{"id":9168,"date":"2012-12-20T02:52:20","date_gmt":"2012-12-20T00:52:20","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=9168"},"modified":"2012-12-20T02:52:20","modified_gmt":"2012-12-20T00:52:20","slug":"x-r-12-10-schulgeldzahlungen-an-die-deutsch-franzoesische-schule-jean-renoir-bis-2007-nur-teilweise-als-sonderausgabe-abziehbar-verfassungsrechtliche-ueberpruefung-einer-uebergangsregelung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-r-12-10-schulgeldzahlungen-an-die-deutsch-franzoesische-schule-jean-renoir-bis-2007-nur-teilweise-als-sonderausgabe-abziehbar-verfassungsrechtliche-ueberpruefung-einer-uebergangsregelung\/","title":{"rendered":"X&nbsp;R&nbsp;12\/10 &#8211; Schulgeldzahlungen an die deutsch-franz&ouml;sische Schule Jean Renoir bis 2007 nur teilweise als Sonderausgabe abziehbar &#8211; verfassungsrechtliche &Uuml;berpr&uuml;fung einer &Uuml;bergangsregelung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 9.11.2011, X R 12\/10<\/p>\n<p class=\"titel\">Schulgeldzahlungen an die deutsch-franz&ouml;sische Schule Jean Renoir bis 2007 nur teilweise als Sonderausgabe abziehbar &#8211; verfassungsrechtliche &Uuml;berpr&uuml;fung einer &Uuml;bergangsregelung<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) sind verheiratet und wurden f&uuml;r die Streitjahre 2003 und 2004 zusammen zur Einkommensteuer veranlagt. Ihr im Jahr 1992 geborener Sohn A besuchte in den Streitjahren die deutsch-franz&ouml;sische Schule Lyc&eacute;e Jean Renoir (Lyc&eacute;e) in M&uuml;nchen. Die Kl&auml;ger machten u.a. auch das Schulgeld, das ab September 2003 f&uuml;r den Besuch der Jahrgangsstufen 6 und 7 zu entrichten war, gem&auml;&szlig; &sect; 10 Abs. 1 Nr. 9 des Einkommensteuergesetzes in der f&uuml;r die Streitjahre geltenden Fassung (EStG) als Sonderausgaben geltend. Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) lehnte eine Ber&uuml;cksichtigung dieser Schulgeldzahlungen ab, da das Lyc&eacute;e ab der Jahrgangsstufe 6 als lediglich angezeigte Erg&auml;nzungsschule anzusehen sei. Ihre nach erfolglosem Einspruchsverfahren erhobene Klage begr&uuml;ndeten die Kl&auml;ger damit, dass selbst wenn die Schule hinsichtlich der von A in den Streitjahren besuchten Jahrgangsstufen 6 und 7 nach den ma&szlig;geblichen Vorschriften des Bayerischen Gesetzes &uuml;ber das Erziehungs- und Unterrichtswesen (BayEUG) i.d.F. vom 31. Mai 2000 (Gesetz- und Verordnungsblatt 2000, 414) weder eine erlaubte Ersatzschule noch eine anerkannte Erg&auml;nzungsschule sei, die streitigen Aufwendungen dennoch als Sonderausgaben geltend gemacht werden k&ouml;nnten. Das Lyc&eacute;e habe aufgrund des Abkommens zwischen der Regierung der Bundesrepublik Deutschland und der Regierung der Franz&ouml;sischen Republik &uuml;ber den gleichzeitigen Erwerb der deutschen Allgemeinen Hochschulreife und des franz&ouml;sischen Baccalaur&eacute;at vom 31. Mai 1994 (Abkommen) sowie der Verwaltungsabsprache zwischen dem Bevollm&auml;chtigten der Bundesrepublik Deutschland f&uuml;r kulturelle Angelegenheiten im Rahmen des Vertrages &uuml;ber die deutsch-franz&ouml;sische Zusammenarbeit und dem Minister f&uuml;r Erziehung der Franz&ouml;sischen Republik &uuml;ber die Organisation des Bildungsgangs, die Gestaltung der Lehrpl&auml;ne und die Pr&uuml;fungsordnung zum gleichzeitigen Erwerb der deutschen Allgemeinen Hochschulreife und des franz&ouml;sischen Baccalaur&eacute;at (Verwaltungsabsprache) einen besonderen schulrechtlichen Status und sei damit den deutschen &ouml;ffentlichen Schulen gleichgestellt. Ihr Besuch erm&ouml;gliche den gleichzeitigen Erwerb der deutschen Allgemeinen Hochschulreife und des franz&ouml;sischen Baccalaur&eacute;at, das sog. AbiBac. Mit Schreiben vom 6. Juni 2000 habe die franz&ouml;sische Botschaft dem Lyc&eacute;e best&auml;tigt, dass es nachtr&auml;glich in das Verzeichnis der an dem Abkommen beteiligten Schulen aufgenommen worden sei. Das Abkommen sehe unter Art. 4 Abs. 9 vor, dass f&uuml;r Koordinierungsfragen eine deutsch-franz&ouml;sische Expertenkommission f&uuml;r die Zusammenarbeit im allgemeinbildenden Schulwesen zust&auml;ndig sei. Einem Schreiben des Lyc&eacute;e vom 17. Mai 2001 sei zu entnehmen, dass diesem Sachverst&auml;ndigenausschuss auch ein Vertreter der St&auml;ndigen Konferenz der Kultusminister der L&auml;nder (KMK) angeh&ouml;re. Der KMK sei das Abkommen zuzurechnen, sodass das Lyc&eacute;e einer genehmigten Ersatzschule gleichwertig sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) wies die Klage mit dem in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2010, 1310 ver&ouml;ffentlichten Urteil ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ihre Revision begr&uuml;nden die Kl&auml;ger damit, &sect; 10 Abs. 1 Nr. 9 EStG enthalte eine verdeckte L&uuml;cke, die durch eine teleologische Extension der Vorschrift in einer Art. 3 des Grundgesetzes (GG) entsprechenden Weise so zu schlie&szlig;en sei, dass alle privaten Schulen, die gem&auml;&szlig; Art. 7 Abs. 4 Satz 3 GG in ihren Lehrzielen und Einrichtungen sowie in der wissenschaftlichen Ausbildung ihrer Lehrkr&auml;fte nicht hinter den &ouml;ffentlichen Schulen zur&uuml;ckst&uuml;nden, einen Anspruch auf Genehmigung h&auml;tten, soweit das Sonderungsverbot nicht entgegenstehe. Entgegen der Auffassung des FG sei ein besonderes Verfahren weder gesetzlich vorgesehen noch beschrieben worden und d&uuml;rfe im Hinblick auf den grundrechtsrelevanten Bereich (Art. 7 Abs. 4 und Art. 3 GG) auch nicht vorausgesetzt werden. Das Lyc&eacute;e erf&uuml;lle die Voraussetzungen, unter denen einer deutschen Schule die Genehmigung bzw. Anerkennung i.S. des &sect; 10 Abs. 1 Nr. 9 EStG zu erteilen w&auml;re; es sei sowohl durch die KMK als auch durch die Bundesrepublik Deutschland in einer Weise anerkannt worden, die einer staatlichen Genehmigung gleichkomme. Dazu tragen die Kl&auml;ger erg&auml;nzend vor, nach dem Abkommen seien gewisse Standards festgelegt sowie gem&auml;&szlig; dem Auftrag an die KMK in Abschnitt II.B. &sect; 1 der Verwaltungsabsprache auch laufend kontrolliert worden. Dem Abkommen entsprechend sei die KMK f&uuml;r die Durchf&uuml;hrung der deutschsprachigen sog. AbiBac-Pr&uuml;fungen verantwortlich; die KMK genehmige die Pr&uuml;fungsordnung und beauftrage den\/die Pr&uuml;fungsvorsitzende(n). Eine laufende Qualit&auml;tskontrolle finde auch dadurch statt, dass die betroffenen Lehrer einmal im Jahr zu einem Arbeitstreffen eingeladen w&uuml;rden. Die Mitwirkung der KMK an diesen Aufgaben sei nur bei Vorhandensein entsprechender Haushaltsmittel m&ouml;glich. Dies sei wiederum im Haushaltsplan, einem f&ouml;rmlichen Gesetz, geregelt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Werde &sect; 10 Abs. 1 Nr. 9 EStG nicht entsprechend erweiternd ausgelegt, liege ein Versto&szlig; gegen Art. 3 GG vor. Es erg&auml;be sich eine Ungleichbehandlung des Lyc&eacute;e im Vergleich zu anderen Privatschulen in Deutschland, wie z.B. zur Europ&auml;ischen Schule oder zu den allgemeinbildenden Erg&auml;nzungsschulen, die in anderen Bundesl&auml;ndern anerkennungsf&auml;hig seien. Es werde zudem gegen Art. 7 Abs. 4 GG versto&szlig;en, da Privatschulen unter dem besonderen Schutz des Grundgesetzes st&uuml;nden und damit die Gew&auml;hrung oder Versagung des Sonderausgabenabzugs die besonderen Anforderungen der Art. 7 und 3 GG zu beachten habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das finanzgerichtliche Urteil versto&szlig;e zudem gegen &sect; 52 Abs. 24b Satz 2 EStG in der Fassung des Jahresteuergesetzes 2009 (JStG 2009) vom 19. Dezember 2008 (BGBl I 2008, 2794, &#8211;EStG 2009&#8211;), der eine &Uuml;bergangsregelung f&uuml;r bei Inkrafttreten des JStG 2009 noch nicht bestandskr&auml;ftige Steuerfestsetzungen vorsehe. Um einen Versto&szlig; gegen Art. 3 und Art. 7 GG zu vermeiden, sei &sect; 52 Abs. 24b Satz 2 EStG 2009 verfassungskonform dahingehend auszulegen, dass die Vorschrift f&uuml;r die Schulen in allen Staaten gelte, auf die das Abkommen &uuml;ber den Europ&auml;ischen Wirtschaftsraum (EWR) Anwendung finde, d.h. auch f&uuml;r Schulen in der Bundesrepublik Deutschland. Die Belegenheit einer Schule im Ausland sei kein vern&uuml;nftiger, sich aus der Natur der Sache ergebender oder sonst einleuchtender Grund f&uuml;r die gesetzliche Differenzierung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Entgegen der Auffassung des FG liege in der Nichtanerkennung des Sonderausgabenabzugs ein Versto&szlig; gegen Gemeinschaftsrecht. Das Lyc&eacute;e sei eine Auslandsschule des franz&ouml;sischen Staates, die &quot;althergebracht&quot; von den jeweils anderen Staaten ohne Notwendigkeit einer gesetzlichen Regelung auf Grund von Gewohnheitsrecht anerkannt sei. Unabh&auml;ngig von der Belegenheit der Schule sei damit ein grenz&uuml;berschreitender Sachverhalt gegeben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das finanzgerichtliche Urteil leide an einem Verfahrensmangel, da das FG den Sachverhalt nicht hinreichend aufgekl&auml;rt habe. Es habe die Anerkennung des Lyc&eacute;e durch die KMK mangels eines festgelegten Verfahrens verneint, ohne &#8211;wie von ihnen beantragt&#8211; Beweis dar&uuml;ber zu erheben, in welchem Verfahren und in welcher konkreten Ausgestaltung die KMK sich mit der Durchf&uuml;hrung des entsprechenden Unterrichts und der entsprechenden Pr&uuml;fungen befasst habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zus&auml;tzlich weisen die Kl&auml;ger darauf hin, dass nach &sect; 10 Abs. 1 Nr. 1 Buchst. a der Verordnung &uuml;ber die Qualifikation f&uuml;r ein Studium an den Hochschulen des Freistaates Bayern und den staatlich anerkannten nichtstaatlichen Hochschulen (Qualifikationsverordnung &#8211;QualV&#8211;) vom 2. November 2007 (GVBl 2007, 767) die Allgemeine Hochschulreife durch das AbiBac-Zeugniss nachgewiesen werden k&ouml;nne.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger beantragen sinngem&auml;&szlig;,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>das finanzgerichtliche Urteil aufzuheben und unter &Auml;nderung der Einkommensteuerbescheide 2003 vom 7. Juni 2005 und 2004 vom 26. Juni 2006 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 26. April 2007 die Schulgeldzahlung als Sonderausgaben abzuziehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect; 126 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat zu Recht entschieden, dass das von den Kl&auml;gern gezahlte Schulgeld in den Streitjahren nicht als Sonderausgabe gem&auml;&szlig; &sect; 10 Abs. 1 Nr. 9 EStG abgezogen werden kann (unten 1.). Ein Sonderausgabenabzug ergibt sich auch nicht aus der &Uuml;bergangsregelung des &sect; 52 Abs. 24b EStG 2009 (ab dem 23. Juli 2009 &sect; 52 Abs. 24a EStG) i.V.m. &sect; 10 Abs. 1 Nr. 9 EStG in der Fassung des Jahressteuergesetzes 2007 (JStG 2007) vom 13. Dezember 2006 (BGBl I 2006, 2878) (unten 2.). Der fehlende Sonderausgabenabzug f&uuml;r das an das Lyc&eacute;e gezahlte Schulgeld verst&ouml;&szlig;t nicht gegen die europ&auml;ischen Grundfreiheiten (unten 3.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect; 10 Abs. 1 Nr. 9 EStG k&ouml;nnen 30 Prozent des Entgelts, das der Steuerpflichtige f&uuml;r ein Kind, f&uuml;r das er einen Kinderfreibetrag oder Kindergeld erh&auml;lt, f&uuml;r den Besuch einer gem&auml;&szlig; Art. 7 Abs. 4 GG staatlich genehmigten oder nach Landesrecht erlaubten Ersatzschule sowie einer nach Landesrecht anerkannten allgemein bildenden Erg&auml;nzungsschule entrichtet mit Ausnahme des Entgelts f&uuml;r Beherbergung, Betreuung und Verpflegung, als Sonderausgaben abgezogen werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Erg&auml;nzungsschulen bed&uuml;rfen &#8211;im Unterschied zu Ersatzschulen&#8211; schulrechtlich keiner Genehmigung und m&uuml;ssen lediglich die Aufnahme des Betriebs anzeigen. Schulgeld f&uuml;r den Besuch von Erg&auml;nzungsschulen ist jedoch nur beg&uuml;nstigt, wenn es sich um eine nach Landesrecht anerkannte allgemeinbildende Erg&auml;nzungsschule handelt (Senatsurteil vom 11. Juni 1997 X R 77\/94, BFHE 183, 432, BStBl II 1997, 615). Nach gefestigter Rechtsprechung sind die entsprechenden landesrechtlichen Genehmigungs- und Anerkennungsentscheidungen bindende Grundlagenentscheidungen f&uuml;r den Abzug nach &sect; 10 Abs. 1 Nr. 9 EStG (vgl. statt vieler Senatsurteil vom 29. April 2009 X R 30\/08, BFH\/NV 2009, 1623, m.w.N. aus der BFH-Rechtsprechung).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Es ist unstreitig, dass es sich bei dem von A besuchten Lyc&eacute;e um eine allgemeinbildende angezeigte Erg&auml;nzungsschule handelt, die mangels landesrechtlicher Regelungen in Bayern nicht als Erg&auml;nzungsschule anerkannt wurde. Damit sind die Voraussetzungen des &sect; 10 Abs. 1 Nr. 9 EStG nicht erf&uuml;llt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Zwar enth&auml;lt &sect; 10 Abs. 1 Nr. 9 EStG &#8211;wie der Bundesfinanzhof (BFH) in seinen Urteilen vom 14. Dezember 2004 XI R 32\/03 (BFHE 209, 40, BStBl II 2005, 518) und vom 5. April 2006 XI R 1\/04 (BFHE 213, 345, BStBl II 2006, 682) dargelegt hat&#8211; eine Regelungsl&uuml;cke, die durch eine teleologische Extension f&uuml;r bestimmte Ersatz- oder Erg&auml;nzungsschulen zu schlie&szlig;en ist. Diese Regelungsl&uuml;cke bezieht sich aber auf Sachverhalte, in denen die jeweiligen &#8211;vor allem im Ausland belegenen&#8211; Schulen aufgrund besonderer staatlicher Akte die Voraussetzungen einer Schule i.S. des &sect; 10 Abs. 1 Nr. 9 EStG erf&uuml;llten. So wurde die Deutsche Schule in Spanien in einem festgelegten Genehmigungsverfahren durch Beschluss der KMK als Deutsche Schule im Ausland anerkannt. Mit diesem Akt der KMK sei die zur staatlichen F&ouml;rderung notwendige Qualifizierung einer Deutschen Schule im Ausland fest- und sichergestellt worden. Dass die Anerkennung nicht von einer einzelnen Landesbeh&ouml;rde, sondern durch die KMK beschlossen worden sei, stehe dem nicht entgegen, da die KMK die sich aus dem Kulturf&ouml;deralismus ergebende gemeinsame Verantwortung der L&auml;nder wahrnehme und die Anerkennung damit der Gesamtheit der L&auml;nder zuzurechnen sei (BFH-Urteil in BFHE 209, 40, BStBl II 2005, 518). In dem Verfahren in BFHE 213, 345, BStBl II 2006, 682 wurde die Europ&auml;ische Schule in Br&uuml;ssel zwar nicht durch eine nationale Beh&ouml;rde staatlich genehmigt; sie erf&uuml;llte aber die Voraussetzungen, unter denen bei einer deutschen Schule eine Genehmigung zu erteilen gewesen w&auml;re, und wurde durch den deutschen Gesetzgeber in einer Weise anerkannt, die einer staatlichen Genehmigung gleichkam.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Die Gemeinsamkeit dieser F&auml;lle ist das Vorliegen eines staatlichen Anerkennungsakts &#8211;entweder durch den Landesgesetzgeber, den Bundesgesetzgeber oder die KMK&#8211;, der sich auf die Schule selbst bezieht. An einem vergleichbaren staatlichen Anerkennungsakt fehlt es jedoch im Streitfall.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) Durch das Abkommen sowie die darauf beruhende Verwaltungsabsprache ist keine Anerkennung des Lyc&eacute;e erfolgt. Der Senat kann es dabei dahingestellt sein lassen, ob ein Regierungsabkommen oder eine Verwaltungsvereinbarung &uuml;berhaupt eine qualifizierte hoheitliche Anerkennung bewirken k&ouml;nnte, die einem Gesetzesbeschluss gleichzustellen w&auml;re. Entscheidend ist, dass weder das Abkommen noch die Verwaltungsabsprache die Anerkennung einer bestimmten Schule zum Inhalt haben. Sie erm&ouml;glichen lediglich &#8211;wie auch ihren Bezeichnungen zu entnehmen ist&#8211; den gleichzeitigen Erwerb der beiden nationalen Abschl&uuml;sse Abitur und Baccalaur&eacute;at und bilden die Basis f&uuml;r eine Absprache &uuml;ber die Organisation des Bildungsgangs, die Gestaltung der Lehrpl&auml;ne und die Pr&uuml;fungsordnung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dass dem Vertragswerk als Anlage VI ein Verzeichnis der teilnehmenden Schulen, zu denen unstreitig auch das Lyc&eacute;e geh&ouml;rt, beigef&uuml;gt ist, f&uuml;hrt wegen des ausdr&uuml;cklichen Hinweises, die Anlagen seien weder Bestandteil des Abkommens noch der Verwaltungsvereinbarung, zu keiner &Auml;nderung dieser Beurteilung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) Auch die KMK hat das Lyc&eacute;e nicht durch einen Anerkennungsbeschluss oder einen vergleichbaren Akt anerkannt. Vertreter der KMK wirken zwar in unterschiedlichen Gremien im Zusammenhang mit dem sog. AbiBac mit. So geh&ouml;rt ein Vertreter des Sekretariats &#8211;neben Vertretern des Bundes und der L&auml;nder&#8211; der st&auml;ndigen deutsch-franz&ouml;sischen Expertenkommission f&uuml;r das allgemeinbildende Schulwesen an, die gem&auml;&szlig; Art. 4 Nr. 9 des Abkommens f&uuml;r die Koordinierungsfragen zust&auml;ndig ist. Zu deren Aufgabe geh&ouml;rt, wie dem Schreiben der franz&ouml;sischen Botschaft vom 6. Juni 2000 zu entnehmen ist, zu entscheiden, welche Schule als Abschluss das AbiBac anbieten kann. Ein Vertreter der KMK legt au&szlig;erdem &#8211;wie sich aus dem von den Kl&auml;gern vorgelegten Schreiben vom 17. Mai 2001 ergibt&#8211; zusammen mit einem deutsch-franz&ouml;sischen Sachverst&auml;ndigenausschuss die Inhalte und Pr&uuml;fungsordnung der &quot;Option Internationale du Baccalaur&eacute;at&quot; fest. Weiterhin ist der Vertreter der KMK der Vorsitzende des Abiturpr&uuml;fungsausschusses f&uuml;r den deutschsprachigen Pr&uuml;fungsteil im Rahmen der Baccalaur&eacute;atpr&uuml;fung zum Erwerb des AbiBac gem&auml;&szlig; Abschnitt II.B. &sect; 1 Nr. 1 der Verwaltungsvereinbarung. In diesem Fall wird die &quot;Bescheinigung &uuml;ber den Erwerb der Allgemeinen Hochschulreife&quot; von dem Pr&uuml;fungsbeauftragten der KMK ausgestellt, in der auch bescheinigt wird, dass die deutschsprachigen Pr&uuml;fungen auf der Grundlage der von der KMK genehmigten Pr&uuml;fungsordnung durchgef&uuml;hrt wurden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>All diesen Mitwirkungsakten ist zum einen gemein, dass sie jeweils nur durch einen Vertreter der KMK vorgenommen wurden und bereits deshalb nicht der KMK in ihrer Gesamtheit zugerechnet werden k&ouml;nnen, wie dies das FG zu Recht festgestellt hat. Zum anderen beziehen sich die Mitwirkungsakte der KMK &#8211;im Gegensatz zur Genehmigung der Deutschen Auslandsschulen (vgl. BFH-Urteil in BFHE 209, 40, BStBl II 2005, 518)&#8211; auf die Organisation und Abnahme des AbiBac, also auf Aspekte des Schulabschlusses und nicht auf die Anerkennung der Schule selbst.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(3) Der Haushaltsplan, das f&ouml;rmliche Gesetz, auf dem die Haushaltsmittel f&uuml;r die Mitwirkung der KMK im Zusammenhang mit der Organisation und Durchf&uuml;hrung des AbiBac beruhen, kann ebenfalls keinen qualifizierten Anerkennungsakt darstellen, da ein Zusammenhang mit der Anerkennung einer bestimmten Schule nicht erkennbar ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(4) Der Hinweis der Kl&auml;ger, nach &sect; 10 Abs. 1 Nr. 1 Buchst. a QualV k&ouml;nne die allgemeine Hochschulreife durch das AbiBac-Zeugnis nachgewiesen werden, ist unerheblich, da auch er sich nur auf den durch die Schule vermittelten Abschluss und nicht auf deren Status bezieht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>dd) Das Argument der Kl&auml;ger, das Lyc&eacute;e sei auf Grund von Gewohnheitsrecht ohne Notwendigkeit einer gesetzlichen Regelung anzuerkennen, da es sich um eine Auslandsschule des franz&ouml;sischen Staates handele, kann nicht zum Erfolg der Revision f&uuml;hren. Zum einen wird ein solches Gewohnheitsrecht von den Kl&auml;gern lediglich behauptet, zum anderen w&auml;re das Lyc&eacute;e als staatliche ausl&auml;ndische Schule nicht von &sect; 10 Abs. 1 Nr. 9 EStG erfasst (vgl. Senatsurteil vom 3. Dezember 2008 X R 26\/08, BFH\/NV 2009, 902; FG M&uuml;nster, Urteil vom 19. Juni 2009&nbsp;&nbsp;14 K 1652\/06 E, EFG 2010, 49).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die Begrenzung des Sonderausgabenabzugs auf das Schulgeld f&uuml;r bestimmte Privatschulen durch &sect; 10 Abs. 1 Nr. 9 EStG und damit die Nichtber&uuml;cksichtigung der Zahlung des Schulgelds an eine nicht anerkannte Erg&auml;nzungsschule verst&ouml;&szlig;t nicht gegen Art. 3 GG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Der mit dem Kultur- und Stiftungsf&ouml;rderungsgesetz vom 13. Dezember 1990 (BGBl I 1990, 2775, BStBl I 1991, 51) eingef&uuml;hrte Sonderausgabenabzug sollte zun&auml;chst auf nach Art. 7 Abs. 4 GG staatlich genehmigte oder nach Landesrecht erlaubte Ersatzschulen beschr&auml;nkt sein (BTDrucks 11\/7833, 8). Erst aufgrund der Beschlussempfehlung des Finanzausschusses wurden auch die nach Landesrecht anerkannten allgemeinbildenden Erg&auml;nzungsschulen in die F&ouml;rderung einbezogen (BTDrucks 11\/8346, 21). Die gesetzliche Beschr&auml;nkung auf die bezeichneten Schultypen in &sect; 10 Abs. 1 Nr. 9 EStG zeigt, dass nicht alle Privatschulen gef&ouml;rdert werden sollten, sondern nur solche, die in besonderer Weise staatlicher Unterst&uuml;tzung bedurften. Bei Schaffung der Vorschrift war dem Gesetzgeber bewusst, dass landesrechtlich nicht &uuml;berall eine Anerkennung von allgemeinbildenden Erg&auml;nzungsschulen vorgesehen ist. Es sollte den L&auml;ndern &uuml;berlassen bleiben, ggf. durch &Auml;nderung ihrer Schulgesetze die Voraussetzungen f&uuml;r den Sonderausgabenabzug zu schaffen (Senatsurteil vom 11. Juni 1997 X R 144\/95, BFHE 183, 445, BStBl II 1997, 621).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Eine verfassungsrechtliche Pflicht, den Besuch von Privatschulen jeder Art in gleicher Weise zu f&ouml;rdern, besteht nicht. Dem Gesetzgeber steht insoweit ein weiter Entscheidungsspielraum zu. Es liegt im freien Ermessen von Eltern, ob sie ihre Kinder an einer &ouml;ffentlichen Schule, einer steuerlich beg&uuml;nstigten oder einer sonstigen Privatschule unterrichten lassen (st&auml;ndige BFH-Rechtsprechung, vgl. Senatsurteil vom 11. Juni 1997 X R 74\/95, BFHE 183, 436, BStBl II 1997, 617, m.w.N). Das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) hat die BFH-Rechtsprechung best&auml;tigt und entschieden, dass &#8211;soweit der Gesetzgeber nur das Recht, aber nicht die Pflicht zur F&ouml;rderung bestimmter Schulen hat&#8211; er f&uuml;r die Frage des einkommensteuerrechtlichen Sonderausgabenabzugs gem&auml;&szlig; &sect; 10 Abs. 1 Nr. 9 EStG zwischen den verschiedenen Typen privater Schulen durch Ankn&uuml;pfung an die schulrechtlichen Begriffe der L&auml;nder habe unterscheiden d&uuml;rfen. Mit der Regelung des &sect; 10 Abs. 1 Nr. 9 EStG habe der Gesetzgeber ber&uuml;cksichtigt, dass nach dem Grundgesetz die L&auml;nder die ausschlie&szlig;liche Zust&auml;ndigkeit zur Regelung des Privatschulwesens h&auml;tten (vgl. Art. 30, 70 ff. GG); er habe es den Landesgesetzgebern &uuml;berlassen, die Voraussetzungen f&uuml;r den Sonderausgabenabzug zu schaffen. Durch die Ankn&uuml;pfung des Einkommensteuergesetzes an eine landesrechtliche Anerkennung werde zudem den Landesgesetzgebern im Rahmen ihrer (Privat-)Schulhoheit die M&ouml;glichkeit einger&auml;umt, durch Gestaltung eines Anerkennungsverfahrens die F&ouml;rderungsbed&uuml;rftigkeit und -w&uuml;rdigkeit der Schulen n&auml;her zu regeln. Die steuerrechtliche Voraussetzung, dass die Schulen ein Genehmigungs-, Erlaubnis- oder Anerkennungsverfahren durchlaufen m&uuml;ssten, in dem gegebenenfalls &#8211;nach Ma&szlig;gabe der landesgesetzlichen Regelung&#8211; Mindestanforderungen z.B. an die Lehrziele, die Einrichtungen der Schule und die Ausbildung ihrer Lehrkr&auml;fte &uuml;berpr&uuml;ft w&uuml;rden, sei jedenfalls nicht sachfremd. Schon aus Praktikabilit&auml;tsgr&uuml;nden sei es nicht zu beanstanden, wenn der Bundesgesetzgeber durch diese an die L&auml;ndergesetze ankn&uuml;pfende einkommensteuerrechtliche Regelung einerseits eine eigenst&auml;ndige steuerrechtliche Differenzierung zwischen den verschiedenen Schulen und andererseits die Notwendigkeit eigener Feststellungen der Finanzverwaltung und der Finanzgerichtsbarkeit zur Tatbestandsm&auml;&szlig;igkeit der jeweiligen Schule vermeiden wolle (BVerfG-Beschluss vom 16. April 2004&nbsp;&nbsp;2 BvR 88\/03, H&ouml;chstrichterliche Finanzrechtsprechung &#8211;HFR&#8211; 2004, 690).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Der erkennende Senat sieht diese langj&auml;hrige Rechtsprechung weiterhin als sachgerecht an und h&auml;lt an ihr fest. Damit m&uuml;ssen die betroffenen Steuerpflichtigen die landesrechtliche Differenzierung zwischen den gef&ouml;rderten und den nicht gef&ouml;rderten Schultypen gegen sich gelten lassen (so auch BVerfG-Beschluss in HFR 2004, 690).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Eine Verletzung des Art. 7 Abs. 4 GG liegt nicht vor. Die Privatschule wird zwar durch Art. 7 Abs. 4 GG als eine f&uuml;r das Gemeinwesen notwendige Einrichtung anerkannt und als solche mit ihren typusbestimmenden Merkmalen unter den Schutz des Staates gestellt. Aus Art. 7 Abs. 4 Satz 1 GG folgt jedoch kein verfassungsunmittelbarer Anspruch auf Gew&auml;hrung staatlicher Finanzhilfe oder andere staatliche F&ouml;rderung und schon gar nicht ein Anspruch auf Leistung in bestimmter H&ouml;he. Zu einer solchen Hilfe ist der Staat nur verpflichtet, wenn anders das Ersatzschulwesen als von der Verfassung anerkannte und geforderte Einrichtung in seinem Bestand eindeutig nicht mehr gesichert w&auml;re (so auch BVerfG-Beschluss vom 23. November 2004&nbsp;&nbsp;1 BvL 6\/99, BVerfGE 112, 74). Davon kann im Streitfall keine Rede sein.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dass der Gesetzgeber mit dem Sonderausgabenabzug nicht alle, sondern nur bestimmte Privatschulen (indirekt) f&ouml;rdert, f&uuml;hrt nicht zu einer Grundrechtsverletzung der Kl&auml;ger. Der Zweck der Beg&uuml;nstigung nur bestimmter Privatschulen (siehe oben unter II.1.b) rechtfertigt grunds&auml;tzlich auch die &#8211;als Reflex auftretenden&#8211; Ungleichbehandlungen der schulgeldleistenden Steuerpflichtigen (so BVerfG-Beschluss in HFR 2004, 690; Senatsbeschluss vom 8. Juni 2011 X B 176\/10, BFH\/NV 2011, 1679; &auml;hnlich auch BVerfG-Beschluss vom 7. Juli 2010&nbsp;&nbsp;1 BvR 2556\/09, Neue Juristische Wochenschrift 2010, 2866, unter II.1.c).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Ein Anspruch auf steuerliche Ber&uuml;cksichtigung des gezahlten Schulgeldes ergibt sich auch nicht aus &sect; 52 Abs. 24b Satz 2 EStG 2009. Nach dieser Vorschrift gilt f&uuml;r Schulgeldzahlungen an Schulen in freier Tr&auml;gerschaft oder an &uuml;berwiegend privat finanzierte Schulen, die in einem anderen Mitgliedstaat der Europ&auml;ischen Union (EU) oder in einem Staat belegen sind, auf den das Abkommen &uuml;ber den EWR Anwendung findet, eine besondere &Uuml;bergangsregelung. &sect; 10 Abs. 1 Nr. 9 EStG i.d.F. des JStG 2007 ist danach f&uuml;r noch nicht bestandskr&auml;ftige Steuerfestsetzungen der Veranlagungszeitr&auml;ume vor 2008 mit der Ma&szlig;gabe anzuwenden, dass es sich nicht um eine gem&auml;&szlig; Art. 7 Abs. 4 GG erlaubte Ersatzschule oder eine nach Landesrecht anerkannte allgemein bildende Erg&auml;nzungsschule handeln muss, sofern diese Schulen zu einem von dem zust&auml;ndigen inl&auml;ndischen Ministerium eines Landes, von der KMK oder von einer inl&auml;ndischen Zeugnisanerkennungsstelle anerkannten oder einem inl&auml;ndischen Abschluss an einer &ouml;ffentlichen Schule als gleichwertig anerkannten allgemein bildenden oder berufsbildenden Schul-, Jahrgangs- oder Berufsabschluss f&uuml;hren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Lyc&eacute;e erf&uuml;llt diese letztgenannten Voraussetzungen, so dass sein fehlender Status als anerkannte Erg&auml;nzungsschule dem Sonderausgabenabzug nicht entgegenst&uuml;nde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die &Uuml;bergangsregelung des &sect; 52 Abs. 24a Satz 2 EStG 2009 findet jedoch auf das von inl&auml;ndischen Schulen in freier Tr&auml;gerschaft oder von &uuml;berwiegend privat finanzierte Schulen (Privatschulen) erhobene Schulgeld keine Anwendung (so auch Senatsurteile vom 19. Oktober 2011 X R 27\/09 und X R 48\/09, jeweils www.bundesfinanzhof.de\/entscheidungen; FG M&uuml;nchen, Urteil vom 23. September 2008&nbsp;&nbsp;12 K 718\/08, EFG 2009, 1456, und S&auml;chsisches FG, Urteil vom 1. Oktober 2009&nbsp;&nbsp;1 K 2304\/07, EFG 2010, 1030). Dies folgt zum einen aus dem Wortlaut der Vorschrift, der ausdr&uuml;cklich auf die Belegenheit der Privatschule in einem anderen Mitgliedstaat der EU verweist. Aus dem Satzteil &quot;in einem Staat belegen ist, auf den das Abkommen &uuml;ber den Europ&auml;ischen Wirtschaftsraum Anwendung findet&quot; kann nicht abgeleitet werden, dass durch diese Formulierung der Ausschluss der inl&auml;ndischen Privatschulen aus der &Uuml;bergangsregelung r&uuml;ckg&auml;ngig gemacht werden sollte. Die auch in anderen Steuernormen gebr&auml;uchliche Gesetzestechnik sieht die EWR-Staaten immer neben den Mitgliedsstaaten der EU (vgl. z.B. &sect;&sect; 1a, 10 Abs. 2 Nr. 2 Buchst. a EStG). Es w&auml;re zudem nicht verst&auml;ndlich, warum der Gesetzgeber innerhalb einer Vorschrift inl&auml;ndische Privatschulen zun&auml;chst ausschlie&szlig;en sollte, um sie unmittelbar darauf wieder in die Regelung einzubeziehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dieses Auslegungsergebnis wird auch durch den Zweck der &Uuml;bergangsregelung, der sich aus den Gesetzesmaterialien ergibt, gest&uuml;tzt. Ausweislich der Gesetzesbegr&uuml;ndung sollte &#8211;um der Forderung des Gerichtshofes der Europ&auml;ischen Union (EuGH) nach einer &Auml;nderung der gesetzlichen Regelung Rechnung zu tragen&#8211; durch &sect; 52 Abs. 24b Satz 2 EStG 2009 sichergestellt werden, dass der Sonderausgabenabzug auch dann m&ouml;glich ist, wenn die Privatschule in einem anderen Mitgliedstaat der EU oder in einem Staat belegen ist, auf den das Abkommen &uuml;ber den EWR Anwendung findet (BTDrucks 16\/10189, 65). Der EuGH hatte aber in seinen Urteilen nur den generellen Ausschluss der Schulgeldzahlungen f&uuml;r den Besuch von Schulen in anderen Mitgliedstaaten vom Abzug als Sonderausgaben als Versto&szlig; gegen die europ&auml;ischen Grundfreiheiten angesehen. Die steuerliche Behandlung von Schulgeldzahlungen an inl&auml;ndische Privatschulen war nicht Gegenstand der EuGH-Rechtsprechung, so dass insoweit auch kein gesetzgeberischer Anpassungsbedarf bestand.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die &Uuml;bergangsregelung des &sect; 52 Abs. 24b EStG 2009 verst&ouml;&szlig;t durch die Nichteinbeziehung der Schulgeldzahlungen an inl&auml;ndische Schulen nicht gegen das Gleichbehandlungsgebot des Art. 3 GG, obwohl in den noch offenen Veranlagungen bis 2008 die in der EU bzw. im EWR belegenen Privatschulen bevorzugt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Die aufgrund der EuGH-Rechtsprechung notwendig gewordene Neuregelung der steuerlichen Ber&uuml;cksichtigung des Schulgelds f&uuml;r Privatschulen durch das JStG 2009 f&uuml;hrt dazu, dass ab dem Veranlagungsjahr 2008 nicht mehr die landesrechtliche Anerkennung einer bestimmten Privatschule, sondern der durch die Schule vermittelte Abschluss f&uuml;r die Frage der Abziehbarkeit des Schulgelds entscheidend ist. Nach Einsch&auml;tzung des Gesetzgebers war eine &Uuml;bertragung der bisherigen schulrechtlichen Kriterien auf ausl&auml;ndische Schulen nicht m&ouml;glich (vgl. Begr&uuml;ndung des Gesetzentwurfs des JStG 2009, BTDrucks 16\/10189, 49). Um den Vorgaben der EuGH-Rechtsprechung aber dennoch Rechnung zu tragen und den Besuch von EU\/EWR-Schulen nicht mehr vom Sonderausgabenabzug auszuschlie&szlig;en, musste eine &Uuml;bergangsregelung f&uuml;r die noch offenen Veranlagungsf&auml;lle geschaffen werden, durch die ein Sonderausgabenabzug f&uuml;r das an eine EU\/EWR-Privatschule gezahlte Schulgeld m&ouml;glich wurde (vgl. Begr&uuml;ndung des Gesetzentwurfs des JStG 2009, BTDrucks 16\/10189, 65).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Aus Art. 3 Abs. 1 GG ergeben sich je nach Regelungsgegenstand und Differenzierungsmerkmalen unterschiedliche Grenzen f&uuml;r den Gesetzgeber. F&uuml;r die Anforderungen an Rechtfertigungsgr&uuml;nde f&uuml;r gesetzliche Differenzierungen kommt es wesentlich darauf an, in welchem Ma&szlig; sich die Ungleichbehandlung auf die Aus&uuml;bung grundrechtlich gesch&uuml;tzter Freiheiten auswirken kann. Genauere Ma&szlig;st&auml;be und Kriterien daf&uuml;r, unter welchen Voraussetzungen der Gesetzgeber den Gleichheitssatz verletzt, lassen sich nur in Bezug auf die jeweils betroffenen unterschiedlichen Sach- und Regelungsbereiche bestimmen (st&auml;ndige Rechtsprechung des BVerfG, vgl. z.B. den Beschluss vom 26. Juli 2010&nbsp;&nbsp;2 BvR 2227\/08, 2228\/08, BFH\/NV 2010, 1983, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Bei der verfassungsrechtlichen &Uuml;berpr&uuml;fung einer &Uuml;bergangsregelung ist im Hinblick auf die Rechtfertigung einer Ungleichbehandlung zu beachten, dass es sich um eine Regelung f&uuml;r einen begrenzten Zeitraum oder um eine vorl&auml;ufige Ma&szlig;nahme handelt (BVerfG-Beschluss vom 21. Juni 2006&nbsp;&nbsp;2 BvL 2\/99, BVerfGE 116, 164, 195 f.; vgl. auch u.a. Senatsurteil vom 19. Januar 2010 X R 53\/08, BFHE 228, 223, BStBl II 2011, 567, unter B.II.). Dem Gesetzgeber kommt bei solchen &Uuml;berleitungsvorschriften, die nicht auf eine ungleiche Behandlung Berechtigter abzielen, in der Regel nur f&uuml;r kurze Dauer gelten und zu keinen wesentlichen Ungleichheiten f&uuml;hren, ein erweiterter Gestaltungsspielraum zu (BVerfG-Beschluss vom 19. April 1977&nbsp;&nbsp;1 BvL 17\/75, BVerfGE 44, 283). Es liegt im Wesen einer &Uuml;bergangsregelung, einen vorgefundenen Rechtszustand gleitend in eine neue gesetzgeberische Konzeption zu &uuml;berf&uuml;hren (Senatsurteil vom 26. November 2008 X R 15\/07, BFHE 223, 445, BStBl II 2009, 710). Bei unterschiedlichen steuerlichen Ausgangssituationen ist es damit zwangsl&auml;ufig, dass unterschiedliche Zwischenschritte notwendig sind, um zur angestrebten Neuregelung zu gelangen (st&auml;ndige Senatsrechtsprechung, z.B. Urteil vom 18. November 2009 X R 6\/08, BFHE 227, 137, BStBl II 2010, 282, zur steuerlichen Ber&uuml;cksichtigung von Altersvorsorgeaufwendungen). Der gesetzgeberische Entscheidungsspielraum ist zudem durch die Abw&auml;gung zwischen den Erfordernissen folgerichtiger Ausrichtung der Einkommensbesteuerung an der wirtschaftlichen Leistungsf&auml;higkeit der Steuerpflichtigen und den Notwendigkeiten einfacher, praktikabler und gesamtwirtschaftlich tragf&auml;higer L&ouml;sungen gekennzeichnet (siehe z.B. BVerfG-Urteil vom 6. M&auml;rz 200&nbsp;&nbsp;2 BvL 17\/99, BVerfGE 105, 73, BStBl II 2002, 618, unter D.II., zur &Uuml;bergangregelung im Bereich der Besteuerung der Alterseink&uuml;nfte und der Altersvorsorge).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>38<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Vor diesem Hintergrund ist es nicht zu beanstanden, dass der Gesetzgeber aus Vereinfachungsgr&uuml;nden eine &Uuml;bergangsregelung gew&auml;hlt hat, welche die &#8211;seiner Einsch&auml;tzung nach nicht m&ouml;gliche&#8211; Einordnung einer ausl&auml;ndischen Schule nach den schulrechtlichen Begriffen der L&auml;nder entbehrlich machte. Selbst wenn davon ausgegangen w&uuml;rde, dass eine entsprechende Qualifizierung ausl&auml;ndischer Schulen m&ouml;glich gewesen w&auml;re, h&auml;tte es eines erheblichen Verwaltungsaufwandes bedurft, der nur f&uuml;r einen begrenzten Zeitraum und nur f&uuml;r eine begrenzte Zahl von Steuerf&auml;llen notwendig gewesen und ab 2008 gegenstandslos geworden w&auml;re. Insofern ist es gerechtfertigt, f&uuml;r die EU\/EWR-Privatschulen sozusagen im Vorgriff auf die ab 2008 geltende Neuregelung die k&uuml;nftig geforderten Voraussetzungen zugrunde zu legen und damit auf die den Status der Schule betreffenden Voraussetzungen zu verzichten, selbst wenn es hierdurch zu einer vor&uuml;bergehenden steuerlichen Schlechterstellung der Steuerpflichtigen, die Schulgeld an entsprechende inl&auml;ndische Privatschulen zahlen, kommen sollte (vgl. auch BFH-Urteil vom 20. Oktober 2010 IX R 56\/09, BFHE 231, 173, BStBl II 2011, 409, zum unterschiedlichen Anwendbarkeitszeitpunkt des Halbeink&uuml;nfteverfahrens auf Ver&auml;u&szlig;erungen von Inlandsbeteiligungen &#8211;ab 2002&#8211; und von Auslandsbeteiligungen &#8211;bereits ab 2001&#8211;, der durch den besonderen Anpassungsbedarf gerechtfertigt wurde). Die f&uuml;r den begrenzten &Uuml;bergangszeitraum erkennbare Bevorzugung des Besuchs von EU\/EWR-Privatschulen ist jedoch genauso wie spiegelbildlich die Benachteiligung im Einzelfall eine zwangsl&auml;ufige Konsequenz der grunds&auml;tzlichen Befugnis des Gesetzgebers zur Vereinfachung. Sie f&uuml;hrt nicht zu einem Versto&szlig; gegen den allgemeinen Gleichheitssatz (so auch FG M&uuml;nchen, Urteile in EFG 2009, 1456, und vom 28. April 2010&nbsp;&nbsp;1 K 1758\/07, EFG 2010, 1310; Korte, Anmerkung zum Urteil in EFG 2010, 1310, 1314; a.A. Nacke, Der Betrieb 2008, 2792).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>39<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Der fehlende Sonderausgabenabzug f&uuml;r das an das Lyc&eacute;e gezahlte Schulgeld verletzt nicht die Grundfreiheiten der Kl&auml;ger. Es fehlt an dem notwendigen Auslandsbezug. Nach st&auml;ndiger Rechtsprechung sowohl des EuGH als auch des BFH sind die Grundfreiheiten auf rein innerstaatliche Sachverhalte eines Mitgliedstaats nicht anwendbar (vgl. z.B. EuGH-Urteil vom 26. Januar 1993 Rs. C-112\/91 &#8211;Werner&#8211;, Slg. 1993, I-429; Senatsurteil vom 18. September 2003 X R 2\/00, BFHE 203, 263, BStBl II 2004, 17; BFH-Entscheidungen vom 15. Juli 2005 I R 21\/04, BFHE 210, 43, BStBl II 2005, 716, und in BFHE 231, 173, BStBl II 2011, 409, jeweils m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>40<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) In Bezug auf die Verletzung der Dienstleistungsfreiheit der Art. 49 und 50 des Vertrags zur Gr&uuml;ndung der Europ&auml;ischen Gemeinschaft &#8211;EG&#8211; (ab dem 1. Dezember 2009 Art. 56 und 57 des Vertrags &uuml;ber die Arbeitsweise der Europ&auml;ischen Union &#8211;AEUV&#8211;) liegt bereits deswegen kein grenz&uuml;berschreitender Sachverhalt vor, weil sowohl die Kl&auml;ger und ihr Sohn als Dienstleistungsempf&auml;nger als auch das die Dienstleistungen anbietende Lyc&eacute;e in M&uuml;nchen ans&auml;ssig sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>41<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die Kl&auml;ger k&ouml;nnen auch keine Verletzung einer (eigenen) Niederlassungsfreiheit gem&auml;&szlig; Art. 43 EG (Art. 49 AEUV) geltend machen. Es k&ouml;nnte &#8211;wenn &uuml;berhaupt&#8211; nur die Niederlassungsfreiheit des Lyc&eacute;e Jean Renoir in Frankreich betroffen sein. Deren Verletzung scheidet aber aus, weil auch alle anderen in Bayern belegenen Privatschulen, die nicht gem&auml;&szlig; Art. 91 BayEUG genehmigte Ersatzschulen sind oder durch qualifizierte Ersatzakte des Bundesgesetzgebers bzw. der KMK anerkannt wurden, nicht unter die Vorschrift des &sect; 10 Abs. 1 Nr. 9 EStG fallen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>42<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Ein Versto&szlig; gegen Art. 18 EG (Art. 21 AEUV), der nach Auffassung des EuGH (vgl. Urteile vom 11. September 2007 Rs. C-76\/05 &#8211;Schwarz und Gootjes-Schwarz&#8211;, Slg. 2007, I-6849, und vom 20. Mai 2010 Rs. C-56\/09 &#8211;Zanotti&#8211;, Slg. 2010, I-4517, Rz 56) dann zu pr&uuml;fen ist, wenn wie im Streitfall keine Verletzung der Art. 49, 50 EG gegeben ist, liegt ebenfalls nicht vor. Wenn ein Kind von in der Bundesrepublik ans&auml;ssigen Steuerpflichtigen eine inl&auml;ndische Schule besucht, ist die Freiz&uuml;gigkeit von der Versagung des Abzugs des Schulgelds nicht betroffen (so auch Senatsurteil in BFH\/NV 2009, 902).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>43<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Verfahrensfehler, die zur Aufhebung des Urteils und zur Zur&uuml;ckverweisung f&uuml;hren k&ouml;nnten, sind nicht gegeben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>44<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Anhaltspunkte f&uuml;r eine Verletzung der richterlichen Sachaufkl&auml;rungspflicht (&sect; 76 Abs. 1 FGO) sind nicht erkennbar. Die Nichtber&uuml;cksichtigung der Beweisantr&auml;ge der Kl&auml;ger erkl&auml;rt sich daraus, dass nach der &#8211;zutreffenden&#8211; Rechtsauffassung des FG f&uuml;r den Sonderausgabenabzug die qualifizierte Anerkennung der Privatschule selbst und nicht der dort zu erreichende Schulabschluss entscheidend war. Die Beweisantr&auml;ge der Kl&auml;ger bezogen sich jedoch darauf, in welchem Verfahren und in welcher konkreten Ausgestaltung die KMK sich mit der Durchf&uuml;hrung des entsprechenden Unterrichts und der entsprechenden Pr&uuml;fungen befasst habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 9.11.2011, X R 12\/10 Schulgeldzahlungen an die deutsch-franz&ouml;sische Schule Jean Renoir bis 2007 nur teilweise als Sonderausgabe abziehbar &#8211; verfassungsrechtliche &Uuml;berpr&uuml;fung einer &Uuml;bergangsregelung Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; I. Die Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) sind verheiratet und wurden f&uuml;r die Streitjahre 2003 und 2004 zusammen zur Einkommensteuer veranlagt. Ihr im Jahr 1992 geborener Sohn &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-r-12-10-schulgeldzahlungen-an-die-deutsch-franzoesische-schule-jean-renoir-bis-2007-nur-teilweise-als-sonderausgabe-abziehbar-verfassungsrechtliche-ueberpruefung-einer-uebergangsregelung\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">X&nbsp;R&nbsp;12\/10 &#8211; Schulgeldzahlungen an die deutsch-franz&ouml;sische Schule Jean Renoir bis 2007 nur teilweise als Sonderausgabe abziehbar &#8211; verfassungsrechtliche &Uuml;berpr&uuml;fung einer &Uuml;bergangsregelung<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-9168","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9168","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9168"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9168\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9168"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=9168"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9168"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}