{"id":9325,"date":"2012-12-20T03:01:39","date_gmt":"2012-12-20T01:01:39","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=9325"},"modified":"2012-12-20T03:01:39","modified_gmt":"2012-12-20T01:01:39","slug":"v-r-13-11-steuerberechnung-und-wirkung-des-tabelleneintrags-im-insolvenzverfahren-aufrechnung-nach-par-226-abs-1-ao-anfechtung-durch-nachtraegliches-bestreiten-anfechtbare-rechtshandlung-grundsatz-der","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-r-13-11-steuerberechnung-und-wirkung-des-tabelleneintrags-im-insolvenzverfahren-aufrechnung-nach-par-226-abs-1-ao-anfechtung-durch-nachtraegliches-bestreiten-anfechtbare-rechtshandlung-grundsatz-der\/","title":{"rendered":"V&nbsp;R&nbsp;13\/11 &#8211; Steuerberechnung und Wirkung des Tabelleneintrags im Insolvenzverfahren &#8211; Aufrechnung nach &sect; 226 Abs. 1 AO &#8211; Anfechtung durch nachtr&auml;gliches Bestreiten &#8211; Anfechtbare Rechtshandlung &#8211; Grundsatz der steuerlichen Neutralit&auml;t im Mehrwertsteuerrecht &#8211; Aufhebung und Nachpr&uuml;fung einer Ermessensentscheidung &#8211; Fehlendes Ermessen &#8211; Entstehung des Berichtigungsanspruchs f&uuml;r Entgelte aus durch insolventen Unternehmer erbrachten Leistungen"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 24.11.2011, V R 13\/11<\/p>\n<p class=\"titel\">Steuerberechnung und Wirkung des Tabelleneintrags im Insolvenzverfahren &#8211; Aufrechnung nach &sect; 226 Abs. 1 AO &#8211; Anfechtung durch nachtr&auml;gliches Bestreiten &#8211; Anfechtbare Rechtshandlung &#8211; Grundsatz der steuerlichen Neutralit&auml;t im Mehrwertsteuerrecht &#8211; Aufhebung und Nachpr&uuml;fung einer Ermessensentscheidung &#8211; Fehlendes Ermessen &#8211; Entstehung des Berichtigungsanspruchs f&uuml;r Entgelte aus durch insolventen Unternehmer erbrachten Leistungen<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Grundlage f&uuml;r die Forderungsanmeldung im Insolvenzverfahren nach &sect;&sect; 174 ff. InsO ist der gem&auml;&szlig; &sect;&sect; 16 ff. UStG berechnete Steueranspruch f&uuml;r das Kalenderjahr. Im Jahr der Insolvenzer&ouml;ffnung ist die anzumeldende Steuer f&uuml;r den Zeitraum bis zur Insolvenzer&ouml;ffnung zu berechnen.<\/p>\n<p>2. Die Steuerberechnung gem&auml;&szlig; &sect;&sect; 16 ff. UStG unterliegt weder den Beschr&auml;nkungen der Insolvenzaufrechnung noch denen der Insolvenzanfechtung.<\/p>\n<p>3. Werden zur Insolvenztabelle angemeldete Anspr&uuml;che aus dem Steuerschuldverh&auml;ltnis ohne Widerspruch in die Tabelle eingetragen, kommt der Eintragung dieselbe Wirkung wie der beim Bestreiten vorzunehmenden Feststellung gem&auml;&szlig; &sect; 185 InsO i.V.m. &sect; 251 Abs. 3 AO zu und kann wie diese unter den Voraussetzungen des &sect; 130 AO ge&auml;ndert werden.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Mit Beschluss vom 23. August 2006 wurde &uuml;ber das Verm&ouml;gen des H das Insolvenzverfahren er&ouml;ffnet und der Kl&auml;ger und Revisionsbeklagte (Kl&auml;ger) zum Insolvenzverwalter bestellt. Ausgehend von den Umsatzsteuer-Voranmeldungen des H f&uuml;r die Monate Juni bis August 2006 meldete der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) neben anderen Anspr&uuml;chen mit Schreiben vom 11. September 2006 eine Insolvenzforderung f&uuml;r Umsatzsteuer Juni bis August 2006 an. Die Forderungsanmeldung wurde vom Kl&auml;ger als Insolvenzverwalter am 26. Januar 2007 &quot;zur Tabelle anerkannt&quot; und in H&ouml;he von 36.416,67 EUR in die Tabelle als festgestellt eingetragen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 25. Mai 2007 ging beim FA eine Umsatzsteuererkl&auml;rung f&uuml;r den Zeitraum 1. Januar bis 22. August 2006 ein, die eine geringere Steuerschuld als nach den Umsatzsteuer-Voranmeldungen f&uuml;r 2006 auswies. Das FA erteilte hierzu am 19. Juli 2007 nach den Feststellungen des Finanzgerichts (FG) seine Zustimmung gem&auml;&szlig; &sect; 168 Satz 2 der Abgabenordnung (AO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA behandelte die f&uuml;r den Zeitraum 1. Januar bis 22. August 2006 eingereichte Umsatzsteuererkl&auml;rung im &Uuml;brigen als Antrag auf &Auml;nderung des Tabelleneintrags und lehnte diesen Antrag durch Bescheid vom 10. April 2008 ohne Ermessensaus&uuml;bung ab. Der Tabelleneintrag wirke gem&auml;&szlig; &sect; 178 Abs. 3 der Insolvenzordnung (InsO) wie ein rechtskr&auml;ftiges Urteil und sei nur unter den Voraussetzungen einer Restitutionsklage abzu&auml;ndern. Der Einspruch hatte keinen Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Demgegen&uuml;ber gab das FG der Klage statt. Es bestehe kein Streit dar&uuml;ber, dass dem Tabelleneintrag ein &uuml;berh&ouml;hter Betrag zugrunde liege, da sich die Steuerschuld nur auf 27.263,45 EUR belaufe. Eine Korrektur des Tabelleneintrags auf die zutreffende richtige H&ouml;he sei m&ouml;glich. &sect; 178 Abs. 3 InsO bestimme zwar, dass die Eintragung einer Forderung in die Insolvenztabelle gegen&uuml;ber dem Insolvenzverwalter wie ein rechtskr&auml;ftiges Urteil wirke. Dementsprechend k&ouml;nne der Insolvenzverwalter die &Auml;nderung eines Tabelleneintrags nur unter den Voraussetzungen einer Restitutionsklage erreichen. W&uuml;rden allerdings Steuerforderungen in die Insolvenztabelle eingetragen, stehe &sect; 178 Abs. 3 InsO zur Disposition. Die &Auml;nderung in der Insolvenztabelle eingetragener Steuerforderungen erfordere nicht in jedem Fall die Voraussetzungen einer Restitutionsklage. Zudem habe das FA der Umsatzsteuerjahreserkl&auml;rung zugestimmt, wodurch sich die Umsatzsteuer-Voranmeldungen, die dem Tabelleneintrag zugrunde lagen, erledigt h&auml;tten. Daher sei ein Feststellungsbescheid nach &sect; 251 Abs. 3 AO zu erlassen. Ein Ermessensspielraum habe f&uuml;r das FA dabei nicht bestanden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit seiner Revision r&uuml;gt das FA Verletzung von &sect; 178 Abs. 3 InsO. Die Vorschrift enthalte entgegen dem FG-Urteil keine abweichende Regelung f&uuml;r Steuerforderungen. Die Korrekturvorschriften der AO seien daher nicht anwendbar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>das Urteil des FG aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zwar sei eine &Auml;nderung des Tabelleneintrags grunds&auml;tzlich nur unter den Voraussetzungen einer Restitutionsklage m&ouml;glich, dies gelte aber nicht f&uuml;r Anspr&uuml;che aus dem Steuerschuldverh&auml;ltnis, bei denen es auf &sect; 110 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) ankomme. Die danach bestehenden &Auml;nderungsbefugnisse w&uuml;rden durch die InsO nur eingeschr&auml;nkt. F&uuml;r die Umsatzsteuer 2006 liege kein Tabelleneintrag vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision des FA ist mit der Ma&szlig;gabe begr&uuml;ndet, dass das Urteil des FG aufzuheben ist und das FA verpflichtet wird, &uuml;ber den Antrag des Kl&auml;gers auf &Auml;nderung der widerspruchslos in die Tabelle eingetragenen Umsatzsteuer-Insolvenzforderung gem&auml;&szlig; &sect; 130 AO nach pflichtgem&auml;&szlig;em Ermessen zu entscheiden; im &Uuml;brigen wird die Klage abgewiesen (&sect; 126 Abs. 3 Nr. 1 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Der insolvenzrechtliche Tabelleneintrag betrifft Insolvenzforderungen; diese sind der Streitgegenstand, auf den sich die Rechtskraftwirkung des &sect; 178 Abs. 3 InsO bezieht. Insolvenzgl&auml;ubiger k&ouml;nnen gem&auml;&szlig; &sect; 87 InsO nach Er&ouml;ffnung des Insolvenzverfahrens ihre Insolvenzforderungen i.S. von &sect; 38 InsO und damit ihre zur Zeit der Er&ouml;ffnung des Insolvenzverfahrens gegen den Schuldner &quot;begr&uuml;ndeten&quot; Verm&ouml;gensanspr&uuml;che nur nach den Vorschriften &uuml;ber das Insolvenzverfahren verfolgen. Dementsprechend sind nach &sect; 251 Abs. 3 AO Insolvenzforderungen w&auml;hrend eines Insolvenzverfahrens &#8211;anders als bei sog. Masseverbindlichkeiten gem&auml;&szlig; &sect; 55 InsO (Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 9. Dezember 2010 V R 22\/10, BFHE 232, 301, BFH\/NV 2011, 952, unter II.1.)&#8211; nicht durch Steuerbescheid festzusetzen, sondern nur erforderlichenfalls durch Verwaltungsakt festzustellen. Dem geht die Anmeldung der Insolvenzforderung (&sect; 38 InsO) gem&auml;&szlig; &sect; 174 InsO beim Insolvenzverwalter zur Eintragung in die Tabelle (&sect; 175 InsO) und zur Pr&uuml;fung (&sect; 176 InsO) mit dem Ziel der Feststellung (&sect; 178 InsO) voraus.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Da zur Insolvenztabelle nur Insolvenzforderungen, nicht aber auch Masseverbindlichkeiten anzumelden sind, ist bei der Forderungsanmeldung zu ber&uuml;cksichtigen, dass, wie der Senat in seinem Urteil in BFHE 232, 301, BFH\/NV 2011, 952, unter II.3.c aa unter Bezugnahme auf die BFH-Urteile vom 1. September 2010 VII R 35\/08 (BFHE 230, 490, BStBl II 2011, 336) und vom 28. Juni 2000 V R 87\/99 (BFHE 192, 132, BStBl II 2000, 639) entschieden hat, zwar auch nach Er&ouml;ffnung des Insolvenzverfahrens der Grundsatz der Unternehmereinheit gilt. Bedingt durch die Erfordernisse des Insolvenzrechts besteht das Unternehmen nach Verfahrenser&ouml;ffnung jedoch aus mehreren Unternehmensteilen, zwischen denen einzelne umsatzsteuerrechtliche Berechtigungen und Verpflichtungen nicht miteinander verrechnet werden k&ouml;nnen. Zu unterscheiden sind der vorinsolvenzrechtliche Unternehmensteil, gegen den Insolvenzforderungen zur Tabelle anzumelden sind (&sect;&sect; 174 ff. InsO), der die Insolvenzmasse betreffende Unternehmensteil, gegen den Masseverbindlichkeiten geltend zu machen sind, sowie ggf. das vom Insolvenzverwalter freigegebene Verm&ouml;gen, bei dem Steueranspr&uuml;che gegen den Insolvenzschuldner pers&ouml;nlich ohne insolvenzrechtliche Einschr&auml;nkungen geltend gemacht werden k&ouml;nnen. Diese Teilbereiche sind bei allen Umsatzsteuersachverhalten und damit auch bei der Zuordnung der dem Gesamtunternehmen zustehenden Berechtigungen &#8211;wie z.B. dem Recht auf Vorsteuerabzug nach &sect; 15 des Umsatzsteuergesetzes (UStG)&#8211; zu beachten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Bei der Anmeldung zur Insolvenztabelle (&sect;&sect; 174 ff. InsO) ist der gegen den vorinsolvenzrechtlichen Unternehmensteil bestehende Umsatzsteueranspruch f&uuml;r jedes Kalenderjahr gesondert zu berechnen und nach Abzug der vom Unternehmer jeweils geleisteten Zahlungen anzumelden. F&uuml;r das Kalenderjahr der Insolvenzer&ouml;ffnung ist die f&uuml;r den vorinsolvenzrechtlichen Unternehmensteil entstandene Umsatzsteuer grunds&auml;tzlich f&uuml;r den Zeitraum bis zur Insolvenzer&ouml;ffnung zu berechnen und anzumelden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect; 16 Abs. 1 Satz 1 UStG ist die Steuer, soweit nicht &sect; 20 UStG gilt, nach vereinbarten Entgelten zu berechnen. Bei der Berechnung der Steuer ist von der Summe der Ums&auml;tze nach &sect; 1 Abs. 1 UStG auszugehen, soweit f&uuml;r sie die Steuer in dem Besteuerungszeitraum entstanden und die Steuerschuldnerschaft gegeben ist (&sect; 16 Abs. 1 Satz 3 UStG). Von der so berechneten Steuer sind die in den Besteuerungszeitraum fallenden, nach &sect; 15 UStG abziehbaren Vorsteuerbetr&auml;ge abzusetzen und die Berichtigungen gem&auml;&szlig; &sect;&sect; 15a, 17 UStG zu ber&uuml;cksichtigen (&sect; 16 Abs. 2 Satz 1 und 2 UStG, &sect; 18 Abs. 3 Satz 1 UStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Besteuerungszeitraum ist auch f&uuml;r den vorinsolvenzrechtlichen Unternehmensteil nach &sect; 16 Abs. 1 Satz 2 UStG das Kalenderjahr, so dass Grundlage der Forderungsanmeldung nach &sect; 174 InsO die Steuer f&uuml;r das Kalenderjahr ist. Im Jahr der Insolvenzer&ouml;ffnung ist die Steuerberechnung demgegen&uuml;ber grunds&auml;tzlich f&uuml;r den Zeitraum bis zur Insolvenzer&ouml;ffnung vorzunehmen. Denn hat der Unternehmer seine gewerbliche oder berufliche T&auml;tigkeit nur in einem Teil des Kalenderjahres ausge&uuml;bt, tritt gem&auml;&szlig; &sect; 16 Abs. 3 UStG dieser Teil an die Stelle des Kalenderjahres. Dies ist auch in Bezug auf den vorinsolvenzrechtlichen Unternehmensteil zu beachten und entspricht der bisherigen Rechtsprechung des Senats. Denn nach dem BFH-Urteil vom 26. November 1987 V R 130\/82 (BFHE 151, 349, BStBl II 1988, 124, unter II.3.) ist erforderlich aber auch ausreichend, dass &#8211;nicht anders als bei einem Umsatzsteuerjahresbescheid&#8211; der Inhalt der Forderungsanmeldung die Individualisierung der Besteuerungssachverhalte erm&ouml;glicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Anzumelden ist die Steuer f&uuml;r das Kalenderjahr oder die Steuer f&uuml;r den abgek&uuml;rzten Besteuerungszeitraum bis zur Insolvenzer&ouml;ffnung. Eine gesonderte Forderungsanmeldung i.S. von &sect; 174 InsO f&uuml;r einzelne Voranmeldungszeitr&auml;ume ist jedenfalls nicht erforderlich, da diesen im Verh&auml;ltnis zur Jahressteuerberechnung in verfahrens- und in materiell-rechtlicher Hinsicht grunds&auml;tzlich nur vorl&auml;ufiger Charakter zukommt (BFH-Urteil vom 7. Juli 2011 V R 42\/09, juris, unter II.3.a aa) und es sich bei der f&uuml;r einzelne Voranmeldungszeitr&auml;ume entstandenen Steuer daher nur um eine unselbst&auml;ndige Berechnungsgrundlage f&uuml;r den sich f&uuml;r das Kalenderjahr oder den k&uuml;rzeren Besteuerungszeitraum im Jahr der Insolvenzer&ouml;ffnung ergebenden Steueranspruch handelt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Bei der Steuerberechnung f&uuml;r den vorinsolvenzrechtlichen Unternehmensteil sind die sich f&uuml;r die einzelnen Ums&auml;tze ergebenden Steueranspr&uuml;che und die damit zusammenh&auml;ngenden Vorsteuerbetr&auml;ge und Berichtigungen (s. oben II.2.a) nur insoweit zu ber&uuml;cksichtigen, als es sich bei diesen jeweils um &quot;einen zur Zeit der Er&ouml;ffnung des Insolvenzverfahrens begr&uuml;ndeten Verm&ouml;gensanspruch gegen den Schuldner&quot; i.S. von &sect; 38 InsO handelt und insoweit keine Masseverbindlichkeit &#8211;z.B. gem&auml;&szlig; &sect; 55 Abs. 2 InsO&#8211; vorliegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>F&uuml;r die Begr&uuml;ndetheit des sich f&uuml;r den Besteuerungszeitraum (s. oben II.2.c) ergebenden Umsatzsteueranspruchs kommt es dabei nicht auf den Zeitpunkt der Entstehung der Steuer f&uuml;r diesen Besteuerungszeitraum an. Ma&szlig;geblich ist vielmehr, ob bei Insolvenzer&ouml;ffnung der Tatbestand f&uuml;r die in diesem Besteuerungszeitraum vorliegenden Steueranspr&uuml;che, Vorsteuerbetr&auml;ge und Berichtigungen (s. oben II.2.a) bereits vollst&auml;ndig verwirklicht und damit abgeschlossen ist (BFH-Urteile vom 29. Januar 2009 V R 64\/07, BFHE 224, 24, BStBl II 2009, 682, unter II.1.; vom 30. April 2009 V R 1\/06, BFHE 226, 130, BStBl II 2010, 138, unter II.1., und vom 9. Februar 2011 XI R 35\/09, BFHE 233, 86, BFH\/NV 2011, 1445, unter II.2.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dies widerspricht entgegen Kahlert (Deutsches Steuerrecht &#8211;DStR&#8211; 2011, 1973 ff., 1978) nicht insolvenzrechtlichen Wertungen. Denn unter welchen Voraussetzungen im jeweiligen Einzelfall von der &quot;Begr&uuml;ndetheit&quot; i.S. von &sect; 38 InsO auszugehen ist, kann nur unter Ber&uuml;cksichtigung des Rechtsverh&auml;ltnisses entschieden werden, auf dem der jeweilige Anspruch beruht &#8211;hier der sich aus dem UStG ergebende Anspruch&#8211;. Wie der Senat bereits entschieden hat (BFH-Urteil in BFHE 224, 24, BStBl II 2009, 682, unter II.4.), besteht &#8211;entgegen Kahlert in DStR 2011, 1973 ff., 1979 ff.&#8211; bei der Beurteilung der Begr&uuml;ndetheit i.S. von &sect; 38 InsO auch keine Bindung an die insolvenzrechtlichen Aufrechnungsverbote der &sect;&sect; 94 ff. InsO. So ist &uuml;ber das Vorliegen einer Insolvenzforderung unabh&auml;ngig von der Zul&auml;ssigkeit der Aufrechnung nach diesen Vorschriften zu entscheiden. Dementsprechend kann z.B. nach dem Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) vom 19. Juli 2007 IX ZR 81\/06 (Umsatzsteuer-Rundschau &#8211;UR&#8211; 2007, 742, Neue Juristische Wochenschrift-Rechtsprechungs-Report Zivilrecht &#8211;NJW-RR&#8211; 2008, 206, unter II.2.c) eine Aufrechnung auch dann an den &sect;&sect; 94 ff. InsO scheitern, wenn der Insolvenzgl&auml;ubiger mit der ihm zustehenden &quot;Insolvenzforderung&quot; aufrechnen will. Stehen die insolvenzrechtlichen Aufrechnungsverbote sogar einer Aufrechnung durch den Insolvenzgl&auml;ubiger mit seiner Insolvenzforderung entgegen, kommt den Aufrechnungsverboten f&uuml;r die Definition der Insolvenzforderung aufgrund &quot;Begr&uuml;ndetheit&quot; i.S. von &sect; 38 InsO keine Bindungswirkung zu.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Von der f&uuml;r das jeweilige Kalenderjahr und im Kalenderjahr der Insolvenzer&ouml;ffnung bis zur Insolvenzer&ouml;ffnung entstandenen Steuer sind bei der Forderungsanmeldung nach &sect;&sect; 174 ff. InsO die Steuerzahlungen abzusetzen, die der Unternehmer z.B. f&uuml;r einzelne Voranmeldungszeitr&auml;ume des jeweiligen Besteuerungszeitraums entrichtet hat. Soweit derartige Zahlungen vorliegen, liegt im Hinblick auf die insoweit eingetretene Tilgungswirkung keine Insolvenzforderung vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Bei der Anmeldung der Umsatzsteuerforderung f&uuml;r den jeweiligen Besteuerungszeitraum zur Insolvenztabelle (&sect;&sect; 174 ff. InsO) sind die insolvenzrechtlichen Aufrechnungs- und Anfechtungsregelungen nicht zu beachten (offen gelassen in BFH-Urteil vom 2. November 2010 VII R 6\/10, BFHE 231, 488, BStBl II 2011, 374, unter II.2.b).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die Steuerberechnung nach &sect;&sect; 16 ff. UStG ist keine Aufrechnung, so dass sie auch nicht den Beschr&auml;nkungen der &sect;&sect; 94 ff. InsO unterliegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Schulden zwei Personen einander Leistungen, die ihrem Gegenstand nach gleichartig sind, kann gem&auml;&szlig; &sect; 387 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs (BGB) jeder Teil seine Forderung gegen die Forderung des anderen Teils aufrechnen, sobald er die ihm geb&uuml;hrende Leistung fordern und die ihm obliegende Leistung bewirken kann.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach &sect; 226 Abs. 1 AO gelten f&uuml;r die Aufrechnung mit Anspr&uuml;chen aus dem Steuerschuldverh&auml;ltnis sowie f&uuml;r die Aufrechnung gegen diese Anspr&uuml;che die Vorschriften des b&uuml;rgerlichen Rechts sinngem&auml;&szlig;, soweit nichts anderes bestimmt ist. Anspr&uuml;che aus dem Steuerschuldverh&auml;ltnis sind dabei die Anspr&uuml;che i.S. von &sect; 37 AO (Loose in Tipke\/Kruse, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, &sect; 226 AO Rz 13).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Gem&auml;&szlig; &sect; 38 AO entsteht der Anspruch aus dem Steuerschuldverh&auml;ltnis, sobald der Tatbestand verwirklicht ist, an den das Gesetz die Leistungspflicht kn&uuml;pft. Die Umsatzsteuer entsteht i.S. des &sect; 38 AO in dem Zeitpunkt, in dem sie nach &sect; 16 Abs. 1 und 2 UStG berechenbar ist (vgl. BFH-Urteil vom 9. Mai 1996 V R 62\/94, BFHE 181, 188, BStBl II 1996, 662, unter II.1.). Bei den sich aus dem UStG ergebenden Anspr&uuml;chen liegt danach ein Anspruch aus dem Steuerschuldverh&auml;ltnis erst aufgrund der Steuerberechnung nach &sect;&sect; 16 ff. UStG (s. oben II.2.a) f&uuml;r einen Voranmeldungs- oder Besteuerungszeitraum vor. Daher kann nur mit oder gegen den Anspruch aufgerechnet werden, der sich aus der Steuerberechnung f&uuml;r einen derartigen Zeitraum ergibt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Bei der Steuerberechnung nach &sect;&sect; 16 ff. UStG selbst handelt es sich demgegen&uuml;ber &#8211;entgegen dem Urteil des FG Baden-W&uuml;rttemberg vom 6. April 2011&nbsp;&nbsp;1 K 808\/08 (Entscheidungen der Finanzgerichte &#8211;EFG&#8211; 2011, 1407, Rev. VII R 30\/11)&#8211; nicht um eine Aufrechnung nach &sect; 226 Abs. 1 AO i.V.m. &sect;&sect; 387 ff. BGB.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) Anders als bei einer Aufrechnung, die selbst&auml;ndige Forderungen voraussetzt (E. Wagner in Ermann, BGB, 13. Aufl. 2011, vor &sect; 387 Rz 6), sind die im Rahmen der Steuerberechnung nach &sect;&sect; 16 ff. UStG miteinander zu saldierenden Steueranspr&uuml;che, Vorsteuerbetr&auml;ge und Berichtigungen (s. oben II.2.a) lediglich unselbst&auml;ndige Besteuerungsgrundlagen innerhalb einer Steuerberechnung und -festsetzung, nicht aber Anspr&uuml;che mit verfahrensrechtlichem Eigenleben; erst wenn sich bei der Steuerberechnung gem&auml;&szlig; &sect;&sect; 16 ff. UStG als Saldo eine Steuerschuld oder &#8211;als Verg&uuml;tungsanspruch&#8211; ein rechnerischer &Uuml;berschuss und damit eine &quot;negative Steuerschuld&quot; zugunsten des Unternehmers ergibt, besteht ein selbst&auml;ndiger und damit abtretbarer oder aufrechenbarer Steuer- oder Verg&uuml;tungsanspruch (BFH-Urteil vom 24. M&auml;rz 1983 V R 8\/81, BFHE 138, 498, BStBl II 1983, 612, unter 1.a, m.w.N. zur BFH-Rechtsprechung). Ebenso ist es entgegen den Senatsurteilen vom 26. Februar 1987 V R 114\/79 (BFHE 149, 98, BStBl II 1987, 471, unter II.2.) und vom 26. November 1987 V R 133\/81 (BFHE 151, 345, BStBl II 1988, 199, unter II.1.b) auch im Feststellungsverfahren nach &sect; 251 Abs. 3 AO. Als insolvenzrechtliche Einschr&auml;nkung ist entsprechend dem Senatsurteil in BFHE 149, 98, BStBl II 1987, 471, unter II.2. nur zu ber&uuml;cksichtigen, dass ein Forderungsaustausch im Feststellungsverfahren nicht zul&auml;ssig ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Auffassung, Umsatzsteuer und Vorsteuer seien selbst&auml;ndige Anspr&uuml;che, l&auml;sst sich dar&uuml;ber hinaus auch nicht mit der dem nationalen Recht zugrunde liegenden Sechsten Richtlinie des Rates vom 17. Mai 1977 zur Harmonisierung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten &uuml;ber die Umsatzsteuern 77\/388\/EWG (Richtlinie 77\/388\/EWG) vereinbaren. Nach Art. 18 Abs. 2 der Richtlinie ist der Vorsteuerabzug vom Steuerbetrag &quot;abzusetzen&quot;. &Uuml;bersteigt der Betrag der zul&auml;ssigen Abz&uuml;ge und damit der Betrag des Vorsteuerabzugs den Betrag der f&uuml;r den Erkl&auml;rungszeitraum geschuldeten Steuer, k&ouml;nnen die Mitgliedstaaten nach Art. 18 Abs. 4 der Richtlinie 77\/388\/EWG den &Uuml;berschuss entweder auf den folgenden Zeitraum vortragen lassen oder ihn nach den von ihnen festgelegten Einzelheiten erstatten. Dies schlie&szlig;t eine isolierte Geltendmachung der einzelnen Berechnungsgrundlagen f&uuml;r die Umsatzsteuer aus. Denn es besteht unter Ber&uuml;cksichtigung der Richtlinie 77\/388\/EWG f&uuml;r den Unternehmer keine Rechtsgrundlage daf&uuml;r, sich den Betrag seines Vorsteuerabzugs voll auszahlen zu lassen und die ohne Saldierung mit dem Vorsteuerabzug geschuldete Steuer an das FA zu entrichten oder z.B. diese Zahlung schuldig zu bleiben. Dementsprechend kann weder das FA noch der Unternehmer mit oder gegen einzelnen Anspr&uuml;chen auf Umsatzsteuer aus Ausgangsleistungen oder mit oder gegen Vorsteueranspr&uuml;chen aus einzelnen Leistungsbez&uuml;gen aufrechnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) Zum anderen ist die Aufrechnung ein Gestaltungsrecht und setzt als einseitiges Rechtsgesch&auml;ft eine Aufrechnungserkl&auml;rung voraus (Schl&uuml;ter, in M&uuml;nchener Kommentar, BGB, 5. Aufl. 2007, &sect; 388 Rz 1; E. Wagner, a.a.O., &sect; 388 Rz 1). Die Steuerberechnung gem&auml;&szlig; &sect;&sect; 16 ff. UStG ist demgegen&uuml;ber weder ein &quot;einseitiges Rechtsgesch&auml;ft&quot; noch ein &quot;Gestaltungsrecht&quot;. Denn die Rechtsfolgen der nach diesen Vorschriften vorzunehmenden Steuerberechnung treten kraft Gesetzes und damit unabh&auml;ngig von den dar&uuml;ber hinaus abzugebenden Erkl&auml;rungen, wie z.B. Steuer- oder Voranmeldungen, ein. Deshalb l&auml;sst sich die Steuerberechnung nach &sect;&sect; 16 ff. UStG entgegen Onusseit (Festschrift f&uuml;r Walter Gerhardt, 2004, S. 730 ff., 736 f.) nicht mit einer rechtsgesch&auml;ftlich vereinbarten Verrechnungsabrede im Kontokorrent vergleichen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die Steuerberechnung nach &sect;&sect; 16 ff. UStG ist auch keine anfechtbare Rechtshandlung i.S. der &sect;&sect; 129 ff. InsO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Gem&auml;&szlig; &sect; 129 Abs. 1 InsO kann der Insolvenzverwalter Rechtshandlungen, die vor der Er&ouml;ffnung des Insolvenzverfahrens vorgenommen worden sind und die Insolvenzgl&auml;ubiger benachteiligen, nach Ma&szlig;gabe der &sect;&sect; 130 bis 146 InsO anfechten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) F&uuml;r die Aus&uuml;bung des Anfechtungsrechts gen&uuml;gt jede erkennbare &#8211;auch konkludente&#8211; Willens&auml;u&szlig;erung, dass der Insolvenzverwalter eine Gl&auml;ubigerbenachteiligung in der Insolvenz nicht hinnehme, sondern diese zur Masseanreicherung wenigstens wertm&auml;&szlig;ig auf Kosten des Anfechtungsgegners wieder auszugleichen suche (BGH-Urteil vom 21. Februar 2008 IX ZR 209\/06, Wertpapier-Mitteilungen\/Zeitschrift f&uuml;r Wirtschafts- und Bankrecht &#8211;WM&#8211; 2008, 935, Leitsatz; unter Bezugnahme auf Kirchhof in M&uuml;nchener Kommentar, InsO, 2. Aufl. 2008, &sect; 129 Rz 194; ebenso de Bra, in Braun, InsO, 4. Aufl. 2010, &sect; 129 Rz 45). Dementsprechend stellt auch das (nachtr&auml;gliche) Bestreiten der vom FA gem&auml;&szlig; &sect;&sect; 174 ff. InsO zur Tabelle angemeldeten Forderung eine Aus&uuml;bung des Anfechtungsrechts dar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) F&uuml;r die Entscheidung &uuml;ber das Bestehen des Anfechtungsrechts ist, wenn sich die Anfechtung auf einen Anspruch auf Abgaben bezieht, die der Gesetzgebung des Bundes unterliegen, gem&auml;&szlig; &sect; 33 Abs. 1 Nr. 1 FGO der Finanzrechtsweg er&ouml;ffnet. Dies trifft auf die im vorliegenden Fall streitige Umsatzsteuer zu. Ma&szlig;geblich f&uuml;r die Bestimmung der Rechtswegzust&auml;ndigkeit ist insoweit nicht der insolvenzanfechtungsrechtliche R&uuml;ckgew&auml;hranspruch als solcher, sondern das Rechtsverh&auml;ltnis, das der angefochtenen Rechtshandlung zugrunde liegt (Beschluss des Gemeinsamen Senats der obersten Gerichtsh&ouml;fe des Bundes vom 27. September 2010 GmS-OGB 1\/09, BGHZ 187, 105, Neue Juristische Wochenschrift 2011, 1211, unter III.2.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>dd) Der Senat kann im Streitfall offen lassen, ob er sich der Auffassung des IX. Senats des BGH und des VII. Senats des BFH anschlie&szlig;t, nach der bei &quot;Gesch&auml;ften des Schuldners und Steuerpflichtigen&quot;, die als &quot;umsatzsteuerpflichtige Leistungen an Kunden &#8230; zum Entstehen der Steuerforderung des Finanzamts [f&uuml;hren]&quot;, von einer anfechtbaren Rechtshandlung auszugehen ist (BGH-Urteil vom 22. Oktober 2009 IX ZR 147\/06, WM 2009, 2394, H&ouml;chstrichterliche Finanzrechtsprechung &#8211;HFR&#8211; 2010, 413, unter II.2.b cc; ebenso BFH-Urteil in BFHE 231, 488, BStBl II 2011, 374, unter II.2.c aa zur &quot;Leistungserbringung&quot; als Rechtshandlung). Denn die Steuerberechnung gem&auml;&szlig; &sect;&sect; 16 ff. UStG hat keine gl&auml;ubigerbenachteiligende Wirkung und f&uuml;hrt daher nicht zu einer anfechtbaren Rechtshandlung i.S. von &sect; 129 InsO (unzutreffend daher auch insoweit Urteil des FG Baden-W&uuml;rttemberg in EFG 2011, 1407).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) Da es anfechtungsrechtlich auf die jeweilige, durch die Rechtshandlung ausgel&ouml;ste Rechtswirkung, die gl&auml;ubigerbenachteiligend ist, ankommt (BGH-Urteil vom 9. Juli 2009 IX ZR 86\/08, NJW-RR 2010, 118, WM 2009, 1750, unter II.2.c bb (2)), ist f&uuml;r die Beurteilung, ob die Steuerberechnung nach &sect;&sect; 16 ff. UStG der Insolvenzanfechtung unterliegt, die Rechtsprechung zur Insolvenzanfechtbarkeit bei Erlangen einer Aufrechnungslage mit einem aufgrund dieser Steuerberechnung entstandenen Anspruch aus dem Steuerschuldverh&auml;ltnis (vgl. hierzu BGH-Urteil in WM 2009, 2394, HFR 2010, 413, und BFH-Urteil in BFHE 231, 488, BStBl II 2011, 374) nicht entscheidungserheblich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) Nach dem BGH-Urteil in NJW-RR 2010, 118, WM 2009, 1750, unter II.2.c ist das Herstellen von Bier &#8211;ohne Erlaubnis zur Herstellung unter Steueraussetzung&#8211; nicht nur eine Rechtshandlung, sondern auch gl&auml;ubigerbenachteiligend, da die dadurch entstehende Sachhaftung f&uuml;r Biersteuer das Schuldnerverm&ouml;gen mit einer dinglichen Haftung f&uuml;r eine Insolvenzforderung belastet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(3) Selbst wenn das Erbringen entgeltlicher Leistungen als anfechtbare Rechtshandlung anzusehen ist, wirkt die Umsatzsteuer &#8211;anders als die Biersteuer, die einen Steueranspruch unabh&auml;ngig vom Vorliegen eines korrespondierenden Zahlungsanspruchs des Steuerschuldners gegen Kunden begr&uuml;ndet&#8211; aufgrund des dem Umsatzsteuerrecht immanenten Neutralit&auml;tsgrundsatzes nicht gl&auml;ubigerbenachteiligend.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(a) Nach dem im Streitjahr zu beachtenden Art. 2 der Ersten Richtlinie des Rates vom 11. April 1967 zur Harmonisierung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten &uuml;ber die Umsatzsteuer (Richtlinie 67\/227\/EWG), der inhaltlich Art. 1 Abs. 2 der Mehrwertsteuer-Systemrichtlinie entspricht, beruht das gemeinsame Mehrwertsteuersystem auf dem Grundsatz, dass auf Gegenst&auml;nde und Dienstleistungen, ungeachtet der Zahl der Ums&auml;tze, die auf den vor der Besteuerungsstufe liegenden Produktions- und Vertriebsstufen bewirkt wurden, eine allgemeine, zum Preis der Gegenst&auml;nde und Dienstleistungen genau proportionale Verbrauchsteuer anzuwenden ist. Dabei wird bei allen Ums&auml;tzen die Mehrwertsteuer, die nach dem auf den Gegenstand oder die Dienstleistung anwendbaren Steuersatz auf den Preis des Gegenstands oder der Dienstleistung errechnet wird, abz&uuml;glich des Mehrwertsteuerbetrags geschuldet, der die verschiedenen Kostenelemente unmittelbar belastet hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>38<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des Gerichtshofs der Europ&auml;ischen Union (EuGH) ergibt sich aus dem Grundsatz der steuerlichen Neutralit&auml;t, dass der Steuerpflichtige (Unternehmer) weder ganz noch teilweise durch die Mehrwertsteuer (Umsatzsteuer) belastet werden darf. Der Steuerpflichtige muss in der Lage sein, unter angemessenen Bedingungen den gesamten aus einem Mehrwertsteuer&uuml;berschuss resultierenden Forderungsbetrag zu erlangen. Dem Steuerpflichtigen darf somit durch die Steuererhebung kein finanzielles Risiko entstehen (vgl. z.B. EuGH-Urteil vom 28. Juli 2011 C-274\/10, Kommission\/Ungarn, UR 2011, 755 Rdnr. 45, m.w.N. zur EuGH-Rechtsprechung). In Bezug auf das vom Steuerpflichtigen zu vereinnahmende Entgelt folgt aus dem Grundsatz steuerlicher Neutralit&auml;t insbesondere, dass der Betrag, der als Bemessungsgrundlage f&uuml;r die vom Steuerpflichtigen geschuldete Mehrwertsteuer dient, nicht h&ouml;her sein darf als der Betrag, den er letztlich erh&auml;lt (EuGH-Urteil vom 24. Oktober 1996 C-317\/94, Elida Gibbs, Slg. 1996, I-5339 Rdnr. 28).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>39<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(b) Aufgrund des Neutralit&auml;tsprinzips ist die Umsatzsteuer nicht gl&auml;ubigerbenachteiligend i.S. von &sect; 129 InsO. Denn sowohl bei den vom Unternehmer erbrachten Ausgangsleistungen wie auch bei den vom Unternehmer bezogenen Eingangsleistungen besteht eine umsatzsteuerrechtliche Verpflichtung oder Berechtigung gegen&uuml;ber dem Fiskus als Steuergl&auml;ubiger grunds&auml;tzlich nur insoweit, als der Unternehmer das Entgelt f&uuml;r eine von ihm erbrachte Ausgangsleistung vereinnahmt oder das Entgelt f&uuml;r die von ihm bezogene Eingangsleistung entrichtet. Selbst wenn die Entgeltvereinnahmung oder -entrichtung zun&auml;chst unterbleibt (vgl. zur sog. Sollbesteuerung von Ausgangsleistungen &sect; 13 Abs. 1 Nr. 1 Buchst. a UStG), wirkt die Umsatzsteuer im Insolvenzfall nicht gl&auml;ubigerbenachteiligend. Denn nach der Rechtsprechung des Senats sind alle noch nicht vereinnahmten oder entrichteten Entgelte mit der Insolvenzer&ouml;ffnung gem&auml;&szlig; &sect; 17 Abs. 2 Nr. 1 UStG auf null zu berichtigen (BFHE 232, 301, BFH\/NV 2011, 952, unter II.3.b und c; s. hierzu auch unten II.5.a). Damit ist gew&auml;hrleistet, dass der Unternehmer im Zeitpunkt der Insolvenzer&ouml;ffnung Ausgangsleistungen nur in dem Umfang zu versteuern hat, als er Entgelte auch vereinnahmen konnte und er den Vorsteuerabzug nur in dem Umfang in Anspruch nimmt, als er Entgelte f&uuml;r Eingangsleistungen entrichtet hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>40<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dem steht nicht entgegen, dass nach dem BGH-Urteil in NJW-RR 2010, 118, WM 2009, 1750, unter II.2.c bb (1) der Eintritt einer Gl&auml;ubigerbenachteiligung isoliert mit Bezug auf die konkret bewirkte Minderung des Aktivverm&ouml;gens oder der Vermehrung der Passiva des Schuldners zu beurteilen ist und daher bei der Sachhaftung f&uuml;r Biersteuer die durch den Brauvorgang einhergehende Wertsch&ouml;pfung kein saldierungsf&auml;higer Vorteil ist. Denn die Berichtigung der zuvor erfolgten Besteuerung nach &sect; 17 Abs. 2 Nr. 1 UStG l&auml;sst den zuvor begr&uuml;ndeten Steueranspruch in vollem Umfang wieder entfallen und schlie&szlig;t damit &#8211;anders als bei einer blo&szlig;en Saldierung mit einem unbestimmten &quot;Vorteil&quot;&#8211; eine Gl&auml;ubigerbenachteiligung aus.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>41<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Im Streitfall hat das FA zwar einen sich aus dem UStG ergebenden Anspruch aus dem Steuerschuldverh&auml;ltnis zur Insolvenztabelle angemeldet. Die unwidersprochene Anmeldung zur Forderungstabelle kann jedoch &#8211;entgegen der Auffassung des FG&#8211; nur unter den Voraussetzungen des &sect; 130 Abs. 1 AO ge&auml;ndert werden. Die Feststellungen des FG erlauben keine abschlie&szlig;ende Entscheidung, denn das FA hat von dem ihm insoweit zustehenden Ermessen aufgrund seiner anderen Rechtsauffassung keinen Gebrauch gemacht. Das FG durfte diese nicht ersetzen (&sect; 102 FGO). Das Urteil des FG war daher aufzuheben und das FA zur erneuten Bescheidung zu verpflichten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>42<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Erhebt &#8211;wie im Streitfall&#8211; weder der Insolvenzverwalter noch ein Insolvenzgl&auml;ubiger gegen die angemeldete Forderung Widerspruch, gilt sie gem&auml;&szlig; &sect; 178 Abs. 1 InsO als festgestellt. F&uuml;r die festgestellte Forderung wirkt die Eintragung in die Tabelle nach &sect; 178 Abs. 3 InsO wie ein rechtskr&auml;ftiges Urteil. Die Urteilswirkung des &sect; 178 Abs. 3 InsO entf&auml;llt aber bei der Eintragung von Anspr&uuml;chen aus dem Steuerschuldverh&auml;ltnis (&sect; 37 Abs. 2 AO) wie beim Erlass eines Feststellungsbescheids nach Bestreiten gem&auml;&szlig; &sect; 185 InsO i.V.m. &sect; 251 Abs. 3 AO unter den Voraussetzungen des &sect; 130 AO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>43<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Bei Forderungen, die dem ordentlichen Verfahren gem&auml;&szlig; &sect; 180 InsO unterliegen, macht es nach der Rechtsprechung des BGH f&uuml;r die Rechtskraftf&auml;higkeit und den Rechtskraftumfang keinen Unterschied, ob die Forderung widerspruchslos eingetragen wird oder ob sie vom Insolvenzverwalter oder von einem anderen Insolvenzgl&auml;ubiger bestritten und f&uuml;r sie die Feststellung gem&auml;&szlig; &sect; 179 InsO betrieben wird. W&auml;hrend im ersten Fall die Forderung nach &sect; 178 Abs. 1 Satz 1 InsO kraft Gesetzes als festgestellt gilt, erfolgt im zweiten Fall die Feststellung durch das Urteil im ordentlichen Verfahren gem&auml;&szlig; &sect; 180 Abs. 1 InsO und die sich hieran anschlie&szlig;ende Berichtigung der Tabelle nach &sect; 183 Abs. 2 InsO. Die Wirkung des Feststellungsurteils liegt damit in der Beseitigung des Widerspruchs. Die Sachlage ist dieselbe, als w&auml;re im Pr&uuml;fungstermin gar kein Widerspruch erhoben und die Forderung als unstreitig festgestellt worden. In beiden Fallgruppen wirkt erst die Eintragung durch das Insolvenzgericht in die Tabelle gem&auml;&szlig; &sect; 178 Abs. 3 InsO f&uuml;r die festgestellte Forderung nach Betrag und Rang wie ein rechtskr&auml;ftiges Urteil gegen&uuml;ber dem Insolvenzverwalter und allen Insolvenzgl&auml;ubigern (BGH-Urteil vom 13. Juni 2006 IX ZR 15\/04, BGHZ 168, 112, unter III.2.a).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>44<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Auch f&uuml;r Anspr&uuml;che aus dem Steuerschuldverh&auml;ltnis sind Rechtskraftf&auml;higkeit und Rechtskraftumfang von Eintragung und Feststellung identisch.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>45<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) Bei Anspr&uuml;chen aus dem Steuerschuldverh&auml;ltnis tritt beim Bestreiten einer angemeldeten Forderung an die Stelle des Feststellungsurteils gem&auml;&szlig; &sect; 185 InsO i.V.m. &sect; 251 Abs. 3 AO der Erlass eines beh&ouml;rdlichen Feststellungsbescheids. Dieser ist nach &sect; 130 Abs. 1 AO &auml;nderbar (vgl. z.B. Loose in Tipke\/ Kruse, a.a.O., &sect; 251 AO Rz 68). Nach dieser Vorschrift kann ein rechtswidriger Verwaltungsakt, auch nachdem er unanfechtbar geworden ist, ganz oder teilweise mit Wirkung f&uuml;r die Zukunft oder f&uuml;r die Vergangenheit zur&uuml;ckgenommen werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>46<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) Ebenso wie im ordentlichen Verfahren (s. oben 4.a aa) sind auch bei Anspr&uuml;chen aus dem Steuerschuldverh&auml;ltnis Rechtskraftf&auml;higkeit und Rechtskraftumfang von Eintragung und Feststellung identisch. Es ist kein sachlicher Grund erkennbar, der es rechtfertigen k&ouml;nnte, der Eintragung aufgrund blo&szlig;er Feststellung ohne Bestreiten weiter gehende Rechtsfolgen als einer Feststellung nach Bestreiten zuzubilligen. Bei der Eintragung von Anspr&uuml;chen aus dem Steuerschuldverh&auml;ltnis ist &sect; 178 Abs. 3 InsO daher einschr&auml;nkend dahingehend auszulegen, dass dieser Eintragung lediglich die Wirkung einer beh&ouml;rdlichen Feststellung nach Bestreiten gem&auml;&szlig; &sect; 185 InsO i.V.m. &sect; 251 Abs. 3 AO zukommt und wie diese unter den Voraussetzungen des &sect; 130 AO ge&auml;ndert werden kann, wobei die Entscheidung hier&uuml;ber wie beim rechtzeitigen Bestreiten von der Verwaltungsbeh&ouml;rde zu treffen ist. Nichts anderes ergibt sich aus der Rechtsprechung des VII. Senats des BFH, der davon ausgeht, dass die Eintragung in die Tabelle bei Anspr&uuml;chen aus dem Steuerschuldverh&auml;ltnis die gleichen Rechtswirkungen wie ein entsprechender &quot;Steuerbescheid&quot; (BFH-Urteil vom 19. August 2008 VII R 36\/07, BFHE 222, 205, BStBl II 2009, 90, unter II.1.b dd) und damit wie ein Feststellungsbescheid hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>47<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Im Streitfall ist das Urteil der Vorinstanz aufzuheben. Zwar hat das FG zu Recht den angefochtenen Bescheid aufgehoben (vgl. &sect; 102 FGO). Im Hinblick auf das Fehlen jeglicher Ermessensaus&uuml;bung durch das FA war das FG aber nicht berechtigt, anstelle des FA zu entscheiden. Vielmehr war das FA zu verpflichten, das ihm zustehende Ermessen erstmals auszu&uuml;ben und den Kl&auml;ger unter Aus&uuml;bung pflichtgem&auml;&szlig;en Ermessens zu bescheiden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>48<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA hat in seinem Ablehnungsbescheid vom 10. April 2008 die f&uuml;r den Zeitraum 1. Januar bis 22. August 2006 eingereichte Umsatzsteuererkl&auml;rung als Antrag auf &Auml;nderung des Tabelleneintrags behandelt und, anstatt &uuml;ber den Antrag nach Ma&szlig;gabe des &sect; 130 Abs. 1 AO eine Ermessensentscheidung zu treffen, diesen in der unzutreffenden Annahme, die &Auml;nderung sei nur unter den nicht vorliegenden Voraussetzungen einer Restitutionsklage zul&auml;ssig, abgelehnt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>49<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Das FA wird bei seiner Ermessensentscheidung Folgendes zu ber&uuml;cksichtigen haben:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>50<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Dass der Gesetzgeber in &sect; 130 Abs. 1 AO die R&uuml;cknahme des Verwaltungsakts ungeachtet des Ablaufs der Rechtsbehelfsfrist in das Ermessen der Finanzbeh&ouml;rden gestellt hat, zeigt, dass einerseits nicht jeder als rechtswidrig erkannte belastende Verwaltungsakt zur&uuml;ckzunehmen ist, w&auml;hrend es andererseits auch nicht dem Zweck der Erm&auml;chtigung zur Ermessensaus&uuml;bung entspricht, das Ermessen grunds&auml;tzlich nicht zugunsten der Steuerpflichtigen auszu&uuml;ben. Bei der Entscheidung, ob einem Begehren auf R&uuml;cknahme eines unanfechtbaren Verwaltungsakts zu entsprechen ist, hat die Verwaltung daher im konkreten Fall abzuw&auml;gen, ob dem Prinzip der Gesetzm&auml;&szlig;igkeit der Verwaltung und der Gerechtigkeit im Einzelfall oder dem Interesse der Allgemeinheit am Eintritt von Rechtsfrieden und Rechtssicherheit der Vorzug zu geben ist. Dabei kommt es auf die Schwere und Offensichtlichkeit des Rechtsversto&szlig;es sowie darauf an, weshalb die Rechtswidrigkeit des Verwaltungsakts erst nach Ablauf der Rechtsbehelfsfrist vom Steuerpflichtigen geltend gemacht wird (BFH-Urteil vom 9. M&auml;rz 1989 VI R 101\/84, BFHE 157, 1, BStBl II 1989, 749, unter II.3.a; BFH-Beschluss vom 4. Juni 2008 I R 9\/07, BFH\/NV 2008, 1647). Deshalb ist das Ermessen durch das FA in der Regel ermessensfehlerfrei ausge&uuml;bt, wenn der Adressat die Gr&uuml;nde, die seiner Auffassung nach eine R&uuml;cknahme rechtfertigen, mit einem fristgerecht eingelegten Einspruch gegen den Bescheid h&auml;tte vorbringen k&ouml;nnen und keine besonderen Umst&auml;nde vorliegen, nach denen vom Adressaten die Rechtsverfolgung im Einspruchsverfahren unter Ber&uuml;cksichtigung aller Umst&auml;nde billigerweise nicht erwartet werden konnte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>51<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Bei der Entscheidung, ob das Festhalten am Tabelleneintrag ermessensgerecht ist, hat das FA grunds&auml;tzlich auch zu ber&uuml;cksichtigen, ob es seine Forderung entsprechend den Grunds&auml;tzen der BFH-Rechtsprechung (s. oben II.2. und 3.) berechnet und dabei insbesondere beachtet hat, dass bei Insolvenzer&ouml;ffnung nicht nur die bis dahin noch nicht entrichteten Entgelte f&uuml;r bezogene Leistungen, sondern auch die bis dahin noch nicht vereinnahmten Entgelte f&uuml;r erbrachte Leistungen nach &sect; 17 Abs. 2 Nr. 1 UStG uneinbringlich werden (BFH-Urteil in BFHE 232, 301, BFH\/NV 2011, 952, unter II.3.a und b).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>52<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Der sich aus dem Senatsurteil in BFHE 232, 301, BFH\/NV 2011, 952, unter II.3.a und b ergebende Berichtigungsanspruch f&uuml;r Entgelte aus durch den insolventen Unternehmer erbrachten Leistungen entsteht dabei &quot;mit&quot; und damit eine juristische Sekunde vor der Insolvenzer&ouml;ffnung, so dass es sich sowohl bei dem Vorsteuerberichtigungsanspruch f&uuml;r bezogene Leistungen wie auch bei dem Steuerberichtigungsanspruch f&uuml;r erbrachte Leistungen um vor der Verfahrenser&ouml;ffnung begr&uuml;ndete Anspr&uuml;che und damit um bei der Forderungsanmeldung nach &sect; 174 InsO zu ber&uuml;cksichtigende Insolvenzforderungen handelt (W&auml;ger, DStR 2011, 1925 ff., 1926, 1929).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>53<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Gegenauffassung von Heinze (Deutsche Zeitschrift f&uuml;r Wirtschafts- und Insolvenzrecht &#8211;DZWiR&#8211; 2011, 276 ff., 279) und Onusseit (DZWiR 2011, 353 ff., 355), nach der der Steuerberichtigungsanspruch erst nach der Verfahrenser&ouml;ffnung als Anspruch der Masse entstehen soll, schlie&szlig;t sich der Senat nicht an, da f&uuml;r den Steuerberichtigungsanspruch nichts anderes gilt als f&uuml;r den Vorsteuerberichtigungsanspruch, den der Senat bereits in seinem Urteil vom 13. November 1986 V R 59\/79 (BFHE 148, 346, BStBl II 1987, 226, Leitsatz) als Konkursforderung angesehen hat. Soweit es der BGH in diesem Zusammenhang f&uuml;r unzutreffend h&auml;lt, dass &quot;eine Forderung, die mit Insolvenzer&ouml;ffnung entstehe, &#8230; so zu behandeln [sei], als sei sie vor diesem Zeitpunkt entstanden&quot; (BGH-Urteil in UR 2007, 742, NJW-RR 2008, 206, unter II.2.c aa), betrifft dies nur die Zul&auml;ssigkeit der Aufrechnung im Insolvenzfall nach &sect;&sect; 94 ff. InsO, der bei der Abgrenzung zwischen Insolvenzforderungen und Masseverbindlichkeiten aber keine entscheidende Bedeutung zukommt (s. oben II.2.c). Im &Uuml;brigen geht auch der BGH in diesem Urteil trotz der von ihm angenommenen Unzul&auml;ssigkeit der Aufrechnung von einer &quot;blo&szlig;en Insolvenzforderung&quot; aus und verneint dabei ausdr&uuml;cklich das Vorliegen einer Masseverbindlichkeit (BGH-Urteil in UR 2007, 742, NJW-RR 2008, 206, unter II.2.c bb).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>54<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Im &Uuml;brigen h&auml;lt der Senat an seinem Urteil in BFHE 232, 301, BFH\/NV 2011, 952 trotz der hieran ge&auml;u&szlig;erten Kritik fest. Insbesondere liegt kein Versto&szlig; gegen den Grundsatz der Gl&auml;ubigergleichbehandlung (vgl. &sect; 1 InsO) vor (a.M. Kahlert, DStR 2011, 921 ff., 925 f., und DStR 2011, 1973 ff., 1978 f.). Zwar rechtfertigt der Umstand, dass der Steuergl&auml;ubiger nicht freiwillig zum Gl&auml;ubiger geworden ist, nach dem zur Einkommensteuer ergangenen BFH-Urteil vom 24. Februar 2011 VI R 21\/10 (BFHE 232, 318, BStBl II 2011, 520, unter II.b cc) keine Besserstellung gegen&uuml;ber anderen Gl&auml;ubigern. Bei der Umsatzsteuer besteht aber die Besonderheit, dass die bei Insolvenzer&ouml;ffnung noch offenen Anspr&uuml;che auf Gegenleistungen aus zuvor erbrachten Leistungen neben dem Entgelt einen Umsatzsteueranteil aufweisen, der zusammen mit dem Entgelt vom Insolvenzverwalter im Rahmen der Verwaltung der Masse gem&auml;&szlig; &sect;&sect; 148 ff. InsO einzuziehen ist. Die f&uuml;r den Insolvenzverwalter auch f&uuml;r den Umsatzsteueranteil bestehende Einziehungsbefugnis rechtfertigt die Annahme, dass im Umfang der durch den Insolvenzverwalter vereinnahmten Umsatzsteuer &#8211;unter Ber&uuml;cksichtigung der zuvor eingetretenen Uneinbringlichkeit&#8211; keine Insolvenzforderung, sondern eine Masseverbindlichkeit vorliegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>55<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Im Hinblick auf die vom FA zu treffende Ermessensentscheidung weist der Senat im &Uuml;brigen vorsorglich darauf hin, dass es f&uuml;r die weitere Beurteilung unerheblich ist, ob die vom Kl&auml;ger abgegebene Steuererkl&auml;rung &#8211;ggf. nach Zustimmung durch das FA&#8211; gem&auml;&szlig; &sect; 168 AO als Steuerfestsetzung anzusehen ist. Denn k&ouml;nnen gem&auml;&szlig; &sect; 251 Abs. 3 AO Insolvenzforderungen nach Er&ouml;ffnung des Insolvenzverfahrens nicht mehr durch Steuerbescheid festgesetzt werden (BFH-Urteil in BFHE 224, 24, BStBl II 2009, 682, unter II.1.), steht dies auch einer sich aus &sect; 168 AO ergebenden Annahme einer Steuerfestsetzung nach Verfahrenser&ouml;ffnung entgegen. Schlie&szlig;lich wird bei der Ermessensaus&uuml;bung auch zu ber&uuml;cksichtigen sein, dass der Forderungsanmeldung im Streitfall nicht &#8211;wie erforderlich (s. oben II.2.b)&#8211; eine Steuerberechnung f&uuml;r den abgek&uuml;rzten Besteuerungszeitraum vom Beginn des Kalenderjahres bis zum Zeitpunkt der Insolvenzer&ouml;ffnung zugrunde lag.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 24.11.2011, V R 13\/11 Steuerberechnung und Wirkung des Tabelleneintrags im Insolvenzverfahren &#8211; Aufrechnung nach &sect; 226 Abs. 1 AO &#8211; Anfechtung durch nachtr&auml;gliches Bestreiten &#8211; Anfechtbare Rechtshandlung &#8211; Grundsatz der steuerlichen Neutralit&auml;t im Mehrwertsteuerrecht &#8211; Aufhebung und Nachpr&uuml;fung einer Ermessensentscheidung &#8211; Fehlendes Ermessen &#8211; Entstehung des Berichtigungsanspruchs f&uuml;r Entgelte aus durch insolventen &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-r-13-11-steuerberechnung-und-wirkung-des-tabelleneintrags-im-insolvenzverfahren-aufrechnung-nach-par-226-abs-1-ao-anfechtung-durch-nachtraegliches-bestreiten-anfechtbare-rechtshandlung-grundsatz-der\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">V&nbsp;R&nbsp;13\/11 &#8211; Steuerberechnung und Wirkung des Tabelleneintrags im Insolvenzverfahren &#8211; Aufrechnung nach &sect; 226 Abs. 1 AO &#8211; Anfechtung durch nachtr&auml;gliches Bestreiten &#8211; Anfechtbare Rechtshandlung &#8211; Grundsatz der steuerlichen Neutralit&auml;t im Mehrwertsteuerrecht &#8211; Aufhebung und Nachpr&uuml;fung einer Ermessensentscheidung &#8211; Fehlendes Ermessen &#8211; Entstehung des Berichtigungsanspruchs f&uuml;r Entgelte aus durch insolventen Unternehmer erbrachten Leistungen<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-9325","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9325","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9325"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9325\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9325"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=9325"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9325"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}