{"id":9208,"date":"2012-12-20T06:40:38","date_gmt":"2012-12-20T04:40:38","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=9208"},"modified":"2012-12-20T12:33:10","modified_gmt":"2012-12-20T10:33:10","slug":"ii-s-28-10-pkh-zuteilung-der-identifikationsnummer-und-dazu-erfolgte-datenspeicherung-mit-grundgesetz-vereinbar-zuteilung-der-identifikationsnummer-kein-verwaltungsakt-steuerpflichtiger-nach-par-139a","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-s-28-10-pkh-zuteilung-der-identifikationsnummer-und-dazu-erfolgte-datenspeicherung-mit-grundgesetz-vereinbar-zuteilung-der-identifikationsnummer-kein-verwaltungsakt-steuerpflichtiger-nach-par-139a\/","title":{"rendered":"II&nbsp;S&nbsp;28\/10&nbsp;(PKH) &#8211; Zuteilung der Identifikationsnummer und dazu erfolgte Datenspeicherung mit Grundgesetz vereinbar &#8211; Zuteilung der Identifikationsnummer kein Verwaltungsakt &#8211; Steuerpflichtiger nach &sect; 139a Abs. 2 AO &#8211; Pflichtangaben zur Religionszugeh&ouml;rigkeit auf Lohnsteuerkarte &#8211; mit einem Prozesskostenhilfeantrag verbundene&nbsp;&nbsp;Rechtsmitteleinlegung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 20.12.2011, II S 28\/10 (PKH)<\/p>\n<p class=\"titel\">Zuteilung der Identifikationsnummer und dazu erfolgte Datenspeicherung mit Grundgesetz vereinbar &#8211; Zuteilung der Identifikationsnummer kein Verwaltungsakt &#8211; Steuerpflichtiger nach &sect; 139a Abs. 2 AO &#8211; Pflichtangaben zur Religionszugeh&ouml;rigkeit auf Lohnsteuerkarte &#8211; mit einem Prozesskostenhilfeantrag verbundene&nbsp;&nbsp;Rechtsmitteleinlegung<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Bundeszentralamt f&uuml;r Steuern) teilte der Antragstellerin, Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Antragstellerin) im Jahr 2008 nach &sect; 139a Abs. 1 der Abgabenordnung (AO) eine Identifikationsnummer zu und unterrichtete sie hiervon.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Klage, mit der die Antragstellerin beantragte, das Bundeszentralamt f&uuml;r Steuern zu verpflichten, die Identifikationsnummer nach &sect; 139a Abs. 1 AO sowie die dazu nach &sect; 139b Abs. 3 AO und &#8211;soweit vorhanden&#8211; nach anderen Vorschriften bei ihm gespeicherten Daten zu l&ouml;schen, hilfsweise, ihr eine Befreiung von der Identifikationsnummer zu erteilen, soweit dies gesetzlich oder verfassungsrechtlich m&ouml;glich ist, blieb erfolglos. Das Finanzgericht (FG), das der Antragstellerin f&uuml;r das Klageverfahren Prozesskostenhilfe (PKH) bewilligt hatte, f&uuml;hrte in dem in Entscheidungen der Finanzgerichte 2010, 1860, ver&ouml;ffentlichten Urteil zur Begr&uuml;ndung aus, die Klage sei als allgemeine Leistungsklage i.S. des &sect; 40 Abs. 1 letzte Alternative der Finanzgerichtsordnung (FGO) zul&auml;ssig, weil die begehrte L&ouml;schung der Identifikationsnummer und der dazu gespeicherten Daten schlichtes Verwaltungshandeln und nicht die Aufhebung eines Verwaltungsakts darstelle. Die Klage sei aber unbegr&uuml;ndet. Es best&uuml;nden zwar Zweifel, ob der in der Zuteilung der Identifikationsnummer und der dazu erfolgten Datenspeicherung liegende Eingriff in das Recht auf informationelle Selbstbestimmung den verfassungsrechtlichen Anforderungen gen&uuml;ge. Diese Zweifel f&uuml;hrten aber nicht zu der f&uuml;r eine Vorlage an das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) nach Art. 100 Abs. 1 Satz 1 des Grundgesetzes (GG) erforderlichen &Uuml;berzeugung von der Verfassungswidrigkeit der ma&szlig;gebenden Vorschriften. Eine Verletzung des Grundrechts auf Religionsfreiheit (Art. 4 Abs. 1 GG) liege nicht vor. Der Antragstellerin werde ihr &quot;christlicher Name&quot; nicht abgesprochen. Er bleibe ihr vielmehr erhalten und werde auch wie bisher verwendet. So w&uuml;rden Steuerbescheide auch in Zukunft unter dem Namen des Steuerpflichtigen bekannt gegeben und nicht unter der Identifikationsnummer, die wie die bisherige Steuernummer lediglich ein beh&ouml;rdeninternes Ordnungsmerkmal darstelle. Auch der Hilfsantrag sei unbegr&uuml;ndet. Ein Anspruch auf eine Ausnahme von der Zuteilung der Identifikationsnummer sei nicht vorgesehen und brauche auch aus verfassungsrechtlichen Gr&uuml;nden nicht einger&auml;umt zu werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Urteil des FG wurde dem Prozessbevollm&auml;chtigten der Antragstellerin, einem Rechtsanwalt, am 7. September 2010 zugestellt. Dieser legte mit von ihm unterzeichneten Schriftsatz vom 4. Oktober 2010 Revision gegen das Urteil des FG ein. Mit einem weiteren Schreiben gleichen Datums beantragte er namens der Antragstellerin, ihr f&uuml;r das Revisionsverfahren PKH zu gew&auml;hren. Sie sei wirtschaftlich bed&uuml;rftig. Das PKH-Formular mit den Einkommensunterlagen werde nachgereicht. In dem Schreiben hei&szlig;t es ferner w&ouml;rtlich: &quot;Die Revision ist unter der Bedingung der PKH.&quot; Mit dem vom Prozessbevollm&auml;chtigten unterzeichneten Schriftsatz vom 4. November 2010 wurde die Revision begr&uuml;ndet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nachdem der Berichterstatter den Prozessbevollm&auml;chtigten mit Schreiben vom 25. November 2010 um Klarstellung gebeten hatte, wie der Satz &quot;Die Revision ist unter der Bedingung der PKH.&quot; zu verstehen sein soll, f&uuml;hrte der Prozessbevollm&auml;chtigte mit Schriftsatz vom 10. Dezember 2010 aus, die &quot;Bedingung der PKH&quot; sei nicht im rechtstechnischen Sinne zu verstehen. Vielmehr habe nur mitgeteilt werden sollen, dass zun&auml;chst die Bescheidung des PKH-Antrags begehrt werde. Nach der Bewilligung der PKH werde dann Revision eingelegt werden. Dem Schriftsatz waren die Erkl&auml;rung der Antragstellerin &uuml;ber die pers&ouml;nlichen und wirtschaftlichen Verh&auml;ltnisse und entsprechende Belege beigef&uuml;gt. Mit weiterem Schriftsatz vom 16. Februar 2011 teilte der Prozessbevollm&auml;chtigte mit, dass die Revision unbedingt eingelegt worden sei. Die Antragstellerin wolle zwar, dass zuerst &uuml;ber die PKH entschieden werde, um &uuml;ber das Kostenrisiko genaue Kenntnis zu haben; die Revision sei aber unbedingt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r&uuml;gt die Antragstellerin Verletzung des Rechts auf informationelle Selbstbestimmung. Die Zuteilung der Identifikationsnummer und die Speicherung der Daten nach &sect; 139b Abs. 3 AO stellten unter Ber&uuml;cksichtigung der vorgesehenen Verwendungsm&ouml;glichkeiten einen Eingriff in dieses Recht dar, der weder erforderlich noch verh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig sei. Die mit diesen Ma&szlig;nahmen angestrebten Ziele h&auml;tten durch eine verbesserte Zusammenarbeit der Beh&ouml;rden der L&auml;nder und die Schaffung eines gerechten Steuersystems und somit durch mildere Mittel erreicht werden k&ouml;nnen. Die Datensicherheit sei technisch nicht gew&auml;hrleistet. Es bestehe die Gefahr des Datenmissbrauchs durch den Staat und Dritte. Zudem liege ein Eingriff in die Menschenw&uuml;rde (Art. 1 Abs. 1 GG) und das Grundrecht auf Religionsfreiheit (Art. 4 Abs. 1 GG) vor, da die Identifikationsnummer in gro&szlig;em Umfang an die Stelle des auch religi&ouml;s bedeutsamen Namens trete und die Menschen dadurch zum Objekt gemacht w&uuml;rden. Dar&uuml;ber hinaus werde die Identifikationsnummer zur &Uuml;bermittlung durch Datenfern&uuml;bertragung um die Zahl 666 erg&auml;nzt. Diese Zahl stehe f&uuml;r ein dem christlichen Glauben entgegengesetztes Werte-, Herrschafts- und Glaubenssystem und f&uuml;r die Verbindung mit diesem System.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Antragstellerin beantragt mit der Revision, die Vorentscheidung aufzuheben und das Verfahren an das FG zur&uuml;ckzuverweisen, hilfsweise, das Verfahren nach Art. 100 Abs. 1 GG dem BVerfG zur &Uuml;berpr&uuml;fung der Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit der &sect;&sect; 139, 139a, 139b, 139c und 139d AO vorzulegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Bundeszentralamt f&uuml;r Steuern beantragt, die Revision als unzul&auml;ssig zu verwerfen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Wenn &uuml;berhaupt davon ausgegangen werden k&ouml;nnte, dass die Antragstellerin Revision eingelegt habe, w&auml;re diese wegen der Bedingung, dass PKH bewilligt werde, unzul&auml;ssig. Jedenfalls sei die Revision unbegr&uuml;ndet. Das FG habe die Klage zu Recht abgewiesen. Die Einschr&auml;nkung des Rechts auf informationelle Selbstbestimmung durch &sect;&sect; 139a und 139b AO sei durch das &uuml;berwiegende Allgemeininteresse an einer gleichm&auml;&szlig;igen Besteuerung und an Verwaltungsvereinfachung verfassungsrechtlich gerechtfertigt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Bundesministerium der Finanzen (BMF), das dem Revisionsverfahren nach &sect; 122 Abs. 2 Satz 1 FGO beigetreten ist, h&auml;lt die in &sect;&sect; 139a und 139b AO getroffenen Regelungen &uuml;ber die Zuteilung der Identifikationsnummer und die Speicherung von Daten sowie deren Verwendung ebenfalls f&uuml;r verfassungsgem&auml;&szlig;. Sie seien zum gleichm&auml;&szlig;igen Gesetzesvollzug und zur Verwaltungsvereinfachung in verschiedener Hinsicht erforderlich und stellten keine unzul&auml;ssigen Eingriffe in das Recht auf informationelle Selbstbestimmung dar. Die Zuteilung der Identifikationsnummer an Minderj&auml;hrige sei ebenfalls verfassungsgem&auml;&szlig;, da sie im Rahmen des Familienleistungsausgleichs (&sect;&sect; 31, 32, 62 bis 78 des Einkommensteuergesetzes &#8211;EStG&#8211;) sowohl der Verwaltungsvereinfachung als auch der Vermeidung von Missbrauch durch Bezug von Kindergeld f&uuml;r ein Kind von mehreren Kindergeldkassen diene. Verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden sei auch die Speicherung der f&uuml;r den Lohnsteuerabzug erforderlichen Daten nach &sect; 39e EStG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Der Antrag auf Gew&auml;hrung von PKH hat keinen Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>A. Nach &sect; 142 Abs. 1 FGO i.V.m. &sect; 114 der Zivilprozessordnung (ZPO) erh&auml;lt eine Partei, die nach ihren pers&ouml;nlichen und wirtschaftlichen Verh&auml;ltnissen die Kosten der Prozessf&uuml;hrung nicht, nur zum Teil oder nur in Raten aufbringen kann, auf Antrag PKH, wenn die beabsichtigte Rechtsverfolgung hinreichende Aussicht auf Erfolg bietet und nicht mutwillig erscheint. Die Rechtsverfolgung verspricht hinreichende Aussicht auf Erfolg, wenn f&uuml;r dessen Eintritt bei summarischer Pr&uuml;fung eine gewisse Wahrscheinlichkeit besteht (Beschl&uuml;sse des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 2. September 2003 X S 2\/03 (PKH), BFH\/NV 2004, 342; vom 17. M&auml;rz 2008 II S 24\/07 (PKH), BFH\/NV 2008, 1176, und vom 11. Mai 2009 II S 4\/09 (PKH), Zeitschrift f&uuml;r Steuern und Recht 2009, R583). Dem beim Prozessgericht zu stellenden Antrag sind eine Erkl&auml;rung des Beteiligten &uuml;ber seine pers&ouml;nlichen und wirtschaftlichen Verh&auml;ltnisse sowie entsprechende Belege beizuf&uuml;gen (&sect; 142 Abs. 1 FGO i.V.m. &sect; 117 Abs. 2 bis 4 ZPO; Prozesskostenhilfevordruckverordnung vom 17. Oktober 1994, BGBl I 1994, 3001).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>B. Die von der Antragstellerin beabsichtigte Rechtsverfolgung bietet keine hinreichende Aussicht auf Erfolg. Die Revision ist bei summarischer Pr&uuml;fung zwar zul&auml;ssig, aber unbegr&uuml;ndet und wird daher zur&uuml;ckzuweisen sein (&sect; 126 Abs. 2 FGO). Das FG hat jedenfalls zutreffend angenommen, dass die Klage unbegr&uuml;ndet sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>C. Die Antragstellerin hat mit Schriftsatz vom 4. Oktober 2010 wirksam Revision gegen das Urteil des FG eingelegt. Die Revision ist trotz der Ausf&uuml;hrungen im PKH-Antrag gleichen Datums zul&auml;ssig. Diese Ausf&uuml;hrungen k&ouml;nnen nicht so verstanden werden, dass die Revision unter einer &#8211;unzul&auml;ssigen&#8211; Bedingung erhoben worden sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (BGH), der sich der Senat anschlie&szlig;t, kommt dann, wenn eine Rechtsmittelschrift oder Rechtsmittelbegr&uuml;ndung die gesetzlichen Voraussetzungen an eine solche erf&uuml;llt, die Annahme, der entsprechende Schriftsatz sei nicht als unbedingte Rechtsmitteleinlegung oder Rechtsmittelbegr&uuml;ndung bestimmt, allenfalls dann in Betracht, wenn dies den Begleitumst&auml;nden mit einer jeden vern&uuml;nftigen Zweifel ausschlie&szlig;enden Deutlichkeit zu entnehmen ist. Da im Allgemeinen keine Partei die mit einer Fristvers&auml;umung verbundenen Nachteile in Kauf nehmen will, ist deshalb im Zweifel anzunehmen, dass ein den gesetzlichen Anforderungen gen&uuml;gender, von einem Rechtsanwalt unterzeichneter Schriftsatz als Rechtsmitteleinlegung oder Rechtsmittelbegr&uuml;ndung dienen soll, sofern nicht ein entgegenstehender Wille des Rechtsmittelf&uuml;hrers deutlich erkennbar wird. Mit R&uuml;cksicht auf die schwerwiegenden Folgen einer bedingten und damit unzul&auml;ssigen Rechtsmitteleinlegung oder Rechtsmittelbegr&uuml;ndung ist f&uuml;r die Annahme einer derartigen Bedingung eine ausdr&uuml;ckliche und zweifelsfreie Erkl&auml;rung erforderlich, die z.B. darin gesehen werden kann, dass der entsprechende Schriftsatz selbst ausdr&uuml;cklich als &quot;Entwurf&quot; bezeichnet wird (BGH-Beschluss vom 27. Mai 2009 III ZB 30\/09, Zeitschrift f&uuml;r das gesamte Familienrecht &#8211;FamRZ&#8211; 2009, 1408, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Der Schriftsatz vom 4. Oktober 2010, mit dem ausdr&uuml;cklich Revision gegen das Urteil des FG eingelegt wurde, ist somit als unbedingte Revisionseinlegung zu verstehen. Der Schriftsatz wurde durch den Prozessbevollm&auml;chtigten, einen Rechtsanwalt, unterzeichnet und nicht als blo&szlig;er Entwurf gekennzeichnet. Bei einem lediglich der Begr&uuml;ndung eines PKH-Gesuchs dienenden Entwurf eines Rechtsmittels ist die Unterzeichnung nicht erforderlich und unterbleibt auch &uuml;blicherweise (BGH-Beschluss in FamRZ 2009, 1408). In dem Schriftsatz ist auch keine Rede von einer Abh&auml;ngigkeit von dem PKH-Antrag.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Unter diesen Umst&auml;nden reichen die Ausf&uuml;hrungen im gleichzeitig eingereichten PKH-Antrag nicht f&uuml;r die Annahme aus, die Revision habe nur unter der Bedingung eingelegt werden sollen, dass PKH bewilligt werde. Dabei ist auch zu bedenken, dass die Revision durch einen ebenfalls vom Prozessbevollm&auml;chtigten der Antragstellerin unterzeichneten Schriftsatz fristgerecht begr&uuml;ndet wurde, ohne dass PKH bewilligt worden war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>D. Bei der im vorliegenden Verfahren gebotenen, aber auch ausreichenden summarischen Pr&uuml;fung kann auf sich beruhen, ob die Klage als Leistungsklage i.S. des &sect; 40 Abs. 1 letzte Alternative FGO zul&auml;ssig ist oder ob das Klagebegehren mit der Verpflichtungsklage (&sect; 40 Abs. 1 Alternative 2 FGO) h&auml;tte geltend gemacht werden m&uuml;ssen mit der Folge, dass die Klage wegen Fehlens eines Vorverfahrens unzul&auml;ssig ist (&sect; 44 Abs. 1 FGO). Die Zuteilung der Identifikationsnummer und die dazu erfolgte Datenspeicherung stellen zwar keine Verwaltungsakte (&sect; 118 Satz 1 AO) dar (Brandis in Tipke\/Kruse, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, &sect; 139a AO Rz 3; Pahlke\/Koenig\/C&ouml;ster, Abgabenordnung, 2. Aufl., &sect; 139a Rz 5; Schmitz in Schwarz, AO, &sect; 139a Rz 3a; Klein\/R&auml;tke, AO, 10. Aufl., &sect; 139a Rz 6; a.A. Wiese in Beermann\/Gosch, AO &sect; 139a Rz 14). Es fehlt n&auml;mlich an der Regelung eines Einzelfalls und einer unmittelbaren Rechtswirkung nach au&szlig;en. Demgem&auml;&szlig; ist der Steuerpflichtige nach &sect; 139a Abs. 1 Satz 4 AO &uuml;ber die Zuteilung der Identifikationsnummer lediglich zu unterrichten. Verwaltungsakte sind demgegen&uuml;ber dem Betroffenen nach &sect; 122 Abs. 1 Satz 1 AO bekannt zu geben. Dies besagt aber nicht zwingend, dass die Antragstellerin nicht zun&auml;chst beim Bundeszentralamt f&uuml;r Steuern die L&ouml;schung der Identifikationsnummer und der gespeicherten Daten h&auml;tte beantragen m&uuml;ssen. H&auml;tte das Bundeszentralamt f&uuml;r Steuern dies abgelehnt, h&auml;tte es sich um einen Verwaltungsakt gehandelt. Die richtige Art w&auml;re dann nach der Rechtsprechung des BFH die Verpflichtungsklage gewesen (BFH-Urteil vom 16. Dezember 1987 I R 66\/84, BFH\/NV 1988, 319; a.A. Gr&auml;ber\/ von Groll, Finanzgerichtsordnung, 7. Aufl., &sect; 40 Rz 28; Braun in H&uuml;bschmann\/Hepp\/Spitaler, &sect; 40 FGO Rz 130, 134; von Beckerath in Beermann\/Gosch, FGO &sect; 40 Rz 122; Seer in Tipke\/Kruse, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, &sect; 40 FGO Rz 25).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>E. Das FG hat jedenfalls die Klage zu Recht als unbegr&uuml;ndet angesehen. Die Zuteilung der Identifikationsnummer und die Datenspeicherung beruhen auf &sect; 139a Abs. 1 und 2 sowie &sect; 139b Abs. 3 AO. Diese Vorschriften sind verfassungsgem&auml;&szlig;. Es besteht auch kein Anspruch auf L&ouml;schung der nach &sect; 39e Abs. 2 Satz 1 EStG zus&auml;tzlich gespeicherten Daten. Die in dieser Vorschrift vorgesehene Datenspeicherung durch das Bundeszentralamt f&uuml;r Steuern ist ebenfalls verfassungsgem&auml;&szlig;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Das Bundeszentralamt f&uuml;r Steuern teilt im Rahmen der ihm gem&auml;&szlig; &sect; 5 Abs. 1 Nr. 22 des Finanzverwaltungsgesetzes (FVG) obliegenden Aufgabe, das Identifikationsmerkmal nach den &sect;&sect; 139a bis 139d AO zu vergeben und zu verwalten, nach &sect; 139a Abs. 1 AO jedem Steuerpflichtigen zum Zwecke der eindeutigen Identifizierung im Besteuerungsverfahren ein einheitliches und dauerhaftes Merkmal (Identifikationsmerkmal) zu, das bei Antr&auml;gen, Erkl&auml;rungen oder Mitteilungen gegen&uuml;ber Finanzbeh&ouml;rden anzugeben ist. Es besteht aus einer Ziffernfolge, die nicht aus anderen Daten &uuml;ber den Steuerpflichtigen gebildet oder abgeleitet werden darf; die letzte Stelle ist eine Pr&uuml;fziffer. Nat&uuml;rliche Personen erhalten eine Identifikationsnummer, wirtschaftlich T&auml;tige eine Wirtschafts-Identifikationsnummer. Der Steuerpflichtige ist &uuml;ber die Zuteilung eines Identifikationsmerkmals unverz&uuml;glich zu unterrichten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Steuerpflichtiger in diesem Sinn ist nach &sect; 139a Abs. 2 AO jeder, der nach einem Steuergesetz steuerpflichtig ist. Ma&szlig;gebend ist dabei nicht der Begriff des Steuerpflichtigen i.S. des &sect; 33 Abs. 1 AO. Entscheidend ist vielmehr, ob nach einem Einzelsteuergesetz eine Steuerpflicht dem Grunde nach besteht. Steuerpflichtige i.S. des &sect; 139a Abs. 2 AO sind danach insbesondere alle nat&uuml;rlichen Personen, die im Inland einen Wohnsitz oder ihren gew&ouml;hnlichen Aufenthalt haben und deshalb nach &sect; 1 Abs. 1 Satz 1 EStG unbeschr&auml;nkt einkommensteuerpflichtig sind oder die nach &sect; 1 Abs. 2 oder 3 EStG unbeschr&auml;nkt einkommensteuerpflichtig sind oder als unbeschr&auml;nkt einkommensteuerpflichtig behandelt werden, sowie die nat&uuml;rlichen Personen, die gem&auml;&szlig; &sect; 1 Abs. 4 EStG beschr&auml;nkt einkommensteuerpflichtig sind. Ob im Einzelfall tats&auml;chlich Steuer geschuldet wird, ist unerheblich (Bericht des Finanzausschusses des Deutschen Bundestags zum Entwurf eines Steuer&auml;nderungsgesetzes 2003, Begr&uuml;ndung zu Art. 7, BTDrucks 15\/1945, S. 16; Wiese, a.a.O., &sect; 139a Rz 16; Brandis, a.a.O., &sect; 139a Rz 3; C&ouml;ster, a.a.O., &sect; 139a Rz 9; Schmitz, a.a.O., &sect; 139a Rz 4; R&auml;tke, a.a.O., &sect; 139a Rz 7).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach &sect; 139b Abs. 1 AO darf eine nat&uuml;rliche Person nicht mehr als eine Identifikationsnummer erhalten. Jede Identifikationsnummer darf nur einmal vergeben werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gem&auml;&szlig; &sect; 1 der Steueridentifikationsnummerverordnung (StIdV), die auf der Grundlage der Verordnungserm&auml;chtigungen in &sect; 139d AO und Art. 97 &sect; 5 Satz 1 des Einf&uuml;hrungsgesetzes zur Abgabenordnung erlassen wurde, wurde die Identifikationsnummer nach &sect; 139b AO zum 1. Juli 2007 eingef&uuml;hrt; sie besteht aus zehn Ziffern und einer Pr&uuml;fziffer als elfte Ziffer. Das Bundeszentralamt f&uuml;r Steuern unterrichtet den Steuerpflichtigen gem&auml;&szlig; &sect; 6 Abs. 1 StIdV unverz&uuml;glich &uuml;ber die ihm erteilte Identifikationsnummer und die &uuml;brigen beim Bundeszentralamt f&uuml;r Steuern zu seiner Person gespeicherten Daten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Der Einf&uuml;hrung der Identifikationsnummer liegen folgende Erw&auml;gungen des Gesetzgebers zugrunde (BTDrucks 15\/1945, S. 15 f.):<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach der Rechtsprechung des BVerfG zum Gleichheitssatz (Urteil vom 27. Juni 1991&nbsp;&nbsp;2 BvR 1493\/89, BVerfGE 84, 239, BStBl II 1991, 654, &quot;Zinsurteil&quot;) habe der Gesetzgeber sicherzustellen, dass alle Steuerpflichtigen durch ein Steuergesetz rechtlich und tats&auml;chlich gleich belastet werden. Daraus ergebe sich, dass die Finanzbeh&ouml;rden aufgrund ihrer gesetzlichen Befugnisse in der Lage sein m&uuml;ssten, die Angaben des Steuerpflichtigen zu &uuml;berpr&uuml;fen. Die gesetzlichen Befugnisse reichten hierf&uuml;r im Wesentlichen zwar aus, k&ouml;nnten aber derzeit nicht optimal ausgesch&ouml;pft werden. Die Finanzbeh&ouml;rden m&uuml;ssten auch organisatorisch und technisch f&auml;hig sein, die zul&auml;ssigen &Uuml;berpr&uuml;fungen effizient vorzunehmen. Dazu sei eine enge Zusammenarbeit der Finanzbeh&ouml;rden erforderlich. Wesentliche Voraussetzung hierf&uuml;r sei die eindeutige Identifizierung des Steuerpflichtigen. Die gegenw&auml;rtige Zuweisung einer Steuernummer, die nicht dauerhaft vergeben werde und daher auch nicht eindeutig sei, sei f&uuml;r beh&ouml;rden&uuml;bergreifende Zwecke kaum geeignet. In den heutigen Verfahren k&ouml;nne z.B. eine minimale Abweichung bei der Schreibweise eines Namens (&quot;Ullrich&quot; statt &quot;Ulrich&quot;) eine eindeutige Identifikation unm&ouml;glich machen. Steuerpflichtige k&ouml;nnten auf diese Weise bewusst eine falsche Identit&auml;t vort&auml;uschen und so steuerliche Leistungen oder Verg&uuml;nstigungen zu Unrecht erlangen. Die Rechnungsh&ouml;fe des Bundes und der L&auml;nder beanstandeten seit Jahrzehnten die mangelhafte Auswertung steuererheblicher Informationen durch die Finanz&auml;mter. Die Auswertung unterbleibe in vielen F&auml;llen, weil die vorhandenen Informationen &uuml;berhaupt nicht zugeordnet werden k&ouml;nnten. Hier k&ouml;nne &#8211;bei f&ouml;deralem Aufbau der Steuerverwaltung in Deutschland&#8211; nur die Einf&uuml;hrung eines einheitlichen Identifikationsmerkmals f&uuml;r das Besteuerungsverfahren Abhilfe schaffen. Ein Steuernummernsystem, das die Identifikation der Steuerpflichtigen erm&ouml;glichen solle, setze voraus, dass jeder Steuerpflichtige nur eine Nummer erhalte (Eindeutigkeit), die Nummer sich w&auml;hrend der gesamten Dauer der Steuerpflicht nicht &auml;ndere und das gesamte System dauerhaft Bestand habe (Best&auml;ndigkeit, Unver&auml;nderlichkeit). Dar&uuml;ber hinaus werde durch Einf&uuml;hrung eines derartigen Steuernummernsystems ein wesentlicher Beitrag zur Vereinfachung des Besteuerungsverfahrens &#8211;insbesondere im Hinblick auf die beabsichtigte Modernisierung des Lohnsteuerverfahrens&#8211; geleistet. Die Vergabe weiterer Steuernummern, z.B. f&uuml;r verschiedene Steuerarten oder in F&auml;llen des Wechsels des Wohn- oder Betriebssitzes, werde in Zukunft entbehrlich. Das Identifikationsmerkmal erlaube dar&uuml;ber hinaus die Zuordnung der neuen elektronischen Lohnsteuerbescheinigung und werde u.a. auch die Funktion der Umsatzsteuer-Identifikationsnummer umfassen. Dies baue B&uuml;rokratie ab und erh&ouml;he die Transparenz des Besteuerungsverfahrens.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die auf die Identifikationsnummer bezogenen Vorschriften der &sect;&sect; 139a und 139b AO versto&szlig;en aufgrund dieser Zielsetzung des Gesetzgebers und ihrer zweckentsprechenden, den Datenschutz wahrenden Ausgestaltung nicht gegen das Recht auf informationelle Selbstbestimmung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Das auf dem allgemeinen Pers&ouml;nlichkeitsrecht des Art. 2 Abs. 1 i.V.m. Art. 1 Abs. 1 GG beruhende Recht auf informationelle Selbstbestimmung tr&auml;gt Gef&auml;hrdungen und Verletzungen der Pers&ouml;nlichkeit Rechnung, die sich f&uuml;r den Einzelnen, insbesondere unter den Bedingungen moderner Datenverarbeitung, aus informationsbezogenen Ma&szlig;nahmen ergeben (BVerfG-Entscheidungen vom 15. Dezember 1983&nbsp;&nbsp;1 BvR 209\/83 u.a., BVerfGE 65, 1, 41 ff.; vom 12. April 2005&nbsp;&nbsp;2 BvR 1027\/02, BVerfGE 113, 29, 45 f.; vom 4. April 2006&nbsp;&nbsp;1 BvR 518\/02, BVerfGE 115, 320, 341 f.; vom 13. Juni 2007&nbsp;&nbsp;1 BvR 1550\/03 u.a., BVerfGE 118, 168, 183 f., BStBl II 2007, 896, und vom 11. M&auml;rz 2008&nbsp;&nbsp;1 BvR 2074\/05 u.a., BVerfGE 120, 378, 397). Dieses Recht flankiert und erweitert den grundrechtlichen Schutz von Verhaltensfreiheit und Privatheit; es l&auml;sst ihn schon auf der Stufe der Pers&ouml;nlichkeitsgef&auml;hrdung beginnen (BVerfG-Entscheidungen in BVerfGE 118, 168, 184, BStBl II 2007, 896, und in BVerfGE 120, 378, 397).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine derartige Gef&auml;hrdungslage kann bereits im Vorfeld konkreter Bedrohungen von Rechtsg&uuml;tern entstehen. Mittels elektronischer Datenverarbeitung sind Einzelangaben &uuml;ber pers&ouml;nliche oder sachliche Verh&auml;ltnisse einer Person unbegrenzt speicherbar und jederzeit und ohne R&uuml;cksicht auf Entfernungen in Sekundenschnelle abrufbar. Sie k&ouml;nnen dar&uuml;ber hinaus mit anderen Datensammlungen zusammengef&uuml;gt werden, wodurch vielf&auml;ltige Nutzungs- und Verkn&uuml;pfungsm&ouml;glichkeiten entstehen (BVerfG-Entscheidungen in BVerfGE 65, 1, 42; in BVerfGE 115, 320, 342, und in BVerfGE 120, 378, 397 f.). Dadurch k&ouml;nnen weitere Informationen bis hin zu einem teilweise oder weitgehend vollst&auml;ndigen Pers&ouml;nlichkeitsbild erzeugt und so Schl&uuml;sse gezogen werden, die sowohl die grundrechtlich gesch&uuml;tzten Geheimhaltungsinteressen des Betroffenen beeintr&auml;chtigen als auch anschlie&szlig;ende Eingriffe in seine Verhaltensfreiheit nach sich ziehen k&ouml;nnen, ohne dass der Betroffene die Richtigkeit und Verwendung der gespeicherten Informationen zureichend kontrollieren kann (BVerfG-Entscheidungen in BVerfGE 65, 1, 42; in BVerfGE 118, 168, 184 f., BStBl II 2007, 896, und in BVerfGE 120, 378, 398). Eine weitere Besonderheit des Eingriffspotentials von Ma&szlig;nahmen der elektronischen Datenverarbeitung liegt in der Menge der verarbeitbaren Daten, die auf konventionellem Wege gar nicht bew&auml;ltigt werden k&ouml;nnte. Der mit solchen technischen M&ouml;glichkeiten einhergehenden gesteigerten Gef&auml;hrdungslage entspricht der hierauf bezogene Grundrechtsschutz (BVerfG-Entscheidungen in BVerfGE 65, 1, 42; in BVerfGE 115, 320, 342, und in BVerfGE 120, 378, 398).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Schutzumfang des Rechts auf informationelle Selbstbestimmung beschr&auml;nkt sich nicht auf Informationen, die bereits ihrer Art nach sensibel sind und schon deshalb grundrechtlich gesch&uuml;tzt werden. Auch der Umgang mit personenbezogenen Daten, die f&uuml;r sich genommen nur geringen Informationsgehalt haben, kann, je nach seinem Ziel und den bestehenden Verarbeitungs- und Verkn&uuml;pfungsm&ouml;glichkeiten, grundrechtserhebliche Auswirkungen auf die Privatheit und Verhaltensfreiheit des Betroffenen haben. Insofern gibt es unter den Bedingungen der elektronischen Datenverarbeitung kein schlechthin, also ungeachtet des Verwendungskontextes, belangloses personenbezogenes Datum mehr (BVerfG-Entscheidungen in BVerfGE 65, 1, 45; in BVerfGE 118, 168, 185, BStBl II 2007, 896, und in BVerfGE 120, 378, 398 f.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auch entf&auml;llt der grundrechtliche Schutz nicht schon deshalb, weil die betroffene Information &ouml;ffentlich zug&auml;nglich ist. Auch wenn der Einzelne sich in die &Ouml;ffentlichkeit begibt, sch&uuml;tzt das Recht auf informationelle Selbstbestimmung dessen Interesse, dass die damit verbundenen personenbezogenen Informationen nicht im Zuge automatisierter Informationserhebung zur Speicherung mit der M&ouml;glichkeit der Weiterverwertung erfasst werden (BVerfG-Urteil in BVerfGE 120, 378, 399, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Das Recht auf informationelle Selbstbestimmung ist allerdings nicht schrankenlos gew&auml;hrleistet. Der Einzelne hat nicht ein Recht i.S. einer absoluten, uneingeschr&auml;nkten Herrschaft &uuml;ber &quot;seine&quot; Daten; er ist vielmehr eine sich innerhalb der sozialen Gemeinschaft entfaltende, auf Kommunikation angewiesene Pers&ouml;nlichkeit. Information, auch soweit sie personenbezogen ist, stellt ein Abbild sozialer Realit&auml;t dar, das nicht ausschlie&szlig;lich dem Betroffenen allein zugeordnet werden kann (BVerfG-Urteil in BVerfGE 65, 1, 43 f.). Das GG hat die Spannung zwischen dem Individuum und der Gemeinschaft i.S. der Gemeinschaftsbezogenheit und Gemeinschaftsgebundenheit der Person entschieden, ohne dabei deren Eigenwert anzutasten (BVerfG-Entscheidungen in BVerfGE 65, 1, 44, m.w.N.; vom 5. Februar 2004&nbsp;&nbsp;2 BvR 2029\/01, BVerfGE 109, 133, 151, und vom 8. November 2006&nbsp;&nbsp;2 BvR 578\/02 u.a., BVerfGE 117, 71, 89). Der Einzelne muss daher grunds&auml;tzlich Einschr&auml;nkungen seines Rechts auf informationelle Selbstbestimmung im &uuml;berwiegenden Allgemeininteresse hinnehmen (BVerfG-Urteil in BVerfGE 65, 1, 44).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Solche Einschr&auml;nkungen m&uuml;ssen auf einer verfassungsm&auml;&szlig;igen gesetzlichen Grundlage beruhen. Die verfassungsrechtlichen Anforderungen an die Erm&auml;chtigungsgrundlage betreffen zum einen die gebotene Normenbestimmtheit und Normenklarheit und zum anderen den Grundsatz der Verh&auml;ltnism&auml;&szlig;igkeit. Sie richten sich nach der Art und Intensit&auml;t des Grundrechtseingriffs. Das Gewicht des Eingriffs wird insbesondere von der Art der erfassten Informationen, dem Anlass und den Umst&auml;nden ihrer Erhebung, dem betroffenen Personenkreis und der Art der m&ouml;glichen Verwertung der Daten beeinflusst (BVerfG-Urteil in BVerfGE 120, 378, 401 f.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Von ma&szlig;gebender Bedeutung f&uuml;r das Gewicht des Grundrechtseingriffs ist zum einen, welche Pers&ouml;nlichkeitsrelevanz die Informationen aufweisen, die von der informationsbezogenen Ma&szlig;nahme erfasst werden (vgl. BVerfG-Entscheidungen in BVerfGE 115, 320, 347 f., und in BVerfGE 120, 378, 402). Mit in den Blick zu nehmen ist zum anderen die Pers&ouml;nlichkeitsrelevanz der Informationen, die durch eine weitergehende Verarbeitung und Verkn&uuml;pfung der erfassten Informationen gewonnen werden sollen (BVerfG-Entscheidungen in BVerfGE 65, 1, 45 f.; in BVerfGE 115, 320, 347 f., und in BVerfGE 120, 378, 402).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine informationsbezogene Ma&szlig;nahme kann sich bereits deshalb als schwerwiegend darstellen, weil die erhobenen Informationen f&uuml;r die Pers&ouml;nlichkeit des Betroffenen hohe Relevanz haben oder weil sie auf eine Weise erlangt werden sollen, die die Pers&ouml;nlichkeit erheblich ber&uuml;hrt, oder weil M&ouml;glichkeiten f&uuml;r eine weitergehende Verarbeitung und Verkn&uuml;pfung dieser Informationen und zur Nutzung zu einer Vielzahl von Zwecken bestehen. Demgegen&uuml;ber wiegt ein Eingriff geringer, wenn eine gesetzliche Erm&auml;chtigung lediglich die Nutzung bestimmter, im Gesetz ausdr&uuml;cklich aufgez&auml;hlter Informationen, die f&uuml;r sich genommen keine gesteigerte Pers&ouml;nlichkeitsrelevanz aufweisen, zu einem n&auml;her bestimmten Zweck zul&auml;sst (BVerfG-Beschluss in BVerfGE 118, 168, 197, BStBl II 2007, 896).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Werden die Informationen heimlich gewonnen, f&uuml;hrt dies zu einer Erh&ouml;hung des Gewichts der Freiheitsbeeintr&auml;chtigung. Dem Betroffenen wird durch die Heimlichkeit des Eingriffs vorheriger Rechtsschutz faktisch verwehrt und nachtr&auml;glicher Rechtsschutz kann zumindest erschwert werden. Der Betroffene kann also nicht selbst darauf hinwirken, die Eingriffsintensit&auml;t durch erfolgreichen Rechtsschutz zu verringern, etwa f&uuml;r die Zukunft zu beseitigen. Die Heimlichkeit staatlicher Informationseingriffe betrifft dar&uuml;ber hinaus die Gesellschaft insgesamt (BVerfG-Urteil in BVerfGE 120, 378, 402 f.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Eingriffsintensit&auml;t ist ferner hoch, wenn Informationen betroffen sind, bei deren Erlangung Vertraulichkeitserwartungen verletzt werden, vor allem solche, die unter besonderem Grundrechtsschutz stehen, wie etwa bei Eingriffen in das Grundrecht auf Unverletzlichkeit der Wohnung nach Art. 13 GG oder das Fernmeldegeheimnis nach Art. 10 GG (BVerfG-Beschluss in BVerfGE 115, 320, 348), oder wie sie im Verh&auml;ltnis von Mandanten zu Rechtsanw&auml;lten oder Steuerberatern bestehen (vgl. BVerfG-Beschluss in BVerfGE 113, 29, 44 ff.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ferner ist bedeutsam, ob der Betroffene einen ihm zurechenbaren Anlass, etwa durch eine Rechtsverletzung, f&uuml;r die Erhebung geschaffen hat oder ob sie anlasslos erfolgt und damit praktisch jeden treffen kann. Informationserhebungen gegen&uuml;ber Personen, die den Eingriff durch ihr Verhalten nicht veranlasst haben, sind grunds&auml;tzlich von h&ouml;herer Eingriffsintensit&auml;t als anlassbezogene (BVerfG-Entscheidungen in BVerfGE 113, 29, 53; in BVerfGE 115, 320, 354, und in BVerfGE 120, 378, 402). Werden Personen, die keinen Erhebungsanlass gegeben haben, in gro&szlig;er Zahl in den Wirkungsbereich einer Ma&szlig;nahme einbezogen, k&ouml;nnen von ihr auch allgemeine Einsch&uuml;chterungseffekte ausgehen, die zu Beeintr&auml;chtigungen bei der Aus&uuml;bung von Grundrechten f&uuml;hren k&ouml;nnen (BVerfG-Entscheidungen in BVerfGE 113, 29, 46 f., und in BVerfGE 120, 378, 402). Die Unbefangenheit des Verhaltens wird insbesondere gef&auml;hrdet, wenn die Streubreite von Ermittlungsma&szlig;nahmen dazu beitr&auml;gt, dass Risiken des Missbrauchs und ein Gef&uuml;hl des &Uuml;berwachtwerdens entstehen (vgl. BVerfG-Entscheidungen in BVerfGE 115, 320, 354 f., und in BVerfGE 120, 378, 402).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Intensit&auml;t des Eingriffs f&uuml;r den Grundrechtstr&auml;ger wird auch davon beeinflusst, welche &uuml;ber die Informationserhebung hinausgehenden Nachteile ihm aufgrund der Ma&szlig;nahme drohen oder von ihm nicht ohne Grund bef&uuml;rchtet werden (vgl. BVerfG-Entscheidungen vom 14. Juli 1999&nbsp;&nbsp;1 BvR 2226\/94 u.a., BVerfGE 100, 313, 376; in BVerfGE 115, 320, 347 f.; in BVerfGE 118, 168, 197, BStBl II 2007, 896, und in BVerfGE 120, 378, 403). Die Schwere des Eingriffs nimmt mit der M&ouml;glichkeit der Nutzung der Daten f&uuml;r Folgeeingriffe in Grundrechte der Betroffenen zu sowie mit der M&ouml;glichkeit der Verkn&uuml;pfung mit anderen Daten, die wiederum andere Folgema&szlig;nahmen ausl&ouml;sen k&ouml;nnen (BVerfG-Urteil in BVerfGE 120, 378, 403).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>38<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Die Eingriffe in das Recht auf informationelle Selbstbestimmung, die in der Zuteilung der Identifikationsnummer nach &sect; 139a Abs. 1 AO, der in &sect; 139b Abs. 3 AO vorgesehenen Datenspeicherung sowie der in &sect; 139b Abs. 2 S&auml;tze 1 und 2 sowie Abs. 4 AO zugelassenen Erhebung und Verwendung der Identifikationsnummer und der gespeicherten Daten liegen, sind nach diesen Grunds&auml;tzen verfassungsrechtlich zul&auml;ssig (Wiese, a.a.O., &sect; 139a Rz 6 ff.; C&ouml;ster, a.a.O., &sect; 139a Rz 3; Schmitz, a.a.O., Vor &sect;&sect; 139a &#8211; 139d Rz 19 f.; R&auml;tke, a.a.O., &sect; 139b Rz 4; Seer, Deutsches Steuerrecht 2008, 1553, 1557 f., unter Hinweis darauf, dass in den westlichen Industriestaaten die lebenslange Steuernummer eine pure Selbstverst&auml;ndlichkeit sei und dem Standard innerhalb der OECD entspreche).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>39<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Das Ziel, auf effektive Weise sowohl hinsichtlich der Festsetzung als auch der Erhebung von Steuern f&uuml;r Belastungsgleichheit zu sorgen, ist ein Allgemeingut von herausgehobener Bedeutung, das durch den allgemeinen Gleichheitssatz (Art. 3 Abs. 1 GG) grundrechtlich gew&auml;hrleistet wird. Der Gesetzgeber muss daher das materielle Steuergesetz in ein verfahrensrechtliches Umfeld einbetten, das grunds&auml;tzlich geeignet ist, die tats&auml;chliche Leistungsgleichheit der Steuerpflichtigen zu gew&auml;hrleisten (BVerfG-Entscheidungen in BVerfGE 84, 239, 268 ff., BStBl II 1991, 654; vom 9. M&auml;rz 2004&nbsp;&nbsp;2 BvL 17\/02, BVerfGE 110, 94, 112 ff., BStBl II 2005, 56, und in BVerfGE 118, 168, 196, BStBl II 2007, 896). Bei der Erleichterung des Steuerverfahrens, der vollst&auml;ndigen Erfassung der Steuerquellen und der Sicherstellung der gesetzm&auml;&szlig;igen, d.h. insbesondere gleichm&auml;&szlig;igen Besteuerung handelt es sich um &ouml;ffentliche Interessen, die im Rechtsstaatsprinzip und Gleichbehandlungsgebot verankert sind und deshalb einen Rang haben, der &uuml;ber das nur fiskalische Interesse an der Sicherung des Steueraufkommens hinausgeht (BVerfG-Urteil in BVerfGE 84, 239, 281, BStBl II 1991, 654).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>40<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Diesen Zielen dient die Identifikationsnummer unter Beachtung des Rechts auf informationelle Selbstbestimmung auf vielf&auml;ltige Art und Weise:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>41<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aaa) Die Identifikationsnummer ist gem&auml;&szlig; &sect; 22a Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 EStG in den Rentenbezugsmitteilungen anzugeben, die die Tr&auml;ger der gesetzlichen Rentenversicherung, die berufsst&auml;ndischen Versorgungseinrichtungen, die Pensionskassen, die Pensionsfonds, die Versicherungsunternehmen und die anderen in &sect; 22a Abs. 1 Satz 1 EStG genannten Mitteilungspflichtigen an die zentrale Stelle (Deutsche Rentenversicherung Bund, &sect; 81 EStG) zu &uuml;bermitteln haben. Die Finanz&auml;mter k&ouml;nnen nach der Weiterleitung der Rentenbezugsmitteilungen an sie auf deren Grundlage pr&uuml;fen, ob die Leistungsempf&auml;nger insoweit einkommensteuerrechtlich zutreffend erfasst wurden, und auf die vollst&auml;ndige und richtige Erfassung hinwirken. Dies dient dem gleichm&auml;&szlig;igen und effektiven Vollzug des EStG in einem Bereich, der aufgrund der Vielzahl der Leistungsempf&auml;nger von sehr gro&szlig;er Bedeutung ist und zugleich fehleranf&auml;llig w&auml;re, wenn die Finanzverwaltung wie fr&uuml;her Renten im Wesentlichen nur dann einkommensteuerrechtlich erfassen k&ouml;nnte, wenn sie in einer Einkommensteuererkl&auml;rung angegeben w&uuml;rden. Die Identifikationsnummer erm&ouml;glicht nunmehr die in einem Massenverfahren erforderliche sichere und praktikable Zuordnung der von einer gro&szlig;en Zahl von Mitteilungspflichtigen durch Datenfern&uuml;bertragung (&sect; 22a Abs. 1 Satz 2 EStG) &uuml;bersandten Rentenbezugsmitteilungen. Das Mitteilungsverfahren macht es entbehrlich, dass bereits bei der Auszahlung von Renten ein Steuerabzug vorgenommen wird, wie es bei Arbeitsl&ouml;hnen und Kapitalertr&auml;gen geschieht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>42<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dem verfassungsrechtlich gebotenen Datenschutz dienen dabei mehrere sich erg&auml;nzende Regelungen:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>43<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Deutsche Rentenversicherung Bund als zentrale Stelle gem&auml;&szlig; &sect; 81 EStG wird bei der Erf&uuml;llung der Aufgaben nach &sect; 22a EStG nicht als Tr&auml;ger der Rentenversicherung, sondern gem&auml;&szlig; &sect; 5 Abs. 1 Nr. 18 Satz 1 Buchst. c und d und Satz 2 FVG im Wege der Organleihe f&uuml;r das Bundeszentralamt f&uuml;r Steuern t&auml;tig und handelt insoweit als Finanzbeh&ouml;rde (&sect; 6 Abs. 2 Nr. 7 AO), deren Amtstr&auml;ger das Steuergeheimnis zu wahren haben (&sect; 30 AO, &sect; 355 des Strafgesetzbuchs &#8211;StGB&#8211;). &sect; 30 AO sch&uuml;tzt als Gegenst&uuml;ck zu den weitgehenden Offenbarungspflichten das Steuergeheimnis und wird den verfassungsrechtlichen Anforderungen, die angesichts der Gefahren der automatisierten Datenverarbeitung bestehen, gerecht (BVerfG-Urteil in BVerfGE 84, 239, 280, BStBl II 1991, 654).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>44<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Deutsche Rentenversicherung Bund f&uuml;hrt nach &sect; 22a Abs. 2 Satz 5 EStG eine ausschlie&szlig;lich automatisierte Pr&uuml;fung der ihr &uuml;bermittelten Daten daraufhin durch, ob sie vollst&auml;ndig und schl&uuml;ssig sind und ob das vorgeschriebene Datenformat verwendet worden ist. Sie speichert die Daten des Leistungsempf&auml;ngers nur f&uuml;r Zwecke dieser Pr&uuml;fung bis zur Mitteilung an das Bundeszentralamt f&uuml;r Steuern oder an den Mitteilungspflichtigen (&sect; 22a Abs. 2 Satz 6 EStG). Ein l&auml;ngerfristig nutzbarer Datenpool entsteht demgem&auml;&szlig; bei ihr nicht. Die Daten sind zudem gem&auml;&szlig; &sect; 22a Abs. 2 Satz 7 EStG f&uuml;r die &Uuml;bermittlung zwischen ihr und dem Bundeszentralamt f&uuml;r Steuern zu verschl&uuml;sseln.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>45<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Mitteilungspflichtige seinerseits darf die Identifikationsnummer gem&auml;&szlig; &sect; 22a Abs. 2 Satz 9 EStG nur verwenden, soweit dies f&uuml;r die Erf&uuml;llung der Mitteilungspflicht nach &sect; 22a Abs. 1 Satz 1 EStG erforderlich ist. Die Beachtung dieser Vorschrift ist durch die Bu&szlig;geldvorschrift in &sect; 50f Abs. 1 Nr. 2, Abs. 2 EStG abgesichert.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>46<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bbb) Die Identifikationsnummer bildet die Grundlage f&uuml;r die Ersetzung der Lohnsteuerkarten durch ein zeitgem&auml;&szlig;es elektronisches Verfahren nach &sect;&sect; 39e, 52b und 41b Abs. 2 S&auml;tze 3 ff. EStG und dient dabei sowohl dem Abbau von B&uuml;rokratie bei Beh&ouml;rden und Arbeitgebern als auch einem gleichm&auml;&szlig;igen Gesetzesvollzug. Die Gemeinden mussten letztmalig f&uuml;r das Kalenderjahr 2010 Lohnsteuerkarten ausstellen und den Arbeitnehmern &uuml;bermitteln (&sect; 39 Abs. 1 Satz 1 i.V.m. &sect; 39e Abs. 9 Satz 2 EStG). Der Wegfall des Aufwands f&uuml;r die Ausstellung und &Uuml;bermittlung der Lohnsteuerkarten stellt f&uuml;r die Gemeinden eine wesentliche Erleichterung dar. F&uuml;r die Arbeitgeber entf&auml;llt die aufwendige und fehleranf&auml;llige manuelle &Uuml;bertragung der Daten von den Lohnsteuerkarten in die elektronische Lohnbuchhaltung, sobald die elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmale (ELStAM) anwendbar sind. Dies ist von dem vom BMF bestimmten Anwendungszeitpunkt an der Fall (&sect; 39e Abs. 9 Satz 1, &sect; 52b Abs. 5 Satz 1 EStG). Die bei den in Papierform vorliegenden Lohnsteuerkarten gegebenen F&auml;lschungsm&ouml;glichkeiten entfallen dann ebenfalls. Wegen weiterer Einzelheiten wird auf die Ausf&uuml;hrungen unten II.E.5. verwiesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>47<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>ccc) Die Identifikationsnummer dient im Rahmen der &Uuml;bermittlung von Vorsorgeaufwendungen durch Datenfern&uuml;bertragung nach &sect; 10 Abs. 2a S&auml;tze 4 ff. und &sect; 10a Abs. 5 EStG der eindeutigen und praktikablen Zuordnung zu den jeweils betroffenen Steuerpflichtigen. Da es sich auch insoweit um ein Massenverfahren handelt, kommt dem besondere Bedeutung zu.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>48<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Um dem Steuerpflichtigen die M&ouml;glichkeit eines besonderen Datenschutzes zu gew&auml;hren, d&uuml;rfen die Vorsorgeaufwendungen nach &sect; 10 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. b und Nr. 3 EStG gem&auml;&szlig; &sect; 10 Abs. 2 Satz 2 Nr. 2 und Satz 3 i.V.m. Abs. 2a Satz 4 EStG nur mit schriftlicher Einwilligung des Steuerpflichtigen &uuml;bermittelt werden, soweit die Einwilligung nicht nach &sect; 10 Abs. 2 Satz 3 Halbsatz 2 EStG als erteilt gilt. Die Einwilligung kann nach Ma&szlig;gabe des &sect; 10 Abs. 2a S&auml;tze 2 f. EStG widerrufen werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>49<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Deutsche Rentenversicherung Bund, an die als zentrale Stelle (&sect; 81 EStG) die Daten gem&auml;&szlig; &sect; 10 Abs. 2a Satz 4 EStG durch Datenfern&uuml;bertragung zu &uuml;bermitteln sind, wird auch insoweit im Wege der Organleihe f&uuml;r das Bundeszentralamt f&uuml;r Steuern t&auml;tig (&sect; 5 Abs. 1 Nr. 18 Satz 1 Buchst. a und Satz 2 FVG) und handelt als Finanzbeh&ouml;rde (&sect; 6 Abs. 2 Nr. 7 AO), deren Amtstr&auml;ger das Steuergeheimnis zu wahren haben (&sect; 30 AO, &sect; 355 StGB). Dem Datenschutz dient auch die in &sect; 10 Abs. 2a Satz 5 EStG angeordnete entsprechende Anwendung des &sect; 22a Abs. 2 EStG (vgl. dazu oben II.E.3.c aa aaa). Eine &uuml;ber die in &sect; 22a Abs. 2 Satz 5 EStG vorgesehene ausschlie&szlig;lich automatisierte Pr&uuml;fung hinausgehende Pr&uuml;fungsm&ouml;glichkeit steht dem Bundeszentralamt f&uuml;r Steuern gem&auml;&szlig; &sect; 10 Abs. 2a Satz 11 EStG nur hinsichtlich der nach &sect; 10 Abs. 2 Satz 3 EStG zu &uuml;bermittelnden Daten zu. Eine Kontrollm&ouml;glichkeit f&uuml;r den Steuerpflichtigen ergibt sich daraus, dass ihn die &uuml;bermittelnde Stelle gem&auml;&szlig; &sect; 10 Abs. 2a Satz 9 EStG &uuml;ber die H&ouml;he der nach&nbsp;&nbsp;&sect; 10 Abs. 2a S&auml;tze 4, 6 oder 7 EStG &uuml;bermittelten Beitr&auml;ge f&uuml;r das Beitragsjahr zu unterrichten hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>50<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Daten&uuml;bermittlung nach &sect; 10a Abs. 5 Satz 1 EStG durch Datenfern&uuml;bertragung an die Deutsche Rentenversicherung Bund als zentrale Stelle setzt ebenfalls die &#8211;widerrufliche&#8211; Einwilligung des Steuerpflichtigen oder der Ehegatten gem&auml;&szlig; &sect; 10a Abs. 2a EStG voraus. Die Deutsche Rentenversicherung Bund wird auch insoweit im Wege der Organleihe f&uuml;r das Bundeszentralamt f&uuml;r Steuern t&auml;tig (&sect; 5 Abs. 1 Nr. 18 Satz 1 Buchst. b und Satz 2 FVG) und handelt als Finanzbeh&ouml;rde (&sect; 6 Abs. 2 Nr. 7 AO), deren Amtstr&auml;ger das Steuergeheimnis zu wahren haben (&sect; 30 AO, &sect; 355 StGB). Dem Datenschutz dient auch die in &sect; 10a Abs. 5 Satz 2 EStG angeordnete entsprechende Anwendung des &sect; 22a Abs. 2 EStG (vgl. dazu oben II.E.3.c aa aaa). Eine &uuml;ber die in &sect; 22a Abs. 2 Satz 5 EStG vorgesehene ausschlie&szlig;lich automatisierte Pr&uuml;fung hinausgehende Pr&uuml;fungsm&ouml;glichkeit steht dem Bundeszentralamt f&uuml;r Steuern gem&auml;&szlig; &sect; 10a Abs. 5 Satz 4 EStG zu, wobei der Datenabgleich nach &sect; 91 EStG ebenfalls automatisiert vorgenommen wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>51<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>ddd) Aufgrund der Angabe der Identifikationsnummer bei den in &sect; 45d Abs. 1 EStG bez&uuml;glich der Kapitalertragsteuer vorgesehenen Mitteilungen an das Bundeszentralamt f&uuml;r Steuern kann gepr&uuml;ft werden, ob Freistellungsauftr&auml;ge nur bis zur gesetzlich vorgesehenen Obergrenze erteilt wurden (&sect; 20 Abs. 9, &sect; 44a Abs. 1 Nr. 1, Abs. 2 Satz 1 Nr. 1, Abs. 2a Satz 1, &sect; 45d Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 Buchst. a EStG). Steuerausf&auml;lle k&ouml;nnen dadurch verhindert werden. Dem Datenschutz dient die Regelung des &sect; 44a Abs. 2a Satz 8 EStG, nach der die Meldestelle (&sect; 45d Abs. 1 Satz 1 EStG) die Identifikationsnummer nur verwenden darf, soweit dies zur Erf&uuml;llung von steuerlichen Pflichten erforderlich ist. Der Steuerpflichtige kann auch auf die Abgabe eines Freistellungsauftrages verzichten und braucht dann gegen&uuml;ber der Meldestelle die Identifikationsnummer nicht anzugeben. Der Sparer-Pauschbetrag (&sect; 20 Abs. 9 EStG) kann dann im Rahmen der Einkommensteuerveranlagung geltend gemacht werden (&sect; 25 Abs. 1, &sect; 32d, &sect; 43 Abs. 5 Satz 3 EStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>52<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>eee) Die Angabe der Identifikationsnummer dient auch bei der Abstandnahme vom Abzug von Kapitalertragsteuer bei unentgeltlichen Verm&ouml;gens&uuml;bertragungen sowie bei betrieblichen Kapitaleink&uuml;nften der im Interesse eines gleichm&auml;&szlig;igen Gesetzesvollzugs gebotenen Kontrolle (vgl. im Einzelnen &sect; 43 Abs. 1 S&auml;tze 5 f., Abs. 2 Satz 3 Nr. 2, S&auml;tze 7 f. EStG). Die Steuerpflichtigen brauchen von diesen M&ouml;glichkeiten der Abstandnahme vom Abzug von Kapitalertragsteuer keinen Gebrauch zu machen, wenn sie beispielsweise die Angabe der Identifikationsnummer vermeiden wollen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>53<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>fff) Der im Interesse eines gleichm&auml;&szlig;igen Gesetzesvollzugs gebotenen Kontrolle dient ebenfalls die Meldung von Versicherungsvertr&auml;gen mit Versicherungsunternehmen mit Sitz und Gesch&auml;ftsleitung im Ausland (&sect; 45d Abs. 3 Satz 1 EStG), bei der u.a. die Identifikationsnummer des Versicherungsnehmers zu ermitteln ist (&sect; 45d Abs. 3 Satz 2 Nr. 1 EStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>54<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>ggg) Das Bundeszentralamt f&uuml;r Steuern kann die Identifikationsnummer und die dazu gespeicherten Daten nutzen, um die aufgrund der Richtlinie 2003\/48\/EG des Rates vom 3. Juni 2003 im Bereich der Besteuerung von Zinsertr&auml;gen &#8211;EU-Zinsrichtlinie&#8211; (ABlEU 2003 Nr. L 157 S. 38) eingehenden Meldungen von Mitgliedstaaten der Europ&auml;ischen Union auf sichere und praktikable Art und Weise dem jeweils betroffenen Steuerpflichtigen zuordnen und an das zust&auml;ndige Finanzamt zur Auswertung weiterleiten zu k&ouml;nnen. Die Zust&auml;ndigkeit des Bundeszentralamts f&uuml;r Steuern f&uuml;r die Entgegennahme der Daten &uuml;ber Zinszahlungen an wirtschaftliche Eigent&uuml;mer, die im Inland ans&auml;ssig sind, von den zust&auml;ndigen Beh&ouml;rden der anderen Mitgliedstaaten und f&uuml;r die &Uuml;bermittlung der Daten an die Landesfinanzverwaltungen zum Zwecke der Besteuerung ergibt sich aus &sect; 9 Abs. 3 der Zinsinformationsverordnung. Hat die ausl&auml;ndische Zahlstelle die Identifikationsnummer des inl&auml;ndischen wirtschaftlichen Eigent&uuml;mers ermittelt, wie dies in Art. 3 Abs. 2 Buchst. b Satz 1 EU-Zinsrichtlinie vorgesehen ist, braucht das Bundeszentralamt f&uuml;r Steuern keine weiteren Ermittlungen zum wirtschaftlichen Eigentum mehr anzustellen. Dies ist ein wesentlicher Beitrag zum Abbau von B&uuml;rokratie.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>55<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>hhh) Nach den Ausf&uuml;hrungen des BMF wird die Identifikationsnummer im Familienleistungsausgleich (&sect;&sect; 31, 32 und 62 bis 78 EStG) sowohl zu einem erheblichen B&uuml;rokratieabbau als auch zur Vermeidung von Missbrauch f&uuml;hren. Sobald einem Kind eine Identifikationsnummer zugeteilt und die zust&auml;ndige Familienkasse als zust&auml;ndige Finanzbeh&ouml;rde gespeichert ist (&sect; 139b Abs. 3 Nr. 11 i.V.m. &sect; 6 Abs. 2 Nr. 6 AO, &sect; 70 Abs. 1, &sect; 72 EStG, &sect; 5 Abs. 1 Nr. 11 FVG), kann ein Doppelbezug von Kindergeld von verschiedenen Familienkassen vermieden werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>56<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Die Eingriffe in das Recht auf informationelle Selbstbestimmung durch &sect;&sect; 139a und 139b AO sind gegen&uuml;ber den Interessen des Gemeinwohls, denen die gesetzlich vorgesehene Anwendung der Identifikationsnummer dient, nicht von ausschlaggebendem Gewicht. Ihre Bedeutung und Tragweite sind sowohl in ihrem materiellen Gehalt als auch aufgrund der vom Gesetzgeber getroffenen klaren Regelungen &uuml;ber die Erhebung und Verwendung der Identifikationsnummer und der gespeicherten Daten relativ gering.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>57<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aaa) Die Identifikationsnummer stellt als solche lediglich ein beh&ouml;rdliches Ordnungsmerkmal dar, das gem&auml;&szlig; &sect; 139a Abs. 1 Satz 2 Halbsatz 1 AO aus einer Ziffernfolge besteht, die nicht aus anderen Daten &uuml;ber den Steuerpflichtigen gebildet oder abgeleitet werden darf und daher keinen R&uuml;ckschluss auf dessen Person zul&auml;sst.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>58<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bbb) Die Zwecke, zu denen die Finanzbeh&ouml;rden sowie andere &ouml;ffentliche oder nicht-&ouml;ffentliche Stellen die Identifikationsnummer erheben und verwenden d&uuml;rfen, sind in &sect; 139b Abs. 2 AO klar und deutlich sowie dem Recht auf informationelle Selbstbestimmung entsprechend restriktiv geregelt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>59<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Finanzbeh&ouml;rden d&uuml;rfen die Identifikationsnummer gem&auml;&szlig; &sect; 139b Abs. 2 Satz 1 AO nur erheben und verwenden, soweit dies zur Erf&uuml;llung ihrer gesetzlichen Aufgaben erforderlich ist oder eine Rechtsvorschrift die Erhebung oder Verwendung der Identifikationsnummer ausdr&uuml;cklich erlaubt oder anordnet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>60<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Unter &quot;Erheben&quot; der Identifikationsnummer ist gem&auml;&szlig; &sect; 3 Abs. 3 des Bundesdatenschutzgesetzes (BDSG) deren Beschaffen zu verstehen, also die Kenntnisnahme von der Identifikationsnummer und die darauf abzielenden Ma&szlig;nahmen (Wiese, a.a.O., &sect; 139b Rz 7).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>61<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&sect; 139b Abs. 2 Satz 1 AO schr&auml;nkt die Erhebung und Verwendung der Identifikationsnummer durch die Finanzbeh&ouml;rden in mehrfacher Hinsicht ein:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>62<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&#8211; Die 1. Alternative der Vorschrift verlangt das Vorliegen einer &quot;gesetzlichen&quot; Aufgabe. Diese Formulierung ist enger als &sect; 13 Abs. 1 und &sect; 14 Abs. 1 Satz 1 BDSG, die auf die Erforderlichkeit der Datenerhebung sowie der Datenspeicherung, -ver&auml;nderung und -nutzung zur Erf&uuml;llung der Aufgaben der verantwortlichen Stelle bzw. zur Erf&uuml;llung der in der Zust&auml;ndigkeit der verantwortlichen Stelle liegenden Aufgaben abstellen. Eine &quot;gesetzliche&quot; Aufgabe liegt nur vor, wenn sie durch formelles Gesetz oder durch eine Rechtsverordnung, die auf einem formellen Gesetz beruht, begr&uuml;ndet ist. Durch Satzungen zugewiesene Aufgaben gen&uuml;gen nicht (Wiese, a.a.O., &sect; 139b Rz 9).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>63<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nicht ausdr&uuml;cklich im Gesetz vorgesehen, aber aus dessen Sinn und Zweck (insbesondere Sicherstellung der steuerlichen Lastengleichheit und Vereinfachung des Besteuerungsverfahrens, vgl. oben II.E.2.) sowie aus der in &sect; 14 Abs. 1 Satz 1 BDSG geregelten Zweckbindung ist ersichtlich, dass die gesetzlichen Aufgaben steuerlicher Art sein m&uuml;ssen (Wiese, a.a.O., &sect; 139b Rz 10). F&uuml;r andere Zwecke darf die Identifikationsnummer demnach grunds&auml;tzlich nicht verwendet werden. Der Familienleistungsausgleich nach Ma&szlig;gabe der &sect;&sect; 31, 32 und 62 bis 78 EStG rechnet dabei zu den gesetzlichen Aufgaben steuerlicher Art (vgl. &sect; 6 Abs. 2 Nr. 6 AO, &sect; 5 Abs. 1 Nr. 11 FVG, &sect; 70 Abs. 1, &sect; 72 EStG sowie oben II.E.3.c aa hhh).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>64<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Finanzbeh&ouml;rden d&uuml;rfen zudem die Identifikationsnummer nur erheben und verwenden, soweit dies zur Erf&uuml;llung ihrer gesetzlichen Aufgaben &quot;erforderlich&quot; ist. Der Grundsatz der Erforderlichkeit ist ein elementarer Bestandteil des Datenschutzrechts, der verhindert, dass Daten willk&uuml;rlich zusammengetragen werden. Der Begriff &quot;Erforderlichkeit&quot; ist als unbestimmter Rechtsbegriff auslegungsbed&uuml;rftig. Die Frage der Erforderlichkeit beurteilt sich danach, ob und inwieweit die Erhebung und Verwendung der Identifikationsnummer notwendig ist, um die Aufgabe rechtm&auml;&szlig;ig, vollst&auml;ndig und in angemessener Zeit erf&uuml;llen zu k&ouml;nnen (Wiese, a.a.O., &sect; 139b Rz 11).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>65<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&#8211; Sind die Voraussetzungen des &sect; 139b Abs. 2 Satz 1 Alternative 1 AO nicht erf&uuml;llt, d&uuml;rfen die Finanzbeh&ouml;rden die Identifikationsnummer nach &sect; 139b Abs. 2 Satz 1 Alternative 2 AO erheben und verwenden, soweit eine Rechtsvorschrift die Erhebung oder Verwendung der Identifikationsnummer ausdr&uuml;cklich erlaubt oder anordnet. Diese Regelung folgt dem allgemeinen datenschutzrechtlichen Grundsatz, dass Ausnahmen vom Zweckbindungsprinzip aufgrund einer Rechtsvorschrift zul&auml;ssig sind (&sect; 14 Abs. 2 Nr. 1 BDSG). Unter den Begriff &quot;Rechtsvorschrift&quot; fallen Gesetze, Rechtsverordnungen und Satzungen, nicht aber Verwaltungsvorschriften, Richtlinien oder Erlasse. Die Verwendung der Identifikationsnummer muss in der Rechtsvorschrift ausdr&uuml;cklich, also eindeutig und unmissverst&auml;ndlich erlaubt oder angeordnet werden (Wiese, a.a.O., &sect; 139b Rz 12). Die Rechtsvorschrift muss zudem ihrerseits den verfassungsrechtlichen Anforderungen entsprechen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>66<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Andere &ouml;ffentliche oder nicht &ouml;ffentliche Stellen d&uuml;rfen nach &sect; 139b Abs. 2 Satz 2 AO<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>1. die Identifikationsnummer nur erheben oder verwenden, soweit dies f&uuml;r Daten&uuml;bermittlungen zwischen ihnen und den Finanzbeh&ouml;rden erforderlich ist oder eine Rechtsvorschrift die Erhebung oder Verwendung der Identifikationsnummer ausdr&uuml;cklich erlaubt oder anordnet,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>2. ihre Dateien nur insoweit nach der Identifikationsnummer ordnen oder f&uuml;r den Zugriff erschlie&szlig;en, als dies f&uuml;r regelm&auml;&szlig;ige Daten&uuml;bermittlungen zwischen ihnen und den Finanzbeh&ouml;rden erforderlich ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>67<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Begriff der &ouml;ffentlichen Stellen ist in &sect; 2 Abs. 1 bis 3 BDSG definiert, der der nicht &ouml;ffentlichen Stellen in &sect; 2 Abs. 4 BDSG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>68<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die in &sect; 139b Abs. 2 Satz 2 AO bestimmten Voraussetzungen f&uuml;r die Erhebung und Verwendung der Identifikationsnummer einschlie&szlig;lich des Grundsatzes der Erforderlichkeit sind strikt zu beachten und einer erweiternden Auslegung nicht zug&auml;nglich. Rechtsvorschriften i.S. des &sect; 139b Abs. 2 Satz 2 Nr. 1 AO, die die Erhebung oder Verwendung der Identifikationsnummer erlauben oder anordnen, m&uuml;ssen dies ausdr&uuml;cklich tun und ihrerseits den verfassungsrechtlichen Anforderungen entsprechen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>69<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Beispiele f&uuml;r solche Rechtsvorschriften sind &sect; 39 Abs. 3 Satz 1 Nr. 3 i.V.m. &sect; 39e Abs. 9 Satz 3 EStG, wonach die Gemeinden auf den Lohnsteuerkarten f&uuml;r 2009 und 2010 die Identifikationsnummer des Arbeitnehmers einzutragen hatten, &sect; 39e Abs. 4, &sect; 41b Abs. 2 Satz 3 und &sect; 52b Abs. 5 EStG hinsichtlich der Erhebung und Verwendung der Identifikationsnummer durch den Arbeitgeber sowie &sect; 10 Abs. 2a Satz 4, &sect; 10a Abs. 4 Satz 5 und &sect; 22a Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 EStG, wonach die Identifikationsnummer bei der auf Vorsorgeaufwendungen bezogenen Daten&uuml;bermittlung und in der Rentenbezugsmitteilung anzugeben ist (vgl. im Einzelnen oben II.E.3.c bb). Ob diese Vorschriften in jeder Hinsicht verfassungsgem&auml;&szlig; sind, braucht im vorliegenden Verfahren nicht gepr&uuml;ft zu werden, da sich aus dieser Frage keine R&uuml;ckwirkungen auf die Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit der &sect;&sect; 139a und 139b AO ergeben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>70<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Gesetzgeber hat Vorsorge daf&uuml;r getroffen, dass die &ouml;ffentlichen und die nicht &ouml;ffentlichen Stellen die Vorschriften des &sect; 139b Abs. 2 Satz 2 AO beachten. Zum einen sind Vertragsbestimmungen und Einwilligungserkl&auml;rungen, die darauf gerichtet sind, eine nach diesen Vorschriften nicht zul&auml;ssige Erhebung oder Verwendung der Identifikationsnummer zu erm&ouml;glichen, nach &sect; 139b Abs. 2 Satz 3 AO unwirksam. Zum anderen stellen vors&auml;tzliche oder leichtfertige Verst&ouml;&szlig;e nicht &ouml;ffentlicher Stellen gegen &sect; 139b Abs. 2 Satz 2 AO nach &sect; 383a AO eine Ordnungswidrigkeit dar, die mit einer Geldbu&szlig;e bis zu 10.000 EUR geahndet werden kann.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>71<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>ccc) Verfassungsrechtlich unbedenklich ist auch die in &sect; 139b Abs. 3 AO vorgeschriebene Speicherung von Daten zu nat&uuml;rlichen Personen durch das Bundeszentralamt f&uuml;r Steuern.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>72<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Bundeszentralamt f&uuml;r Steuern speichert zu nat&uuml;rlichen Personen die in &sect; 139b Abs. 3 AO genannten Daten, n&auml;mlich Identifikationsnummer, Wirtschafts-Identifikationsnummern, Familienname, fr&uuml;here Namen, Vornamen, Doktorgrad, Tag und Ort der Geburt, Geschlecht, gegenw&auml;rtige oder letzte bekannte Anschrift, zust&auml;ndige Finanzbeh&ouml;rden, &Uuml;bermittlungssperren nach dem Melderechtsrahmengesetz (MRRG) und den Meldegesetzen der L&auml;nder, Sterbetag.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>73<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Diese Daten dienen abgesehen von der Angabe der zust&auml;ndigen Finanzbeh&ouml;rden (&sect; 139b Abs. 3 Nr. 11 AO) und der &Uuml;bermittlungssperren nach dem MRRG und den Meldegesetzen der L&auml;nder (&sect; 139b Abs. 3 Nr. 12 AO) der eindeutigen Identifizierung der aufgrund der Steuerpflicht erfassten nat&uuml;rlichen Personen und weisen f&uuml;r sich genommen keine gesteigerte Pers&ouml;nlichkeitsrelevanz auf. Sie stellen kein Pers&ouml;nlichkeitsprofil des Steuerpflichtigen dar, bilden seine Pers&ouml;nlichkeit auch nicht teilweise ab und lassen keine Einblicke in oder R&uuml;ckschl&uuml;sse auf Art und Intensit&auml;t von Beziehungen, Kommunikationsverhalten und Kommunikationsinhalt, soziales Umfeld, pers&ouml;nliche Angelegenheiten, Interessen, Neigungen und Gewohnheiten sowie Einkommens- und Verm&ouml;gensverh&auml;ltnisse zu. Die Speicherung der Daten beeintr&auml;chtigt nicht die grundrechtlich gesch&uuml;tzte Freiheit des Einzelnen, aus eigener Selbstbestimmung zu planen und zu entscheiden, und ist auch nicht geeignet, ihn einzusch&uuml;chtern oder an der Aus&uuml;bung von Grundrechten zu hindern. Die Speicherung von &Uuml;bermittlungssperren nach &sect; 18 Abs. 6 Satz 2 i.V.m. &sect; 21 Abs. 5 und 7 MRRG und den Meldegesetzen der L&auml;nder (&sect; 139b Abs. 3 Nr. 12 AO) dient dem Interesse der betroffenen Steuerpflichtigen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>74<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die vom Bundeszentralamt f&uuml;r Steuern zu speichernden Daten werden zudem nicht heimlich erhoben. Das Bundeszentralamt f&uuml;r Steuern hat vielmehr den Steuerpflichtigen nach &sect; 139a Abs. 1 Satz 4 AO und &sect; 6 Abs. 1 StIdV unverz&uuml;glich &uuml;ber die ihm zugeteilte Identifikationsnummer und die &uuml;brigen beim Bundeszentralamt f&uuml;r Steuern zu seiner Person gespeicherten Daten zu unterrichten. Der Steuerpflichtige wird somit in die Lage versetzt, etwaige fehlerhaft erfasste Daten berichtigen zu lassen. Das Bundeszentralamt f&uuml;r Steuern hat dem Steuerpflichtigen dar&uuml;ber hinaus gem&auml;&szlig; &sect; 19 Abs. 1 Satz 1 Nrn. 1 und 2 BDSG auf Antrag Auskunft zu erteilen &uuml;ber die zu seiner Person gespeicherten Daten, auch soweit sie sich auf die Herkunft dieser Daten beziehen, und die Empf&auml;nger oder Kategorien von Empf&auml;ngern, an die die Daten weitergegeben werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>75<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Vertraulichkeitserwartungen, wie sie etwa hinsichtlich der Wohnung als gesch&uuml;tztem privatem Bereich oder bei der Telekommunikation oder im Verh&auml;ltnis von Mandanten zu Rechtsanw&auml;lten oder Steuerberatern (vgl. BVerfG-Beschluss in BVerfGE 113, 29, 44 ff.) bestehen, sind durch die Speicherung der Daten nicht betroffen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>76<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Steuerpflichtigen sind zudem nicht verpflichtet, selbst die Daten gegen&uuml;ber dem Bundeszentralamt f&uuml;r Steuern offen zu legen. Vielmehr sind die Meldebeh&ouml;rden nach Ma&szlig;gabe des &sect; 139b Abs. 6 bis 8 AO, &sect;&sect; 2, 3 StIdV zur Daten&uuml;bermittlung an das Bundeszentralamt f&uuml;r Steuern verpflichtet. Gespeichert werden nur Daten, die den Meldebeh&ouml;rden und\/oder den Finanzbeh&ouml;rden bereits bekannt sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>77<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>ddd) Das Bundeszentralamt f&uuml;r Steuern darf &uuml;ber die in &sect; 139b Abs. 3 AO genannten Daten hinaus weitere Daten zu der Identifikationsnummer nur speichern, soweit dies Bundesrecht zul&auml;sst oder anordnet, wie etwa &sect; 39e Abs. 2 EStG hinsichtlich der elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmale (vgl. dazu unten II.E.4.). Eine entsprechende Rechtsvorschrift muss ihrerseits den verfassungsrechtlichen Anforderungen gen&uuml;gen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>78<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>eee) Die Verwendung der nach &sect; 139b Abs. 3 AO gespeicherten Daten ist in &sect; 139b Abs. 4 und 5 AO klar und eindeutig sowie zweckbezogen geregelt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>79<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die in &sect; 139b Abs. 3 AO aufgef&uuml;hrten Daten werden gem&auml;&szlig; &sect; 139b Abs. 4 AO gespeichert, um<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>1. sicherzustellen, dass eine Person nur eine Identifikationsnummer erh&auml;lt und eine Identifikationsnummer nicht mehrfach vergeben wird,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>2. die Identifikationsnummer eines Steuerpflichtigen festzustellen,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>3. zu erkennen, welche Finanzbeh&ouml;rden f&uuml;r einen Steuerpflichtigen zust&auml;ndig sind,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Daten, die auf Grund eines Gesetzes oder nach &uuml;ber- und zwischenstaatlichem Recht entgegenzunehmen sind, an die zust&auml;ndigen Stellen weiterleiten zu k&ouml;nnen,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>5. den Finanzbeh&ouml;rden die Erf&uuml;llung der ihnen durch Rechtsvorschrift zugewiesenen Aufgaben zu erm&ouml;glichen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>80<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>F&uuml;r weitere Zwecke d&uuml;rfen die Daten gem&auml;&szlig; &sect; 139b Abs. 5 Satz 1 AO nicht verwendet werden, auch nicht im Wege der Amtshilfe (Schmitz, a.a.O., &sect; 139b Rz 8; Wiese, a.a.O., &sect; 139b Rz 21; Brandis, a.a.O., Erl&auml;uterung zu &sect; 139b AO). Die allgemeinen Vorschriften der &sect;&sect; 14 bis 16 BDSG &uuml;ber die Nutzung und &Uuml;bermittlung von Daten an &ouml;ffentliche und nicht &ouml;ffentliche Stellen sind danach nicht anwendbar (BTDrucks 15\/1945, S. 16; Wiese, a.a.O., &sect; 139b Rz 21; Schmitz, a.a.O., &sect; 139b Rz 8; C&ouml;ster, a.a.O., &sect; 139b Rz 11). &Uuml;bermittlungssperren nach dem MRRG und den Meldegesetzen der L&auml;nder sind nach &sect; 139b Abs. 5 Satz 2 AO zu beachten und im Fall einer zul&auml;ssigen Daten&uuml;bermittlung ebenfalls zu &uuml;bermitteln. Der Dritte, an den die Daten &uuml;bermittelt werden, hat die &Uuml;bermittlungssperren nach &sect; 139b Abs. 5 Satz 3 AO ebenfalls zu beachten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>81<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In dem in &sect; 139b Abs. 4 Nr. 4 AO geregelten Fall d&uuml;rfen die in &sect; 139b Abs. 3 AO aufgef&uuml;hrten Daten nur verwendet werden, wenn die Daten, die auf Grund eines Gesetzes oder nach &uuml;ber- und zwischenstaatlichem Recht entgegenzunehmen sind, nicht weitergeleitet werden k&ouml;nnen, weil die zust&auml;ndige Stelle, f&uuml;r die die Daten bestimmt sind, nicht bekannt ist und nur anhand der in &sect; 139b Abs. 3 AO aufgef&uuml;hrten Daten ermittelt werden kann. Ist die zust&auml;ndige Stelle bekannt, ist die Weiterleitung der in Empfang genommenen Daten m&ouml;glich, ohne dass auf die gem&auml;&szlig;&nbsp;&nbsp;&sect; 139b Abs. 3 AO gespeicherten Daten zur&uuml;ckgegriffen zu werden braucht. &sect; 139b Abs. 4 Nr. 4 AO bietet auch keine Grundlage f&uuml;r eine Anreicherung der in Empfang genommenen und weiterzuleitenden Daten um Daten, die beim Bundeszentralamt f&uuml;r Steuern gem&auml;&szlig; &sect; 139b Abs. 3 AO gespeichert sind, und auch nicht f&uuml;r eine Bekanntgabe der Identifikationsnummer an die zust&auml;ndige Stelle.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>82<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&Uuml;ber die in &sect; 139b Abs. 4 AO genannten Zwecke hinaus d&uuml;rfen die in &sect; 139b Abs. 3 AO aufgef&uuml;hrten Daten gem&auml;&szlig; &sect; 139b Abs. 5 Satz 1 AO nach den allgemeinen Regeln &uuml;ber das Verh&auml;ltnis von Gesetzen zueinander nur verwendet werden, wenn ein Bundesgesetz eine solche Verwendung ausdr&uuml;cklich erlaubt oder anordnet. Allgemein gehaltene Vorschriften wie etwa &sect;&sect; 14 bis 16 BDSG oder Landesrecht (vgl. Art. 31 GG) gen&uuml;gen nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>83<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beachtung des &sect; 139b Abs. 5 AO durch das Bundeszentralamt f&uuml;r Steuern wird dadurch abgesichert, dass die Amtstr&auml;ger dieser Beh&ouml;rde dem Steuergeheimnis nach &sect; 30 AO unterliegen, dessen Verletzung nach Ma&szlig;gabe des &sect; 355 StGB strafbar ist. Gleiches gilt f&uuml;r die Amtstr&auml;ger anderer Finanzbeh&ouml;rden, denen die Identifikationsnummer und die dazu gespeicherten Daten &uuml;bermittelt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>84<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>fff) Verfassungsrechtlich zul&auml;ssig ist auch, dass die Zuteilung der Identifikationsnummer und die Datenspeicherung nach &sect; 139b Abs. 3 AO bereits dann erfolgen, wenn eine Steuerpflicht dem Grunde nach besteht, ohne dass es darauf ankommt, ob im Einzelfall tats&auml;chlich Steuer geschuldet wird. Es handelt sich dabei nicht um eine unzul&auml;ssige Vorratsdatenspeicherung. Strikt verboten ist lediglich die Speicherung von personenbezogenen Daten auf Vorrat zu unbestimmten und noch nicht bestimmbaren Zwecken (BVerfG-Urteil vom 2. M&auml;rz 2010&nbsp;&nbsp;1 BvR 256\/08 u.a., BVerfGE 125, 260, 317). Ein solcher Fall ist bei &sect;&sect; 139a und 139b AO nicht gegeben. Diese Vorschriften bestimmen n&auml;mlich den Zweck der Datenspeicherung klar und deutlich und schr&auml;nken die Verwendung und Weitergabe der gespeicherten Daten entsprechend ein.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>85<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine Beschr&auml;nkung der Zuteilung der Identifikationsnummer und der Datenspeicherung auf Steuerpflichtige, bei denen bereits eine Steuerschuld entstanden ist, ist auch nicht unter dem Gesichtspunkt der Verh&auml;ltnism&auml;&szlig;igkeit geboten. Zum einen ist eine zeitnahe Auswertung steuererheblicher Informationen wie etwa von Rentenbezugsbezugsmitteilungen (&sect; 22a EStG) nur dann m&ouml;glich, wenn diese ohne gr&ouml;&szlig;eren Ermittlungsaufwand auch noch nicht oder seit l&auml;ngerer Zeit nicht mehr steuerlich erfassten Personen sicher zugeordnet werden k&ouml;nnen (Wiese, a.a.O., &sect; 139a Rz 16; Schmitz, a.a.O., &sect; 139a Rz 5). Zum anderen w&auml;re es mit einem nicht hinnehmbaren Verwaltungsaufwand verbunden, wenn die Identifikationsnummer erst zugeteilt werden k&ouml;nnte, wenn der Steuerpflichtige eine Steuer schulden w&uuml;rde. Dies m&uuml;sste n&auml;mlich f&uuml;r jeden Steuerpflichtigen erst konkret ermittelt werden. Schlie&szlig;lich kann die Minderj&auml;hrigen zugeteilte Identifikationsnummer Bedeutung f&uuml;r die zutreffende Ausf&uuml;hrung der Vorschriften &uuml;ber den Familienleistungsausgleich erlangen (vgl. oben II.E.3.c aa hhh).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>86<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>F&uuml;r die verfassungsrechtliche Zul&auml;ssigkeit der ohne konkreten Anlass erfolgenden Datenspeicherung spricht auch, dass die gem&auml;&szlig; &sect; 139b Abs. 3 AO gespeicherten Daten anders als &uuml;ber einen l&auml;ngeren Zeitraum gespeicherte Telekommunikationsverkehrsdaten keine Einblicke in das soziale Umfeld, gesellschaftliche oder politische Zugeh&ouml;rigkeiten, individuelle Aktivit&auml;ten sowie pers&ouml;nliche Vorlieben, Neigungen und Schw&auml;chen zulassen und auch nicht die Erstellung aussagekr&auml;ftiger Pers&ouml;nlichkeits- und Bewegungsprofile erm&ouml;glichen (zu den Verwendungsm&ouml;glichkeiten gespeicherter Telekommunikationsverkehrsdaten vgl. BVerfG-Urteil in BVerfGE 125, 260, 319).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>87<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>ggg) Die Schwere der Grundrechtseingriffe steht danach bei einer Gesamtabw&auml;gung nicht au&szlig;er Verh&auml;ltnis zu dem Gewicht der sie rechtfertigenden Gr&uuml;nde. Die Regelungen der &sect;&sect; 139a und 139b AO sind geeignet und erforderlich, um die Ziele des Gesetzgebers zu erreichen. Die Steuerpflichtigen weniger belastende, aber gleich effektive Alternativen stehen nicht zur Verf&uuml;gung. Die Antragstellerin hat ebenfalls keine solchen Alternativen aufgezeigt. Der blo&szlig;e pauschale Hinweis auf die M&ouml;glichkeit, die Zusammenarbeit zwischen den Finanzbeh&ouml;rden der L&auml;nder zu verbessern und ein &quot;gerechtes Steuersystem&quot; zu schaffen, gen&uuml;gt nicht. Der Gesetzgeber darf die Verwirklichung des Steueranspruchs verfahrensrechtlich erleichtern und dabei die f&uuml;r den Staat verf&uuml;gbaren personellen und finanziellen Mittel ber&uuml;cksichtigen (BVerfG-Beschluss vom 10. April 1997&nbsp;&nbsp;2 BvL 77\/92, BVerfGE 96, 1, 7).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>88<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Zuteilung der Identifikationsnummer verletzt die Steuerpflichtigen entgegen der Ansicht der Antragstellerin auch im &Uuml;brigen nicht in ihren verfassungsm&auml;&szlig;ig gew&auml;hrleisteten Rechten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>89<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Dies gilt zum einen hinsichtlich der durch Art. 1 Abs. 1 Satz 1 GG garantierten W&uuml;rde des Menschen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>90<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Die W&uuml;rde des Menschen ist der oberste Wert im grundrechtlichen Wertsystem und geh&ouml;rt zu den tragenden Konstitutionsprinzipien. Sie kann keinem Menschen genommen werden. Alle staatliche Gewalt hat sie zu achten und zu sch&uuml;tzen (Art. 1 Abs. 1 Satz 2 GG). Dem Menschen kommt in der Gemeinschaft ein sozialer Wert- und Achtungsanspruch zu, der es verbietet, den Menschen zum blo&szlig;en Objekt des Staates zu machen oder ihn einer Behandlung auszusetzen, die seine Subjektqualit&auml;t prinzipiell in Frage stellt. Auch insoweit ist indes die Gemeinschaftsbezogenheit und Gemeinschaftsgebundenheit des Individuums zu beachten, wobei allerdings die Eigenst&auml;ndigkeit der Person gewahrt bleiben muss (BVerfG-Beschl&uuml;sse vom 17. Januar 1979&nbsp;&nbsp;1 BvR 241\/77, BVerfGE 50, 166, 175, und in BVerfGE 117, 71, 89, je m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>91<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Die Zuteilung der Identifikationsnummer verletzt nach diesen Grunds&auml;tzen nicht die W&uuml;rde der Steuerpflichtigen. Sie beruht auf der Gemeinschaftsbezogenheit und Gemeinschaftsgebundenheit der Steuerpflichtigen, die nicht zum blo&szlig;en Objekt des Staates gemacht werden. Die Subjektqualit&auml;t der Steuerpflichtigen wird nicht in Frage gestellt, die Eigenst&auml;ndigkeit ihrer Person bleibt gewahrt. Die Verwendung des Namens der Steuerpflichtigen sowohl im steuerlichen Bereich als auch auf allen anderen Gebieten bleibt unber&uuml;hrt. Insbesondere werden Steuerbescheide nach wie vor unter dem Namen der Steuerpflichtigen bekannt gegeben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>92<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die Zuteilung der Identifikationsnummer verletzt entgegen der Auffassung der Antragstellerin auch nicht die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und des religi&ouml;sen oder weltanschaulichen Bekenntnisses sowie die ungest&ouml;rte Religionsaus&uuml;bung, die durch Art. 4 Abs. 1 und 2 GG gew&auml;hrleistet werden (zum Schutzbereich dieser Grundrechte vgl. z.B. BVerfG-Entscheidungen vom 12. Mai 2009&nbsp;&nbsp;2 BvR 890\/06, BVerfGE 123, 148, 177, und vom 1. Dezember 2009&nbsp;&nbsp;1 BvR 2857\/07 u.a., BVerfGE 125, 39, 78, je m.w.N.). Sie ber&uuml;hrt weder die innere Freiheit, zu glauben oder nicht zu glauben, noch die &auml;u&szlig;ere Freiheit, den Glauben zu manifestieren, zu bekennen und zu verbreiten und sich zu einer Religionsgemeinschaft zusammenzuschlie&szlig;en und zu organisieren. Der Raum f&uuml;r die aktive Bet&auml;tigung der Glaubens&uuml;berzeugung und f&uuml;r die Verwirklichung der autonomen Pers&ouml;nlichkeit auf weltanschaulich-religi&ouml;sem Gebiet wird auch durch die von der Antragstellerin beanstandete Art und Weise der elektronischen &Uuml;bermittlung der Identifikationsnummer nicht beeintr&auml;chtigt. Abgesehen davon, dass die technischen Einzelheiten dieser &Uuml;bermittlung in &sect;&sect; 139a und 139b AO nicht geregelt sind und vom FG nicht festgestellt wurden (&sect; 118 Abs. 2 FGO), sind diese jedenfalls wertneutral und deshalb nicht geeignet, in die Grundrechte aus Art. 4 Abs. 1 und 2 GG einzugreifen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>93<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Die Verfassungswidrigkeit der &sect;&sect; 139a und 139b AO kann auch nicht aus Sicherheitsbedenken abgeleitet werden. Das Bundeszentralamt f&uuml;r Steuern hat nach &sect; 5 StIdV die Sicherheit und Funktionsf&auml;higkeit des Verfahrens zu gew&auml;hrleisten und Anforderungen an die Sicherheit der elektronischen &Uuml;bermittlung im Benehmen mit dem Bundesamt f&uuml;r Sicherheit in der Informationstechnik festzulegen. Die Sicherung der Daten&uuml;bermittlungen der Meldebeh&ouml;rden an das Bundeszentralamt f&uuml;r Steuern und dieses Amts an die Meldebeh&ouml;rden ist in &sect; 2 StIdV geregelt. Ein etwaiges trotz Anwendung der zur Verf&uuml;gung stehenden technischen Sicherungsm&ouml;glichkeiten verbleibendes Risiko eines erfolgreichen Hacker-Angriffs auf die gespeicherten oder &uuml;bermittelten Daten ist im &uuml;berwiegenden Interesse des Gemeinwohls hinzunehmen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>94<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Die in &sect; 39e Abs. 2 Satz 1 EStG vorgesehene zus&auml;tzliche Datenspeicherung durch das Bundeszentralamt f&uuml;r Steuern (vgl. oben II.E.3.c aa bbb) ist ebenfalls verfassungsgem&auml;&szlig;. Sie verst&ouml;&szlig;t unter Ber&uuml;cksichtigung der damit verfolgten Ziele (B&uuml;rokratieabbau innerhalb und au&szlig;erhalb der Verwaltung, Gleichm&auml;&szlig;igkeit der Besteuerung) nicht gegen das Recht auf informationelle Selbstbestimmung oder sonstiges Verfassungsrecht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>95<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Das Bundeszentralamt f&uuml;r Steuern speichert nach &sect; 39e Abs. 2 Satz 1 EStG i.V.m. &sect; 5 Abs. 1 Nr. 30 FVG f&uuml;r jeden Steuerpflichtigen zum Zwecke der Bereitstellung automatisiert abrufbarer Lohnsteuerabzugsmerkmale f&uuml;r den Arbeitgeber die in dieser Vorschrift im Einzelnen aufgef&uuml;hrten Daten zu den in &sect; 139b Abs. 3 AO genannten Daten hinzu, n&auml;mlich<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>1. rechtliche Zugeh&ouml;rigkeit zu einer steuererhebenden Religionsgemeinschaft sowie Datum des Eintritts und Austritts,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>2. melderechtlicher Familienstand sowie Tag der Begr&uuml;ndung&nbsp;&nbsp;oder Aufl&ouml;sung des Familienstands und bei Verheirateten die Identifikationsnummer des Ehegatten,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Kinder mit ihrer Identifikationsnummer und soweit bekannt die Rechtsstellung und Zuordnung der Kinder zu den Eltern sowie die Identifikationsnummer des anderen Elternteils,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Familienstand f&uuml;r die Bereitstellung von elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmalen und gew&auml;hlte Steuerklassen (&sect; 38b EStG), Zahl der Lohnsteuerkarten und beantragte ung&uuml;nstigere Steuerklasse und Angaben zu Kinderfreibetr&auml;gen (&sect; 39 EStG), Freibetrag und Hinzurechnungsbetrag (&sect;&sect; 39a, 39d EStG), Faktor (&sect; 39f EStG), amtlicher Gemeindeschl&uuml;ssel der Wohnsitzgemeinde,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>5. H&ouml;he der Beitr&auml;ge f&uuml;r eine Krankenversicherung und f&uuml;r eine private Pflege-Pflichtversicherung (&sect; 10 Abs. 1 Nr. 3, &sect; 39b Abs. 2 Satz 5 Nr. 3 Buchst. d EStG), wenn der Steuerpflichtige dies beantragt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>96<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Datenspeicherung nach &sect; 39e Abs. 2 Satz 1 EStG erfolgt f&uuml;r jeden Steuerpflichtigen unabh&auml;ngig davon, ob er bereits Arbeitnehmer ist. W&uuml;rden die Daten nur beim Vorhandensein oder bei der Aufnahme eines Arbeitsverh&auml;ltnisses gespeichert, w&auml;re dies mit einem nicht hinnehmbaren Verwaltungsaufwand verbunden und k&ouml;nnte auch zu Nachteilen f&uuml;r den Arbeitnehmer f&uuml;hren, weil dann zun&auml;chst der Lohnsteuerabzug nach der Steuerklasse VI (&sect; 38b Satz 2 Nr. 6 EStG) erfolgen m&uuml;sste (Begr&uuml;ndung des Regierungsentwurfs des Jahressteuergesetzes 2008, BTDrucks 16\/6290, 63; Reuss in Herrmann\/Heuer\/Raupach, &sect; 39e EStG Rz 11; Debus in Bordewin\/Brandt, &sect; 39e EStG Rz 60).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>97<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die Datenspeicherung nach &sect; 39e Abs. 2 Satz 1 EStG ist verfassungsrechtlich zul&auml;ssig. Sie dient einem ganz entscheidenden B&uuml;rokratieabbau innerhalb und au&szlig;erhalb der Finanzverwaltung durch Ersatz der bisherigen Lohnsteuerkarten (BTDrucks 16\/6290, 61 f.; Reuss, a.a.O., &sect; 39e EStG Rz 1, 10) und zudem gem&auml;&szlig; &sect; 39e Abs. 11 EStG der Pr&uuml;fung und Durchf&uuml;hrung der Einkommensbesteuerung (&sect; 2 EStG) des Steuerpflichtigen f&uuml;r Veranlagungszeitr&auml;ume ab 2005.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>98<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Die Speicherung ist erforderlich, um den in &sect; 39e Abs. 3, Abs. 4 Satz 2 und &sect; 52b Abs. 5 Satz 2 EStG vorgesehenen automatisierten Abruf der Lohnsteuerabzugsmerkmale durch den Arbeitgeber zu erm&ouml;glichen. Die Identifikationsnummer erm&ouml;glicht dabei die fehlerfreie Zuordnung der Lohnsteuerdaten (BTDrucks 16\/6290, 62; Reuss, a.a.O., &sect; 39e EStG Rz 11; Debus, a.a.O., &sect; 39e EStG Rz 46).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>99<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Einem verfassungsrechtlich legitimierten Gemeinschaftszweck dienen die nach &sect; 39e Abs. 2 Satz 1 EStG gespeicherten Daten auch insoweit, als sie gem&auml;&szlig; &sect; 39e Abs. 11 EStG auch zur Pr&uuml;fung und Durchf&uuml;hrung der Einkommensbesteuerung (&sect; 2 EStG) des Steuerpflichtigen f&uuml;r Veranlagungszeitr&auml;ume ab 2005 verwendet werden k&ouml;nnen. Danach k&ouml;nnen sowohl die Einkommensteuerpflicht bisher nicht erfasster Personen als auch die Besteuerung bereits erfasster Personen gepr&uuml;ft werden (Reuss, a.a.O., &sect; 39e EStG Rz 20; Friesenhahn in Frotscher, EStG, Freiburg, 2011, &sect; 39e Rz 25; Debus, a.a.O., &sect; 39e EStG Rz 124). Durch die verwaltungsinterne Zusammenfassung vorhandener Mitteilungen zu Besteuerungsgrundlagen k&ouml;nnen f&uuml;r eine gro&szlig;e Zahl von Steuerpflichtigen b&uuml;rokratische Belastungen durch Anfragen zur Kl&auml;rung der steuerlichen Verh&auml;ltnisse oder durch die Abgabe einer Einkommensteuererkl&auml;rung vermieden werden (Friesenhahn, a.a.O., &sect; 39e Rz 25).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>100<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Die Speicherung der rechtlichen Zugeh&ouml;rigkeit zu einer steuererhebenden Religionsgemeinschaft sowie des Datums des Eintritts und Austritts beruht auf der Verpflichtung der Arbeitgeber, bei Lohnzahlungen an die Mitglieder solcher Religionsgemeinschaften Kirchenlohnsteuer einzubehalten (vgl. BVerfG-Beschluss vom 17. Februar 1977&nbsp;&nbsp;1 BvR 33\/76, BVerfGE 44, 103), und entspricht der Angabe der Religionszugeh&ouml;rigkeit in den gem&auml;&szlig; &sect; 39 Abs. 1 Satz 1 i.V.m. &sect; 39e Abs. 9 Satz 2 EStG letztmalig f&uuml;r das Kalenderjahr 2010 auszustellenden Lohnsteuerkarten (vgl. dazu BFH-Beschl&uuml;sse vom 9. August 2000 VI B 23\/99, BFH\/NV 2001, 37, und vom 31. Juli 2002 VI B 25\/02, nicht ver&ouml;ffentlicht &#8211;n.v.&#8211;). In der verpflichtenden Angabe auf der Lohnsteuerkarte, dass der Steuerpflichtige einer Kirchensteuer erhebenden Religionsgemeinschaft angeh&ouml;rt oder nicht, liegt auch keine Verletzung von Art. 9 (Recht auf Gedankenfreiheit, Gewissensfreiheit und Religionsfreiheit) und Art. 8 (Recht auf Achtung des Privatlebens und Familienlebens) der Europ&auml;ischen Menschenrechtskonvention (Urteil des Europ&auml;ischen Gerichtshofs f&uuml;r Menschenrechte vom 17. Februar 2011&nbsp;&nbsp;12884\/03, n.v.). Entsprechendes gilt auch f&uuml;r die Datenspeicherung beim Bundeszentralamt f&uuml;r Steuern.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>101<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Die Datenspeicherung nach &sect; 39e Abs. 2 Satz 1 EStG erfolgt nicht heimlich, sondern ergibt sich aus dem Gesetz. Rechtzeitig vor dem Zeitpunkt der erstmaligen Anwendung der ELStAM f&uuml;r die Durchf&uuml;hrung des Lohnsteuerabzugs informiert das Finanzamt nach &sect; 52b Abs. 9 Satz 1 EStG den Arbeitnehmer &uuml;ber die f&uuml;r ihn zum Zweck der Bereitstellung automatisiert abrufbarer Lohnsteuerabzugsmerkmale zu diesem Zeitpunkt gebildeten ELStAM. Mit der Information wird der Arbeitnehmer gem&auml;&szlig; &sect; 52b Abs. 9 Satz 2 Halbsatz 1 EStG aufgefordert, dem zust&auml;ndigen Finanzamt etwaige gew&uuml;nschte &Auml;nderungen oder Berichtigungen mitzuteilen. Eine Verpflichtung des Arbeitnehmers, Korrekturen vornehmen zu lassen, ergibt sich aus &sect; 52b Abs. 9 Satz 2 Halbsatz 2 i.V.m. Abs. 2 S&auml;tze 2 und 3 EStG. Sp&auml;tere &Auml;nderungen der ELStAM werden dem Arbeitnehmer bekannt durch Mitteilung des Finanzamts auf Anfrage (&sect; 52b Abs. 8 Satz 1, &sect; 39e Abs. 7 Satz 3 EStG) und durch ihre Angabe auf der Lohnabrechnung (&sect; 52b Abs. 6 Satz 2 EStG). Mit dem Start des neuen Verfahrens wird der Arbeitnehmer zudem seine ELStAM im ElsterOnline-Portal einsehen k&ouml;nnen (BMF-Schreiben vom 5. Oktober 2010, BStBl I 2010, 762, Abschn. IV.3. letzter Absatz). Korrekturpflichten des Arbeitnehmers ergeben sich aus &sect; 52b Abs. 6 Satz 3 i.V.m. Abs. 2 EStG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>102<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>dd) Der Schutz der nach &sect; 39e Abs. 2 EStG gespeicherten Daten ist durch folgende Vorschriften hinreichend gew&auml;hrleistet:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>103<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&#8211; Die Daten unterliegen dem Steuergeheimnis (&sect; 30 AO), das durch &sect; 355 StGB strafrechtlich abgesichert ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>104<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&#8211; Die ELStAM werden gem&auml;&szlig; &sect; 39e Abs. 7 Satz 1 EStG erstmals f&uuml;r die Durchf&uuml;hrung des Lohnsteuerabzugs gebildet. Der Steuerpflichtige kann nach &sect; 39e Abs. 7 Satz 2 EStG beim Wohnsitzfinanzamt (&sect; 19 AO) beantragen, dass f&uuml;r ihn keine elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmale mehr gebildet werden. Das zust&auml;ndige Wohnsitzfinanzamt vermerkt diese Sperrung in dem Datenbestand. In diesem Fall ist der Abruf der ELStAM nicht mehr m&ouml;glich (BTDrucks 16\/6290, 65; Debus, a.a.O., &sect; 39e EStG Rz 95).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>105<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&#8211; Der Steuerpflichtige kann nach &sect; 52b Abs. 8 S&auml;tze 2 und 3 EStG &uuml;ber das Finanzamt die Bereitstellung der ELStAM allgemein sperren lassen oder f&uuml;r bestimmte Arbeitgeber freigeben (Positivliste) oder sie f&uuml;r bestimmte Arbeitgeber sperren lassen (Negativliste). Entgegen der &Uuml;berschrift des &sect; 52b EStG handelt es sich dabei nicht um eine blo&szlig;e &Uuml;bergangsregelung bis zur Anwendung der ELStAM, sondern um dar&uuml;ber hinaus anwendbare Vorschriften (Bl&uuml;mich\/Th&uuml;rmer, &sect; 52b EStG Rz 4).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>106<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&#8211; Der Datenabruf steht nur Arbeitgebern zu (&sect; 39e Abs. 3 Satz 1 EStG). F&uuml;r den Abruf der Lohnsteuerabzugsmerkmale hat sich der Arbeitgeber zu authentifizieren und seine Wirtschafts-Identifikationsnummer (&sect; 139c AO) sowie die Identifikationsnummer und den Tag der Geburt des Arbeitnehmers mitzuteilen (&sect; 39e Abs. 4 Satz 4 EStG). Ist die Wirtschafts-Identifikationsnummer noch nicht oder nicht vollst&auml;ndig eingef&uuml;hrt, tritt bei der Authentifizierung des Arbeitgebers gem&auml;&szlig; &sect; 39e Abs. 10 Satz 6 EStG an ihre Stelle die Steuernummer der Betriebsst&auml;tte oder des Teils des Betriebs des Arbeitgebers, in dem der f&uuml;r den Lohnsteuerabzug ma&szlig;gebende Arbeitslohn des Arbeitnehmers ermittelt wird (&sect; 41 Abs. 2 EStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>107<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&#8211; Das Bundeszentralamt f&uuml;r Steuern h&auml;lt gem&auml;&szlig; &sect; 39e Abs. 3 Satz 1 EStG nur die f&uuml;r die zutreffende Ermittlung der Lohnsteuer, des Solidarit&auml;tszuschlags und der Kirchensteuer erforderlichen Daten des Arbeitnehmers zum automatisierten Abruf durch den Arbeitgeber bereit, n&auml;mlich Identifikationsnummer, Tag der Geburt, Merkmale f&uuml;r den Kirchensteuerabzug, Steuerklasse (&sect; 38b EStG) in Zahlen, die Zahl der Kinderfreibetr&auml;ge (&sect; 39 EStG), Freibetrag und Hinzurechnungsbetrag (&sect;&sect; 39a, 39d EStG) sowie den Faktor (&sect; 39f EStG), Teilbetrag der Vorsorgepauschale f&uuml;r die Krankenversicherung und private Pflege-Pflichtversicherung (&sect; 39b Abs. 2 Satz 5 Nr. 3 Buchst. d EStG). Dadurch wird einem unzul&auml;ssigen Datenabruf vorgebeugt. Angaben zu Namen und Anschrift des Arbeitnehmers werden vom Bundeszentralamt f&uuml;r Steuern n&auml;mlich nicht zum Abruf bereitgestellt (BTDrucks 16\/6290, 63; Reuss, a.a.O., &sect; 39e EStG Rz 12; Debus, a.a.O., &sect; 39e EStG Rz 68). Ein Arbeitgeber, der nur die Identifikationsnummer und das Geburtsdatum einer Person kennt, kann daher nicht durch einen Abruf beim Bundeszentralamt f&uuml;r Steuern ermitteln, um welche Person es sich dabei handelt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>108<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&#8211; Da das Bundeszentralamt f&uuml;r Steuern die ELStAM des Arbeitnehmers gem&auml;&szlig; &sect; 39e Abs. 3 Satz 3 EStG zum Zweck ihrer Bereitstellung nach &sect; 39e Abs. 3 Satz 1 EStG mit der Wirtschafts-Identifikationsnummer (&sect; 139c AO) des Arbeitgebers zusammenf&uuml;hrt, sind sie f&uuml;r die Dauer des Dienstverh&auml;ltnisses gesperrt und k&ouml;nnen von anderen Arbeitgebern nicht abgerufen werden (BTDrucks 16\/6290, 64; Reuss, a.a.O., &sect; 39e EStG Rz 12; Debus, a.a.O., &sect; 39e EStG Rz 73). Bezieht ein Arbeitnehmer nebeneinander von mehreren Arbeitgebern Arbeitslohn, so sind vielmehr f&uuml;r jedes weitere Dienstverh&auml;ltnis gesonderte ELStAM zu bilden (&sect; 39e Abs. 3 Satz 2 EStG), die auf die in diesem Fall f&uuml;r die weiteren Dienstverh&auml;ltnisse ma&szlig;gebende Steuerklasse VI (&sect; 38b Satz 2 Nr. 6 EStG) zugeschnitten sind (Friesenhahn, a.a.O., &sect; 39e Rz 4).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>109<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&#8211; Auf die ELStAM sind nach &sect; 39e Abs. 5 Satz 1 EStG die f&uuml;r die Lohnsteuerkarte geltenden Schutzvorschriften entsprechend anzuwenden. Der Arbeitgeber darf demgem&auml;&szlig; die Lohnsteuerabzugsmerkmale nur f&uuml;r die Einbehaltung der Lohnsteuer verwerten; er darf sie ohne Zustimmung des Arbeitnehmers nur offenbaren, soweit dies gesetzlich zugelassen ist (&sect; 39b Abs. 1 Satz 4 EStG). Dies gilt nicht nur gegen&uuml;ber anderen Privatpersonen oder Unternehmen, sondern auch gegen&uuml;ber Beh&ouml;rden und den Sozialversicherungstr&auml;gern (Debus, a.a.O., &sect; 39e EStG Rz 87). Wer Lohnsteuerabzugsmerkmale vors&auml;tzlich oder leichtfertig f&uuml;r andere Zwecke als die Durchf&uuml;hrung des Lohn- und Kirchensteuerabzugs verwendet, handelt gem&auml;&szlig; &sect; 39e Abs. 5 Satz 2 Halbsatz 1 EStG ordnungswidrig. Die Ordnungswidrigkeit kann nach &sect; 39e Abs. 5 Satz 2 Halbsatz 2 i.V.m. &sect; 50f Abs. 2 Alternative 2 EStG mit einer Geldbu&szlig;e bis zu 10.000 EUR geahndet werden. Au&szlig;erdem k&ouml;nnen Schadensersatzanspr&uuml;che des Arbeitnehmers gegen den Arbeitgeber bestehen (Debus, a.a.O., &sect; 39e EStG Rz 88, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>110<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&#8211; Die H&ouml;he der Beitr&auml;ge f&uuml;r eine Krankenversicherung und f&uuml;r eine private Pflege-Pflichtversicherung (&sect; 10 Abs. 1 Nr. 3, &sect; 39b Abs. 2 Satz 5 Nr. 3 Buchst. d EStG) werden vom Bundeszentralamt f&uuml;r Steuern nur dann nach &sect; 39e Abs. 2 Satz 1 Nr. 5 EStG gespeichert, wenn der Steuerpflichtige dies beantragt. Dies tr&auml;gt dem Umstand Rechnung, dass insoweit ein besonderes Geheimhaltungsinteresse des Steuerpflichtigen bestehen kann. Solange der Antrag des Steuerpflichtigen nicht vorliegt, darf das Bundeszentralamt f&uuml;r Steuern die H&ouml;he der Beitr&auml;ge nicht zu den in &sect; 139b Abs. 3 AO genannten Daten hinzuspeichern.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>111<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>6. Der Antragstellerin steht auch kein Anspruch zu, individuell von der Zuteilung einer Identifikationsnummer und der Speicherung sowie Weitergabe ihrer Daten aufgrund entsprechender Vorschriften ausgenommen zu werden. Eine solche Ausnahme ist in &sect;&sect; 139a und 139b AO nicht vorgesehen und braucht auch aus verfassungsrechtlichen Gr&uuml;nden nicht einger&auml;umt zu werden. Die vom Gesetzgeber mit der Einf&uuml;hrung dieser Vorschriften verfolgten Ziele k&ouml;nnen nur erreicht werden, wenn ausnahmslos alle Steuerpflichtigen in die Regelungen einbezogen werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 20.12.2011, II S 28\/10 (PKH) Zuteilung der Identifikationsnummer und dazu erfolgte Datenspeicherung mit Grundgesetz vereinbar &#8211; Zuteilung der Identifikationsnummer kein Verwaltungsakt &#8211; Steuerpflichtiger nach &sect; 139a Abs. 2 AO &#8211; Pflichtangaben zur Religionszugeh&ouml;rigkeit auf Lohnsteuerkarte &#8211; mit einem Prozesskostenhilfeantrag verbundene&nbsp;&nbsp;Rechtsmitteleinlegung Tatbestand 1&nbsp; I. 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