{"id":9145,"date":"2012-12-20T06:42:10","date_gmt":"2012-12-20T04:42:10","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=9145"},"modified":"2012-12-20T06:42:10","modified_gmt":"2012-12-20T04:42:10","slug":"iii-b-35-11-zur-verwirkung-des-anspruchs-auf-rueckforderung-zu-unrecht-gezahlten-kindergeldes-darlegung-der-grundsaetzlichen-bedeutung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-b-35-11-zur-verwirkung-des-anspruchs-auf-rueckforderung-zu-unrecht-gezahlten-kindergeldes-darlegung-der-grundsaetzlichen-bedeutung\/","title":{"rendered":"III&nbsp;B&nbsp;35\/11 &#8211; Zur Verwirkung des Anspruchs auf R&uuml;ckforderung zu Unrecht gezahlten Kindergeldes &#8211; Darlegung der grunds&auml;tzlichen Bedeutung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 27.12.2011, III B 35\/11<\/p>\n<p class=\"titel\">Zur Verwirkung des Anspruchs auf R&uuml;ckforderung zu Unrecht gezahlten Kindergeldes &#8211; Darlegung der grunds&auml;tzlichen Bedeutung<\/p>\n<p class=\"gruende\">Gr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beschwerde ist unzul&auml;ssig und wird durch Beschluss verworfen (&sect; 116 Abs. 5 Satz 1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Die Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin) hat die behaupteten Zulassungsgr&uuml;nde nicht in der von &sect; 116 Abs. 3 Satz 3 FGO geforderten Art und Weise dargelegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. a) Zur Darlegung der grunds&auml;tzlichen Bedeutung der Rechtssache (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO) ist eine bestimmte f&uuml;r die Entscheidung des Streitfalls erhebliche abstrakte Rechtsfrage herauszustellen, der grunds&auml;tzliche Bedeutung zukommen soll. Hierzu bedarf es substantiierter Angaben, inwieweit die aufgeworfene Frage im Interesse der Allgemeinheit an der einheitlichen Fortentwicklung und Handhabung des Rechts kl&auml;rungsbed&uuml;rftig und im konkreten Fall auch kl&auml;rungsf&auml;hig ist (z.B. Beschluss des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 15. Oktober 2010 II B 39\/10, BFH\/NV 2011, 206). Die Beschwerde muss sich insbesondere mit der einschl&auml;gigen Rechtsprechung des BFH, den &Auml;u&szlig;erungen im Schrifttum sowie mit ggf. ver&ouml;ffentlichten Verwaltungsmeinungen auseinandersetzen (Senatsbeschluss vom 17. August 2004 III B 121\/03, BFH\/NV 2005, 46). Liegt bereits eine Entscheidung des BFH zu der entscheidungserheblichen Frage vor, ist schl&uuml;ssig und substantiiert darzulegen, in welchem Umfang, von welcher Seite und aus welchen Gr&uuml;nden die Frage nach wie vor umstritten und inwiefern sie im allgemeinen Interesse kl&auml;rungsbed&uuml;rftig geblieben oder erneut geworden ist. Es muss im Einzelnen konkret dargetan werden, welche neuen gewichtigen, wesentlichen rechtlichen Gesichtspunkte zu der aufgezeigten Rechtsfrage vorgetragen werden, die der BFH bisher nicht gepr&uuml;ft hat (Lange in H&uuml;bschmann\/Hepp\/Spitaler, &sect; 116 FGO Rz 179, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Diesen Ma&szlig;st&auml;ben gen&uuml;gt die Beschwerde nicht. Zum einen werden dort keine bestimmten abstrakten Rechtsfragen herausgestellt, sondern weitgehend nur einzelfallbezogene Ausf&uuml;hrungen gemacht. Zum anderen setzt sich die Kl&auml;gerin nicht mit der bereits vorliegenden Rechtsprechung des BFH auseinander und legt in Anbetracht dessen auch nicht dar, welche Fragen bislang ungekl&auml;rt geblieben sind oder welche Gesichtspunkte eine neuerliche &Uuml;berpr&uuml;fung der bestehenden Rechtsgrunds&auml;tze gebieten k&ouml;nnten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Soweit die Kl&auml;gerin die Einwendung der Verwirkung anspricht, ist darauf zu verweisen, dass der BFH in zahlreichen Entscheidungen gekl&auml;rt hat, unter welchen Voraussetzungen die Beklagte und Beschwerdegegnerin (Familienkasse) ihren Anspruch auf R&uuml;ckforderung zu Unrecht gezahlten Kindergeldes verwirkt. Es kommt danach nur dann zu einer Verwirkung, wenn der Kindergeldempf&auml;nger aus dem Verhalten der Familienkasse bei objektiver Beurteilung den Schluss ziehen durfte, dass ihm das zu Unrecht gezahlte Kindergeld belassen wird. Die Weiterzahlung des Kindergeldes trotz Wegfalls der Anspruchsvoraussetzungen reicht als Vertrauenstatbestand nicht aus. Eine Verwirkung kommt nur in Betracht, wenn dar&uuml;ber hinaus besondere Umst&auml;nde gegeben sind, die die Geltendmachung des R&uuml;ckforderungsanspruchs als illoyale Rechtsaus&uuml;bung erscheinen lassen. Bei einem Massenverfahren wie dem Kindergeldrecht ist ein besonders eindeutiges Verhalten der Familienkasse zu fordern, dem entnommen werden kann, dass sie auch unter Ber&uuml;cksichtigung ver&auml;nderter Umst&auml;nde von einem Fortbestehen des Kindergeldanspruchs ausgeht und ein anderer Eindruck bei dem Kindergeldempf&auml;nger ausgeschlossen ist. Dem Verhalten der Familienkasse muss demnach die schl&uuml;ssige Zusage zu entnehmen sein, dass der Kindergeldempf&auml;nger mit einer R&uuml;ckforderung des Kindergeldes nicht zu rechnen braucht (BFH-Urteile vom 14. Oktober 2003 VIII R 56\/01, BFHE 203, 472, BStBl II 2004, 123; vom 15. Juni 2004 VIII R 93\/03, BFH\/NV 2005, 153; BFH-Beschl&uuml;sse vom 22. Januar 2004 VIII B 289\/03, BFH\/NV 2004, 759; vom 28. Mai 2004 VIII B 63\/04, BFH\/NV 2004, 1526). Die blo&szlig;e Weiterzahlung des Kindergeldes trotz Kenntnis von Umst&auml;nden, die zum Wegfall des Kindergeldanspruchs f&uuml;hren, schafft nach der Rechtsprechung somit keinen Vertrauenstatbestand (BFH-Urteil in BFH\/NV 2005, 153).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Auch im Hinblick auf den weiteren Vortrag der Kl&auml;gerin, wonach das Finanzgericht (FG) bez&uuml;glich des von ihr geltend gemachten Entreicherungseinwands nicht bedacht habe, dass sie unter Anrechnung des Kindergeldes im R&uuml;ckforderungszeitraum &quot;ALG-II&quot; erhalten habe, hat der BFH bereits entschieden, dass ein Billigkeitserlass nach &sect; 227 der Abgabenordnung (AO) gerechtfertigt sein kann, wenn im Hinblick auf die Gew&auml;hrung von Kindergeld Sozialleistungen des Empf&auml;ngers gek&uuml;rzt wurden, die bei einer sp&auml;ter erfolgenden R&uuml;ckforderung des Kindergeldes nicht mehr nachgezahlt werden k&ouml;nnen (vgl. Senatsurteile vom 15. M&auml;rz 2007 III R 54\/05, BFH\/NV 2007, 1298; vom 19. November 2008 III R 108\/06, BFH\/NV 2009, 357; vom 18. Dezember 2008 III R 93\/06, BFH\/NV 2009, 749; vom 30. Juli 2009 III R 22\/07, BFH\/NV 2009, 1983). Ob hinsichtlich der R&uuml;ckforderung des Kindergeldes ein Antrag auf Billigkeitserlass darauf gest&uuml;tzt werden kann, dass dieses bei der Ermittlung der entsprechenden Sozialleistung als Einkommen des Betroffenen ber&uuml;cksichtigt wurde, kann allerdings in einem die Rechtm&auml;&szlig;igkeit der R&uuml;ckforderung betreffenden Revisionsverfahren nicht gekl&auml;rt werden (Senatsbeschl&uuml;sse vom 21. Juli 2008 III S 17\/08 (PKH), juris; vom 6. Mai 2011 III B 130\/10, BFH\/NV 2011, 1353).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Schlie&szlig;lich fehlt es in Bezug auf das Vorbringen der Kl&auml;gerin zu &sect; 173 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 AO an der Darlegung der Kl&auml;rungsf&auml;higkeit. Das FG hat n&auml;mlich die Aufhebung der Kindergeldfestsetzung, deren Rechtm&auml;&szlig;igkeit von der Kl&auml;gerin im &Uuml;brigen gar nicht bestritten wird, allein auf &sect; 70 Abs. 2 des Einkommensteuergesetzes gest&uuml;tzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Auch das von der Kl&auml;gerin geltend gemachte Erfordernis einer Entscheidung des BFH zur Rechtsfortbildung (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 2 Alt. 1 FGO) ist nicht substantiiert dargelegt worden. Einer Rechtsfortbildung bedarf es nur, wenn &uuml;ber ungekl&auml;rte Rechtsfragen zu entscheiden ist oder gegen die bestehende h&ouml;chstrichterliche Rechtsprechung gewichtige Gr&uuml;nde vorgetragen worden sind, die der BFH noch nicht erwogen hat (Gr&auml;ber\/ Ruban, Finanzgerichtsordnung, 7. Aufl., &sect; 115 Rz 41, m.w.N.). Die ma&szlig;geblichen Rechtsfragen sind aber &#8211;wie oben dargelegt&#8211; bereits mehrfach entschieden. Gewichtige Gr&uuml;nde gegen die h&ouml;chstrichterliche Rechtsprechung werden in der Beschwerde nicht angef&uuml;hrt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 27.12.2011, III B 35\/11 Zur Verwirkung des Anspruchs auf R&uuml;ckforderung zu Unrecht gezahlten Kindergeldes &#8211; Darlegung der grunds&auml;tzlichen Bedeutung Gr&uuml;nde 1&nbsp; Die Beschwerde ist unzul&auml;ssig und wird durch Beschluss verworfen (&sect; 116 Abs. 5 Satz 1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Die Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin) hat die behaupteten Zulassungsgr&uuml;nde nicht in der von &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-b-35-11-zur-verwirkung-des-anspruchs-auf-rueckforderung-zu-unrecht-gezahlten-kindergeldes-darlegung-der-grundsaetzlichen-bedeutung\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">III&nbsp;B&nbsp;35\/11 &#8211; Zur Verwirkung des Anspruchs auf R&uuml;ckforderung zu Unrecht gezahlten Kindergeldes &#8211; Darlegung der grunds&auml;tzlichen Bedeutung<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-9145","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9145","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9145"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9145\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9145"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=9145"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9145"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}