{"id":9316,"date":"2012-12-06T17:28:57","date_gmt":"2012-12-06T15:28:57","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=9316"},"modified":"2012-12-06T17:28:57","modified_gmt":"2012-12-06T15:28:57","slug":"iii-b-7-11-betriebsstaettenbegriff-im-zulagenrecht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-b-7-11-betriebsstaettenbegriff-im-zulagenrecht\/","title":{"rendered":"III&nbsp;B&nbsp;7\/11 &#8211; Betriebsst&auml;ttenbegriff im Zulagenrecht"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 31.10.2011, III B 7\/11<\/p>\n<p class=\"titel\">Betriebsst&auml;ttenbegriff im Zulagenrecht<\/p>\n<p class=\"gruende\">Gr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beschwerde ist unbegr&uuml;ndet und wird durch Beschluss zur&uuml;ckgewiesen (&sect; 116 Abs. 5 Satz 1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Die von der Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin) vorgebrachten Zulassungsgr&uuml;nde wurden nicht in der nach &sect; 116 Abs. 3 Satz 3 FGO erforderlichen Weise dargetan oder liegen nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. F&uuml;r eine schl&uuml;ssige und substantiierte Darlegung des Zulassungsgrundes der grunds&auml;tzlichen Bedeutung der Rechtssache gem&auml;&szlig; &sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO muss ein Beschwerdef&uuml;hrer eine bestimmte, f&uuml;r die Entscheidung des Streitfalles erhebliche abstrakte Rechtsfrage herausstellen und substantiiert darauf eingehen, inwieweit diese Rechtsfrage im allgemeinen Interesse an einer einheitlichen Entwicklung und Handhabung des Rechts der h&ouml;chstrichterlichen Kl&auml;rung bedarf (st&auml;ndige Rechtsprechung, z.B. Beschluss des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 16. Juli 2008 X B 202\/07, BFH\/NV 2008, 1681).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die Kl&auml;gerin hat die Rechtsfrage herausgestellt, ob bei der Auslegung eines wortlautidentischen Begriffs &#8211;hier: feste Gesch&auml;ftseinrichtung als Betriebsst&auml;tte&#8211;, der sowohl im nationalen wie im internationalen Recht Anwendung finde, v&ouml;lkerrechtliche Erkenntnisse (Entwicklungen) zu ber&uuml;cksichtigen seien. Nach Ansicht der Kl&auml;gerin sei konkret danach zu fragen, ob es bei der Begr&uuml;ndung und Beibehaltung einer Betriebsst&auml;tte auf eine vertragliche Nutzungsberechtigung ankomme oder ob die blo&szlig;e unwidersprochene Anwesenheit in dem streitbefangenen Territorium in Verbindung mit einer zuordenbaren Leistungserbringung gen&uuml;ge.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die von der Kl&auml;gerin aufgeworfenen Rechtsfragen bed&uuml;rfen nicht der h&ouml;chstrichterlichen Kl&auml;rung in einem Revisionsverfahren. Der Begriff der Betriebsst&auml;tte richtet sich im Recht der Investitionszulagen nach &sect; 12 der Abgabenordnung (AO), da &sect; 6 Abs. 1 Satz 1 des Investitionszulagengesetzes 1999 auf die f&uuml;r Steuerverg&uuml;tungen (&sect; 1 Abs. 1 Satz 1 AO) geltenden Vorschriften verweist (Senatsurteile vom 23. Mai 2002 III R 8\/00, BFHE 198, 325, BStBl II 2002, 512; vom 30. Juni 2005 III R 47\/03, BFHE 210, 538, BStBl II 2006, 78, sowie vom 18. M&auml;rz 2009 III R 2\/06, BFH\/NV 2009, 1457). Die Kl&auml;gerin hat nicht dargelegt, weshalb eine von &sect; 12 AO und nationalen Rechtsgrunds&auml;tzen abweichende Definition des Begriffs der Betriebsst&auml;tte f&uuml;r das Zulagenrecht ma&szlig;gebend sein sollte. Mit dem Hinweis darauf, dass es nicht sein k&ouml;nne, dass in einem nationalen Zusammenhang eine restriktive Auslegung favorisiert, im internationalen Kontext jedoch ein extensiver Ma&szlig;stab angelegt werde, wird die grunds&auml;tzliche Bedeutung der Rechtsfrage nicht dargetan.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Das Finanzgericht (FG) ist auch nicht von Entscheidungen des BFH abgewichen. Eine Entscheidung des BFH zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung ist daher nicht erforderlich (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 2 Alt. 2 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die Zulassung der Revision zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung ist geboten, wenn das angefochtene Urteil des FG in seinen tragenden Gr&uuml;nden von einer Entscheidung des BFH oder eines anderen Gerichts abweicht. Zur schl&uuml;ssigen Darlegung einer solchen Abweichungsr&uuml;ge muss der Beschwerdef&uuml;hrer u.a. tragende und abstrakte Rechtss&auml;tze aus dem angefochtenen FG-Urteil einerseits und aus den behaupteten, mit Datum sowie Aktenzeichen und\/ oder Fundstelle bezeichneten Divergenzentscheidungen andererseits herausarbeiten und einander gegen&uuml;berstellen, um so die behauptete Abweichung zu verdeutlichen (z.B. Senatsbeschluss vom 11. M&auml;rz 2011 III B 76\/10, BFH\/NV 2011, 981). Eine schl&uuml;ssige R&uuml;ge setzt weiter die Darlegung voraus, dass die Entscheidungen zu gleichen, vergleichbaren oder gleichgelagerten Sachverhalten ergangen sind (z.B. BFH-Beschluss vom 22. Juli 2008 II B 47\/07, BFH\/NV 2008, 1846).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Im Streitfall liegt eine Divergenz zur Rechtsprechung des BFH, der zufolge in Verpachtungsf&auml;llen eine Betriebsst&auml;tte des Verp&auml;chters im Betrieb des P&auml;chters begr&uuml;ndet werden kann, nicht vor, insbesondere nicht zu den von der Kl&auml;gerin zitierten BFH-Urteilen vom 28. August 1986 V R 20\/79 (BFHE 148, 194, BStBl II 1987, 162), vom 3. Februar 1993 I R 80-81\/91 (BFHE 170, 263, BStBl II 1993, 462), in BFHE 210, 538, BStBl II 2006, 78 sowie in BFH\/NV 2009, 1457. Das FG hat eine derartige M&ouml;glichkeit nicht generell ausgeschlossen, vielmehr hat es gepr&uuml;ft, ob die Kl&auml;gerin mit der Verpachtung der im F&ouml;rdergebiet aufgestellten Windkraftanlagen an ein dort ans&auml;ssiges Unternehmen eine eigene Betriebsst&auml;tte im F&ouml;rdergebiet begr&uuml;ndet hat. Es kam unter Ber&uuml;cksichtigung der einschl&auml;gigen Rechtsprechung und aufgrund einer W&uuml;rdigung der tats&auml;chlichen Umst&auml;nde des Streitfalles zu dem Ergebnis, dass die verpachteten Windkraftanlagen keine Betriebsst&auml;tten der Kl&auml;gerin waren. Diese tats&auml;chliche W&uuml;rdigung k&ouml;nnte in einem Revisionsverfahren nicht beanstandet werden (&sect; 118 Abs. 2 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Ebenso wenig ist das FG von der zu &sect; 12 Satz 1 AO ergangenen Rechtsprechung des BFH abgewichen, wonach von einer Anlage oder einer Einrichtung eine auf Dauer angelegte, nachhaltige Bet&auml;tigung ausgehen muss, die dem Unternehmen dient bzw. auf einen solchen dauerhaften Bezug zum Unternehmen hin ausgerichtet ist (s. Klein\/ Gersch, AO, 10. Aufl., &sect; 12 Rz 7). Die Kl&auml;gerin zitiert in diesem Zusammenhang die BFH-Urteile in BFHE 148, 194, BStBl II 1987, 162 sowie vom 12. Juli 2007 X R 4\/04 (BFHE 218, 331, BStBl II 2007, 885). Dadurch, dass das FG einen dreit&auml;gigen Einsatz von Servicetechnikern der Kl&auml;gerin innerhalb von zwei Jahren nicht als nachhaltig wertete, setzte es sich nicht in Widerspruch zu dem zum gewerblichen Grundst&uuml;ckshandel ergangenen BFH-Urteil in BFHE 218, 331, BStBl II 2007, 885, wonach &quot;Nachhaltigkeit&quot; auch bei einem einzigen Gesch&auml;ft oder Vertrag vorliegen kann, sofern der Steuerpflichtige eine solche Vielfalt von Einzelt&auml;tigkeiten entfaltet, dass seine Bet&auml;tigung dem Bild eines Gewerbetreibenden entspricht. Eine Vielfalt von Einzelt&auml;tigkeiten hat das FG im Streitfall gerade nicht festgestellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Schlie&szlig;lich liegt eine Abweichung zur BFH-Rechtsprechung auch nicht insoweit vor, als das FG eine Betriebsst&auml;tte der Kl&auml;gerin &#8211;B&uuml;ro&#8211; im Privathaus des Gesch&auml;ftsf&uuml;hrers der GmbH verneint hat, die durch die Kl&auml;gerin mit der technischen Betriebsf&uuml;hrung der Windkraftanlagen in B betraut worden war (K-GmbH). Das FG f&uuml;hrte in diesem Zusammenhang aus, die Kl&auml;gerin habe &uuml;ber das B&uuml;ro nicht verf&uuml;gen k&ouml;nnen, da sie keinen entsprechenden Mietvertrag abgeschlossen habe; gegen die Dauerhaftigkeit der Einrichtung spreche schon der Umstand, dass der Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer abberufen werden k&ouml;nne und damit dessen T&auml;tigkeitsentfaltung jederzeit beseitigt werden k&ouml;nne. Die Kl&auml;gerin sieht eine Divergenz des FG-Urteils zur Senatsentscheidung in BFH\/NV 2009, 1457 darin, dass &quot;die Offenheit im Sachverhalt&quot;, die diese Entscheidung kennzeichne, in Widerspruche stehe zu den vom FG aufgestellten Kriterien. Mit diesem Vortrag wird die behauptete Divergenz nicht i.S. von &sect; 116 Abs. 3 Satz 3 FGO dargelegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Ebenso wenig ist die Revision wegen eines Verfahrensmangels zuzulassen (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 3 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Soweit die Kl&auml;gerin r&uuml;gt, das FG habe zu Unrecht zwei Mitarbeiter der K-GmbH nicht als Zeugen vernommen, macht sie einen Versto&szlig; gegen die Pflicht zur Sachaufkl&auml;rung geltend (&sect; 76 Abs. 1 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zur ordnungsgem&auml;&szlig;en R&uuml;ge der Verletzung der Sachaufkl&auml;rungspflicht bedarf es der Darlegung, welche Fragen tats&auml;chlicher Art aufkl&auml;rungsbed&uuml;rftig waren, welche Beweismittel zu welchem Beweisthema das FG ungenutzt lie&szlig;, warum der Beschwerdef&uuml;hrer nicht von sich aus einen entsprechenden Beweisantrag gestellt hat, warum sich die Notwendigkeit der Beweiserhebung gleichwohl dem FG auf der Grundlage seiner Rechtsauffassung h&auml;tte aufdr&auml;ngen m&uuml;ssen und inwieweit die als unterlassen ger&uuml;gte Beweiserhebung zu einer anderen Entscheidung h&auml;tte f&uuml;hren k&ouml;nnen. Ferner ist darzulegen, dass der Beschwerdef&uuml;hrer die nach seiner Ansicht unzul&auml;ngliche Sachaufkl&auml;rung vor dem FG ger&uuml;gt hat oder ihm eine solche R&uuml;ge nicht m&ouml;glich gewesen ist (z.B. Senatsbeschluss vom 14. Februar 2006 III B 143\/05, BFH\/NV 2006, 1058).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Streitfall ist schon nicht ersichtlich, dass die durch einen Prozessbevollm&auml;chtigten vertretene Kl&auml;gerin im finanzgerichtlichen Verfahren den Antrag gestellt hat, die beiden Mitarbeiter als Zeugen zu vernehmen. Auch geht aus der Niederschrift &uuml;ber die m&uuml;ndliche Verhandlung vom 10. November 2010 nicht hervor, dass die Kl&auml;gerin die Nichterhebung von Zeugenbeweisen ger&uuml;gt hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Mit der R&uuml;ge, das FG sei nicht auf ihr Vorbringen &quot;zur Irrelevanz einer vertraglichen Rechtsposition f&uuml;r die Annahme einer Verf&uuml;gungsmacht &uuml;ber eine Einrichtung eingegangen&quot;, macht die Kl&auml;gerin sinngem&auml;&szlig; die Verletzung des rechtlichen Geh&ouml;rs geltend (Art. 103 Abs. 1 des Grundgesetzes, &sect; 96 Abs. 2 FGO), ebenso mit dem Vortrag, das FG habe in der m&uuml;ndlichen Verhandlung das Argument der jederzeitigen Abberufungsm&ouml;glichkeit des Gesch&auml;ftsf&uuml;hrers der K-GmbH nicht erw&auml;hnt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Der Anspruch auf rechtliches Geh&ouml;r verpflichtet das FG, die Beteiligten &uuml;ber den Verfahrensstoff zu informieren und ihnen Gelegenheit zur &Auml;u&szlig;erung zu geben, ihre Ausf&uuml;hrungen zur Kenntnis zu nehmen, in Erw&auml;gung zu ziehen und sich mit dem entscheidungserheblichen Kern ihres Vorbringens auseinanderzusetzen. Das rechtliche Geh&ouml;r ist erst dann verletzt, wenn sich aus den besonderen Umst&auml;nden des Einzelfalles deutlich ergibt, dass das Gericht Vorbringen entweder &uuml;berhaupt nicht zur Kenntnis genommen oder doch bei seiner Entscheidung ersichtlich nicht in Erw&auml;gung gezogen hat (z.B. Senatsbeschluss vom 27. Juli 2007 III S 8\/07, BFH\/NV 2007, 2135).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Gew&auml;hrung rechtlichen Geh&ouml;rs bedeutet allerdings nicht, dass das FG den Kl&auml;ger &quot;erh&ouml;ren&quot;, sich also seinen rechtlichen Ansichten anschlie&szlig;en m&uuml;sste (BFH-Beschluss vom 26. November 2007 VIII B 121\/07, BFH\/NV 2008, 397). Das FG hat somit dadurch, dass es die Rechtsansicht der Kl&auml;gerin nicht teilte, wonach ein Mietvertrag &uuml;ber den als B&uuml;ro genutzten Raum im Privathaus des Gesch&auml;ftsf&uuml;hrers der K-GmbH rechtlich bedeutungslos sei, nicht das rechtliche Geh&ouml;r verletzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Ebenso wenig hat das FG das rechtliche Geh&ouml;r durch eine &Uuml;berraschungsentscheidung verletzt, als es bei der Pr&uuml;fung der (fehlenden) Verf&uuml;gungsmacht &uuml;ber das B&uuml;ro auch auf die Abberufbarkeit des Gesch&auml;ftsf&uuml;hrers abhob.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine &Uuml;berraschungsentscheidung liegt vor, wenn das Gericht seine Entscheidung auf einen bis dahin nicht er&ouml;rterten rechtlichen oder tats&auml;chlichen Gesichtspunkt st&uuml;tzt und damit dem Rechtsstreit eine Wendung gegeben hat, mit der auch ein gewissenhafter und kundiger Prozessbeteiligter selbst unter Ber&uuml;cksichtigung der Vielzahl vertretbarer Rechtsauffassungen nach dem bisherigen Verlauf des Verfahrens nicht rechnen musste (st&auml;ndige Rechtsprechung, z.B. Senatsbeschluss vom 27. Juni 2011 III B 91\/10, BFH\/NV 2011, 1664). Das Gericht muss jedoch nicht die ma&szlig;geblichen Rechtsfragen mit den Beteiligten umfassend er&ouml;rtern. Es ist grunds&auml;tzlich weder zu einem Rechtsgespr&auml;ch noch zu einem Hinweis auf seine Rechtsauffassung verpflichtet. Vielmehr muss ein &#8211;fachkundig vertretener&#8211; Beteiligter gerade bei umstrittener Sach- und\/oder Rechtslage grunds&auml;tzlich alle vertretbaren rechtlichen Gesichtspunkte von sich aus in Betracht ziehen und seinen Vortrag darauf einrichten (BFH-Beschluss vom 14. Oktober 2009 IX B 86\/09, BFH\/NV 2010, 222). Nach diesen Grunds&auml;tzen brauchte das FG die durch einen Prozessbevollm&auml;chtigten vertretene Kl&auml;gerin nicht auf den Gesichtspunkt der Abberufbarkeit hinzuweisen, auch deshalb nicht, weil er f&uuml;r das FG nicht der alleinige Grund war, eine Verf&uuml;gungsmacht der Kl&auml;gerin &uuml;ber den als B&uuml;ro genutzten Raum im Privathaus des Gesch&auml;ftsf&uuml;hrers der K-GmbH zu verneinen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Von einer Wiedergabe des Sachverhalts und von einer weiteren Begr&uuml;ndung sieht der Senat gem&auml;&szlig; &sect; 116 Abs. 5 Satz 2 Halbsatz 2 FGO ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 31.10.2011, III B 7\/11 Betriebsst&auml;ttenbegriff im Zulagenrecht Gr&uuml;nde 1&nbsp; Die Beschwerde ist unbegr&uuml;ndet und wird durch Beschluss zur&uuml;ckgewiesen (&sect; 116 Abs. 5 Satz 1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). 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