{"id":8555,"date":"2012-12-05T04:25:19","date_gmt":"2012-12-05T02:25:19","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=8555"},"modified":"2012-12-05T04:25:19","modified_gmt":"2012-12-05T02:25:19","slug":"vi-b-147-11-kindergeld-rueckforderung-vertrauensschutz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-b-147-11-kindergeld-rueckforderung-vertrauensschutz\/","title":{"rendered":"VI&nbsp;B&nbsp;147\/11 &#8211; Kindergeld &#8211; R&uuml;ckforderung &#8211; Vertrauensschutz"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 6.2.2012, VI B 147\/11<\/p>\n<p class=\"titel\">Kindergeld &#8211; R&uuml;ckforderung &#8211; Vertrauensschutz<\/p>\n<p class=\"gruende\">Gr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beschwerde ist unbegr&uuml;ndet und durch Beschluss zur&uuml;ckzuweisen (&sect; 116 Abs. 5 Satz 1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die Rechtssache hat keine grunds&auml;tzliche Bedeutung (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO). Dieser Zulassungsgrund ist nur gegeben, wenn die f&uuml;r bedeutsam gehaltene Rechtsfrage im Allgemeininteresse kl&auml;rungsbed&uuml;rftig und im Streitfall kl&auml;rungsf&auml;hig ist. An der Kl&auml;rungsbed&uuml;rftigkeit fehlt es, wenn die Rechtsfrage anhand der gesetzlichen Grundlagen und der bereits vorliegenden Rechtsprechung beantwortet werden kann und keine neuen Gesichtspunkte erkennbar sind, die eine erneute Pr&uuml;fung und Entscheidung der Rechtsfrage durch den Bundesfinanzhof (BFH) geboten erscheinen lassen. Ferner darf sich die Bedeutung der Rechtssache nicht in der Entscheidung des konkreten Einzelfalls ersch&ouml;pfen, sondern muss eine Vielzahl gleichartiger F&auml;lle betreffen und einer Verallgemeinerung zug&auml;nglich sein (z.B. BFH-Beschluss vom 28. September 2009 XI B 103\/08, BFH\/NV 2010, 73, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In der Rechtsprechung des BFH ist bereits gekl&auml;rt, dass die Weiterzahlung des Kindergeldes selbst bei Mitteilung der Umst&auml;nde, die zum Wegfall des Kindergeldanspruchs f&uuml;hren, zur Schaffung eines Vertrauenstatbestandes allein nicht ausreicht. Hinzukommen m&uuml;ssen vielmehr besondere Umst&auml;nde, die die Geltendmachung des R&uuml;ckforderungsanspruchs als illoyale Rechtsaus&uuml;bung erscheinen lassen. Bei einem Massenverfahren wie im Kindergeldrecht ist dabei ein besonders eindeutiges Verhalten der Familienkasse zu fordern, dem zu entnehmen ist, dass sie auch nach Pr&uuml;fung des Falls unter Ber&uuml;cksichtigung ver&auml;nderter Umst&auml;nde von einem Fortbestehen des Kindergeldanspruchs ausgeht, und ein anderer Eindruck bei dem Kindergeldempf&auml;nger nicht entstehen kann. Dem Verhalten der Familienkasse muss also die konkludente Zusage zu entnehmen sein, dass der Kindergeldempf&auml;nger mit einer R&uuml;ckforderung des Kindergeldes nicht zu rechnen brauche (z.B. BFH-Urteile vom 14. Oktober 2003 VIII R 56\/01, BFHE 203, 472, BStBl II 2004, 123, und vom 15. Juni 2004 VIII R 93\/03, BFH\/NV 2005, 153; BFH-Beschl&uuml;sse vom 26. November 2007 III B 121\/06, BFH\/NV 2008, 553, und vom 28. Januar 2010 III B 37\/09, BFH\/NV 2010, 837).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Danach kommt eine Zulassung der Revision unter dem Gesichtspunkt der grunds&auml;tzlichen Bedeutung nicht in Betracht. Ob dem Verhalten der Beklagten und Beschwerdegegnerin (Familienkasse) die konkludente Zusage zu entnehmen ist, dass der Kindergeldempf&auml;nger mit einer R&uuml;ckforderung des Kindergeldes nicht zu rechnen brauche, und ob ein solches Verhalten dabei auch durch unterlassene Ermittlungen der Familienkasse veranlasst sein kann, l&auml;sst sich &#8211;auch wenn wie vorliegend die vertrauensschutzbegr&uuml;ndende Wirkung einer Bescheinigung &uuml;ber den Bezug von Kindergeld in Rede steht&#8211; nur anhand der Umst&auml;nde des konkreten Einzelfalls beurteilen und ist einer Verallgemeinerung nicht zug&auml;nglich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) K&ouml;nnen die entscheidungserheblichen Rechtsfragen &#8211;wie hier&#8211; nur anhand von einzelfallbezogenen Umst&auml;nden in einer Gesamtw&uuml;rdigung beantwortet werden, kommt auch eine Zulassung der Revision unter dem Gesichtspunkt der Rechtsfortbildung nicht in Betracht (vgl. BFH-Beschluss vom 3. Dezember 2010 V B 29\/10, BFH\/NV 2011, 563).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Schlie&szlig;lich ist im Streitfall auch keine Zulassung der Revision zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 2&nbsp;&nbsp;2. Alternative FGO) geboten. Zwar ist die Revision nach der genannten Vorschrift auch zuzulassen, wenn ein Rechtsfehler des Finanzgerichts (FG) zu einer &quot;greifbar gesetzwidrigen&quot; Entscheidung gef&uuml;hrt hat. Voraussetzung hierf&uuml;r ist jedoch, dass die Entscheidung des FG in einem solchen Ma&szlig;e fehlerhaft ist, dass das Vertrauen in die Rechtsprechung nur durch eine h&ouml;chstrichterliche Korrektur der finanzgerichtlichen Entscheidung wiederhergestellt werden k&ouml;nnte (st&auml;ndige Rechtsprechung, z.B. BFH-Beschluss vom 12. Mai 2011 IX B 121\/10, BFH\/NV 2011, 1391, m.w.N.). Diese Voraussetzung kann etwa dann vorliegen, wenn das FG eine offensichtlich einschl&auml;gige entscheidungserhebliche Vorschrift &uuml;bersehen hat (vgl. BFH-Beschluss vom 28. Juli 2003 V B 72\/02, BFH\/NV 2003, 1597) oder wenn das Urteil jeglicher gesetzlichen Grundlage entbehrt oder auf einer offensichtlich Wortlaut und Gesetzeszweck widersprechenden Gesetzesauslegung beruht (vgl. BFH-Beschluss vom 8. Februar 2006 III B 128\/04, BFH\/NV 2006, 1116). Unterhalb dieser Schwelle liegende erhebliche Rechtsfehler reichen dagegen nicht aus, um eine greifbare Gesetzwidrigkeit oder gar eine Willk&uuml;rlichkeit der angefochtenen Entscheidung anzunehmen (vgl. BFH-Beschluss vom 7. Juli 2005 IX B 13\/05, BFH\/NV 2005, 2031). Im Streitfall hat die Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin keinen solch qualifizierten Rechtsanwendungsfehler dargelegt. Die als unzutreffend behaupteten W&uuml;rdigungen und Wertungen des FG enthalten jedenfalls keine solche willk&uuml;rliche Entscheidung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 6.2.2012, VI B 147\/11 Kindergeld &#8211; R&uuml;ckforderung &#8211; Vertrauensschutz Gr&uuml;nde 1&nbsp; Die Beschwerde ist unbegr&uuml;ndet und durch Beschluss zur&uuml;ckzuweisen (&sect; 116 Abs. 5 Satz 1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). 2&nbsp; a) Die Rechtssache hat keine grunds&auml;tzliche Bedeutung (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO). 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