{"id":9187,"date":"2012-12-20T06:41:54","date_gmt":"2012-12-20T04:41:54","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=9187"},"modified":"2012-12-20T06:41:54","modified_gmt":"2012-12-20T04:41:54","slug":"viii-b-88-11-verfahrensfehlerhafte-ermessensausuebung-des-fg-bei-nichteinholung-eines-sachverstaendigengutachtens-grundstuecksbewertung-als-privatgutachten-zu-behandelnde-verkehrswertermittlung-des-fa","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-b-88-11-verfahrensfehlerhafte-ermessensausuebung-des-fg-bei-nichteinholung-eines-sachverstaendigengutachtens-grundstuecksbewertung-als-privatgutachten-zu-behandelnde-verkehrswertermittlung-des-fa\/","title":{"rendered":"VIII&nbsp;B&nbsp;88\/11 &#8211; Verfahrensfehlerhafte Ermessensaus&uuml;bung des FG bei Nichteinholung eines Sachverst&auml;ndigengutachtens &#8211; Grundst&uuml;cksbewertung &#8211; Als Privatgutachten zu behandelnde Verkehrswertermittlung des FA"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 21.12.2011, VIII B 88\/11<\/p>\n<p class=\"titel\">Verfahrensfehlerhafte Ermessensaus&uuml;bung des FG bei Nichteinholung eines Sachverst&auml;ndigengutachtens &#8211; Grundst&uuml;cksbewertung &#8211; Als Privatgutachten zu behandelnde Verkehrswertermittlung des FA<\/p>\n<p class=\"gruende\">Gr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beschwerde ist begr&uuml;ndet. Das angefochtene Urteil ist verfahrensfehlerhaft ergangen (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 3 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Auf dem vom Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) sinngem&auml;&szlig; ger&uuml;gten Verfahrensfehler (Versto&szlig; gegen &sect; 76 FGO) kann das Urteil beruhen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beteiligten streiten u.a. &uuml;ber die H&ouml;he des Werts, mit dem ein Teil des ansonsten zu eigenen Wohnzwecken genutzten Einfamilienhauses bei der Ermittlung der Eink&uuml;nfte des Kl&auml;gers aus freiberuflicher T&auml;tigkeit anzusetzen ist, nachdem der Kl&auml;ger die freiberufliche Nutzung dieser Teilfl&auml;che 2003 beendet hatte (Teilentnahme). Das Finanzgericht (FG) hat sich im Ergebnis der Verkehrswertermittlung angeschlossen, die der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) in das Verfahren eingef&uuml;hrt hat. Der Kl&auml;ger hat dagegen unter Vorlage des Kaufvertrags u.a. vorgetragen, dass ein baugleiches Reihenmittelhaus in derselben Reihe 2006 zu einem wesentlich niedrigeren Kaufpreis als vom Gutachter angenommen ver&auml;u&szlig;ert worden ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Ermessensfehlerhaft hat das FG von der Einholung eines Sachverst&auml;ndigengutachtens &uuml;ber den Verkehrswert des Grundst&uuml;ckes im Entnahmezeitpunkt abgesehen und damit seine Aufkl&auml;rungspflicht gem&auml;&szlig; &sect; 76 Abs. 1 FGO verletzt. W&auml;hrend das FG die von den Verfahrensbeteiligten angebotenen Beweise grunds&auml;tzlich erheben muss, steht die Zuziehung eines Sachverst&auml;ndigen im pflichtgem&auml;&szlig;en Ermessen des Gerichts. Hat es die n&ouml;tige Sachkunde selbst, braucht es einen Sachverst&auml;ndigen nicht hinzuziehen (Beschluss des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 9. Mai 1996 X B 223\/95, BFH\/NV 1996, 773). Das dem Tatsachengericht bei der Bestimmung von Art und Zahl einzuholender Sachverst&auml;ndigengutachten nach &sect; 82 FGO i.V.m. &sect;&sect; 404, 412 der Zivilprozessordnung zustehende Ermessen wird verfahrensfehlerhaft ausge&uuml;bt, wenn das Gericht von der Einholung gutachtlicher Stellungnahmen absieht, obwohl sich ihm die Notwendigkeit der Beweiserhebung h&auml;tte aufdr&auml;ngen m&uuml;ssen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ist die Bewertung eines Grundst&uuml;ckes streitig, so ist das FG in der Regel gehalten, gem&auml;&szlig; &sect; 81 Abs. 1 FGO das Gutachten eines unabh&auml;ngigen vereidigten Sachverst&auml;ndigen einzuholen (BFH-Urteil vom 31. August 1994 X R 170\/93, BFH\/NV 1995, 299, 301). Dies gilt insbesondere dann, wenn drastische Schwankungen am Grundst&uuml;cksmarkt im fraglichen Zeitraum eine Wertermittlung zum Stichtag als schwierig erscheinen lassen, oder wenn das Grundst&uuml;ck wegen seiner besonderen Nutzung vom Durchschnitt abweichende Jahresmieten erzielt und ein Beteiligter unter Hinweis auf diese Umst&auml;nde die Einholung eines unabh&auml;ngigen Sachverst&auml;ndigen beantragt. Hiervon absehen kann das FG nur dann, wenn es ausnahmsweise selbst &uuml;ber die n&ouml;tige Sachkunde verf&uuml;gt und diese in den Entscheidungsgr&uuml;nden darlegt (BFH-Urteil vom 12. April 1994 IX R 101\/90, BFHE 174, 301, BStBl II 1994, 660).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Im Streitfall hat das FG nicht in den Entscheidungsgr&uuml;nden dargelegt, dass es &uuml;ber die n&ouml;tige Sachkunde verf&uuml;gt, um die Grundst&uuml;cksbewertung selbst vornehmen zu k&ouml;nnen. Zwar hat der Kl&auml;ger die Einholung eines Sachverst&auml;ndigengutachtens nicht beantragt. Er hat aber der Sache nach stark gefallene Immobilienpreise behauptet und hierzu substantiiert vorgetragen, n&auml;mlich unter Bezugnahme auf den f&uuml;r das Nachbarhaus 2006 erzielten Verkaufspreis. Danach ist zwischen den Beteiligten streitig, mit welchem Wert die Immobilie im Sachwertverfahren angesetzt werden kann. Bei dieser Sachlage h&auml;tte sich dem FG die Notwendigkeit der Einholung eines vom Gericht bestellten Sachverst&auml;ndigengutachtens aufdr&auml;ngen m&uuml;ssen. Der als Privatgutachten anzusehenden, vom FA vorgelegten Verkehrswertermittlung durfte das FG schon deshalb nicht ohne weiteres folgen, weil der Kl&auml;ger dessen Richtigkeit der Sache nach in Zweifel gezogen hatte (vgl. BFH-Beschluss vom 3. Mai 2001 III B 52\/00, BFH\/NV 2001, 1419).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Der Senat macht von der M&ouml;glichkeit Gebrauch, die Vorentscheidung aufzuheben und den Rechtsstreit zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung an das FG zur&uuml;ckzuverweisen (&sect; 116 Abs. 6 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 21.12.2011, VIII B 88\/11 Verfahrensfehlerhafte Ermessensaus&uuml;bung des FG bei Nichteinholung eines Sachverst&auml;ndigengutachtens &#8211; Grundst&uuml;cksbewertung &#8211; Als Privatgutachten zu behandelnde Verkehrswertermittlung des FA Gr&uuml;nde 1&nbsp; Die Beschwerde ist begr&uuml;ndet. 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