{"id":8627,"date":"2012-12-05T04:18:46","date_gmt":"2012-12-05T02:18:46","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=8627"},"modified":"2012-12-05T04:18:46","modified_gmt":"2012-12-05T02:18:46","slug":"v-r-40-10-vorsteuerabzug-einer-holding-fehlen-von-entscheidungsgruenden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-r-40-10-vorsteuerabzug-einer-holding-fehlen-von-entscheidungsgruenden\/","title":{"rendered":"V&nbsp;R&nbsp;40\/10 &#8211; Vorsteuerabzug einer Holding &#8211; Fehlen von Entscheidungsgr&uuml;nden"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 9.2.2012, V R 40\/10<\/p>\n<p class=\"titel\">Vorsteuerabzug einer Holding &#8211; Fehlen von Entscheidungsgr&uuml;nden<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Eine Holdinggesellschaft, die nachhaltig Leistungen gegen Entgelt erbringt, ist wirtschaftlich t&auml;tig und insoweit Unternehmer.<\/p>\n<p>2. Verf&uuml;gt die Holding &uuml;ber umfangreiche Beteiligungen, die sie ohne Bezug zu ihren entgeltlichen Ausgangsleistungen h&auml;lt, ist sie entsprechend &sect; 15 Abs. 4 UStG nur insoweit zum Vorsteuerabzug berechtigt, als die Eingangsleistungen ihren entgeltlichen Ausgangsleistungen wirtschaftlich zuzurechnen sind.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) wurde mit Beschluss des zust&auml;ndigen Amtsgerichts vom 2. Februar 2010 zur Insolvenzverwalterin &uuml;ber das Verm&ouml;gen einer Aktiengesellschaft (AG) bestellt und hat mit Schreiben vom 22. April 2010 die Aufnahme des Verfahrens erkl&auml;rt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Satzungsgem&auml;&szlig;er Gegenstand des Unternehmens der AG waren der Erwerb, die Verwaltung und Ver&auml;u&szlig;erung von Beteiligungen sowie die Erbringung von Dienstleistungen gegen&uuml;ber ihren Tochtergesellschaften.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Wie das Finanzgericht (FG) durch Bezugnahme auf einen Be-triebspr&uuml;fungsbericht vom 12. Mai 2005 und auf die Einspruchsentscheidung des Beklagten und Revisionsbeklagten (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) vom 12. Juli 2005 festgestellt hat, wurde die sp&auml;tere AG am 13. August 1999 in der Rechtsform einer GmbH als Vorratsgesellschaft gegr&uuml;ndet. Aufgrund eines Gesellschafterbeschlusses vom 2. M&auml;rz 2000 erfolgte die Umwandlung in die Rechtsform einer AG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit einer am 11. April 2000 in das Handelsregister eingetragenen Kapitalerh&ouml;hung gegen Sacheinlage erwarb die AG den operativen Gesch&auml;ftsbetrieb der X-KG, verwertete Wirtschaftsg&uuml;ter der X-KG und brachte den verbleibenden Gesch&auml;ftsbetrieb mit Wirkung zum 29. September 2000 in die I-KG ein.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Streitjahr 2004 war die AG an ca. 50 Gesellschaften beteiligt. Sie war insbesondere Alleingesellschafterin der amerikanischen I-Inc. Die zu ihrem Verm&ouml;gen geh&ouml;renden Beteiligungen aktivierte sie in ihrer Bilanz zum 31. Dezember 2004 mit insgesamt ca. 99 Mio. EUR.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die AG f&uuml;hrte im Streitjahr 2004 Ums&auml;tze in H&ouml;he von insgesamt 573.652 EUR aus. Davon entfielen auf &quot;Beratungsleistungen&quot; gegen&uuml;ber der I-KG Entgelte in H&ouml;he von &#8230; EUR, auf als im Inland nicht steuerbar behandelte &quot;Beratungsleistungen&quot; gegen&uuml;ber der I-Inc. Entgelte in H&ouml;he von &#8230; EUR und auf ein an die I-Inc. vergebenes Darlehen Zinsen in H&ouml;he von &#8230; EUR. &#8230; EUR versteuerte die AG f&uuml;r eine PKW-&Uuml;berlassung an einen Arbeitnehmer der AG f&uuml;r dessen private Zwecke. Dividenden aus ihren Beteiligungen vereinnahmte die AG im Streitjahr nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach einer vom FG in Bezug genommenen Aufstellung der AG entstanden bei der AG im Streitjahr vorsteuerbelastete Gesamtkosten in H&ouml;he von &#8230; EUR sowie Umsatzsteuer in H&ouml;he von &#8230; EUR. Davon entfielen z.B. auf die Durchf&uuml;hrung der Hauptversammlung &#8230; EUR (zzgl. Umsatzsteuer in H&ouml;he von &#8230;), den Jahresabschluss &#8230; EUR (zzgl. Umsatzsteuer in H&ouml;he von &#8230; EUR), Steuerberatung &#8230; EUR (zzgl. Umsatzsteuer in H&ouml;he von &#8230; EUR), Rechtsberatung &#8230; EUR (zzgl. Umsatzsteuer in H&ouml;he von &#8230; EUR), allgemeine Finanzen &#8230; EUR (zzgl. Umsatzsteuer in H&ouml;he von &#8230; EUR), Aufsichtsratsverg&uuml;tung &#8230; EUR (zzgl. Umsatzsteuer in H&ouml;he von &#8230; EUR), Aufsichtsratssitzungen &#8230; EUR (zzgl. Umsatzsteuer in H&ouml;he von &#8230; EUR), Gesch&auml;ftsberichte &#8230; EUR (zzgl. Umsatzsteuer in H&ouml;he von &#8230; EUR) und auf &quot;Investor Relationship&quot; &#8230; EUR (zzgl. Umsatzsteuer in H&ouml;he von &#8230; EUR). Dar&uuml;ber hinaus entstanden bei der AG im Streitjahr Aufwendungen f&uuml;r Versicherungen in H&ouml;he von &#8230; EUR, Personal in H&ouml;he von &#8230; EUR und Zinsen in H&ouml;he von &#8230; EUR.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine im Januar 2002 erworbene Beteiligung an der I-Ent Inc. hatte die AG im November 2002 auf die I-Inc. &uuml;bertragen. Die I-Inc. ver&auml;u&szlig;erte ihre Beteiligung an der I-Ent Inc. am 18. M&auml;rz 2004. Hierf&uuml;r bezog die AG im Inland steuerpflichtige Rechtsberatungsleistungen, f&uuml;r die sie einen Vorsteuerabzug in H&ouml;he von 1.957,82 EUR geltend machte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die AG erkl&auml;rte f&uuml;r das Streitjahr 2004 steuerpflichtige Ums&auml;tze in H&ouml;he von &#8230; EUR, die zu einer Umsatzsteuer von &#8230; EUR f&uuml;hrten, und Vorsteuerbetr&auml;ge in H&ouml;he von insgesamt &#8230; EUR. Hiervon entfielen 143.677,59 EUR auf den Vorsteuerabzug aus Gemeinkosten und 1.957,82 EUR auf den Vorsteuerabzug aus den Kosten der Beteiligungsver&auml;u&szlig;erung. Die AG ging daher davon aus, dass sich zu ihren Gunsten eine Steuerverg&uuml;tung von 134.371,41 EUR ergab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Demgegen&uuml;ber war das FA im Anschluss an eine Umsatzsteuer-Sonderpr&uuml;fung der Auffassung, dass der AG kein Vorsteuerabzug aus der Ver&auml;u&szlig;erung der Beteiligung an der Enkelgesellschaft zustehe. Im Hinblick auf den verbleibenden Vorsteuerabzug aus den Gemeinkosten in H&ouml;he von 143.677,59 EUR ging das FA von einer Vorsteuerquote von 75 v.H. aus und gew&auml;hrte daher einen Vorsteuerabzug in H&ouml;he von 107.758,19 EUR, so dass sich eine Steuerverg&uuml;tung von nur noch 96.494,19 EUR ergab. Einspruch und Klage gegen die Umsatzsteuervorauszahlungsbescheide 2004, mit denen die AG den vollen Vorsteuerabzug geltend machte, hatten keinen Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>W&auml;hrend des Klageverfahrens erging der Umsatzsteuerjahresbescheid 2004 vom 10. M&auml;rz 2006, der gem&auml;&szlig; &sect; 68 der Finanzgerichtsordnung (FGO) zum Gegenstand des Klageverfahrens wurde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG war der Auffassung, dass die AG nicht zum Vorsteuerabzug aus Beratungsleistungen f&uuml;r die Beteiligungsver&auml;u&szlig;erung berechtigt sei, da diese direkt und unmittelbar im Zusammenhang mit der Ver&auml;u&szlig;erung einer Beteiligung st&auml;nden, damit eine nichtwirtschaftliche T&auml;tigkeit betr&auml;fen und daher vom Vorsteuerabzug ausgeschlossen seien. Hinsichtlich des von der AG begehrten vollen Vorsteuerabzugs aus den Gemeinkosten st&uuml;tzte das FG die Klageabweisung darauf, dass ein direkter und unmittelbarer Zusammenhang zwischen den streitigen Leistungsbez&uuml;gen und den steuerpflichtigen Ausgangsums&auml;tzen nicht dargelegt worden sei, zumal die AG selbst einger&auml;umt habe, dass die Eingangsleistungen auch mit dem Erwerb, Halten und der Ver&auml;u&szlig;erung von Beteiligungen zusammenhingen. Auch nach Ma&szlig;gabe ihrer Gesamtt&auml;tigkeit stehe der AG kein voller Vorsteuerabzug zu, da die geltend gemachten Kosten entsprechend den Ausf&uuml;hrungen der AG zum Teil mit den nichtwirtschaftlichen T&auml;tigkeiten des Erwerbs, Haltens und der Ver&auml;u&szlig;erung von Beteiligungen zusammenhingen. Dementsprechend habe das FA die Eingangsleistungen im Ergebnis zu Recht nur insoweit zum Vorsteuerabzug zugelassen, als sie auf steuerpflichtige T&auml;tigkeiten der AG im Rahmen der mit ihren Tochtergesellschaften abgeschlossenen Servicevertr&auml;ge entfielen und den abziehbaren Teil auf 75 v.H. gesch&auml;tzt. Gegen einen h&ouml;heren Vorsteuerabzug spreche, dass die von der AG erbrachten Leistungen von 573.653,26 EUR h&ouml;chstens zu einer Steuer von 91.784,52 EUR gef&uuml;hrt h&auml;tten und daher der weitergehend vom FA gew&auml;hrte Vorsteuerabzug nicht in Betracht komme. Die AG habe nicht dargelegt, dass und in welchem Umfang die im Streitjahr bezogenen Eingangsleistungen erst in sp&auml;teren Jahren in Ausgangsums&auml;tze eingeflossen seien; in Anbetracht der Art der von der AG ausge&uuml;bten T&auml;tigkeit (Beratung) erscheine dies auch nicht naheliegend. Weiter &uuml;bersehe die AG, dass der auf die nichtwirtschaftliche T&auml;tigkeit entfallende Teil der Aufwendungen &#8211;da f&uuml;r ihn keine Vorsteuerabzugsberechtigung bestehe&#8211; bereits vorab aus dem Vorsteuervolumen auszuscheiden sei. Die Vorsteuer auf Aufwendungen eines Steuerpflichtigen berechtige nicht zum Abzug, soweit sie sich auf T&auml;tigkeiten beziehe, die aufgrund ihres nichtwirtschaftlichen Charakters nicht in den Anwendungsbereich der Steuer fallen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Urteil des FG ist in &quot;Entscheidungen der Finanzgerichte&quot; 2009, 1153 ver&ouml;ffentlicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ihre Revision st&uuml;tzt die Kl&auml;gerin auf die Verletzung materiellen und formellen Rechts. Die AG sei aus den Beratungskosten f&uuml;r die Ver&auml;u&szlig;erung der Beteiligung an der I-Ent Inc. zum Vorsteuerabzug berechtigt, da nicht die AG, sondern deren Tochtergesellschaft (I-Inc.) diese Beteiligung ver&auml;u&szlig;ert habe. Die AG habe im Streitjahr nur Ums&auml;tze ausgef&uuml;hrt, die zum Vorsteuerabzug berechtigt h&auml;tten. Die Ver&auml;u&szlig;erung einer Beteiligung an einer Tochtergesellschaft, an die der Ver&auml;u&szlig;erer entgeltliche Leistungen erbringe, berechtige zum Vorsteuerabzug. Die AG sei auch zum vollen Vorsteuerabzug aus den Gemeinkosten berechtigt, da keine dem Vorsteuerabzug entgegenstehenden Ausgangsums&auml;tze vorl&auml;gen. Auf das betragsm&auml;&szlig;ige Verh&auml;ltnis von Eingangs- und Ausgangsleistungen komme es nicht an. Zumindest sei dem Gerichtshof der Europ&auml;ischen Union (EuGH) die Frage vorzulegen, ob es gegen den Grundsatz des Sofortabzugs der Vorsteuer gem&auml;&szlig; Art. 17 der Sechsten Richtlinie des Rates vom 17. Mai 1977 zur Harmonisierung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten &uuml;ber die Umsatzsteuern 77\/388\/EWG (Richtlinie 77\/388\/EWG) versto&szlig;e, wenn ein Mitgliedstaat einem Steuerpflichtigen den Vorsteuerabzug aus den Gemeinkosten versagt, obwohl er in diesem Zeitraum ausschlie&szlig;lich besteuerte Managementdienstleistungen an seine Tochtergesellschaften bzw. vorsteuerunsch&auml;dliche Kreditums&auml;tze mit einer im Drittland ans&auml;ssigen Tochtergesellschaft erzielt hat. Die AG habe die bei ihr entstandenen Beratungskosten f&uuml;r die Ver&auml;u&szlig;erung der Beteiligung an der I-Ent Inc. als Entgelt f&uuml;r eigene Beratungsleistung an die I-Inc. weiterbelastet und sei daher zum Vorsteuerabzug berechtigt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>das Urteil des FG aufzuheben und den Bescheid &uuml;ber Umsatzsteuer 2004 vom 10. M&auml;rz 2006 dahingehend abzu&auml;ndern, dass ein Erstattungsbetrag in H&ouml;he von 134.371,41 EUR festgesetzt wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die AG sei im Streitjahr an ca. 50 Gesellschaften zumeist als Alleingesellschafterin beteiligt gewesen und habe in ihrer Bilanz zum 31. Dezember 2003 Anteile an verbundenen Unternehmen mit Wertans&auml;tzen von insgesamt &#8230; EUR erfasst, aber im Streitjahr nur gegen&uuml;ber zwei Gesellschaften entgeltliche Leistungen erbracht. Ein Teil ihrer Gemeinkosten sei daher ihrem nichtunternehmerischen Bereich zuzurechnen. Aus den Kosten f&uuml;r die Ver&auml;u&szlig;erung einer Beteiligung an einer Enkelgesellschaft durch eine Tochtergesellschaft stehe der AG kein Vorsteuerabzug zu.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision der Kl&auml;gerin ist unbegr&uuml;ndet und war daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect; 126 Abs. 2 FGO). Wie das FG im Ergebnis zu Recht entschieden hat, steht der Kl&auml;gerin &uuml;ber den vom FA anerkannten Vorsteuerabzug hinaus kein weiter gehender Anspruch auf Vorsteuerabzug zu.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Der Unternehmer ist nach &sect; 15 des Umsatzsteuergesetzes 1999 (UStG) zum Vorsteuerabzug berechtigt, soweit er Eingangsleistungen f&uuml;r Zwecke seines Unternehmens und damit f&uuml;r seine wirtschaftliche T&auml;tigkeit bezieht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect; 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 UStG kann der Unternehmer die gesetzlich geschuldete Steuer f&uuml;r Leistungen, die von einem anderen Unternehmer f&uuml;r sein Unternehmen ausgef&uuml;hrt worden sind, als Vorsteuer abziehen. Ausgeschlossen ist der Vorsteuerabzug nach &sect; 15 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 UStG f&uuml;r Leistungen, die der Unternehmer f&uuml;r steuerfreie Ums&auml;tze verwendet. Diese Vorschriften beruhen auf Art. 17 Abs. 2 Buchst. a der Richtlinie 77\/388\/EWG, wonach der Steuerpflichtige (Unternehmer), der Gegenst&auml;nde und Dienstleistungen f&uuml;r Zwecke seiner besteuerten Ums&auml;tze verwendet, befugt ist, die im Inland geschuldete oder entrichtete Mehrwertsteuer f&uuml;r Gegenst&auml;nde und Dienstleistungen, die ihm von einem anderen Steuerpflichtigen geliefert oder erbracht werden, von der von ihm geschuldeten Steuer abzuziehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Der Unternehmer ist nach diesen Vorschriften zum Vorsteuerabzug berechtigt, soweit er Leistungen f&uuml;r sein Unternehmen (&sect; 2 Abs. 1 UStG, Art. 4 der Richtlinie 77\/388\/EWG) und damit f&uuml;r seine wirtschaftlichen T&auml;tigkeiten zur Erbringung entgeltlicher Leistungen (&sect; 1 Abs. 1 Nr. 1 UStG, Art. 2 Nr. 1 der Richtlinie 77\/388\/EWG) zu verwenden beabsichtigt. Im Hinblick auf den weiter erforderlichen direkten und unmittelbaren Zusammenhang zwischen Eingangs- und Ausgangsumsatz ist dabei wie folgt zu differenzieren (Urteile des Bundesfinanzhofs -BFH- vom 9. Dezember 2010 V R 17\/10, BFHE 232, 243, BStBl II 2012, 53, unter II.1.b; vom 13. Januar 2011 V R 12\/08, BFHE 232, 261, BStBl II 2012, 61, unter II.1.b, und vom 27. Januar 2011 V R 38\/09, BFHE 232, 278, BStBl II 2012, 68, unter II.2.b, m.w.N. zu den Urteilen des EuGH vom 6. April 1995 C-4\/94, BLP, Slg. 1995, I-983; vom 8. Juni 2000 C-98\/98, Midland Bank, Slg. 2000, I-4177; vom 22. Februar 2001 C-408\/98, Abbey National, Slg. 2001, I-1361; vom 13. M&auml;rz 2008 C-437\/06, Securenta, Slg. 2008, I-1597, und vom 29. Oktober 2009 C-29\/08, SKF, Slg. 2009, I-10413, sowie BFH-Urteil vom 3. M&auml;rz 2011 V R 23\/10, BFHE 233, 274, BStBl II 2012, 74, unter II.1.a).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Besteht der direkte und unmittelbare Zusammenhang zu einem einzelnen Ausgangsumsatz seiner wirtschaftlichen T&auml;tigkeit, der steuerpflichtig ist (gleichgestellt: Umsatz i.S. von &sect; 15 Abs. 3 UStG und Art. 17 Abs. 3 der Richtlinie 77\/388\/EWG), kann der Unternehmer den Vorsteuerabzug in Anspruch nehmen. Die f&uuml;r den Leistungsbezug get&auml;tigten Aufwendungen geh&ouml;ren dann zu den Kostenelementen dieses Ausgangsumsatzes.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Bei einem direkten und unmittelbaren Zusammenhang zu einem Ausgangsumsatz, der mangels wirtschaftlicher T&auml;tigkeit nicht dem Anwendungsbereich der Steuer unterliegt oder &#8211;ohne Anwendung von &sect; 15 Abs. 3 UStG (Art. 17 Abs. 3 der Richtlinie 77\/388\/EWG)&#8211; steuerfrei ist, besteht keine Berechtigung zum Vorsteuerabzug. Dies gilt auch, wenn der Unternehmer eine Leistung z.B. f&uuml;r einen steuerfreien Ausgangsumsatz bezieht, um mittelbar seine zum Vorsteuerabzug berechtigende wirtschaftliche Gesamtt&auml;tigkeit zu st&auml;rken, da der von ihm verfolgte endg&uuml;ltige Zweck unerheblich ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Fehlt ein direkter und unmittelbarer Zusammenhang zwischen einem bestimmten Eingangsumsatz und einem oder mehreren Ausgangsums&auml;tzen, kann der Unternehmer zum Vorsteuerabzug berechtigt sein, wenn die Kosten f&uuml;r die Eingangsleistung zu seinen allgemeinen Aufwendungen geh&ouml;ren und &#8211;als solche&#8211; Bestandteile des Preises der von ihm erbrachten Leistungen sind. Derartige Kosten h&auml;ngen direkt und unmittelbar mit seiner wirtschaftlichen Gesamtt&auml;tigkeit zusammen und berechtigen nach Ma&szlig;gabe dieser Gesamtt&auml;tigkeit zum Vorsteuerabzug.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Beabsichtigt der Unternehmer eine von ihm bezogene Leistung zugleich f&uuml;r seine wirtschaftliche und seine nichtwirtschaftliche T&auml;tigkeit zu verwenden, kann er den Vorsteuerabzug grunds&auml;tzlich nur insoweit in Anspruch nehmen, als die Aufwendungen hierf&uuml;r seiner wirtschaftlichen T&auml;tigkeit zuzurechnen sind. Beabsichtigt der Unternehmer daher eine teilweise Verwendung f&uuml;r eine nichtwirtschaftliche T&auml;tigkeit, ist er insoweit nicht zum Vorsteuerabzug berechtigt (BFH-Urteile in BFHE 232, 243, BStBl II 2012, 53, unter II.1.d; in BFHE 232, 261, BStBl II 2012, 61, unter II.1., m.w.N. zu den EuGH-Urteilen Securenta in Slg. 2008, I-1597, und vom 12. Februar 2009 C-515\/07, VNLTO, Slg. 2009, I-839, sowie BFH-Urteil in BFHE 233, 274, BStBl II 2012, 74, unter II.1.c). Bei der dann erforderlichen Vorsteueraufteilung f&uuml;r Leistungsbez&uuml;ge, die einer wirtschaftlichen und einer nichtwirtschaftlichen T&auml;tigkeit des Unternehmers dienen, ist &sect; 15 Abs. 4 UStG analog anzuwenden (BFH-Urteil in BFHE 233, 274, BStBl II 2012, 74, Leitsatz 4).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Der AG steht kein weiter gehender Anspruch auf Vorsteuerabzug als vom FA anerkannt zu.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Im Streitfall war die AG sowohl wirtschaftlich (unternehmerisch) als auch nichtwirtschaftlich (nichtunternehmerisch) t&auml;tig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Nach der Rechtsprechung des EuGH sind der blo&szlig;e Erwerb, das blo&szlig;e Halten und der blo&szlig;e Verkauf von Aktien an sich keine wirtschaftlichen T&auml;tigkeiten, da diese Vorg&auml;nge nicht die Nutzung eines Gegenstands zur nachhaltigen Erzielung von Einnahmen beinhalten und das einzige Entgelt in einem etwaigen Gewinn beim Verkauf dieser Aktien liegt. Demgegen&uuml;ber fallen nur Zahlungen, die die Gegenleistung f&uuml;r einen Umsatz oder eine wirtschaftliche T&auml;tigkeit darstellen, in den Anwendungsbereich der Mehrwertsteuer, was aber auf Zahlungen nicht zutrifft, die auf dem blo&szlig;en Eigentum an einem Gegenstand beruhen, wie dies bei Dividenden oder anderen Ertr&auml;gen von Aktien der Fall ist (EuGH-Urteil SKF in Slg. 2009, I-10413 Rdnrn. 28 f., m.w.N. zur EuGH-Rechtsprechung).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Anders ist es aber dann, wenn die finanzielle Beteiligung an einem anderen Unternehmen mit unmittelbaren oder mittelbaren Eingriffen in die Verwaltung der Gesellschaft einhergeht, an der die Beteiligung besteht, soweit diese Eingriffe zu entgeltlichen Leistungen f&uuml;hren, die gem&auml;&szlig; Art. 2 der Richtlinie 77\/388\/EWG der Mehrwertsteuer unterliegen oder wenn sich auf Aktien oder Anteile an einer Gesellschaft beziehende Ums&auml;tze in den Anwendungsbereich der Mehrwertsteuer fallen, da sie im Rahmen des gewerbsm&auml;&szlig;igen Wertpapierhandels oder zum Zweck des unmittelbaren oder mittelbaren Eingreifens in die Verwaltung der Gesellschaften erfolgen, an denen die Beteiligung besteht, oder wenn sie eine unmittelbare, dauerhafte und notwendige Erweiterung einer steuerbaren T&auml;tigkeit darstellen (EuGH-Urteil SKF in Slg. 2009, I-10413 Rdnrn. 30 f., m.w.N. zur EuGH-Rechtsprechung).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Danach beschr&auml;nkte sich die wirtschaftliche T&auml;tigkeit der AG im Streitfall auf die Erbringung entgeltlicher &quot;Beratungsleistungen&quot; an zwei Tochtergesellschaften sowie ggf. die &Uuml;berlassung eines PKWs an einen Arbeitnehmer im Rahmen eines tausch&auml;hnlichen Umsatzes.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Selbst wenn zugunsten der Kl&auml;gerin unterstellt wird, dass auch die Darlehensvergabe durch die AG an die I-Inc. unter Ber&uuml;cksichtigung des EuGH-Urteils vom 29. April 2004 C-77\/01, EDM (Slg. 2004, I-4295 Rdnrn. 65 ff.) als nachhaltige und wirtschaftliche T&auml;tigkeit im Rahmen eines Unternehmens anzusehen sein k&ouml;nnte, kommt der wirtschaftlichen (unternehmerischen) T&auml;tigkeit der AG im Vergleich zu ihrem nichtwirtschaftlichen (nichtunternehmerischen) Beteiligungsbereich, den die AG in ihrer Bilanz zum 31. Dezember 2004 mit ca. 99 Mio. EUR aktiviert hatte, nur untergeordnete Bedeutung zu. Es sind keine Anhaltspunkte ersichtlich, dass die AG die ca. 50 von ihr gehaltenen Beteiligungen &#8211;mit Ausnahme ggf. der Beteiligungen an den beiden Gesellschaften, an die sie entgeltliche Leistungen erbrachte&#8211; im Zusammenhang mit einer wirtschaftlichen T&auml;tigkeit gehalten hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Bei der somit im Streitfall erforderlichen Vorsteueraufteilung f&uuml;r Leistungsbez&uuml;ge, die einer wirtschaftlichen und einer nichtwirtschaftlichen T&auml;tigkeit des Unternehmers dienen, ist &sect; 15 Abs. 4 UStG analog anzuwenden (BFH-Urteil in BFHE 233, 274, BStBl II 2012, 74, Leitsatz 4). Im Rahmen der danach ma&szlig;geblichen wirtschaftlichen Zurechnung aufgrund sachgerechter Sch&auml;tzung stand der AG jedenfalls kein weiter gehender Anspruch auf Vorsteuerabzug als vom FA anerkannt zu.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Das FG hat f&uuml;r sein Urteil angef&uuml;hrt, dass ein Vorsteuerabzug nur insoweit in Betracht komme, als die Entgelte f&uuml;r Eingangsleistungen die Entgelte f&uuml;r Ausgangsleistungen nicht &uuml;berstiegen, sofern nicht festzustellen sei, dass Eingangsleistungen &#8211;wie z.B. bei Immobilieninvestitionen mit nachfolgenden Vermietungsums&auml;tzen&#8211; erst in Folgejahren f&uuml;r Ausgangsleistungen verwendet w&uuml;rden. Bei einem Gesamtentgelt von 573.652 EUR ergebe sich danach eine Obergrenze f&uuml;r den Vorsteuerabzug von 91.784,32 EUR, die hinter dem vom FA anerkannten Vorsteuerabzug von 107.758,19 EUR zur&uuml;ckbleibe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Im Streitfall kann offen bleiben, ob der Auffassung des FG, nach der die Steuer auf Leistungsentgelte eine Obergrenze f&uuml;r den Vorsteuerabzug darstellt, sofern keine Investitions- oder Fehlma&szlig;nahmen vorliegen, zu folgen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die W&uuml;rdigung des FG, dass der AG ein nur geringerer Vorsteuerabzug als vom FA anerkannt aus den Gemeinkosten zusteht, ist aufgrund der Besonderheiten des Streitfalls im Ergebnis revisionsrechtlich nicht zu beanstanden. Denn nach den Verh&auml;ltnissen des Streitfalls ist davon auszugehen, dass das nichtwirtschaftliche Halten von Beteiligungen die Hauptt&auml;tigkeit und das Erbringen entgeltlicher Leistungen nur eine Nebent&auml;tigkeit der AG war. Hierf&uuml;r spricht insbesondere das Verh&auml;ltnis der Leistungsentgelte von 573.652 EUR zu den bilanzierten Beteiligungswertans&auml;tzen von ca. 99 Mio. EUR, wie auch ein Vergleich zwischen den Leistungsentgelten und den mehr als f&uuml;nffach h&ouml;heren vorsteuerbelasteten und nicht vorsteuerbelasteten Aufwendungen der AG im Streitjahr. Unter Ber&uuml;cksichtigung von Haupt- und Nebent&auml;tigkeit der AG kommt im Streitfall allenfalls ein h&auml;lftiger Vorsteuerabzug aus den Gemeinkosten in Betracht. Danach war die vom FA vorgenommene Sch&auml;tzung einer Vorsteuerquote von 75 v.H. nicht sachgerecht, sondern f&uuml;hrte zu einem &uuml;berh&ouml;hten Vorsteuerabzug der AG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Hinblick auf diesen &uuml;berh&ouml;ht gew&auml;hrten Vorsteuerabzug aus den Gemeinkosten kam es auf die Frage, ob die AG aus den &#8211;m&ouml;glicherweise&#8211; an die I-Inc. weiterbelasteten Kosten der Beteiligungsver&auml;u&szlig;erung durch die I-Inc. zu einem weiteren Vorsteuerabzug von 1.957,82 EUR berechtigt war, nicht mehr an. Im Hinblick auf das Verb&ouml;serungsverbot und die Bindung an die Antr&auml;ge (&sect; 96 Abs. 1 Satz 2 FGO) kann offen bleiben, in welcher H&ouml;he im Streitfall ein anteiliger Vorsteuerabzug das Verh&auml;ltnis zwischen wirtschaftlicher und nichtwirtschaftlicher T&auml;tigkeit objektiv widerspiegelt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die von der Kl&auml;gerin geltend gemachten Verfahrensfehler liegen nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>38<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die R&uuml;ge der Kl&auml;gerin, das Urteil der Vorinstanz sei (teilweise) nicht mit Gr&uuml;nden versehen (&sect; 119 Nr. 6 FGO) greift nicht durch. Eine Entscheidung ist i.S. von &sect; 119 Nr. 6 FGO nicht mit Gr&uuml;nden versehen, wenn diese ganz oder zu einem wesentlichen Teil fehlen oder wenn das FG einen selbst&auml;ndigen Anspruch oder ein selbst&auml;ndiges Verteidigungsmittel &uuml;bergangen hat (BFH-Beschl&uuml;sse vom 2. Januar 2006 XI B 53\/04, BFH\/NV 2006, 792, und vom 9. Februar 2000 VIII R 27\/99, BFH\/NV 2000, 968). Eine zu kurze, l&uuml;cken- oder fehlerhafte Begr&uuml;ndung ist demgegen&uuml;ber kein Verfahrensfehler i.S. von &sect; 119 Nr. 6 FGO (vgl. z.B. BFH-Urteil vom 24. April 2008 IV R 69\/05, BFH\/NV 2008, 1550, unter II.B.2.b).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>39<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG hat, entgegen der Auffassung der Kl&auml;gerin, der AG nicht die Ver&auml;u&szlig;erung der Beteiligung an der I-Ent Inc. zugerechnet, sondern hat die Versagung des Vorsteuerabzugs aus der von der AG bezogenen Beratungsleistung f&uuml;r die Beteiligungsver&auml;u&szlig;erung darauf gest&uuml;tzt, dass die Beteiligungsver&auml;u&szlig;erung als solche &quot;eine nichtwirtschaftliche T&auml;tigkeit und &#8230; deshalb vom Vorsteuerabzug ausgeschlossen&quot; sei, zumal der AG bereits ein anteiliger Vorsteuerabzug im Rahmen eines Aufteilungsschl&uuml;ssels gew&auml;hrt worden sei. Daher kam es nach der f&uuml;r die Beurteilung eines Verfahrensfehlers ma&szlig;geblichen Rechtsauffassung der Vorinstanz nicht darauf an, durch wen die Beteiligungsver&auml;u&szlig;erung erfolgte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>40<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Aus diesem Grund liegt auch nicht die von der Kl&auml;gerin geltend gemachte Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Geh&ouml;r (&sect; 96 Abs. 1 Satz 1 FGO) vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>41<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Im Streitfall bedarf es keines Vorabentscheidungsersuchens an den EuGH gem&auml;&szlig; Art. 267 des Vertrages &uuml;ber die Arbeitsweise der Europ&auml;ischen Union. Im Gegensatz zur vom EuGH mit Urteil vom 27. September 2001 C-16\/00 (Slg. 2001, I-6663) entschiedenen Rechtssache Cibo Participations betrifft der Streitfall keine Holding, die gegen&uuml;ber allen Tochtergesellschaften entgeltliche Leistungen erbrachte, wie sich aus Rdnr. 10 dieser Entscheidung ergibt. Demgegen&uuml;ber f&uuml;hrte die Kl&auml;gerin derartige Leistungen im Streitjahr nur gegen&uuml;ber zwei von insgesamt ca. 50 Tochtergesellschaften aus. Dar&uuml;ber hinaus ist im Streitfall der Vorsteuerabzug aus Gemeinkosten, nicht aber der Vorsteuerabzug aus Kosten f&uuml;r den Erwerb von Beteiligungen streitig (s. oben II.2.b). Im &Uuml;brigen kommt es auch nicht auf den Ausgang der beim EuGH anh&auml;ngigen Rechtssache Portugal Telekom C-496\/11 an. In diesem Verfahren ist zu kl&auml;ren, ob der Hauptgesellschaftszweck einer Holdinggesellschaft, der in der Verwaltung von Gesellschaftsanteilen besteht, dazu f&uuml;hrt, dass die Holding den Vorsteuerabzug aus bezogenen Leistungen, die sie f&uuml;r eine Nebent&auml;tigkeit (Erbringung entgeltlicher Dienstleistungen) bezieht, nur im Rahmen eines pro-rata-Satzes abziehen kann. F&uuml;r die Frage des hier streitigen Vorsteuerabzugs aus Gemeinkosten ist dies nicht von Bedeutung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 9.2.2012, V R 40\/10 Vorsteuerabzug einer Holding &#8211; Fehlen von Entscheidungsgr&uuml;nden Leits&auml;tze 1. Eine Holdinggesellschaft, die nachhaltig Leistungen gegen Entgelt erbringt, ist wirtschaftlich t&auml;tig und insoweit Unternehmer. 2. 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