte die Antragstellerin einen Zinsaufwand von 5.966.572,75 EUR, der in H&ouml;he von 5.523.432,75 EUR auf Zinsen f&uuml;r Bankdarlehen und in H&ouml;he von 443.090 EUR auf Zinsen f&uuml;r Gesellschafterdarlehen entfiel. Die Zinsertr&auml;ge lagen bei 23.944,36 EUR. Die Antragstellerin erwirtschaftete einen Jahres&uuml;berschuss in H&ouml;he von 178.475,63 EUR (Ergebnis vor Steuern: 725.756,84 EUR). Den Zinsaufwand lie&szlig; das FA anteilig in H&ouml;he von 2.730.240 EUR zum Abzug zu. Nach Abzug des verbleibenden Verlustvortrags (595.330 EUR) setzte das FA K&ouml;rperschaftsteuer in H&ouml;he von 518.751 EUR fest (Zahllast nach Abzug der Zinsabschlagsteuer: 516.203 EUR).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Vorauszahlungsbescheid vom 9. Februar 2011 setzte das FA zudem eine K&ouml;rperschaftsteuervorauszahlung f&uuml;r 2010 in H&ouml;he von 516.203 EUR fest.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&Uuml;ber die gegen diese Bescheide eingelegten Einspr&uuml;che ist bislang nicht entschieden worden. Nachdem das FA eine Aussetzung der Vollziehung (AdV) abgelehnt hatte, lehnte auch das Finanzgericht (FG) M&uuml;nchen einen entsprechenden Antrag ab (Beschluss vom 1. Juni 2011&nbsp;&nbsp;7 V 822\/11, Entscheidungen der Finanzgerichte &#8211;EFG&#8211; 2011, 1830).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit ihrer vom FG zugelassenen Beschwerde wendet sich die Antragstellerin gegen die Ablehnung der AdV.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>W&auml;hrend des anh&auml;ngigen Beschwerdeverfahrens hat das FA Vorsteuerguthaben der Antragstellerin mit der streitgegenst&auml;ndlichen K&ouml;rperschaftsteuer 2008 und 2009 verrechnet. Die geschuldete K&ouml;rperschaftsteuervorauszahlung f&uuml;r das vierte Quartal 2010 ist in H&ouml;he von 126.275 EUR mit Vorsteuerverg&uuml;tungsanspr&uuml;chen der Antragstellerin verrechnet worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit dem im hier anh&auml;ngigen AdV-Verfahren ergangenen Bescheid f&uuml;r 2010 &uuml;ber K&ouml;rperschaftsteuer vom 31. Januar 2012 hat das FA eine Steuerschuld in H&ouml;he von 586.681 EUR festgesetzt, auf die Kapitalertragsteuer in H&ouml;he von 1.366 EUR angerechnet wurde. Hierbei ging es von einem Verlust in H&ouml;he von 135.335 EUR aus. Von den Zinsaufwendungen in H&ouml;he von 6.386.694 EUR seien 24.467 EUR aufgrund der erwirtschafteten Zinsertr&auml;ge und dar&uuml;ber hinaus nur weitere 2.941.447 EUR als Betriebsausgaben abziehbar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Antragstellerin hat zun&auml;chst beantragt, den Beschluss des FG M&uuml;nchen vom 1. Juni 2011&nbsp;&nbsp;7 V 822\/11 aufzuheben und die Vollziehung der Bescheide &uuml;ber K&ouml;rperschaftsteuer und Solidarit&auml;tszuschlag f&uuml;r 2008 vom 24. Januar 2011 in H&ouml;he von 9.555 EUR und f&uuml;r 2009 vom 28. Januar 2011 in H&ouml;he von 544.594,39 EUR sowie des Vorauszahlungsbescheides &uuml;ber K&ouml;rperschaftsteuer und Solidarit&auml;tszuschlag f&uuml;r 2010 vom 9. Februar 2011 in H&ouml;he von 544.594,16 EUR jeweils zuz&uuml;glich der jeweiligen S&auml;umniszuschl&auml;ge und ohne Sicherheitsleistung auszusetzen, hilfsweise (soweit diese bereits durch Zahlung oder Aufrechnung vollzogen wurden) aufzuheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach Ersetzung des Vorauszahlungsbescheides f&uuml;r 2010 durch den Jahressteuerbescheid beantragt die Antragstellerin insoweit nunmehr, die Vollziehung des Bescheides f&uuml;r 2010 &uuml;ber K&ouml;rperschaftsteuer und Solidarit&auml;tszuschlag vom 31. Januar 2012 auszusetzen bzw. aufzuheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Beschwerde als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die gem&auml;&szlig; &sect; 128 Abs. 3 der Finanzgerichtsordnung (FGO) statthafte Beschwerde des FA f&uuml;hrt aus verfahrensrechtlichen Gr&uuml;nden zur Aufhebung des angefochtenen Beschlusses, soweit das FG die AdV des Vorauszahlungsbescheides f&uuml;r 2010 &uuml;ber K&ouml;rperschaftsteuer und Solidarit&auml;tszuschlag abgelehnt hat. An dessen Stelle ist w&auml;hrend des Beschwerdeverfahrens analog &sect; 68 FGO der Bescheid f&uuml;r 2010 &uuml;ber K&ouml;rperschaftsteuer und Solidarit&auml;tszuschlag vom 31. Januar 2012 getreten (zur analogen Anwendbarkeit des &sect; 68 FGO s. Beschl&uuml;sse des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 31. M&auml;rz 2006 V B 13\/04, BFH\/NV 2006, 1492; vom 15. November 2007 V B 63\/06, BFH\/NV 2008, 825). Damit liegt dem Beschluss des FG ein nicht mehr existierender Bescheid mit der Folge zugrunde, dass seine ablehnende Entscheidung insoweit ebenfalls gegenstandslos geworden ist (vgl. BFH-Beschluss vom 12. September 2011 VIII B 70\/09, BFH\/NV 2012, 229).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine Zur&uuml;ckverweisung der Sache an das FG zur erneuten Entscheidung ist insoweit zwar zul&auml;ssig (vgl. BFH-Beschluss vom 26. M&auml;rz 1991 VIII B 83\/90, BFHE 163, 510, BStBl II 1991, 463), aber nicht zweckm&auml;&szlig;ig. Die Sache ist spruchreif. Die Feststellungen des FG und die vorliegenden Akten reichen auch im Hinblick auf den nunmehr erlassenen Bescheid f&uuml;r 2010 &uuml;ber K&ouml;rperschaftsteuer und Solidarit&auml;tszuschlag aus, um &uuml;ber den Aussetzungsantrag abschlie&szlig;end entscheiden zu k&ouml;nnen (vgl. BFH-Beschluss in BFH\/NV 2012, 229).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table style=\"margin-left:144\"pt>\n<tr>\n<td>III.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beschwerde ist teilweise begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt unter Aufhebung des Beschlusses des FG zur Stattgabe des Antrags der Antragstellerin auf Aufhebung der Vollziehung hinsichtlich der K&ouml;rperschaftsteuerbescheide 2008 und 2009. Die Vollziehung des K&ouml;rperschaftsteuerbescheides 2010 ist teilweise auszusetzen. Im &Uuml;brigen ist die Beschwerde unbegr&uuml;ndet und zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect; 69 Abs. 3 Satz 1 FGO kann das Gericht der Hauptsache die Vollziehung eines angefochtenen Verwaltungsakts ganz oder teilweise aussetzen. Die Aussetzung soll erfolgen, wenn ernstliche Zweifel an der Rechtm&auml;&szlig;igkeit des Verwaltungsakts bestehen (&sect; 69 Abs. 3 Satz 1 i.V.m. Abs. 2 Satz 2 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ernstliche Zweifel i.S. von &sect; 69 Abs. 2 Satz 2 FGO liegen u.a. dann vor, wenn bei summarischer Pr&uuml;fung des angefochtenen Verwaltungsakts neben f&uuml;r seine Rechtm&auml;&szlig;igkeit sprechenden Umst&auml;nden gewichtige Gr&uuml;nde zutage treten, die Unentschiedenheit oder Unsicherheit in der Beurteilung von Rechtsfragen bewirken (vgl. BFH-Beschluss vom 10. Februar 1967 III B 9\/66, BFHE 87, 447, BStBl III 1967, 182, seitdem st&auml;ndige Rechtsprechung). Die AdV setzt nicht voraus, dass die gegen die Rechtm&auml;&szlig;igkeit sprechenden Gr&uuml;nde &uuml;berwiegen. Ist die Rechtslage nicht eindeutig, so ist im summarischen Verfahren nicht abschlie&szlig;end zu entscheiden, sondern im Regelfall die Vollziehung auszusetzen (Senatsbeschl&uuml;sse vom 19. Mai 2010 I B 191\/09, BFHE 229, 322, BStBl II 2011, 156; vom 26. August 2010 I B 85\/10, BFH\/NV 2011, 220). Dies gilt auch f&uuml;r ernstliche Zweifel an der verfassungsrechtlichen G&uuml;ltigkeit einer dem angefochtenen Verwaltungsakt zugrunde liegenden Norm. An die Zweifel hinsichtlich der Rechtm&auml;&szlig;igkeit des angefochtenen Verwaltungsakts sind, wenn die Verfassungswidrigkeit von Normen geltend gemacht wird, keine strengeren Anforderungen zu stellen als im Fall der Geltendmachung fehlerhafter Rechtsanwendung (Senatsbeschl&uuml;sse vom 26. August 2010 I B 49\/10, BFHE 230, 445, BStBl II 2011, 826; vom 30. M&auml;rz 2011 I B 136\/10, BFHE 232, 395).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Unter den gleichen Voraussetzungen ist gem&auml;&szlig; &sect; 69 Abs. 3 Satz 3 FGO die Vollziehung aufzuheben, wenn der Verwaltungsakt im Zeitpunkt der Entscheidung bereits vollzogen ist (Senatsbeschluss vom 10. Dezember 1986 I B 121\/86, BFHE 149, 6, BStBl II 1987, 389). Insbesondere k&ouml;nnen bereits verwirkte S&auml;umniszuschl&auml;ge (&sect; 240 der Abgabenordnung) ab dem Zeitpunkt, ab dem ernstliche Zweifel an der Rechtm&auml;&szlig;igkeit des Bescheides bestanden haben, r&uuml;ckwirkend durch Aufhebung der Vollziehung beseitigt werden (Senatsbeschluss vom 23. September 2008 I B 92\/08, BFHE 223, 73, BStBl II 2009, 524).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Bei der im Verfahren auf AdV gebotenen summarischen Pr&uuml;fung der Sach- und Rechtslage ist ernstlich zweifelhaft, ob es rechtm&auml;&szlig;ig ist, dass das FA die von der Antragstellerin gezahlten Schuldzinsen unter Hinweis auf die sog. Zinsschranke nur teilweise als Betriebsausgaben der jeweiligen Streitjahre zum Abzug zulie&szlig;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die Schuldzinsen k&ouml;nnen nach dem Wortlaut der sog. Zinsschranke nur teilweise als Betriebsausgaben abgezogen werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Zinsaufwendungen eines Betriebs sind hiernach nur in H&ouml;he des verrechenbaren EBITDA, d.h. 30 % des um Zinsaufwendungen und bestimmte Abschreibungen erh&ouml;hten Einkommens, abziehbar (vgl. &sect; 8 Abs. 1, &sect; 8a Abs. 1 Satz 1 des K&ouml;rperschaftsteuergesetzes &#8211;KStG&#8211; 2002 i.d.F. des Unternehmensteuerreformgesetzes &#8211;UntStRefG&#8211; 2008 vom 14. August 2007, BGBl I 2007, 1912 &#8211;KStG 2002 n.F.&#8211; i.V.m. &sect; 4h Abs. 1 Satz 1 des Einkommensteuergesetzes &#8211;EStG&#8211; 2002 i.d.F. des UntStRefG 2008 &#8211;EStG 2002 n.F.&#8211;\/&sect; 4h Abs. 1 S&auml;tze 1 und 2 EStG 2009 i.d.F. des Gesetzes zur Beschleunigung des Wirtschaftswachstums &#8211;Wachstumsbeschleunigungsgesetz&#8211; vom 22. Dezember 2009, BGBl I 2009, 3950 &#8211;EStG 2009 n.F.&#8211;). Danach verbleibende nicht abziehbare Zinsaufwendungen sind in die folgenden Wirtschaftsjahre vorzutragen (&sect; 8 Abs. 1 KStG 2002 i.V.m. &sect; 4h Abs. 1 Satz 2 EStG 2002 n.F.\/&sect; 4h Abs. 1 Satz 5 EStG 2009 n.F.). Dass das FA diese Vorgaben in den Bescheiden zutreffend umgesetzt hat, ist zwischen den Beteiligten nicht streitig und bedarf keiner weiteren Vertiefung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Nach der sog. Stand-alone-Klausel des &sect; 4h Abs. 2 Satz 1 Buchst. b EStG 2002 n.F.\/2009 n.F. (i.V.m. &sect; 8 Abs. 1 KStG 2002) ist die sog. Zinsschranke nicht anzuwenden, wenn der Betrieb &#8211;wie im Streitfall&#8211; nicht oder nur anteilm&auml;&szlig;ig zu einem Konzern geh&ouml;rt. &sect; 4h Abs. 2 Satz 1 Buchst. b EStG 2002 n.F.\/2009 n.F. ist nach &sect; 8a Abs. 2 KStG 2002 n.F. seinerseits wiederum nur anzuwenden, wenn die Verg&uuml;tungen f&uuml;r Fremdkapital an einen zu mehr als einem Viertel unmittelbar oder mittelbar am Grund- oder Stammkapital beteiligten Anteilseigner, eine diesem nahestehende Person oder einen Dritten, der auf einen zu mehr als einem Viertel unmittelbar oder mittelbar am Grund- oder Stammkapital beteiligten Anteilseigner oder eine diesem nahestehende Person zur&uuml;ckgreifen kann, nicht mehr als 10 % der die Zinsertr&auml;ge &uuml;bersteigenden Zinsaufwendungen der K&ouml;rperschaft i.S. des &sect; 4h Abs. 3 EStG 2002 n.F.\/2009 n.F. betragen und die K&ouml;rperschaft dies nachweist. Im Streitfall betragen die Zinsen auf Gesellschafterdarlehen allein zwar nicht mehr als 10 % der den Zinsertrag &uuml;bersteigenden Zinsaufwendungen. Zwischen den Beteiligten ist jedoch unstreitig, dass die kreditgew&auml;hrenden Banken aufgrund der B&uuml;rgschaften auf X und Z in H&ouml;he von mehr als 10 % der die Zinsertr&auml;ge &uuml;bersteigenden Zinsaufwendungen R&uuml;ckgriff nehmen k&ouml;nnen. Die Voraussetzungen des &sect; 8a Abs. 2 KStG 2002 n.F. in dessen 3. Alternative sind damit erf&uuml;llt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Der Senat hat im Hinblick auf den allgemeinen Gleichheitssatz des Art. 3 Abs. 1 des Grundgesetzes (GG) verfassungsrechtliche Bedenken gegen die Einschr&auml;nkung der sog. Stand-alone-Klausel durch &sect; 8a Abs. 2 KStG 2002 n.F. in dieser 3. Regelungsalternative.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Der allgemeine Gleichheitssatz des Art. 3 Abs. 1 GG gebietet dem Gesetzgeber, wesentlich Gleiches gleich und wesentlich Ungleiches ungleich zu behandeln (vgl. Beschluss des Bundesverfassungsgerichts &#8211;BVerfG&#8211; vom 15. Januar 2008&nbsp;&nbsp;1 BvL 2\/04, BVerfGE 120, 1, BFH\/NV 2008, Beilage 3, 247; BVerfG-Urteil vom 9. Dezember 2008&nbsp;&nbsp;2 BvL 1\/07, 2 BvL 2\/07, 2 BvL 1\/08, 2 BvL 2\/08, BVerfGE 122, 210, BFH\/NV 2009, 338). Aus dem allgemeinen Gleichheitssatz ergeben sich je nach Regelungsgegenstand und Differenzierungsmerkmalen unterschiedliche Grenzen f&uuml;r den Gesetzgeber, die vom blo&szlig;en Willk&uuml;rverbot bis zu einer strengeren Bindung an Verh&auml;ltnism&auml;&szlig;igkeitserfordernisse reichen (vgl. BVerfG-Beschl&uuml;sse vom 21. Juni 2006&nbsp;&nbsp;2 BvL 2\/99, BVerfGE 116, 164, BFH\/NV 2006, Beilage 4, 481; vom 7. November 2006&nbsp;&nbsp;1 BvL 10\/02, BVerfGE 117, 1, BStBl II 2007, 192; vom 4. Februar 2009&nbsp;&nbsp;1 BvL 8\/05, BVerfGE 123, 1, BFH\/NV 2009, 1068).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Bereich des Steuerrechts hat der Gesetzgeber bei der Auswahl des Steuergegenstandes und bei der Bestimmung des Steuersatzes einen weitreichenden Entscheidungsspielraum (vgl. BVerfG-Beschl&uuml;sse in BVerfGE 117, 1, BStBl II 2007, 192; in BVerfGE 120, 1, BFH\/NV 2008, Beilage 3, 247; in BVerfGE 123, 1, BFH\/NV 2009, 1068). Die grunds&auml;tzliche Freiheit des Gesetzgebers, diejenigen Sachverhalte zu bestimmen, an die das Gesetz dieselben Rechtsfolgen kn&uuml;pft und die es so als rechtlich gleich qualifiziert, wird vor allem durch zwei eng miteinander verbundene Leitlinien begrenzt: durch das Gebot der Ausrichtung der Steuerlast am Prinzip der finanziellen Leistungsf&auml;higkeit und durch das Gebot der Folgerichtigkeit (vgl. BVerfG-Beschl&uuml;sse in BVerfGE 116, 164, BFH\/NV 2006, Beilage 4, 481; in BVerfGE 117, 1, BStBl II 2007, 192; BVerfG-Urteil in BVerfGE 122, 210, BFH\/NV 2009, 338). Danach muss im Interesse verfassungsrechtlich gebotener steuerlicher Lastengleichheit darauf abgezielt werden, Steuerpflichtige bei gleicher Leistungsf&auml;higkeit auch gleich hoch zu besteuern (vgl. BVerfG-Beschluss in BVerfGE 116, 164, BFH\/NV 2006, Beilage 4, 481; BVerfG-Urteil in BVerfGE 122, 210, BFH\/NV 2009, 338). Bei der Ausgestaltung des steuerrechtlichen Ausgangstatbestands muss die einmal getroffene Belastungsentscheidung zudem folgerichtig im Sinne der Belastungsgleichheit umgesetzt werden (BVerfG-Beschluss vom 12. Oktober 2010&nbsp;&nbsp;1 BvL 12\/07, BVerfGE 127, 224, BFH\/NV 2011, 181). Ausnahmen von einer folgerichtigen Umsetzung bed&uuml;rfen eines besonderen sachlichen Grundes (vgl. BVerfG-Beschl&uuml;sse in BVerfGE 123, 1, BFH\/NV 2009, 1068; vom 21. Juli 2010&nbsp;&nbsp;1 BvR 611\/07, 1 BvR 2464\/07, BVerfGE 126, 400, BFH\/NV 2010, 1985).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Mit den Regelungen zur sog. Zinsschranke (&sect; 8a KStG 2002 n.F. i.V.m. &sect; 4h EStG 2002 n.F.\/2009 n.F.) ist der Gesetzgeber von seiner Grundentscheidung abgewichen, dass Betriebsausgaben in dem Jahr abziehbar sein sollen, in dem sie angefallen sind und den Steuerpflichtigen belasten. Hierdurch will er die Abzugsf&auml;higkeit von Zinsaufwendungen in Abh&auml;ngigkeit vom Gewinn zur Sicherung inl&auml;ndischen Steuersubstrats sowie zur Vermeidung von missbr&auml;uchlichen Steuergestaltungen beschr&auml;nken (BTDrucks 16\/4841, S. 35). Aufgrund der weiten Auslegung der unionsrechtlichen Marktfreiheiten durch den Europ&auml;ischen Gerichtshof (jetzt Gerichtshof der Europ&auml;ischen Union) werden speziell grenz&uuml;berschreitend verbundene Unternehmen in die Lage versetzt, mittels Gesellschafterfremdfinanzierungen inl&auml;ndische Gewinne in das abkommensbeg&uuml;nstigte Ausland zu verlagern und andererseits ohnehin entstehenden Aufwand wie Zinsen gezielt im Inland anfallen zu lassen (Seiler in Kirchhof, EStG, 11. Aufl., &sect; 4h Rz 1; s. auch BTDrucks 16\/4841, S. 31). Der Zweck der Zinsschranke zur Vermeidung konzerninterner Gestaltungen zur Gewinnverlagerung kommt insbesondere durch die sog. Stand-alone-Klausel des &sect; 4h Abs. 2 Satz 1 Buchst. b EStG 2002 n.F.\/2009 n.F. zum Ausdruck, nach der Betriebe, die nicht oder nur anteilm&auml;&szlig;ig zu einem Konzern geh&ouml;ren, insoweit folgerichtig nicht von der Zinsschranke erfasst werden (R&ouml;dder, Deutsches Steuerrecht &#8211;DStR&#8211; 2007, Beihefter zu Nr. 40, 1, 9).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Ob die Zinsschranke &#8211;wie unter Hinweis auf das sog. objektive Nettoprinzip im Schrifttum &uuml;berwiegend und auch von der Antragstellerin vertreten wird (s. z.B. FG Berlin-Brandenburg, Beschluss vom 13. Oktober 2011&nbsp;&nbsp;12 V 12089\/11, EFG 2012, 358; Baumg&auml;rtel in Ballwieser\/Grewe [Hrsg.], Wirtschaftspr&uuml;fung im Wandel, 2008, 575, 591; Beiser in Br&auml;hler\/ L&ouml;sel [Hrsg.], Deutsches und internationales Steuerrecht, Gegenwart und Zukunft, Festschrift f&uuml;r Christiana Djanani, 2008, 3, 27; G. F&ouml;rster in Breithecker\/F&ouml;rster\/F&ouml;rster\/Klapdor, Unternehmensteuerreformgesetz 2008, 2007, &sect; 4h EStG Rz 62; Hey, Betriebs-Berater &#8211;BB&#8211; 2007, 1303, 1305 f.; dieselbe in Festschrift Djanani, a.a.O., 109, 122 ff.; Eilers in Spindler\/ Tipke\/R&ouml;dder [Hrsg.], Steuerzentrierte Rechtsberatung, Festschrift f&uuml;r Harald Schaumburg, 2009, 275, 285; Goebel\/ Eilinghoff, Deutsche Steuer-Zeitung &#8211;DStZ&#8211; 2010, 550, 554; Gosch, DStR 2007, 1553, 1559; Gosch KStG, 2. Aufl., Exkurs &sect; 4h EStG Rz 35 f.; Herzig\/Bohn, Der Betrieb &#8211;DB&#8211; 2007, 1, 2; Hick in Herrmann\/Heuer\/Raupach, &sect; 4h EStG Rz 6; Kessler\/ Dietrich, DB 2010, 240; Korn in Korn, &sect; 4h EStG Rz 21; Lenz\/ D&ouml;rfler, DB 2010, 18, 19; Seer, Jahrbuch der Fachanw&auml;lte f&uuml;r Steuerrecht 2007\/2008, 9, 12; Schmidt\/Loschelder, EStG, 30. Aufl., &sect; 4h Rz 3; Seiler in Kirchhof, a.a.O., &sect; 4h Rz 3 f.; Shou, Die Zinsschranke im Unternehmensteuerreformgesetz 2008, 2010, 48)&#8211; bereits grunds&auml;tzlich verfassungsrechtlichen Bedenken begegnet, kann im Streitfall dahinstehen. Selbst wenn dies zu verneinen w&auml;re und die in &sect; 8a Abs. 2 KStG 2002 n.F. angeordnete (R&uuml;ck-)Ausnahme damit lediglich eine (noch) verfassungskonforme Regelungslage (nach &sect; 4h Abs. 1 EStG 2002 n.F.\/2009 n.F.) wiederherstellen w&uuml;rde, erscheint es bei summarischer Pr&uuml;fung jedenfalls fraglich, ob ausgehend vom Gesetzeszweck die R&uuml;ckausnahme des &sect; 8a Abs. 2 Alternative 3 KStG 2002 n.F. sachlich gerechtfertigt werden kann. Durch die weite Formulierung dieser Vorschrift k&ouml;nnten die verfassungsrechtlichen Grenzen einer zul&auml;ssigen Typisierung &uuml;berschritten worden sein.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aaa) Eine gesetzliche Typisierung darf keinen atypischen Fall als Leitbild w&auml;hlen, sondern muss sich realit&auml;tsgerecht am typischen Fall orientieren (BVerfG-Beschl&uuml;sse in BVerfGE 127, 224, BFH\/NV 2011, 181; vom 6. April 2011&nbsp;&nbsp;1 BvR 1765\/09, BFH\/NV 2011, 1277). Zudem muss sich die Typisierung am allgemeinen Grundsatz der Verh&auml;ltnism&auml;&szlig;igkeit messen lassen (BVerfG-Beschluss vom 4. April 2001&nbsp;&nbsp;2 BvL 7\/98, BVerfGE 103, 310; Huster in Friauf\/H&ouml;fling, Berliner Kommentar zum GG, Art. 3 Rz 130 f.). Die ungleichen Rechtsfolgen d&uuml;rfen nur eine verh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig geringe Zahl von Personen treffen, und die Nachteile d&uuml;rfen nicht zu schwer wiegen (BVerfG-Beschl&uuml;sse vom 30. Mai 1990&nbsp;&nbsp;1 BvL 2\/83, BVerfGE 82, 126; vom 8. Oktober 1991&nbsp;&nbsp;1 BvL 50\/86, BVerfGE 84, 348; Heun in Dreier, Grundgesetz-Kommentar, 2. Aufl., Art. 3 Rz 33).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bbb) Auf dieser Grundlage hat der Senat Bedenken gegen die Verh&auml;ltnism&auml;&szlig;igkeit des typisierenden &sect; 8a Abs. 2 Alternative 3 KStG 2002 n.F. Es ist fraglich, ob die Vorschrift zur Vermeidung von Finanzierungsgestaltungen zwischen einer K&ouml;rperschaft und ihrem Anteilseigner (BTDrucks 16\/4841, S. 74 f.) erforderlich ist; aufgrund ihres weit gefassten Wortlauts hat sie einen deutlich &uuml;berschie&szlig;enden Anwendungsbereich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Sinn der Ausdehnung des Tatbestandes besteht nur in der Verhinderung von Umgehungen (Frotscher in Frotscher\/Maas, KStG\/GewStG\/UmwStG, Freiburg 2011, &sect; 8a KStG Rz 117), die darin bestehen k&ouml;nnen, dass nicht unmittelbar der Anteilseigner oder eine ihm nahestehende Person, sondern ein Dritter (z.B. eine Bank) der K&ouml;rperschaft ein Darlehen gew&auml;hrt und der zu mehr als einem Viertel beteiligte Anteilseigner (oder eine diesem nahestehende Person) seinerseits gegen den Dritten oder eine sonstige Person (z.B. gegen&uuml;ber einer anderen Bank) eine verzinsliche Forderung hat, auf die der Dritte zugreifen kann (sog. Back-to-back-Finanzierung; s. BTDrucks 16\/5377, S. 17 f.). Auf den Fall der sog. Back-to-back-Finanzierung, der im Streitfall nicht vorliegt, ist &sect; 8a Abs. 2 Alternative 3 KStG 2002 n.F. indes nicht beschr&auml;nkt; eine vom Bundesrat beantragte Einschr&auml;nkung des Gesetzeswortlauts ist &#8211;unter pauschalem Hinweis auf eine anderenfalls eintretende Gestaltungsanf&auml;lligkeit&#8211; nicht Gesetz geworden (BTDrucks 16\/5377, S. 17 f. und S. 27; eine einschr&auml;nkende Auslegung verlangen gleichwohl G. F&ouml;rster in Breithecker\/F&ouml;rster\/F&ouml;rster\/Klapdor, a.a.O., &sect; 8a KStG Rz 47; Gosch, a.a.O., &sect; 8a Rz 53; Streck\/ Schwedhelm, KStG, 7. Aufl., &sect; 8a Rz 43; kritisch auch M&ouml;ssner\/ Seeger\/Wienbergen\/Kolbe, K&ouml;rperschaftsteuergesetz, &sect; 8a Rz 147). &sect; 8a Abs. 2 Alternative 3 KStG 2002 n.F. erfasst infolgedessen auch die F&auml;lle, in denen eine Bank ein Darlehen gew&auml;hrt, hierf&uuml;r aber eine B&uuml;rgschaft oder eine anderweitige Sicherheit eines Gesellschafters oder einer nahestehenden Person verlangt, obwohl es sich hierbei grunds&auml;tzlich nicht um eine auf Gewinnverlagerung gerichtete Finanzierungsgestaltung zwischen der K&ouml;rperschaft und ihrem Anteilseigner handelt. Die B&uuml;rgschaft oder Sicherheit ist in der Regel allein erforderlich, damit die Gesellschaft das Darlehen erh&auml;lt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Damit hat &sect; 8a Abs. 2 Alternative 3 KStG 2002 n.F. aber nicht nur einen &uuml;berschie&szlig;enden Anwendungsbereich, sondern f&uuml;hrt gerade im Bereich &uuml;blicher Fremdfinanzierungen zu unverh&auml;ltnism&auml;&szlig;igen Belastungswirkungen, durch die sich insbesondere die Situation insolvenzbedrohter Unternehmen weiter verschlechtert. Jenseits missbr&auml;uchlicher Gestaltungen belastet &sect; 8a Abs. 2 Alternative 3 KStG 2002 n.F. gerade finanz- und ertragsschwache Unternehmen in besonderem Ma&szlig;e, die auf Fremdkapital angewiesen sind, um ihren Gesch&auml;ftsbetrieb aufrechtzuerhalten, dieses aber nur erhalten, wenn sie durch ihre Gesellschafter Sicherheiten stellen k&ouml;nnen (Schaden\/K&auml;shammer, BB 2007, 2259, 2261).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Entgegen der Auffassung des FG kann die Aussetzung und die Aufhebung der Vollziehung im Streitfall nicht mit dem Argument verweigert werden, es fehle an einem besonderen Aussetzungs- oder Aufhebungsinteresse der Antragstellerin.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>38<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Bei der AdV von Steuerbescheiden wegen verfassungsrechtlicher Bedenken gegen die ihnen zugrundeliegenden Vorschriften folgt im Hinblick auf den Geltungsanspruch jedes formell verfassungsgem&auml;&szlig; zustande gekommenen Gesetzes nach der bisher st&auml;ndigen Rechtsprechung des BFH, dass der Antragsteller ein berechtigtes Interesse an der Gew&auml;hrung vorl&auml;ufigen Rechtsschutzes geltend machen muss. Geboten ist eine Interessenabw&auml;gung zwischen der einer AdV entgegenstehenden konkreten Gef&auml;hrdung der &ouml;ffentlichen Haushaltsf&uuml;hrung und den f&uuml;r eine AdV sprechenden individuellen Interessen des Steuerpflichtigen (BFH-Beschl&uuml;sse vom 20. Juli 1990 III B 144\/89, BFHE 162, 542, BStBl II 1991, 104; vom 11. Juni 2003 IX B 16\/03, BFHE 202, 53, BStBl II 2003, 663; vom 7. Juli 2004 XI B 231\/02, BFH\/NV 2005, 178; vom 1. April 2010 II B 168\/09, BFHE 228, 149, BStBl II 2010, 558). Bei der Abw&auml;gung kommt es ma&szlig;geblich einerseits auf die Bedeutung und die Schwere des durch die Vollziehung des angefochtenen Steuerbescheides eintretenden Eingriffs beim Steuerpflichtigen und andererseits auf die Auswirkungen einer AdV hinsichtlich des Gesetzesvollzuges und des &ouml;ffentlichen Interesses an einer geordneten Haushaltsf&uuml;hrung an (BFH-Beschl&uuml;sse in BFHE 162, 542, BStBl II 1991, 104; vom 19. August 1994 X B 318, 319\/93, BFH\/NV 1995, 143; vom 27. August 2002 XI B 94\/02, BFHE 199, 566, BStBl II 2003, 18; vom 9. M&auml;rz 2012 VII B 171\/11, DStR 2012, 605, BFHE 236, 206). Das Gewicht der ernstlichen Zweifel an der Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit der betroffenen Vorschrift ist bei dieser Abw&auml;gung nicht von ausschlaggebender Bedeutung (BFH-Beschl&uuml;sse vom 9. November 1992 X B 137\/92, BFH\/NV 1994, 324; in BFHE 228, 149, BStBl II 2010, 558).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>39<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Ob an diesem Erfordernis uneingeschr&auml;nkt festzuhalten ist (kritisch insoweit z.B. Nieders&auml;chsisches FG, Beschluss vom 6. Januar 2011&nbsp;&nbsp;7 V 66\/10, EFG 2011, 827; Gosch in Beermann\/ Gosch, FGO, &sect; 69 Rz 179 ff.; Gr&auml;ber\/Koch, Finanzgerichtsordnung, 7. Aufl., &sect; 69 Rz 113; Schallmoser, DStR 2010, 297 ff.; Seer in Tipke\/Kruse, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, &sect; 69 FGO Rz 97; Specker, DStZ 2010, 800, 802 f.; einschr&auml;nkend auch FG Berlin-Brandenburg, Beschluss in EFG 2012, 358) bedarf im Streitfall keiner Entscheidung. Denn im Streitfall liegt ein gegen&uuml;ber einem &ouml;ffentlichen budget&auml;ren Interesse &uuml;berwiegendes besonderes Aussetzungsinteresse der Antragstellerin vor. Denn w&auml;hrend die Zinsschranke bei summarischer Pr&uuml;fung f&uuml;r die Antragstellerin zu einem steuerlichen Eingriff mit erheblichen wirtschaftlichen Folgen f&uuml;hrt, ist die &ouml;ffentliche Haushaltsf&uuml;hrung in einem nur vergleichsweise geringen Ma&szlig; betroffen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>40<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Zwar mag anhand der dem Senat vorliegenden Akten nicht feststellbar sein, dass die Antragstellerin durch die Anwendung der Zinsschranke bereits existenzgef&auml;hrdend betroffen wird und aufgrund der Anwendbarkeit der Zinsschranke die Insolvenz droht. So hat die Antragstellerin in ihrem Jahresabschluss zum 31. Dezember 2010 selbst ausgef&uuml;hrt, trotz der Zinsschranke in den Jahren 2011 und 2012 positive Ergebnisse zu erwarten. Auch die bereits eingetretene bilanzielle &Uuml;berschuldung stelle wegen der im Anlageverm&ouml;gen enthaltenen stillen Reserven und der von einem Anteilseigner abgegebenen Rangr&uuml;cktrittserkl&auml;rung kein Problem dar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>41<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gleichwohl stellt die steuerliche Belastung f&uuml;r sie eine erhebliche finanzielle Belastung in H&ouml;he von immerhin 1.114.578 EUR (ohne Solidarit&auml;tszuschlag) dar. Ohne die Zinsschranke w&auml;re es aufgrund der zum 31. Dezember 2007 festgestellten hohen Verlustvortr&auml;ge und des im Jahre 2008 erwirtschafteten Jahresfehlbetrages, der den Verlustvortrag noch weiter erh&ouml;ht h&auml;tte, im Ergebnis zu Nullfestsetzungen in allen drei Streitjahren gekommen. Gemessen an den Ergebnissen der Jahre 2008 und 2010 f&uuml;hrt die Zinsschranke dar&uuml;ber hinaus zu einer Substanzbesteuerung, weil die festgesetzte K&ouml;rperschaftsteuer das Ergebnis vor Steuern jeweils deutlich &uuml;bersteigt. Auch im Jahre 2009 hat das FA aufgrund der Anwendbarkeit der Zinsschranke K&ouml;rperschaftsteuer in einer H&ouml;he von 71,48 % des Ergebnisses vor Steuern festgesetzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>42<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Erschwerend kommt hinzu, dass die Antragstellerin bei summarischer Pr&uuml;fung nicht &uuml;ber die ausreichende Liquidit&auml;t verf&uuml;gt, um die Steuern zahlen zu k&ouml;nnen, zumal sie &#8211;ausgehend von dem vorgelegten Darlehensvertrag&#8211; nicht frei &uuml;ber ihre Mieteinnahmen und Vorsteuererstattungen verf&uuml;gen kann. Da es der Antragstellerin als verm&ouml;gensverwaltender Gesellschaft kaum zumutbar ist, ihr Aktivverm&ouml;gen zum Zwecke der Steuerzahlung zu verwerten, muss sie zus&auml;tzliches Fremdkapital aufnehmen. Wenn die Antragstellerin auch vorgetragen hat, voraussichtlich weitere 1,8 Mio. EUR von den Banken erhalten und hiermit die Steuerschulden zahlen zu k&ouml;nnen, h&auml;tte dies aber wahrscheinlich zur Folge, dass sich die Wirkungen der Zinsschranke in den Folgejahren gegen&uuml;ber dem derzeitigen Zustand nur aus dem Grund versch&auml;rfen w&uuml;rden, weil die Antragstellerin sich die Mittel f&uuml;r eine Steuerzahlung durch eine Darlehensaufnahme verschaffen musste. Zudem w&uuml;rde es f&uuml;r die Antragstellerin Probleme aufwerfen, die Zinsaufwendungen f&uuml;r das neu aufgenommene Darlehen zahlen zu k&ouml;nnen. Da der Darlehensbetrag nicht f&uuml;r ein Ertrag bringendes Projekt, sondern im Wesentlichen f&uuml;r die Steuerzahlung eingesetzt werden w&uuml;rde, m&uuml;sste die Antragstellerin mit den Einnahmen auch die zus&auml;tzlichen Zinsen zahlen. Die Mieteinnahmen und die Vorsteuererstattungen sind indes anderweit gebunden und stehen damit f&uuml;r diese Zinszahlungen nicht zur Verf&uuml;gung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>43<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Der Senat erkennt demgegen&uuml;ber nicht, dass es bei Stattgabe des Antrags &#8211;wie es das FA und das FG meinen&#8211; zu erheblichen haushaltsm&auml;&szlig;igen Verwerfungen kommen w&uuml;rde. Durch die Zinsschranke in der f&uuml;r die Streitzeitr&auml;ume geltenden Fassung wurden Mehreinnahmen in H&ouml;he von 697,5 Mio. EUR p.a. erwartet (vgl. Bach\/Buslei, Wochenbericht des DIW Berlin Nr. 17\/2009, 283 ff.), die im Vergleich zu dem Gesamtsteueraufkommen von gesch&auml;tzten 229,2 Mrd. EUR im Jahre 2011 bzw. 247,4 Mrd. EUR im Jahre 2012 (vgl. Unterrichtung durch die Bundesregierung, Finanzplan des Bundes 2011 bis 2015; abrufbar unter www.bundesfinanzministerium.de) vergleichsweise gering sind (0,30 % des gesamten Steueraufkommens 2011 bzw. 0,28 % des gesamten Steueraufkommens 2012). Die Stattgabe des Antrags f&uuml;hrt dar&uuml;ber hinaus auch nicht zu einem (vor&uuml;bergehenden) Ausfall des Gesamtbetrags, sondern nur zum Ausfall eines Bruchteils. Zum einen st&uuml;tzt der Senat seine Entscheidung auf verfassungsrechtliche Zweifel an der R&uuml;ckausnahme des &sect; 8a Abs. 2 Alternative 3 KStG 2002 n.F. und stellt hierdurch nur einen Teil der Zinsschranke in Frage, der nur einen engen Kreis der von der Zinsschranke belasteten Steuerpflichtigen betreffen wird. Zum anderen f&uuml;hrt die Entscheidung des Senats &#8211;anders als eine Entscheidung des BVerfG&#8211; nicht zu einer automatischen Anwendungssperre des Gesetzes in allen von ihm betroffenen F&auml;llen; die Entscheidung f&uuml;hrt unmittelbar nur zu einer Aussetzung bzw. Aufhebung der Vollziehung im konkreten Streitfall (vgl. Seer, DStR 2012, 325, 328). Sie hat allenfalls insoweit mittelbar Breitenwirkung, als in einem vergleichbaren Fall im Rahmen einer Abw&auml;gung anhand der Umst&auml;nde des Einzelfalls das Aussetzungsinteresse das Interesse an einer geordneten Haushaltsf&uuml;hrung &uuml;berwiegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>44<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Gegen eine Gew&auml;hrung der Aussetzung bzw. der Aufhebung der Vollziehung spricht im Rahmen der Abw&auml;gung schlie&szlig;lich nicht, dass nach Auffassung des II. Senats des BFH im AdV-Verfahren regelm&auml;&szlig;ig keine weiter gehende Entscheidung getroffen werden kann, als vom BVerfG zu erwarten ist (BFH-Beschl&uuml;sse vom 17. Juli 2003 II B 20\/03, BFHE 202, 380, BStBl II 2003, 807; vom 5. April 2011 II B 153\/10, BFHE 232, 380, BStBl II 2011, 942; vom 4. Mai 2011 II B 151\/10, BFH\/NV 2011, 1395). Sei zu erwarten, dass das BVerfG lediglich die Unvereinbarkeit eines Gesetzes mit dem GG ausspreche und dem Gesetzgeber nur eine Nachbesserungspflicht f&uuml;r die Zukunft aufgebe, k&ouml;nne keine AdV gew&auml;hrt werden (BFH-Beschluss in BFHE 202, 380, BStBl II 2003, 807).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>45<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auch ob dieser Spruchpraxis zu folgen ist, kann im Streitfall dahinstehen (grunds&auml;tzlich ablehnend Gosch in Beermann\/Gosch, &sect; 69 FGO Rz 180.1; Gr&auml;ber\/Koch, a.a.O., &sect; 69 Rz 113; Seer in Tipke\/Kruse, a.a.O., &sect; 69 FGO Rz 96; derselbe, DStR 2012, 325, 328 f.). Es ist nicht zu erwarten, dass das BVerfG dem Gesetzgeber nur einen Regelungsauftrag f&uuml;r die Zukunft erteilen wird, &uuml;berdies soll eine pro-futuro-Wirkung nur die Ausnahme darstellen; auch d&uuml;rfen bei der Unvereinbarkeit eines Gesetzes mit Art. 3 Abs. 1 GG Gerichte und Verwaltungsbeh&ouml;rden die Norm grunds&auml;tzlich nicht mehr anwenden (vgl. z.B. BVerfG-Urteil vom 6. M&auml;rz 2002&nbsp;&nbsp;2 BvL 17\/99, BVerfGE 105, 73, BStBl II 2002, 618).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>46<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Vollziehung des K&ouml;rperschaftsteuerbescheides 2010 kann aus prozessrechtlichen Gr&uuml;nden nur in H&ouml;he von 69.112 EUR, nicht aber in H&ouml;he der gesamten Steuerfestsetzung, ausgesetzt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>47<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gem&auml;&szlig; &sect; 69 Abs. 3 Satz 4 i.V.m. Abs. 2 Satz 8 FGO ist die Aussetzung und Aufhebung der Vollziehung bei Steuerbescheiden auf die festgesetzte Steuer, vermindert um die anzurechnenden Steuerabzugsbetr&auml;ge, um die anzurechnende K&ouml;rperschaftsteuer und um die festgesetzten Vorauszahlungen, beschr&auml;nkt; dies gilt nicht, wenn die Aussetzung oder Aufhebung der Vollziehung zur Abwendung wesentlicher Nachteile n&ouml;tig erscheint.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>48<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Hiernach sind nur 69.112 EUR der f&uuml;r 2010 festgesetzten K&ouml;rperschaftsteuer von der Vollziehung auszusetzen, weil das FA K&ouml;rperschaftsteuer in H&ouml;he von 586.681 EUR festgesetzt hat und hierauf zum einen die Kapitalertragsteuer in H&ouml;he von 1.366 EUR anzurechnen und zum anderen die festgesetzten Vorauszahlungen in H&ouml;he von 516.203 EUR abzuziehen sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>49<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Entgegen der Auffassung der Antragstellerin ist die f&uuml;r 2010 festgesetzte K&ouml;rperschaftsteuer nicht ausnahmsweise in vollem Umfang von der Vollziehung auszusetzen, weil dies zur Abwendung wesentlicher Nachteile n&ouml;tig erscheint.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>50<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Der Begriff der wesentlichen Nachteile i.S. des &sect; 69 Abs. 2 Satz 8 FGO ist im Sinne der Rechtsprechung zu &sect; 114 FGO zu verstehen (Senatsbeschluss vom 2. November 1999 I B 49\/99, BFHE 190, 59, BStBl II 2000, 57, m.w.N.). Diese Beschr&auml;nkung ist mit dem GG vereinbar und nicht im Wege verfassungskonformer Auslegung zu korrigieren (BFH-Beschluss vom 24. Januar 2000 X B 99\/99, BFHE 192, 197, BStBl II 2000, 559). Wesentliche Nachteile i.S. von &sect; 69 Abs. 2 Satz 8 Halbsatz 2 FGO sind dann gegeben, wenn durch die Vollziehung der angefochtenen Steuerbescheide die wirtschaftliche oder pers&ouml;nliche Existenz des Steuerpflichtigen unmittelbar und ausschlie&szlig;lich bedroht sein w&uuml;rde (vgl. BFH-Beschl&uuml;sse vom 22. November 2001 V B 100\/01, BFH\/NV 2002, 519; vom 22. Dezember 2003 IX B 177\/02, BFHE 204, 39, BStBl II 2004, 367). Dar&uuml;ber hinaus gew&auml;hrleistet &sect; 69 Abs. 2 Satz 8 FGO aufgrund des Gebots eines effektiven Rechtsschutzes, dass wegen wesentlicher Nachteile zugunsten des B&uuml;rgers von den allgemeinen Grunds&auml;tzen abgewichen werden kann, wenn ein unabweisbares Interesse dies gebietet (Senatsbeschluss in BFHE 190, 59, BStBl II 2000, 57; s. auch BVerfG-Beschluss vom 7. Dezember 1977&nbsp;&nbsp;2 BvF 1\/77, 2 BvF 2\/77, 2 BvF 4\/77, 2 BvF 5\/77, BVerfGE 46, 337), um eine erhebliche, &uuml;ber Randbereiche hinausgehende Verletzung von Grundrechten zu vermeiden, die durch eine Entscheidung in der Hauptsache nicht mehr beseitigt werden kann (vgl. BVerfG-Beschl&uuml;sse vom 15. August 2002 1 BvR 1790\/00, Neue Juristische Wochenschrift 2002, 3691; vom 16. Mai 1995&nbsp;&nbsp;1 BvR 1087\/91, BVerfGE 93, 1; vom 25. Oktober 1988&nbsp;&nbsp;2 BvR 745\/88, BVerfGE 79, 69). Allein bei einem &Uuml;berwiegen der Erfolgsaussichten des Rechtsbehelfs in der Hauptsache erscheint eine Aufhebung der Vollziehung zur Vermeidung wesentlicher Nachteile hingegen nicht n&ouml;tig (Senatsbeschluss in BFHE 190, 59, BStBl II 2000, 57; BFH-Beschluss in BFH\/NV 2002, 519). Dies gilt auch im Falle von (schwerwiegenden) Zweifeln an der Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit der angewandten Steuerrechtsvorschriften (BFH-Beschluss in BFHE 204, 39, BStBl II 2004, 367). Die Erfolgsaussichten in der Hauptsache k&ouml;nnen jedoch zur Bejahung wesentlicher Nachteile f&uuml;hren, wenn die Rechtslage klar und eindeutig f&uuml;r die begehrte Regelung spricht und eine abweichende Beurteilung in einem etwa durchzuf&uuml;hrenden Hauptsacheverfahren zweifelsfrei auszuschlie&szlig;en ist (BFH-Beschluss in BFHE 204, 39, BStBl II 2004, 367) oder wenn bei &Uuml;berzeugung von der Verfassungswidrigkeit einer Norm die Dringlichkeit, ihren Vollzug einstweilen auszusetzen, besonders deutlich wird (vgl. BVerfG-Entscheidung vom 13. November 1957&nbsp;&nbsp;1 BvR 78\/56, BVerfGE 7, 175; BVerfG-Beschluss vom 17. November 1966&nbsp;&nbsp;1 BvR 52\/66, BVerfGE 20, 363, 364). In einem derartigen Fall sind die Erfolgsaussichten in der Hauptsache f&uuml;r das Vorliegen wesentlicher Nachteile in weitem Umfang vorgreiflich (BFH-Beschluss in BFHE 204, 39, BStBl II 2004, 367).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>51<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Ausgehend von diesen Rechtsgrunds&auml;tzen f&uuml;hrt die Vollziehung im Streitfall nicht zu wesentlichen Nachteilen, die eine AdV in vollem Umfang gebieten w&uuml;rden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>52<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die wirtschaftliche und pers&ouml;nliche Existenz der Antragstellerin ist durch die Vollziehung des K&ouml;rperschaftsteuerbescheides 2010 nicht unmittelbar und ausschlie&szlig;lich gef&auml;hrdet. Wie die Antragstellerin vorgetragen hat, erh&auml;lt sie voraussichtlich einen weiteren Kredit in H&ouml;he von 1,8 Mio. EUR, der auch zur Zahlung noch offener Steuerschulden verwandt werden k&ouml;nne. Allein der Umstand, dass Steuerpflichtige nicht &uuml;ber die von ihnen verlangten Mittel verf&uuml;gen und Zahlungen im Wege der Kreditaufnahme finanzieren m&uuml;ssen, ist kein wesentlicher Nachteil i.S. des &sect; 69 Abs. 2 Satz 8 Halbsatz 2 FGO (vgl. BFH-Beschluss in BFH\/NV 2002, 519).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>53<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es besteht aber auch im &Uuml;brigen kein unabweisbares Interesse der Antragstellerin, das eine AdV in H&ouml;he der gesamten Steuerfestsetzung verlangt. Nicht ausreichend hierf&uuml;r ist, dass der Senat Zweifel an der Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit des &sect; 8a Abs. 2 Alternative 3 KStG 2002 n.F. hat; eine von dem Senat abweichende Beurteilung durch das BVerfG ist nicht zweifelsfrei auszuschlie&szlig;en.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>54<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Weitere Umst&auml;nde, die die Dringlichkeit, den Vollzug des Steuerbescheides auszusetzen, besonders deutlich werden lassen, sind schlie&szlig;lich weder von der Antragstellerin substantiiert dargelegt und glaubhaft gemacht worden noch anhand der dem Senat vorliegenden Unterlagen erkennbar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>55<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Die AdV ist im Streitfall ohne Auferlegung einer Sicherheitsleistung zu gew&auml;hren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>56<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Anordnung einer Sicherheitsleistung nach &sect; 69 Abs. 3 Satz 1 i.V.m. Abs. 2 Satz 3 FGO ist im Grundsatz dann geboten, wenn die sp&auml;tere Vollstreckung der Steuerforderung infolge der AdV gef&auml;hrdet oder erschwert erscheint. Es ist hierbei zun&auml;chst einmal Sache des FA, die f&uuml;r die Gef&auml;hrdung der Forderung sprechenden konkreten Anhaltspunkte vorzutragen und glaubhaft zu machen (vgl. etwa BFH-Beschl&uuml;sse vom 20. M&auml;rz 2002 IX S 27\/00, BFH\/NV 2002, 809; vom 10. Oktober 2002 VII S 28\/01, BFH\/NV 2003, 12).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>57<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Streitfall ist nicht vorgetragen worden und f&uuml;r den Senat anhand der vorliegenden Akten auch nicht erkennbar, dass die sp&auml;tere Durchsetzung der Steuerforderungen gef&auml;hrdet oder erschwert werden k&ouml;nnte. Die Antragstellerin ist vielmehr Eigent&uuml;merin eines Grundst&uuml;cks, in dem stille Reserven in H&ouml;he von &#8230; Mio. EUR enthalten sind. Allein durch die M&ouml;glichkeit, dieses Grundst&uuml;ck verwerten zu k&ouml;nnen, erscheint die Steuerzahlung in ausreichendem Ma&szlig;e gesichert.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>58<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>6. Soweit die Antragstellerin mit ihrer Beschwerde auch die AdV der Bescheide &uuml;ber die Solidarit&auml;tszuschl&auml;ge begehrt, ist die Beschwerde unbegr&uuml;ndet. Das FG hat den Antrag insoweit im Ergebnis zu Recht abgelehnt, weil der Antrag insoweit unzul&auml;ssig ist. An einer AdV dieser Bescheide besteht kein schutzw&uuml;rdiges Interesse.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>59<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In st&auml;ndiger Rechtsprechung verneint der BFH das schutzw&uuml;rdige Interesse an einer AdV, wenn die Aussetzung eines Folgebescheides begehrt wird, obwohl ein Grundlagenbescheid bereits ergangen ist und deshalb mit R&uuml;cksicht auf die gem&auml;&szlig; &sect; 69 Abs. 2 Satz 4 FGO vorzunehmende Folgeaussetzung nur die Aussetzung des Grundlagenbescheides beantragt werden kann (BFH-Beschl&uuml;sse vom 21. Dezember 1993 VIII B 107\/93, BFHE 173, 158, BStBl II 1994, 300; vom 14. Juli 1998 VIII B 38\/98, BFHE 186, 379). Die AdV des Grundlagenbescheides begr&uuml;ndet eine Verpflichtung der f&uuml;r den Erlass des Folgebescheides zust&auml;ndigen Beh&ouml;rde, die Vollziehung dieses Bescheides auszusetzen (BFH-Beschluss vom 25. April 1977 IV S 3\/77, BFHE 122, 18, BStBl II 1977, 612).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>60<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hiervon ausgehend besteht im Streitfall kein berechtigtes Interesse an einer gerichtlichen AdV der betreffenden Bescheide, weil sie Folgebescheide der K&ouml;rperschaftsteuerbescheide sind (vgl. Senatsurteil vom 20. April 2011 I R 2\/10, BFHE 233, 251, BStBl II 2011, 761; FG Berlin-Brandenburg, Beschluss in EFG 2012, 358). Indem die Antragstellerin vortr&auml;gt, die Zinsschranke sei verfassungswidrig, wendet sie sich gegen die H&ouml;he der festgesetzten K&ouml;rperschaftsteuer, die die Bemessungsgrundlage f&uuml;r den Solidarit&auml;tszuschlag darstellt (&sect; 3 Abs. 1 Nr. 1, &sect; 4 Satz 1 des Solidarit&auml;tszuschlaggesetzes 1995). Spezifische Einwendungen gegen die Festsetzung des Solidarit&auml;tszuschlags hat die Antragstellerin nicht vorgetragen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 13.3.2012, I B 111\/11 Ernstliche Zweifel an der Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit des &sect; 8a Abs. 2 Alternative 3 KStG 2002 n.F. &#8211; AdV von Steuerbescheiden wegen verfassungsrechtlicher Bedenken &#8211; Interessenabw&auml;gung &#8211; Begriff der wesentlichen Nachteile i.S. des &sect; 69 Abs. 2 Satz 8 FGO Leits&auml;tze Es ist ernstlich zweifelhaft, ob &sect; 8a Abs. 2 &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-b-111-11-ernstliche-zweifel-an-der-verfassungsmaessigkeit-des-par-8a-abs-2-alternative-3-kstg-2002-nf-adv-von-steuerbescheiden-wegen-verfassungsrechtlicher-bedenken-interessenabwaegung-begriff-der-w\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">I&nbsp;B&nbsp;111\/11 &#8211; Ernstliche Zweifel an der Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit des &sect; 8a Abs. 2 Alternative 3 KStG 2002 n.F. &#8211; AdV von Steuerbescheiden wegen verfassungsrechtlicher Bedenken &#8211; Interessenabw&auml;gung &#8211; Begriff der wesentlichen Nachteile i.S. des &sect; 69 Abs. 2 Satz 8 FGO<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-8505","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8505","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=8505"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8505\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=8505"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=8505"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=8505"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}