{"id":8551,"date":"2012-12-05T04:18:49","date_gmt":"2012-12-05T02:18:49","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=8551"},"modified":"2012-12-05T04:18:49","modified_gmt":"2012-12-05T02:18:49","slug":"iii-r-53-10-kindergeld-fuer-ein-im-rahmen-der-eingliederungshilfe-tagsueber-teilstationaer-in-einer-werkstatt-fuer-behinderte-menschen-untergebrachtes-kind","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-r-53-10-kindergeld-fuer-ein-im-rahmen-der-eingliederungshilfe-tagsueber-teilstationaer-in-einer-werkstatt-fuer-behinderte-menschen-untergebrachtes-kind\/","title":{"rendered":"III&nbsp;R&nbsp;53\/10 &#8211; Kindergeld f&uuml;r ein im Rahmen der Eingliederungshilfe tags&uuml;ber teilstation&auml;r in einer Werkstatt f&uuml;r behinderte Menschen untergebrachtes Kind"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 9.2.2012, III R 53\/10<\/p>\n<p class=\"titel\">Kindergeld f&uuml;r ein im Rahmen der Eingliederungshilfe tags&uuml;ber teilstation&auml;r in einer Werkstatt f&uuml;r behinderte Menschen untergebrachtes Kind<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Bei der Pr&uuml;fung der Frage, ob ein behindertes Kind mit den ihm zur Verf&uuml;gung stehenden finanziellen Mitteln seinen gesamten notwendigen Lebensbedarf (Grundbedarf und behinderungsbedingten Mehrbedarf) bestreiten kann, ist die Eingliederungshilfe als Leistung eines Dritten sowohl auf der Mittel- als auch auf der Bedarfsseite anzusetzen. Sie wirkt sich im Ergebnis deshalb nur in H&ouml;he eines als Sachbezug zu erfassenden Verpflegungswerts aus.<\/p>\n<p>2. Im Fall einer teilstation&auml;ren Unterbringung kann der Behinderten-Pauschbetrag nach &sect; 33b Abs. 3 EStG nicht zus&auml;tzlich zu den Leistungen der Eingliederungshilfe als behinderungsbedingter Mehrbedarf angesetzt werden (Best&auml;tigung der BFH-Urteile vom 24. August 2004 VIII R 50\/03, BFHE 207, 250, BStBl II 2010, 1052, und VIII R 90\/03, BFH\/NV 2005, 332).<\/p>\n<p>3. Bei einem behinderten Kind mit dem Merkzeichen &quot;H&quot; ist es offensichtlich, dass f&uuml;r die Zeit au&szlig;erhalb der teilstation&auml;ren Unterbringung ein weiterer behinderungsbedingter und ggf. zu sch&auml;tzender Mehrbedarf anf&auml;llt. Dies gilt nicht nur, wenn das Kind noch im elterlichen Haushalt untergebracht ist, sondern gleicherma&szlig;en, wenn es in einem eigenen Haushalt lebt und dort versorgt, betreut und unterst&uuml;tzt wird.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Revisionsbeklagte (Kl&auml;gerin) ist die Mutter ihres im August 1973 geborenen Sohnes M. Dieser leidet seit seinem 7. Lebensjahr an einer schweren Epilepsie. Laut letztem Bescheid des Nieders&auml;chsischen Landesamts f&uuml;r Soziales, Jugend und Familie betr&auml;gt der Grad der Behinderung (GdB) 100. Zudem wurden die Merkzeichen &quot;G&quot;, &quot;B&quot;, &quot;RF&quot; sowie &quot;H&quot; festgestellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>M lebt in einer eigenen Wohnung in O, wo er von seinen Eltern betreut, versorgt und unterst&uuml;tzt wird. Zeitweise wird M auch im elterlichen Haushalt versorgt. Er geht einer Besch&auml;ftigung im Arbeitsbereich der O Werkst&auml;tten gGmbH &#8211;gGmbH&#8211; (Werkstatt f&uuml;r behinderte Menschen &#8211;WfbM&#8211;) nach und erh&auml;lt insoweit &#8211;einschlie&szlig;lich eines freien Mittagessens&#8211; Eingliederungshilfen gem&auml;&szlig; &sect;&sect; 53, 54 des Zw&ouml;lften Buches Sozialgesetzbuch in der f&uuml;r den Streitzeitraum ma&szlig;geblichen Fassung (SGB XII). Als Arbeitsentgelt in der teilstation&auml;ren Einrichtung erh&auml;lt M seit Januar 2008 monatlich 152,28 EUR. Daneben bezieht er &#8211;nach Abzug der Beitr&auml;ge zur Kranken- und Pflegeversicherung&#8211; eine monatliche Erwerbsunf&auml;higkeitsrente in H&ouml;he von 557,35 EUR.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Den Antrag auf Kindergeld f&uuml;r M lehnte die Beklagte und Revisionskl&auml;gerin (Familienkasse) mit Bescheid vom 13. M&auml;rz 2008 ab. Der hiergegen eingelegte Einspruch hatte f&uuml;r den Streitzeitraum ab Januar 2008 keinen Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) gab der Klage statt. Zur Begr&uuml;ndung f&uuml;hrte es im Wesentlichen aus, bei der Ermittlung des existentiellen Lebensbedarfs sei neben dem Grundbedarf mangels Einzelnachweises ein behinderungsbedingter Mehrbedarf in H&ouml;he des Behinderten-Pauschbetrags zu ber&uuml;cksichtigen. Dem stehe weder entgegen, dass M in einem eigenen Haushalt lebe, noch dass er diesen tags&uuml;ber f&uuml;r seine T&auml;tigkeit in den Werkst&auml;tten der gGmbH (WfbM) verlasse. Es sei offensichtlich, dass auch in einem solchen Fall ein behinderungsbedingter Mehrbedarf entstehe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit ihrer Revision r&uuml;gt die Familienkasse eine Verletzung des &sect; 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 3 des Einkommensteuergesetzes in der im Streitzeitraum geltenden Fassung (EStG). Nach Abschnitt 63.3.6.4 Abs. 2 Satz 3 der Dienstanweisung zur Durchf&uuml;hrung des Familienleistungsausgleichs nach dem X. Abschnitt des Einkommensteuergesetzes (Stand Januar 2009, BStBl I 2009, 1033) sei zur Ermittlung des behinderungsbedingten Mehrbedarfs auch bei nur teilstation&auml;rer Unterbringung immer ein Einzelnachweis erforderlich. Neben dem auf der Grundlage der gezahlten Eingliederungshilfe ermittelten Mehrbedarf komme der zus&auml;tzliche Ansatz des Behinderten-Pauschbetrags nicht in Betracht, weil der Ansatz der Kosten f&uuml;r die Unterbringung in einer WfbM einem Einzelnachweis entspreche, so dass daneben f&uuml;r einen Pauschbetrag kein Raum bleibe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Familienkasse beantragt, das angefochtene Urteil aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision der Familienkasse ist unbegr&uuml;ndet und nach &sect; 126 Abs. 2 FGO zur&uuml;ckzuweisen. Das FG hat den Kindergeldanspruch der Kl&auml;gerin im Ergebnis zu Recht bejaht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Gem&auml;&szlig; &sect; 62 Abs. 1, &sect; 63 Abs. 1 S&auml;tze 1 und 2 i.V.m. &sect; 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 3 EStG besteht f&uuml;r ein Kind, welches das 18. Lebensjahr vollendet hat, ein Anspruch auf Kindergeld, wenn es wegen k&ouml;rperlicher, geistiger oder seelischer Behinderung au&szlig;erstande ist, sich selbst zu unterhalten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) ist ein behindertes Kind dann imstande, sich selbst zu unterhalten, wenn es mit den ihm zur Verf&uuml;gung stehenden finanziellen Mitteln seinen gesamten notwendigen Lebensbedarf bestreiten kann. Der existentielle Lebensbedarf des behinderten Kindes setzt sich typischerweise aus dem allgemeinen Lebensbedarf (Grundbedarf) und dem individuellen behinderungsbedingten Mehrbedarf zusammen. Hinsichtlich des Grundbedarfs gilt der Jahresgrenzbetrag des &sect; 32 Abs. 4 Satz 2 EStG als Ma&szlig;stab. Der behinderungsbedingte Mehrbedarf umfasst Aufwendungen, die gesunde Kinder nicht haben. Dazu geh&ouml;ren alle mit einer Behinderung zusammenh&auml;ngenden au&szlig;ergew&ouml;hnlichen Belastungen, z.B. Aufwendungen f&uuml;r zus&auml;tzliche W&auml;sche, Unterst&uuml;tzungs- und Hilfeleistungen sowie typische Erschwernisaufwendungen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zu den dem behinderten Kind zur Verf&uuml;gung stehenden eigenen finanziellen Mitteln geh&ouml;ren nicht nur dessen Eink&uuml;nfte und Bez&uuml;ge als verf&uuml;gbares Einkommen, sondern auch Leistungen Dritter, wie beispielsweise die Kosten der Unterbringung in einer WfbM (Eingliederungshilfe &#8211; z.B. Lange\/Novak\/Sander\/ Stahl\/Weinhold, Kindergeldrecht im &ouml;ffentlichen Dienst, &sect;&sect; 32, 63 EStG Erl. C VII 12 III\/A.10 Rz 352 f. und 366). Auf die Herkunft der Mittel und ihre Zweckbestimmung kommt es in diesem Zusammenhang nicht an (Pust in Littmann\/Bitz\/Pust, Das Einkommensteuerrecht, Kommentar, &sect; 32 EStG Rz 486).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Das FG hat im Ergebnis zu Recht entschieden, dass M im Streitzeitraum behinderungsbedingt nicht in der Lage war, sich selbst zu unterhalten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach den Feststellungen des FG verf&uuml;gte M monatlich nur &uuml;ber Einnahmen aus seiner T&auml;tigkeit in der WfbM in H&ouml;he von 152,28 EUR sowie &uuml;ber eine Erwerbsunf&auml;higkeitsrente in H&ouml;he von 557,35 EUR. Unsch&auml;dlich ist im Streitfall letztlich, dass das FG die Kosten f&uuml;r die Besch&auml;ftigung von M in der WfbM nicht der H&ouml;he nach festgestellt hat. Diese von dem Sozialleistungstr&auml;ger im Rahmen der Eingliederungshilfe (&sect;&sect; 53, 54 SGB XII) getragenen Kosten sind sowohl als behinderungsbedingter Mehrbedarf als auch als dem Kind zur Verf&uuml;gung stehende finanzielle Mittel anzusetzen. Sie wirken sich damit im Ergebnis nur in H&ouml;he des als Sachbezug zu erfassenden Verpflegungswerts f&uuml;r das freie Mittagessen aus. Das FG hat die Berechnung der Familienkasse &uuml;bernommen und ist insoweit von einem Betrag in H&ouml;he von 80 EUR ausgegangen, hat also den Monatswert der Sozialversicherungsentgeltverordnung in der im Streitzeitraum geltenden Fassung (SvEV) vom 21. Dezember 2006 (BGBl I 2006, 3385, BStBl I 2006, 782) herangezogen. Unter anteiliger Ber&uuml;cksichtigung von Arbeitnehmer-Pauschbetrag (&sect; 9a Satz 1 Nr. 1 Buchst. a EStG), Werbungskostenpauschbetrag (&sect; 9a Satz 1 Nr. 3 EStG) und der Kostenpauschale von 180 EUR belaufen sich die Mittel von M auf maximal 689,46 EUR monatlich. Tats&auml;chlich ist davon auszugehen, dass dieser Betrag noch zu hoch ist, da nach &sect; 2 Abs. 6 SvEV f&uuml;r die Tage, an denen keine Verpflegung zur Verf&uuml;gung gestellt wurde, kein Sachbezug anzusetzen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Im Streitzeitraum belief sich der Grundbedarf von M auf monatlich 640 EUR. Entgegen der Ansicht der Familienkasse kann nicht davon ausgegangen werden, dass der behinderungsbedingte Mehrbedarf nur den &#8211;betragsm&auml;&szlig;ig nicht nachgewiesenen&#8211; Unterbringungskosten in der WfbM entspricht, daneben also kein weiterer Mehrbedarf zu ber&uuml;cksichtigen w&auml;re.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Zwar hat der BFH einerseits bereits entschieden, dass auch im Fall einer nur teilstation&auml;ren Unterbringung der Behinderten-Pauschbetrag nach &sect; 33b Abs. 3 EStG nicht zus&auml;tzlich zu den Leistungen der Eingliederungshilfe f&uuml;r die Werkstattunterbringung angesetzt werden kann (vgl. BFH-Urteile vom 24. August 2004 VIII R 50\/03, BFHE 207, 250, BStBl II 2010, 1052, unter 2.b, und VIII R 90\/03, BFH\/NV 2005, 332). An dieser Auffassung h&auml;lt der Senat fest (s. bereits Senatsurteil vom 31. August 2006 III R 71\/05, BFHE 214, 544, BStBl II 2010, 1054).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Der BFH hat jedoch andererseits keine Zweifel daran gehabt, dass zus&auml;tzlich zu den Aufwendungen f&uuml;r die teilstation&auml;re Unterbringung ein weiterer behinderungsbedingter Mehrbedarf anf&auml;llt, da offensichtlich ist, dass ein behindertes Kind mit dem Merkmal &quot;H&quot; w&auml;hrend des Aufenthalts in dem Haushalt, in dem es lebt, der Betreuung bedarf und nicht ohne Hilfeleistungen anderer Personen auskommt (vgl. BFH-Urteil in BFHE 207, 250, BStBl II 2010, 1052, unter 2.c). Dabei macht es keinen Unterschied, ob das behinderte Kind in dem Haushalt der Eltern lebt oder es &#8211;wie es nach den nicht mit Verfahrensr&uuml;gen angegriffenen Feststellungen des FG vorliegend zeitweise der Fall war&#8211; in einer eigenen Wohnung lebt und dort versorgt, betreut und unterst&uuml;tzt wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der BFH hat ebenfalls klargestellt, dass dieser zus&auml;tzliche behinderungsbedingte Mehrbedarf nicht nur dann zu ber&uuml;cksichtigen ist, wenn die daf&uuml;r angefallenen Kosten nachgewiesen werden, sondern dass dieser ggf. nach &sect; 162 der Abgabenordnung zu sch&auml;tzen ist (vgl. BFH-Urteil in BFHE 207, 250, BStBl II 2010, 1052).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) M ist bei einem GdB von 100 zus&auml;tzlich das Merkzeichen &quot;H&quot; zuerkannt. Letzteres ist im Schwerbehindertenausweis einzutragen, wenn der schwerbehinderte Mensch hilflos i.S. des &sect; 33b EStG oder entsprechender Vorschriften ist (&sect; 3 Abs. 1 Nr. 2 der auf Grund von &sect; 70 des Neunten Buches Sozialgesetzbuch ergangenen Schwerbehindertenausweisverordnung &#8211; Urteil des Bundessozialgerichts vom 12. Februar 2003 B 9 SB 1\/02 R, BFH\/NV 2004, Beilage 2, 189, mit weiteren Ausf&uuml;hrungen zum Ausma&szlig; des Hilfebedarfs). Dies setzt voraus, dass die Person f&uuml;r eine Reihe von h&auml;ufig und regelm&auml;&szlig;ig wiederkehrenden Verrichtungen zur Sicherung ihrer pers&ouml;nlichen Existenz im Ablauf eines jeden Tages fremder Hilfe dauernd bedarf (&sect; 33b Abs. 6 Satz 3 EStG). Diese Voraussetzungen sind auch erf&uuml;llt, wenn die Hilfe in Form einer &Uuml;berwachung oder einer Anleitung zu den Verrichtungen erforderlich ist oder wenn die Hilfe zwar nicht dauernd geleistet werden muss, jedoch eine st&auml;ndige Bereitschaft zur Hilfeleistung erforderlich ist (&sect; 33b Abs. 6 Satz 4 EStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach den Feststellungen des FG wurde M im Streitzeitraum von der Kl&auml;gerin und ihrem Mann versorgt, betreut und unterst&uuml;tzt. Aus diesen &#8211;nicht angegriffenen&#8211; Feststellungen ergibt sich zugleich, dass der M infolge seiner Behinderung zus&auml;tzlich zu seiner teilstation&auml;ren Unterbringung entstehende Mehrbedarf vern&uuml;nftigerweise nicht unter 50 EUR im Monat liegen kann. Dann aber reichen seine Mittel nicht aus, um seinen gesamten Lebensbedarf zu decken, und das FG hat die Familienkasse letztendlich zu Recht zur Festsetzung von Kindergeld f&uuml;r den Streitzeitraum verpflichtet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 9.2.2012, III R 53\/10 Kindergeld f&uuml;r ein im Rahmen der Eingliederungshilfe tags&uuml;ber teilstation&auml;r in einer Werkstatt f&uuml;r behinderte Menschen untergebrachtes Kind Leits&auml;tze 1. 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