{"id":8588,"date":"2012-12-05T04:18:48","date_gmt":"2012-12-05T02:18:48","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=8588"},"modified":"2012-12-05T04:18:48","modified_gmt":"2012-12-05T02:18:48","slug":"vi-r-42-11-fahrtkosten-im-rahmen-einer-vollzeitigen-bildungsmassnahme","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-42-11-fahrtkosten-im-rahmen-einer-vollzeitigen-bildungsmassnahme\/","title":{"rendered":"VI&nbsp;R&nbsp;42\/11 &#8211; Fahrtkosten im Rahmen einer vollzeitigen Bildungsma&szlig;nahme"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 9.2.2012, VI R 42\/11<\/p>\n<p class=\"titel\">Fahrtkosten im Rahmen einer vollzeitigen Bildungsma&szlig;nahme<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Eine Bildungseinrichtung ist nicht als regelm&auml;&szlig;ige Arbeitsst&auml;tte anzusehen, auch wenn diese h&auml;ufig &uuml;ber einen l&auml;ngeren Zeitraum hinweg zum Zwecke eines Vollzeitunterrichts aufgesucht wird (&Auml;nderung der Rechtsprechung in BFH-Urteilen vom 10. April 2008 VI R 66\/05, BFHE 221, 35, BStBl II 2008, 825, und vom 22. Juli 2003 VI R 190\/97, BFHE 203, 111, BStBl II 2004, 886).<\/p>\n<p>2. Aufwendungen eines Zeitsoldaten f&uuml;r Fahrten zur Ausbildungsst&auml;tte, die im Rahmen einer vollzeitigen Berufsf&ouml;rderungsma&szlig;nahme anfallen, sind deshalb nicht mit der Entfernungspauschale, sondern in tats&auml;chlicher H&ouml;he als Werbungskosten zu ber&uuml;cksichtigen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Streitig ist, ob Reisekosten, die einem Soldaten auf Zeit im Rahmen einer Berufsf&ouml;rderungsma&szlig;nahme entstanden sind, als Werbungskosten zu ber&uuml;cksichtigen sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) war bis zum 30. Juni 2009 Soldat auf Zeit (zuletzt im Range eines Oberfeldwebels) und bezog als solcher im Streitjahr (2009) Eink&uuml;nfte aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit. Durch Bescheid vom 29. November 2007 bewilligte das Kreiswehrersatzamt dem Kl&auml;ger die F&ouml;rderung einer beruflichen Bildungsma&szlig;nahme nach &sect; 5 des Soldatenversorgungsgesetzes. Hierbei handelte es sich um die in der Zeit von Februar 2008 bis Januar 2010 in Vollzeitform durchgef&uuml;hrte &quot;A-Ausbildung Fachrichtung &#8230;&quot; an der A-Schule in B. F&uuml;r die Zeit von Februar 2008 bis Juni 2009 wurde der Kl&auml;ger vom milit&auml;rischen Dienst freigestellt. Bereits im Juni 2007 hatte der Kl&auml;ger &#8211;erfolglos&#8211; einen Antrag auf Zulassung zur Laufbahn der Offiziere des milit&auml;rfachlichen Dienstes gestellt. Ein im Jahr 2008 gestellter Wiederholungsantrag wurde im M&auml;rz 2009 abgelehnt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Rahmen seiner Einkommensteuererkl&auml;rung f&uuml;r das Streitjahr machte der Kl&auml;ger Fortbildungskosten in H&ouml;he von 7.570 EUR als Werbungskosten bei den Eink&uuml;nften aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit geltend. Diese entfielen in H&ouml;he von 6.452 EUR auf die unter Zugrundelegung eines Kostensatzes von 0,30 EUR je gefahrenen Kilometer ermittelten Kosten der Fahrten zwischen der Wohnung und der A-Schule in B und in H&ouml;he von 918 EUR auf Verpflegungsmehraufwendungen wegen mindestens achtst&uuml;ndiger Abwesenheit von der Wohnung an 153 Tagen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Einkommensteuerbescheid f&uuml;r das Streitjahr ber&uuml;cksichtigte der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) die geltend gemachten Fahrtkosten jedoch nur in H&ouml;he des sich unter Ansatz der Entfernungspauschale gem&auml;&szlig; &sect; 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 Satz 2 des Einkommensteuergesetzes (EStG) ergebenden Betrages von 3.226 EUR (192 Fahrten x 56 km x 0,30 EUR = 3.225,60 EUR). Die Ber&uuml;cksichtigung der Mehraufwendungen f&uuml;r Verpflegung lehnte er in vollem Umfang ab. Zur Begr&uuml;ndung f&uuml;hrte er aus, dass es sich bei der Teilnahme an der Fortbildungsma&szlig;nahme nicht um eine vor&uuml;bergehende Ausw&auml;rtst&auml;tigkeit gehandelt habe, weil der Kl&auml;ger wegen der Beendigung seiner Dienstzeit nicht mehr an seinen fr&uuml;heren Arbeitsplatz zur&uuml;ckgekehrt sei. Damit sei die A-Schule in B zu seiner regelm&auml;&szlig;igen Arbeitsst&auml;tte geworden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die hiergegen nach erfolglosem Vorverfahren erhobene Klage wies das Finanzgericht (FG) mit den in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2011, 2051 ver&ouml;ffentlichten Gr&uuml;nden ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r&uuml;gt der Kl&auml;ger die Verletzung materiellen Rechts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>das angefochtene Urteil des Nieders&auml;chsischen FG vom 3. August 2011 4 K 40\/11 aufzuheben und den Einkommensteuerbescheid 2009 vom 9. Dezember 2010 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 17. Januar 2011 insoweit abzu&auml;ndern, als weitere Werbungskosten in H&ouml;he von 4.144 EUR bei den Eink&uuml;nften des Kl&auml;gers aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit ber&uuml;cksichtigt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist teilweise begr&uuml;ndet. Das angefochtene Urteil wird aufgehoben und der Klage teilweise stattgegeben (&sect; 126 Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Die Aufwendungen des Kl&auml;gers f&uuml;r die Fahrten zur A-Schule nach B sind gem&auml;&szlig; &sect; 9 Abs. 1 Satz 1 EStG in tats&auml;chlicher H&ouml;he als Werbungskosten bei seinen Eink&uuml;nften aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit anzusetzen. Der geltend gemachte Verpflegungsmehraufwand in H&ouml;he von 918 EUR war hingegen im Streitjahr wegen der in &sect; 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 5 Satz 5 EStG normierten Dreimonatsfrist nicht eink&uuml;nftemindernd zu ber&uuml;cksichtigen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Werbungskosten, n&auml;mlich Aufwendungen zur Erwerbung, Sicherung und Erhaltung der Einnahmen i.S. des &sect; 9 Abs. 1 Satz 1 EStG, liegen vor, wenn sie durch den Beruf oder durch die Erzielung steuerpflichtiger Einnahmen veranlasst sind. Sie sind beruflich veranlasst, wenn ein objektiver Zusammenhang mit dem Beruf besteht und die Aufwendungen subjektiv zur F&ouml;rderung des Berufs get&auml;tigt werden. Dies gilt grunds&auml;tzlich auch dann, wenn der Steuerpflichtige gegenw&auml;rtig noch keine Einnahmen erzielt. Dann sind die Aufwendungen als vorab entstandene Werbungskosten abziehbar, wenn &#8211;wie zwischen den Beteiligten vorliegend zu Recht nicht in Streit steht&#8211; sie in einem hinreichend konkreten, objektiv feststellbaren Veranlassungszusammenhang mit sp&auml;teren Einnahmen stehen. Diese Voraussetzungen k&ouml;nnen auch bei berufsbezogenen Bildungsma&szlig;nahmen erf&uuml;llt sein (zuletzt Senatsurteil vom 27. Oktober 2011 VI R 52\/10, BFHE 235, 444, BFH\/NV 2012, 323). &sect; 4 Abs. 9, &sect; 9 Abs. 6 und &sect; 12 Nr. 5 EStG i.d.F. des Beitreibungsrichtlinie-Umsetzungsgesetzes (BeitrRLUmsG) vom 7. Dezember 2011 (BGBl I 2011, 2592), die nach &sect; 52 Abs. 12, 23d und 30a EStG i.d.F. des BeitrRLUmsG r&uuml;ckwirkend ab dem Veranlagungszeitraum 2004 gelten sollen, stehen dem im Streitfall schon deshalb nicht entgegen, weil der Kl&auml;ger vor Beginn seiner A-Ausbildung als Soldat auf Zeit eine milit&auml;rische Ausbildung durchlaufen und damit eine erste Berufsausbildung im Sinne dieser Vorschriften absolviert hat. Denn eine Berufsausbildung im Sinne des Steuerrechts liegt nicht nur vor, wenn der Steuerpflichtige im dualen System oder innerbetrieblich Berufsbildungsma&szlig;nahmen durchl&auml;uft. Allein ma&szlig;gebend kann nur sein, ob die Ausbildung berufsbezogen ist und eine Voraussetzung f&uuml;r die geplante Berufsaus&uuml;bung darstellt (Senatsurteil in BFH\/NV 2012, 323). Diese Grunds&auml;tze gelten auch nach den Neuregelungen in &sect; 4 Abs. 9, &sect; 9 Abs. 6 und &sect; 12 Nr. 5 EStG durch das Beitreibungsrichtlinie-Umsetzungsgesetz unver&auml;ndert fort. Deshalb ist die vom Kl&auml;ger im Rahmen eines Dienstverh&auml;ltnisses als Soldat auf Zeit absolvierte dreij&auml;hrige milit&auml;rische Ausbildung eine berufliche Erstausbildung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Als Werbungskosten abziehbar sind s&auml;mtliche Aufwendungen, die im Zusammenhang mit der beruflichen Bildungsma&szlig;nahme stehen. Hierzu geh&ouml;ren auch Fahrt- bzw. Mobilit&auml;tskosten. Sie sind grunds&auml;tzlich gem&auml;&szlig; &sect; 9 Abs. 1 Satz 1 EStG in tats&auml;chlicher H&ouml;he zu ber&uuml;cksichtigen (Vorlagebeschluss des Senats vom 10. Januar 2008 VI R 17\/07, BFHE 219, 358, BStBl II 2008, 234 ff.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Im Interesse der verfassungsrechtlich gebotenen steuerlichen Lastengleichheit hat sich der Gesetzgeber daf&uuml;r entschieden, im Einkommensteuerrecht die objektive finanzielle Leistungsf&auml;higkeit nach dem Saldo aus den Erwerbseinnahmen einerseits und den beruflichen Erwerbsaufwendungen andererseits zu bemessen (objektives Nettoprinzip). Auch Kosten f&uuml;r die Wege zwischen Wohnung und Arbeitsst&auml;tte sind nach Auffassung des Senats beruflich veranlasst und damit Erwerbsaufwendungen (Beschluss in BFHE 219, 358, BStBl II 2008, 234, 244 f.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Das objektive Nettoprinzip erf&auml;hrt allerdings durch &sect; 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 EStG insoweit eine Einschr&auml;nkung, als die Fahrtkosten zwischen Wohnung und (regelm&auml;&szlig;iger) Arbeitsst&auml;tte nicht im tats&auml;chlichen Umfang, sondern nur nach Ma&szlig;gabe einer Entfernungspauschale steuerlich abziehbar sind. Diese Begrenzung ist nach Ansicht des Senats im Grundsatz sachlich gerechtfertigt (Urteil vom 11. Mai 2005 VI R 7\/02, BFHE 209, 502, BStBl II 2005, 782). Denn liegt eine auf Dauer und Nachhaltigkeit angelegte (regelm&auml;&szlig;ige) Arbeitsst&auml;tte vor, so kann sich der Arbeitnehmer in unterschiedlicher Weise auf die immer gleichen Wege einstellen und so auf eine Minderung der Wegekosten hinwirken. Dies kann etwa durch Bildung von Fahrgemeinschaften und Nutzung &ouml;ffentlicher Verkehrsmittel und ggf. durch eine entsprechende Wohnsitznahme geschehen. F&uuml;r diesen Grundfall erweist sich die Regelung des &sect; 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 EStG als sachgerechte und folgerichtige Ausnahme vom objektiven Nettoprinzip (z.B. Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 11. Mai 2005 VI R 25\/04, BFHE 209, 523, BStBl II 2005, 791).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Die Begrenzung der Steuererheblichkeit von Wegekosten ist nach bisheriger Rechtsprechung des Senats auch bei Fahrten im Rahmen beruflicher Bildungsma&szlig;nahmen zu beachten. Denn danach ist eine Bildungseinrichtung regelm&auml;&szlig;ige Arbeitsst&auml;tte i.S. des &sect; 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 EStG, wenn diese h&auml;ufig &uuml;ber einen l&auml;ngeren Zeitraum hinweg zum Zwecke eines Vollzeitunterrichts aufgesucht wird (BFH-Urteile vom 29. April 2003 VI R 86\/99, BFHE 202, 299, BStBl II 2003, 749; vom 22. Juli 2003 VI R 190\/97, BFHE 203, 111, BStBl II 2004, 886, und vom 10. April 2008 VI R 66\/05, BFHE 221, 35, BStBl II 2008, 825; vgl. auch FG M&uuml;nster, Urteil vom 27. August 2002&nbsp;&nbsp;1 K 5930\/01 E, EFG 2002, 1588, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Hieran h&auml;lt der erkennende Senat nicht l&auml;nger fest (Urteil vom 9. Februar 2012 VI R 44\/10, BFHE 236, 431).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Denn auch wenn die berufliche Fort- oder Ausbildung die volle Arbeitszeit des Steuerpflichtigen in Anspruch nimmt, ist eine Bildungsma&szlig;nahme, auch wenn sie sich &#8211;wie vorliegend die vom Kl&auml;ger zu Erwerbszwecken durchgef&uuml;hrte Ausbildung zum &#8230;&#8211; &uuml;ber einen l&auml;ngeren Zeitraum erstreckt, regelm&auml;&szlig;ig vor&uuml;bergehend und nicht auf Dauer angelegt. Wie bei einer Ausw&auml;rtst&auml;tigkeit (vgl. bereits BFH-Urteile in BFHE 209, 502, BStBl II 2005, 782; vom 11. Mai 2005 VI R 70\/03, BFHE 209, 508, BStBl II 2005, 785) hat in einem solchen Fall der Steuerpflichtige typischerweise nicht die vorbezeichneten M&ouml;glichkeiten, seine Wegekosten gering zu halten (vgl. Bergkemper, Finanz-Rundschau 2008, 1072 &lt;1074&gt;). Damit ist eine Ausnahme von dem sonst geltenden Grundsatz der unbeschr&auml;nkten Abzugsf&auml;higkeit von Werbungskosten in den F&auml;llen der vollzeitigen Aus- und Fortbildung nicht gerechtfertigt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Im &Uuml;brigen versteht der BFH nach neuerer Rechtsprechung unter &quot;regelm&auml;&szlig;iger Arbeitsst&auml;tte&quot; i.S. des &sect; 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 EStG nur eine ortsfeste dauerhafte betriebliche Einrichtung des Arbeitgebers und damit regelm&auml;&szlig;ig den Betrieb des Arbeitgebers oder einen Zweigbetrieb (Urteile vom 10. Juli 2008 VI R 21\/07, BFHE 222, 391, BStBl II 2009, 818; vom 9. Juli 2009 VI R 21\/08, BFHE 225, 449, BStBl II 2009, 822; VI R 42\/08, BFH\/NV 2009, 1806, und vom 17. Juni 2010 VI R 35\/08, BFHE 230, 147, BStBl II 2010, 852). Schon aus diesem Grund ist eine &#8211;wie vorliegend&#8211; arbeitgeberfremde Bildungseinrichtung &#8211;unabh&auml;ngig davon, ob die Bildungsma&szlig;nahme die volle Arbeitszeit des Steuerpflichtigen in Anspruch nimmt oder neben einer Voll- oder Teilzeitbesch&auml;ftigung ausge&uuml;bt wird&#8211; nicht als regelm&auml;&szlig;ige Arbeitsst&auml;tte anzusehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Vorentscheidung beruht auf einer anderen Rechtsauffassung und ist daher aufzuheben. Die Sache ist spruchreif. Der Senat kann durcherkennen. Die Anzahl der Fahrten und die Entfernung zwischen der Wohnung des Kl&auml;gers und der in B belegenen A-Schule ist zwischen den Beteiligten unstreitig. Damit sind bei der Einkommensteuerfestsetzung 2009 weitere Werbungskosten des Kl&auml;gers in H&ouml;he von 3.226 EUR bei seinen Eink&uuml;nften aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit zu ber&uuml;cksichtigen und die Einkommensteuer 2009 entsprechend herabzusetzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im &Uuml;brigen wird die Klage abgewiesen. Nach &sect; 9 Abs. 5 EStG i.V.m. &sect; 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 5 Satz 5 EStG ist der Abzug von Verpflegungsmehraufwendungen wegen Ausw&auml;rtst&auml;tigkeit auf die ersten drei Monate einer l&auml;ngerfristigen vor&uuml;bergehenden T&auml;tigkeit an derselben T&auml;tigkeitsst&auml;tte beschr&auml;nkt. Diese Dreimonatsfrist war im Streitjahr bereits verstrichen. Denn der Kl&auml;ger hat die Ausbildung zum &#8230; im Februar 2008 begonnen. Die Berechnung der Steuer wird gem&auml;&szlig; &sect; 100 Abs. 2 FGO dem FA &uuml;bertragen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 9.2.2012, VI R 42\/11 Fahrtkosten im Rahmen einer vollzeitigen Bildungsma&szlig;nahme Leits&auml;tze 1. Eine Bildungseinrichtung ist nicht als regelm&auml;&szlig;ige Arbeitsst&auml;tte anzusehen, auch wenn diese h&auml;ufig &uuml;ber einen l&auml;ngeren Zeitraum hinweg zum Zwecke eines Vollzeitunterrichts aufgesucht wird (&Auml;nderung der Rechtsprechung in BFH-Urteilen vom 10. 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