{"id":8612,"date":"2012-12-05T04:21:39","date_gmt":"2012-12-05T02:21:39","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=8612"},"modified":"2012-12-05T04:21:39","modified_gmt":"2012-12-05T02:21:39","slug":"v-b-3-12-prozessfaehigkeit-bei-betreuung-einwilligungsvorbehalt-absehen-von-gerichtskosten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-b-3-12-prozessfaehigkeit-bei-betreuung-einwilligungsvorbehalt-absehen-von-gerichtskosten\/","title":{"rendered":"V&nbsp;B&nbsp;3\/12 &#8211; Prozessf&auml;higkeit bei Betreuung &#8211; Einwilligungsvorbehalt &#8211; Absehen von Gerichtskosten"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 8.2.2012, V B 3\/12<\/p>\n<p class=\"titel\">Prozessf&auml;higkeit bei Betreuung &#8211; Einwilligungsvorbehalt &#8211; Absehen von Gerichtskosten<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Mit Schreiben vom 11. Oktober 2011 und 24. Oktober 2011 legte der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) Beschwerde gegen das Urteil des Finanzgerichts D&uuml;sseldorf vom 3. Dezember 2009 (14 K 4739\/08 Kg) ein.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Amtsgericht (AG) X hat mit Beschluss vom 1. September 2011 die Betreuung des Kl&auml;gers angeordnet und einen Rechtsanwalt als Berufsbetreuer bestellt. Die Wirksamkeit von Rechtsgesch&auml;ften in Verm&ouml;gensangelegenheiten setzt danach die Zustimmung des bestellten Betreuers voraus. Hierzu hat das AG X mit Beschluss vom 21. Dezember 2011 klargestellt, dass der Kl&auml;ger zur Wirksamkeit von Rechtsgesch&auml;ften in den Bereichen &quot;Vertretung bei Beh&ouml;rden und Institutionen einschlie&szlig;lich Gerichten&quot; der Zustimmung des f&uuml;r solche Angelegenheiten bestellten Betreuers bedarf (Einwilligungsvorbehalt).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auf Anfrage der Gesch&auml;ftsstelle des Senats vom 24. Januar 2012 hat der Betreuer mit Schreiben vom 30. Januar 2012 erkl&auml;rt, dass er die Prozesshandlungen des Kl&auml;gers nicht genehmige.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Beschwerde des Kl&auml;gers ist unzul&auml;ssig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Vornahme von Verfahrenshandlungen &#8211;wozu auch die Einlegung einer Beschwerde geh&ouml;rt&#8211; setzt nach &sect; 58 Abs. 1 der Finanzgerichtsordnung (FGO) die Prozessf&auml;higkeit des Beteiligten voraus. Sofern ein Einwilligungsvorbehalt nach &sect; 1903 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuches (BGB) den Gegenstand des Verfahrens betrifft, ist ein gesch&auml;ftsf&auml;higer Betreuter nur insoweit zur Vornahme von Verfahrenshandlungen f&auml;hig, als er nach den Vorschriften des b&uuml;rgerlichen Rechts ohne Einwilligung des Betreuers handeln kann oder durch Vorschriften des &ouml;ffentlichen Rechts als handlungsf&auml;hig anerkannt ist (&sect; 58 Abs. 3 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Nach den o.g. Beschl&uuml;ssen des AG X vom 1. September 2011 und vom 21. Dezember 2011 bedarf der Kl&auml;ger zur Vertretung bei Gerichten der Zustimmung des f&uuml;r solche Angelegenheiten bestellten Betreuers. Da dieser Einwilligungsvorbehalt (&sect; 1903 BGB) auch den Streitgegenstand des finanzgerichtlichen Verfahrens &uuml;ber die Nichtzulassungsbeschwerde betrifft, ist der Betreute f&uuml;r dieses Verfahren nur insoweit (partiell) prozessf&auml;hig, als er nach den Vorschriften des b&uuml;rgerlichen Rechts ohne Einwilligung des Betreuers handeln kann oder durch Vorschriften des &ouml;ffentlichen Rechts als handlungsf&auml;hig anerkannt ist. Dies ist vorliegend nicht der Fall. Da der Betreuer innerhalb der vom Gericht gesetzten Frist keine Genehmigung zur Erhebung der Beschwerde durch den Kl&auml;ger erteilt hat und die von einem Prozessunf&auml;higen vorgenommene Prozesshandlung unwirksam ist, war die von diesem eingelegte Beschwerde als unzul&auml;ssig zu verwerfen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Von der Erhebung der Kosten wird gem&auml;&szlig; &sect; 21 Abs. 1 des Gerichtskostengesetzes abgesehen. Nach dieser Vorschrift kann f&uuml;r abweisende Entscheidungen von der Erhebung von Kosten abgesehen werden, wenn der Antrag auf unverschuldeter Unkenntnis der tats&auml;chlichen oder rechtlichen Verh&auml;ltnisse beruht. Die Unkenntnis rechtlicher Verh&auml;ltnisse kann sich auch auf die prozessuale Rechtslage erstrecken, mithin auch auf die Frage der Prozessf&auml;higkeit der Einlegung einer Klage oder Beschwerde. Im Streitfall kann davon ausgegangen werden, dass dem Kl&auml;ger die sich aus der Betreuung ergebenden Rechtsfolgen f&uuml;r seine fehlende Prozessf&auml;higkeit f&uuml;r die Klageerhebung nicht bekannt waren. Diese Unkenntnis muss bei einer unter Betreuung stehenden Person regelm&auml;&szlig;ig auch als unverschuldet angesehen werden (vgl. Beschluss des Bundesfinanzhofs vom 5. August 2002 VII B 56\/00, BFH\/NV 2002, 1492).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 8.2.2012, V B 3\/12 Prozessf&auml;higkeit bei Betreuung &#8211; Einwilligungsvorbehalt &#8211; Absehen von Gerichtskosten Tatbestand 1&nbsp; I. Mit Schreiben vom 11. Oktober 2011 und 24. Oktober 2011 legte der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) Beschwerde gegen das Urteil des Finanzgerichts D&uuml;sseldorf vom 3. 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