{"id":9300,"date":"2012-12-20T02:52:18","date_gmt":"2012-12-20T00:52:18","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=9300"},"modified":"2012-12-20T02:52:18","modified_gmt":"2012-12-20T00:52:18","slug":"x-b-55-11-aenderung-eines-steuerbescheids-nach-par-173-abs-1-nr-1-ao","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-b-55-11-aenderung-eines-steuerbescheids-nach-par-173-abs-1-nr-1-ao\/","title":{"rendered":"X&nbsp;B&nbsp;55\/11 &#8211; &Auml;nderung eines Steuerbescheids nach &sect; 173 Abs. 1 Nr. 1 AO"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 8.11.2011, X B 55\/11<\/p>\n<p class=\"titel\">&Auml;nderung eines Steuerbescheids nach &sect; 173 Abs. 1 Nr. 1 AO<\/p>\n<p class=\"gruende\">Gr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beschwerde ist unzul&auml;ssig. Die Beschwerdebegr&uuml;ndung des Kl&auml;gers und Beschwerdef&uuml;hrers (Kl&auml;ger) entspricht nicht den Anforderungen des &sect; 116 Abs. 3 Satz 3 der Finanzgerichtsordnung (FGO) an die Darlegung eines Zulassungsgrunds i.S. des &sect; 115 Abs. 2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Wird geltend gemacht, die Rechtssache habe grunds&auml;tzliche Bedeutung (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO), dann ist schl&uuml;ssig darzulegen, dass die aufgeworfene Rechtsfrage im allgemeinen Interesse der Kl&auml;rung bedarf. Hierzu ist darzustellen, in welchem Umfang, von welcher Seite und aus welchen Gr&uuml;nden die Beantwortung der aufgeworfenen Rechtsfrage zweifelhaft und strittig ist. Dies erfordert, dass sich die Beschwerdebegr&uuml;ndung mit den in der Literatur und der Rechtsprechung zu dieser Frage vertretenen Auffassungen auseinandersetzt. Hat der Bundesfinanzhof (BFH) &uuml;ber die Rechtsfrage bereits fr&uuml;her entschieden, muss zudem ausgef&uuml;hrt werden, inwiefern und aus welchen Gr&uuml;nden die h&ouml;chstrichterlich beantwortete Frage weiterhin umstritten ist und es daher einer erneuten Entscheidung des BFH bedarf (Gr&auml;ber\/Ruban, Finanzgerichtsordnung, 7. Aufl., &sect; 116 Rz 32 f., m.w.N. aus der Rechtsprechung des BFH).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Diese vorstehend dargestellten Anforderungen gelten auch, soweit geltend macht wird, die Revisionszulassung sei zur Fortbildung des Rechts notwendig (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 2 Alternative 1 FGO). Denn bei diesem Zulassungsgrund handelt es sich um einen speziellen Tatbestand der Grundsatzrevision (Gr&auml;ber\/Ruban, a.a.O., &sect; 116 Rz 38).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Der Kl&auml;ger hat nicht in der erforderlichen Weise die grunds&auml;tzliche Bedeutung und das Erfordernis der Zulassung aus Gr&uuml;nden der Rechtsfortbildung dargelegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Er macht geltend, es bed&uuml;rfe der h&ouml;chstrichterlichen Kl&auml;rung, ob &sect; 173 Abs. 1 Nr. 1 der Abgabenordnung (AO) auch dann anwendbar sei, wenn die Finanzbeh&ouml;rde interne Anweisungen zur Steuer&uuml;berwachung nicht beachte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger hat nicht begr&uuml;ndet, weshalb die von ihm angesprochene Frage kl&auml;rungsbed&uuml;rftig sei. Insbesondere fehlt jegliche Auseinandersetzung mit der hierzu vorhandenen Rechtsprechung und Literatur. Der blo&szlig;e Hinweis des Kl&auml;gers, es k&ouml;nne nicht ausgeschlossen werden, dass der BFH neue Kriterien entwickele, die im Rahmen von &sect; 173 Abs. 1 Nr. 1 AO zu pr&uuml;fen seien, wenn die Finanzbeh&ouml;rde bestehende Verwaltungsanweisungen nicht beachte, ist nicht ausreichend.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger setzt sich insbesondere nicht mit der st&auml;ndigen Rechtsprechung des BFH zu &sect; 173 Abs. 1 Nr. 1 AO auseinander, nach der die &Auml;nderung eines Steuerbescheids wegen des Grundsatzes von Treu und Glauben ausgeschlossen sein kann. Voraussetzung ist hier, dass das Finanzamt (FA) bei Erlass des urspr&uuml;nglichen Bescheids offenkundigen Zweifelsfragen, Unklarheiten oder Zweifeln, die sich ohne weiteres aufdr&auml;ngen, nicht nachgeht und Ermittlungsm&ouml;glichkeiten nicht nutzt, deren Ergiebigkeit sich ihm h&auml;tten aufdr&auml;ngen m&uuml;ssen (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. z.B. BFH-Urteile vom 7. Juli 2004 XI R 10\/03, BFHE 206, 303, BStBl II 2004, 911, und vom 12. Juli 2001 VII R 68\/00, BFHE 196, 317, BStBl II 2002, 44).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Erf&uuml;llt allerdings, wovon das Finanzgericht (FG) im Streitfall ausgegangen ist, der Steuerpflichtige seinerseits nicht in zumutbarer Weise die ihm obliegende Mitwirkungspflicht zur vollst&auml;ndigen und richtigen Mitteilung des relevanten Sachverhalts, dann bedarf es im Falle der Verletzung der Ermittlungspflicht durch das FA einer Abw&auml;gung der jeweiligen Pflichtverletzungen. Eine solche Abw&auml;gung hat regelm&auml;&szlig;ig zur Folge, dass der Steuerbescheid ge&auml;ndert werden kann (Senatsurteil vom 16. Juni 2004 X R 56\/01, BFH\/NV 2004, 1502).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Etwas anderes gilt nur dann, wenn der Versto&szlig; des FA gegen seine Ermittlungspflicht den Versto&szlig; des Steuerpflichtigen gegen seine Mitwirkungspflicht deutlich &uuml;berwiegt (BFH-Urteil vom 20. Dezember 1988 VIII R 121\/83, BFHE 156, 339, BStBl II 1989, 585). Ob das der Fall ist, bestimmt sich nach den Umst&auml;nden des jeweiligen Einzelfalls (BFH-Beschluss vom 10. November 2009 VI B 54\/09, BFH\/NV 2010, 602). Ma&szlig;geblich ist die W&uuml;rdigung und Gewichtung der jeweiligen Pflichtverletzung durch das FG. Abstrakte Grunds&auml;tze, wie im Rahmen von &sect; 173 Abs. 1 Nr. 1 AO F&auml;lle zu beurteilen sind, in denen das FA Verwaltungsvorschriften nicht beachtet hat, lassen sich daher nicht aufstellen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Auch soweit der Kl&auml;ger die Frage formuliert, ob ein (im Rahmen der vorzunehmenden Abw&auml;gung) zu ber&uuml;cksichtigendes Verschulden des Steuerpflichtigen gegeben sei, wenn sich die neue Tatsache auf einen Vorgang st&uuml;tze, nach dem in der Steuererkl&auml;rung nicht ausdr&uuml;cklich gefragt worden sei, fehlt es an Ausf&uuml;hrungen des Kl&auml;gers zur Kl&auml;rungsbed&uuml;rftigkeit dieser Frage in grunds&auml;tzlicher Hinsicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das vom Kl&auml;ger angesprochene, beim beschlie&szlig;enden Senat anh&auml;ngige Verfahren X R 53\/09 ist nicht einschl&auml;gig. Es bezieht sich auf das in &sect; 173 Abs. 1 Nr. 2 AO genannte Tatbestandsmerkmal des groben Verschuldens. Im Streitfall ist hingegen die Anwendbarkeit von &sect; 173 Abs. 1 Nr. 1 AO zu beurteilen. Danach kommt es auf ein Verschulden grunds&auml;tzlich nicht an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 8.11.2011, X B 55\/11 &Auml;nderung eines Steuerbescheids nach &sect; 173 Abs. 1 Nr. 1 AO Gr&uuml;nde 1&nbsp; Die Beschwerde ist unzul&auml;ssig. Die Beschwerdebegr&uuml;ndung des Kl&auml;gers und Beschwerdef&uuml;hrers (Kl&auml;ger) entspricht nicht den Anforderungen des &sect; 116 Abs. 3 Satz 3 der Finanzgerichtsordnung (FGO) an die Darlegung eines Zulassungsgrunds i.S. des &sect; 115 Abs. &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-b-55-11-aenderung-eines-steuerbescheids-nach-par-173-abs-1-nr-1-ao\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">X&nbsp;B&nbsp;55\/11 &#8211; &Auml;nderung eines Steuerbescheids nach &sect; 173 Abs. 1 Nr. 1 AO<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-9300","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9300","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9300"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9300\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9300"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=9300"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9300"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}