{"id":9127,"date":"2012-12-20T03:02:52","date_gmt":"2012-12-20T01:02:52","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=9127"},"modified":"2012-12-20T03:02:52","modified_gmt":"2012-12-20T01:02:52","slug":"vii-r-23-11-steuererstattung-auf-ein-gekuendigtes-kontokorrentkonto-begruendet-keine-rueckzahlungspflicht-der-bank","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-r-23-11-steuererstattung-auf-ein-gekuendigtes-kontokorrentkonto-begruendet-keine-rueckzahlungspflicht-der-bank\/","title":{"rendered":"VII&nbsp;R&nbsp;23\/11 &#8211; Steuererstattung auf ein gek&uuml;ndigtes Kontokorrentkonto begr&uuml;ndet keine R&uuml;ckzahlungspflicht der Bank"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 1.12.2011, VII R 23\/11<\/p>\n<p class=\"titel\">Steuererstattung auf ein gek&uuml;ndigtes Kontokorrentkonto begr&uuml;ndet keine R&uuml;ckzahlungspflicht der Bank<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Grundst&uuml;cksgemeinschaft A hatte bei der Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin), einer Bank, u.a. ein Girokonto unterhalten, das als Gesch&auml;ftskonto fungierte. Die Kl&auml;gerin hatte jedoch mit Schreiben vom 15. April 2003 den Girovertrag und die Gesch&auml;ftsverbindung mit A wegen eines erheblichen Schuldsaldos mit sofortiger Wirkung gek&uuml;ndigt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auf dieses Konto, das A urspr&uuml;nglich gegen&uuml;ber dem Beklagten und Revisionsbeklagten (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) angegeben hatte, &uuml;berwies das FA am 11. Dezember 2003 ein Guthaben aus einem Steuererstattungsanspruch in H&ouml;he von &#8230; EUR, obwohl ihm A zuvor f&uuml;r die Erstattung eine neue Kontoverbindung mitgeteilt hatte. Die Kl&auml;gerin verrechnete die Gutschrift am 15. Dezember 2003 mit einem Teil des zu diesem Zeitpunkt auf vorgenanntem Konto bestehenden Schuldsaldos von &uuml;ber &#8230; EUR.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Einer Aufforderung der A vom 18. Dezember 2003, den auf einer angeblich fehlerhaften Umsatzsteuerveranlagung beruhenden Betrag an das FA zur&uuml;ckzu&uuml;berweisen, kam die Kl&auml;gerin nicht nach.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 5. Februar 2007 erlie&szlig; das FA gegen die Kl&auml;gerin einen R&uuml;ckforderungsbescheid &uuml;ber den &uuml;berwiesenen Betrag.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) wies die nach erfolglosem Einspruch erhobene Klage ab. Der R&uuml;ckforderungsbescheid in Gestalt der Einspruchsentscheidung sei rechtm&auml;&szlig;ig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zur Begr&uuml;ndung f&uuml;hrte es im Wesentlichen aus, die Kl&auml;gerin sei durch die &Uuml;berweisung des der A zustehenden Steuererstattungsbetrages auf deren fr&uuml;heres, von ihr, der Kl&auml;gerin, gek&uuml;ndigtes Konto Leistungsempf&auml;ngerin und damit nach &sect; 37 Abs. 2 der Abgabenordnung (AO) zur R&uuml;ckzahlung an das FA verpflichtet. Daran &auml;ndere auch nichts, dass die Kl&auml;gerin den Erstattungsbetrag auf das gek&uuml;ndigte, aber noch nicht abgerechnete Girokonto der A verbucht habe. Sie sei bei dem bestehenden Schuldsaldo infolge der K&uuml;ndigung des Girovertrages nicht mehr verpflichtet gewesen, &Uuml;berweisungen f&uuml;r die A entgegenzunehmen und habe deshalb ab diesem Zeitpunkt nicht mehr als Zahlstelle der A handeln k&ouml;nnen. Die &Uuml;berweisung habe sie nach Beendigung des Vertragsverh&auml;ltnisses selbst in Empfang genommen und &#8211;anders als in dem vom Bundesfinanzhof (BFH) entschiedenen Fall (Urteil vom 10. November 2009 VII R 6\/09, BFHE 227, 360, BStBl II 2010, 255)&#8211; nicht herausgegeben, sondern mit eigenen Forderungen verrechnet. Auch wenn die Kl&auml;gerin nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (&#8211;BGH&#8211;, Urteil vom 5. Dezember 2006 XI ZR 21\/06, BGHZ 170, 121, Neue Juristische Wochenschrift &#8211;NJW&#8211; 2007, 914) zur Gutschrift der &Uuml;berweisung auf dem intern weitergef&uuml;hrten Konto noch berechtigt gewesen sei, habe sie angesichts der K&uuml;ndigung dieses Kontos die Wahl gehabt, den &Uuml;berweisungsbetrag an den &Uuml;berweisenden zur&uuml;ckzugeben, ihn auf dem fr&uuml;heren Konto gutzuschreiben oder an den fr&uuml;heren Kontoinhaber herauszugeben. Entscheide sie sich f&uuml;r die Gutschrift und die Weiterleitung, handele sie als Zahlstelle. Andernfalls werde ihre Entscheidung dann, wenn sich das Konto im Soll befinde, typischerweise davon beeinflusst, dass sie sich an der Gutschrift befriedigen wolle. Handele sie damit nicht mehr im Interesse ihres fr&uuml;heren Kunden, sondern im eigenen Interesse, sei sie nicht mehr Zahlstelle, sondern Leistungsempf&auml;ngerin.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit ihrer Revision beruft sich die Kl&auml;gerin auf die Entscheidungen des BFH (in BFHE 227, 360, BStBl II 2010, 255) und des BGH (in BGHZ 170, 121, NJW 2007, 914), wonach sich die Bestimmung des Leistungsempf&auml;ngers auch im Rahmen des &sect; 37 Abs. 2 AO an dem Rechtsgedanken des &sect; 812 Abs. 1 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs (BGB) orientiere. Leistungsempf&auml;ngerin sei aus der Sicht des FA nur A; sie, die Kl&auml;gerin, bleibe unabh&auml;ngig von der Verrechnung auf dem Konto der A lediglich Zahlstelle. Nach der Rechtsprechung des BGH (Urteil in BGHZ 170, 121, NJW 2007, 914) sei sie nach Entgegennahme der &Uuml;berweisung zur Gutschrift auf dem Konto der A verpflichtet gewesen mit der Folge, dass aufgrund des urspr&uuml;nglichen Kontokorrentverh&auml;ltnisses automatisch &#8211;ohne eigenst&auml;ndige Zweckbestimmung&#8211; eine Verrechnung mit dem bestehenden Schuldsaldo stattgefunden habe. Eine eigene Willensbildung k&ouml;nne nur vorliegen, wenn aufgrund der Verrechnung ein Guthaben zugunsten der A entstanden w&auml;re und sie dessen Auszahlung wegen anderweitiger Anspr&uuml;che verweigert h&auml;tte. So sei es aber nicht gewesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt, das Urteil des FG und den angefochtenen R&uuml;ckforderungsbescheid in der Fassung der Einspruchsentscheidung aufzuheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA h&auml;lt das angefochtene Urteil f&uuml;r zutreffend und beantragt, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist begr&uuml;ndet. Das Urteil des FG verletzt Bundesrecht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der gegen die Kl&auml;gerin erlassene R&uuml;ckforderungsbescheid ist rechtswidrig. Das FA hat keinen R&uuml;ckzahlungsanspruch gegen die Kl&auml;gerin gem&auml;&szlig; &sect; 37 Abs. 2 Satz 1 AO. Nach dieser Vorschrift hat derjenige, auf dessen Rechnung gezahlt worden ist, gegen den Leistungsempf&auml;nger einen Anspruch auf Erstattung des gezahlten Betrags, wenn ohne rechtlichen Grund gezahlt worden ist. Im Streitfall war nicht die Kl&auml;gerin die Empf&auml;ngerin der Leistung des FA, sondern A war &#8211;als Inhaberin des Steuererstattungsanspruches&#8211; Leistungsempf&auml;ngerin i.S. des &sect; 37 Abs. 2 Satz 1 AO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Wie der Senat in seiner Entscheidung in BFHE 227, 360, BStBl II 2010, 255 ausgef&uuml;hrt hat, will das FA mit einer &Uuml;berweisung auf ein vom Steuerpflichtigen angegebenes Konto nicht zu Gunsten des Kreditinstituts, sondern mit befreiender Wirkung gegen&uuml;ber dem Anspruchsberechtigten leisten, der das Konto angegeben hat. Das Kreditinstitut ist nicht Leistungsempf&auml;nger, sondern lediglich die vom Steuerpflichtigen bezeichnete Zahlstelle, und zwar selbst dann, wenn es das Konto vor der &Uuml;berweisung des FA gek&uuml;ndigt hat. Der Senat hat sich damit der Rechtsauffassung des BGH (in BGHZ 170, 121, NJW 2007, 914) angeschlossen, der in der Entgegennahme des &Uuml;berweisungsbetrages und dessen Verbuchung auf dem intern weitergef&uuml;hrten Konto ein Handeln f&uuml;r den fr&uuml;heren Kontoinhaber &#8211;weiterhin als Zahlstelle&#8211; sieht. Denn die Bank ist in Nachwirkung des Girovertrages verpflichtet, Zahlungen, die sie &#8211;wozu sie befugt ist (vgl. BGH-Beschluss vom 21. M&auml;rz 1995 XI ZR 189\/94, NJW 1995, 1483, m.w.N.)&#8211; f&uuml;r den fr&uuml;heren Kunden entgegennimmt, auf dem bisherigen Konto entsprechend &sect; 676f Satz 1 BGB in der bis zum 30. Oktober 2009 g&uuml;ltigen Fassung zu verbuchen bzw. nach &sect; 667 BGB herauszugeben. Mit der Gutschrift erf&uuml;llt sie demnach eine eigene nachvertragliche Pflicht, w&auml;hrend sich die Leistung zwischen dem &Uuml;berweisenden, der die fehlgehende Zahlung wirksam veranlasst hat, und dem &Uuml;berweisungsempf&auml;nger vollzieht (vgl. BGH-Urteil vom 15. November 2005 XI ZR 265\/04, Zeitschrift f&uuml;r Wirtschaftsrecht und Insolvenzpraxis 2006, 17, II.1.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Entgegen der Auffassung des FG sind diese Erw&auml;gungen nicht nur auf den seinerzeit entschiedenen Fall anwendbar, in dem das Kreditinstitut den &Uuml;berweisungsbetrag letztlich an den Insolvenzverwalter ausgekehrt hatte. Aus ihnen folgt vielmehr auch f&uuml;r die vorliegende Fallkonstellation, in der die Kl&auml;gerin den eingebuchten Erstattungsbetrag mit dem Schuldsaldo auf dem Kontokorrentkonto verrechnet hat, dass sie mit der Verrechnung ihrer nachwirkenden Verpflichtung aus dem Girovertrag gegen&uuml;ber A nachgekommen ist. Denn nimmt eine Bank berechtigterweise eine Zahlung entgegen und verbucht sie auf dem vormaligen Kundenkonto, so verh&auml;lt sie sich entsprechend ihrer nachwirkenden Verpflichtung aus der Kontokorrentabrede, unabh&auml;ngig davon, ob sich das Konto im Soll oder im Haben befindet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Soweit der Senat in den Beschl&uuml;ssen vom 28. Januar 2004 VII B 139\/03 (BFH\/NV 2004, 762) und vom 6. Juni 2003 VII B 262\/02 (BFH\/NV 2003, 1532, m.w.N.) eine andere Auffassung vertreten hat, h&auml;lt er daran nicht fest.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Wenn nach der st&auml;ndigen Rechtsprechung des BGH die Bank eines &Uuml;berweisungsempf&auml;ngers im mehrgliedrigen &Uuml;berweisungsverkehr regelm&auml;&szlig;ig nur als blo&szlig;e Leistungsmittlerin, d.h. als Zahlstelle des &Uuml;berweisungsempf&auml;ngers handelt und als solche in keinerlei Leistungsverh&auml;ltnis zu dem &Uuml;berweisenden steht, kann von ihr unter keinen Umst&auml;nden die Herausgabe einer Fehl&uuml;berweisung verlangt werden, wenn sie den &Uuml;berweisungsbetrag auf dem Konto des &Uuml;berweisungsempf&auml;ngers gutgeschrieben hat. Ausdr&uuml;cklich formuliert der BGH: &quot;Wenn der Empf&auml;nger vom &Uuml;berweisenden irrt&uuml;mlich falsch bezeichnet wird, liegt ein Fehler im Valutaverh&auml;ltnis (d.h. zwischen dem &Uuml;berweisenden und dem &Uuml;berweisungsempf&auml;nger) vor, der grunds&auml;tzlich auch in diesem bereicherungsrechtlich abzuwickeln ist.&quot;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Indem die Kl&auml;gerin im Streitfall &#8211;nach den f&uuml;r den Senat bindenden Feststellungen des FG&#8211; den vom FA &uuml;berwiesenen Betrag entsprechend dem &Uuml;berweisungsauftrag auf dem Konto der A verbucht und mit dem bestehenden Schuldsaldo verrechnet hat, hat sie f&uuml;r die fr&uuml;here Kontoinhaberin gehandelt und die &Uuml;berweisung offenkundig nicht etwa als Zahlung an sich angesehen. Denn sie hat sich insoweit entsprechend ihren nachwirkenden Pflichten aus dem Girovertrag verhalten. Die Verrechnung der Gutschrift mit dem bestehenden Schuldsaldo ist in dem bank&uuml;blichen &#8211;seinerzeit auch mit A bestehenden&#8211; Kontokorrentverh&auml;ltnis begr&uuml;ndet und stellt deshalb keine eigene Zweckbestimmung der Kl&auml;gerin &uuml;ber die Verwendung der eingegangenen &Uuml;berweisung dar. Ob die Kl&auml;gerin im Innenverh&auml;ltnis zu A berechtigt war, die Gutschrift zu verrechnen oder ob A aus einem abstrakten Schuldversprechen bzw. -anerkenntnis gem&auml;&szlig; &sect;&sect; 780 f. BGB oder unmittelbar aus &sect;&sect; 667, 681 Satz 2, 677 BGB einen &#8211;ggf. pf&auml;ndbaren&#8211; Anspruch auf Herausgabe des Betrages hatte (vgl. BGH-Urteil in BGHZ 170, 121, NJW 2007, 914, II.1.b bb), ist f&uuml;r den vorliegenden Rechtsstreit nicht entscheidungserheblich und bedarf deshalb keiner Er&ouml;rterung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Nicht zu entscheiden hat der Senat bei der gegebenen Fallgestaltung auch, ob das FA einen zivilrechtlichen Kondiktionsanspruch gegen die Kl&auml;gerin h&auml;tte, wenn diese die eingegangene &Uuml;berweisung etwa zur Tilgung eines noch valutierenden Darlehens verwendet h&auml;tte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 1.12.2011, VII R 23\/11 Steuererstattung auf ein gek&uuml;ndigtes Kontokorrentkonto begr&uuml;ndet keine R&uuml;ckzahlungspflicht der Bank Tatbestand 1&nbsp; I. Die Grundst&uuml;cksgemeinschaft A hatte bei der Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin), einer Bank, u.a. ein Girokonto unterhalten, das als Gesch&auml;ftskonto fungierte. Die Kl&auml;gerin hatte jedoch mit Schreiben vom 15. 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