{"id":9331,"date":"2012-12-20T02:52:19","date_gmt":"2012-12-20T00:52:19","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=9331"},"modified":"2012-12-20T02:52:19","modified_gmt":"2012-12-20T00:52:19","slug":"x-b-94-11-keine-klaerungsbeduerftigkeit-der-steuerlichen-beruecksichtigung-von-rentenversicherungsbeitraegen-vor-2004","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-b-94-11-keine-klaerungsbeduerftigkeit-der-steuerlichen-beruecksichtigung-von-rentenversicherungsbeitraegen-vor-2004\/","title":{"rendered":"X&nbsp;B&nbsp;94\/11 &#8211; Keine Kl&auml;rungsbed&uuml;rftigkeit der steuerlichen Ber&uuml;cksichtigung von Rentenversicherungsbeitr&auml;gen vor 2004"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 8.11.2011, X B 94\/11<\/p>\n<p class=\"titel\">Keine Kl&auml;rungsbed&uuml;rftigkeit der steuerlichen Ber&uuml;cksichtigung von Rentenversicherungsbeitr&auml;gen vor 2004<\/p>\n<p class=\"gruende\">Gr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beschwerde der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) hat keinen Erfolg. Die Voraussetzungen des &sect; 115 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) f&uuml;r die Zulassung der Revision liegen nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Um die Zulassung der Revision zu erreichen, muss der Beschwerdef&uuml;hrer in der von &sect; 116 Abs. 3 Satz 3 FGO gebotenen Form darlegen, dass die Rechtssache grunds&auml;tzliche Bedeutung hat, die Fortbildung des Rechts oder die Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung eine Entscheidung des Bundesfinanzhofs (BFH) erfordert oder ein Verfahrensmangel vorliegt, auf dem die Entscheidung beruhen kann (&sect; 115 Abs. 2 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Macht der Beschwerdef&uuml;hrer die grunds&auml;tzliche Bedeutung der Rechtssache geltend, so muss er u.a. substantiiert darauf eingehen, weshalb die von ihm aufgeworfene Rechtsfrage aus Gr&uuml;nden der Rechtssicherheit, der Rechtseinheitlichkeit und\/oder der Rechtsentwicklung im allgemeinen Interesse liegt. Zur schl&uuml;ssigen Darlegung der Kl&auml;rungsbed&uuml;rftigkeit muss er au&szlig;erdem begr&uuml;nden, in welchem Umfang, von welcher Seite und aus welchen Gr&uuml;nden die Beantwortung der Rechtsfrage zweifelhaft und streitig ist. Dazu geh&ouml;rt auch, dass sich der Beschwerdef&uuml;hrer mit der zu dieser Rechtsfrage bereits vorhandenen Rechtsprechung auseinandersetzt und substantiiert darlegt, weshalb nach seiner Ansicht diese Rechtsprechung keine Kl&auml;rung herbeigef&uuml;hrt habe (st&auml;ndige Rechtsprechung des BFH, vgl. z.B. Senatsbeschluss vom 20. Juni 2007 X B 116\/06, BFH\/NV 2007, 1705, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Im Streitfall wenden sich die Kl&auml;ger gegen die Behandlung der Rentenversicherungsbeitr&auml;ge des Jahres 2004 als Sonderausgaben gem&auml;&szlig; &sect; 10 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. a des Einkommensteuergesetzes in der im Streitjahr geltenden Fassung (EStG a.F.). Sie sind der Auffassung, die Rentenversicherungsbeitr&auml;ge seien sowohl nach als auch vor dem Inkrafttreten des Alterseink&uuml;nftegesetzes (AltEinkG) Werbungskosten i.S. des &sect; 9 EStG, da der Einleitungssatz des &sect; 10 Abs. 1 EStG a.F. durch das AltEinkG unver&auml;ndert geblieben sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Diese Rechtsfrage ist jedoch nicht mehr kl&auml;rungsbed&uuml;rftig, da sowohl das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) als auch der erkennende Senat die bis zum 31. Dezember 2004 geltende Rechtslage in Bezug auf die steuerliche Behandlung der Altersvorsorgeaufwendungen und Alterseink&uuml;nfte als gekl&auml;rt ansehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Das BVerfG hatte in seinem &quot;Renten-Urteil&quot; vom 6. M&auml;rz 2002&nbsp;&nbsp;2 BvL 17\/99 (BVerfGE 105, 73) dem Gesetzgeber eine Frist zur Neuregelung auch des Rechts der Altersvorsorge gesetzt und unter D.II. der Entscheidungsgr&uuml;nde ausgesprochen, dass der Gesetzgeber verfassungsrechtlich nicht verpflichtet sei, &quot;die Rechtslage r&uuml;ckwirkend, bezogen auf das Veranlagungsjahr 1996, zu bereinigen&quot;. Hieraus hat der Senat in seinem Urteil vom 21. Juli 2004 X R 72\/01 (BFH\/NV 2005, 513) gefolgert, dass der Gesetzgeber f&uuml;r Veranlagungszeitr&auml;ume vor 2005 zu einer &quot;Nachbesserung&quot; des die Altersvorsorge betreffenden Sonderausgabenabzugs nicht verpflichtet sei. Aus der Zeitkomponente des Regelungsauftrags an den Gesetzgeber folge, dass das bisherige Recht der Vorsorgeaufwendungen fortgelte und eine Pr&uuml;fung der Frage, ob der Gesetzgeber eine korrespondierende Besteuerung des Lebenseinkommens verfassungsgem&auml;&szlig; angeordnet habe, k&uuml;nftigen Verfahren betreffend die Besteuerung ab dem Jahre 2005 zuflie&szlig;ender Alterseink&uuml;nfte vorbehalten bleibe. Die gegen das Urteil eingelegte Verfassungsbeschwerde wurde vom BVerfG mit Beschluss vom 25. September 2009&nbsp;&nbsp;2 BvR 2299\/04 (nicht ver&ouml;ffentlicht) nicht zur Entscheidung angenommen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Das BVerfG hat zudem in seinem Beschluss vom 13. Februar 2008&nbsp;&nbsp;2 BvR 1220\/04, 2 BvR 410\/05 (BVerfGE 120, 169) entschieden, dass eine verfassungsgerichtliche &Uuml;berpr&uuml;fung der Abzugsf&auml;higkeit von Altersvorsorgeaufwendungen nach &sect; 10 Abs. 1 Nr. 2 i.V.m. &sect; 10 Abs. 3 EStG a.F. f&uuml;r Veranlagungszeitr&auml;ume vor 2005 auch im Hinblick auf das Verbot doppelter Besteuerung &#8211;hierauf bezieht sich die Argumentation der Kl&auml;ger in ihrer Beschwerdebegr&uuml;ndung unter 1.4.&#8211; nicht in Frage komme. In dem Urteil in BVerfGE 105, 73 sei zwar darauf hingewiesen worden, dass die Besteuerung von Vorsorgeaufwendungen f&uuml;r die Alterssicherung und die Besteuerung von Bez&uuml;gen aus dem Ergebnis der Vorsorgeaufwendungen so aufeinander abzustimmen seien, dass eine doppelte Besteuerung vermieden werde. Es sei aber nicht in dem Verfahren in Bezug auf die Abzugsf&auml;higkeit der Altersvorsorgeaufwendungen vor 2005 zu entscheiden, ob das Zusammenwirken der einkommensteuerrechtlichen Regelungen der Aufbauphase vor Inkrafttreten des AltEinkG und der Regelungen der Versorgungsphase seit Inkrafttreten des AltEinkG in bestimmten F&auml;llen einen Versto&szlig; gegen das Verbot doppelter Besteuerung bewirken k&ouml;nne. Aus dem Verbot doppelter Besteuerung lasse sich kein Anspruch auf eine bestimmte Abzugsf&auml;higkeit der Beitr&auml;ge in der Aufbauphase ableiten. Der Gesetzgeber k&ouml;nne dem Verbot doppelter Besteuerung ebenso durch einen entsprechend schonenderen Zugriff in der Versorgungsphase Rechnung tragen. Ein Versto&szlig; m&uuml;sse deshalb in den Veranlagungszeitr&auml;umen der Versorgungsphase ger&uuml;gt werden, in denen die Altersbez&uuml;ge der Besteuerung unterworfen werden (BVerfG in BVerfGE 129, 169, unter B.I.2.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Diese grundlegenden Erw&auml;gungen des BVerfG gelten nicht nur f&uuml;r einen behaupteten Versto&szlig; gegen die doppelte Besteuerung, sondern auch f&uuml;r alle Einwendungen &#8211;so auch die der Kl&auml;ger&#8211;, die sich gegen das Zusammenwirken der steuerlichen Abziehbarkeit von Altersvorsorgeaufwendungen vor dem Inkrafttreten des AltEinkG und der Besteuerung der daraus resultierenden Altersrenten nach dem Inkrafttreten des AltEinkG richten (so auch Senatsbeschluss vom 17. Juni 2010 X B 218\/09, BFH\/NV 2010, 1633).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Die kritische Auseinandersetzung der Kl&auml;ger mit dem Senatsbeschluss vom 1. Februar 2006 X B 166\/05 (BFHE 212, 242, BStBl II 2006, 420) kann ebenfalls nicht zur Zulassung der Revision f&uuml;hren. In dem zugrunde liegenden Verfahren zum einstweiligen Rechtsschutz wurde die Neuregelung des &sect; 10 Abs. 1 Nr. 2 und Abs. 3 des Einkommensteuergesetzes nach Inkrafttreten des AltEinkG (EStG n.F.) gepr&uuml;ft, nicht aber die im Streitfall relevante Vorschrift des &sect; 10 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. a i.V.m. Abs. 3 EStG a.F. Aus demselben Grund sind die von den Kl&auml;gern in ihrer Beschwerdebegr&uuml;ndung unter 1.3. ge&auml;u&szlig;erten verfassungsrechtlichen und systematischen Bedenken gegen die Neuregelung des Abzugs der Altersvorsorgeaufwendungen durch das AltEinkG f&uuml;r das vorliegende Verfahren, das sich auf den Veranlagungszeitraum vor Inkrafttreten des AltEinkG bezieht, nicht relevant und k&ouml;nnen keine grunds&auml;tzliche Bedeutung i.S. des &sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO begr&uuml;nden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Mit dem Einwand, die Kl&auml;rung der Rechtsfrage werde allgemein und nicht blo&szlig; f&uuml;r den streitgegenst&auml;ndlich bestimmten Veranlagungszeitraum begehrt, verkennen die Kl&auml;ger, dass die Rechtsfrage, deren grunds&auml;tzliche Bedeutung darzulegen ist, f&uuml;r die Entscheidung des Streitfalls rechtserheblich sein muss; mit einer Grundsatzrevision kann nicht die abstrakte Kl&auml;rung von Rechtsfragen begehrt werden (st&auml;ndige BFH-Rechtsprechung, vgl. Beschluss vom 28. April 1972 III B 40\/71, BFHE 105, 335, BStBl II 1972, 575).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Da die Rechtsfortbildungsrevision nach &sect; 115 Abs. 2 Nr. 2 Alternative 1 FGO nach der st&auml;ndigen Rechtsprechung des BFH ein Spezialtatbestand der Grundsatzrevision ist (vgl. Senatsbeschluss vom 9. Februar 2011 X B 67\/10, BFH\/NV 2011, 826, m.w.N.), kommt diese aus den unter 1. dargelegten Gr&uuml;nden nicht in Betracht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Voraussetzungen der Revisionszulassung zur Sicherung der einheitlichen Rechtsprechung liegen ebenfalls nicht vor. Zwar ist eine Zulassung der Revision nach &sect; 115 Abs. 2 Nr. 2 Alternative 2 FGO m&ouml;glich, wenn das angefochtene Urteil derart schwerwiegende Fehler bei der Auslegung des revisiblen Rechts aufweist, dass die Entscheidung des FG &quot;objektiv willk&uuml;rlich&quot; erscheint oder auf sachfremden Erw&auml;gungen beruht und unter keinem denkbaren Gesichtspunkt rechtlich vertretbar ist (vgl. z.B. Senatsbeschluss vom 4. August 2010 X B 198\/09, BFH\/NV 2010, 2102). Dieses ist jedoch weder substantiiert vorgetragen worden noch sind entsprechende Anhaltspunkte erkennbar, zumal das finanzgerichtliche Urteil in &Uuml;bereinstimmung mit der Rechtsprechung des BVerfG und des BFH ergangen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 8.11.2011, X B 94\/11 Keine Kl&auml;rungsbed&uuml;rftigkeit der steuerlichen Ber&uuml;cksichtigung von Rentenversicherungsbeitr&auml;gen vor 2004 Gr&uuml;nde 1&nbsp; Die Beschwerde der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) hat keinen Erfolg. 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