{"id":8506,"date":"2012-12-05T04:09:55","date_gmt":"2012-12-05T02:09:55","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=8506"},"modified":"2012-12-05T04:09:55","modified_gmt":"2012-12-05T02:09:55","slug":"v-b-131-11-festsetzung-des-gegenstands-und-des-streitwerts-rechtsschutzbeduerfnis-anforderungen-an-die-darlegung-von-zulassungsgruenden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-b-131-11-festsetzung-des-gegenstands-und-des-streitwerts-rechtsschutzbeduerfnis-anforderungen-an-die-darlegung-von-zulassungsgruenden\/","title":{"rendered":"V&nbsp;B&nbsp;131\/11 &#8211; Festsetzung des Gegenstands- und des Streitwerts; Rechtsschutzbed&uuml;rfnis; Anforderungen an die Darlegung von Zulassungsgr&uuml;nden"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 7.3.2012, V B 131\/11<\/p>\n<p class=\"titel\">Festsetzung des Gegenstands- und des Streitwerts; Rechtsschutzbed&uuml;rfnis; Anforderungen an die Darlegung von Zulassungsgr&uuml;nden<\/p>\n<p class=\"gruende\">Gr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die erhobene Nichtzulassungsbeschwerde und der Antrag auf Festsetzung des Gegenstandswerts sind unzul&auml;ssig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Gem&auml;&szlig; &sect; 115 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) ist die Revision nur zuzulassen, wenn die Rechtssache grunds&auml;tzliche Bedeutung hat (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO), der Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung oder der Fortbildung des Rechts dient (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 2 FGO) oder Verfahrensm&auml;ngel vorliegen, auf denen die Entscheidung beruhen kann (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 3 FGO). In der Beschwerdebegr&uuml;ndung m&uuml;ssen die Voraussetzungen des &sect; 115 Abs. 2 FGO im Einzelnen dargelegt werden (&sect; 116 Abs. 3 Satz 3 FGO). Diese Voraussetzungen sind nicht erf&uuml;llt:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die Voraussetzungen einer Zulassung wegen grunds&auml;tzlicher Bedeutung (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO) liegen bereits deshalb nicht vor, weil die Beschwerdeschrift weder einen Hinweis auf &sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO noch eine kl&auml;rungsbed&uuml;rftige und kl&auml;rungsf&auml;hige abstrakte Rechtsfrage enth&auml;lt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Soweit dem Vorbringen der Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin) die R&uuml;ge der Divergenz i.S. von &sect; 115 Abs. 2 Nr. 2 Alt. 2 FGO zu entnehmen sein sollte, f&uuml;hrt dies nicht zur Zulassung der Revision, da es an der hinreichenden Darlegung des Zulassungsgrundes fehlt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Eine hinreichende Darlegung der Divergenz erfordert, dass der Beschwerdef&uuml;hrer tragende und abstrakte Rechtss&auml;tze aus dem angefochtenen Urteil des Finanzgerichts (FG) einerseits und aus der behaupteten Divergenzentscheidung andererseits herausarbeitet und einander gegen&uuml;berstellt, um so eine Abweichung zu verdeutlichen (vgl. Beschl&uuml;sse des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 25. Januar 2011 V B 144\/09, BFH\/NV 2011, 863; vom 24. August 2006 V B 36\/05, BFH\/NV 2007, 69). Der pauschale und unter Hinweis auf eine Kommentarstelle erfolgte Vortrag der Kl&auml;gerin, dass der inl&auml;ndische Wohnsitz von Kindern bei Auslandsaufenthalten zwecks Studiums &quot;nach st&auml;ndiger Rechtsprechung&quot; unter drei bestimmten Voraussetzungen aufrechterhalten werde, gen&uuml;gt diesen Anforderungen nicht. Selbst wenn es sich bei diesen Voraussetzungen um abstrakte Rechtss&auml;tze aus einem Urteil des BFH oder eines FG handeln sollte, hat die Kl&auml;gerin keinen abstrakten Rechtssatz aus dem angefochtenen Urteil des FG herausgearbeitet, der davon abweicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Mit den ausdr&uuml;cklich ger&uuml;gten Rechtsfehlern des FG bei der Frage eines Wohnsitzes von Kindern w&auml;hrend des Auslandsstudiums macht die Kl&auml;gerin Einwendungen gegen die materielle Richtigkeit des angefochtenen Urteils geltend, die eine Zulassung der Revision grunds&auml;tzlich nicht rechtfertigen k&ouml;nnen. Eine Ausnahme hiervon gilt nur dann, wenn es sich bei dem behaupteten Fehler um einen offensichtlichen Rechtsanwendungsfehler von erheblichem Gewicht im Sinne einer willk&uuml;rlichen oder greifbar gesetzeswidrigen Entscheidung handelt, die geeignet w&auml;re, das Vertrauen der Allgemeinheit in die Rechtsprechung zu besch&auml;digen (vgl. BFH-Beschl&uuml;sse vom 25. M&auml;rz 2010 X B 176\/08, BFH\/NV 2010, 1455; vom 1. September 2008 IV B 4\/08, BFH\/NV 2009, 35). Hierf&uuml;r bieten jedoch weder der Sachverhalt noch der Vortrag der Kl&auml;gerin irgendwelche Anhaltspunkte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Die R&uuml;ge der Kl&auml;gerin, das FG habe seine Pflicht zur Sachaufkl&auml;rung (&sect; 76 FGO) verletzt, f&uuml;hrt nicht zur Zulassung der Revision nach &sect; 115 Abs. 2 Nr. 3 FGO, da sie auch diesen Verfahrensmangel nicht hinreichend dargelegt hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Bei der Sachaufkl&auml;rungsr&uuml;ge handelt es sich um einen Verfahrensfehler, auf dessen Geltendmachung gem&auml;&szlig; &sect; 155 FGO i.V.m. &sect; 295 der Zivilprozessordnung verzichtet werden kann (BFH-Beschluss vom 15. Juni 2011 IV B 143\/09, BFH\/NV 2011, 1694). Deshalb bedarf es entweder einer rechtzeitigen R&uuml;ge in der Vorinstanz oder einer Darlegung, weshalb eine derartige R&uuml;ge von der in der Vorinstanz fachkundig vertretenen Kl&auml;gerin nicht m&ouml;glich war (st&auml;ndige Rechtsprechung, z.B. BFH-Beschluss vom 25. M&auml;rz 2010 X B 71\/09, BFH\/NV 2010, 1457, unter II.1.b aa der Gr&uuml;nde). Die in der Vorinstanz durch einen Rechtsanwalt fachkundig vertretene Kl&auml;gerin hat ausweislich des Protokolls &uuml;ber die m&uuml;ndliche Verhandlung am 27. Juni 2011 keinen Versto&szlig; gegen &sect; 76 FGO ger&uuml;gt. Sie hat in ihrer Beschwerdebegr&uuml;ndung auch nicht dargelegt, weshalb ihr eine solche R&uuml;ge nicht m&ouml;glich war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die von der Kl&auml;gerin begehrte Festsetzung des Gegenstandswerts nach &sect; 33 Abs. 1 und 2 des Rechtsanwaltsverg&uuml;tungsgesetzes (RVG) kommt nicht in Betracht, da sich die Anwaltsgeb&uuml;hren im Streitfall nach dem f&uuml;r die Gerichtsgeb&uuml;hren ma&szlig;gebenden Wert berechnen und es an einem solchen Wert nicht fehlt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Antrag ist daher als Antrag auf Festsetzung des Streitwerts gem&auml;&szlig; &sect; 32 Abs. 2 Satz 1 RVG i.V.m. &sect; 63 Abs. 2 Satz 2 des Gerichtskostengesetzes zu verstehen. Dieser Antrag ist jedoch mangels des erforderlichen besonderen Rechtsschutzbed&uuml;rfnisses f&uuml;r die Festsetzung des Streitwerts durch den beschlie&szlig;enden Senat unzul&auml;ssig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Ermittlung und Festsetzung des Streitwerts sind im Regelfall unselbst&auml;ndiger Teil des Kostenansatzverfahrens bzw. -festsetzungsverfahrens und obliegen daher in erster Linie dem Kostenbeamten (vgl. Ratschow in Gr&auml;ber\/Ruban, Finanzgerichtsordnung, 7. Aufl., Vor &sect; 135 Rz 111). Das Rechtsschutzbed&uuml;rfnis f&uuml;r eine Streitwertfestsetzung durch das Gericht als Spruchk&ouml;rper fehlt daher, wenn sich &#8211;wie im Streitfall&#8211; die H&ouml;he des Streitwerts eindeutig aus den gestellten Sachantr&auml;gen sowie aus den von der Rechtsprechung zur Bemessung des Streitwerts in gleichartigen F&auml;llen entwickelten Grunds&auml;tze ermitteln l&auml;sst (vgl. BFH-Beschl&uuml;sse vom 22. Oktober 2008 X B 248\/07, BFH\/NV 2009, 186, und vom 27. Januar 1994 VII S 36\/93, BFH\/NV 1994, 818; Ratschow, a.a.O., Vor &sect; 135 Rz 115).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 7.3.2012, V B 131\/11 Festsetzung des Gegenstands- und des Streitwerts; Rechtsschutzbed&uuml;rfnis; Anforderungen an die Darlegung von Zulassungsgr&uuml;nden Gr&uuml;nde 1&nbsp; Die erhobene Nichtzulassungsbeschwerde und der Antrag auf Festsetzung des Gegenstandswerts sind unzul&auml;ssig. 2&nbsp; 1. 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