{"id":9177,"date":"2012-12-06T04:35:42","date_gmt":"2012-12-06T02:35:42","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=9177"},"modified":"2012-12-06T04:35:42","modified_gmt":"2012-12-06T02:35:42","slug":"i-r-102-10-abgrenzung-spenden-und-zahlungen-fuer-satzungsmaessige-zwecke-bindung-des-stifters-deklaratorische-bedeutung-des-par-10-nr-1-kstg-1999-und-des-par-12-nr-1-satz-1-estg-anwendungsbereich-de-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-102-10-abgrenzung-spenden-und-zahlungen-fuer-satzungsmaessige-zwecke-bindung-des-stifters-deklaratorische-bedeutung-des-par-10-nr-1-kstg-1999-und-des-par-12-nr-1-satz-1-estg-anwendungsbereich-de-2\/","title":{"rendered":"I&nbsp;R&nbsp;102\/10 &#8211; Abgrenzung Spenden und Zahlungen f&uuml;r satzungsm&auml;&szlig;ige Zwecke &#8211; Bindung des Stifters &#8211; Deklaratorische Bedeutung des &sect; 10 Nr. 1 KStG 1999 und des &sect; 12 Nr. 1 Satz 1 EStG &#8211; Anwendungsbereich des &sect; 9 Abs. 1 Nr. 2 KStG 1999"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 12.10.2011, I R 102\/10<\/p>\n<p class=\"titel\">Abgrenzung Spenden und Zahlungen f&uuml;r satzungsm&auml;&szlig;ige Zwecke &#8211; Bindung des Stifters &#8211; Deklaratorische Bedeutung des &sect; 10 Nr. 1 KStG 1999 und des &sect; 12 Nr. 1 Satz 1 EStG &#8211; Anwendungsbereich des &sect; 9 Abs. 1 Nr. 2 KStG 1999<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Ist einer Stiftung durch Stiftungsgesch&auml;ft vorgegeben, ihr Einkommen ausschlie&szlig;lich f&uuml;r eine bestimmte gemeinn&uuml;tzige K&ouml;rperschaft zu verwenden, k&ouml;nnen Zahlungen an diese K&ouml;rperschaft nicht als Spenden abgezogen werden.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin), eine rechtsf&auml;hige Stiftung des Privatrechts, betrieb in den Streitjahren 2001 und 2002 eine &ouml;ffentliche Sparkasse des Privatrechts i.S. der &sect;&sect; 35 ff. des Sparkassengesetzes des Landes Schleswig-Holstein. Stifterin war die G, die die Rechtsform eines eingetragenen Vereins hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin erzielte in den Streitjahren Jahreseinkommen von 11.681.912 EUR (2001) und 8.832.160 EUR (2002). In diesen beiden Jahren leistete sie Spenden an diverse Empf&auml;nger in H&ouml;he von 21.940 EUR (2001) und 81.351 EUR (2002).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach der in den Streitjahren g&uuml;ltigen Satzung der Kl&auml;gerin war der in einem Jahr erzielte Jahres&uuml;berschuss einer Sicherheitsr&uuml;cklage zuzuf&uuml;hren, solange diese weniger als 10 % der Bilanzsumme betrug. &Uuml;berstieg die Sicherheitsr&uuml;cklage diese Grenze, waren die &Uuml;bersch&uuml;sse der Sicherheitsr&uuml;cklage zur H&auml;lfte zuzuf&uuml;hren. Die andere H&auml;lfte war an G zu &uuml;berweisen oder auf die neue Jahresrechnung der Kl&auml;gerin vorzutragen. Ausnahmen hiervon bedurften der aufsichtsbeh&ouml;rdlichen Genehmigung. Der Verwaltungsrat der Kl&auml;gerin stellte den Jahresabschluss fest und entschied &uuml;ber die Verwendung der &Uuml;bersch&uuml;sse. Er bestand aus 7 bis 9 Mitgliedern, die von G gew&auml;hlt und berufen wurden und die selbst Mitglieder von G sein mussten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin leistete aufgrund von Beschl&uuml;ssen des Verwaltungsrats vom 28. Juni 2001 und vom 17. Juni 2002 Zahlungen aus den &Uuml;bersch&uuml;ssen der Jahre 2001 und 2002 an G zur F&ouml;rderung gemeinn&uuml;tziger und mildt&auml;tiger Zwecke in H&ouml;he von 255.645 EUR (2001) und 300.000 EUR (2002). G verwandte die Zahlungen ausschlie&szlig;lich f&uuml;r mildt&auml;tige und gemeinn&uuml;tzige Zwecke und stellte der Kl&auml;gerin hier&uuml;ber am 22. April 2005 Zuwendungsbescheinigungen aus.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin machte die Zahlungen zun&auml;chst nicht als Spenden geltend. Am 26. Juli 2005 beantragte sie, die K&ouml;rperschaftsteuer- und Gewerbesteuermessbetragsbescheide f&uuml;r 2001 und 2002 gem&auml;&szlig; &sect; 164 Abs. 2 der Abgabenordnung (AO) zu &auml;ndern und die bislang nicht erkl&auml;rten Zahlungen an G als Spenden zu ber&uuml;cksichtigen. Nachdem der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) dies abgelehnt hatte, erhob die Kl&auml;gerin Klage, die das Schleswig-Holsteinische Finanzgericht (FG) mit in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2011, 269 ver&ouml;ffentlichtem Urteil vom 1. Oktober 2010&nbsp;&nbsp;1 K 29\/08 abwies. Es war der Auffassung, die Zahlungen an G stellten Einkommensverwendungen i.S. des &sect; 8 Abs. 3 des K&ouml;rperschaftsteuergesetzes 1999 in der f&uuml;r die Streitjahre g&uuml;ltigen Fassung (KStG 1999) dar, so dass der in &sect; 9 Abs. 1 Nr. 2 KStG 1999 enthaltene Vorbehalt greife.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit ihrer Revision r&uuml;gt die Kl&auml;gerin eine Verletzung materiellen Rechts. Sie beantragt sinngem&auml;&szlig;, das Urteil des FG aufzuheben und das FA zu verpflichten, die angefochtenen Steuerbescheide dahingehend zu &auml;ndern, dass das zu versteuernde Einkommen bzw. der zu Grunde liegende Gewerbeertrag 2001 um 255.645 EUR und das zu versteuernde Einkommen 2002 bzw. der Gewerbeertrag 2002 um 300.000 EUR reduziert werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet. FA und FG haben zu Recht entschieden, dass die Zahlungen der Kl&auml;gerin an G nicht als Spenden gem&auml;&szlig; &sect; 9 Abs. 1 Nr. 2 KStG 1999, f&uuml;r die Gewerbesteuer i.V.m. &sect; 7 Satz 1 des Gewerbesteuergesetzes 1999, zu ber&uuml;cksichtigen sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Entgegen der Auffassung des FG liegen allerdings keine Einkommensverteilungen i.S. des &sect; 8 Abs. 3 KStG 1999 vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Wie das FG zutreffend ausgef&uuml;hrt hat, erfolgen Einkommensverteilungen i.S. dieser Vorschrift durch Aussch&uuml;ttungen. Darunter ist die Zuwendung eines Verm&ouml;gensvorteils der K&ouml;rperschaft an ein anderes Rechtssubjekt mit R&uuml;cksicht auf ein zwischen ihnen bestehendes Rechtsverh&auml;ltnis &#8211;regelm&auml;&szlig;ig ein Gesellschafts- oder Mitgliedschaftsverh&auml;ltnis&#8211; zu verstehen. Die Rechtsprechung geht allerdings von Einkommensverteilungen i.S. des &sect; 8 Abs. 3 KStG 1999 auch im Verh&auml;ltnis von Rechtssubjekten aus, zwischen denen kein Gesellschafts- oder Mitgliedschaftsverh&auml;ltnis besteht, deren Rechtsbeziehungen zueinander aber als gesellschafter- oder mitgliedschafts&auml;hnlich angesehen werden k&ouml;nnen. Dies hat der Senat u.a. f&uuml;r das Verh&auml;ltnis &ouml;ffentlich-rechtlicher Sparkassen, bei denen es sich regelm&auml;&szlig;ig um rechtsf&auml;hige Anstalten des &ouml;ffentlichen Rechts handelt, zu ihren Gew&auml;hrtr&auml;gern angenommen (Senatsurteile vom 9. August 1989 I R 4\/84, BFHE 158, 510, BStBl II 1990, 237; vom 8. April 1992 I R 126\/90, BFHE 168, 118, BStBl II 1992, 849). Danach ist ein gesellschafter- oder mitgliedschafts&auml;hnliches Verh&auml;ltnis dann gegeben, wenn dasjenige Rechtssubjekt, das den Verm&ouml;gensvorteil erh&auml;lt, &auml;hnlich einem Gesellschafter oder Mitglied Einfluss auf das Gebilde aus&uuml;ben kann, das der K&ouml;rperschaftsteuer unterliegt (Senatsurteil in BFHE 158, 510, BStBl II 1990, 237).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Stiftungen sind Verm&ouml;gensmassen, die weder &uuml;ber Gesellschafter noch Mitglieder verf&uuml;gen und zu denen auch keine anderen Steuersubjekte in einem gesellschafter- oder mitgliedschafts&auml;hnlichen Verh&auml;ltnis stehen. Daher sind Einkommensverteilungen i.S. des &sect; 8 Abs. 3 KStG 1999 bei Stiftungen nicht m&ouml;glich (Senatsurteil vom 22. September 1959 I 5\/59 U, BFHE 70, 98, BStBl III 1960, 37; H 36 I &quot;Destinat&auml;re&quot; KStH 2008; Gosch, KStG, 2. Aufl., &sect; 8 Rz 176, 201; Schulte in Erle\/Sauter, K&ouml;rperschaftsteuergesetz, 3. Aufl., &sect; 8 Rz 125; a.A. Schulze zur Wiesche, Deutsche Steuer-Zeitung 1991, 161). Bei einer Stiftung bestimmt zwar der Stifter durch das Stiftungsgesch&auml;ft u.a., welchen Zweck die Stiftung verfolgt und wie die aus dem Stiftungsverm&ouml;gen erwirtschafteten Ertr&auml;ge verwendet werden. Er legt die Satzung fest, bestimmt, welche Organe die Stiftung hat, und &#8211;soweit ein gesetzlicher Spielraum vorhanden&#8211; welche Befugnisse diesen zukommen (vgl. &sect; 81 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs). Ist die Stiftung jedoch errichtet, verf&uuml;gt der Stifter ebenso wenig wie jedes andere Rechtssubjekt au&szlig;erhalb der Stiftung &uuml;ber gesellschafter- oder mitgliedschafts&auml;hnliche Befugnisse. Auch wenn der Stifter selbst Organ der Stiftung wird oder die Zusammensetzung der Organe bestimmt, vollzieht er nur seinen urspr&uuml;nglichen Willen, wie er im Stiftungsgesch&auml;ft niedergelegt ist, und ist hieran wie jede andere Person, die als Organ der Stiftung fungiert, gebunden. Bestimmt der Stifter, dass die Stiftung ihr Einkommen ausschlie&szlig;lich zu seinen Gunsten verwenden darf, handelt es sich bei den nachfolgenden Zahlungen zwar aus seiner Sicht bei wirtschaftlicher Betrachtung um Ertr&auml;ge aus dem einst hingegebenen Stiftungskapital (vgl. Senatsurteil vom 3. November 2010 I R 98\/09, BFHE 232, 22, BStBl II 2011, 417). Dies &auml;ndert aber nichts daran, dass die Zahlungen ihren Grund ausschlie&szlig;lich im Stiftungsgesch&auml;ft bzw. in der Satzung haben und nicht in einem gesellschafter- oder mitgliedschafts&auml;hnlichen Verh&auml;ltnis des Destinat&auml;rs zur Stiftung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Zahlungen an G mindern gleichwohl das Einkommen der Kl&auml;gerin nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Dies folgt daraus, dass es sich um Einkommensverwendungen handelt. Anders als Kapitalgesellschaften (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. z.B. Senatsurteil vom 22. August 2007 I R 32\/06, BFHE 218, 523, BStBl II 2007, 961, m.w.N.) verf&uuml;gen Stiftungen &uuml;ber eine au&szlig;erbetriebliche Sph&auml;re. Soweit das Stiftungsgesch&auml;ft bestimmt, wem oder welchem Zweck die Ertr&auml;ge der Stiftung zukommen sollen, handelt es sich um Einkommensverwendungen, die das Einkommen grunds&auml;tzlich nicht mindern. Wie bei nat&uuml;rlichen Personen, bei denen Aufwendungen, die weder Betriebsausgaben noch Werbungskosten sind, nur abziehbar sind, wenn das Gesetz dies ausdr&uuml;cklich vorsieht, bedarf es bei K&ouml;rperschaftsteuersubjekten, die eine au&szlig;erbetriebliche Sph&auml;re haben, einer besonderen Vorschrift, die den steuermindernden Abzug der Aufwendungen ausdr&uuml;cklich zul&auml;sst. &sect; 10 Nr. 1 KStG 1999 hat f&uuml;r diese K&ouml;rperschaftsteuersubjekte ebenso wie &sect; 12 Nr. 1 Satz 1 des Einkommensteuergesetzes f&uuml;r nat&uuml;rliche Personen nur deklaratorische Bedeutung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Etwas anderes folgt auch nicht aus &sect; 10 Nr. 1 Satz 2 KStG 1999, wonach &sect; 9 Abs. 1 Nr. 2 KStG 1999 unber&uuml;hrt bleibt. Hierdurch werden f&uuml;r Aufwendungen i.S. des &sect; 10 Nr. 1 Satz 1 KStG 1999 die tatbestandlichen Voraussetzungen f&uuml;r den Spendenabzug nicht dahingehend ge&auml;ndert, dass ein Spendenabzug auch dann m&ouml;glich ist, wenn die Zahlungen nicht freiwillig geleistet werden. Die Regelung ist vielmehr ihrem Wortlaut entsprechend dahingehend zu verstehen, dass allein deshalb, weil es sich um Aufwendungen f&uuml;r satzungsm&auml;&szlig;ige Zwecke des Steuerpflichtigen handelt, der Spendenabzug nicht ausgeschlossen ist, sofern s&auml;mtliche Voraussetzungen des &sect; 9 Abs. 1 Nr. 2 KStG 1999 erf&uuml;llt sind. Ein eigenst&auml;ndiger Regelungsgehalt f&uuml;r K&ouml;rperschaftsteuersubjekte, die nicht nur &uuml;ber eine Erwerbssph&auml;re verf&uuml;gen, kommt daher &sect; 10 Nr. 1 KStG 1999 auch nicht &uuml;ber dessen Satz 2 zu.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Im Streitfall gibt es keine gesetzliche Regelung, nach der die Zahlungen an G steuermindernd geltend gemacht werden k&ouml;nnen. Die Zahlungen an G sind keine Spenden i.S. des &sect; 9 Abs. 1 Nr. 2 KStG 1999.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Spenden sind Ausgaben, die vom Steuerpflichtigen freiwillig und ohne Gegenleistung zur F&ouml;rderung der gesetzlich festgelegten steuerbeg&uuml;nstigten Zwecke geleistet werden (Senatsurteil vom 12. September 1990 I R 65\/86, BFHE 162, 407, BStBl II 1991, 258; Urteil des Bundesfinanzhofs vom 22. September 1993 X R 107\/91, BFHE 172, 362, BStBl II 1993, 874).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Die Kl&auml;gerin hat ihre Zahlungen an G nicht freiwillig geleistet, sondern weil sie dazu nach ihrer Satzung verpflichtet ist. Sie betreibt zum einen eine Sparkasse. Neben diesem Erwerbszweck legt die Satzung jedoch auch fest, wie die hierdurch erzielten Eink&uuml;nfte zu verwenden sind: Soweit sie nicht f&uuml;r den Gesch&auml;ftsbetrieb ben&ouml;tigt werden, sind sie an G auszukehren. &Uuml;berweist sie &Uuml;bersch&uuml;sse an G, handelt sie nicht freiwillig, sondern entspricht damit ihren satzungsm&auml;&szlig;igen Vorgaben. Zwar kann der Verwaltungsrat der Kl&auml;gerin die H&auml;lfte des Gewinns statt an G zu &uuml;berweisen auch auf neue Jahresrechnung der Kl&auml;gerin vortragen (&sect; 47 Abs. 1 Buchst. b der Satzung der Kl&auml;gerin vom 2. Dezember 1998). Er hat diese Entscheidung aber nach pflichtgem&auml;&szlig;em Ermessen zu treffen. Dabei muss er einerseits f&uuml;r die nachhaltige Sicherung des Unternehmens Sorge tragen. Er muss aber andererseits bei seiner Entscheidung beachten, dass die Stiftung den Zweck hat, Ertr&auml;ge f&uuml;r G zu erwirtschaften. Sollte die Stiftung aus gemeinn&uuml;tzigkeitsrechtlich gebundenen Mitteln der G stammen, war die Errichtung der Kl&auml;gerin &uuml;berhaupt nur deshalb gemeinn&uuml;tzigkeitsrechtlich erlaubt (vgl. &sect; 55 Abs. 1 Nr. 1 AO), weil durch den Betrieb der Sparkasse &Uuml;bersch&uuml;sse erzielt werden sollen, die &#8211;sofern nicht f&uuml;r die gewerblichen Zwecke der Kl&auml;gerin erforderlich&#8211; an G zur Verwirklichung gemeinn&uuml;tziger Zwecke ausgekehrt werden (vgl. Senatsurteil vom 1. Juli 2009 I R 6\/08, BFH\/NV 2009, 1837). Erfordert die betriebliche Situation der Sparkasse nicht, den gesamten Gewinn in eine Gewinnr&uuml;cklage zu stellen, und entscheidet sich der Verwaltungsrat daher f&uuml;r eine Auszahlung an G, handelt es sich nicht um eine freiwillige Einkommensverwendung, sondern um ein von der Satzung vorgeschriebenes Verhalten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Dies bedeutet nicht, dass kein Anwendungsbereich des &sect; 9 Abs. 1 Nr. 2 KStG 1999 f&uuml;r Aufwendungen zu Zwecken, die durch Stiftungsgesch&auml;ft, Satzung oder sonstige Verfassung vorgeschrieben sind, verbliebe. Insbesondere in F&auml;llen, in denen die Satzung hinsichtlich des Empf&auml;ngers keine vergleichbar strikten Vorgaben enth&auml;lt, kann, sofern die &auml;u&szlig;eren Umst&auml;nde den Schluss auf eine Zuwendungsabsicht zulassen, ein Spendenabzug in Betracht kommen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 12.10.2011, I R 102\/10 Abgrenzung Spenden und Zahlungen f&uuml;r satzungsm&auml;&szlig;ige Zwecke &#8211; Bindung des Stifters &#8211; Deklaratorische Bedeutung des &sect; 10 Nr. 1 KStG 1999 und des &sect; 12 Nr. 1 Satz 1 EStG &#8211; Anwendungsbereich des &sect; 9 Abs. 1 Nr. 2 KStG 1999 Leits&auml;tze Ist einer Stiftung durch Stiftungsgesch&auml;ft vorgegeben, &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-102-10-abgrenzung-spenden-und-zahlungen-fuer-satzungsmaessige-zwecke-bindung-des-stifters-deklaratorische-bedeutung-des-par-10-nr-1-kstg-1999-und-des-par-12-nr-1-satz-1-estg-anwendungsbereich-de-2\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">I&nbsp;R&nbsp;102\/10 &#8211; Abgrenzung Spenden und Zahlungen f&uuml;r satzungsm&auml;&szlig;ige Zwecke &#8211; Bindung des Stifters &#8211; Deklaratorische Bedeutung des &sect; 10 Nr. 1 KStG 1999 und des &sect; 12 Nr. 1 Satz 1 EStG &#8211; Anwendungsbereich des &sect; 9 Abs. 1 Nr. 2 KStG 1999<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-9177","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9177","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9177"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9177\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9177"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=9177"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9177"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}