{"id":9149,"date":"2012-12-20T03:13:54","date_gmt":"2012-12-20T01:13:54","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=9149"},"modified":"2012-12-20T03:13:54","modified_gmt":"2012-12-20T01:13:54","slug":"ii-r-2-11-einheitsbewertung-des-betriebsvermoegens-bei-anteilstausch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-r-2-11-einheitsbewertung-des-betriebsvermoegens-bei-anteilstausch\/","title":{"rendered":"II&nbsp;R&nbsp;2\/11 &#8211; Einheitsbewertung des Betriebsverm&ouml;gens bei Anteilstausch"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 13.12.2011, II R 2\/11<\/p>\n<p class=\"titel\">Einheitsbewertung des Betriebsverm&ouml;gens bei Anteilstausch<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Revisionsbeklagte (Kl&auml;gerin), eine GmbH, ver&auml;u&szlig;erte mit Tauschvertrag vom 28. August 1992 ihre seit mehr als einem Jahr mindestens zu einem Zehntel bestehende Beteiligung an der X-GmbH (GmbH) an die Y-AG (AG). Als Gegenleistung erhielt sie Aktien der AG. Die Abtretung der GmbH-Anteile erfolgte mit dinglicher Wirkung zum 1. Oktober 1992.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Tauschpartner rechneten mit einer wettbewerbsrechtlichen Pr&uuml;fung und verbanden &#8211;so die Formulierung im Vertrag&#8211; s&auml;mtliche Vollzugswirkungen des Tauschvertrages mit der aufschiebenden Bedingung, dass das Bundeskartellamt den Zusammenschluss nicht untersage. Au&szlig;erdem sollte der Vertrag unter der aufl&ouml;senden Bedingung einer rechtskr&auml;ftigen Untersagung des Zusammenschlusses abgeschlossen sein. Das Bundeskartellamt stimmte dem Zusammenschluss mit Schreiben vom 26. Februar 1993 zu.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin ermittelte ihren Gewinn nach einem abweichenden, zum 30. September 1992 endenden Wirtschaftsjahr. In der auf diesen Zeitpunkt erstellten Steuerbilanz sind die Anteile der GmbH bilanziert.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach einer Au&szlig;enpr&uuml;fung stellte der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) mit Bescheid vom 8. September 2003 den Einheitswert des Betriebsverm&ouml;gens auf den 1. Januar 1993 im Wege der Hauptfeststellung auf 108.211.000 DM fest. Er war entgegen der Ansicht der Kl&auml;gerin der Auffassung, bei der Ermittlung des Einheitswerts seien dem Grunde nach nicht die GmbH-Anteile, sondern die Aktien mit einem Wert von 98.026.945 DM zu ber&uuml;cksichtigen. Der Einspruch blieb erfolglos.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) gab der auf Herabsetzung des Einheitswerts auf 10.184.000 DM gerichteten Klage mit der Begr&uuml;ndung statt, bei der Ermittlung des Einheitswerts des Betriebsverm&ouml;gens seien die Aktien nicht anzusetzen. Vor der erforderlichen Zustimmung des Bundeskartellamts sei die Kl&auml;gerin weder zivilrechtliche noch wirtschaftliche Eigent&uuml;merin der Aktien geworden. Die GmbH-Anteile seien bei der Ermittlung des Einheitswerts wegen der in &sect; 102 Abs. 1 des Bewertungsgesetzes in der am 1. Januar 1993 geltenden Fassung (BewG) vorgesehenen Verg&uuml;nstigung f&uuml;r Schachtelgesellschaften ebenfalls nicht anzusetzen. Das Urteil ist in Entscheidungen der Finanzgerichte 2011, 938 ver&ouml;ffentlicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r&uuml;gt das FA die Verletzung der &sect;&sect; 158, 182 ff. des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs, des &sect; 39 der Abgabenordnung und des &sect; 107 Nr. 2 Buchst. e BewG. Der Wert der Aktien stelle den Gegenwert f&uuml;r die zwischen dem Abschlusszeitpunkt (30. September 1992) und dem Feststellungszeitpunkt (1. Januar 1993) ver&auml;u&szlig;erte GmbH-Beteiligung dar. Dieser Gegenwert sei bei der Feststellung des Einheitswerts nach &sect; 107 Nr. 2 Buchst. e BewG anzusetzen. Die Zustimmung des Bundeskartellamts habe auf den 1. Oktober 1992 zur&uuml;ckgewirkt, so dass es bei der Kl&auml;gerin zwischen Abschlusszeitpunkt (30. September 1992) und Feststellungszeitpunkt (1. Januar 1993) zu Verm&ouml;gensverschiebungen gekommen sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Vorentscheidung aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt, die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision des FA ist unbegr&uuml;ndet und war daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect; 126 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat im Ergebnis zutreffend entschieden, dass bei der Ermittlung des Einheitswerts des Betriebsverm&ouml;gens der Kl&auml;gerin auf den 1. Januar 1993 weder die GmbH-Beteiligung noch der Wert der Aktien anzusetzen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Bewertungsstichtag f&uuml;r die Einheitsbewertung des Betriebsverm&ouml;gens der Kl&auml;gerin war der 30. September 1992.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Gem&auml;&szlig; &sect; 95 Abs. 1 Satz 1 BewG umfasst das Betriebsverm&ouml;gen bewertungsrechtlich alle Teile eines Gewerbebetriebs i.S. des &sect; 15 Abs. 1 und 2 des Einkommensteuergesetzes, die bei der steuerlichen Gewinnermittlung zum Betriebsverm&ouml;gen geh&ouml;ren; &sect; 92 Abs. 5 und &sect; 99 BewG bleiben unber&uuml;hrt. Danach richtet sich der Umfang des Betriebsverm&ouml;gens f&uuml;r Zwecke der Einheitsbewertung f&uuml;r die Stichtage vom 1. Januar 1993 bis 1. Januar 1997 weitgehend danach, was ertragsteuerrechtlich dem Betriebsverm&ouml;gen zugerechnet wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Einen Gewerbebetrieb bilden nach &sect; 97 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 BewG insbesondere alle Wirtschaftsg&uuml;ter, die einer Kapitalgesellschaft geh&ouml;ren, wenn diese ihre Gesch&auml;ftsleitung oder ihren Sitz im Inland hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Bei bilanzierenden Gewerbetreibenden -wie z.B. einer GmbH- sind f&uuml;r den Ansatz der aktiven und passiven Wirtschaftsg&uuml;ter in der Verm&ouml;gensaufstellung die Steuerbilanzans&auml;tze, die der Ertragsbesteuerung zu Grunde gelegt wurden, dem Grunde und der H&ouml;he nach ma&szlig;gebend (&sect; 109 Abs. 1, &sect; 109a BewG). Soweit das Gesetz nicht etwas anderes vorsieht, besteht Bestands- und Wertidentit&auml;t zwischen der Steuerbilanz und der Verm&ouml;gensaufstellung (Urteil des Bundesfinanzhofs vom 16. Juni 2009 II R 23\/07, BFH\/NV 2009, 1786).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach &sect; 106 Abs. 1 Satz 1 BewG sind f&uuml;r den Bestand und die Bewertung des Betriebsverm&ouml;gens die Verh&auml;ltnisse im Feststellungszeitpunkt ma&szlig;gebend. F&uuml;r Betriebe, die regelm&auml;&szlig;ig j&auml;hrliche Abschl&uuml;sse auf einen anderen Tag als den Schluss des Kalenderjahrs machen, kann nach &sect; 106 Abs. 3 Satz 1 BewG auf Antrag zugelassen werden, dass der Einheitsbewertung des Betriebsverm&ouml;gens der Schluss des Wirtschaftsjahrs zugrunde gelegt wird, das dem Feststellungszeitpunkt vorangeht. &sect; 106 Abs. 3 BewG ist nach &sect; 106 Abs. 5 Nr. 2 Satz 1 BewG nicht auf die Bewertung von Wertpapieren, Anteilen und Genussscheinen an Kapitalgesellschaften anzuwenden. F&uuml;r die Bewertung bleiben die Verh&auml;ltnisse des Stichtags ma&szlig;gebend, der sich nach &sect; 112 BewG ergibt (&sect; 106 Abs. 5 Nr. 2 Satz 2 BewG). F&uuml;r den Bestand ist der Abschlusszeitpunkt (&sect; 106 Abs. 2 und 3 BewG) ma&szlig;gebend (&sect; 106 Abs. 5 Nr. 2 Satz 3 BewG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die Kl&auml;gerin hat ihren Gewinn nach einem abweichenden Wirtschaftsjahr ermittelt. Dieses endete zum 30. September 1992. Dieser war somit dem jedenfalls konkludent gestellten Antrag der Kl&auml;gerin entsprechend nach &sect; 106 Abs. 3 Satz 1 BewG der Bewertungsstichtag.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Zum Bewertungsstichtag, also dem Abschlusszeitpunkt, waren die GmbH-Anteile und nicht die Aktien Teil des Betriebsverm&ouml;gens der Kl&auml;gerin. Unerheblich ist insoweit, ob die &Uuml;bertragung der Aktien zivilrechtlich erst mit der Zustimmung des Bundeskartellamts am 26. Februar 1993 wirksam wurde oder ob die Zustimmung auf den Zeitpunkt zur&uuml;ckwirkte, zu dem nach den vertraglichen Bestimmungen des Tauschvertrages der dingliche Rechts&uuml;bergang der Aktien erfolgen sollte. Denn jedenfalls erfolgte der Anteilstausch mit dinglicher Wirkung fr&uuml;hestens zum 1. Oktober 1992 und damit nach dem Bewertungsstichtag.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die GmbH-Anteile waren, wie das FG zutreffend ausf&uuml;hrt, bei der Ermittlung des Einheitswerts des Betriebsverm&ouml;gens der Kl&auml;gerin nach &sect; 102 Abs. 1 Satz 1 BewG nicht zu ber&uuml;cksichtigen. Ist u.a. eine inl&auml;ndische Kapitalgesellschaft an dem Stammkapital einer anderen inl&auml;ndischen Kapitalgesellschaft mindestens zu einem Zehntel unmittelbar beteiligt, so geh&ouml;rt nach dieser Vorschrift die Beteiligung insoweit nicht zum Gewerbebetrieb, als sie ununterbrochen seit mindestens 12 Monaten vor dem ma&szlig;gebenden Abschlusszeitpunkt (&sect; 106 BewG) besteht. Diese Voraussetzungen sind im Streitfall erf&uuml;llt. Denn bei der Kl&auml;gerin handelt es sich um eine inl&auml;ndische Kapitalgesellschaft, die ununterbrochen f&uuml;r mehr als 12 Monate vor dem ma&szlig;geblichen Abschlusszeitpunkt mindestens zu einem Zehntel am Stammkapital der GmbH unmittelbar beteiligt war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Entgegen der Ansicht des FA ist der Wert der Aktien nicht nach &sect; 107 Nr. 2 Buchst. e BewG dem Einheitswert des Betriebsverm&ouml;gens der Kl&auml;gerin zuzurechnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Zum Ausgleich von Verschiebungen, die in der Zeit zwischen dem Abschlusszeitpunkt (&sect; 106 Abs. 3 BewG) und dem Feststellungszeitpunkt (&sect; 21 Abs. 2 BewG, &sect; 22 Abs. 4 BewG, &sect; 23 Abs. 2 BewG) eingetreten sind, gilt nach &sect; 107 BewG u.a. die folgende Vorschrift: Bestehen Anteile an Kapitalgesellschaften und Wertpapiere im Feststellungszeitpunkt nicht mehr, wird der f&uuml;r sie erhaltene Gegenwert dem Betriebsverm&ouml;gen zugerechnet (&sect; 107 Nr. 2 Buchst. e BewG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) &sect; 107 Nr. 2 Buchst. e BewG ist nicht bereits dann anwendbar, wenn Anteile an einer Kapitalgesellschaft aus dem Betriebsverm&ouml;gen ausgeschieden sind. Vielmehr ist nach dem klaren Wortlaut der Vorschrift erforderlich, dass die Anteile nicht mehr bestehen, d.h. rechtlich nicht mehr existieren, also untergegangen sind. Dies wird durch die Gesetzesbegr&uuml;ndung best&auml;tigt (vgl. Begr&uuml;ndung der Bundesregierung zum Entwurf eines Zweiten Steuerreformgesetzes, BTDrucks VI\/3418, S. 103; Begr&uuml;ndung der Fraktionen der SPD, FDP zum Entwurf eines Zweiten Steuerreformgesetzes, BTDrucks 7\/78, S. 45). Danach regelt &sect; 107 Nr. 2 Buchst. e BewG den Fall, dass f&uuml;r im abweichenden Abschlusszeitpunkt noch vorhandene Anteile an Kapitalgesellschaften oder Wertpapiere ein Wert deshalb nicht festgestellt werden kann, weil sie im Zwischenzeitraum untergegangen sind (z.B. durch Aufl&ouml;sung und Umwandlung der Kapitalgesellschaft).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ferner zeigt auch ein Vergleich mit den Regelungen in &sect; 107 Nr. 2 Buchst. a und d BewG, dass ein Ausscheiden der Anteile an Kapitalgesellschaften aus dem Betriebsverm&ouml;gen f&uuml;r die Anwendbarkeit des &sect; 107 Nr. 2 Buchst. e BewG allein nicht gen&uuml;gt. Denn w&auml;hrend es nach dem Wortlaut des &sect; 107 Nr. 2 Buchst. a und d BewG ausreicht, dass ein Wirtschaftsgut aus dem gewerblichen Betrieb ausgeschieden ist, erfordert &sect; 107 Nr. 2 Buchst. e BewG, dass diese Anteile nicht mehr bestehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Der Tatbestand des &sect; 107 Nr. 2 Buchst. e BewG ist ferner nicht erf&uuml;llt, wenn Anteile an Kapitalgesellschaften zwar zwischen dem Abschlusszeitpunkt und dem Feststellungszeitpunkt untergegangen sind, aber im Abschlusszeitpunkt nach &sect; 102 Abs. 1 BewG nicht zum Gewerbebetrieb des Feststellungsbeteiligten geh&ouml;rten. In diesem Fall f&uuml;hrt die Ver&auml;u&szlig;erung der Anteile zu keiner Ver&auml;nderung im Bestand des Betriebsverm&ouml;gens. Denn die Anteile sind bei der Bewertung des Betriebsverm&ouml;gens bereits im Abschlusszeitpunkt nicht zu ber&uuml;cksichtigen. Es besteht daher auch kein Bed&uuml;rfnis, als Surrogat f&uuml;r die untergegangenen Anteile oder Wertpapiere den f&uuml;r sie erhaltenen Gegenwert dem Betriebsverm&ouml;gen zuzurechnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Im vorliegenden Fall ist &sect; 107 Nr. 2 Buchst. e BewG demgem&auml;&szlig; nicht anwendbar, weil die GmbH-Anteile zum einen nicht untergegangen sind, sondern lediglich ver&auml;u&szlig;ert wurden, und zum anderen, weil sie nach &sect; 102 Abs. 1 BewG im Abschlusszeitpunkt nicht zum Gewerbebetrieb der Kl&auml;gerin geh&ouml;rten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 13.12.2011, II R 2\/11 Einheitsbewertung des Betriebsverm&ouml;gens bei Anteilstausch Tatbestand 1&nbsp; I. Die Kl&auml;gerin und Revisionsbeklagte (Kl&auml;gerin), eine GmbH, ver&auml;u&szlig;erte mit Tauschvertrag vom 28. August 1992 ihre seit mehr als einem Jahr mindestens zu einem Zehntel bestehende Beteiligung an der X-GmbH (GmbH) an die Y-AG (AG). 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