{"id":9217,"date":"2012-12-20T02:57:15","date_gmt":"2012-12-20T00:57:15","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=9217"},"modified":"2012-12-20T02:57:15","modified_gmt":"2012-12-20T00:57:15","slug":"v-b-34-11-zweck-des-par-171-abs-14-ao","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-b-34-11-zweck-des-par-171-abs-14-ao\/","title":{"rendered":"V&nbsp;B&nbsp;34\/11 &#8211; Zweck des &sect; 171 Abs. 14 AO"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 16.11.2011, V B 34\/11<\/p>\n<p class=\"titel\">Zweck des &sect; 171 Abs. 14 AO<\/p>\n<p class=\"gruende\">Gr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beschwerde ist unbegr&uuml;ndet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Revision ist nicht wegen eines Verfahrensfehlers (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 3 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;) zuzulassen, weil die Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin) keinen Verfahrensmangel geltend gemacht hat, auf dem die Entscheidung beruhen kann. Unabh&auml;ngig davon, ob das Finanzgericht (FG) zu Recht davon ausgegangen ist, dass der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) &quot;ausweislich der Akten&quot; zu keinem Zeitpunkt ausdr&uuml;cklich oder stillschweigend der Umsatzsteuervoranmeldung zugestimmt hat oder ob sich &#8211;so die Kl&auml;gerin&#8211; eine Zustimmung des FA aus der Zusendung einer Abtretungsanzeige (Bl. 77 FG-Akte) ergibt, beruht das Urteil des FG hierauf nicht, weil es sich hierbei nur um eine Hilfserw&auml;gung handelt. Denn das FG hat das Vorliegen eines Erstattungsanspruchs nach &sect; 37 Abs. 2 der Abgabenordnung (AO) i.V.m. &sect; 171 Abs. 14 AO im Wesentlichen deshalb abgelehnt, weil es aufgrund der Voranmeldung nicht zu einer Zahlung gekommen ist. Ein Erstattungsanspruch nach &sect; 37 Abs. 2 AO setzt eine Zahlung ohne rechtlichen Grund voraus (&quot;Ist eine Steuer, eine Steuerverg&uuml;tung &#8230; ohne rechtlichen Grund gezahlt oder zur&uuml;ckgezahlt worden &#8230;&quot;). Ein R&uuml;ckforderungsanspruch i.S. des &sect; 37 Abs. 2 AO ist daher nur der Anspruch auf R&uuml;ckzahlung zu Unrecht &#8211;ohne rechtlichen Grund&#8211; ausgezahlter Vorsteuer&uuml;bersch&uuml;sse (Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 2. Februar 1995 VII R 42\/94, BFH\/NV 1995, 853; vom 21. Mai 1985 VII R 191\/82, BFHE 143, 412, BStBl II 1985, 488, nicht dagegen der Anspruch auf Vorsteuerabzug, der auf Entlastung von der Steuer gerichtet ist, die der leistende Unternehmer &#8211;mit rechtlichem Grund&#8211; als Teil des Preises auf den Leistungsempf&auml;nger abgew&auml;lzt hat (vgl. Stadie in Rau\/D&uuml;rrw&auml;chter, Umsatzsteuergesetz, &sect; 16 Rz 43 ff.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Revision ist auch nicht wegen grunds&auml;tzlicher Bedeutung der Rechtssache (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO) oder zum Zwecke der Rechtsfortbildung (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 2 FGO) zuzulassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Zur Darlegung der grunds&auml;tzlichen Bedeutung einer Rechtssache (&sect; 116 Abs. 3 Satz 3 FGO) w&auml;re es Aufgabe der Kl&auml;gerin gewesen, innerhalb der Beschwerdefrist eine abstrakte Rechtsfrage herauszustellen, der grunds&auml;tzliche Bedeutung f&uuml;r die Allgemeinheit zukommen soll (z.B. BFH-Beschluss vom 20. Juni 2007 X B 116\/06, BFH\/NV 2007, 1705). Die entscheidungserhebliche Rechtsfrage muss hinreichend konkretisiert und in der Beschwerdebegr&uuml;ndung schl&uuml;ssig und substantiiert unter Auseinandersetzung mit den zur aufgeworfenen Rechtsfrage in Rechtsprechung und Schrifttum vertretenen Auffassungen dargelegt werden, weshalb die f&uuml;r bedeutsam gehaltene Rechtsfrage im Allgemeininteresse kl&auml;rungsbed&uuml;rftig und im Streitfall kl&auml;rbar ist. Darzulegen ist, in welchem Umfang, von welcher Seite und aus welchen Gr&uuml;nden die Beantwortung der Frage zweifelhaft und streitig ist (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. z.B. BFH-Beschluss vom 22. M&auml;rz 2011 X B 151\/10, BFH\/NV 2011, 1165, m.w.N.; Gr&auml;ber\/Ruban, Finanzgerichtsordnung, 7. Aufl., &sect; 116 Rz 32, m.w.N.). Hat der BFH bereits fr&uuml;her &uuml;ber die Rechtsfrage entschieden, muss der Beschwerdef&uuml;hrer dar&uuml;ber hinaus begr&uuml;nden, weshalb er gleichwohl eine erneute Entscheidung zu dieser Frage f&uuml;r erforderlich h&auml;lt. Hierzu muss er substantiiert vortragen, welche neuen und gewichtigen, vom BFH noch nicht gepr&uuml;ften Argumente in der Rechtsprechung der Finanzgerichte und\/oder in der Literatur gegen die Rechtsprechung des BFH vorgebracht worden sind (st&auml;ndige Rechtsprechung, z.B. BFH-Beschluss in BFH\/NV 2011, 1165, m.w.N.; vgl. auch Gr&auml;ber\/Ruban, a.a.O., &sect; 116 Rz 33, m.w.N.). Gleiches gilt f&uuml;r den von der Kl&auml;gerin geltend gemachten Zulassungsgrund der Erforderlichkeit einer Entscheidung des BFH zur Fortbildung des Rechts (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 2 Alternative 1 FGO), der ein Unterfall der grunds&auml;tzlichen Bedeutung ist. In beiden F&auml;llen muss es sich um eine kl&auml;rungsbed&uuml;rftige und kl&auml;rbare Rechtsfrage handeln (z.B. BFH-Beschluss vom 8. Februar 2007 III B 136\/06, BFH\/NV 2007, 902).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die Beschwerde erf&uuml;llt diese Voraussetzungen nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin hat es vers&auml;umt, eine konkrete Rechtsfrage zu formulieren. Die im Schriftsatz vom 9. September 2011 formulierte Rechtsfrage ist schon deshalb unbeachtlich, weil die Beschwerdefrist bereits abgelaufen war. Ganz abgesehen davon hat sich die Kl&auml;gerin weder mit der Rechtsprechung zu &sect; 171 Abs. 14 AO auseinandergesetzt, noch dargelegt, in welchem Umfang, von welcher Seite und aus welchen Gr&uuml;nden die Beantwortung der Rechtsfrage zweifelhaft und umstritten ist. Insbesondere soweit die Kl&auml;gerin meint, &sect; 171 Abs. 14 AO sei verfassungswidrig, fehlt es schon an der Auseinandersetzung mit der Rechtsprechung hierzu. Denn es ist gekl&auml;rt, dass der Zweck des &sect; 171 Abs. 14 AO darin besteht, zu Gunsten des FA zu vermeiden, dass der Steuerpflichtige mit der Begr&uuml;ndung, der Steuerbescheid sei unwirksam bekannt gegeben worden, innerhalb der f&uuml;nfj&auml;hrigen Zahlungsverj&auml;hrungsfrist eine Erstattung der gezahlten Steuern verlangen kann, ohne dass das FA die Steuerfestsetzung innerhalb der vierj&auml;hrigen Festsetzungsfrist durch wirksame Bekanntgabe des Steuerbescheids nachholen k&ouml;nnte (BFH-Urteil vom 13. M&auml;rz 2001 VIII R 37\/00, BFHE 194, 326, BStBl II 2001, 430). Dass diese Regelung verfassungsgem&auml;&szlig; ist, hat das Bundesverfassungsgericht bereits entschieden (Beschluss vom 18. Februar 2003&nbsp;&nbsp;2 BvR 1114\/01, H&ouml;chstrichterliche Finanzrechtsprechung 2003, 718).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 16.11.2011, V B 34\/11 Zweck des &sect; 171 Abs. 14 AO Gr&uuml;nde 1&nbsp; Die Beschwerde ist unbegr&uuml;ndet. 2&nbsp; 1. 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