{"id":8558,"date":"2012-12-05T04:32:58","date_gmt":"2012-12-05T02:32:58","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=8558"},"modified":"2012-12-05T04:32:58","modified_gmt":"2012-12-05T02:32:58","slug":"x-b-4-10-ueberraschungsentscheidung-durch-aufhebung-eines-beweisbeschlusses","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-b-4-10-ueberraschungsentscheidung-durch-aufhebung-eines-beweisbeschlusses\/","title":{"rendered":"X&nbsp;B&nbsp;4\/10 &#8211; &Uuml;berraschungsentscheidung durch Aufhebung eines Beweisbeschlusses"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 19.1.2012, X B 4\/10<\/p>\n<p class=\"titel\">&Uuml;berraschungsentscheidung durch Aufhebung eines Beweisbeschlusses<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) erhob gegen den Beklagten und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) wegen der Einkommensteuer- und Umsatzsteuer-Bescheide 2002 und 2003 vom 28. M&auml;rz 2006, des Umsatzsteuer-Bescheids 2004 vom 30. M&auml;rz 2006 und wegen eines nicht n&auml;her bezeichneten Einkommensteuer-Bescheids 2004 Unt&auml;tigkeitsklage. F&uuml;r den Kl&auml;ger handelte als Bevollm&auml;chtigte die X-Ltd. mit Sitz in Belgien und den Niederlanden. Die X-Ltd. wurde durch ihren Director Z vertreten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auf den Einwand des FA, es habe die Einspr&uuml;che des Kl&auml;gers vom 4. April 2006 nicht erhalten, machte dieser geltend, Z und die unter Gesch&auml;ftsadresse der X-Ltd. erreichbare Frau S h&auml;tten an diesem Tage den Einspruch abends pers&ouml;nlich in den Hausbriefkasten des FA eingeworfen. Hierzu bot der Kl&auml;ger Beweis durch Vernehmung der Zeugen Z und S an. Auch trug er vor, es seien nachvollziehbare Eintr&auml;ge &quot;in Akte und Postausgang&quot; vorhanden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 5. Oktober 2009 beschloss das Finanzgericht (FG), &uuml;ber das vom Kl&auml;ger bezeichnete Beweisthema Beweis zu erheben durch Vernehmung der Zeugen Z und S. Diesen wurde aufgegeben, das Fristenkontrollbuch und das Postausgangsbuch im Zusammenhang mit der streitigen Einspruchseinlegung im Original zum Termin mitzubringen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 28. Oktober 2009 beantragte der Kl&auml;ger beim FG, den auf den 6. November 2009 anberaumten Verhandlungs- und Beweisaufnahmetermin, zu dem auch das pers&ouml;nliche Erscheinen des Kl&auml;gers angeordnet worden war, aufzuheben. Der Antrag wurde damit begr&uuml;ndet, das Finanzamt f&uuml;r Steuerstrafsachen und Steuerfahndung Y (Steufa Y) habe eine Steuerfahndungspr&uuml;fung wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung und der unerlaubten Hilfe in Steuersachen durch Z durchgef&uuml;hrt. Die Steufa Y habe auch Unterlagen wie Fristenkalender und Postausgangsb&uuml;cher an sich genommen, die zur Vorbereitung und Durchf&uuml;hrung der m&uuml;ndlichen Verhandlung vom 6. November 2009 erforderlich seien. Die Steufa Y habe die Einsichtnahme in die beschlagnahmten Unterlagen und die Fertigung von Ablichtungen verweigert. Es liege &quot;ein Komplott unter Beteiligung des FG vor, um die durch Z vertretene X-Ltd. wehrlos zu machen&quot;. Auch weil die Sitzung &quot;eine Farce&quot; sei, werde die Kl&auml;gerseite hierzu nicht erscheinen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG bat hierauf das FA, die Steufa Y zu veranlassen, aus den sichergestellten Unterlagen diejenigen herauszusuchen, die im Zusammenhang mit dem Kl&auml;ger st&uuml;nden und diese Z zur Einsichtnahme und zur Fertigung von Ablichtungen zur Verf&uuml;gung zu stellen. Hierauf lieferte die Steufa Y am 4. November 2009 einen Karton Unterlagen beim FG zur amtlichen Verwahrung mit der Ma&szlig;gabe ab, dass im Einklang mit Vorschriften der Strafprozessordnung nur Z und seine Bevollm&auml;chtigten im Strafverfahren Einsicht in diese Unterlagen nehmen d&uuml;rften. Hierauf bot das FG dem Strafverteidiger von Z und auch der X-Ltd. an, an einem der beiden Tage vor der m&uuml;ndlichen Verhandlung Einsicht in die von der Steufa Y vorgelegten Unterlagen zu nehmen. Zudem forderte das FG die Kl&auml;gerseite auf, die Gr&uuml;nde f&uuml;r die beantragte Terminverlegung glaubhaft zu machen. Die angebotene Akteneinsicht wurde von Z nicht wahrgenommen. Auch unterblieb eine &Auml;u&szlig;erung zu der erbetenen Glaubhaftmachung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hierauf teilte der Vorsitzende des zust&auml;ndigen Senats des FG der X-Ltd. per FAX am Tag vor der vorgesehenen m&uuml;ndlichen Verhandlung mit, der Antrag auf Terminsaufhebung werde auf der Basis der derzeitigen Aktenlage abgelehnt. Sofern nicht noch eine gegenteilige Mitteilung erfolge, werde die m&uuml;ndliche Verhandlung wie terminiert durchgef&uuml;hrt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Daraufhin r&uuml;gte die durch Z vertretene X-Ltd. mit zwei Schrifts&auml;tzen, die am 5. November 2009 in den Nachtbriefkasten geworfen wurden und daher dem zust&auml;ndigen Senat des FG erst am Morgen des Sitzungstages vorlagen, die Ablehnung des Terminsaufhebungsantrags sei ein grober Verfahrensfehler. Das Verfahren sei &quot;ein Schauprozess&quot;. F&uuml;r die Kl&auml;gerseite w&uuml;rde niemand zur Sitzung erscheinen, um &quot;gar nicht erst den Anschein rechtm&auml;&szlig;igen Vorgehens&quot; zu erwecken. Gleichzeitig wurde der Antrag gestellt, den Senatsvorsitzenden wegen der Besorgnis der Befangenheit abzulehnen, vor der Entscheidung &uuml;ber diesen Antrag eine dienstliche Stellungnahme des abgelehnten Richters einzuholen und der Kl&auml;gerseite unter Einr&auml;umung einer angemessenen Frist zur Gegen&auml;u&szlig;erung zu &uuml;bersenden. Zur Begr&uuml;ndung wurde vorgetragen, die Steufa Y habe mit der Durchsuchungsma&szlig;nahme und Sicherstellung der Unterlagen einen &quot;Einbruchsdiebstahl&quot; begangen. Der abgelehnte Richter und das FA h&auml;tten unter Verletzung von &sect; 110 der Strafprozessordnung und in strafbarer Weise auf die &quot;gestohlenen Akten&quot; der X-Ltd. Zugriff nehmen wollen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG beurteilte den Befangenheitsantrag als rechtsmissbr&auml;uchlich und allein der Prozessverschleppungsabsicht dienend. Es verhandelte und entschied deshalb in seiner gesch&auml;ftsplanm&auml;&szlig;igen Besetzung unter Beteiligung des abgelehnten Vorsitzenden. Ank&uuml;ndigungsgem&auml;&szlig; war f&uuml;r die Kl&auml;gerseite zu der m&uuml;ndlichen Verhandlung niemand erschienen. Auch die Zeugen Z und S blieben diesem Termin fern.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auf den in diesem Termin vom FA gestellten Antrag, zwei Steuerfahndungsbeamte als pr&auml;sente Zeugen dazu zu h&ouml;ren, dass im Rahmen der Sicherstellungsaktion der Steufa Y keine Unterlagen sichergestellt worden seien, welche die vorliegend zu verhandelnden Streitsachen betr&auml;fen, verk&uuml;ndete das FG in der m&uuml;ndlichen Verhandlung den Beschluss, den angebotenen Zeugenbeweis zu erheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach Vernehmung der beiden Zeugen gab das FG in der m&uuml;ndlichen Verhandlung u.a. den rechtlichen Hinweis, das Verhalten der Kl&auml;gerseite k&ouml;nne f&uuml;r das Gericht m&ouml;glicherweise &quot;Anlass f&uuml;r das Ergebnis sein&quot;, dass das Gericht den im Streitfall gestellten Beweisantrag r&uuml;ckwirkend f&uuml;r rechtsmissbr&auml;uchlich h&auml;lt. Im Anschluss hieran wurde die Sitzung kurzzeitig unterbrochen und nach deren Fortsetzung der Beschluss verk&uuml;ndet, der (u.a. in der Streitsache ergangene) Beweisbeschluss vom 5. Oktober 2009 werde aufgehoben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach Schluss der m&uuml;ndlichen Verhandlung wies das FG die Klage ab. Die Klage hinsichtlich Einkommensteuer 2004 sei mangels Beschwer unzul&auml;ssig, da im Zeitpunkt der Klageerhebung f&uuml;r dieses Jahr noch kein Einkommensteuer-Bescheid vorgelegen habe. Auch hinsichtlich der &uuml;brigen Streitgegenst&auml;nde sei die Klage unzul&auml;ssig. Der Kl&auml;ger habe nicht nachgewiesen, dass er gegen die f&uuml;r diese Jahre ergangenen Bescheide jeweils Einspruch eingelegt habe. Dem kl&auml;gerischen Beweisantrag habe das Gericht nicht entsprechen m&uuml;ssen, da er zum Zwecke der Prozessverschleppung gestellt bzw. aufrechterhalten worden sei. Dies werde durch zahlreiche (vom FG im Einzelnen dargestellte) Indizien belegt. Der kl&auml;gerische Beweisantritt sei kein ernsthafter Antrag gewesen, jedenfalls habe er nach den Ausf&uuml;hrungen im kl&auml;gerischen Schriftsatz vom 27. Oktober 2009 nicht mehr ernsthaft verfolgt werden, sondern nur noch von der Nichtexistenz bzw. der Nichtvorlage des Postausgangs- und Fristenkontrollbuchs ablenken sollen. Dass zun&auml;chst ein Beweisbeschluss ergangen sei, stehe dem nicht entgegen. Erst die nach Eintritt der Ladung eingetretenen Ereignisse, insbesondere das angek&uuml;ndigte Nichterscheinen der Zeugen in der vom Kl&auml;ger selbst beantragten Beweisaufnahme habe dem Gericht ma&szlig;geblich die kl&auml;gerische Prozessverschleppungsabsicht vermittelt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Da der Kl&auml;ger das Verfahren verz&ouml;gert und insbesondere die Beweisaufnahme unm&ouml;glich gemacht habe, habe er mit der Aufhebung des Beweisbeschlusses und der Nichterhebung des beantragten Beweises rechnen m&uuml;ssen. Zudem stehe der R&uuml;ge einer unzul&auml;ssigen &Uuml;berraschungsentscheidung entgegen, dass der Kl&auml;ger zur m&uuml;ndlichen Verhandlung nicht erschienen sei. Zugleich liege darin ein Verzicht der R&uuml;ge des &Uuml;bergehens seines Beweisantrags. Durch den in der m&uuml;ndlichen Verhandlung gegebenen Hinweis des Gerichts auf die in Betracht kommende Aufhebung des Beweisbeschlusses sei gegen&uuml;ber dem Kl&auml;ger trotz seiner Abwesenheit in dieser dessen Anspruch auf rechtliches Geh&ouml;r gewahrt worden. Zudem sei &quot;aus den Umst&auml;nden des Verfahrens&quot; und den Ausf&uuml;hrungen im kl&auml;gerischen Schriftsatz vom 4. November 2009 der Schluss zu ziehen, dass der Kl&auml;ger an seinem Beweisantritt nicht mehr festhalten wolle. Es sei widerspr&uuml;chlich und unverst&auml;ndlich, wenn die Kl&auml;gerseite die Vernehmung der Zeugen durch das Gericht erwarten w&uuml;rde, andererseits Zeugen und Kl&auml;ger aber einvernehmlich der m&uuml;ndlichen Verhandlung in der Annahme fernblieben, die Beweisaufnahme zu vereiteln.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit seiner Beschwerde macht der Kl&auml;ger geltend, die Revision sei zuzulassen. Das angefochtene Urteil beruhe auf Verfahrensm&auml;ngeln. Das FG habe insbesondere dem kl&auml;gerischen Beweisantrag nicht entsprochen und gebotene richterliche Hinweise nicht erteilt. Es habe die vom Kl&auml;ger beantragte Vernehmung von zwei Zeugen zwar durch Beweisbeschluss angeordnet, die Beweisaufnahme aber dann nicht ausgef&uuml;hrt. Die Annahme des FG, der Kl&auml;ger habe sinngem&auml;&szlig; zum Ausdruck gebracht, er verzichte auf diese Beweiserhebung, sei unzutreffend. Allein die beantragte Zeugenvernehmung sei geeignet gewesen, ihm, dem Kl&auml;ger, zum Erfolg zu verhelfen. Zu Unrecht habe das FG auch angenommen, die kl&auml;gerischen Beweisantr&auml;ge dienten der Prozessverschleppung. Das FG habe es vers&auml;umt, darauf hinzuweisen, dass es beabsichtige, die Beweisantr&auml;ge wegen Vorliegens einer solchen Verschleppungsabsicht abzulehnen. Im Falle eines rechtzeitigen Hinweises w&auml;re dargelegt worden, aus welchen Gr&uuml;nden eine solche Verschleppungsabsicht nicht vorgelegen habe. Insbesondere sei zu ber&uuml;cksichtigen, dass der vor der m&uuml;ndlichen Verhandlung gef&uuml;hrte kl&auml;gerische Schriftwechsel vor dem Hintergrund zu sehen sei, dass sich die vom FG angebotene Akteneinsicht in die bei Z beschlagnahmten Unterlagen nicht auf das gesamte beschlagnahmte Material, sondern lediglich auf von der Steufa Y vorsortierte Unterlagen bezogen habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Beschwerde hat Erfolg, soweit sie die Einkommensteuer 2002 und 2003 sowie die Umsatzsteuer der Streitjahre 2002 bis 2004 und die hierzu ergangenen Zinsbescheide betrifft. Insoweit wird das Urteil des FG aufgehoben und die Streitsache nach &sect; 116 Abs. 6 der Finanzgerichtsordnung (FGO) zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung an das FG zur&uuml;ckverwiesen. Das angefochtene Urteil beruht in diesem Umfang auf einer unzul&auml;ssigen &Uuml;berraschungsentscheidung. Im &Uuml;brigen hat die Beschwerde keinen Erfolg, weil das Urteil, soweit es sich auf die Einkommensteuer 2004 und die Zinsen hierzu bezieht, nicht auf dem genannten Verfahrensmangel beruht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Eine unzul&auml;ssige &Uuml;berraschungsentscheidung verletzt den Anspruch auf ein faires Verfahren und auf rechtliches Geh&ouml;r (Art. 103 Abs. 1 des Grundgesetzes, &sect; 119 Nr. 3 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Ein solcher Versto&szlig; liegt vor, wenn das Gericht seine Entscheidung auf einen bis dahin nicht er&ouml;rterten rechtlichen oder tats&auml;chlichen Gesichtspunkt st&uuml;tzt und damit dem Rechtsstreit eine Wendung gibt, mit der auch ein gewissenhafter und kundiger Prozessbeteiligter nach dem bisherigen Verlauf des Verfahrens nicht rechnen musste (st&auml;ndige Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211;; vgl. z.B. Urteil vom 21. Januar 1998 III R 31\/97, BFH\/NV 1998, 732).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hat sich das FG gegen&uuml;ber den Beteiligten in der den Rechtsstreit betreffenden ma&szlig;geblichen Tat- oder Rechtsfrage in der Besetzung ge&auml;u&szlig;ert, die sp&auml;ter in der Sache entscheidet, dann liegt eine solche &Uuml;berraschungsentscheidung vor, wenn das FG ohne vorher auf eine &Auml;nderung seiner Beurteilung hinzuweisen entgegen der zuvor ge&auml;u&szlig;erten Absicht entscheidet (BFH-Beschluss vom 7. Juli 2003 VIII B 228\/02, BFH\/NV 2003, 1440, und BFH-Urteil vom 11. November 2008 IX R 14\/07, BFHE 223, 308, BStBl II 2009, 309; zur Abgrenzung vgl. auch BFH-Beschluss vom 17. M&auml;rz 2008 IX B 258\/07, BFH\/NV 2008, 1180). Aus diesem Grund muss das FG, wenn es eine durch Beweisbeschluss angeordnete Beweisaufnahme nicht oder nicht in vollem Umfang durchzuf&uuml;hren beabsichtigt, zur Vermeidung einer &Uuml;berraschungsentscheidung gegen&uuml;ber den Beteiligten vor Erlass des Urteils unmissverst&auml;ndlich zum Ausdruck bringen, dass bzw. inwiefern es den Beweisbeschluss als erledigt betrachtet (Senatsbeschuss vom 3. Dezember 2002 X B 26\/02, BFH\/NV 2003, 343, und BFH-Beschluss vom 27. August 2010 III B 113\/09, BFH\/NV 2010, 2292).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Streitfall hat das FG durch Beweisbeschluss vom 5. Oktober 2009 angeordnet, S und Z als Zeugen zu vernehmen. In der m&uuml;ndlichen Verhandlung vom 6. November 2009, hat das FG hingegen den Beweisbeschluss wieder aufgehoben. Da f&uuml;r die Kl&auml;gerseite zu dieser Verhandlung niemand erschienen war, gelangte der in dieser Verhandlung erteilte Hinweis auf die beabsichtigte Aufhebung des Beweisbeschlusses nicht rechtzeitig zur Kenntnis des Kl&auml;gers. Der zur Vermeidung einer &Uuml;berraschungsentscheidung gebotene rechtliche Hinweis wurde mithin dem Kl&auml;ger nicht erteilt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Ein solcher Hinweis kann entbehrlich sein. Hierf&uuml;r gen&uuml;gt jedoch nicht, dass die Beteiligten allgemein in Betracht ziehen m&uuml;ssen, das FG werde von der Beweisaufnahme absehen. Denn das FG hat durch den Beweisbeschluss eine Verfahrenslage geschaffen, auf welche die Beteiligten ihre Prozessf&uuml;hrung einrichten d&uuml;rfen. Sie k&ouml;nnen daher grunds&auml;tzlich davon ausgehen, dass das Urteil nicht eher ergehen wird, bis der Beweisbeschluss vollst&auml;ndig ausgef&uuml;hrt ist (BFH-Beschluss in BFH\/NV 2010, 2292). Abweichendes kann nur gelten, wenn das Gericht zu Recht davon ausgehen kann, es sei auch aus der Sicht der Beteiligten zweifelsfrei, dass sich eine angeordnete Beweisaufnahme erledigt habe, ohne dass es eines entsprechenden gerichtlichen Hinweises bed&uuml;rfe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Von einer solchen Erledigung durfte das FG im Streitfall nicht ausgehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die W&uuml;rdigung durch das FG, der Kl&auml;ger habe durch sein angek&uuml;ndigtes Fernbleiben von der m&uuml;ndlichen Verhandlung und seine in diesem Zusammenhang gemachten Ausf&uuml;hrungen konkludent auf seinen Beweisantritt verzichtet, vermag der hier beschlie&szlig;ende Senat nicht zu teilen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zum einen fehlt eine eindeutige Aussage des Kl&auml;gers, er halte an seinem Beweisantrag nicht mehr fest. Andererseits ber&uuml;cksichtigt das FG nicht, dass Prozessantr&auml;ge im wohlverstandenen Interesse der Beteiligten auszulegen sind (BFH-Beschluss vom 29. Juli 2009 VI B 44\/09, BFH\/NV 2009, 1822). Danach ist nicht erkennbar, weshalb der Kl&auml;ger &#8211;insbesondere zur Wahrung seiner Rechte im Rahmen eines Rechtsmittelverfahrens&#8211; auf seinen Beweisantrag verzichten sollte. Der Kl&auml;ger weist in seiner Beschwerdebegr&uuml;ndung zu Recht darauf hin, dass der Erfolg seiner Klage wesentlich von dem Ergebnis dieser Beweisaufnahme abh&auml;nge. Nicht zutreffend ist auch die Erw&auml;gung des FG, der Kl&auml;ger verhalte sich widerspr&uuml;chlich, wenn er an der Beweisaufnahme festhalte, andererseits aber eine Zeugenvernehmung dadurch verhindere, dass er die Zeugen zum Fernbleiben von der angeordneten Beweisaufnahme veranlasse. Das FG ber&uuml;cksichtigt insoweit nicht, dass es durch die Mittel des Ordnungsrechts (vgl. &sect; 380 der Zivilprozessordnung &#8211;ZPO&#8211; i.V.m. &sect; 155 FGO) das Erscheinen der Zeugen erzwingen kann.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Entgegen der Ansicht des FG war ein Hinweis auf die beabsichtigte Aufhebung des Beweisbeschlusses auch nicht deshalb entbehrlich, weil der Kl&auml;ger durch sein Verhalten den Grund daf&uuml;r geliefert hat und er mit der Beschlussaufhebung rechnen musste. Wie dargelegt gen&uuml;gt die blo&szlig;e Annahme, der Kl&auml;ger m&uuml;sse mit der Nichtdurchf&uuml;hrung der Beweisaufnahme rechnen, nicht, den bereits ergangenen Beweisbeschluss ohne vorherigen Hinweis aufzuheben. Zudem ist zu ber&uuml;cksichtigen, dass das FG seine Annahme, der gestellte Beweisantrag diene allein der Verschleppungsabsicht, auch auf das Ergebnis der Vernehmung der vom FA benannten beiden Steuerfahndungsbeamten gest&uuml;tzt hat, obwohl der Kl&auml;ger von diesen Vernehmungen und deren Ergebnis keine Kenntnis hatte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Der vorherige Hinweis an den Kl&auml;ger auf die beabsichtigte Aufhebung des Beweisbeschlusses war auch nicht deshalb entbehrlich, weil dieser der anberaumten m&uuml;ndlichen Verhandlung ferngeblieben ist. Der Kl&auml;ger hat durch das Fernbleiben nicht sein Recht zur R&uuml;ge der Verletzung des rechtlichen Geh&ouml;rs verloren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Zwar wird der Anspruch auf rechtliches Geh&ouml;r durch die prozessuale Mitverantwortung der Beteiligten begrenzt. Dementsprechend kann im Grundsatz der Beteiligte, der nicht in der m&uuml;ndlichen Verhandlung erscheint, keine Verletzung seines Anspruchs auf rechtliches Geh&ouml;r geltend machen (st&auml;ndige Rechtsprechung; vgl. z.B. BFH-Beschluss vom 29. Oktober 1999 III B 32\/99, BFH\/NV 2000, 580). Dies gilt jedoch nur im Hinblick auf bereits in das Verfahren eingef&uuml;hrte und den Beteiligten bekannte oder bekannt gegebene Tatsachen oder Rechtsfragen (BFH-Beschl&uuml;sse vom 18. Juli 2003 XI B 47\/01, BFH\/NV 2004, 51, m.w.N. aus der BFH-Rechtsprechung, und vom 1. Februar 2010 XI B 50\/09, BFH\/NV 2010, 921). Im Fall einer wesentlichen &Auml;nderung der ma&szlig;geblichen Prozesssituation ist hingegen rechtliches Geh&ouml;r zu gew&auml;hren. Das Gericht ist in einem solchen Fall gehalten, die m&uuml;ndliche Verhandlung zu vertagen, wenn anderweitig das rechtliche Geh&ouml;r nicht gewahrt werden kann.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Diese Voraussetzungen liegen im Streitfall vor. Das FG hat zun&auml;chst durch den von ihm erlassenen Beweisbeschluss bei den Verfahrensbeteiligten einen Vertrauenstatbestand des Inhalts geschaffen, es werde die Beweisaufnahme wie angeordnet durchf&uuml;hren. Will das FG hiervon abr&uuml;cken, so bewirkt dies eine ver&auml;nderte prozessuale Lage, der es &#8211;auch im Fall der Abwesenheit eines Beteiligten in der m&uuml;ndlichen Verhandlung&#8211; durch vorherige Anh&ouml;rung der Verfahrensbeteiligten h&auml;tte Rechnung tragen m&uuml;ssen, was im Streitfall unterblieben ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Der Kl&auml;ger hat auch sein R&uuml;gerecht nicht i.S. des &sect; 295 ZPO i.V.m. &sect; 155 FGO verloren. Die Nichtteilnahme des Kl&auml;gers an der m&uuml;ndlichen Verhandlung bewirkt nicht, dass sein Recht, die fehlende Vertagung zu r&uuml;gen, infolge eines R&uuml;geverzichts entf&auml;llt (BFH-Beschluss in BFH\/NV 2010, 921). Der BFH-Beschluss vom 2. M&auml;rz 2005 VII B 142\/04 (BFH\/NV 2005, 1576) ist im Streitfall nicht einschl&auml;gig. Die Aussage des BFH, ein Beteiligter, der unentschuldigt nicht zur m&uuml;ndlichen Verhandlung erscheine, verliere infolge R&uuml;geverzichts sein Recht, eine unterlassene Beweisaufnahme zu r&uuml;gen, ist nicht in einem Fall ergangen, in dem das FG bereits einen Beweisbeschluss erlassen hatte. In einem solchen Fall muss ein Beteiligter nicht damit rechnen, dass das FG ohne vorherigen Hinweis von einer Beweisaufnahme absehen wird. Es fehlt im Streitfall daher an dem f&uuml;r einen R&uuml;geverzicht erforderlichen Merkmal, dass das Unterlassen der Beweiserhebung vorhersehbar sein muss (BFH-Urteil vom 29. Juni 1994 I R 108\/93, BFH\/NV 1995, 320).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Da im Falle der Zulassung der Revision aller Voraussicht nach das FG-Urteil in dem im Tenor bestimmten Umfang aufgehoben und die Sache an das FG zur&uuml;ckverwiesen werden m&uuml;sste, macht der beschlie&szlig;ende Senat von &sect; 116 Abs. 6 FGO Gebrauch und verweist den Rechtsstreit insoweit bereits im Beschwerdeverfahren an das FG zur&uuml;ck.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Soweit das Urteil die Einkommensteuer 2004 und die Zinsen hierzu betrifft, beruht es nicht auf dem vorstehend dargelegten Verfahrensfehler. Das FG hat &#8211;worauf es bereits in der Ladung zur m&uuml;ndlichen Verhandlung vom 6. November 2009 hingewiesen hatte&#8211; die Klage deshalb abgewiesen, weil im Zeitpunkt der Klageerhebung noch kein Einkommensteuer-Bescheid 2004 existierte. Die Klage war daher bereits wegen fehlender Beschwer unzul&auml;ssig. Die Entscheidung &uuml;ber die insoweit erhobene Klage war somit nicht von dem Ergebnis einer etwaigen Beweisaufnahme abh&auml;ngig. In diesem Umfang beruht das angefochtene Urteil daher nicht darauf, dass das FG ohne vorherige Anh&ouml;rung seinen Beweisbeschluss aufgehoben hat. Andere Verfahrensm&auml;ngel, auf denen die die Einkommensteuer 2004 betreffende Klage beruhen k&ouml;nnte, sind nicht ersichtlich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Von einer weitergehenden Darstellung des Sachverhalts und einer zus&auml;tzlichen Begr&uuml;ndung wird gem&auml;&szlig; &sect; 116 Abs. 5 Satz 2 FGO abgesehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 19.1.2012, X B 4\/10 &Uuml;berraschungsentscheidung durch Aufhebung eines Beweisbeschlusses Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; I. Der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) erhob gegen den Beklagten und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) wegen der Einkommensteuer- und Umsatzsteuer-Bescheide 2002 und 2003 vom 28. M&auml;rz 2006, des Umsatzsteuer-Bescheids 2004 vom 30. 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