{"id":9225,"date":"2012-12-20T03:01:56","date_gmt":"2012-12-20T01:01:56","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=9225"},"modified":"2012-12-20T03:01:56","modified_gmt":"2012-12-20T01:01:56","slug":"iv-e-9-11-bestimmung-des-streitwerts-eines-rechtsmittelverfahrens-bei-spaeterem-aenderungsbescheid-ueber-gesonderte-und-einheitliche-gewinnfeststellung-unbeachtlichkeit-tatsaechlicher-einkommensteuerl","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iv-e-9-11-bestimmung-des-streitwerts-eines-rechtsmittelverfahrens-bei-spaeterem-aenderungsbescheid-ueber-gesonderte-und-einheitliche-gewinnfeststellung-unbeachtlichkeit-tatsaechlicher-einkommensteuerl\/","title":{"rendered":"IV&nbsp;E&nbsp;9\/11 &#8211; Bestimmung des Streitwerts eines Rechtsmittelverfahrens bei sp&auml;terem &Auml;nderungsbescheid &uuml;ber gesonderte und einheitliche Gewinnfeststellung &#8211; Unbeachtlichkeit tats&auml;chlicher einkommensteuerlicher Auswirkungen"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 29.11.2011, IV E 9\/11<\/p>\n<p class=\"titel\">Bestimmung des Streitwerts eines Rechtsmittelverfahrens bei sp&auml;terem &Auml;nderungsbescheid &uuml;ber gesonderte und einheitliche Gewinnfeststellung &#8211; Unbeachtlichkeit tats&auml;chlicher einkommensteuerlicher Auswirkungen<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Der Kostenschuldner und Erinnerungsf&uuml;hrer (Kostenschuldner) begehrte als ehemaliger Kommanditist einer Schiffsbeteiligung GmbH &#038; Co. KG im Verfahren vor dem Bundesfinanzhof (BFH) IV R 42\/10, den auf ihn entfallenden, nach &sect; 5a Abs. 4 Satz 3 des Einkommensteuergesetzes (EStG) dem Gewinn hinzuzurechnenden Unterschiedsbetrag nicht als laufenden Gewinn, sondern als nach &sect; 16 Abs. 4 EStG tarifbeg&uuml;nstigten Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn festzustellen. Der anteilige Unterschiedsbetrag wurde vom Finanzamt (FA) mehrfach ge&auml;ndert. In seinem Gewinnfeststellungsbescheid 2006, der urspr&uuml;nglich Gegenstand des Revisionsverfahrens war, hatte das FA den Unterschiedsbetrag in H&ouml;he von 27.608,02 EUR festgestellt; einschlie&szlig;lich eines Anteils des Kostenschuldners am laufenden Gewinn aus dem Betrieb eines Handelsschiffes in H&ouml;he von 45,71 EUR beliefen sich die festgestellten laufenden Eink&uuml;nfte des Kostenschuldners aus Gewerbebetrieb auf insgesamt 27.653,73 EUR. Dem entsprechend hat der Kostenschuldner bei Einlegung seiner Revision beantragt, einen Unterschiedsbetrag in H&ouml;he von 27.608,02 EUR als Ver&auml;u&szlig;erungs- oder Aufgabegewinn festzustellen. In der m&uuml;ndlichen Verhandlung vor dem BFH hat der Kostenschuldner seinem Antrag nach Ma&szlig;gabe des im Laufe des Revisionsverfahrens ge&auml;nderten Feststellungsbescheids 2006 vom 28. Januar 2011 einen Unterschiedsbetrag in H&ouml;he von 25.465,49 EUR zugrunde gelegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach Abweisung der nunmehr gegen den &Auml;nderungsbescheid vom 28. Januar 2011 gerichteten Klage durch den BFH hat die Kostenstelle des BFH mit Kostenrechnung vom &#8230; September 2011 die Gerichtskosten f&uuml;r das Verfahren vor dem BFH angesetzt. Dabei wurde ein Streitwert in H&ouml;he von 25 % von 27.653,73 EUR (= 6.913 EUR) zugrunde gelegt. Der hiergegen gerichteten Erinnerung des Kostenschuldners wurde nicht abgeholfen. Der Kostenbeamte war u.a. der Ansicht, bei Umqualifizierung des vom FA festgestellten laufenden Gewinns in H&ouml;he von 27.653,73 EUR in einen tarifbeg&uuml;nstigten Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn h&auml;tte aufgrund des Freibetrags des &sect; 16 Abs. 4 EStG kein Gewinn versteuert werden m&uuml;ssen. Dies rechtfertige es, bei der Bemessung des Streitwerts statt des vom Kostenschuldner begehrten Prozentsatzes (10 %) einen h&ouml;heren Satz von 25 % anzuwenden. Der niedrigere Satz komme nur in Betracht, wenn lediglich ein Progressionsnachteil streitig sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kostenschuldner h&auml;lt an seiner Erinnerung fest und tr&auml;gt erg&auml;nzend vor, dass auch die Bezugsgr&ouml;&szlig;e zu hoch angesetzt worden sei; der Streitwert d&uuml;rfe nur auf der Grundlage eines Unterschiedsbetrags in H&ouml;he von 25.465,49 EUR bemessen werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Erinnerung hat keinen Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Der Streitwert des Rechtsmittelverfahrens bestimmt sich nach den Antr&auml;gen des Rechtsmittelf&uuml;hrers (&sect; 47 Abs. 1 Satz 1 des Gerichtskostengesetzes &#8211;GKG&#8211;). Nach &sect; 40 GKG ist f&uuml;r die Wertberechnung der Zeitpunkt der den jeweiligen Streitgegenstand betreffenden Antragstellung ma&szlig;gebend, die den Rechtszug einleitet. Sind wie hier die Kosten f&uuml;r das Revisionsverfahren streitig, ist f&uuml;r die Wertberechnung der Zeitpunkt der Einlegung der Revision ma&szlig;gebend (vgl. auch BFH-Beschluss vom 27. Oktober 2005 VII E 10\/05, BFH\/NV 2006, 345, dort f&uuml;r das Beschwerdeverfahren wegen Nichtzulassung der Revision). Es kommt insoweit nicht darauf an, dass das FA im Laufe des Revisionsverfahrens einen &Auml;nderungsbescheid mit einem niedriger festgestellten Unterschiedsbetrag erlassen hat, der nach &sect; 68 der Finanzgerichtsordnung zum Gegenstand des Verfahrens geworden ist und an den der Kostenschuldner seinen Revisionsantrag in der m&uuml;ndlichen Verhandlung vor dem BFH angepasst hat. Vielmehr ist als Ausgangsgr&ouml;&szlig;e des Kostenansatzes der bei Einlegung der Revision streitbefangene Unterschiedsbetrag in H&ouml;he von 27.608,02 EUR zugrunde zu legen. Dass die Kostenstelle stattdessen von einem Wert von 27.653,73 EUR ausgegangen ist, der auch den (unstreitigen) Anteil des Kostenschuldners am laufenden Gewinn aus dem Betrieb eines Handelsschiffes in H&ouml;he von 45,71 EUR enth&auml;lt, wirkt sich &#8211;wie unter II.3. noch n&auml;her ausgef&uuml;hrt&#8211; auf die H&ouml;he der zu erhebenden Gerichtskosten nicht aus.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Der von der Kostenstelle des BFH bei der Bestimmung des Streitwerts ber&uuml;cksichtigte Prozentsatz (25 %) ist nicht zu beanstanden. Nach der Rechtsprechung des BFH bemisst sich im Verfahren der gesonderten und einheitlichen Gewinnfeststellung gem&auml;&szlig; &sect; 180 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. a der Abgabenordnung der Streitwert des &sect; 52 Abs. 1 GKG nach der typisierten einkommensteuerlichen Bedeutung f&uuml;r die Gesellschafter, wobei diese grunds&auml;tzlich mit 25 % des streitigen Gewinns oder Verlustes anzusetzen ist; die tats&auml;chlichen steuerlichen Auswirkungen bei den einzelnen Gesellschaftern werden nicht ermittelt (z.B. BFH-Beschluss vom 4. September 2008 I E 5\/08, BFH\/NV 2008, 2041, m.w.N.). Deshalb kommt es nicht darauf an, ob &#8211;wie es die Kostenstelle des BFH in ihrem an den Kostenschuldner gerichteten Schreiben gesehen hat&#8211; der Kostenschuldner bei Erfolg seiner Revision hinsichtlich eines als Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn zu qualifizierenden Unterschiedsbetrags den Freibetrag des &sect; 16 Abs. 4 EStG h&auml;tte in Anspruch nehmen k&ouml;nnen oder tats&auml;chlich in Anspruch genommen hat. Der Senat sieht keinen Anlass, f&uuml;r den Streitfall von den f&uuml;r das Gewinnfeststellungsverfahren entwickelten Grunds&auml;tzen abzuweichen. Deshalb ist auch vorliegend die einkommensteuerliche Bedeutung der Sache f&uuml;r den Kostenschuldner typisierend mit 25 % des (zum Zeitpunkt der Einlegung der Revision) streitbefangenen Unterschiedsbetrags zu bemessen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Soweit die Kostenstelle &#8211;wie unter II.1. ausgef&uuml;hrt&#8211; den Ausgangswert ihrer Streitwertberechnung um 45,71 EUR zu hoch bemessen hat, wirkt sich dieser Fehler auf die H&ouml;he der Gerichtskosten nicht aus. Nach richtiger Berechnung ergibt sich ein Streitwert in H&ouml;he von 25 % von 27.608,02 EUR = 6.902 EUR (gegen&uuml;ber bisher 6.913 EUR). Nach Anlage 2 zu &sect; 34 GKG bel&auml;uft sich die Geb&uuml;hr bei einem Streitwert von 6.001 EUR bis zu 7.000 EUR auf 151 EUR. Damit ergeben sich nach Nr. 6120 des Kostenverzeichnisses (Anlage 1 zu &sect; 3 Abs. 2 GKG) jedenfalls Gerichtskosten in H&ouml;he von 755 EUR (5 x 151 EUR). Der angefochtene Kostenansatz erweist sich deshalb im Ergebnis als zutreffend.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Nach &sect; 66 Abs. 8 GKG ist das Verfahren geb&uuml;hrenfrei. Kosten werden nicht erstattet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 29.11.2011, IV E 9\/11 Bestimmung des Streitwerts eines Rechtsmittelverfahrens bei sp&auml;terem &Auml;nderungsbescheid &uuml;ber gesonderte und einheitliche Gewinnfeststellung &#8211; Unbeachtlichkeit tats&auml;chlicher einkommensteuerlicher Auswirkungen Tatbestand 1&nbsp; I. Der Kostenschuldner und Erinnerungsf&uuml;hrer (Kostenschuldner) begehrte als ehemaliger Kommanditist einer Schiffsbeteiligung GmbH &#038; Co. 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