{"id":9267,"date":"2012-12-06T05:04:43","date_gmt":"2012-12-06T03:04:43","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=9267"},"modified":"2012-12-06T05:04:43","modified_gmt":"2012-12-06T03:04:43","slug":"x-r-48-09-schulgeld-fuer-nicht-anerkannte-ergaenzungsschulen-vor-2008-nicht-als-sonderausgabe-abziehbar-kein-verstoss-gegen-verfassungsrecht-und-unionsrechtliche-grundfreiheiten-schutzbereich-des-art","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-r-48-09-schulgeld-fuer-nicht-anerkannte-ergaenzungsschulen-vor-2008-nicht-als-sonderausgabe-abziehbar-kein-verstoss-gegen-verfassungsrecht-und-unionsrechtliche-grundfreiheiten-schutzbereich-des-art\/","title":{"rendered":"X&nbsp;R&nbsp;48\/09 &#8211; Schulgeld f&uuml;r nicht anerkannte Erg&auml;nzungsschulen vor 2008 nicht als Sonderausgabe abziehbar &#8211; Kein Versto&szlig; gegen Verfassungsrecht und unionsrechtliche Grundfreiheiten &#8211; Schutzbereich des Art. 7 Abs. 4 Satz 1 GG &#8211; Vor&uuml;bergehende Schlechterstellung bei &Uuml;bergangsregelung &#8211; Zwangsl&auml;ufigkeit von Aufwendungen &#8211; Familienleistungsausgleich"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 19.10.2011, X R 48\/09<\/p>\n<p class=\"titel\">Schulgeld f&uuml;r nicht anerkannte Erg&auml;nzungsschulen vor 2008 nicht als Sonderausgabe abziehbar &#8211; Kein Versto&szlig; gegen Verfassungsrecht und unionsrechtliche Grundfreiheiten &#8211; Schutzbereich des Art. 7 Abs. 4 Satz 1 GG &#8211; Vor&uuml;bergehende Schlechterstellung bei &Uuml;bergangsregelung &#8211; Zwangsl&auml;ufigkeit von Aufwendungen &#8211; Familienleistungsausgleich<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Schulgeld, das bis zum Veranlagungszeitraum 2007 an eine inl&auml;ndische lediglich angezeigte Erg&auml;nzungsschule gezahlt wurde, kann nicht nach &sect; 10 Abs. 1 Nr. 9 EStG i.d.F. vor Inkrafttreten des JStG 2009 als Sonderausgabe abgezogen werden.<\/p>\n<p>2. Die &Uuml;bergangsregelung des &sect; 52 Abs. 24b EStG i.d.F. des JStG 2009 erfasst keine Schulgeldzahlungen an inl&auml;ndische Privatschulen. Hierin liegt weder ein Versto&szlig; gegen den verfassungsrechtlichen Gleichheitssatz noch gegen die Grundfreiheiten des EG\/AEUV.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>A. Der im Jahr 1990 geborene Sohn R der zusammen veranlagten Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) besuchte im Schuljahr 2004\/2005 das K-Internat in B (Internat). Hierbei handelt es sich um eine private Erg&auml;nzungsschule i.S. des &sect; 13 des Gesetzes f&uuml;r die Schulen in freier Tr&auml;gerschaft des Landes Baden-W&uuml;rttemberg (Privatschulgesetz &#8211;PSchG BW&#8211;). Das Internat ist weder eine genehmigte Ersatzschule i.S. des &sect; 4 PSchG BW noch eine anerkannte Erg&auml;nzungsschule i.S. des &sect; 15 Abs. 1 PSchG BW. F&uuml;r den Besuch des Internats im Schuljahr 2004\/2005 zahlten die Kl&auml;ger im September 2004&nbsp;&nbsp;28.158 EUR, wobei der auf den Unterricht entfallende Anteil (Schulgeld) 22.526,40 EUR betrug. Die Kl&auml;ger hatten im Streitjahr f&uuml;r ihren Sohn R Anspruch auf Kindergeld nach &sect;&sect; 62 ff. des Einkommensteuergesetzes in der im Streitjahr 2004 g&uuml;ltigen Fassung (EStG a.F.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Schulgeld wurde vom Beklagten und Revisionsbeklagten (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) nicht als Sonderausgabe gem&auml;&szlig; &sect; 10 Abs. 1 Nr. 9 EStG a.F. ber&uuml;cksichtigt. Die nach erfolglosem Einspruchsverfahren erhobene Klage wies das Finanzgericht (FG) mit dem in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2010, 1030 ver&ouml;ffentlichten Urteil ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ihre Revision begr&uuml;nden die Kl&auml;ger damit, dass nach &sect; 52 Abs. 24b des Einkommensteuergesetzes (EStG n.F.) nach Inkrafttreten des Jahressteuergesetzes 2009 (JStG 2009) vom 19. Dezember 2008 (BGBl I 2008, 2794) auch das an eine inl&auml;ndische nicht anerkannte Erg&auml;nzungsschule gezahlte Schulgeld f&uuml;r die Veranlagungszeitr&auml;ume vor 2008 in den Anwendungsbereich des &sect; 10 Abs. 1 Nr. 9 EStG a.F. falle. Die dieser Auffassung entgegenstehende Verwaltungsanweisung (Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen vom 9. M&auml;rz 2009 IV C 4 &#8211; S 2221\/07\/0007, BStBl I 2009, 487) entspreche nicht dem Gesetz. Das von den Kl&auml;gern gezahlte Schulgeld erf&uuml;lle die gesetzlichen Voraussetzungen f&uuml;r einen Sonderausgabenabzug: Deutschland sei Mitglied des Europ&auml;ischen Wirtschaftsraumes (EWR); an dem Internat w&uuml;rden die Abschl&uuml;sse Hauptschule, Realschule und Abitur vorbereitet sowie in Zusammenarbeit mit staatlichen Stellen abgenommen. Da die einkommensteuerrechtliche Regelung nicht mehr auf die landesrechtliche Unterscheidung zwischen erlaubter Ersatzschule und Erg&auml;nzungsschule abstelle, stehe der landesrechtliche Status des Internats als nicht anerkannte Erg&auml;nzungsschule dem Klagebegehren nicht mehr entgegen. Der finanzgerichtlichen Auslegung des Satzteils &quot;&#8230; einem Staat belegen ist, auf den das Abkommen &uuml;ber den Europ&auml;ischen Wirtschaftsraum Anwendung findet &#8230;&quot; sei nicht zu folgen. Dem Gesetzestext k&ouml;nne nicht entnommen werden, weshalb in Deutschland belegene Schulen schlechter gestellt sein sollten als ausl&auml;ndische. Der Gesetzgeber sei aufgrund der Verfahren vor dem Gerichtshof der Europ&auml;ischen Union (EuGH) gezwungen gewesen, die Absetzbarkeit des Schulgelds nach &sect; 10 Abs. 1 Nr. 9 EStG a.F. auch auf ausl&auml;ndische Schulen auszudehnen (vgl. dazu EuGH-Urteile vom 11. September 2007 Rs. C-76\/05 &#8211;Schwarz und Gootjes-Schwarz&#8211;, Slg. 2007, I-6849, und Rs. C-318\/05 &#8211;Kommission\/Deutschland&#8211;, Slg. 2007, I-6957). Mit der Einbeziehung aller EWR-Staaten sei selbstverst&auml;ndlich, dass die f&uuml;r diese L&auml;nder geltenden Kriterien ebenfalls f&uuml;r inl&auml;ndische Schulen gelten m&uuml;ssten. Dies zeige bereits der Wortlaut des &sect; 52 Abs. 24b EStG n.F. i.V.m. &sect; 10 Abs. 1 Nr. 9 EStG a.F. Es w&auml;re mit Art. 3 des Grundgesetzes (GG) unvereinbar, wenn bei ausl&auml;ndischen Schulen, die in keiner Beziehung zum deutschen Schulsystem st&uuml;nden, ein Sonderausgabenabzug m&ouml;glich w&auml;re, w&auml;hrend dieser bei deutschen Schulen, die streng nach deutschem Schulrecht unterrichteten, versagt w&uuml;rde. Eine solche Auslegung des &sect; 52 Abs. 24b Satz 2 EStG n.F. widerspr&auml;che jeder wirtschaftlichen Denkweise sowie der gesetzgeberischen Intention, weil dadurch ausl&auml;ndische Schulen zu Lasten der deutschen Schulen gef&ouml;rdert w&uuml;rden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Bereits vor dem Inkrafttreten des JStG 2009 sei umstritten gewesen, ob die Unterscheidung zwischen Erg&auml;nzungsschulen und staatlich erlaubten Ersatzschulen f&uuml;r &sect; 10 Abs. 1 Nr. 9 EStG a.F. Bedeutung haben k&ouml;nne, da durch Art. 7 Abs. 4 GG die Vielzahl der Privatschulen ausdr&uuml;cklich zugelassen werde. Die steuerliche Absetzbarkeit m&uuml;sse daher f&uuml;r s&auml;mtliche Schulen, die den Bildungsauftrag f&uuml;r schulpflichtige Jugendliche wahrn&auml;hmen, gleich sein. Die Unterscheidung nach dem PSchG BW sei willk&uuml;rlich. Das Sonderungsverbot sei f&uuml;r Schulgeldzahlungen aufgrund des JStG 2009 nicht mehr zu pr&uuml;fen, da es f&uuml;r ausl&auml;ndische Schulen aufgehoben worden sei. Dies m&uuml;sse auch f&uuml;r inl&auml;ndische Schulen gelten, weil ansonsten ein Versto&szlig; gegen Art. 3 GG und das europarechtliche Diskriminierungsverbot vorliege.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger beantragen,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>das Urteil des FG aufzuheben und unter &Auml;nderung des Bescheids &uuml;ber Einkommensteuer 2004 vom 17. November 2006 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 7. November 2007 die Einkommensteuer in der H&ouml;he festzusetzen, die sich bei einer Ber&uuml;cksichtigung des Schulgelds in H&ouml;he von 30 % als Sonderausgabe ergibt,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>hilfsweise, unter &Auml;nderung des Bescheids &uuml;ber Einkommensteuer 2004 vom 17. November 2006 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 7. November 2007 die Einkommensteuer in der H&ouml;he festzusetzen, die sich bei einer Ber&uuml;cksichtigung des Schulgelds in H&ouml;he von 30 % als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastung ergibt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>die Revision als unzul&auml;ssig zu verwerfen,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>hilfsweise, die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) sei f&uuml;r eine ordnungsgem&auml;&szlig;e Begr&uuml;ndung der Revision notwendig, dass der Revisionskl&auml;ger sich zumindest kurz und unter &Uuml;berpr&uuml;fung seines bisherigen Standpunkts mit der Begr&uuml;ndung des angefochtenen Urteils auseinandersetze. Die Revisionsbegr&uuml;ndung der Kl&auml;ger enthalte weder die erforderliche substantiierte Auseinandersetzung mit den Entscheidungsgr&uuml;nden des angefochtenen Urteils noch sei die notwendige Auswertung der relevanten Rechtsprechung, Literatur und Gesetzesmaterialien erfolgt; es werde vielmehr nur das bisherige Vorbringen wiederholt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hilfsweise sei die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen. Die &Uuml;bergangsregelung des &sect; 52 Abs. 24b EStG n.F. versto&szlig;e nicht dadurch gegen Art. 3 GG, dass sie lediglich f&uuml;r Privatschulen im EU-Ausland gelte. Da die bisherige Regelung zwar europarechtswidrig, jedoch nicht verfassungswidrig gewesen sei, sei es sachlich gerechtfertigt, die &Uuml;bergangsregelung lediglich auf die Beseitigung der Europarechtswidrigkeit in den noch offenen F&auml;llen zu beschr&auml;nken und die verfassungsrechtlich nicht zu beanstandende Regelung in Bezug auf die Inlandssachverhalte f&uuml;r die &Uuml;bergangszeit unangetastet zu lassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>B. Die Revision ist zul&auml;ssig, jedoch unbegr&uuml;ndet und daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect; 126 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<table style=\"margin-left:144\"pt>\n<tr>\n<td>I.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision ist zul&auml;ssig. Insbesondere gen&uuml;gt sie den Begr&uuml;ndungserfordernissen des &sect; 120 Abs. 3 Nr. 2 Buchst. a FGO, nach dem ein Revisionskl&auml;ger die Umst&auml;nde zu bezeichnen hat, aus denen sich die von ihm ger&uuml;gte Rechtsverletzung ergibt (vgl. BFH-Urteil vom 7. November 2006 VIII R 5\/04, BFH\/NV 2007, 906, m.w.N.). Den Ausf&uuml;hrungen der Kl&auml;ger ist zweifelsfrei zu entnehmen, dass sie sich mit den Erw&auml;gungen des vorinstanzlichen Urteils auseinandergesetzt haben und aus welchen Gr&uuml;nden sie diese Entscheidung f&uuml;r materiell fehlerhaft erachten. Aus ihrer Revisionsbegr&uuml;ndung wird erkennbar, dass sie &sect; 52 Abs. 24b Satz 2 EStG n.F. auch auf inl&auml;ndische Privatschulen angewandt wissen wollen und in der entgegenstehenden Auffassung des FG einen Versto&szlig; gegen Art. 3 Abs. 1 und Art. 7 Abs. 4 GG sowie gegen das europarechtliche Diskriminierungsverbot sehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<blockquote>\n<table style=\"margin-left:144\"pt>\n<tr>\n<td>II.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<\/blockquote>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision ist unbegr&uuml;ndet. Das FG hat zu Recht entschieden, dass das von den Kl&auml;gern gezahlte Schulgeld im Streitjahr nicht als Sonderausgabe gem&auml;&szlig; &sect; 10 Abs. 1 Nr. 9 EStG a.F. abgezogen werden kann (unten 1.). Ein Sonderausgabenabzug ergibt sich auch nicht aus der &Uuml;bergangsregelung des &sect; 52 Abs. 24b EStG n.F. (&sect; 52 Abs. 24a EStG seit Inkrafttreten des B&uuml;rgerentlastungsgesetzes Krankenversicherung vom 16. Juli 2009, BGBl I 2009, 1959) i.V.m. &sect; 10 Abs. 1 Nr. 9 EStG i.d.F. des Jahressteuergesetzes 2007 (JStG 2007) vom 13. Dezember 2006 &#8211;BGBl I 2006, 2878&#8211; (unten 2.). Ein Abzug der geltend gemachten Kosten als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastung ist im Streitfall ebenfalls zu versagen (unten 3.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect; 10 Abs. 1 Nr. 9 EStG a.F. k&ouml;nnen 30 Prozent des Entgelts, das der Steuerpflichtige f&uuml;r ein Kind, f&uuml;r das er einen Kinderfreibetrag oder Kindergeld erh&auml;lt, f&uuml;r den Besuch einer gem&auml;&szlig; Art. 7 Abs. 4 GG staatlich genehmigten oder nach Landesrecht erlaubten Ersatzschule sowie einer nach Landesrecht anerkannten allgemeinbildenden Erg&auml;nzungsschule entrichtet mit Ausnahme des Entgelts f&uuml;r Beherbergung, Betreuung und Verpflegung, als Sonderausgaben abgezogen werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Erg&auml;nzungsschulen bed&uuml;rfen &#8211;im Unterschied zu Ersatzschulen&#8211; schulrechtlich keiner Genehmigung und m&uuml;ssen lediglich die Aufnahme des Betriebs anzeigen. Schulgeld f&uuml;r den Besuch von Erg&auml;nzungsschulen ist nur beg&uuml;nstigt, wenn es sich um eine nach Landesrecht anerkannte allgemeinbildende Erg&auml;nzungsschule handelt (Senatsurteil vom 11. Juni 1997 X R 77\/94, BFHE 183, 432, BStBl II 1997, 615). Nach gefestigter Rechtsprechung des BFH sind die entsprechenden landesrechtlichen Genehmigungs- und Anerkennungsentscheidungen bindende Grundlagenentscheidungen f&uuml;r den Abzug nach &sect; 10 Abs. 1 Nr. 9 EStG a.F. (vgl. statt vieler Senatsurteil vom 29. April 2009 X R 30\/08, BFH\/NV 2009, 1623, m.w.N. aus der BFH-Rechtsprechung).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Da es sich bei dem von R besuchten Internat unstreitig lediglich um eine allgemeinbildende angezeigte Erg&auml;nzungsschule handelt, die nicht nach &sect; 15 Abs. 1 PSchG BW von der zust&auml;ndigen Landesbeh&ouml;rde als Erg&auml;nzungsschule anerkannt wurde, sind die Voraussetzungen des &sect; 10 Abs. 1 Nr. 9 EStG a.F. nicht erf&uuml;llt. Damit kann dahingestellt bleiben, ob aufgrund der H&ouml;he des Schulgelds ein Versto&szlig; gegen das Sonderungsverbot des Art. 7 Abs. 4 Satz 3 GG in Betracht zu ziehen w&auml;re, zumal f&uuml;r Erg&auml;nzungsschulen die Anforderungen des Art. 7 Abs. 4 Satz 3 GG nicht gelten (Beschluss des Bundesverfassungsgerichts &#8211;BVerfG&#8211; vom 9. M&auml;rz 1994&nbsp;&nbsp;1 BvR 682\/88, 712\/88, BVerfGE 90, 107).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die Begrenzung des Sonderausgabenabzugs auf das Schulgeld f&uuml;r bestimmte Privatschulen durch &sect; 10 Abs. 1 Nr. 9 EStG a.F. und damit die Nichtber&uuml;cksichtigung der Zahlung des Schulgelds an eine nicht anerkannte Erg&auml;nzungsschule verst&ouml;&szlig;t &#8211;im Gegensatz zur Auffassung der Kl&auml;ger&#8211; nicht gegen Art. 3 Abs. 1 GG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Der mit dem Kultur- und Stiftungsf&ouml;rderungsgesetz vom 13. Dezember 1990 (BGBl I 1990, 2775, BStBl I 1991, 51) eingef&uuml;hrte Sonderausgabenabzug sollte zun&auml;chst auf nach Art. 7 Abs. 4 GG staatlich genehmigte oder nach Landesrecht erlaubte Ersatzschulen beschr&auml;nkt sein (BTDrucks 11\/7833, 8). Erst aufgrund der Beschlussempfehlung des Finanzausschusses wurden auch die nach Landesrecht anerkannten allgemeinbildenden Erg&auml;nzungsschulen in die F&ouml;rderung einbezogen (BTDrucks 11\/8346, 21). Die gesetzliche Beschr&auml;nkung auf die bezeichneten Schultypen in &sect; 10 Abs. 1 Nr. 9 EStG a.F. zeigt, dass nicht alle Privatschulen gef&ouml;rdert werden sollten, sondern nur solche, die bestimmte staatliche Anforderungen erf&uuml;llen und dadurch in besonderer Weise staatlicher Unterst&uuml;tzung bed&uuml;rfen. Bei Schaffung der Vorschrift war dem Gesetzgeber bewusst, dass landesrechtlich nicht &uuml;berall eine Anerkennung von allgemeinbildenden Erg&auml;nzungsschulen vorgesehen ist. Es sollte den L&auml;ndern &uuml;berlassen bleiben, ggf. durch &Auml;nderung ihrer Schulgesetze die Voraussetzungen f&uuml;r den Sonderausgabenabzug zu schaffen (Senatsurteil vom 11. Juni 1997 X R 144\/95, BFHE 183, 445, BStBl II 1997, 621).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Eine verfassungsrechtliche Pflicht, den Besuch von Privatschulen jeder Art in gleicher Weise zu f&ouml;rdern, besteht nicht. Dem Gesetzgeber steht insoweit ein weiter Entscheidungsspielraum zu (st&auml;ndige BFH-Rechtsprechung, vgl. Senatsurteil vom 11. Juni 1997 X R 74\/95, BFHE 183, 436, BStBl II 1997, 617 m.w.N.). Das BVerfG hat die BFH-Rechtsprechung best&auml;tigt und entschieden, dass &#8211;soweit der Gesetzgeber nur das Recht, aber nicht die Pflicht zur F&ouml;rderung bestimmter Schulen hat&#8211; er f&uuml;r die Frage des einkommensteuerrechtlichen Sonderausgabenabzugs gem&auml;&szlig; &sect; 10 Abs. 1 Nr. 9 EStG a.F. zwischen den verschiedenen Typen privater Schulen durch Ankn&uuml;pfung an die schulrechtlichen Begriffe der L&auml;nder unterscheiden durfte. Mit der Regelung des &sect; 10 Abs. 1 Nr. 9 EStG a.F. habe der Gesetzgeber ber&uuml;cksichtigt, dass nach dem Grundgesetz die L&auml;nder die ausschlie&szlig;liche Zust&auml;ndigkeit zur Regelung des Privatschulwesens haben (vgl. Art. 30, 70 ff. GG); er habe es den Landesgesetzgebern &uuml;berlassen, die Voraussetzungen f&uuml;r den Sonderausgabenabzug zu schaffen. Durch die Ankn&uuml;pfung des Einkommensteuergesetzes an eine landesrechtliche Anerkennung werde zudem den Landesgesetzgebern im Rahmen ihrer (Privat-)Schulhoheit die M&ouml;glichkeit einger&auml;umt, durch Gestaltung eines Anerkennungsverfahrens die F&ouml;rderungsbed&uuml;rftigkeit und -w&uuml;rdigkeit der Schulen n&auml;her zu regeln. Die steuerrechtliche Voraussetzung, dass die Schulen ein Genehmigungs-, Erlaubnis- oder Anerkennungsverfahren durchlaufen m&uuml;ssten, in dem gegebenenfalls &#8211;nach Ma&szlig;gabe der landesgesetzlichen Regelung&#8211; Mindestanforderungen z.B. an die Lehrziele, die Einrichtungen der Schule und die Ausbildung ihrer Lehrkr&auml;fte &uuml;berpr&uuml;ft w&uuml;rden, sei jedenfalls nicht sachfremd. Schon aus Praktikabilit&auml;tsgr&uuml;nden sei es nicht zu beanstanden, wenn der Bundesgesetzgeber durch diese an die L&auml;ndergesetze ankn&uuml;pfende einkommensteuerrechtliche Regelung einerseits eine eigenst&auml;ndige steuerrechtliche Differenzierung zwischen den verschiedenen Schulen und andererseits die Notwendigkeit eigener Feststellungen der Finanzverwaltung und der Finanzgerichtsbarkeit zur Tatbestandsm&auml;&szlig;igkeit der jeweiligen Schule vermeiden wolle (BVerfG-Beschluss vom 16. April 2004&nbsp;&nbsp;2 BvR 88\/03, H&ouml;chstrichterliche Finanzrechtsprechung &#8211;HFR&#8211; 2004, 690).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Der erkennende Senat sieht diese langj&auml;hrige Rechtsprechung weiterhin als sachgerecht an und h&auml;lt an ihr fest. Damit m&uuml;ssen die betroffenen Steuerpflichtigen die Differenzierung zwischen den gef&ouml;rderten und den nicht gef&ouml;rderten Schultypen gegen sich gelten lassen (so auch BVerfG-Beschluss in HFR 2004, 690). Der Senat weist jedoch darauf hin, dass unter Ber&uuml;cksichtigung der BFH-Urteile vom 14. Dezember 2004 XI R 32\/03 (BFHE 209, 40, BStBl II 2005, 518) und vom 5. April 2006 XI R 1\/04 (BFHE 213, 345, BStBl II 2006, 682) eine Privatschule nicht nur aufgrund einer Genehmigung, Anerkennung oder Erlaubnis durch die Kultusbeh&ouml;rden der L&auml;nder, sondern auch aufgrund anderweitiger staatlicher Anerkennungsakte in den Anwendungsbereich des &sect; 10 Abs. 1 Nr. 9 EStG a.F. fallen kann.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Eine Verletzung des Art. 7 Abs. 4 GG liegt nicht vor. Die Privatschule wird zwar durch Art. 7 Abs. 4 GG als eine f&uuml;r das Gemeinwesen notwendige Einrichtung anerkannt und als solche mit ihren typusbestimmenden Merkmalen unter den Schutz des Staates gestellt. Aus Art. 7 Abs. 4 Satz 1 GG folgt jedoch kein verfassungsunmittelbarer Anspruch auf Gew&auml;hrung staatlicher Finanzhilfe oder andere staatliche F&ouml;rderung und schon gar nicht ein Anspruch auf Leistung in bestimmter H&ouml;he. Zu einer solchen Hilfe ist der Staat nur verpflichtet, wenn anders das Ersatzschulwesen als von der Verfassung anerkannte und geforderte Einrichtung in seinem Bestand eindeutig nicht mehr gesichert w&auml;re (so auch BVerfG-Beschluss vom 23. November 2004&nbsp;&nbsp;1 BvL 6\/99, BVerfGE 112, 74). Davon kann im Streitfall keine Rede sein.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dass der Gesetzgeber mit dem Sonderausgabenabzug nicht alle, sondern nur bestimmte Privatschulen (indirekt) f&ouml;rdert, f&uuml;hrt nicht zu einer Grundrechtsverletzung der Kl&auml;ger. Der Zweck der Beg&uuml;nstigung nur bestimmter Privatschulen (siehe oben unter B.II.1.b) rechtfertigt grunds&auml;tzlich auch die &#8211;als Reflex auftretenden&#8211; Ungleichbehandlungen der schulgeldleistenden Steuerpflichtigen (so BVerfG-Beschluss in HFR 2004, 690; Senatsbeschluss vom 8. Juni 2011 X B 176\/10, BFH\/NV 2011, 1679; &auml;hnlich auch BVerfG-Beschluss vom 7. Juli 2010&nbsp;&nbsp;1 BvR 2556\/09, Neue Juristische Wochenschrift 2010, 2866, unter II.1.c).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Ein Anspruch auf steuerliche Ber&uuml;cksichtigung des gezahlten Schulgeldes ergibt sich nicht aus &sect; 52 Abs. 24b Satz 2 EStG n.F.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect; 52 Abs. 24b Satz 2 EStG n.F. gilt f&uuml;r Schulgeldzahlungen an Schulen in freier Tr&auml;gerschaft oder an &uuml;berwiegend privat finanzierte Schulen, die in einem anderen Mitgliedstaat der Europ&auml;ischen Union (EU) oder in einem Staat belegen sind, auf den das Abkommen &uuml;ber den EWR Anwendung findet, eine besondere &Uuml;bergangsregelung. &sect; 10 Abs. 1 Nr. 9 EStG i.d.F. des JStG 2007 ist danach f&uuml;r noch nicht bestandskr&auml;ftige Steuerfestsetzungen der Veranlagungszeitr&auml;ume vor 2008 mit der Ma&szlig;gabe anzuwenden, dass es sich nicht um eine gem&auml;&szlig; Art. 7 Abs. 4 GG erlaubte Ersatzschule oder eine nach Landesrecht anerkannte allgemeinbildende Erg&auml;nzungsschule handeln muss, sofern diese Schulen zu einem von dem zust&auml;ndigen inl&auml;ndischen Ministerium eines Landes, von der Kultusministerkonferenz der L&auml;nder oder von einer inl&auml;ndischen Zeugnisanerkennungsstelle anerkannten oder einem inl&auml;ndischen Abschluss an einer &ouml;ffentlichen Schule als gleichwertig anerkannten allgemeinbildenden oder berufsbildenden Schul-, Jahrgangs- oder Berufsabschluss f&uuml;hren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach dieser &Uuml;bergangsregelung st&uuml;nde der Status des von R besuchten Internats als nicht anerkannte Erg&auml;nzungsschule dem Sonderausgabenabzug nicht entgegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die &Uuml;bergangsregelung des &sect; 52 Abs. 24b Satz 2 EStG n.F. findet jedoch auf Schulgeldzahlungen an inl&auml;ndische Privatschulen keine Anwendung. Das folgt zum einen aus dem Wortlaut der Vorschrift, der ausdr&uuml;cklich auf die Belegenheit der Privatschule in einem anderen Mitgliedstaat der EU verweist. Im Gegensatz zur Auffassung der Kl&auml;ger kann aus dem Satzteil &quot;einem Staat belegen ist, auf den das Abkommen &uuml;ber den Europ&auml;ischen Wirtschaftsraum Anwendung findet&quot; nicht abgeleitet werden, dass durch diese Formulierung der Ausschluss der inl&auml;ndischen Privatschulen aus der &Uuml;bergangsregelung r&uuml;ckg&auml;ngig gemacht werden soll. Die auch in anderen Steuernormen gebr&auml;uchliche Gesetzestechnik sieht die EWR-Staaten immer neben den Mitgliedsstaaten der EU (vgl. z.B. &sect;&sect; 1a, 10 Abs. 2 Nr. 2 Buchst. a EStG). Es w&auml;re zudem nicht verst&auml;ndlich, warum der Gesetzgeber innerhalb einer Vorschrift inl&auml;ndische Privatschulen zun&auml;chst ausschlie&szlig;en sollte, um sie unmittelbar darauf wieder in die Regelung einzubeziehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dieses Auslegungsergebnis wird auch durch den Zweck der &Uuml;bergangsregelung, der sich aus den Gesetzesmaterialien ergibt, gest&uuml;tzt. Ausweislich der Gesetzesbegr&uuml;ndung sollte &#8211;um der Forderung des EuGH nach einer &Auml;nderung der gesetzlichen Regelung des &sect; 10 Abs. 1 Nr. 9 EStG a.F. Rechnung zu tragen&#8211; durch &sect; 52 Abs. 24b Satz 2 EStG n.F. sichergestellt werden, &quot;dass in noch offenen Veranlagungsf&auml;llen der Sonderausgabenabzug auch dann m&ouml;glich ist, wenn die Schule in einem anderen Mitgliedstaat der Europ&auml;ischen Union oder in einem Staat belegen ist, auf den das Abkommen &uuml;ber den Europ&auml;ischen Wirtschaftsraum Anwendung findet&quot; (BTDrucks 16\/10189, 65). Der EuGH hatte in seinen Urteilen nur den generellen Ausschluss der Schulgeldzahlungen f&uuml;r den Besuch von Schulen in anderen Mitgliedstaaten vom Abzug als Sonderausgaben als Versto&szlig; gegen die europ&auml;ischen Grundfreiheiten angesehen. Die steuerliche Behandlung von Schulgeldzahlungen an inl&auml;ndische Privatschulen war demgegen&uuml;ber nicht Gegenstand der EuGH-Rechtsprechung, so dass insoweit kein gesetzgeberischer Anpassungsbedarf bestand.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Die Nichteinbeziehung der Schulgeldzahlungen an inl&auml;ndische Privatschulen in die &Uuml;bergangsregelung des &sect; 52 Abs. 24b EStG n.F. verst&ouml;&szlig;t nicht gegen das Gleichbehandlungsgebot des Art. 3 Abs. 1 GG, obwohl in den noch offenen Veranlagungen bis Ende 2007 die in der EU bzw. im EWR belegenen Privatschulen bevorzugt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Die aufgrund der EuGH-Rechtsprechung notwendig gewordene Neuregelung der steuerlichen Ber&uuml;cksichtigung des Schulgelds f&uuml;r Privatschulen durch das JStG 2009 f&uuml;hrt dazu, dass ab dem Veranlagungsjahr 2008 nicht mehr die landesrechtliche Anerkennung einer bestimmten Privatschule, sondern der durch die Schule vermittelte Abschluss f&uuml;r die Frage der Abziehbarkeit des Schulgelds entscheidend ist. Nach Einsch&auml;tzung des Gesetzgebers war eine &Uuml;bertragung der bisherigen schulrechtlichen Kriterien auf ausl&auml;ndische Schulen nicht m&ouml;glich (vgl. Begr&uuml;ndung des Gesetzentwurfs des JStG 2009, BTDrucks 16\/10189, 49). Um den Vorgaben der EuGH-Rechtsprechung aber dennoch Rechnung zu tragen und den Besuch von EU\/EWR-Schulen nicht mehr vom Sonderausgabenabzug auszuschlie&szlig;en, musste eine &Uuml;bergangsregelung f&uuml;r die noch offenen Veranlagungsf&auml;lle geschaffen werden, durch die ein Sonderausgabenabzug f&uuml;r das an eine EU\/EWR-Privatschule gezahlte Schulgeld m&ouml;glich wurde (vgl. Begr&uuml;ndung des Gesetzentwurfs des JStG 2009, BTDrucks 16\/10189, 65).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Aus Art. 3 Abs. 1 GG ergeben sich je nach Regelungsgegenstand und Differenzierungsmerkmalen unterschiedliche Grenzen f&uuml;r den Gesetzgeber. F&uuml;r die Anforderungen an Rechtfertigungsgr&uuml;nde f&uuml;r gesetzliche Differenzierungen kommt es wesentlich darauf an, in welchem Ma&szlig; sich die Ungleichbehandlung auf die Aus&uuml;bung grundrechtlich gesch&uuml;tzter Freiheiten auswirken kann. Genauere Ma&szlig;st&auml;be und Kriterien daf&uuml;r, unter welchen Voraussetzungen der Gesetzgeber den Gleichheitssatz verletzt, lassen sich nur in Bezug auf die jeweils betroffenen unterschiedlichen Sach- und Regelungsbereiche bestimmen (st&auml;ndige Rechtsprechung des BVerfG, vgl. z.B. den Beschluss vom 26. Juli 2010&nbsp;&nbsp;2 BvR 2227\/08, 2228\/08, BFH\/NV 2010, 1983, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Bei der verfassungsrechtlichen &Uuml;berpr&uuml;fung einer &Uuml;bergangsregelung ist im Hinblick auf die Rechtfertigung einer Ungleichbehandlung zu beachten, dass es sich um eine Regelung f&uuml;r einen begrenzten Zeitraum oder um eine vorl&auml;ufige Ma&szlig;nahme handelt (BVerfG-Beschluss vom 21. Juni 2006&nbsp;&nbsp;2 BvL 2\/99, BVerfGE 116, 164, 195 f.; vgl. auch u.a. Senatsurteil vom 19. Januar 2010 X R 53\/08, BFHE 228, 223, BStBl II 2011, 567, unter B.II.). Dem Gesetzgeber kommt bei solchen &Uuml;bergangsvorschriften, die nicht auf ungleiche Behandlung Berechtigter abzielen, in der Regel nur f&uuml;r kurze Dauer gelten und zu keinen wesentlichen Ungleichheiten f&uuml;hren, ein erweiterter Gestaltungsspielraum zu (BVerfG-Beschluss vom 19. April 1977&nbsp;&nbsp;1 BvL 17\/75, BVerfGE 44, 283). Es liegt im Wesen einer &Uuml;bergangsregelung, einen vorgefundenen Rechtszustand gleitend in eine neue gesetzgeberische Konzeption zu &uuml;berf&uuml;hren (Senatsurteil vom 26. November 2008 X R 15\/07, BFHE 223, 445, BStBl II 2009, 710). Bei unterschiedlichen steuerlichen Ausgangssituationen ist es damit zwangsl&auml;ufig, dass unterschiedliche Zwischenschritte notwendig sind, um zur angestrebten Neuregelung zu gelangen (st&auml;ndige Senatsrechtsprechung, z.B. Urteil vom 18. November 2009 X R 6\/08, BFHE 227, 137, BStBl II 2010, 282, zur steuerlichen Ber&uuml;cksichtigung von Altersvorsorgeaufwendungen). Der gesetzgeberische Entscheidungsspielraum ist zudem durch die Abw&auml;gung zwischen den Erfordernissen folgerichtiger Ausrichtung der Einkommensbesteuerung an der wirtschaftlichen Leistungsf&auml;higkeit der Steuerpflichtigen und den Notwendigkeiten einfacher, praktikabler und gesamtwirtschaftlich tragf&auml;higer L&ouml;sungen gekennzeichnet (siehe z.B. BVerfG-Urteil vom 6. M&auml;rz 2002&nbsp;&nbsp;2 BvL 17\/99, BVerfGE 105, 73, BStBl II 2002, 618, unter D.II., zur &Uuml;bergangsregelung im Bereich der Besteuerung der Alterseink&uuml;nfte und der Altersvorsorge).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Vor diesem Hintergrund ist es nicht zu beanstanden, dass der Gesetzgeber aus Vereinfachungsgr&uuml;nden eine &Uuml;bergangsregelung gew&auml;hlt hat, welche die &#8211;seiner Einsch&auml;tzung nach nicht m&ouml;gliche&#8211; Einordnung einer ausl&auml;ndischen Schule nach den schulrechtlichen Begriffen der L&auml;nder entbehrlich machte. Selbst wenn davon ausgegangen w&uuml;rde, dass eine entsprechende Qualifizierung ausl&auml;ndischer Schulen m&ouml;glich gewesen w&auml;re, h&auml;tte es eines erheblichen Verwaltungsaufwandes bedurft, der nur f&uuml;r einen begrenzten Zeitraum und nur f&uuml;r eine begrenzte Zahl von Steuerf&auml;llen notwendig gewesen und ab 2008 gegenstandslos geworden w&auml;re. Insofern ist es gerechtfertigt, f&uuml;r die EU\/EWR-Privatschulen sozusagen im Vorgriff auf die ab 2008 geltende Neuregelung die k&uuml;nftig geforderten Voraussetzungen zugrunde zu legen und damit auf die den Status der Schule betreffenden Voraussetzungen zu verzichten, selbst wenn es hierdurch zu einer vor&uuml;bergehenden steuerlichen Schlechterstellung der Steuerpflichtigen, die Schulgeld an entsprechende inl&auml;ndische Privatschulen zahlen, kommen sollte (vgl. auch BFH-Urteil vom 20. Oktober 2010 IX R 56\/09, BFHE 231, 173, BStBl II 2011, 409, zum unterschiedlichen Anwendbarkeitszeitpunkt des Halbeink&uuml;nfteverfahrens auf Ver&auml;u&szlig;erungen von Inlandsbeteiligungen &#8211;ab 2002&#8211; und von Auslandsbeteiligungen &#8211;bereits ab 2001&#8211;, der durch den besonderen Anpassungsbedarf gerechtfertigt wurde). Die f&uuml;r den begrenzten &Uuml;bergangszeitraum erkennbare Bevorzugung des Besuchs von EU\/EWR-Privatschulen ist jedoch genauso wie spiegelbildlich die Benachteiligung im Einzelfall eine zwangsl&auml;ufige Konsequenz der grunds&auml;tzlichen Befugnis des Gesetzgebers zur Vereinfachung. Sie f&uuml;hrt nicht zu einem Versto&szlig; gegen den allgemeinen Gleichheitssatz (so auch FG M&uuml;nchen, Urteile vom 23. September 2008&nbsp;&nbsp;12 K 718\/08, EFG 2009, 1456, und vom 28. April 2010&nbsp;&nbsp;1 K 1758\/07, EFG 2010, 1310; Korte, Anmerkung zum Urteil in EFG 2010, 1310, 1314; a.A. Nacke, Der Betrieb 2008, 2792).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) In der Nichtabziehbarkeit des Schulgeldes, das an eine inl&auml;ndische Privatschule gezahlt wird, liegt kein Versto&szlig; gegen die europ&auml;ischen Grundfreiheiten, weil es an dem notwendigen Auslandsbezug fehlt. Es entspricht st&auml;ndiger Rechtsprechung sowohl des EuGH als auch des BFH, dass die Grundfreiheiten auf rein innerstaatliche Sachverhalte eines Mitgliedstaats nicht anwendbar sind (vgl. z.B. EuGH-Urteil vom 26. Januar 1993 Rs. C-112\/91 &#8211;Werner&#8211;, Slg. 1993, I-429; Senatsurteil vom 18. September 2003 X R 2\/00, BFHE 203, 263, BStBl II 2004, 17; BFH-Entscheidungen vom 15. Juli 2005 I R 21\/04, BFHE 210, 43, BStBl II 2005, 716, und in BFHE 231, 173, BStBl II 2011, 409, jeweils m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Ein Abzug des Schulgeldes als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastung ist im Streitfall nicht m&ouml;glich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect; 33 Abs. 1 EStG wird die Einkommensteuer auf Antrag erm&auml;&szlig;igt, wenn einem Steuerpflichtigen zwangsl&auml;ufig gr&ouml;&szlig;ere Aufwendungen als der &uuml;berwiegenden Mehrzahl der Steuerpflichtigen gleicher Einkommensverh&auml;ltnisse, gleicher Verm&ouml;gensverh&auml;ltnisse und gleichen Familienstands (au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastung) erwachsen. Der BFH geht in st&auml;ndiger Rechtsprechung davon aus, dass dies bei Krankheitskosten &#8211;ohne R&uuml;cksicht auf die Art und die Ursache der Erkrankung&#8211; der Fall ist. Die Aufwendungen sind auch dann zwangsl&auml;ufig, wenn sie der Heilung oder Linderung einer Krankheit dienen, unter der ein unterhaltsberechtigtes minderj&auml;hriges Kind des Steuerpflichtigen leidet (BFH-Urteil vom 15. M&auml;rz 2007 III R 28\/06, BFH\/NV 2007, 1841).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Unterschied zu den vom BFH in j&uuml;ngster Zeit entschiedenen F&auml;llen (vgl. Urteile vom 11. November 2010 VI R 17\/09, BFHE 232, 40, BFH\/NV 2011, 503, und vom 12. Mai 2011 VI R 37\/10, Deutsches Steuerrecht 2011, 1504, BFH\/NV 2011, 1605, jeweils m.w.N.) ist im Streitfall jedoch weder vorgetragen worden noch erkennbar, dass der Besuch des Internats wegen einer m&ouml;glichen Krankheit des R, wie z.B. einer Lese- und Rechtschreibschw&auml;che, oder wegen einer m&ouml;glichen Hochbegabung medizinisch indiziert war. Allein dem Vorbringen der Kl&auml;ger, es handele sich bei dem Internat um eine Schule f&uuml;r Hochbegabte, kann eine f&uuml;r die Anwendung des &sect; 33 EStG notwendige Zwangsl&auml;ufigkeit, die in der Person des Sohnes begr&uuml;ndet liegen m&uuml;sste, nicht entnommen werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Hat der Steuerpflichtige ausbildungsbedingte Mehraufwendungen, die keine Krankheitskosten sind, wird er in erster Linie durch den Kinderfreibetrag bzw. das Kindergeld sowie seit dem Veranlagungszeitraum 2002 den Sonderbedarfsfreibetrag steuerlich entlastet. Die typisierenden und pauschalierenden besonderen Regelungen im Rahmen des Familienleistungsausgleichs und des &sect; 33a Abs. 2 EStG gelten alle durch den Unterhalt und die Ausbildung verursachten Belastungen ab und schlie&szlig;en damit eine Ber&uuml;cksichtigung von zus&auml;tzlichen Kosten f&uuml;r den Unterhalt und die Ausbildung eines Kindes gem&auml;&szlig; &sect; 33 EStG grunds&auml;tzlich aus. Dies gilt selbst dann, wenn die Aufwendungen im Einzelfall au&szlig;ergew&ouml;hnlich hoch sind und zwangsl&auml;ufig entstehen (so auch BFH-Urteil vom 17. Dezember 2009 VI R 63\/08, BFHE 227, 487, BStBl II 2010, 341; best&auml;tigt durch BFH-Urteil in BFHE 232, 40, BFH\/NV 2011, 503).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 19.10.2011, X R 48\/09 Schulgeld f&uuml;r nicht anerkannte Erg&auml;nzungsschulen vor 2008 nicht als Sonderausgabe abziehbar &#8211; Kein Versto&szlig; gegen Verfassungsrecht und unionsrechtliche Grundfreiheiten &#8211; Schutzbereich des Art. 7 Abs. 4 Satz 1 GG &#8211; Vor&uuml;bergehende Schlechterstellung bei &Uuml;bergangsregelung &#8211; Zwangsl&auml;ufigkeit von Aufwendungen &#8211; Familienleistungsausgleich Leits&auml;tze 1. Schulgeld, das bis zum Veranlagungszeitraum 2007 &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-r-48-09-schulgeld-fuer-nicht-anerkannte-ergaenzungsschulen-vor-2008-nicht-als-sonderausgabe-abziehbar-kein-verstoss-gegen-verfassungsrecht-und-unionsrechtliche-grundfreiheiten-schutzbereich-des-art\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">X&nbsp;R&nbsp;48\/09 &#8211; Schulgeld f&uuml;r nicht anerkannte Erg&auml;nzungsschulen vor 2008 nicht als Sonderausgabe abziehbar &#8211; Kein Versto&szlig; gegen Verfassungsrecht und unionsrechtliche Grundfreiheiten &#8211; Schutzbereich des Art. 7 Abs. 4 Satz 1 GG &#8211; Vor&uuml;bergehende Schlechterstellung bei &Uuml;bergangsregelung &#8211; Zwangsl&auml;ufigkeit von Aufwendungen &#8211; Familienleistungsausgleich<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-9267","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9267","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9267"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9267\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9267"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=9267"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9267"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}