{"id":9278,"date":"2012-12-20T02:51:31","date_gmt":"2012-12-20T00:51:31","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=9278"},"modified":"2012-12-20T02:51:31","modified_gmt":"2012-12-20T00:51:31","slug":"x-b-221-10-rueckstellung-wegen-erfuellungsrueckstands","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-b-221-10-rueckstellung-wegen-erfuellungsrueckstands\/","title":{"rendered":"X&nbsp;B&nbsp;221\/10 &#8211; R&uuml;ckstellung wegen Erf&uuml;llungsr&uuml;ckstands"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 8.11.2011, X B 221\/10<\/p>\n<p class=\"titel\">R&uuml;ckstellung wegen Erf&uuml;llungsr&uuml;ckstands<\/p>\n<p class=\"gruende\">Gr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beschwerde hat keinen Erfolg. Die von den Kl&auml;gern und Beschwerdef&uuml;hrern (Kl&auml;ger) geltend gemachten Gr&uuml;nde f&uuml;r die Zulassung der Revision (&sect; 115 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;) liegen nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Revision ist nicht wegen grunds&auml;tzlicher Bedeutung (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO) zuzulassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die von den Kl&auml;gern aufgeworfene Rechtsfrage, ob ein Versicherungsvertreter, der vertraglich zur Pflege des Bestands an Versicherungsvertr&auml;gen verpflichtet ist, hierf&uuml;r eine R&uuml;ckstellung wegen Erf&uuml;llungsr&uuml;ckstands auch dann bilden kann, wenn er eine Bestandspflegeprovision erh&auml;lt, bedarf nicht der grunds&auml;tzlichen Kl&auml;rung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es entspricht der gefestigten Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH), dass eine R&uuml;ckstellung gebildet werden kann, wenn im Rahmen schwebender Gesch&auml;fte, zu denen auch Dauerschuldverh&auml;ltnisse geh&ouml;ren k&ouml;nnen, ein Erf&uuml;llungsr&uuml;ckstand besteht. Das Bestehen eines solchen Erf&uuml;llungsr&uuml;ckstands bestimmt sich danach, ob die noch zu erbringende Leistung nicht nur an Vergangenes ankn&uuml;pft, sondern durch Vergangenes abgegolten wird. Der so definierte Erf&uuml;llungsr&uuml;ckstand setzt eine Verpflichtung voraus, die sich als vom Vertragspartner durch dessen erbrachte Vorleistung erdient und eine am Bilanzstichtag des Steuerpflichtigen somit r&uuml;ckst&auml;ndige Gegenleistung darstellt (BFH-Urteile vom 27. Juni 2001 I R 11\/00, BFHE 195, 567, BStBl II 2001, 758; vom 5. April 2006 I R 43\/05, BFHE 213, 332, BStBl II 2006, 593, und Senatsurteil vom 9. Dezember 2009 X R 41\/07, BFH\/NV 2010, 860).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In Anwendung dieser Grunds&auml;tze hat der BFH entschieden, dass eine R&uuml;ckstellung wegen Erf&uuml;llungsr&uuml;ckstands zu bilden ist, wenn ein Versicherungsvertreter die Abschlussprovision nicht nur f&uuml;r die Vermittlung der Versicherung, sondern auch f&uuml;r die weitere Betreuung des Versicherungsvertrags erh&auml;lt (BFH-Urteil vom 28. Juli 2004 XI R 63\/03, BFHE 207, 205, BStBl II 2006, 866, und Senatsurteile in BFH\/NV 2010, 860, und vom 19. Juli 2011 X R 26\/10, BFHE 234, 239).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ob eine solche R&uuml;ckstellung auch gebildet werden kann, wenn der Versicherungsvertreter von der Versicherung nicht nur eine Abschlussprovision, sondern auch eine Bestandspflegeprovision erh&auml;lt, hat der BFH zwar nicht entschieden. Diese Rechtsfrage bedarf indessen nicht der grunds&auml;tzlichen Kl&auml;rung, weil sie in Anwendung der allgemeinen Grunds&auml;tze der h&ouml;chstrichterlichen Rechtsprechung zur Frage des Erf&uuml;llungsr&uuml;ckstands zu beantworten ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Danach gen&uuml;gt es f&uuml;r die Bildung einer solchen R&uuml;ckstellung nicht, dass die Versicherung zur Pflege des Versicherungsbestands verpflichtet ist. Vielmehr muss sich auch feststellen lassen, dass die Abschlussprovision von der Versicherung in rechtlicher Hinsicht auch wegen der noch zu erbringenden Bestandspflege geleistet wird, sich also im Hinblick hierauf als Vorleistung darstellt. Ob dies der Fall ist, beurteilt sich nach den gegebenen vertraglichen Bestimmungen. Es handelt sich daher um eine im jeweiligen Einzelfall vom FG als Tatsacheninstanz zu beurteilende Frage (BFH-Urteil in BFHE 213, 332, BStBl II 2006, 593, unter II.4.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Da es um das Vorliegen eines Verpflichtungs&uuml;berhangs geht, kann die erlangte Abschlussprovision nicht allein mit der Begr&uuml;ndung als Vorleistung f&uuml;r die zu erbringende Bestandspflege angesehen werden, die vertraglich vereinbarten Bestandspflegeprovisionen seien nicht kostendeckend. Von diesen Grunds&auml;tzen geht ersichtlich auch die finanzgerichtliche Rechtsprechung aus (Finanzgericht &#8211;FG&#8211; M&uuml;nchen, Urteil vom 27. Februar 2008&nbsp;&nbsp;10 K 1237\/07, Entscheidungen der Finanzgerichte &#8211;EFG&#8211; 2008, 931, und Hessisches FG, Urteil vom 12. Februar 2009 1 K 24\/08, nicht ver&ouml;ffentlicht, juris; vgl. auch Schmidt\/ Weber-Grellet, EStG, 30. Aufl., &sect; 5 Rz 550, Stichwort Bestandspflege).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Soweit die Kl&auml;ger darauf hinweisen, das FG Rheinland-Pfalz mache in seinem Urteil vom 25. Februar 2010&nbsp;&nbsp;6 K 1570\/07 (EFG 2010, 1592) abweichend hiervon die Anerkennung einer solchen R&uuml;ckstellung davon abh&auml;ngig, dass sich die Vermittlungsleistung und die Abschlussprovision nicht ausgeglichen gegen&uuml;berst&uuml;nden, ber&uuml;cksichtigen sie nicht die weiteren Ausf&uuml;hrungen des FG. Denn das FG hat darin ausdr&uuml;cklich betont, dass es (hinsichtlich der Frage der Ausgeglichenheit) auf die Ausgestaltung der vertraglichen Beziehungen und nicht auf eine evtl. wirtschaftliche Unausgewogenheit von Leistung und Gegenleistung ankommt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Grunds&auml;tzliche Bedeutung hat auch nicht die weitere von den Kl&auml;gern aufgeworfene Frage, ob die R&uuml;ckstellungsf&auml;higkeit einer Bestandspflegeverpflichtung voraussetze, dass die Verpflichtung mit einer wesentlichen Belastung verbunden sei. Dabei kann dahinstehen, ob diese Rechtsfrage im vorliegenden Rechtsstreit &uuml;berhaupt kl&auml;rbar w&auml;re (vgl. dazu Gr&auml;ber\/Ruban, Finanzgerichtsordnung, 7. Aufl., &sect; 115 Rz 30, m.w.N. aus der h&ouml;chstrichterlichen Rechtsprechung). Die Frage ist jedenfalls nicht kl&auml;rungsbed&uuml;rftig, denn der erkennende Senat hat sie in seinem Urteil vom 19. Juli 2011 X R 26\/10 gekl&auml;rt. Nach Ansicht des erkennenden Senats gibt es keine rechtliche Grundlage f&uuml;r die Annahme, die Bildung einer R&uuml;ckstellung sei nur bei wesentlichen Verpflichtungen zul&auml;ssig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Das angefochtene Urteil weicht auch nicht i.S. des &sect; 115 Abs. 2 Nr. 2 Alternative 2 FGO von den von den Kl&auml;gern benannten FG-Entscheidungen ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine solche Abweichung liegt nur vor, wenn das angefochtene Urteil und die benannten Divergenzentscheidungen bei gleichem oder vergleichbarem Sachverhalt in einer entscheidungserheblichen Rechtsfrage unterschiedliche Auffassungen vertreten (Gr&auml;ber\/Ruban, a.a.O., &sect; 115 Rz 53, m.w.N. aus der BFH-Rechtsprechung). Hieran fehlt es im Streitfall. Die von den Kl&auml;gern benannten Urteile des FG M&uuml;nster vom 2. Dezember 2008&nbsp;&nbsp;9 K 4216\/07 K (EFG 2009, 454) und des FG Rheinland-Pfalz in EFG 2010, 1592 betreffen jeweils Gestaltungen, in denen dem Versicherungsvertreter lediglich eine Abschlussprovision, aber keine Folgeprovision gezahlt wurde. Diese Sachverhalte sind nicht mit demjenigen des Streitfalls vergleichbar. Dieser ist dadurch gekennzeichnet, dass der Kl&auml;ger auch eine Provision f&uuml;r die Bestandspflege erhielt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Das angefochtene Urteil leidet auch nicht i.S. des &sect; 115 Abs. 2 Nr. 2 Alternative 2 FGO an einem qualifizierenden Rechtsanwendungsfehler. Ein solcher setzt voraus, dass das Urteil greifbar gesetzwidrig ist. Hierf&uuml;r gen&uuml;gt ein &quot;einfacher Rechtsanwendungsfehler&quot; nicht. Vielmehr darf das Urteil unter keinem denkbaren Aspekt rechtlich vertretbar sein, und&nbsp;&nbsp;es muss sich daher der Schluss aufdr&auml;ngen, das Urteil beruhe auf sachfremden Erw&auml;gungen (BFH-Beschluss vom 13. Januar 2005 VII B 147\/04, BFHE 208, 404, BStBl II 2005, 457). Diese Voraussetzungen liegen im Streitfall ersichtlich nicht vor. Klarstellend weist der angerufene Senat darauf hin, dass sich aus dem von den Kl&auml;gern zitierten Vertretervertrag (insbesondere &sect; 3 Abs. 2 und &sect; 5 Abs. 2) lediglich ergibt, dass der Kl&auml;ger zur Bestandspflege verpflichtet ist. Entscheidend ist im Streitfall aber die Beantwortung der Frage, ob die erlangte Abschlussprovision auch (teilweise) die Bestandspflegeverpflichtung abgilt und deshalb insoweit ein Erf&uuml;llungsr&uuml;ckstand besteht. Dies hat das FG jedenfalls mit vertretbarer Begr&uuml;ndung verneint.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 8.11.2011, X B 221\/10 R&uuml;ckstellung wegen Erf&uuml;llungsr&uuml;ckstands Gr&uuml;nde &nbsp; 1&nbsp; Die Beschwerde hat keinen Erfolg. Die von den Kl&auml;gern und Beschwerdef&uuml;hrern (Kl&auml;ger) geltend gemachten Gr&uuml;nde f&uuml;r die Zulassung der Revision (&sect; 115 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;) liegen nicht vor. 2&nbsp; 1. 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