{"id":9174,"date":"2012-12-20T02:57:12","date_gmt":"2012-12-20T00:57:12","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=9174"},"modified":"2012-12-20T02:57:12","modified_gmt":"2012-12-20T00:57:12","slug":"vi-r-46-10-keine-beruecksichtigung-einer-tatsaechlich-nicht-benutzten-verbindung-als-offensichtlich-verkehrsguenstigere-strassenverbindung-zwischen-wohnung-und-arbeitsstaette-pauschalierung-dient-der","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-46-10-keine-beruecksichtigung-einer-tatsaechlich-nicht-benutzten-verbindung-als-offensichtlich-verkehrsguenstigere-strassenverbindung-zwischen-wohnung-und-arbeitsstaette-pauschalierung-dient-der\/","title":{"rendered":"VI&nbsp;R&nbsp;46\/10 &#8211; Keine Ber&uuml;cksichtigung einer tats&auml;chlich nicht benutzten Verbindung als &quot;offensichtlich verkehrsg&uuml;nstigere&quot; Stra&szlig;enverbindung zwischen Wohnung und Arbeitsst&auml;tte &#8211; Pauschalierung dient der Vereinfachung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 16.11.2011, VI R 46\/10<\/p>\n<p class=\"titel\">Keine Ber&uuml;cksichtigung einer tats&auml;chlich nicht benutzten Verbindung als &quot;offensichtlich verkehrsg&uuml;nstigere&quot; Stra&szlig;enverbindung zwischen Wohnung und Arbeitsst&auml;tte &#8211; Pauschalierung dient der Vereinfachung<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. &quot;Offensichtlich&quot; verkehrsg&uuml;nstiger i.S. des &sect; 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 Satz 4 EStG ist die vom Arbeitnehmer gew&auml;hlte Stra&szlig;enverbindung, wenn sich jeder unvoreingenommene, verst&auml;ndige Verkehrsteilnehmer unter den gegebenen Verkehrsverh&auml;ltnissen f&uuml;r die Benutzung der Strecke entschieden h&auml;tte.<\/p>\n<p>2. Zu vergleichen sind die k&uuml;rzeste und die vom Arbeitnehmer regelm&auml;&szlig;ig f&uuml;r Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsst&auml;tte benutzte l&auml;ngere Stra&szlig;enverbindung. Weitere m&ouml;gliche, vom Arbeitnehmer tats&auml;chlich aber nicht benutzte Fahrtstrecken zwischen Wohnung und Arbeitsst&auml;tte bleiben dagegen unber&uuml;cksichtigt.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;ger und Revisionsbeklagten (Kl&auml;ger) sind Eheleute und wurden im Streitjahr 2006 zusammen zur Einkommensteuer veranlagt. Sie wohnten in A und erzielten im Streitjahr beide Eink&uuml;nfte aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In der Einkommensteuererkl&auml;rung f&uuml;r das Streitjahr machte der Kl&auml;ger bei den Eink&uuml;nften aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsst&auml;tte f&uuml;r 229 Tage geltend. Die einfache Wegstrecke zu seinem Arbeitsplatz in B setzte er mit 56 km an. Die Kl&auml;gerin machte Fahrten zu ihrem Arbeitsplatz in C f&uuml;r 220 Tage mit 54 km geltend. Der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) ber&uuml;cksichtigte bei den Eink&uuml;nften des Kl&auml;gers aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit lediglich Fahrtkosten auf der Grundlage einer einfachen Entfernung von 44 km.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die hiergegen erhobene Klage hatte z.T. Erfolg. Das Finanzgericht (FG) erkannte f&uuml;r Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsst&auml;tte eine einfache Entfernung von 49 km an. Weil es die Strecke bis zur Abfahrt 16 (Bovert) auf der A 57 f&uuml;r offensichtlich verkehrsg&uuml;nstiger hielt als die vom FA ermittelte Verbindung &uuml;ber die A 40, legte es seiner Berechnung zun&auml;chst diesen Streckenanteil zugrunde. Weiter f&uuml;hrte es aus, nach den vom Kl&auml;ger im Klageverfahren eingereichten vergleichenden Fahrtstrecken betrage die restliche Fahrtstrecke bis zur Arbeitsst&auml;tte bei Verlassen der A 57 schon an der Ausfahrt 16 (Bovert) nur 5,1 km bei einer Fahrtdauer von ca. 6 Minuten, w&auml;hrend die vom Kl&auml;ger tats&auml;chlich gefahrene Route an der Ausfahrt 16 vorbei weiter auf der A 57 und dann &uuml;ber die A 52&nbsp;&nbsp;10,1 km lang sei und ca. 7 Minuten Fahrtdauer erfordere. Da die vom Kl&auml;ger gew&auml;hlte Route danach nur bis zur Ausfahrt 16 (Bovert) als &quot;offensichtlich verkehrsg&uuml;nstiger&quot; erscheine, k&ouml;nne die bis zum Arbeitsplatz weiter zur&uuml;ckzulegende Strecke nur teilweise ber&uuml;cksichtigt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r&uuml;gt das FA die Verletzung formellen und materiellen Rechts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>das Urteil des FG D&uuml;sseldorf vom 31. August 2009&nbsp;&nbsp;11 K 242\/08 E aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. 1. Die Revision des FA ist begr&uuml;ndet; sie f&uuml;hrt zur Aufhebung des angefochtenen Urteils und zur Zur&uuml;ckverweisung der Sache an das FG (&sect; 126 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Nach &sect; 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 des Einkommensteuergesetzes (EStG) k&ouml;nnen Aufwendungen des Arbeitnehmers f&uuml;r Fahrten zwischen Wohnung und regelm&auml;&szlig;iger Arbeitsst&auml;tte als Werbungskosten bei den Eink&uuml;nften aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit abgezogen werden. Zur Abgeltung dieser Aufwendungen ist nach &sect; 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 Satz 2 EStG in der f&uuml;r das Streitjahr geltenden Fassung f&uuml;r jeden Arbeitstag, an dem der Arbeitnehmer die Arbeitsst&auml;tte aufsucht, eine Entfernungspauschale f&uuml;r jeden vollen Kilometer zwischen Wohnung und Arbeitsst&auml;tte von 0,30 EUR anzusetzen. F&uuml;r die Bestimmung der Entfernung ist die k&uuml;rzeste Stra&szlig;enverbindung zwischen Wohnung und Arbeitsst&auml;tte ma&szlig;gebend; eine andere als die k&uuml;rzeste Stra&szlig;enverbindung kann zugrunde gelegt werden, wenn diese offensichtlich verkehrsg&uuml;nstiger ist und vom Arbeitnehmer regelm&auml;&szlig;ig f&uuml;r Wege zwischen Wohnung und Arbeitsst&auml;tte benutzt wird (&sect; 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 Satz 4 EStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH), der sich die Finanzverwaltung angeschlossen hat, ist eine Stra&szlig;enverbindung dann als verkehrsg&uuml;nstiger als die k&uuml;rzeste Verbindung zwischen Wohnung und Arbeitsst&auml;tte anzusehen, wenn der Arbeitnehmer eine andere &#8211;l&auml;ngere&#8211; Stra&szlig;enverbindung nutzt und die Arbeitsst&auml;tte auf diese Weise trotz gelegentlicher Verkehrsst&ouml;rungen in der Regel schneller und p&uuml;nktlicher erreicht (BFH-Urteil vom 10. Oktober 1975 VI R 33\/74, BFHE 117, 70, BStBl II 1975, 852; BFH-Beschluss vom 10. April 2007 VI B 134\/06, BFH\/NV 2007, 1309; Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen vom 11. Dezember 2001 IV C 5-S 2351-300\/01, BStBl I 2001, 994). &quot;Offensichtlich&quot; verkehrsg&uuml;nstiger ist die vom Arbeitnehmer gew&auml;hlte Stra&szlig;enverbindung dann, wenn ihre Vorteilhaftigkeit so auf der Hand liegt, dass sich auch ein unvoreingenommener, verst&auml;ndiger Verkehrsteilnehmer unter den gegebenen Verkehrsverh&auml;ltnissen f&uuml;r die Benutzung der Strecke entschieden h&auml;tte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Zu vergleichen sind die k&uuml;rzeste und die vom Arbeitnehmer regelm&auml;&szlig;ig f&uuml;r Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsst&auml;tte benutzte l&auml;ngere Stra&szlig;enverbindung. Weitere m&ouml;gliche, tats&auml;chlich aber nicht benutzte Fahrtstrecken zwischen Wohnung und Arbeitsst&auml;tte bleiben dagegen unber&uuml;cksichtigt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dies folgt zun&auml;chst aus dem Wortlaut des &sect; 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 Satz 4 EStG. Der Gesetzeswortlaut benennt f&uuml;r die Ber&uuml;cksichtigung einer &quot;anderen als der k&uuml;rzesten Stra&szlig;enverbindung&quot; zwei Voraussetzungen: Sie muss offensichtlich verkehrsg&uuml;nstiger als die k&uuml;rzeste Stra&szlig;enverbindung und vom Arbeitnehmer regelm&auml;&szlig;ig benutzt worden sein.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Deshalb ist die vom Arbeitnehmer benutzte Verbindung mit der nach dem Gesetz grunds&auml;tzlich als ma&szlig;geblich angesehenen k&uuml;rzesten Verbindung zu vergleichen. Ist sie im angef&uuml;hrten Sinne &quot;offensichtlich verkehrsg&uuml;nstiger&quot;, ist sie der Besteuerung zugrunde zu legen. Der Gesetzeswortlaut sieht hingegen nicht vor, dass die vom Arbeitnehmer gefahrene Strecke verkehrsg&uuml;nstiger als alle &uuml;brigen m&ouml;glichen Verbindungen zwischen Wohn- und Arbeitsort sein muss, d.h. dass es sich um die verkehrsg&uuml;nstigste Strecke &uuml;berhaupt handeln muss.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Diese Auslegung des Gesetzes nach dem Wortlaut wird durch die Entstehungsgeschichte der Norm und die Gesetzesmaterialien best&auml;tigt. Der in Streit stehende zweite Halbsatz des &sect; 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 Satz 4 EStG wurde durch Art. 1 Nr. 8 Buchst. b des Steuer&auml;nderungsgesetzes 2001 vom 20. Dezember 2001 (BGBl I 2001, 3794, BStBl I 2002, 4) nachtr&auml;glich angef&uuml;gt. Nach den Gesetzesmaterialien sollte f&uuml;r die Bestimmung der ma&szlig;geblichen Entfernung die k&uuml;rzeste (benutzbare) Stra&szlig;enverbindung zwischen Wohnung und Arbeitsst&auml;tte zugrunde zu legen sein (Gesetzentwurf vom 10. Oktober 2000, BTDrucks 14\/4242, S. 6). Da der Gesetzeswortlaut von der &quot;k&uuml;rzesten Stra&szlig;enverbindung&quot; und nicht mehr wie zuvor von der &quot;k&uuml;rzesten benutzbaren Stra&szlig;enverbindung&quot; sprach, kamen Zweifel auf, ob diese Formulierung eine l&auml;ngere Strecke noch zum Abzug zugelassen h&auml;tte. Da der Gesetzgeber eine solche Verschlechterung f&uuml;r Kraftfahrzeugbenutzer nicht beabsichtigte, stellte er mit der Erg&auml;nzung des &sect; 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 Satz 4 EStG um dessen zweiten Halbsatz klar, dass die bis 2000 geltende Rechtslage weiter fortbestehen sollte (Bericht des Finanzausschusses vom 8. November 2001, BTDrucks 14\/7341, S. 10). Diese Rechtslage wiederum gr&uuml;ndete sich wesentlich auf die Rechtsprechung des erkennenden Senats (BFH-Urteil in BFHE 117, 70, BStBl II 1975, 852), die in F&auml;llen, in denen zur Ableitung der Verkehrsstr&ouml;me l&auml;ngere, aber zeitlich g&uuml;nstigere Verkehrsverbindungen durch Schnell- oder Ringstra&szlig;en geschaffen worden waren, denjenigen Arbeitnehmern, die solche Verkehrsadern auch tats&auml;chlich regelm&auml;&szlig;ig nutzten, den Abzug der hierdurch entstehenden h&ouml;heren Aufwendungen erm&ouml;glichen wollte. Diese Auslegung des &sect; 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 Satz 4 zweiter Halbsatz EStG ist mithin auch f&uuml;r die neu gefasste Regelung ma&szlig;geblich (BFH-Beschluss in BFH\/NV 2007, 1309).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Danach hatte der Gesetzgeber bei der Einf&uuml;gung des zweiten Halbsatzes der im Streitfall anzuwendenden Norm die tats&auml;chliche Nutzung verkehrsg&uuml;nstigerer Strecken durch Arbeitnehmer im Blick. Dies spricht f&uuml;r eine Auslegung des Gesetzes, die der k&uuml;rzesten Stra&szlig;enverbindung eine tats&auml;chlich genutzte ggf. verkehrsg&uuml;nstigere gegen&uuml;berstellt, nicht hingegen eine weitere, die vom Arbeitnehmer aber tats&auml;chlich nicht genutzt wurde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Diese Auslegung entspricht schlie&szlig;lich auch dem Vereinfachungsgedanken, der jeglicher Pauschalierung &#8211;so auch derjenigen des &sect; 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 EStG (vgl. Gesetzentwurf vom 10. Oktober 2000, BTDrucks 14\/4242, S. 6 &quot;Zu Buchstabe b&quot;)&#8211; innewohnt. Nach der gesetzlichen Regelung der Entfernungspauschale f&uuml;r die Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsst&auml;tte sollte grunds&auml;tzlich die k&uuml;rzeste Verbindung zwischen beiden Orten ma&szlig;geblich sein. Aus den genannten Gr&uuml;nden lie&szlig; der Gesetzgeber eine Ausnahme f&uuml;r eine vom Arbeitnehmer regelm&auml;&szlig;ig benutzte verkehrsg&uuml;nstigere Verbindung zu. W&uuml;rde man &#8211;wie die Vorentscheidung&#8211; zus&auml;tzlich verlangen, dass die vom Arbeitnehmer tats&auml;chlich benutzte Fahrtstrecke die verkehrsg&uuml;nstigste &uuml;berhaupt sein muss, so h&auml;tte dies die Notwendigkeit umfangreicher Ermittlungen durch die Finanzbeh&ouml;rden und ggf. die Finanzgerichte einschlie&szlig;lich etwaiger Beweiserhebungen zur Folge. In jedem Einzelfall m&uuml;sste unter Einbeziehung s&auml;mtlicher Streckenvarianten gepr&uuml;ft werden, welche Verbindung als am verkehrsg&uuml;nstigsten anzusehen ist. Vergleicht man demgegen&uuml;ber lediglich die &#8211;leicht feststellbare&#8211; k&uuml;rzeste Verbindung mit der tats&auml;chlich benutzten, hinsichtlich der der Steuerpflichtige Auskunft geben kann, so bleibt der Vereinfachungsgedanke der Norm erhalten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Das FG ist von anderen Rechtsgrunds&auml;tzen ausgegangen. Die Vorentscheidung war danach aufzuheben. Die Sache wird zur erneuten Verhandlung und Entscheidung an das FG zur&uuml;ckverwiesen. Die Feststellungen des FG erm&ouml;glichen keine abschlie&szlig;ende Entscheidung des Streitfalls.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zum einen wird das FG feststellen, ob der Kl&auml;ger die Verbindung, deren steuerliche Ber&uuml;cksichtigung er begehrt, tats&auml;chlich regelm&auml;&szlig;ig zwischen Wohnung und Arbeitsst&auml;tte zur&uuml;ckgelegt hat. Insbesondere ist festzustellen, ob er tats&auml;chlich regelm&auml;&szlig;ig die l&auml;ngere Strecke bis Ausfahrt 17 gew&auml;hlt hat oder ob dies nur gelegentlich, z.B. in Fahrgemeinschaft mit der in C t&auml;tigen Kl&auml;gerin, der Fall war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Sodann wird es unter Zugrundelegung der tats&auml;chlich regelm&auml;&szlig;ig gefahrenen Strecke feststellen, ob die Verbindung im Sinne der angef&uuml;hrten Rechtsgrunds&auml;tze offensichtlich verkehrsg&uuml;nstiger war als die k&uuml;rzeste Stra&szlig;enverbindung zwischen Wohnung und Arbeitsst&auml;tte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Sollte auch die f&uuml;r die Kl&auml;gerin anzusetzende Entfernung weiterhin streitig bleiben, so wird das FG entsprechende Feststellungen hinsichtlich dieser Fahrtstrecken treffen und die k&uuml;rzeste Stra&szlig;enverbindung mit derjenigen vergleichen, die die Kl&auml;gerin regelm&auml;&szlig;ig zwischen Wohnung und Arbeitsst&auml;tte zur&uuml;ckgelegt hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Angesichts dessen braucht der Senat nicht zu entscheiden, ob dem FG die von der Revision ger&uuml;gten Verfahrensfehler unterlaufen sind (Senatsurteil vom 11. Februar 2010 VI R 65\/08, BFHE 228, 421, BStBl II 2010, 628, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 16.11.2011, VI R 46\/10 Keine Ber&uuml;cksichtigung einer tats&auml;chlich nicht benutzten Verbindung als &quot;offensichtlich verkehrsg&uuml;nstigere&quot; Stra&szlig;enverbindung zwischen Wohnung und Arbeitsst&auml;tte &#8211; Pauschalierung dient der Vereinfachung Leits&auml;tze 1. &quot;Offensichtlich&quot; verkehrsg&uuml;nstiger i.S. des &sect; 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 Satz 4 EStG ist die vom Arbeitnehmer gew&auml;hlte Stra&szlig;enverbindung, wenn sich jeder unvoreingenommene, verst&auml;ndige &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-46-10-keine-beruecksichtigung-einer-tatsaechlich-nicht-benutzten-verbindung-als-offensichtlich-verkehrsguenstigere-strassenverbindung-zwischen-wohnung-und-arbeitsstaette-pauschalierung-dient-der\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VI&nbsp;R&nbsp;46\/10 &#8211; Keine Ber&uuml;cksichtigung einer tats&auml;chlich nicht benutzten Verbindung als &quot;offensichtlich verkehrsg&uuml;nstigere&quot; Stra&szlig;enverbindung zwischen Wohnung und Arbeitsst&auml;tte &#8211; Pauschalierung dient der Vereinfachung<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-9174","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9174","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9174"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9174\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9174"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=9174"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9174"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}