{"id":9154,"date":"2012-12-20T06:40:39","date_gmt":"2012-12-20T04:40:39","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=9154"},"modified":"2012-12-20T06:40:39","modified_gmt":"2012-12-20T04:40:39","slug":"viii-b-110-11-ueberraschungsentscheidung-anwendung-von-par-4-abs-4a-estg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-b-110-11-ueberraschungsentscheidung-anwendung-von-par-4-abs-4a-estg\/","title":{"rendered":"VIII&nbsp;B&nbsp;110\/11 &#8211; &Uuml;berraschungsentscheidung, Anwendung von &sect; 4 Abs. 4a EStG"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 21.12.2011, VIII B 110\/11<\/p>\n<p class=\"titel\">&Uuml;berraschungsentscheidung, Anwendung von &sect; 4 Abs. 4a EStG<\/p>\n<p class=\"gruende\">Gr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Beschwerde ist unbegr&uuml;ndet. Die angefochtene Entscheidung des Finanzgerichts (FG) beruht weder auf einem Verfahrensmangel im Sinne einer &Uuml;berraschungsentscheidung (vgl. &sect; 115 Abs. 2 Nr. 3 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;), noch haben die Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) eine Rechtsfrage von grunds&auml;tzlicher Bedeutung aufgeworfen (vgl. &sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Eine &Uuml;berraschungsentscheidung ist nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) anzunehmen, wenn das Gericht seine Entscheidung auf einen bis dahin nicht er&ouml;rterten rechtlichen oder tats&auml;chlichen Gesichtspunkt gest&uuml;tzt und damit dem Rechtsstreit eine Wendung gegeben hat, mit der auch ein kundiger Prozessbeteiligter nach dem bisherigen Prozessverlauf nicht rechnen musste (Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 29. Mai 1991&nbsp;&nbsp;1 BvR 1383\/90, BVerfGE 84, 188; BFH-Urteil vom 17. Februar 1998 VIII R 28\/95, BFHE 186, 29, BStBl II 1998, 505; vom 23. Februar 2000 VIII R 80\/98, BFH\/NV 2000, 978; BFH-Beschl&uuml;sse vom 1. Juli 1998 IV B 152\/97, BFH\/NV 1998, 1511; vom 14. Juni 1999 I B 127\/98, BFH\/NV 1999, 1609). Dies ist hier nicht der Fall. Denn eine &Uuml;berraschungsentscheidung ist bereits deshalb zu verneinen, weil die rechtliche Bewertung der von der Mieterin entrichteten 5.000 EUR zwischen den Beteiligten im finanzgerichtlichen Verfahren schrifts&auml;tzlich kontrovers er&ouml;rtert worden ist und ausweislich der betreffenden Sitzungsniederschriften sowohl im Er&ouml;rterungstermin vom 8. Februar 2011 als auch in der Sitzung vom 5. Mai 2011 zwischen dem Gericht und den Beteiligten zur Sprache gekommen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Ergebnis erheben die Kl&auml;ger die R&uuml;ge falscher materieller Rechtsanwendung, die nicht zur Zulassung der Revision f&uuml;hrt (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. z.B. BFH-Beschl&uuml;sse vom 28. April 2003 VIII B 260\/02, BFH\/NV 2003, 1336; vom 23. Juni 2003 IX B 119\/02, BFH\/NV 2003, 1289; vom 27. M&auml;rz 2007 VIII B 152\/05, BFH\/NV 2007, 1335, m.w.N.). Denn die Sachverhalts- und Beweisw&uuml;rdigung sind revisionsrechtlich dem materiellen Recht zuzuordnen (vgl. BFH-Beschluss vom 3. Februar 2000 I B 40\/99, BFH\/NV 2000, 874).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Mit der Frage, ob Teile des gem&auml;&szlig; &sect; 4 Abs. 4a des Einkommensteuergesetzes (EStG) zu nicht abzugsf&auml;higem Aufwand umqualifizierten Zinsaufwands Werbungskosten in anderen Einkunftsarten darstellen, haben die Kl&auml;ger auch keine Frage von grunds&auml;tzlicher Bedeutung i.S. des &sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO aufgeworfen. Grunds&auml;tzliche Bedeutung hat eine Rechtssache, wenn eine Frage zu entscheiden ist, an deren Beantwortung ein allgemeines Interesse besteht, weil ihre Kl&auml;rung das Interesse der Allgemeinheit an der Entwicklung und Handhabung des Rechts betrifft (st&auml;ndige Rechtsprechung zu &sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO a.F., vgl. die Nachweise bei Gr&auml;ber\/Ruban, Finanzgerichtsordnung, 7. Aufl., &sect; 115 Rz 23 ff., m.w.N.; BFH-Beschluss vom 31. Mai 2000 IV B 55\/99, juris). Es muss sich um eine aus rechtssystematischen Gr&uuml;nden bedeutsame und auch f&uuml;r die einheitliche Rechtsanwendung wichtige Frage handeln. Hat sich der BFH mit einer bestimmten Rechtsfrage bisher nicht befasst, ist diese mangels Kl&auml;rungsbed&uuml;rftigkeit nicht von grunds&auml;tzlicher Bedeutung, wenn sie ohne Weiteres aus dem klaren Wortlaut und Sinngehalt des Gesetzes zu beantworten ist, oder die Rechtsfrage offensichtlich so zu entscheiden ist, wie es das FG getan hat (vgl. Gr&auml;ber\/Ruban, a.a.O., &sect; 115 Rz 28, m.w.N.). Die Kl&auml;ger lassen in diesem Zusammenhang unter Verkennung des Urteils des FG K&ouml;ln vom 10. Februar 2009&nbsp;&nbsp;8 K 4048\/06 (Entscheidungen der Finanzgerichte 2010, 398) au&szlig;er Acht, dass die Anwendung des &sect; 4 Abs. 4a EStG nach st&auml;ndiger Rechtsprechung die betriebliche Veranlassung der geltend gemachten Schuldzinsen voraussetzt; erst nach Feststellung der betrieblichen Veranlassung ist dann auf einer zweiten Stufe zu pr&uuml;fen, ob die als Betriebsausgaben angesetzten Schuldzinsen auf &Uuml;berentnahmen beruhen und demgem&auml;&szlig; nach &sect; 4 Abs. 4a EStG nicht abziehbar sind (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. u.a. BFH-Urteile vom 21. September 2005 X R 40\/02, BFH\/NV 2006, 512, m.w.N.; vom 17. August 2010 VIII R 42\/07, BFHE 230, 424, BStBl II 2010, 1041; vom 3. M&auml;rz 2011 IV R 53\/07, BFHE 233, 127, BStBl II 2011, 688). Der wirtschaftliche Zusammenhang betrieblich veranlasster Schuldzinsen mit der betrieblichen T&auml;tigkeit kann indes nicht davon abh&auml;ngen, ob der Gesetzgeber die Betriebsausgaben zum Abzug zul&auml;sst oder dies versagt (&auml;hnlich auch Schallmoser in Herrmann\/Heuer\/Raupach, &sect; 4 EStG Rz 1053).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Streitfall ist das FG, das &sect; 4 Abs. 4a EStG angewendet hat, ersichtlich davon ausgegangen, dass die streitigen Schuldzinsen Betriebsausgaben sind. Damit hat das FG zugleich den Zusammenhang der Schuldzinsen mit anderen Einkunftsarten verneint. Dass die Kl&auml;ger dies f&uuml;r unrichtig halten, betrifft die Rechtsanwendung im konkreten Einzelfall, wirft aber keine &uuml;ber den Streitfall hinausreichenden Rechtsfragen von grunds&auml;tzlicher Bedeutung auf.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 21.12.2011, VIII B 110\/11 &Uuml;berraschungsentscheidung, Anwendung von &sect; 4 Abs. 4a EStG Gr&uuml;nde 1&nbsp; 1. Die Beschwerde ist unbegr&uuml;ndet. 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