{"id":9254,"date":"2012-12-20T03:01:57","date_gmt":"2012-12-20T01:01:57","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=9254"},"modified":"2012-12-20T03:01:57","modified_gmt":"2012-12-20T01:01:57","slug":"vii-s-36-11-klage-auf-erteilung-steuerlicher-informationen-aus-den-steuerakten-eines-dritten-den-streitfall-betreffende-akten-is-des-par-71-abs-2-fgo-einsichtsrecht-anhoerungsruege-wegen-angeblicher-u","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-s-36-11-klage-auf-erteilung-steuerlicher-informationen-aus-den-steuerakten-eines-dritten-den-streitfall-betreffende-akten-is-des-par-71-abs-2-fgo-einsichtsrecht-anhoerungsruege-wegen-angeblicher-u\/","title":{"rendered":"VII&nbsp;S&nbsp;36\/11 &#8211; Klage auf Erteilung steuerlicher Informationen aus den Steuerakten eines Dritten &#8211; &quot;Den Streitfall betreffende Akten&quot; i.S. des &sect; 71 Abs. 2 FGO &#8211; Einsichtsrecht &#8211; Anh&ouml;rungsr&uuml;ge wegen angeblicher &Uuml;berraschungsentscheidung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 29.11.2011, VII S 36\/11<\/p>\n<p class=\"titel\">Klage auf Erteilung steuerlicher Informationen aus den Steuerakten eines Dritten &#8211; &quot;Den Streitfall betreffende Akten&quot; i.S. des &sect; 71 Abs. 2 FGO &#8211; Einsichtsrecht &#8211; Anh&ouml;rungsr&uuml;ge wegen angeblicher &Uuml;berraschungsentscheidung<\/p>\n<p class=\"gruende\">Gr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Senat sieht den Anspruch des Kl&auml;gers und Beschwerdef&uuml;hrers (Kl&auml;ger) auf rechtliches Geh&ouml;r nicht verletzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Anders als der Kl&auml;ger offenbar meint, hat der Senat mit dem Beschluss vom 9. September 2011 VII B 73\/11 nicht die Auffassung vertreten, das Recht eines Beteiligten auf Einsichtnahme in diejenigen dem Gericht vorliegenden Akten, welche vom Gericht als in Betracht kommende Entscheidungsgrundlage herangezogen worden sind, h&auml;nge von ihrer Entscheidungserheblichkeit f&uuml;r den betreffenden Rechtsstreit ab. Eine solche Betrachtungsweise lie&szlig;e sich mit dem Anspruch der am finanzgerichtlichen Verfahren Beteiligten auf rechtliches Geh&ouml;r (Art. 103 Abs. 1 des Grundgesetzes, &sect; 96 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;) nicht vereinbaren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Unter den besonderen Umst&auml;nden des Streitfalls, in dem im finanzgerichtlichen Verfahren der Hauptsache 6 K 440\/10 um die Erteilung steuerlicher Informationen aus den Steuerakten eines Dritten, n&auml;mlich des Insolvenzschuldners, gestritten wird, in dem der Zugriff auf den Inhalt dieser Steuerakten also gerade das Ziel der Klage vor dem Finanzgericht (FG) ist, stellte sich in dem vorangegangenen Beschwerdeverfahren vielmehr die Frage, ob solche Akten &quot;die den Streitfall betreffenden Akten&quot; i.S. des &sect; 71 Abs. 2 FGO sind, die das FG nach Eingang einer Klage von der Finanzbeh&ouml;rde anfordert bzw. diese von sich aus dem FG &uuml;bermittelt und die die Beteiligten (grunds&auml;tzlich uneingeschr&auml;nkt) gem&auml;&szlig; &sect; 78 Abs. 1 FGO als &quot;vorgelegte Akten&quot; einsehen k&ouml;nnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Weder dass der Senat diese Frage als entscheidungserheblich angesehen hat noch dass er sie verneint hat, kann unter Ber&uuml;cksichtigung der Besonderheiten des Streitfalls als eine Entscheidung angesehen werden, mit der der sachkundig vertretene Kl&auml;ger nicht rechnen musste. Das angeblich &Uuml;berraschende an der Entscheidung l&auml;sst sich insbesondere nicht mit dem Hinweis auf die Senatsbeschl&uuml;sse vom 16. August 1999 VII B 131\/99 (BFH\/NV 2000, 78) und vom 28. November 2005 VII B 54\/05 (BFH\/NV 2006, 758) begr&uuml;nden, da es in jenen Verfahren nicht um die den Streitfall kennzeichnende Konstellation ging, in der die Frage des Akteneinsichtsrechts gem&auml;&szlig; &sect; 78 Abs. 1 FGO solche Akten betrifft, auf eben deren Inhalt sich das Klagebegehren im Hauptsacheverfahren richtet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es d&uuml;rfte auch eher als naheliegend und nicht als unvorhersehbar anzusehen sein, ein Akteneinsichtsrecht nach &sect; 78 Abs. 1 FGO hinsichtlich solcher Akten zu verneinen, die das FG nicht beigezogen hat, sondern die ihm unaufgefordert &uuml;bermittelt worden sind, und die nicht den Verwaltungsvorgang betreffen, welcher dem Klageverfahren vorausgegangen ist und zu ihm gef&uuml;hrt hat, sondern bei denen es sich um einen Dritten betreffende Steuerakten handelt, der nicht Beteiligter des jeweiligen gerichtlichen Verfahrens ist. Dass anderes gelten mag, falls das FG ihm unaufgefordert &uuml;bersandte Verwaltungsakten, bei denen es sich nicht um solche i.S. des &sect; 71 Abs. 2 FGO handelt, nicht an die Finanzbeh&ouml;rde zur&uuml;cksendet, sondern bei der Gerichtsakte beh&auml;lt, hat der Senat im Beschluss vom 9. September 2011 ausgef&uuml;hrt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das vorangegangene Beschwerdeverfahren hat durch die vom Senat vorgenommene Pr&uuml;fung, ob die den Insolvenzschuldner betreffenden Steuerakten als &quot;die dem Gericht vorgelegten Akten&quot; i.S. des &sect; 78 Abs. 1 FGO anzusehen sind, keine Wendung erfahren, mit der ein sachkundiger bzw. sachkundig vertretener Prozessbeteiligter nicht rechnen konnte. Diese Pr&uuml;fung war ohnehin nach dem Wortlaut der Vorschrift erforderlich und insbesondere &#8211;wie ausgef&uuml;hrt&#8211; durch das den Streitfall kennzeichnende Merkmal bedingt, dass die Offenlegung steuerlicher Informationen aus den Akten des Insolvenzschuldners gerade das im Hauptsacheverfahren verfolgte Ziel ist, diese Akten mit anderen Worten Gegenstand der Klage sind, nicht aber als Entscheidungsgrundlage daf&uuml;r in Betracht kommen, ob der im Hauptsacheverfahren verfolgte Anspruch des Kl&auml;gers besteht oder nicht. Diese zu pr&uuml;fende Frage war auch bereits durch den vorausgegangenen Beschluss des FG vom 24. Februar 2011&nbsp;&nbsp;6 K 440\/10 vorgezeichnet, denn das FG hat in diesem Beschluss ausgef&uuml;hrt:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&quot;Da Speicherkontoausz&uuml;ge und insbesondere die Besteuerungsgrundlagen in den Steuerakten enthalten sind bzw. sein k&ouml;nnen, deckt sich der Antrag auf Akteneinsicht insoweit mit dem Klagebegehren des Kl&auml;gers. Die vollst&auml;ndige Gew&auml;hrung der beantragten Akteneinsicht bedeutete in gro&szlig;en Teilen bereits eine Vorwegnahme der Hauptsache und war deshalb zur&uuml;ckzuweisen.&quot;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit diesen Ausf&uuml;hrungen umschreibt das FG die vom beschlie&szlig;enden Senat im Beschwerdeverfahren angestellten Erw&auml;gungen lediglich mit anderen Worten. Anders als der Kl&auml;ger meint, kann also nicht davon gesprochen werden, die rechtlichen Erw&auml;gungen des Senats zum Akteneinsichtsrecht unter den besonderen Umst&auml;nden des Streitfalls seien vom FG bisher nicht thematisiert worden. Der Kl&auml;ger musste vielmehr von der M&ouml;glichkeit ausgehen, das Beschwerdegericht k&ouml;nnte ebenso wie das FG entscheiden. Dass er evtl. aufgrund eigener Rechtspr&uuml;fung erwartete, seine Beschwerde werde Erfolg haben, rechtfertigt es nicht, den Beschluss vom 9. September 2011 als &Uuml;berraschungsentscheidung zu bezeichnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>F&uuml;r die Entscheidung wird nach der Anlage 1 zum Gerichtskostengesetz eine Geb&uuml;hr in H&ouml;he von 50 EUR erhoben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 29.11.2011, VII S 36\/11 Klage auf Erteilung steuerlicher Informationen aus den Steuerakten eines Dritten &#8211; &quot;Den Streitfall betreffende Akten&quot; i.S. des &sect; 71 Abs. 2 FGO &#8211; Einsichtsrecht &#8211; Anh&ouml;rungsr&uuml;ge wegen angeblicher &Uuml;berraschungsentscheidung Gr&uuml;nde 1&nbsp; Der Senat sieht den Anspruch des Kl&auml;gers und Beschwerdef&uuml;hrers (Kl&auml;ger) auf rechtliches Geh&ouml;r nicht verletzt. 2&nbsp; Anders &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-s-36-11-klage-auf-erteilung-steuerlicher-informationen-aus-den-steuerakten-eines-dritten-den-streitfall-betreffende-akten-is-des-par-71-abs-2-fgo-einsichtsrecht-anhoerungsruege-wegen-angeblicher-u\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VII&nbsp;S&nbsp;36\/11 &#8211; Klage auf Erteilung steuerlicher Informationen aus den Steuerakten eines Dritten &#8211; &quot;Den Streitfall betreffende Akten&quot; i.S. des &sect; 71 Abs. 2 FGO &#8211; Einsichtsrecht &#8211; Anh&ouml;rungsr&uuml;ge wegen angeblicher &Uuml;berraschungsentscheidung<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-9254","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9254","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9254"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9254\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9254"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=9254"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9254"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}