{"id":8604,"date":"2012-12-05T04:21:40","date_gmt":"2012-12-05T02:21:40","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=8604"},"modified":"2012-12-05T04:21:40","modified_gmt":"2012-12-05T02:21:40","slug":"iv-b-68-11-keine-beschwerdebefugnis-eines-nichtbeteiligten-anforderungen-an-die-substantiierung-des-klagebegehrens","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iv-b-68-11-keine-beschwerdebefugnis-eines-nichtbeteiligten-anforderungen-an-die-substantiierung-des-klagebegehrens\/","title":{"rendered":"IV&nbsp;B&nbsp;68\/11 &#8211; Keine Beschwerdebefugnis eines Nichtbeteiligten; Anforderungen an die Substantiierung des Klagebegehrens"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 8.2.2012, IV B 68\/11<\/p>\n<p class=\"titel\">Keine Beschwerdebefugnis eines Nichtbeteiligten; Anforderungen an die Substantiierung des Klagebegehrens<\/p>\n<p class=\"gruende\">Gr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Beschwerde der Beschwerdef&uuml;hrerin ist unzul&auml;ssig. Da sie nicht Beteiligte des finanzgerichtlichen Verfahrens war, ist sie nicht befugt, gegen das Urteil des Finanzgerichts (FG) Nichtzulassungsbeschwerde zu erheben (&sect; 115 Abs. 1 i.V.m. &sect; 57 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;; z.B. Beschluss des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 20. November 2003 VII B 124\/03, BFH\/NV 2004, 362).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Beschwerde des Kl&auml;gers und Beschwerdef&uuml;hrers (Kl&auml;ger) ist jedenfalls unbegr&uuml;ndet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die Revision ist nicht wegen des Vorliegens von Verfahrensfehlern zuzulassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des BFH liegt zwar ein Verfahrensfehler i.S. von &sect; 115 Abs. 2 Nr. 3 FGO vor, wenn &uuml;ber eine in Wahrheit zul&auml;ssige Klage nicht zur Sache, sondern durch Prozessurteil entschieden wird (z.B. BFH-Beschluss vom 4. April 2011 VIII B 96\/10, BFH\/NV 2011, 1172). Das FG hat die Klage jedoch zu Recht mit der Begr&uuml;ndung als unzul&auml;ssig angesehen, dass der Kl&auml;ger den Gegenstand des Klagebegehrens innerhalb der ihm hierf&uuml;r gesetzten Ausschlussfrist nicht hinreichend bezeichnet habe (&sect; 65 Abs. 1 Satz 1, Abs. 2 Satz 2 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Nach &sect; 65 Abs. 1 Satz 1 FGO muss die Klage u.a. den Gegenstand des Klagebegehrens bezeichnen. Eine ausreichende Bezeichnung erfordert zumindest die substantiierte und schl&uuml;ssige Darlegung, was der Kl&auml;ger begehrt und worin er eine Rechtsverletzung sieht; dadurch soll das Gericht in die Lage versetzt werden, die Grenzen seiner Entscheidungsbefugnis zu bestimmen (&sect; 96 Abs. 1 Satz 2 FGO). Fehlt der Klage diese Voraussetzung, ist sie als unzul&auml;ssig abzuweisen. Wie weit ein Klagebegehren zu substantiieren ist, h&auml;ngt von den Umst&auml;nden des Einzelfalls ab, insbesondere von dem Inhalt des angefochtenen Verwaltungsakts, der Steuerart und der Klageart. Entscheidend ist, ob das Gericht durch die Angaben des Kl&auml;gers in die Lage versetzt wird, zu erkennen, worin die den Kl&auml;ger treffende Rechtsverletzung nach dessen Ansicht liegt (z.B. BFH-Beschluss in BFH\/NV 2011, 1172, m.w.N.). Wurden die Besteuerungsgrundlagen gesch&auml;tzt, reicht die blo&szlig;e Ank&uuml;ndigung einer noch einzureichenden Steuererkl&auml;rung zur Bezeichnung des Gegenstandes des Klagebegehrens ebenso wenig aus wie die allgemein gehaltene Behauptung, die Besteuerungsgrundlagen seien zu hoch gesch&auml;tzt worden (z.B. BFH-Beschluss in BFH\/NV 2011, 1172, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Danach durfte das FG dem Kl&auml;ger zur Bezeichnung des Klagebegehrens eine Frist mit ausschlie&szlig;ender Wirkung setzen. Der Kl&auml;ger hatte f&uuml;r keines der Streitjahre Eink&uuml;nfte aus Land- und Forstwirtschaft erkl&auml;rt, und auch seine gegen die Sch&auml;tzungsbescheide erhobenen Rechtsbehelfe enthalten keine konkreten Angaben dazu, inwieweit er die Sch&auml;tzungen des Beklagten und Beschwerdegegners (Finanzamt) f&uuml;r unzutreffend erachtet. Da sich sein Vortrag auch bis zum Ablauf der Ausschlussfrist lediglich in der Behauptung einer zu hohen Sch&auml;tzung und der Ank&uuml;ndigung, Unterlagen vorzulegen, ersch&ouml;pft, ist die Abweisung der Klage als unzul&auml;ssig nicht zu beanstanden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>dd) Dahinstehen kann, ob das FG, wie der Kl&auml;ger weiter r&uuml;gt, das ihm nach &sect; 79b Abs. 3 FGO einger&auml;umte Ermessen &quot;fehlerhaft bzw. gar nicht ausge&uuml;bt&quot; hat. Denn auf einem solchen Verfahrensfehler kann das angegriffene Urteil nicht beruhen, da die Klageabweisung &#8211;selbst&auml;ndig tragend&#8211; darauf gest&uuml;tzt wurde, dass der Kl&auml;ger den Gegenstand des Klagebegehrens nicht innerhalb der hierf&uuml;r gesetzten Ausschlussfrist bezeichnet habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Soweit der Kl&auml;ger die Zulassung der Revision wegen grunds&auml;tzlicher Bedeutung der Rechtssache (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO) und zur Fortbildung des Rechts (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 2 Alternative 1 FGO) begehrt, gen&uuml;gt sein Vorbringen schon nicht den Anforderungen des &sect; 116 Abs. 3 Satz 3 FGO. Die Darlegung dieser Zulassungsgr&uuml;nde verlangt substantiierte Ausf&uuml;hrungen zur Kl&auml;rungsbed&uuml;rftigkeit einer hinreichend bestimmten Rechtsfrage, die im konkreten Streitfall voraussichtlich kl&auml;rbar ist und deren Beurteilung zweifelhaft oder umstritten ist. Hierzu muss sich der Beschwerdef&uuml;hrer mit der Rechtsprechung des BFH und den &Auml;u&szlig;erungen im Schrifttum auseinandersetzen. Insbesondere sind Ausf&uuml;hrungen erforderlich, aus denen sich ergibt, in welchem Umfang, von welcher Seite und aus welchen Gr&uuml;nden die Beantwortung der Rechtsfrage zweifelhaft und umstritten ist (z.B. BFH-Beschluss vom 19. Mai 2008 V B 29\/07, BFH\/NV 2008, 1501, unter III.B.1.). Daran fehlt es, denn der diesbez&uuml;gliche Vortrag des Kl&auml;gers ersch&ouml;pft sich in der Behauptung, es bed&uuml;rfe der Kl&auml;rung, &quot;ob der &uuml;ber den Vortrag der (zu hohen) Sch&auml;tzung hinaus gehaltene Sachvortrag, welche Einkunftsart gesch&auml;tzt wurde (hier: Land und Forstwirtschaft) der Konkretisierung des Klagegegenstandes gen&uuml;ge&quot;. Abgesehen davon bedarf es keiner Kl&auml;rung in einem Revisionsverfahren, dass es den Anforderungen an die Substantiierung des Klagebegehrens nicht gen&uuml;gt, lediglich anzugeben, welche von mehreren einem Steuerbescheid zugrunde liegenden Sch&auml;tzungen angegriffen wird. Denn auch in diesem Fall bedarf es der Konkretisierung, was der Beschwerdef&uuml;hrer &#8211;bezogen auf die gesch&auml;tzten Besteuerungsgrundlagen&#8211; begehrt und worin er eine Rechtsverletzung sieht, um das Gericht in die Lage zu versetzen, die Grenzen seiner Entscheidungsbefugnis zu bestimmen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 8.2.2012, IV B 68\/11 Keine Beschwerdebefugnis eines Nichtbeteiligten; Anforderungen an die Substantiierung des Klagebegehrens Gr&uuml;nde 1&nbsp; 1. Die Beschwerde der Beschwerdef&uuml;hrerin ist unzul&auml;ssig. Da sie nicht Beteiligte des finanzgerichtlichen Verfahrens war, ist sie nicht befugt, gegen das Urteil des Finanzgerichts (FG) Nichtzulassungsbeschwerde zu erheben (&sect; 115 Abs. 1 i.V.m. &sect; 57 der &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iv-b-68-11-keine-beschwerdebefugnis-eines-nichtbeteiligten-anforderungen-an-die-substantiierung-des-klagebegehrens\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">IV&nbsp;B&nbsp;68\/11 &#8211; Keine Beschwerdebefugnis eines Nichtbeteiligten; Anforderungen an die Substantiierung des Klagebegehrens<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-8604","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8604","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=8604"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8604\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=8604"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=8604"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=8604"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}