{"id":9259,"date":"2012-12-20T02:52:22","date_gmt":"2012-12-20T00:52:22","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=9259"},"modified":"2012-12-20T02:52:22","modified_gmt":"2012-12-20T00:52:22","slug":"viii-r-18-08-ertragsbescheinigungen-auslaendischer-investmentgesellschaften-kein-rueckwirkendes-ereignis-zurechnung-des-verschuldens-eines-steuerberaters-bei-anfertigung-der-steuererklaerung-erklaerun","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-r-18-08-ertragsbescheinigungen-auslaendischer-investmentgesellschaften-kein-rueckwirkendes-ereignis-zurechnung-des-verschuldens-eines-steuerberaters-bei-anfertigung-der-steuererklaerung-erklaerun\/","title":{"rendered":"VIII&nbsp;R&nbsp;18\/08 &#8211; Ertragsbescheinigungen ausl&auml;ndischer Investmentgesellschaften kein r&uuml;ckwirkendes Ereignis &#8211; Zurechnung des Verschuldens eines Steuerberaters bei Anfertigung der Steuererkl&auml;rung &#8211; Erkl&auml;rungspflicht trotz ungewisser Tatsachen &#8211; Kein nachtr&auml;glich bekanntgewordenes Beweismittel"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 9.11.2011, VIII R 18\/08<\/p>\n<p class=\"titel\">Ertragsbescheinigungen ausl&auml;ndischer Investmentgesellschaften kein r&uuml;ckwirkendes Ereignis &#8211; Zurechnung des Verschuldens eines Steuerberaters bei Anfertigung der Steuererkl&auml;rung &#8211; Erkl&auml;rungspflicht trotz ungewisser Tatsachen &#8211; Kein nachtr&auml;glich bekanntgewordenes Beweismittel<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Streitig ist, ob ein bestandskr&auml;ftiger Einkommensteuerbescheid aufgrund einer sp&auml;ter vorgelegten Mitteilung &uuml;ber Verluste eines ausl&auml;ndischen Fonds ge&auml;ndert werden kann, wenn diese Beteiligung in der Steuererkl&auml;rung nicht angegeben worden war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) sind Ehegatten, die in den Streitjahren (2002, 2003) zusammen zur Einkommensteuer veranlagt wurden. Bei der Erstellung der Einkommensteuererkl&auml;rungen der Jahre 2000 bis 2003 wirkte jeweils der Steuerberater L als Bevollm&auml;chtigter mit.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Jahr 2000 erwarben die Kl&auml;ger jeweils Anteile an einem Fonds einer Luxemburger Investmentgesellschaft (N-Fonds). In der Einkommensteuererkl&auml;rung f&uuml;r das Jahr 2000 erkl&auml;rten sie in ihrer Anlage KAP sowohl ausl&auml;ndische Ertr&auml;ge als auch Verluste. In der Anlage AUS waren unter anderem Verluste aus dem N-Fonds enthalten. Dabei entfiel auf den Kl&auml;ger ein Betrag von &#8211; 22 DM und auf die Kl&auml;gerin von &#8211; 166 DM. Die Anlage KAP des Jahres 2001 enthielt Angaben zu ausl&auml;ndischen Verlusten der Kl&auml;ger. In den jeweiligen Anlagen AUS erkl&auml;rte die Kl&auml;gerin einen Verlust aus dem N-Fonds in H&ouml;he von 12.969 DM und der Kl&auml;ger in H&ouml;he von 5.317 DM.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Streitjahr 2002 enthielt die Steuererkl&auml;rung der Kl&auml;ger keine Anlage AUS. Das f&uuml;r ausl&auml;ndische Kapitalertr&auml;ge vorgesehene Feld des Mantelbogens enthielt keinen Eintrag. In der Anlage KAP erkl&auml;rten die Kl&auml;ger inl&auml;ndische und ausl&auml;ndische (positive) Kapitalertr&auml;ge, jedoch keine Verluste aus dem N-Fonds. Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) veranlagte die Kl&auml;ger erkl&auml;rungsgem&auml;&szlig;. Das FA erlie&szlig; am 29. Juni 2004 einen nach &sect; 175 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 der Abgabenordnung (AO) ge&auml;nderten Einkommensteuerbescheid. Weder diesen &Auml;nderungsbescheid noch den zuvor erlassenen Bescheid fochten die Kl&auml;ger mit einem Rechtsbehelf an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>F&uuml;r das weitere Streitjahr 2003 reichten die Kl&auml;ger sowohl eine gemeinsame Anlage KAP als auch eine Anlage AUS f&uuml;r den Kl&auml;ger ein. In der Anlage KAP erkl&auml;rten sie inl&auml;ndische und ausl&auml;ndische positive Kapitalertr&auml;ge. Die Anlage AUS wies f&uuml;r den Kl&auml;ger positive Einnahmen aus den USA aus. Das FA erlie&szlig; am 26. Juli 2004 einen erkl&auml;rungsgem&auml;&szlig;en Einkommensteuerbescheid, gegen den die Kl&auml;ger keinen Einspruch einlegten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 16. November 2004 beantragte L f&uuml;r die Kl&auml;ger beim FA eine &Auml;nderung der Einkommensteuerbescheide f&uuml;r 2002 und 2003 nach &sect; 173 Abs. 1 Nr. 2 AO. Das Begehren richtete sich auf die Ber&uuml;cksichtigung von (negativen) aussch&uuml;ttungsgleichen Ertr&auml;gen aus dem N-Fonds. F&uuml;r die Kl&auml;ger sollten in 2002 negative Ertr&auml;ge in H&ouml;he von 42.109,09 EUR sowie f&uuml;r 2003 in H&ouml;he von 31.986,47 EUR nachtr&auml;glich anerkannt werden. Dem Antrag waren Aufstellungen der Fondsgesellschaft f&uuml;r das Gesch&auml;ftsjahr 2002 vom 11. November 2004 sowie f&uuml;r das Jahr 2003 vom 20. Oktober 2004 beigef&uuml;gt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA lehnte eine &Auml;nderung der betreffenden Einkommensteuerbescheide wegen groben Verschuldens der Kl&auml;ger ab. Den gegen diese Ablehnung eingelegten Einspruch wies das FA zur&uuml;ck.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die anschlie&szlig;ende Klage vor dem Finanzgericht (FG) blieb mit den in Entscheidungen der Finanzgerichte 2007, 479 ver&ouml;ffentlichten Gr&uuml;nden erfolglos.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r&uuml;gen die Kl&auml;ger die Verletzung des &sect; 175 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 AO sowie des &sect; 173 Abs. 1 Nr. 2 AO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger sind der Auffassung, dass eine &Auml;nderung nach &sect; 175 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 AO erfolgen m&uuml;sse. Die Aussch&uuml;ttungsmitteilung sei ein r&uuml;ckwirkendes Ereignis. Dies habe der Bundesfinanzhof (BFH) in einem vergleichbaren Fall entschieden (Senatsurteil vom 18. April 2000 VIII R 75\/98, BStBl II 2000, 423). Der Ausschlussgrund des &sect; 175 Abs. 2 Satz 2 AO greife vorliegend nicht ein. Denn es liege eine verfassungswidrige echte R&uuml;ckwirkung vor, die nicht durch zwingende Gr&uuml;nde des Allgemeinwohls gerechtfertigt sei. Auch eine &Auml;nderung nach &sect; 173 Abs. 1 Nr. 2 AO sei m&ouml;glich. Ein grobes Verschulden seitens der Kl&auml;ger sei zu verneinen. Es handle sich um einen &uuml;blicherweise vorkommenden Fehler. Denn es wurde lediglich vergessen, Aufwendungen, die der H&ouml;he nach unbekannt waren, geltend zu machen. Zudem h&auml;tte das FA die Verluste ohne die Bescheinigungen nicht anerkannt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger beantragen sinngem&auml;&szlig;,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>das Urteil des FG M&uuml;nchen, Au&szlig;ensenate Augsburg, vom 6. Dezember 2006&nbsp;&nbsp;10 K 390\/06 aufzuheben,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>den Einkommensteuerbescheid f&uuml;r 2002 vom 29. Juni 2004 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 16. Dezember 2005 dahingehend zu &auml;ndern, dass weitere negative Einnahmen aus Kapitalverm&ouml;gen in H&ouml;he von 42.109,09 EUR ber&uuml;cksichtigt werden sowie<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>den Einkommensteuerbescheid f&uuml;r 2003 vom 26. Juli 2004 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 16. Dezember 2005 insoweit zu &auml;ndern, dass zus&auml;tzliche negative Einnahmen aus Kapitalverm&ouml;gen in H&ouml;he von 31.986,47 EUR ber&uuml;cksichtigt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect; 126 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat im Ergebnis zu Recht entschieden, dass die angegriffenen Einkommensteuerbescheide nicht zur Ber&uuml;cksichtigung der Verluste aus dem ausl&auml;ndischen Investmentfonds ge&auml;ndert werden k&ouml;nnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Zutreffend hat das FG eine &Auml;nderung nach &sect; 173 Abs. 1 Nr. 2 AO ausgeschlossen. Nach dieser Norm ist ein Steuerbescheid zu &auml;ndern, wenn Tatsachen oder Beweismittel nachtr&auml;glich bekannt werden, die zu einer niedrigeren Steuer f&uuml;hren und den Steuerpflichtigen kein grobes Verschulden daran trifft, dass die Tatsachen oder Beweismittel erst nachtr&auml;glich bekannt werden. Vorliegend sind die negativen Einnahmen aus einer eigenen Erwerbsgrundlage &#8211;die Beteiligung am N-Fonds&#8211; zwar eine neue Tatsache (vgl. BFH-Urteil vom 8. Dezember 1998 IX R 14\/97, BFH\/NV 1999, 743), die zu einer niedrigeren Steuer f&uuml;hrt. Jedoch trifft die Kl&auml;ger am nachtr&auml;glichen Bekanntwerden dieser Tatsache ein grobes Verschulden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Verschulden im Sinne der ma&szlig;geblichen Vorschrift setzt Vorsatz oder grobe Fahrl&auml;ssigkeit voraus. Grob fahrl&auml;ssig handelt, wer die ihm nach seinen pers&ouml;nlichen Verh&auml;ltnissen und F&auml;higkeiten zumutbare Sorgfalt in ungew&ouml;hnlich gro&szlig;em Ma&szlig;e und in nicht entschuldbarer Weise verletzt (Senatsurteil vom 21. Januar 2004 VIII R 15\/02, BFH\/NV 2004, 910). So handelt der Steuerpflichtige etwa grob fahrl&auml;ssig, wenn er eine in einem Steuererkl&auml;rungsformular ausdr&uuml;cklich gestellte, auf einen bestimmten Vorgang bezogene Frage nicht beantwortet (BFH-Urteile vom 23. Oktober 2002 III R 32\/00, BFH\/NV 2003, 441; vom 21. April 1988 IV R 215\/85, BFHE 153, 485, BStBl II 1988, 863). Ein Verschulden seines steuerlichen Beraters bei der Anfertigung der Steuererkl&auml;rung muss sich der Steuerpflichtige zurechnen lassen. Denn der Steuerpflichtige, der f&uuml;r die Richtigkeit seiner Angaben in der Steuererkl&auml;rung einzustehen hat (&sect; 150 Abs. 2 AO), kann sich dieser Verantwortung nicht dadurch entziehen, dass er die Ausarbeitung der Steuererkl&auml;rung seinem steuerlichen Berater &uuml;bertr&auml;gt (BFH-Urteil vom 17. November 2005 III R 44\/04, BFHE 211, 401, BStBl II 2006, 412). Ob ein Steuerpflichtiger danach grob fahrl&auml;ssig gehandelt hat, ist im Wesentlichen eine Tatfrage. Die hierzu vom FG aufgrund der von ihm getroffenen tats&auml;chlichen Feststellungen vorgenommene W&uuml;rdigung darf &#8211;abgesehen von zul&auml;ssigen oder begr&uuml;ndeten Verfahrensr&uuml;gen&#8211; in der Revisionsinstanz nur daraufhin &uuml;berpr&uuml;ft werden, ob der Rechtsbegriff der groben Fahrl&auml;ssigkeit richtig erkannt worden ist und ob die W&uuml;rdigung der Umst&auml;nde hinsichtlich des individuellen Verschuldens den Denkgesetzen und Erfahrungss&auml;tzen nicht widerspricht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Nach diesen Grunds&auml;tzen ist die W&uuml;rdigung des FG, dass die Kl&auml;ger das nachtr&auml;gliche Bekanntwerden der negativen Einnahmen aus dem N-Fonds grob verschuldet haben, revisionsrechtlich nicht zu beanstanden. Diese W&uuml;rdigung des FG, die von den Kl&auml;gern nicht mit Verfahrensr&uuml;gen angegriffen wurde, ist nicht nur m&ouml;glich, sondern aufgrund der vom FG festgestellten einzelnen Umst&auml;nde auch naheliegend. Die Kl&auml;ger haben ihre Steuererkl&auml;rungspflicht grob fahrl&auml;ssig verletzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Die Kl&auml;ger haben weder in den abgegebenen Anlagen KAP die Frage nach ausl&auml;ndischen Investmentanteilen beantwortet, noch in der Anlage AUS des Kl&auml;gers f&uuml;r 2003 den Namen der Fondsgesellschaft eingetragen. F&uuml;r das Jahr 2002 gaben sie trotz der N-Beteiligung keine Anlage AUS ab. Damit haben sie ihre Pflicht zur vollst&auml;ndigen Abgabe von Steuererkl&auml;rungen verletzt. Denn sie haben ihre Beteiligung an dem N-Fonds dem Grunde nach nicht offengelegt. Aus der Verpflichtung des &sect; 150 AO, die Steuererkl&auml;rung nach bestem Wissen und Gewissen anzufertigen, ergibt sich, dass jeder Steuerpflichtige die Pflicht hat, s&auml;mtliche steuerrelevante Tatsachen vollst&auml;ndig offenzulegen. Sind bestimmte Tatsachen zum Abgabezeitpunkt ungewiss, entbindet dies den Steuerpflichtigen weder von seiner Pflicht zur fristgem&auml;&szlig;en noch von der zur vollst&auml;ndigen Erkl&auml;rungsabgabe (vgl. BFH-Beschluss vom 30. April 2001 VII B 325\/00, BFH\/NV 2001, 1227). Er hat in diesem Fall auf einen vorl&auml;ufigen oder auf einen Vorbehaltsbescheid hinzuwirken und darzulegen, warum er zu bestimmten Tatsachen (noch) keine Angaben machen kann.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Der Senat kann offenlassen, ob die Kl&auml;ger selbst diese Pflicht grob fahrl&auml;ssig verletzt haben. Daf&uuml;r k&ouml;nnte sprechen, dass sie von ihrer Beteiligung an dem N-Fonds wussten und in Anbetracht der Vorjahre es ihnen zudem bekannt war, dass der Fonds &#8211;auch bei negativen Einnahmen&#8211; als &quot;Einkunftsquelle&quot; auf der Anlage AUS angegeben werden muss. Jedenfalls m&uuml;ssen sich die Kl&auml;ger die grobe Fahrl&auml;ssigkeit ihres steuerlichen Beraters bei der Anfertigung der Steuererkl&auml;rung zurechnen lassen. &Uuml;bernimmt ein Steuerberater die Erstellung von Steuererkl&auml;rungen, hat er den f&uuml;r die Abgabe einer vollst&auml;ndigen Steuererkl&auml;rung ma&szlig;gebenden Sachverhalt zu ermitteln (BFH-Urteil vom 3. Dezember 2009 VI R 58\/07, BFHE 227, 365, BStBl II 2010, 531). Von Angeh&ouml;rigen der steuerberatenden Berufe muss dabei verlangt werden, dass sie den Inhalt der Merkbl&auml;tter kennen und die &uuml;blichen Vordrucke beherrschen. Die Pflicht zur Erkl&auml;rung einer Beteiligung an einem ausl&auml;ndischen Investmentfonds ergab sich vorliegend sowohl aus der Anlage AUS selbst als auch aus der Anleitung zur Anlage AUS 2003. In dieser wird &#8211;nach Quellenstaaten sortiert&#8211; nach ausl&auml;ndischen Investmenteink&uuml;nften konkret gefragt. Insbesondere sind dort die Namen der einzelnen Fonds einzutragen. Der steuerliche Berater h&auml;tte die Kl&auml;ger nach ihren ausl&auml;ndischen Beteiligungen oder anderen Kapitalanlagen fragen m&uuml;ssen. Das gilt umso mehr, weil ihm im Hinblick auf die Vorjahre die Existenz der Beteiligung an dem N-Fonds bekannt war. H&auml;tte er auf Nachfrage erfahren, dass die Beteiligung weiterhin bestand, h&auml;tte er die Kl&auml;ger zur Informationsbeschaffung auffordern m&uuml;ssen. Wenn es unm&ouml;glich gewesen w&auml;re, die H&ouml;he der Eink&uuml;nfte zu ermitteln, h&auml;tte er zumindest die Beteiligung in der Anlage AUS angeben und die H&ouml;he der Eink&uuml;nfte offenlassen oder mit &quot;0&quot; beziffern m&uuml;ssen. Zudem h&auml;tte er auf die fehlenden Bescheinigungen hinweisen m&uuml;ssen. Diese Vorgehensweise hatte der steuerliche Berater im Hinblick auf andere ausl&auml;ndische Einkunftsquellen in den Vorjahren selbst praktiziert. Zu Recht geht das FG davon aus, dass es sich nicht um ein &uuml;blicherweise immer wieder auftretendes Versehen handelt. Denn in Anbetracht der wenigen ausl&auml;ndischen Kapitalbeteiligungen der Kl&auml;ger h&auml;tte das Fehlen einer Quelle &#8211;beim Abgleich mit dem Vorjahr&#8211; auffallen m&uuml;ssen (BFH-Urteil in BFH\/NV 1999, 743).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Eine &Auml;nderung nach &sect; 173 Abs. 1 Nr. 2 AO kommt vorliegend auch nicht wegen eines nachtr&auml;glich bekanntgewordenen Beweismittels in Gestalt der Bescheinigungen in Betracht. Denn diese waren zum Zeitpunkt der Erstveranlagungen noch nicht existent. Dies ist aber eine Voraussetzung f&uuml;r eine derartige &Auml;nderung (BFH-Beschluss vom 12. August 1997 IV B 98\/96, BFH\/NV 1998, 147).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Im Ergebnis zutreffend hat das FG eine &Auml;nderung der angegriffenen Einkommensteuerbescheide gem&auml;&szlig; &sect; 175 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 AO verneint. Nach dieser Norm ist ein Steuerbescheid zu &auml;ndern, wenn ein Ereignis eintritt, das steuerliche Wirkung f&uuml;r die Vergangenheit hat (r&uuml;ckwirkendes Ereignis). Die von den Kl&auml;gern nachtr&auml;glich vorgelegten Bescheinigungen sind keine r&uuml;ckwirkenden Ereignisse.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Ein r&uuml;ckwirkendes Ereignis liegt vor, wenn der nach dem Steuertatbestand rechtserhebliche Sachverhalt sich sp&auml;ter anders gestaltet und sich steuerlich in der Weise in die Vergangenheit auswirkt, dass nunmehr der ver&auml;nderte anstelle des zuvor verwirklichten Sachverhalts der Besteuerung zugrunde zu legen ist (Beschluss des Gro&szlig;en Senats des BFH vom 19. Juli 1993 GrS 2\/92, BFHE 172, 66, BStBl II 1993, 897). Eine andere rechtliche Beurteilung des unver&auml;ndert bleibenden Sachverhalts gen&uuml;gt insoweit nicht. Ob einer nachtr&auml;glichen &Auml;nderung des Sachverhalts r&uuml;ckwirkende steuerliche Bedeutung zukommt, also bereits eingetretene steuerliche Rechtsfolgen mit Wirkung f&uuml;r die Vergangenheit sich &auml;ndern oder vollst&auml;ndig entfallen, ist den Normen des materiellen Steuerrechts zu entnehmen (BFH-Urteile vom 27. Januar 2011 III R 90\/07, BFHE 232, 485, BStBl II 2011, 543; vom 4. Mai 2006 VI R 17\/03, BFHE 213, 383, BStBl II 2006, 830). Auch die Vorlage einer Bescheinigung kann ein r&uuml;ckwirkendes Ereignis i.S. des &sect; 175 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 AO sein, n&auml;mlich dann, wenn sie ein materiell-rechtliches Tatbestandsmerkmal bildet. Dagegen sind Beweismittel, die ausschlie&szlig;lich dazu dienen, eine steuerrechtlich relevante Tatsache zu belegen und die als solche keinen Eingang in eine materielle Steuerrechtsnorm gefunden haben, auch dann kein r&uuml;ckwirkendes Ereignis, wenn sie erst nach Bestandskraft eines Bescheids beschafft werden k&ouml;nnen (BFH-Urteil vom 6. M&auml;rz 2003 XI R 13\/02, BFHE 201, 421, BStBl II 2003, 554).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Nach diesen Grunds&auml;tzen sind die von den Kl&auml;gern vorgelegten Bescheinigungen &uuml;ber die Verluste des N-Fonds keine r&uuml;ckwirkenden Ereignisse. Denn diese Bescheinigungen sind nicht materiell-rechtliche Voraussetzung zur Ber&uuml;cksichtigung von Einnahmen aus ausl&auml;ndischen Investmentfonds. F&uuml;r alle Arten dieser Fonds (vgl. &sect; 17 Abs. 3, &sect; 18 Abs. 1 und 3 des Auslandsinvestmentgesetzes &#8211;AuslInvestmG&#8211;) erm&ouml;glicht das Gesetz den Nachweis der Eink&uuml;nfte durch verschiedene Beweismittel. Anders als bei der Spendenbescheinigung, die auf amtlich vorgeschriebenem Vordruck zu erteilen ist (&sect; 50 Abs. 1 der Einkommensteuer-Durchf&uuml;hrungsverordnung &#8211;EStDV&#8211;), und anders als beim Nachweis der Kapitalertragsteuer (&sect; 45a Abs. 2 des Einkommensteuergesetzes &#8211;EStG&#8211;), ist die Art des Nachweises bei Einnahmen aus ausl&auml;ndischen Investmentfonds nicht vorgeschrieben. Dies ergibt sich aus &sect; 19 Abs. 4 AuslInvestmG. Danach hat der Steuerpflichtige den Nachweis &uuml;ber die H&ouml;he der ausl&auml;ndischen Eink&uuml;nfte und der Abzugssteuern durch geeignete Unterlagen zu f&uuml;hren. Aus den &sect;&sect; 17, 18 AuslInvestmG folgt nichts anderes. Denn sie regeln lediglich die materielle Steuerpflicht bestimmter Einnahmen in Abh&auml;ngigkeit von der Mitwirkung und der Transparenz der Investmentgesellschaften oder des Anlegers. Diesem stehen damit s&auml;mtliche Nachweismittel offen. Allerdings steht der Finanzbeh&ouml;rde ein Pr&uuml;fungsrecht &uuml;ber die Echtheit und Wahrheit von Urkunden zu (vgl. zu &sect; 34c EStG BFH-Urteil vom 5. Februar 1992 I R 9\/90, BFHE 167, 109, BStBl II 1992, 607). Auch &sect; 68b EStDV, der auf &sect; 34c Abs. 7 EStG basiert, verlangt f&uuml;r den Nachweis der ausl&auml;ndischen Eink&uuml;nfte i.S. des &sect; 34c EStG lediglich geeignete Urkunden. Wenn aber keine bestimmte (amtliche) Bescheinigung als materiell-rechtliche Tatbestandsvoraussetzung gefordert ist, sind die von den Kl&auml;gern eingereichten Bescheinigungen blo&szlig;e Beweismittel.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine andere Beurteilung ergibt sich nicht aus den Grunds&auml;tzen der Senatsentscheidung vom 18. April 2000 VIII R 75\/98 (BFHE 192, 80, BStBl II 2000, 423). Denn in diesem Urteil wird (nur) die Bescheinigung &uuml;ber anrechenbare K&ouml;rperschaftssteuer i.S. des &sect; 44 des K&ouml;rperschaftsteuergesetzes (KStG) als materiell-rechtliche Voraussetzung f&uuml;r eine Anrechnung der K&ouml;rperschaftsteuer auf die Einkommensteuer qualifiziert. Entgegen der Auffassung der Kl&auml;ger sind die Bescheinigungen der Kl&auml;ger &uuml;ber Verluste aus einem ausl&auml;ndischen Investmentfonds nicht vergleichbar mit einer amtlichen Bescheinigung einer aussch&uuml;ttenden K&ouml;rperschaft gem&auml;&szlig; &sect; 44 KStG. Denn diese Bescheinigung war nach &sect; 36 Abs. 2 Satz 2 Nr. 3 Satz 4 Buchst. b EStG in der bis zum 31. Dezember 2000 geltenden Fassung eine zwingende materiell-rechtliche Voraussetzung f&uuml;r eine Anrechnung der K&ouml;rperschaftsteuer auf die Einkommensteuer. Wie bereits ausgef&uuml;hrt, verkn&uuml;pft &sect; 19 Abs. 4 AuslInvestmG aber gerade nicht die Anerkennung von Ertr&auml;gen im Sinne des AuslInvestmG mit dem Vorliegen einer ganz bestimmten Bescheinigung. Der Nachweis ist durch geeignete Unterlagen zu erbringen. Dies reicht nicht weiter als die allgemeine erh&ouml;hte Mitwirkungspflicht bei der Aufkl&auml;rung von Auslandssachverhalten (&sect; 90 Abs. 2 AO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 9.11.2011, VIII R 18\/08 Ertragsbescheinigungen ausl&auml;ndischer Investmentgesellschaften kein r&uuml;ckwirkendes Ereignis &#8211; Zurechnung des Verschuldens eines Steuerberaters bei Anfertigung der Steuererkl&auml;rung &#8211; Erkl&auml;rungspflicht trotz ungewisser Tatsachen &#8211; Kein nachtr&auml;glich bekanntgewordenes Beweismittel Tatbestand 1&nbsp; I. 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