{"id":9332,"date":"2012-12-06T04:44:46","date_gmt":"2012-12-06T02:44:46","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=9332"},"modified":"2012-12-06T04:44:46","modified_gmt":"2012-12-06T02:44:46","slug":"iii-b-56-11-divergenz-nur-bei-entscheidungen-zu-gleicher-rechtsfrage-und-vergleichbaren-sachverhalten-zur-vererblichkeit-eines-bereits-gegenueber-dem-erblasser-entstandenen-erstattungsanspruchs-gemaes","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-b-56-11-divergenz-nur-bei-entscheidungen-zu-gleicher-rechtsfrage-und-vergleichbaren-sachverhalten-zur-vererblichkeit-eines-bereits-gegenueber-dem-erblasser-entstandenen-erstattungsanspruchs-gemaes\/","title":{"rendered":"III&nbsp;B&nbsp;56\/11 &#8211; Divergenz nur bei Entscheidungen zu gleicher Rechtsfrage und vergleichbaren Sachverhalten &#8211; Zur Vererblichkeit eines bereits gegen&uuml;ber dem Erblasser entstandenen Erstattungsanspruchs gem&auml;&szlig; &sect; 37 Abs. 2 AO"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 12.10.2011, III B 56\/11<\/p>\n<p class=\"titel\">Divergenz nur bei Entscheidungen zu gleicher Rechtsfrage und vergleichbaren Sachverhalten &#8211; Zur Vererblichkeit eines bereits gegen&uuml;ber dem Erblasser entstandenen Erstattungsanspruchs gem&auml;&szlig; &sect; 37 Abs. 2 AO<\/p>\n<p class=\"gruende\">Gr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beschwerde ist jedenfalls unbegr&uuml;ndet und durch Beschluss zur&uuml;ckzuweisen (&sect; 116 Abs. 5 Satz 1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Sofern der von der Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin) behauptete Zulassungsgrund der Divergenz (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 2 Alt. 2 FGO) &uuml;berhaupt in einer den Anforderungen des &sect; 116 Abs. 3 Satz 3 FGO gen&uuml;genden Form dargelegt wurde, liegt er jedenfalls nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Eine Divergenz ist anzunehmen, wenn das Finanzgericht (FG) mit einem das angegriffene Urteil tragenden und entscheidungserheblichen Rechtssatz von einem eben solchen Rechtssatz einer anderen Gerichtsentscheidung abgewichen ist. Das angefochtene Urteil und die vorgebliche Divergenzentscheidung m&uuml;ssen dabei dieselbe Rechtsfrage betreffen und zu gleichen oder vergleichbaren Sachverhalten ergangen sein (z.B. Beschluss des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 21. Oktober 2010 VIII B 107\/09, BFH\/NV 2011, 282).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Diese Voraussetzungen sind im Streitfall nicht gegeben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Soweit die Kl&auml;gerin vortr&auml;gt, das FG weiche in seinem Urteil von dem in der Entscheidung des Nieders&auml;chsischen FG vom 13. Januar 2010&nbsp;&nbsp;16 K 337\/09 (Entscheidungen der Finanzgerichte 2010, 1011) aufgestellten Rechtssatz ab, wonach der Bescheid &uuml;ber die Festsetzung des Kindergeldes ein personenbezogener Verwaltungsakt sei, liegt hierin keine Divergenz, weil die genannten Entscheidungen weder die gleiche Rechtsfrage noch einen vergleichbaren Sachverhalt betreffen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Streitfall bezog der verstorbene Kindergeldberechtigte (Erblasser) zu seinen Lebzeiten Kindergeld ohne Rechtsgrund f&uuml;r einen Zeitraum vor seinem Tod. Das FG entschied, dass ein solcher &#8211;bereits gegen&uuml;ber dem Erblasser als Leistungsempf&auml;nger entstandener&#8211; Erstattungsanspruch gem&auml;&szlig; &sect; 37 Abs. 2 der Abgabenordnung (AO) auf den Erben &uuml;bergehe (&sect; 1922 Abs. 1 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs, &sect; 45 Abs. 1 Satz 1 AO). Gegenstand des FG-Urteils war daher in tats&auml;chlicher Hinsicht ein gegen den Erblasser gerichteter Erstattungsanspruch, der die rechtsgrundlose Gew&auml;hrung von Kindergeld f&uuml;r einen Zeitraum vor seinem Tod betraf. In rechtlicher Hinsicht war die Frage zu beantworten, ob dieser Erstattungsanspruch vererblich ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Rahmen der vorgeblichen Divergenzentscheidung forderte hingegen die Familienkasse das an den Sohn des verstorbenen Kindergeldberechtigten abgezweigte Kindergeld von dem Sohn als Leistungsempf&auml;nger zur&uuml;ck. Diese Entscheidung besch&auml;ftigte sich mit der Frage, ob die Verpflichtung zur R&uuml;ckzahlung von Kindergeld gem&auml;&szlig; &sect; 37 Abs. 2 AO, das f&uuml;r einen Zeitraum nach dem Tode des Kindergeldberechtigten weitergezahlt wird, die Aufhebung der Kindergeldfestsetzung gegen&uuml;ber den Erben voraussetzt. Das FG verneinte dies, weil die Kindergeldfestsetzung mit dem Tod des Kindergeldberechtigten erl&ouml;sche. Die vorgebliche Divergenzentscheidung betraf daher in tats&auml;chlicher Hinsicht einen von Anfang an gegen den Sohn des verstorbenen Kl&auml;gers &#8211;nicht gegen den Erblasser&#8211; gerichteten Erstattungsanspruch, der sich auf eine rechtsgrundlose Gew&auml;hrung von Kindergeld f&uuml;r einen Zeitraum nach dem Tod des Erblassers bezog. In diesem Zusammenhang war in rechtlicher Hinsicht die Frage zu kl&auml;ren, ob die gegen&uuml;ber dem verstorbenen Kindergeldberechtigten erfolgte Kindergeldfestsetzung nach dessen Tod wirksam bleibt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Eine Abweichung des FG von dem BFH-Urteil vom 13. Januar 2010 V R 24\/07 (BFHE 229, 378, BStBl II 2011, 241), wonach der Rechtsnachfolger nicht in h&ouml;chstpers&ouml;nliche Verh&auml;ltnisse oder unl&ouml;sbar mit der Person des Rechtsvorg&auml;ngers verkn&uuml;pfte Umst&auml;nde eintrete, liegt schon deshalb nicht vor, weil auch das FG diesen Grundsatz seiner Entscheidung zugrunde gelegt hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Im Kern r&uuml;gt die Kl&auml;gerin die fehlerhafte Rechtsanwendung durch das FG. Dies rechtfertigt die Zulassung der Revision grunds&auml;tzlich nicht (BFH-Beschluss vom 30. Mai 2008 IX B 216\/07, BFH\/NV 2008, 1510). Im &Uuml;brigen ist das FG zu Recht davon ausgegangen, dass ein bereits gegen&uuml;ber dem Erblasser entstandener Erstattungsanspruch gem&auml;&szlig; &sect; 37 Abs. 2 AO als eine auf den Rechtsnachfolger &uuml;bergehende Schuld i.S. des &sect; 45 Abs. 1 Satz 1 AO zu qualifizieren ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 12.10.2011, III B 56\/11 Divergenz nur bei Entscheidungen zu gleicher Rechtsfrage und vergleichbaren Sachverhalten &#8211; Zur Vererblichkeit eines bereits gegen&uuml;ber dem Erblasser entstandenen Erstattungsanspruchs gem&auml;&szlig; &sect; 37 Abs. 2 AO Gr&uuml;nde 1&nbsp; Die Beschwerde ist jedenfalls unbegr&uuml;ndet und durch Beschluss zur&uuml;ckzuweisen (&sect; 116 Abs. 5 Satz 1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). 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