{"id":8514,"date":"2012-12-05T04:21:36","date_gmt":"2012-12-05T02:21:36","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=8514"},"modified":"2012-12-05T04:21:36","modified_gmt":"2012-12-05T02:21:36","slug":"iii-r-15-09-entstehung-eines-pflegekindschaftsverhaeltnisses-is-von-par-32-abs-1-nr-2-estg-zu-einer-bereits-volljaehrigen-behinderten-person","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-r-15-09-entstehung-eines-pflegekindschaftsverhaeltnisses-is-von-par-32-abs-1-nr-2-estg-zu-einer-bereits-volljaehrigen-behinderten-person\/","title":{"rendered":"III&nbsp;R&nbsp;15\/09 &#8211; Entstehung eines Pflegekindschaftsverh&auml;ltnisses i.S. von &sect; 32 Abs. 1 Nr. 2 EStG zu einer bereits vollj&auml;hrigen behinderten Person"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 9.2.2012, III R 15\/09<\/p>\n<p class=\"titel\">Entstehung eines Pflegekindschaftsverh&auml;ltnisses i.S. von &sect; 32 Abs. 1 Nr. 2 EStG zu einer bereits vollj&auml;hrigen behinderten Person<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Die f&uuml;r die Annahme eines Pflegekindschaftsverh&auml;ltnisses i.S. von &sect; 32 Abs. 1 Nr. 2 EStG erforderliche Voraussetzung, dass der Steuerpflichtige mit der Person &quot;durch ein familien&auml;hnliches, auf l&auml;ngere Dauer berechnetes Band verbunden ist&quot;, l&auml;sst sich bei einer bereits vollj&auml;hrigen Person nur unter engen Voraussetzungen und bei Vorliegen ganz besonderer Umst&auml;nde begr&uuml;nden.<\/p>\n<p>2. Handelt es sich um eine geistig oder seelisch behinderte Person, muss die Behinderung so schwer sein, dass der geistige Zustand des Behinderten dem typischen Entwicklungsstand einer noch minderj&auml;hrigen Person entspricht.<\/p>\n<p>3. Die Wohn- und Lebensverh&auml;ltnisse der behinderten Person m&uuml;ssen den Verh&auml;ltnissen leiblicher Kinder vergleichbar sein und eine Zugeh&ouml;rigkeit der behinderten Person zur Familie widerspiegeln.<\/p>\n<p>4. Der Steuerpflichtige muss zu der behinderten Person in einem dem Eltern-Kind-Verh&auml;ltnis vergleichbaren Erziehungsverh&auml;ltnis stehen, das sich auf eine durch den Steuerpflichtigen gegen&uuml;ber der behinderten Person eingenommene Autorit&auml;tsstellung st&uuml;tzt.<\/p>\n<p>5. Damit die behinderte Person mit dem Steuerpflichtigen durch ein familien&auml;hnliches Band &quot;verbunden ist&quot;, muss die ideelle Beziehung zwischen den beiden Personen bereits &uuml;ber einen l&auml;ngeren Zeitraum bestanden haben, bevor von einer ideellen Bindung ausgegangen werden kann.<\/p>\n<p>6. Ein &quot;auf l&auml;ngere Dauer berechnetes Band&quot; liegt vor, wenn aus Sicht des Steuerpflichtigen beabsichtigt ist, die bereits entstandene famili&auml;re Bindung auch zuk&uuml;nftig langj&auml;hrig aufrecht zu erhalten. Insoweit ist eine beabsichtigte Dauer von zwei Jahren in der Regel als ausreichend anzusehen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die am 3. November 1954 geborene Kl&auml;gerin und Revisionsbeklagte (Kl&auml;gerin) nahm im Jahr 1999 die am &#8230; 1952 geborene Frau S in ihren Haushalt auf. Sie betreut S seit dem 8. Oktober 1999 im Rahmen der &quot;Familienpflege f&uuml;r erwachsene geistig und k&ouml;rperlich behinderte Menschen&quot;. Daneben befanden sich im Haushalt eine leibliche Tochter und drei weitere Pflegekinder (davon zwei mit Behinderung). S ist seit ihrer Geburt schwerbehindert. Der Grad ihrer Behinderung betrug zun&auml;chst 50. Es wurde eine geistige Behinderung festgestellt. Seit dem 26. Februar 2007 wurde der Grad der Behinderung mit 90 und eine geistige Behinderung festgestellt. S bezieht seit April 1997 eine Rente wegen Erwerbsunf&auml;higkeit. Der Aufgabenkreis des vom Vormundschaftsgericht f&uuml;r S bestellten Betreuers umfasst die Verm&ouml;gensangelegenheiten, die Aufenthaltsbestimmung, die Mitwirkung bei Ma&szlig;nahmen der Heilbehandlung und Gesundheitsf&uuml;rsorge und die Entgegennahme der Post. Das Sozialamt gew&auml;hrt seit September 2006 Eingliederungshilfe f&uuml;r behinderte Menschen i.S. der &sect;&sect; 53 ff. des Zw&ouml;lften Buches Sozialgesetzbuch -Sozialhilfe&#8211;. Die Kl&auml;gerin erh&auml;lt ein Betreuungsentgelt, das sich zusammensetzt aus einem Betrag f&uuml;r den durch das eigene Einkommen der S nicht gedeckten Grundbedarf und einem weiteren Betrag, der als Pflegegeld gezahlt wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beklagte und Revisionskl&auml;gerin (Familienkasse) lehnte mit Bescheid vom 18. September 2007 den Antrag der Kl&auml;gerin, ihr Kindergeld f&uuml;r die nach ihrer Ansicht als Pflegekind anzusehende S zu gew&auml;hren, ab. Den hiergegen gerichteten Einspruch wies die Familienkasse mit Einspruchsentscheidung vom 31. Oktober 2007 als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ck. Die Familienkasse sah die Voraussetzungen eines Pflegekindschaftsverh&auml;ltnisses als nicht gegeben an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) gab der Klage teilweise statt und verpflichtete die Familienkasse, unter Aufhebung des angegriffenen Bescheids und der Einspruchsentscheidung &uuml;ber den Kindergeldantrag f&uuml;r die Zahlungszeitr&auml;ume ab Januar 2002 unter Beachtung der Rechtsauffassung des FG erneut zu entscheiden (Entscheidungen der Finanzgerichte 2009, 1210). Zur Begr&uuml;ndung f&uuml;hrte es im Wesentlichen aus, dass auch zu einem bereits vollj&auml;hrigen Behinderten das f&uuml;r ein Pflegekindschaftsverh&auml;ltnis erforderliche familien&auml;hnliche Band begr&uuml;ndet werden k&ouml;nne. Bei S liege eine Behinderung vor, die eine Betreuungsbed&uuml;rftigkeit begr&uuml;nde. Daher habe bereits im Januar 2002 ein familien&auml;hnliches Band zwischen der Kl&auml;gerin und S bestanden, im Rahmen dessen die Kl&auml;gerin zu S in einem Aufsichts-, Betreuungs- und Erziehungsverh&auml;ltnis wie zwischen Eltern und leiblichen Kindern gestanden habe. Die Familienpflege sei auch im Fall von S eine nicht nur vor&uuml;bergehende Wohnm&ouml;glichkeit f&uuml;r eine erwachsene behinderte Person, die nicht selbst&auml;ndig leben k&ouml;nne und deshalb sonst der Hilfe in einem Heim bed&uuml;rfe. Es sei nicht erforderlich, dass die betreute Person derart schwer geistig oder seelisch behindert sei, dass sie in ihrer Entwicklung einem Kind gleich stehe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zur Begr&uuml;ndung ihrer Revision macht die Familienkasse geltend, das angefochtene Urteil beruhe auf einer unzutreffenden Auslegung des &sect; 32 Abs. 1 Nr. 2 des Einkommensteuergesetzes (EStG) und verletze daher Bundesrecht. Um bei Aufnahme eines Vollj&auml;hrigen ein Pflegekindschaftsverh&auml;ltnis entstehen zu lassen, m&uuml;sse die behinderte Person in ihrer geistigen Entwicklung einem Kind gleichstehen. Aufgrund des vorliegenden nerven&auml;rztlichen Gutachtens vom 12. Februar 2007 sei bei S jedoch von einer leichten bis mittelschweren geistigen und psychischen Behinderung auszugehen. Da S zudem noch &uuml;ber einen langen Zeitraum gearbeitet habe, k&ouml;nne unter keinem Gesichtspunkt davon ausgegangen werden, dass sie in ihrer geistigen Entwicklung einem Kind gleichstehe und sich ein Pflegekindschaftsverh&auml;ltnis zur Kl&auml;gerin habe entwickeln k&ouml;nnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Familienkasse beantragt, das angefochtene Urteil aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt sinngem&auml;&szlig;, die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beteiligten sind mit einer Entscheidung ohne m&uuml;ndliche Verhandlung einverstanden (&sect; 90 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt gem&auml;&szlig; &sect; 126 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 FGO zur Aufhebung des finanzgerichtlichen Urteils und zur Zur&uuml;ckverweisung der nicht spruchreifen Sache an das FG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. a) Nach &sect; 62 Abs. 1 i.V.m. &sect; 63 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 EStG besteht ein Kindergeldanspruch f&uuml;r Kinder i.S. des &sect; 32 Abs. 1 EStG. Kinder sind nach &sect; 32 Abs. 1 Nr. 2 EStG auch Pflegekinder. Ein Pflegekind ist nach dem in &sect; 32 Abs. 1 Nr. 2 EStG i.d.F. des Zweiten Gesetzes zur &Auml;nderung steuerlicher Vorschriften (St&Auml;ndG 2003) vom 15. Dezember 2003 (BGBl I 2003, 2645, BStBl I 2003, 710) enthaltenen Klammerzusatz eine Person, mit der der Steuerpflichtige durch ein familien&auml;hnliches, auf l&auml;ngere Dauer berechnetes Band verbunden ist, sofern er sie nicht zu Erwerbszwecken in seinen Haushalt aufgenommen hat und das Obhuts- und Pflegeverh&auml;ltnis zu den Eltern nicht mehr besteht. Die Neufassung des &sect; 32 Abs. 1 Nr. 2 EStG ist dem Streitfall zugrunde zu legen. Denn gem&auml;&szlig; &sect; 52 Abs. 40 Satz 1 EStG i.d.F. des St&Auml;ndG 2003 ist die ge&auml;nderte Fassung in allen F&auml;llen anzuwenden, in denen die Einkommensteuer noch nicht bestandskr&auml;ftig festgesetzt ist. Diese R&uuml;ckwirkung gilt auch f&uuml;r das Kindergeld, wenn dieses noch nicht bestandskr&auml;ftig festgesetzt bzw. die Festsetzung noch nicht bestandskr&auml;ftig abgelehnt ist (vgl. Senatsurteil vom 21. April 2005 III R 53\/02, BFH\/NV 2005, 1547).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Klammerzusatz stellt eine Legaldefinition dar (vgl. hierzu Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 5. Oktober 2004 VIII R 69\/02, BFH\/NV 2005, 524), d.h. die hierin enthaltenen Umst&auml;nde sind echte Tatbestandsvoraussetzungen und nicht nur erl&auml;uternde Nebenbestimmungen (ebenso Gr&ouml;nke-Reimann in Herrmann\/Heuer\/Raupach, &sect; 32 EStG Rz 44).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Ein familien&auml;hnliches Band liegt vor, wenn das Kind wie zur Familie angeh&ouml;rig angesehen und behandelt wird. Dies setzt voraus, dass zwischen dem Steuerpflichtigen und dem Kind ein Aufsichts-, Betreuungs- und Erziehungsverh&auml;ltnis wie zwischen Eltern und leiblichen Kindern besteht (BFH-Urteil in BFH\/NV 2005, 524, m.w.N.). Da das Gesetz Pflegekinder &uuml;ber &sect; 32 Abs. 1, Abs. 6 Satz 7 EStG und &sect; 63 Abs. 1 Satz 1 EStG in eine Reihe mit leiblichen Kindern, Adoptivkindern, Stief- und Enkelkindern stellt und das Pflegekindschaftsverh&auml;ltnis steuerrechtlich unter Umst&auml;nden &uuml;ber das 27. Lebensjahr bzw. &#8211;nach Absenkung der Altersgrenze durch das Steuer&auml;nderungsgesetz 2007 vom 19. Juli 2006 (BGBl I 2006, 1652, BStBl I 2006, 432)&#8211; &uuml;ber das 25. Lebensjahr hinauswirken und weiterhin zur Gew&auml;hrung von Kinderfreibetr&auml;gen und Kindergeld f&uuml;hren kann, ist ein besonders enges Band erforderlich (vgl. hierzu bereits Beschluss des Gro&szlig;en Senats des BFH vom 25. Januar 1971 GrS 6\/70, BFHE 101, 247, BStBl II 1971, 274).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach der Rechtsprechung des Bundessozialgerichts (BSG) ist erforderlich, dass das Aufsichts-, Erziehungs- und Betreuungsverh&auml;ltnis seine Grundlage in einer ideellen Dauerbindung findet; dabei ist nicht allein auf die &auml;u&szlig;eren Lebensumst&auml;nde, sondern auch darauf abzustellen, ob das Pflegekind in der Familie eine nat&uuml;rliche Einheit von Versorgung, Erziehung und &quot;Heimat&quot; findet &#8211; also nicht nur Kostg&auml;nger ist, sondern wie zur Familie geh&ouml;rig angesehen und behandelt wird (BSG-Urteile vom 22. September 1993&nbsp;&nbsp;10 RKg 6\/92, SozR 3-5870 &sect; 2 Nr. 20, und vom 19. November 1997&nbsp;&nbsp;14\/10 RKg 18\/96, F&uuml;rsorgerechtliche Entscheidungen der Verwaltungs- und Sozialgerichte 48, 188). Aus der Parallele zum Eltern-Kind-Verh&auml;ltnis ergibt sich zudem, dass auch zwischen dem Pflegelternteil und dem Pflegekind ein Autorit&auml;tsverh&auml;ltnis bestehen muss, aufgrund dessen sich das Pflegekind der Aufsichts-, Erziehungs- und Betreuungsmacht des Pflegeelternteils unterwirft (ebenso BSG-Urteil vom 29. August 1962&nbsp;&nbsp;7 RKg 7\/61, BSGE 17, 265; Felix, Kindergeldrecht, &sect; 63 EStG Rz 31; Helmke in Helmke\/Bauer, Familienleistungsausgleich, Kommentar, Fach A, I. Kommentierung, &sect; 32 EStG Rz 9). Dieser Auffassung schlie&szlig;t sich der Senat an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Vor dem Hintergrund des Umstands, dass die k&ouml;rperliche Versorgung und die Erziehung des Pflegekindes, die Voraussetzung f&uuml;r die Annahme eines familien&auml;hnlichen Bandes sind, bei einem gesunden Vollj&auml;hrigen in der Regel keine entscheidende Rolle mehr spielen, hat der BFH bereits entschieden, dass sich ein familien&auml;hnliches Band mit einem bereits Vollj&auml;hrigen nur bei Vorliegen besonderer Umst&auml;nde begr&uuml;nden l&auml;sst (vgl. BFH-Urteil in BFH\/NV 2005, 524).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Insoweit ist zum einen der psychischen Verfassung der zu pflegenden Person, insbesondere einer eventuellen Unf&auml;higkeit zu eigener Lebensgestaltung, im Einzelfall Bedeutung beizumessen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>W&auml;hrend bei Bestehen einer k&ouml;rperlichen Behinderung, einer Sinnesbehinderung (z.B. Blindheit, Geh&ouml;rlosigkeit) oder einer Sprachbehinderung die Entstehung eines familien&auml;hnlichen Bandes zu einem Vollj&auml;hrigen in der Regel bereits am Fehlen eines Erziehungsverh&auml;ltnisses scheitern wird, kommt bei Behinderungen im Bereich der geistigen F&auml;higkeiten oder der seelischen Gesundheit die Entstehung eines familien&auml;hnlichen Bandes grunds&auml;tzlich auch bei einem Vollj&auml;hrigen in Betracht. Dies bedeutet jedoch nicht, dass die Erbringung umf&auml;nglicher Pflege- und Unterst&uuml;tzungsleistungen und ein damit verbundenes hohes Ma&szlig; an pers&ouml;nlicher Zuwendung gegen&uuml;ber einem geistig oder seelisch behinderten Menschen zugleich auch ein familien&auml;hnliches Band begr&uuml;ndet (vgl. hierzu BSG-Urteil in SozR 3-5870 &sect; 2 Nr. 20). Denn dies h&auml;tte zur Folge, dass jedes Pflegeverh&auml;ltnis zwischen einer Person und einem in dieser Form Behinderten zugleich auch ein Pflegekindschaftsverh&auml;ltnis begr&uuml;nden w&uuml;rde (vgl. hierzu BFH-Urteil vom 4. April 1975 VI R 218\/72, BFHE 115, 477, BStBl II 1975, 636). Zwar reicht nach &sect; 2 Abs. 1 Satz 1 des Neunten Buches Sozialgesetzbuch f&uuml;r die Annahme einer Behinderung aus, dass die geistige F&auml;higkeit oder die seelische Gesundheit von dem f&uuml;r das Lebensalter typischen Zustand abweichen. Um den Behinderten aber in ein Aufsichts-, Betreuungs- und vor allem Erziehungsverh&auml;ltnis wie zwischen Eltern und leiblichen Kindern stellen zu k&ouml;nnen, muss die Behinderung so schwer sein, dass der geistige Zustand des Behinderten dem typischen Entwicklungsstand einer noch minderj&auml;hrigen Person entspricht (ebenso die Verwaltung, vgl. Abschn. 63.2.2.3 Abs. 3 Satz 6 der Dienstanweisung zur Durchf&uuml;hrung des Familienleistungsausgleichs nach dem X. Abschnitt des Einkommensteuergesetzes &#8211;DA-FamEStG&#8211;, Stand 2011, BStBl I 2009, 1033, BStBl I 2011, 21, 716).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Weiter ist erforderlich, dass trotz der Beeintr&auml;chtigung der geistigen F&auml;higkeiten M&ouml;glichkeiten und die Bereitschaft zu einer erzieherischen Einwirkung gegeben sein m&uuml;ssen. Ist eine erzieherische Einwirkungsm&ouml;glichkeit der pflegenden Person auf die zu pflegende Person als ausgeschlossen zu betrachten, &auml;hnelt ein solches Pflegeverh&auml;ltnis mehr dem zu einem Kostg&auml;nger als dem zwischen Eltern und ihren leiblichen Kindern. Daher ist die Entstehung eines familien&auml;hnlichen Bandes zu einem Vollj&auml;hrigen in einem solchen Fall in der Regel ausgeschlossen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Entgegen der Auffassung der Kl&auml;gerin ergibt sich aus diesen Einschr&auml;nkungen weder, dass der Kindergeldbezug f&uuml;r behinderte Pflegekinder &uuml;ber das 27. Lebensjahr hinaus nur bei geistiger Behinderung in Betracht kommt, noch folgt hieraus eine Ungleichbehandlung gegen&uuml;ber behinderten leiblichen Kindern oder Adoptivkindern. Ist das familien&auml;hnliche Band zwischen dem allein k&ouml;rperlich behinderten Pflegekind bereits vor Eintritt der Vollj&auml;hrigkeit entstanden, scheitert ein Kindergeldbezug weder &uuml;ber das 18. Lebensjahr noch &uuml;ber das 25. bzw. 27. Lebensjahr hinaus an der mangelnden Pflegekindeigenschaft, sofern nicht das familien&auml;hnliche Band sp&auml;ter aufgrund anderer Umst&auml;nde wieder gel&ouml;st wurde. Dass die Entstehung eines familien&auml;hnlichen Bandes zu einem bereits vollj&auml;hrigen Behinderten eine Behinderung voraussetzt, aufgrund derer der geistige Zustand des Behinderten dem typischen Entwicklungsstand einer noch minderj&auml;hrigen Person entspricht, stellt auch keine ungerechtfertigte Ungleichbehandlung gegen&uuml;ber den Eltern von allein k&ouml;rperlich behinderten leiblichen Kindern oder Adoptivkindern dar. Vielmehr dient dieses Erfordernis gerade der Gleichbehandlung, weil bei leiblichen Kindern und Adoptivkindern das famili&auml;re Band zu den kindergeldberechtigten Elternteilen bereits besteht. Die Auffassung der Kl&auml;gerin, wonach es f&uuml;r die Begr&uuml;ndung eines Pflegekindschaftsverh&auml;ltnisses ausreichend sei, wenn das Kind die Voraussetzungen des &sect; 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 3 EStG erf&uuml;llt, w&uuml;rde hingegen bei behinderten Kindern zu einem Leerlaufen der Tatbestandsvoraussetzung &quot;familien&auml;hnliches, auf l&auml;ngere Dauer berechnetes Band&quot; f&uuml;hren, da ein Pflegekindschaftsverh&auml;ltnis dann immer schon bei nicht zu Erwerbszwecken erfolgter Haushaltsaufnahme des behinderten Kindes und Ausscheiden aus dem Obhuts- und Pflegeverh&auml;ltnis zu den leiblichen Eltern anzunehmen w&auml;re.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Auch wenn die geistig behinderte oder seelisch kranke Person umfangreicher &Uuml;berwachung, Anweisung und Unterst&uuml;tzung bedarf, folgt daraus allein noch nicht, dass sie wie zur Familie geh&ouml;rig anzusehen w&auml;re. Vielmehr m&uuml;ssen weitere Umst&auml;nde hinzukommen, aus denen sich eine Vergleichbarkeit zu den Verh&auml;ltnissen leiblicher Kinder und eine Zugeh&ouml;rigkeit zur Familie ergeben (ebenso BSG-Urteil in SozR 3-5870 &sect; 2 Nr. 20). Insoweit ist insbesondere von Bedeutung, wie sich die Wohn- und Lebensverh&auml;ltnisse der zu pflegenden Person innerhalb der Familie darstellen (welche R&auml;ume stehen den einzelnen Familienangeh&ouml;rigen allein oder zur Mitbenutzung zur Verf&uuml;gung?), in welchem Verh&auml;ltnis die zu pflegende Person zu den anderen Familienangeh&ouml;rigen steht (Eingliederung in die Rolle eines Kindes gegen&uuml;ber &quot;Pflegeeltern&quot; und etwaigen &quot;Pflegegeschwistern&quot;) und ob sie in die famili&auml;re Lebensgestaltung eingebunden ist (z.B. Teilnahme an gemeinsamen Mahlzeiten, Freizeit- und Urlaubsaktivit&auml;ten etc.). Ferner ist in die Gesamtw&uuml;rdigung einzubeziehen, ob und inwieweit die Aufsichts-, Betreuungs- und Erziehungsaufgaben in familien&auml;hnlicher Weise von der pflegenden Person selbst wahrgenommen werden bzw. ob und inwieweit in nicht familien&auml;hnlicher Weise andere, insbesondere nicht haushaltszugeh&ouml;rige &quot;familienfremde&quot; Personen (z.B. Betreuungsfachkr&auml;fte des Tr&auml;gers der Familienpflege), solche Aufgaben erf&uuml;llen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Da insbesondere die erzieherische Einwirkungsm&ouml;glichkeit sich im Eltern-Kind-Verh&auml;ltnis aus einem Autorit&auml;tsverh&auml;ltnis ableitet, ist eine solche Autorit&auml;tsstellung der pflegenden Person gegen&uuml;ber der zu pflegenden Person auch Voraussetzung f&uuml;r das Vorliegen eines familien&auml;hnlichen Bandes. Diese leitet sich im Verh&auml;ltnis zwischen Eltern und ihren leiblichen Kindern im Regelfall bereits daraus ab, dass die Eltern wesentlich &auml;lter sind als das Kind (vgl. hierzu bereits BFH-Urteile in BFHE 115, 477, BStBl II 1975, 636, und vom 5. August 1977 VI R 187\/74, BFHE 123, 380, BStBl II 1977, 832; BSG-Urteil vom 14. November 1961&nbsp;&nbsp;11 RV 20\/61, BSGE 15, 239) und &uuml;ber das ihnen zustehende Erziehungsrecht (&sect; 1631 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuches) langj&auml;hrig auf die Entwicklung des Kindes Einfluss nehmen k&ouml;nnen bzw. schon genommen haben. Erf&uuml;llt die pflegende Person diese Voraussetzungen nicht, m&uuml;ssen andere besondere Umst&auml;nde vorliegen, aus denen sich im Einzelfall die Entstehung eines Autorit&auml;tsverh&auml;ltnisses zwischen der pflegenden und der gepflegten Person ergibt (z.B. langj&auml;hrige &Uuml;bernahme der Elternrolle f&uuml;r ein minderj&auml;hriges behindertes Geschwisterteil bei Vollwaisen). Eine andere Beurteilung ergibt sich auch nicht daraus, dass das BSG im Urteil vom 7. August 1991&nbsp;&nbsp;10 RKg 15\/91 (SozR 3-5870 &sect; 2 Nr. 16) auf das Erfordernis eines Altersunterschieds verzichtet. Denn insoweit ist zu ber&uuml;cksichtigen, dass das BSG zum einen den Pflegekindbegriff aus seiner spezifischen sozialrechtlichen Funktion heraus interpretiert hat. Dagegen hat der Begriff des Pflegekindes in dem System der Einkommensteuer eine andere Funktion; insbesondere schlie&szlig;t eine engere Auslegung des steuerrechtlichen Pflegekindbegriffs anderweitige Steuererm&auml;&szlig;igungen (z.B. &sect;&sect; 33, 33a EStG) nicht aus (s. hierzu Beschluss des Gro&szlig;en Senats des BFH in BFHE 101, 247, BStBl II 1971, 274). Zum anderen lagen auch in dem der BSG-Entscheidung zugrundeliegenden Sachverhalt besondere Umst&auml;nde vor, aus denen das BSG eine Erziehungsfunktion ableitete (Behinderte stand in ihrer Entwicklung einem zehnj&auml;hrigen Kind gleich und wurde von ihrer zur Pflegerin bestellten Nichte betreut).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>dd) Da der Pflegekindbegriff nach der Legaldefinition des &sect; 32 Abs. 1 Nr. 2 EStG voraussetzt, dass der Steuerpflichtige mit dem Pflegekind durch ein familien&auml;hnliches Band &quot;verbunden ist&quot;, muss die ideelle Beziehung zwischen dem Steuerpflichtigen und dem Pflegekind bereits &uuml;ber einen l&auml;ngeren Zeitraum bestanden haben, bevor von einer ideellen Bindung ausgegangen werden kann. Dies entspricht auch dem typischen Eltern-Kind-Verh&auml;ltnis, das sich gegen&uuml;ber einem bereits Vollj&auml;hrigen in der Regel schon &uuml;ber viele Jahre entwickelt hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Demgegen&uuml;ber zielt das Tatbestandsmerkmal, wonach es sich um ein &quot;auf l&auml;ngere Dauer berechnetes&quot; Band handeln muss, darauf ab, wie sich die zuk&uuml;nftige Entwicklung des Verh&auml;ltnisses zwischen der pflegenden Person und der gepflegten Person darstellt. Insoweit muss aus Sicht der pflegenden Person beabsichtigt sein, die bereits entstandene famili&auml;re Bindung auch zuk&uuml;nftig langj&auml;hrig aufrecht zu erhalten. Dabei bestehen keine Bedenken, wenn im Regelfall eine beabsichtigte Dauer von zwei Jahren als ausreichend angesehen wird (ebenso Abschn. 63.2.2.3 Abs. 2 S&auml;tze 1 bis 3 DA-FamEStG). Da es nur auf die beabsichtigte Dauer ankommt, ist dagegen nicht entscheidend, dass die tats&auml;chliche Dauer im R&uuml;ckblick k&uuml;rzer oder l&auml;nger ausf&auml;llt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Das FG hat diese Rechtsgrunds&auml;tze nur teilweise ber&uuml;cksichtigt und wird daher im zweiten Rechtsgang die noch fehlenden Feststellungen nachzuholen haben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es hat zwar festgestellt, dass eine Behinderung vorliegt, die seit dem 26. Februar 2007 mit einem Grad von 90 festgestellt ist. Die dar&uuml;ber hinaus getroffenen Feststellungen, dass sich S im Rahmen der Gew&auml;hrung von Eingliederungshilfe in Familienpflege befunden hat, f&uuml;r bestimmte Aufgabenbereiche einen Betreuer zugewiesen bekommen und eine Erwerbsunf&auml;higkeitsrente erhalten hat, tragen die daraus gezogene Schlussfolgerung, dass sich S in einem Aufsichts-, Betreuungs- und Erziehungsverh&auml;ltnis befunden haben muss, jedoch nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Es ist zun&auml;chst noch aufzukl&auml;ren, ob die geistige Behinderung so schwer war, dass der geistige Zustand von S dem typischen Entwicklungsstand einer noch minderj&auml;hrigen Person entsprach. Insoweit ist auch der Umstand zu w&uuml;rdigen, dass die Behinderung f&uuml;r den Streitzeitraum Januar 2002 bis Januar 2007 noch mit einem Grad von 50 festgestellt war. Zudem sind Feststellungen dazu erforderlich, ob die geistige Behinderung Raum f&uuml;r erzieherische Einwirkungsm&ouml;glichkeiten er&ouml;ffnete.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Des Weiteren sind bislang keine Feststellungen zu den Wohn- und Lebensverh&auml;ltnissen von S innerhalb der Familie, zum Verh&auml;ltnis zu den &uuml;brigen Familienangeh&ouml;rigen, zur Einbindung in die famili&auml;re Lebensgestaltung sowie zum Umfang der Wahrnehmung der Aufsichts-, Betreuungs- und Erziehungsaufgaben durch die Kl&auml;gerin und die von dem Tr&auml;ger der Familienpflege eingeschaltete Betreuungsfachkraft getroffen worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Die Kl&auml;gerin ist weder &auml;lter als S noch war ihr im Rahmen einer Personensorgeregelung eine Erziehungsfunktion einger&auml;umt worden. Besondere sonstige Umst&auml;nde, die gleichwohl die Entstehung eines Autorit&auml;tsverh&auml;ltnisses wie zwischen Eltern und leiblichen Kindern begr&uuml;nden k&ouml;nnten, hat das FG bisher nicht festgestellt. Das langj&auml;hrige Bestehen einer Betreuung k&auml;me als besonderer Umstand allenfalls dann in Betracht, wenn die Kl&auml;gerin selbst als Betreuerin eingesetzt gewesen w&auml;re und aus der tats&auml;chlichen Durchf&uuml;hrung der Betreuung Anhaltspunkte f&uuml;r die Entstehung eines Autorit&auml;tsverh&auml;ltnisses abgeleitet werden k&ouml;nnten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Hinsichtlich der zeitlichen Anforderungen an die zwischen der Kl&auml;gerin und S bestehende Verbindung hat das FG zwar bereits festgestellt, dass sich S zu Beginn des Streitzeitraums (Januar 2002) bereits &uuml;ber einen l&auml;ngeren Zeitraum, n&auml;mlich seit Oktober 1999, im Haushalt der Kl&auml;gerin befand. Festzustellen ist jedoch ggf. noch, ob die Kl&auml;gerin beabsichtigte, nach Entstehung einer famili&auml;ren Bindung diese auch zuk&uuml;nftig langj&auml;hrig aufrecht zu erhalten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 9.2.2012, III R 15\/09 Entstehung eines Pflegekindschaftsverh&auml;ltnisses i.S. von &sect; 32 Abs. 1 Nr. 2 EStG zu einer bereits vollj&auml;hrigen behinderten Person Leits&auml;tze 1. 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