{"id":9114,"date":"2012-12-20T06:42:11","date_gmt":"2012-12-20T04:42:11","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=9114"},"modified":"2012-12-20T06:42:11","modified_gmt":"2012-12-20T04:42:11","slug":"iii-b-115-11-kein-absehen-von-der-rueckforderung-ueberzahlten-kindergelds-bei-anweisung-der-familienkasse-zur-kindergeldauszahlung-an-einen-anderen-kindergeldberechtigten-vorliegen-einer-divergenz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-b-115-11-kein-absehen-von-der-rueckforderung-ueberzahlten-kindergelds-bei-anweisung-der-familienkasse-zur-kindergeldauszahlung-an-einen-anderen-kindergeldberechtigten-vorliegen-einer-divergenz\/","title":{"rendered":"III&nbsp;B&nbsp;115\/11 &#8211; Kein Absehen von der R&uuml;ckforderung &uuml;berzahlten Kindergelds bei Anweisung der Familienkasse zur Kindergeldauszahlung an einen anderen Kindergeldberechtigten &#8211; Vorliegen einer Divergenz"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 27.12.2011, III B 115\/11<\/p>\n<p class=\"titel\">Kein Absehen von der R&uuml;ckforderung &uuml;berzahlten Kindergelds bei Anweisung der Familienkasse zur Kindergeldauszahlung an einen anderen Kindergeldberechtigten &#8211; Vorliegen einer Divergenz<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) erhielt f&uuml;r seine Tochter T fortlaufend Kindergeld auf ein von ihm mitgeteiltes Konto bei der Volksbank X ausgezahlt. Mit Schreiben vom 25. M&auml;rz 2009 bat er die Beklagte und Beschwerdegegnerin (Familienkasse), das Kindergeld auf ein Konto der Kindesmutter bei der Kreissparkasse Y zu &uuml;berweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nachdem die Familienkasse von der f&uuml;r die Kindesmutter zust&auml;ndigen Familienkasse dar&uuml;ber in Kenntnis gesetzt wurde, dass T seit 10. Juni 2009 im Haushalt der Kindesmutter lebt, hob sie die Kindergeldfestsetzung mit Bescheid vom 25. Mai 2010 f&uuml;r den Zeitraum Juli 2009 bis Dezember 2009 auf und forderte das f&uuml;r diesen Zeitraum bereits ausgezahlte Kindergeld in H&ouml;he von 984 EUR vom Kl&auml;ger zur&uuml;ck. Auf den hiergegen gerichteten Einspruch zog die Familienkasse die Kindesmutter zu dem Verfahren hinzu. Diese erkl&auml;rte, dass ihr das Kindergeld &quot;nicht ausgeh&auml;ndigt worden&quot; sei. Daraufhin wies die Familienkasse den Einspruch mit Einspruchsentscheidung vom 18. Januar 2011 als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ck.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die hiergegen gerichtete Klage hatte keinen Erfolg. Zur Begr&uuml;ndung f&uuml;hrte das Finanzgericht (FG) im Wesentlichen aus, dass die Familienkasse aufgrund der Haushaltsaufnahme bei der Kindesmutter berechtigt gewesen sei, die Kindergeldfestsetzung gegen&uuml;ber dem Kl&auml;ger aufzuheben. Der Kl&auml;ger sei trotz der Zahlung auf ein Konto der Kindesmutter Leistungsempf&auml;nger. Aus der blo&szlig;en Angabe einer Kontoverbindung der Kindesmutter habe die Familienkasse nicht auf einen Wegfall der Anspruchsvoraussetzungen schlie&szlig;en m&uuml;ssen. Mit dem Weiterleitungseinwand k&ouml;nne keine Aufhebung des angefochtenen Bescheides erreicht werden. Die Familienkasse habe insoweit dargelegt, dass dar&uuml;ber in einem gesonderten Billigkeitsverfahren zu entscheiden sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dagegen wendet sich der Kl&auml;ger mit seiner Beschwerde, mit der er die Zulassung der Revision zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 2 Alternative 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;) und wegen grunds&auml;tzlicher Bedeutung der Rechtssache (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO) begehrt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger habe mit seinem Schreiben seiner Anzeigepflicht nach &sect; 68 Abs. 1 des Einkommensteuergesetzes gen&uuml;gen wollen. Im FG-Verfahren habe er unbestritten vorgetragen, dass er auf seinem Schreiben oder zumindest auf dem Briefumschlag seine neue Anschrift angegeben habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Insoweit habe der Bundesfinanzhof (BFH) mit Urteil vom 25. M&auml;rz 2003 VIII R 84\/98 ausgef&uuml;hrt, dass die Familienkasse bei Mitteilung einer anderen Kontoverbindung die Kindergeldzahlung mit befreiender Wirkung gegen&uuml;ber dem Kindesvater erbringe, wenn ihr nicht mitgeteilt worden sei, dass nicht der Kindesvater, sondern die Kindesmutter Inhaberin des neubenannten Kontos sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG habe unber&uuml;cksichtigt gelassen, dass der Kl&auml;ger nicht nur ein neues Konto, sondern auch die Kindesmutter als dessen Inhaberin angegeben habe. Auch die Mitteilung einer neuen Anschrift des Kindergeldberechtigten habe das FG nicht als weiteres Abgrenzungskriterium gewertet. Zudem habe das FG nicht ber&uuml;cksichtigt, dass die Erkl&auml;rung des Kl&auml;gers vom 25. M&auml;rz 2009 auszulegen sei und es der Familienkasse oblegen h&auml;tte, den Sachverhalt aufzukl&auml;ren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Aus der FG-Entscheidung ergebe sich der tragende Rechtssatz:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>&quot;Weist der urspr&uuml;nglich kindergeldberechtigte Kindesvater die Familienkasse an, das Kindergeld auf ein anderes als das bisherige Konto zu &uuml;berweisen und teilt dabei die Kindesmutter als Inhaberin des neu benannten Kontos mit, kann die Familienkasse mit befreiender Wirkung gegen&uuml;ber dem Kindesvater auf das neu benannte Konto zahlen.&quot;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der BFH habe in der genannten Entscheidung auch ausgef&uuml;hrt, dass sich der urspr&uuml;nglich Kindergeldberechtigte nicht auf den Gesichtspunkt des Vertrauensschutzes berufen k&ouml;nne, wenn er die bestehende Mitwirkungspflicht verletzt habe. Das FG sei dagegen nicht darauf eingegangen, ob sich der Kl&auml;ger auf den Gesichtspunkt des Vertrauensschutzes berufen k&ouml;nne, obwohl der Kl&auml;ger seiner Mitwirkungspflicht gen&uuml;gt habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zudem widerspreche die FG-Entscheidung dem Urteil des FG N&uuml;rnberg vom 25. September 2008 IV 267\/2006, gegen das unter dem Az. III R 82\/08 Revision eingelegt worden sei. Hierin sei das FG N&uuml;rnberg davon ausgegangen, dass der R&uuml;ckforderungsanspruch der Familienkasse trotz fehlender Weiterleitungserkl&auml;rung ausnahmsweise dann als erf&uuml;llt betrachtet werden k&ouml;nne, wenn der vorrangig Berechtigte das Kindergeld f&uuml;r den gesamten R&uuml;ckforderungszeitraum tats&auml;chlich erhalten habe, weil es auf ein Konto &uuml;berwiesen worden sei, &uuml;ber das der vorrangig, nicht jedoch der nachrangig Berechtigte verf&uuml;gungsberechtigt gewesen sei. Im Streitfall habe das FG hingegen darauf abgestellt, dass die Frage in einem gesonderten Billigkeitsverfahren zu kl&auml;ren sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hieraus ergebe sich auch die grunds&auml;tzliche Bedeutung der Rechtssache.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Beschwerde ist unbegr&uuml;ndet und durch Beschluss zu verwerfen (&sect; 116 Abs. 5 Satz 1 FGO). Die geltend gemachten Zulassungsgr&uuml;nde liegen, soweit ihre Darlegung &uuml;berhaupt den Anforderungen des &sect; 116 Abs. 3 Satz 3 FGO gen&uuml;gt, nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. a) Soweit der Kl&auml;ger vortr&auml;gt, das FG weiche in seinem Urteil von dem in dem Urteil des BFH vom 25. M&auml;rz 2003 VIII R 84\/98 (BFH\/NV 2003, 1404) aufgestellten Rechtssatz ab, wonach die Familienkasse bei Mitteilung einer anderen Kontoverbindung die Kindergeldzahlung mit befreiender Wirkung gegen&uuml;ber dem Kindesvater erbringe, wenn ihr nicht mitgeteilt worden sei, dass nicht der Kindesvater, sondern die Kindesmutter Inhaberin des neubenannten Kontos sei, liegt hierin keine Divergenz. Das FG ist von der genannten Entscheidung nicht abgewichen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Streitfall wies der Kl&auml;ger die Familienkasse an, das Kindergeld auf ein anderes Konto zu &uuml;berweisen und teilte hierzu mit, dass es sich um ein Konto der Kindesmutter handele. Das FG entschied, dass sich weder aus diesem Schreiben noch aus sonstigen Umst&auml;nden f&uuml;r die Familienkasse ein Anhaltspunkt daf&uuml;r ergeben habe, dass die Anspruchsvoraussetzungen beim Kl&auml;ger weggefallen seien und stattdessen bei der Kindesmutter vorl&auml;gen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Rahmen der vorgeblichen Divergenzentscheidung wies der Kindesvater die Familienkasse an, das Kindergeld auf ein anderes Konto zu &uuml;berweisen, ohne mitzuteilen, dass es sich hierbei um das Konto seiner geschiedenen Ehefrau handelte. Der BFH entschied: &quot;Zwar hat der Beklagte das Kindergeld auf ein Konto der Kindesmutter &uuml;berwiesen; dabei ist jedoch zu ber&uuml;cksichtigen, dass der Kl&auml;ger mit der Angabe des Kontos seiner Ehefrau im Schreiben vom &#8230; dem Beklagten die Anweisung erteilt hatte, auf dieses Konto zu &uuml;berweisen. Der Beklagte konnte daher mit befreiender Wirkung gegen&uuml;ber dem Kl&auml;ger das Kindergeld auf dieses Konto zahlen, zumal ihm bei der Zahlung nicht bekannt war, dass es sich bei dem neuen vom Kl&auml;ger benannten Konto nicht um eines des Kl&auml;gers, sondern um das Konto der Kindesmutter handelte.&quot;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Aus diesen Ausf&uuml;hrungen des BFH ergibt sich nicht, dass auch ein Umkehrschluss gezogen werden darf, wonach immer dann, wenn der Kindergeldberechtigte mitteilt, dass Inhaber des neu benannten Kontos nicht er selbst, sondern ein anderer potentieller Kindergeldberechtigter (insbesondere der andere Elternteil) ist, die Familienkasse das weitere Vorliegen der Anspruchsvoraussetzungen beim Kindergeldberechtigten in Zweifel zu ziehen oder gar von einem Wegfall der Anspruchsvoraussetzungen beim Kindergeldberechtigten auszugehen hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Keine Abweichung von der Entscheidung eines anderen Gerichts legt der Kl&auml;ger mit dem Vortrag dar, das FG habe ber&uuml;cksichtigen m&uuml;ssen, dass der Kl&auml;ger die Kindesmutter als Inhaberin des neuen Kontos angegeben habe, dass die Erkl&auml;rung des Kl&auml;gers vom 25. M&auml;rz 2009 auszulegen sei und dass die Mitteilung einer neuen Anschrift des Kindergeldberechtigten ein weiteres Abgrenzungskriterium sei. Vielmehr wird insoweit eine vermeintlich fehlerhafte Rechtsanwendung und unzutreffende Tatsachenw&uuml;rdigung ger&uuml;gt. Damit l&auml;sst sich die Zulassung der Revision grunds&auml;tzlich nicht erreichen (z.B. BFH-Beschluss vom 30. Mai 2008 IX B 216\/07, BFH\/NV 2008, 1510).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dasselbe gilt, soweit der Kl&auml;ger geltend macht, das FG sei entgegen dem BFH-Urteil in BFH\/NV 2003, 1404 nicht darauf eingegangen, ob sich der Kl&auml;ger auf den Gesichtspunkt des Vertrauensschutzes berufen k&ouml;nne, obwohl der Kl&auml;ger seiner Mitwirkungspflicht gen&uuml;gt habe. Denn das FG ist nach seinen nicht mit Verfahrensr&uuml;gen angegriffenen und daher bindenden Feststellungen (&sect; 118 Abs. 2 FGO) im Gegenteil gerade von einer Verletzung der Mitwirkungspflicht durch den Kl&auml;ger ausgegangen. Es hat dem Kl&auml;ger deshalb entgegengehalten, dass er sich trotz Mitteilung der Konten&auml;nderung weiter als Leistungsempf&auml;nger behandeln lassen m&uuml;sse.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Eine Divergenz ergibt sich auch nicht aus der Darlegung, dass die FG-Entscheidung von dem Urteil des FG N&uuml;rnberg vom 25. September 2008 IV 267\/2006 (Entscheidungen der Finanzgerichte 2009, 840) abweiche, wonach der R&uuml;ckforderungsanspruch der Familienkasse trotz fehlender Weiterleitungserkl&auml;rung ausnahmsweise dann als erf&uuml;llt betrachtet werden k&ouml;nne, wenn der vorrangig Berechtigte das Kindergeld f&uuml;r den gesamten R&uuml;ckforderungszeitraum tats&auml;chlich erhalten habe, weil es auf ein Konto &uuml;berwiesen worden sei, &uuml;ber das der vorrangig, nicht jedoch der nachrangig Berechtigte verf&uuml;gungsberechtigt gewesen sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>F&uuml;r das Vorliegen eines Revisionszulassungsgrundes ist grunds&auml;tzlich auf den Zeitpunkt der abschlie&szlig;enden Entscheidung des BFH &uuml;ber die Beschwerde abzustellen (Lange in H&uuml;bschmann\/Hepp\/ Spitaler, &sect; 115 FGO Rz 21, m.w.N.). Insoweit hat aber der BFH mittlerweile in dem gegen das Urteil des FG N&uuml;rnberg gef&uuml;hrten Revisionsverfahren mit Urteil vom 22. September 2011 III R 82\/08 (zur Ver&ouml;ffentlichung bestimmt) entschieden, dass die Entscheidung der Familienkasse, ohne Vorlage der Weiterleitungserkl&auml;rung nicht von der R&uuml;ckforderung abzusehen, nicht zu beanstanden ist. Die Familienkasse kann auch von den Steuergerichten nicht gezwungen werden, eine Vereinfachungsregelung auf einen Fall anzuwenden, der nach der Verwaltungsauffassung nicht von der Vereinfachungsregelung gedeckt ist. Da auch im Streitfall von dem Kl&auml;ger eine Weiterleitungserkl&auml;rung nicht vorgelegt wurde, hat das FG in &Uuml;bereinstimmung mit der BFH-Rechtsprechung entschieden, dass die Familienkasse den R&uuml;ckforderungsanspruch zu Recht geltend gemacht hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Frage, unter welchen Umst&auml;nden in Weiterleitungsf&auml;llen von einer R&uuml;ckforderung abgesehen werden kann, hat auch keine grunds&auml;tzliche Bedeutung. Denn die Rechtsfrage ist durch die Rechtsprechung des BFH bereits dahingehend gekl&auml;rt, dass ohne die Vorlage der schriftlichen Best&auml;tigung des vorrangig Berechtigten, wonach dieser das Kindergeld erhalten hat und seinen Anspruch als erf&uuml;llt ansieht, die Familienkasse nicht von einer R&uuml;ckforderung abzusehen braucht (vgl. etwa BFH-Urteil vom 16. M&auml;rz 2004 VIII R 48\/03, BFH\/NV 2004, 1218; Senatsbeschluss vom 12. August 2010 III B 94\/09, BFH\/NV 2010, 2062).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 27.12.2011, III B 115\/11 Kein Absehen von der R&uuml;ckforderung &uuml;berzahlten Kindergelds bei Anweisung der Familienkasse zur Kindergeldauszahlung an einen anderen Kindergeldberechtigten &#8211; Vorliegen einer Divergenz Tatbestand 1&nbsp; I. Der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) erhielt f&uuml;r seine Tochter T fortlaufend Kindergeld auf ein von ihm mitgeteiltes Konto bei der Volksbank X ausgezahlt. 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