{"id":9296,"date":"2012-12-06T04:35:47","date_gmt":"2012-12-06T02:35:47","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=9296"},"modified":"2012-12-06T04:35:47","modified_gmt":"2012-12-06T02:35:47","slug":"i-r-93-10-genossenschaft-ist-keine-kapitalgesellschaft-is-des-art-15-abs-4-dba-schweiz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-93-10-genossenschaft-ist-keine-kapitalgesellschaft-is-des-art-15-abs-4-dba-schweiz\/","title":{"rendered":"I&nbsp;R&nbsp;93\/10 &#8211; Genossenschaft ist keine Kapitalgesellschaft i.S. des Art. 15 Abs. 4 DBA-Schweiz"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 12.10.2011, I R 93\/10<\/p>\n<p class=\"titel\">Genossenschaft ist keine Kapitalgesellschaft i.S. des Art. 15 Abs. 4 DBA-Schweiz<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Streitig ist, ob von einem schweizerischen Arbeitgeber bezogene Eink&uuml;nfte aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit der deutschen Einkommensteuer unterliegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die zur Einkommensteuer des Streitjahres 2003 als Eheleute zusammen veranlagten Kl&auml;ger und Revisionsbeklagten (Kl&auml;ger) hatten im Streitjahr einen Wohnsitz in Deutschland. Der Kl&auml;ger, ein deutscher Staatsangeh&ouml;riger, hatte dar&uuml;ber hinaus einen Wohnsitz in der Schweiz. Er war &#8230; Generaldirektor bei der A, einer im schweizerischen Handelsregister eingetragenen Genossenschaft mit Sitz in B-Stadt. Aus diesem Arbeitsverh&auml;ltnis bezog er im Streitjahr ein Bruttogehalt von &#8230; EUR. Die T&auml;tigkeit &uuml;bte der Kl&auml;ger vorwiegend in der Schweiz aus.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Einkommen aus dieser T&auml;tigkeit wurde in der Schweiz nicht der Besteuerung unterworfen. Die Gesch&auml;ftsleitung der A hatte mit dem Schweizerischen Bundesrat (Conseil f&eacute;d&eacute;ral suisse) eine auch im Streitjahr noch wirksame Vereinbarung getroffen, nach der alle Mitarbeiter der A mit nicht-schweizerischer Staatsangeh&ouml;rigkeit f&uuml;r die w&auml;hrend ihrer T&auml;tigkeit in der Schweiz von A bezogenen Geh&auml;lter von der schweizerischen Besteuerung freigestellt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger erkl&auml;rte seine bei A erzielten Eink&uuml;nfte aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit als steuerfreie Einnahmen. Der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) folgte dem nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) M&uuml;nchen gab der Klage gegen den hiernach ergangenen Einkommensteuerbescheid durch Urteil vom 23. September 2010&nbsp;&nbsp;11 K 1169\/08 statt (Entscheidungen der Finanzgerichte 2011, 418), indem es die Einkommensteuer von zuvor &#8230; EUR (Einspruchsentscheidung) auf &#8230; EUR herabsetzte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA r&uuml;gt mit der Revision die Verletzung materiellen Rechts und beantragt sinngem&auml;&szlig;, das angefochtene Urteil aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger beantragen, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision des FA ist begr&uuml;ndet; das angefochtene Urteil wird aufgehoben und die Sache zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung zur&uuml;ckverwiesen (&sect; 126 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). F&uuml;r die Entscheidung, ob und ggf. inwieweit die in der Schweiz erzielten Eink&uuml;nfte in die Bemessungsgrundlage der deutschen Einkommensteuer einzubeziehen sind, fehlen tatrichterliche Feststellungen zu der Frage, inwieweit der Arbeitslohn des Kl&auml;gers auf eine T&auml;tigkeit in der Schweiz entf&auml;llt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach den Feststellungen des FG, die nicht mit zul&auml;ssigen und begr&uuml;ndeten Revisionsr&uuml;gen angegriffen und deshalb im Revisionsverfahren bindend sind (&sect; 118 Abs. 2 FGO), hatte der Kl&auml;ger im Streitjahr einen Wohnsitz im Inland. Er war mithin gem&auml;&szlig; &sect; 1 Abs. 1 Satz 1 des Einkommensteuergesetzes 2002 unbeschr&auml;nkt steuerpflichtig mit der Folge, dass er mit allen im Streitjahr erzielten Eink&uuml;nften der Einkommensteuer unterlag. Ferner ist das FG ersichtlich davon ausgegangen, dass der Kl&auml;ger aus abkommensrechtlicher Sicht in Deutschland ans&auml;ssig war (Art. 4 des Abkommens zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Schweizerischen Eidgenossenschaft zur Vermeidung der Doppelbesteuerung auf dem Gebiete der Steuern vom Einkommen und Verm&ouml;gen vom 11. August 1971, BGBl II 1972, 1022, BStBl I 1972, 519 i.d.F. des Protokolls vom 21. Dezember 1992, BGBl II 1993, 1888, BStBl I 1993, 928<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>&#8211;DBA-Schweiz 1992&#8211;); diese Einsch&auml;tzung wird von den Beteiligten geteilt und bedarf deshalb und mangels gegenteiliger Anhaltspunkte keiner n&auml;heren Er&ouml;rterungen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Nach Art. 24 Abs. 1 Nr. 1 Buchst. d DBA-Schweiz 1992 werden bei einer in Deutschland ans&auml;ssigen Person aus der Schweiz stammende Geh&auml;lter, L&ouml;hne und &auml;hnliche Verg&uuml;tungen i.S. des Art. 15 DBA-Schweiz 1992, soweit sie nicht unter Art. 17 DBA-Schweiz 1992 fallen, von der Bemessungsgrundlage der deutschen Steuer ausgenommen, wenn sie in der Schweiz besteuert werden k&ouml;nnen und wenn die Arbeit in der Schweiz ausge&uuml;bt wird. Dazu kann der Senat im Ergebnis wegen fehlender tats&auml;chlicher Feststellungen keine abschlie&szlig;ende Entscheidung treffen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die Vorinstanz ist in &Uuml;bereinstimmung mit den Beteiligten davon ausgegangen, dass die vom Kl&auml;ger bezogene Verg&uuml;tung der Regelung des Art. 15 Abs. 4 DBA-Schweiz 1992 unterf&auml;llt. Dem ist nicht beizupflichten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Nach Art. 15 Abs. 4 Satz 1 DBA-Schweiz 1992 k&ouml;nnen die Eink&uuml;nfte einer nat&uuml;rlichen Person, die in Deutschland ans&auml;ssig, aber als Vorstandsmitglied, Direktor, Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer oder Prokurist einer in der Schweiz ans&auml;ssigen Kapitalgesellschaft t&auml;tig ist, in der Schweiz besteuert werden, vorausgesetzt, die T&auml;tigkeit ist nicht so abgegrenzt, dass sie lediglich Aufgaben au&szlig;erhalb der Schweiz umfasst. Dabei greift dieses Besteuerungsrecht unabh&auml;ngig von dem Ort der physischen Anwesenheit der betreffenden Person; Art. 15 Abs. 4 Satz 1 DBA-Schweiz 1992 ordnet die Fiktion des Arbeitsorts an, die auch im Rahmen von Art. 24 DBA-Schweiz 1992 ma&szlig;gebend ist (vgl. z.B. Senatsurteil vom 25. Oktober 2006 I R 81\/04, BFHE 215, 237, BStBl II 2010, 778; s.a. Kempermann in Flick\/Wassermeyer\/Kempermann, Doppelbesteuerungsabkommen Deutschland-Schweiz, Art. 15 Rz 115; Brandis in Debatin\/ Wassermeyer, Doppelbesteuerung, Schweiz Art. 15 Rz 100, 106, jeweils m.w.N. zur st&auml;ndigen Rechtsprechung des Senats). Besteuert die Schweiz diese Eink&uuml;nfte nicht, k&ouml;nnen sie allerdings in Deutschland besteuert werden (Art. 15 Abs. 4 Satz 2 DBA-Schweiz 1992). Im &Uuml;brigen gilt diese Regelung nur vorbehaltlich des Art. 15a DBA-Schweiz 1992. Deshalb d&uuml;rfen, wenn die betreffende Person Grenzg&auml;nger i.S. des Art. 15a Abs. 2 DBA-Schweiz 1992 ist, die von ihr bezogenen Geh&auml;lter, L&ouml;hne und &auml;hnlichen Verg&uuml;tungen in Deutschland besteuert werden (Art. 15a Abs. 1 Satz 1 DBA-Schweiz 1992).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Im Streitfall war der Kl&auml;ger, den das FG in &Uuml;bereinstimmung mit den Beteiligten nicht als Grenzg&auml;nger i.S. des Art. 15a DBA-Schweiz 1992 angesehen hat, nach den Feststellungen des FG als Generaldirektor der schweizerischen A &#8211;einer Genossenschaft&#8211;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>t&auml;tig. Damit ist die Tatbestandsvoraussetzung einer T&auml;tigkeit bei einer &quot;Kapitalgesellschaft&quot; (Art. 15 Abs. 4 Satz 1 DBA-Schweiz 1992) nicht erf&uuml;llt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aaa) Der erkennende Senat hat in diesem Zusammenhang in seinem Urteil vom 21. August 2007 I R 17\/07 (BFH\/NV 2008, 530) &#8211;zu einem im schweizerischen Handelsregister eingetragenen Verein i.S. der Art. 60 ff. des Schweizerischen Zivilgesetzbuchs&#8211; entschieden, dass der Begriff der Kapitalgesellschaft nicht jede Rechtsperson erfasst, die sowohl nach schweizerischem wie nach deutschem Rechtsverst&auml;ndnis als juristische Person bzw. K&ouml;rperschaft anzusehen ist. Eine Ausdehnung des in Art. 15 Abs. 4 Satz 1 DBA-Schweiz 1992 verwendeten (engeren) Begriffs der Kapitalgesellschaft auf K&ouml;rperschaften jeglicher Art kann weder aus dem Abkommenstext noch -zusammenhang abgeleitet werden. Dazu hat der Senat darauf verwiesen, dass das Abkommen immer dann, wenn darin allgemein von juristischen Personen oder von Rechtstr&auml;gern, die f&uuml;r die Besteuerung wie juristische Personen behandelt werden, gesprochen wird, ausweislich der insoweit ma&szlig;geblichen (vgl. Art. 3 Abs. 2 DBA-Schweiz 1992) Abkommensdefinition in Art. 3 Abs. 1 Buchst. e DBA-Schweiz 1992 (nur) von &quot;Gesellschaft&quot; die Rede ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bbb) Daran ist festzuhalten. Der insoweit eindeutige Abkommenswortlaut steht der Auffassung der Kl&auml;ger entgegen, letztlich alle Gesellschaftsformen mit Haftungsbegrenzung, eigener Rechtssubjektivit&auml;t bzw. Steuerrechtsf&auml;higkeit und einer Beteiligung der Mitglieder\/Gesellschafter am Gewinn nur im Falle der Aussch&uuml;ttung abkommensrechtlich als Kapitalgesellschaft zu behandeln (abweichend Nieders&auml;chsisches FG, Urteil vom 14. Mai 1991 VI 676\/89, Recht der Internationalen Wirtschaft 1991, 963; zweifelnd Kempermann in Flick\/Wassermeyer\/Kempermann, a.a.O., Art. 15 Rz 107). Der von den Vertragsstaaten in Kenntnis der Differenzierungsm&ouml;glichkeiten vereinbarte klare Abkommenswortlaut begrenzt sowohl ein ausweitendes als auch ein einengendes Verst&auml;ndnis des Begriffs der Kapitalgesellschaft (zu Letzterem s. z.B. das Senatsurteil vom 19. Mai 2010 I R 62\/09, BFHE 230, 18). Auch eine Eintragung einer juristischen Person im Handelsregister kann auf dieser Grundlage eine abkommensrechtliche Gleichbehandlung mit einer dort ebenfalls eingetragenen Kapitalgesellschaft nicht erzwingen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>ccc) Wenn damit die Genossenschaft nicht in den Anwendungsbereich des Art. 15 Abs. 4 Satz 1 DBA-Schweiz 1992 f&auml;llt, kommt es auf die Voraussetzungen der R&uuml;ckfallklausel des Art. 15 Abs. 4 Satz 2 DBA-Schweiz 1992 im Streitfall nicht an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Das Besteuerungsrecht f&uuml;r die vom Kl&auml;ger aus der T&auml;tigkeit bei A bezogene Verg&uuml;tung k&ouml;nnte allerdings gem&auml;&szlig; Art. 15 Abs. 1 Satz 1 DBA-Schweiz 1992 &#8211;zumindest teilweise&#8211; der Schweiz zustehen. Denn danach k&ouml;nnen Geh&auml;lter, L&ouml;hne und &auml;hnliche Verg&uuml;tungen, die eine in einem Vertragsstaat (hier Deutschland) ans&auml;ssige Person aus unselbst&auml;ndiger Arbeit bezieht, nur in diesem Staat besteuert werden, es sei denn, die Arbeit wird in dem anderen Staat ausge&uuml;bt. Abkommensrechtlich verbleibt damit die Besteuerung von Eink&uuml;nften f&uuml;r eine T&auml;tigkeit in Deutschland oder in einem Drittstaat bei Deutschland als Wohnsitzstaat (vgl. z.B. Senatsbeschluss vom 19. April 1999 I B 141\/98, BFH\/NV 1999, 1317, 1319 f.; Senatsurteil in BFH\/NV 2008, 530). Soweit die T&auml;tigkeit hingegen in der Schweiz ausge&uuml;bt wurde, steht dieser das Besteuerungsrecht zu.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zum Ort der T&auml;tigkeit des Kl&auml;gers hat das FG &#8211;von seinem Rechtsstandpunkt aus zu Recht&#8211; jedoch keine Feststellungen getroffen. Diese Feststellungen k&ouml;nnen im Revisionsverfahren nicht nachgeholt werden; diese Aufgabe obliegt dem FG im zweiten Rechtsgang.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 12.10.2011, I R 93\/10 Genossenschaft ist keine Kapitalgesellschaft i.S. des Art. 15 Abs. 4 DBA-Schweiz Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; I. 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