{"id":9273,"date":"2012-12-06T04:44:49","date_gmt":"2012-12-06T02:44:49","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=9273"},"modified":"2012-12-06T04:44:49","modified_gmt":"2012-12-06T02:44:49","slug":"iii-b-202-10-beibehaltung-eines-inlaendischen-wohnsitzes-bei-fortzug-mit-der-familie-wegen-berufstaetigkeit-im-ausland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-b-202-10-beibehaltung-eines-inlaendischen-wohnsitzes-bei-fortzug-mit-der-familie-wegen-berufstaetigkeit-im-ausland\/","title":{"rendered":"III&nbsp;B&nbsp;202\/10 &#8211; Beibehaltung eines inl&auml;ndischen Wohnsitzes bei Fortzug mit der Familie wegen Berufst&auml;tigkeit im Ausland"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 14.10.2011, III B 202\/10<\/p>\n<p class=\"titel\">Beibehaltung eines inl&auml;ndischen Wohnsitzes bei Fortzug mit der Familie wegen Berufst&auml;tigkeit im Ausland<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) verzog mit seiner Ehefrau, einer Spanierin, und seinen zwei Kindern im Fr&uuml;hjahr 2006 nach Spanien. Aufgrund der Angaben des Kl&auml;gers &uuml;ber die Nutzung einer ihm zur Verf&uuml;gung stehenden inl&auml;ndischen Mietwohnung setzte die Beklagte und Beschwerdegegnerin (Familienkasse) weiter Kindergeld fest. Nach weiteren Sachverhaltsermittlungen hob die Familienkasse im September 2009 die Festsetzung des Kindergeldes ab Januar 2007 auf, weil der Kl&auml;ger keinen Wohnsitz oder gew&ouml;hnlichen Aufenthalt im Inland habe und in Deutschland auch weder unbeschr&auml;nkt einkommensteuerpflichtig sei noch als unbeschr&auml;nkt einkommensteuerpflichtig behandelt werde. Der Einspruch hatte keinen Erfolg. Das Finanzgericht (FG) wies die Klage ab; eine m&uuml;ndliche Verhandlung war mit Einverst&auml;ndnis der Beteiligten unterblieben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zur Begr&uuml;ndung seiner Nichtzulassungsbeschwerde tr&auml;gt der Kl&auml;ger vor, die Rechtssache habe grunds&auml;tzliche Bedeutung, da eine Vielzahl von Bundesb&uuml;rgern wie er zeitlich beschr&auml;nkt im Ausland arbeite, aber f&uuml;r den Arbeitgeber zeitweise in Deutschland im Einsatz sei und sich dann im Inland aufhalte, wo sie auch gemeldet blieben. Eine Entscheidung des Bundesfinanzhofs (BFH) sei insoweit auch zur Fortbildung des Rechts erforderlich. Das FG-Urteil beruhe zudem auf einem Verfahrensfehler, da das FG wegen der Zweifel am Umfang der Aufenthalte in der von seiner Mutter angemieteten Wohnung diese als Zeugin h&auml;tte h&ouml;ren m&uuml;ssen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Beschwerde ist unbegr&uuml;ndet und durch Beschluss zur&uuml;ckzuweisen (&sect; 116 Abs. 5 Satz 1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Die geltend gemachten Zulassungsgr&uuml;nde liegen, soweit ihre Darlegung &uuml;berhaupt den Anforderungen des &sect; 116 Abs. 3 Satz 3 FGO gen&uuml;gt, nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Frage, ob ein Kindergeldberechtigter seinen inl&auml;ndischen Wohnsitz beibeh&auml;lt, wenn er mit seiner Familie ins Ausland verzieht, sich aber mitunter im Inland aufh&auml;lt und hier f&uuml;r seinen Arbeitgeber t&auml;tig wird, ist weder grunds&auml;tzlich bedeutsam (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO) noch bedarf es hierzu einer rechtsfortbildenden Entscheidung des BFH (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 2 Alt. 1 FGO). Denn die Grunds&auml;tze, nach denen sich bestimmt, ob jemand einen Wohnsitz (&sect; 8 der Abgabenordnung &#8211;AO&#8211;) oder einen gew&ouml;hnlichen Aufenthalt (&sect; 9 AO) im Inland hat, sind durch langj&auml;hrige Rechtsprechung gekl&auml;rt (vgl. Senatsurteil vom 20. November 2008 III R 53\/05, BFH\/NV 2009, 564, betr. Wegzug der Kindergeldberechtigten in die USA). Danach wird bei einem auf mehr als ein Jahr angelegten Auslandsaufenthalt ein inl&auml;ndischer Wohnsitz durch kurzzeitige Besuche und sonstige kurzfristige Aufenthalte zu Urlaubszwecken, Berufszwecken oder famili&auml;ren Zwecken, die nicht einem Aufenthalt mit Wohncharakter gleichkommen, nicht beibehalten oder begr&uuml;ndet. Dies gilt insbesondere dann, wenn sich die inl&auml;ndische Wohnung f&uuml;r ein l&auml;ngeres Wohnen nicht eignet, was das FG angesichts der lediglich 51 qm gro&szlig;en Zweizimmerwohnung der Mutter des Kl&auml;gers in nachvollziehbarer Weise angenommen hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beurteilung der Begleitumst&auml;nde des Innehabens einer Wohnung liegt zudem weitgehend auf tats&auml;chlichem Gebiet. Die Tatsachen- bzw. Sachverhaltsw&uuml;rdigungen des FG sowie Schlussfolgerungen tats&auml;chlicher Art sind jedoch nach &sect; 118 Abs. 2 FGO einer Nachpr&uuml;fung durch den BFH entzogen, sofern nicht Verst&ouml;&szlig;e gegen die Verfahrensordnung, gegen Denkgesetze oder allgemeine Erfahrungss&auml;tze zu beanstanden sind (st&auml;ndige Rechtsprechung, s. Gr&auml;ber\/Ruban, Finanzgerichtsordnung, 7. Aufl., &sect; 118 Rz 30).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Dem FG ist auch kein Verfahrensmangel unterlaufen, auf dem seine Entscheidung beruhen k&ouml;nnte (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 3 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die R&uuml;ge, das FG habe die Pflicht zur Sachaufkl&auml;rung verletzt (&sect; 76 Abs. 1 FGO), wurde nicht in der durch &sect; 116 Abs. 3 Satz 3 FGO gebotenen Weise vorgebracht. Denn sie h&auml;tte einen substantiierten Vortrag erfordert, welche konkreten Tatsachen das FG h&auml;tte aufkl&auml;ren und aus welchen Gr&uuml;nden sich ihm die Notwendigkeit einer Beweiserhebung h&auml;tte aufdr&auml;ngen m&uuml;ssen, welche entscheidungserheblichen Tatsachen sich bei einer Beweisaufnahme voraussichtlich ergeben h&auml;tten und inwiefern sie auf der Grundlage des materiell-rechtlichen Standpunkts des FG zu einer anderen Entscheidung h&auml;tten f&uuml;hren k&ouml;nnen (z.B. BFH-Beschl&uuml;sse vom 22. Mai 2007 X B 143\/06, BFH\/NV 2007, 1692; vom 29. Januar 2010 III B 50\/09, BFH\/NV 2010, 919).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Das FG hat aber im &Uuml;brigen seine Pflicht zur Sachverhaltsaufkl&auml;rung nicht verletzt. Da es die vom Kl&auml;ger angegebenen Aufenthalte in der Wohnung seiner Mutter nicht f&uuml;r ausreichend erachtet hat, um dort einen Wohnsitz zu begr&uuml;nden (S. 9 des Urteils), h&auml;tte auch eine Best&auml;tigung seiner vom FG f&uuml;r widerspr&uuml;chlich gehaltenen Angaben durch Zeugenbeweis nicht zu einer Klagestattgabe gef&uuml;hrt. Das FG hat mithin die Frage, an welchen Tagen sich der Kl&auml;ger in der Wohnung seiner Mutter aufgehalten hat, nicht f&uuml;r entscheidungserheblich gehalten und sie ausdr&uuml;cklich offen gelassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 14.10.2011, III B 202\/10 Beibehaltung eines inl&auml;ndischen Wohnsitzes bei Fortzug mit der Familie wegen Berufst&auml;tigkeit im Ausland Tatbestand 1&nbsp; I. 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