{"id":9214,"date":"2012-12-20T03:01:38","date_gmt":"2012-12-20T01:01:38","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=9214"},"modified":"2012-12-20T03:01:38","modified_gmt":"2012-12-20T01:01:38","slug":"iii-s-9-11-anhoerungsruege-gegen-die-zurueckweisung-einer-nichtzulassungsbeschwerde-nzb-keine-gehoersverletzung-bei-ruege-der-fehlerhaften-rechtsanwendung-oder-der-nichtberuecksichtigung-im-vorausgega","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-s-9-11-anhoerungsruege-gegen-die-zurueckweisung-einer-nichtzulassungsbeschwerde-nzb-keine-gehoersverletzung-bei-ruege-der-fehlerhaften-rechtsanwendung-oder-der-nichtberuecksichtigung-im-vorausgega\/","title":{"rendered":"III&nbsp;S&nbsp;9\/11 &#8211; Anh&ouml;rungsr&uuml;ge gegen die Zur&uuml;ckweisung einer Nichtzulassungsbeschwerde (NZB) &#8211; Keine Geh&ouml;rsverletzung bei R&uuml;ge der fehlerhaften Rechtsanwendung oder der Nichtber&uuml;cksichtigung im vorausgegangenen Beschwerdeverfahren nicht vorgebrachter &Uuml;berlegungen"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 28.11.2011, III S 9\/11<\/p>\n<p class=\"titel\">Anh&ouml;rungsr&uuml;ge gegen die Zur&uuml;ckweisung einer Nichtzulassungsbeschwerde (NZB) &#8211; Keine Geh&ouml;rsverletzung bei R&uuml;ge der fehlerhaften Rechtsanwendung oder der Nichtber&uuml;cksichtigung im vorausgegangenen Beschwerdeverfahren nicht vorgebrachter &Uuml;berlegungen<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Mit Beschluss vom 14. Januar 2011 hat der Senat die Beschwerde wegen Nichtzulassung der Revision III B 96\/09 des Kl&auml;gers, Beschwerdef&uuml;hrers und R&uuml;gef&uuml;hrers (Kl&auml;ger) gegen das Urteil des Finanzgerichts (FG) M&uuml;nster vom 31. M&auml;rz 2009&nbsp;&nbsp;1 K 233\/08 Kg als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen. Hiergegen richtet sich die Anh&ouml;rungsr&uuml;ge des Kl&auml;gers, die er im Wesentlichen wie folgt begr&uuml;ndet:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Senat habe die Ausf&uuml;hrungen des Kl&auml;gers zu den zitierten Urteilen des FG D&uuml;sseldorf und FG Hamburg ausschlie&szlig;lich auf die Unterbrechung oder Beendigung der Haushaltsaufnahme (&quot;abklingende Haushaltsaufnahme&quot;) bezogen und dabei nicht erkannt, dass dies Parallel&uuml;berlegungen f&uuml;r die im Streitfall vorliegende &quot;anklingende Haushaltsaufnahme&quot; seien. Dies zeige, dass der Senat dieses Beschwerdevorbringen nicht zur Kenntnis genommen oder in Erw&auml;gung gezogen habe. Bei Ber&uuml;cksichtigung dieses Aspekts h&auml;tte er m&ouml;glicherweise die Anforderungen an die Darlegung der grunds&auml;tzlichen Bedeutung als erf&uuml;llt angesehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Des Weiteren habe der Senat den Kern des Beschwerdevorbringens nicht zur Kenntnis genommen. Im Streitfall m&uuml;ssten Pflegeeltern, deren behinderte Kinder nicht zu Hause gepflegt werden k&ouml;nnten, mit solchen Pflegeeltern verglichen werden, deren Kinder zu Hause lebten. Der Kl&auml;ger habe in diesem Zusammenhang nicht die Rechtsfrage formuliert, ob das Merkmal des &ouml;rtlich gebundenen Zusammenlebens durch eine funktionale Betrachtung ersetzt werden k&ouml;nne, sondern ob auch die Einrichtung einer Au&szlig;enstelle des Haushalts ausreiche, wenn dies in der Absicht geschehe, mittelfristig die Au&szlig;enstelle mit der Hauptstelle zusammenzuf&uuml;hren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ebenso habe der Senat den faktisch gegebenen Ausschluss des Familienlastenausgleichs nicht ber&uuml;cksichtigt. W&auml;re dies geschehen, h&auml;tte er m&ouml;glicherweise eine andere Entscheidung getroffen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Schlie&szlig;lich habe der Senat die Grundrechte des Kl&auml;gers nicht hinreichend ber&uuml;cksichtigt. Als Folge seiner Rechtsprechung blieben kindsbedingte Mehraufwendungen f&uuml;r behinderungsbedingt notwendig au&szlig;er Haus gepflegte Kinder rechtlich unber&uuml;cksichtigt, w&auml;hrend solche Aufwendungen f&uuml;r gesunde Kinder ber&uuml;cksichtigungsf&auml;hig seien. Die Grundrechte, insbesondere Art. 3 Abs. 3 Satz 2 des Grundgesetzes (GG) geb&ouml;ten aber eine gleiche Behandlung von gesunden und behinderten Menschen. Dies ergebe sich auch aus Art. 5 des &Uuml;bereinkommens der Vereinten Nationen &uuml;ber die Rechte von Menschen mit Behinderungen, das seit dem 1. Januar 2009 f&uuml;r die Bundesrepublik Deutschland verbindlich sei. Der ortsgebundene Haushaltsbegriff m&uuml;sse um ein funktionales Element erg&auml;nzt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Anh&ouml;rungsr&uuml;ge ist unbegr&uuml;ndet und deshalb zur&uuml;ckzuweisen (&sect; 133a Abs. 4 Satz 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Der Anspruch des Kl&auml;gers auf Gew&auml;hrung rechtlichen Geh&ouml;rs wurde im Verfahren &uuml;ber die Nichtzulassungsbeschwerde nicht verletzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Der Anspruch auf rechtliches Geh&ouml;r kann nur dann i.S. von &sect; 133a Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 FGO in entscheidungserheblicher Weise verletzt sein, wenn der Bundesfinanzhof (BFH) bei seiner Beschwerdeentscheidung ein Vorbringen im Zusammenhang mit der Darlegung der Gr&uuml;nde f&uuml;r die Zulassung der Revision i.S. von &sect; 115 Abs. 2 Nrn. 1 bis 3 FGO nicht zur Kenntnis genommen und in Erw&auml;gung gezogen hat und die Revision bei Ber&uuml;cksichtigung dieses Vorbringens h&auml;tte zugelassen werden m&uuml;ssen (BFH-Beschluss vom 7. Februar 2011 XI S 29\/10, BFH\/NV 2011, 824). Grunds&auml;tzlich ist davon auszugehen, dass das Gericht das von ihm entgegengenommene Vorbringen eines Beteiligten auch zur Kenntnis genommen und in Erw&auml;gung gezogen hat, zumal es nach Art. 103 Abs. 1 GG nicht verpflichtet ist, sich mit jedem Vorbringen in der Begr&uuml;ndung seiner Entscheidung ausdr&uuml;cklich zu befassen. Der Anspruch auf rechtliches Geh&ouml;r ist daher erst dann verletzt, wenn sich aus den besonderen Umst&auml;nden des einzelnen Falles deutlich ergibt, dass das Gericht ein tats&auml;chliches Vorbringen entweder &uuml;berhaupt nicht zur Kenntnis genommen oder doch bei seiner Entscheidung ersichtlich nicht in Erw&auml;gung gezogen hat (vgl. Senatsbeschluss vom 12. April 2011 III S 49\/10, BFH\/NV 2011, 1177, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Nach diesen Grunds&auml;tzen liegen im Streitfall keine Anhaltspunkte daf&uuml;r vor, dass der Senat im Verfahren &uuml;ber die Nichtzulassungsbeschwerde den Anspruch des Kl&auml;gers auf Gew&auml;hrung rechtlichen Geh&ouml;rs verletzt haben k&ouml;nnte. Vielmehr hat der Senat das gesamte Beschwerdevorbringen des Kl&auml;gers ber&uuml;cksichtigt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Wie der Kl&auml;ger mit seiner R&uuml;ge selbst vortr&auml;gt, hat sich der Senat mit den von ihm in der Beschwerdebegr&uuml;ndung zitierten Urteilen des FG D&uuml;sseldorf und FG Hamburg auf der Seite 6 des Beschlusses besch&auml;ftigt. Ebenso hat sich der Senat mit der vom Kl&auml;ger angesprochenen funktionalen Betrachtung auf den Seiten 4, 6 f. des Beschlusses auseinandergesetzt. Zudem gibt der Senat im zweiten Absatz auf Seite 3 f. des Beschlusses &#8211;beginnend mit dem Satz &quot;Leibliche Eltern, welche ihre Kinder in fremde Obhut g&auml;ben &#8230;&quot;&#8211; die &Uuml;berlegungen des Kl&auml;gers wieder, die er zu dem vermeintlich faktischen Ausschluss des Familienleistungsausgleichs angestellt hat. Schlie&szlig;lich hat sich der Senat mit den vom Kl&auml;ger vorgetragenen verfassungsrechtlichen Gesichtspunkten, wie die Ausf&uuml;hrungen auf den Seiten 3 f., 6 f. des Beschlusses zeigen, besch&auml;ftigt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Kern tr&auml;gt der Kl&auml;ger mit seiner R&uuml;ge vor, dass der Senat in dem angefochtenen Beschluss seiner, des Kl&auml;gers, Rechtsauffassung nicht gefolgt sei und macht damit geltend, der Senat habe in der Sache fehlerhaft entschieden. Mit diesem Vorbringen kann der Kl&auml;ger im Rahmen der Anh&ouml;rungsr&uuml;ge nach &sect; 133a FGO, die auf die Geltendmachung der Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Geh&ouml;r beschr&auml;nkt ist, nicht geh&ouml;rt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Soweit der Kl&auml;ger nunmehr auf Art. 5 des &Uuml;bereinkommens der Vereinten Nationen &uuml;ber die Rechte von Menschen mit Behinderungen abhebt (BGBl II 2008, 1420), handelt es sich um eine &Uuml;berlegung, die im vorausgegangenen Beschwerdeverfahren III B 96\/09 nicht vorgebracht wurde. Somit konnte der Senat zu diesem Vorbringen weder Stellung nehmen noch es &uuml;bergehen. Eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Geh&ouml;r scheidet insofern aus (vgl. BFH-Beschluss vom 15. Juli 2009 X S 49\/08, nicht amtlich ver&ouml;ffentlicht &#8211;juris&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Kostenpflicht der Anh&ouml;rungsr&uuml;ge folgt aus Nr. 6400 des Kostenverzeichnisses zum Gerichtskostengesetz &#8211;GKG&#8211; (Anlage 1 zu &sect; 3 Abs. 2 GKG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 28.11.2011, III S 9\/11 Anh&ouml;rungsr&uuml;ge gegen die Zur&uuml;ckweisung einer Nichtzulassungsbeschwerde (NZB) &#8211; Keine Geh&ouml;rsverletzung bei R&uuml;ge der fehlerhaften Rechtsanwendung oder der Nichtber&uuml;cksichtigung im vorausgegangenen Beschwerdeverfahren nicht vorgebrachter &Uuml;berlegungen Tatbestand 1&nbsp; I. Mit Beschluss vom 14. 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