{"id":9231,"date":"2012-12-20T06:28:00","date_gmt":"2012-12-20T04:28:00","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=9231"},"modified":"2012-12-20T06:28:00","modified_gmt":"2012-12-20T04:28:00","slug":"viii-b-39-11-haeusliches-arbeitszimmer-bei-erwerbslosigkeit-zulaessigkeit-von-gegen-eine-entscheidung-des-fg-gerichteten-angriffsmitteln","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-b-39-11-haeusliches-arbeitszimmer-bei-erwerbslosigkeit-zulaessigkeit-von-gegen-eine-entscheidung-des-fg-gerichteten-angriffsmitteln\/","title":{"rendered":"VIII&nbsp;B&nbsp;39\/11 &#8211; H&auml;usliches Arbeitszimmer bei Erwerbslosigkeit; Zul&auml;ssigkeit von gegen eine Entscheidung des FG gerichteten Angriffsmitteln"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 13.12.2011, VIII B 39\/11<\/p>\n<p class=\"titel\">H&auml;usliches Arbeitszimmer bei Erwerbslosigkeit; Zul&auml;ssigkeit von gegen eine Entscheidung des FG gerichteten Angriffsmitteln<\/p>\n<p class=\"gruende\">Gr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beschwerde ist nicht begr&uuml;ndet. Gr&uuml;nde f&uuml;r die Zulassung der Revision (&sect; 115 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;) liegen nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Das Urteil leidet nicht an den geltend gemachten Verfahrensfehlern.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Das Finanzgericht (FG) war nicht gehalten, ein Erg&auml;nzungsurteil zu erlassen. Der pauschale Antrag des Kl&auml;gers und Beschwerdef&uuml;hrers (Kl&auml;ger) vom 11. Februar 2011, das angefochtene Urteil &quot;zu berichtigen und zu erg&auml;nzen (Antr&auml;ge gem&auml;&szlig; &sect;&sect; 107-109 FGO)&quot; schlie&szlig;t zwar formal die nachtr&auml;gliche Erg&auml;nzung des Urteils gem&auml;&szlig; &sect; 109 FGO ein, l&auml;sst aber jedwede Begr&uuml;ndung vermissen. Weil auch im Rahmen der Beschwerdebegr&uuml;ndung nicht dargetan wird, dass das FG einen vom Kl&auml;ger gestellten Antrag oder die Kostenfolge bei der Entscheidung &uuml;bergangen hat, ist schon fraglich, ob das Kl&auml;gerschreiben ernstlich als Erg&auml;nzungsantrag zu verstehen ist. Zweifel daran werden verst&auml;rkt durch die Ausf&uuml;hrungen der Prozessbevollm&auml;chtigten in der Beschwerdebegr&uuml;ndung: &quot;Falls der hier ausdr&uuml;cklich als Urteilserg&auml;nzungsantrag gestellte Antrag tats&auml;chlich auf etwas anderes als eine Urteilserg&auml;nzung im Sinne des &sect; 109 Abs. 1 FGO abzielte, (&#8230;).&quot; Jedenfalls wird die Rechtm&auml;&szlig;igkeit des angefochtenen Urteils nicht durch eine noch ausstehende Entscheidung &uuml;ber einen Erg&auml;nzungsantrag ber&uuml;hrt, f&uuml;r den ersichtlich kein Rechtsschutzbed&uuml;rfnis besteht (vgl. dazu Gr&auml;ber\/Stapperfend, FGO, 7. Aufl., &sect; 109 Rz 4, &sect; 108 Rz 5). Ein unsubstantiierter Erg&auml;nzungsantrag kann auch nicht dazu f&uuml;hren, dass das FG erneut &uuml;ber den erst nach Verk&uuml;ndung des angefochtenen Urteils gestellten Befangenheitsantrag zu befinden h&auml;tte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>W&uuml;rde der Senat dem in diesem Zusammenhang &quot;hilfsweise und vorsorglich&quot; gestellten Antrag auf &quot;Auslegung&quot; der Nichtzulassungsbeschwerde als au&szlig;erordentliche Beschwerde folgen, w&auml;re damit zugleich dem vorliegenden Verfahren der Nichtzulassungsbeschwerde der Boden entzogen. Im &Uuml;brigen wird darauf hingewiesen, dass sp&auml;testens seit dem Gesetz &uuml;ber die Anh&ouml;rungsr&uuml;ge es ganz herrschender Meinung entspricht, dass die au&szlig;erordentliche Beschwerde generell nicht mehr statthaft ist (Gr&auml;ber\/ Ruban, a.a.O., &sect; 128 Rz 16, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) In der Ablehnung des Antrags auf Verlegung des Termins zur m&uuml;ndlichen Verhandlung liegt kein Verfahrensfehler; ein erheblicher Grund i.S. von &sect; 155 FGO i.V.m. &sect; 227 der Zivilprozessordnung lag nicht vor. Die Voraussetzungen f&uuml;r eine Aussetzung des Verfahrens gem&auml;&szlig; &sect; 74 FGO (vgl. Gr&auml;ber\/Koch, a.a.O., &sect; 91 Rz 4) waren nicht gegeben; der Ausgang des gesondert gef&uuml;hrten Verfahrens &uuml;ber die Steuerabrechnung pr&auml;judiziert nicht die Entscheidung &uuml;ber die Einkommensteuerfestsetzung. Nichts anderes ergibt sich aus dem vom Kl&auml;ger angef&uuml;hrten Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 17. Juni 2009 VI R 46\/07 (BFHE 226, 53, BStBl II 2010, 72, dort insbesondere unter II.1.a der Gr&uuml;nde). Darauf, ob der Kl&auml;ger durch Einlassung auf die m&uuml;ndliche Verhandlung sein R&uuml;gerecht hinsichtlich der geltend gemachten Verletzung des rechtlichen Geh&ouml;rs verloren hat (vgl. Gr&auml;ber\/Ruban, a.a.O., &sect; 119 Rz 12 ff.), kommt es folglich nicht mehr an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Soweit der Kl&auml;ger r&uuml;gt, das Gericht habe gegen &sect; 96 Abs. 1 Satz 1 FGO versto&szlig;en, indem es entscheidungserhebliche Sachverhalte &uuml;bergangen habe, kann er damit nicht durchdringen. Selbst wenn man davon ausgeht, dass das FG es vers&auml;umt hat, sich im Urteil mit der steuerlichen Beurteilung der Nutzung des h&auml;uslichen Arbeitszimmers in Zeiten der Erwerbslosigkeit des Kl&auml;gers und seiner tempor&auml;ren selbst&auml;ndigen T&auml;tigkeit als Dozent auseinanderzusetzen, ist die Revision nicht zuzulassen, weil sich die Entscheidung im Ergebnis als richtig darstellt (&sect; 126 Abs. 4 FGO analog). Denn eine weiter gehende Ber&uuml;cksichtigung der geltend gemachten Aufwendungen f&uuml;r das h&auml;usliche Arbeitszimmer in den Streitjahren kommt nicht in Betracht. Nutzt ein Steuerpflichtiger ein h&auml;usliches Arbeitszimmer w&auml;hrend einer Phase der Erwerbslosigkeit zur Vorbereitung auf eine k&uuml;nftige Erwerbst&auml;tigkeit, so kann er die Aufwendungen f&uuml;r das Arbeitszimmer regelm&auml;&szlig;ig nur geltend machen, wenn und soweit ihm der Werbungskostenabzug auch unter den zu erwartenden Umst&auml;nden der sp&auml;teren beruflichen T&auml;tigkeit zustehen w&uuml;rde (BFH-Urteil vom 2. Dezember 2005 VI R 63\/03, BFHE 212, 118, BStBl II 2006, 329). Das angefochtene Urteil setzt sich eingehend damit auseinander, dass die in den Streitjahren ausge&uuml;bte Berufst&auml;tigkeit ihren Mittelpunkt nicht im h&auml;uslichen Arbeitszimmer hatte. Tats&auml;chliche Umst&auml;nde, aus denen sich erg&auml;be, dass im Unterschied hierzu eine k&uuml;nftig angestrebte Berufst&auml;tigkeit ihren Mittelpunkt dort haben w&uuml;rde, sind vom FG nicht festgestellt und auch sonst nicht ersichtlich. Das gilt auch hinsichtlich einer k&uuml;nftigen T&auml;tigkeit als Berater und Dozent (vgl. BFH-Beschluss vom 26. September 2005 XI B 57\/04, BFH\/NV 2006, 517).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Rechtssache ist nicht von grunds&auml;tzlicher Bedeutung. Eine Rechtssache hat nur dann grunds&auml;tzliche Bedeutung i.S. von &sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO, wenn eine Frage zu entscheiden ist, an deren Beantwortung ein allgemeines Interesse besteht (sog. Kl&auml;rungsbed&uuml;rftigkeit) und die im angestrebten Revisionsverfahren gegen das angefochtene Urteil gekl&auml;rt werden kann (sog. Kl&auml;rungsf&auml;higkeit; vgl. dazu BFH-Beschluss vom 27. April 2007 VIII B 250\/05, BFH\/NV 2007, 1675, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Streitfall fehlt es an der Kl&auml;rungsbed&uuml;rftigkeit. Durch das bereits unter 1.c dieses Beschlusses angef&uuml;hrte BFH-Urteil in BFHE 212, 118, BStBl II 2006, 329 ist hinreichend gekl&auml;rt, unter welchen Voraussetzungen und in welchem Umfang ein Steuerpflichtiger Aufwendungen f&uuml;r ein Arbeitszimmer in Phasen der Erwerbslosigkeit geltend machen kann.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die vom Kl&auml;ger aufgeworfene Frage, wie er gegebenenfalls darlegen und nachweisen m&uuml;sse oder k&ouml;nne, dass es sich bei dem h&auml;uslichen Arbeitszimmer um den Mittelpunkt der gesamten betrieblichen oder beruflichen T&auml;tigkeit handele, ist demgegen&uuml;ber nachrangig und nicht von grunds&auml;tzlicher Bedeutung, weil sie nur anhand der tats&auml;chlichen Umst&auml;nde des jeweiligen Einzelfalls zu beantworten ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die grunds&auml;tzliche Bedeutung der Rechtssache folgt auch nicht aus den angemeldeten Zweifeln an der Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit der gesetzlichen Regelung in &sect; 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6b des Einkommensteuergesetzes in der f&uuml;r die Streitjahre geltenden Fassung. Die dort geregelte gesetzliche Obergrenze von 2.400 DM ist verfassungsgem&auml;&szlig; (Urteil des Bundesverfassungsgerichts &#8211;BVerfG&#8211; vom 7. Dezember 1999&nbsp;&nbsp;2 BvR 301\/98, BVerfGE 101, 297, BStBl II 2000, 162). Der Kl&auml;ger kann sich in Bezug auf die Streitjahre schon deshalb nicht mit Erfolg auf den BVerfG-Beschluss vom 6. Juli 2010&nbsp;&nbsp;2 BvL 13\/09 (BVerfGE 126, 268, BFH\/NV 2010, 1767) berufen, weil das BVerfG damit den Gesetzgeber zu einer (nur) auf den 1. Januar 2007 r&uuml;ckwirkenden Neuregelung verpflichtet hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Soweit der Kl&auml;ger im &Uuml;brigen Einwendungen gegen die materielle Richtigkeit des angefochtenen Urteils geltend macht, f&uuml;hren diese grunds&auml;tzlich nicht zur Zulassung der Revision (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. z.B. BFH-Beschl&uuml;sse vom 28. April 2003 VIII B 260\/02, BFH\/NV 2003, 1336; vom 23. Juni 2003 IX B 119\/02, BFH\/NV 2003, 1289).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 13.12.2011, VIII B 39\/11 H&auml;usliches Arbeitszimmer bei Erwerbslosigkeit; Zul&auml;ssigkeit von gegen eine Entscheidung des FG gerichteten Angriffsmitteln Gr&uuml;nde 1&nbsp; Die Beschwerde ist nicht begr&uuml;ndet. Gr&uuml;nde f&uuml;r die Zulassung der Revision (&sect; 115 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;) liegen nicht vor. 2&nbsp; 1. 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