{"id":9350,"date":"2012-12-06T05:04:42","date_gmt":"2012-12-06T03:04:42","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=9350"},"modified":"2012-12-06T05:04:42","modified_gmt":"2012-12-06T03:04:42","slug":"ix-r-15-11-einbringung-einer-privaten-verbindlichkeit-in-eine-vermoegensverwaltende-personengesellschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-r-15-11-einbringung-einer-privaten-verbindlichkeit-in-eine-vermoegensverwaltende-personengesellschaft\/","title":{"rendered":"IX&nbsp;R&nbsp;15\/11 &#8211; Einbringung einer privaten Verbindlichkeit in eine verm&ouml;gensverwaltende Personengesellschaft"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 18.10.2011, IX R 15\/11<\/p>\n<p class=\"titel\">Einbringung einer privaten Verbindlichkeit in eine verm&ouml;gensverwaltende Personengesellschaft<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Wird ein Grundst&uuml;ck gegen Gew&auml;hrung von Gesellschaftsrechten in eine verm&ouml;gensverwaltende Personengesellschaft mit Vermietungseink&uuml;nften eingebracht, so liegen Anschaffungsvorg&auml;nge insoweit vor, als sich die nach &sect; 39 Abs. 2 Nr. 2 AO zuzurechnenden Anteile der Gesellschafter an dem Grundst&uuml;ck gegen&uuml;ber den bisherigen Beteiligungsquoten erh&ouml;ht haben.<\/p>\n<p>2. Zu Anschaffungskosten f&uuml;hrt auch die &Uuml;bernahme einer Verbindlichkeit, die die Personengesellschaft als Gegenleistung von dem einbringenden Gesellschafter &uuml;bernimmt, und zwar auch dann, wenn die Verbindlichkeit urspr&uuml;nglich aufgenommen wurde, um ein privat genutztes Geb&auml;ude damit zu finanzieren.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) ist eine GbR, die im Streitjahr 2003 gegr&uuml;ndet worden ist. Beteiligt sind M mit 10 % und seine Ehefrau F mit 90 %. Zweck der GbR ist die Vermietung des Mehrfamilienhauses E-Stra&szlig;e 5, das bis dahin M allein geh&ouml;rte. Der notarielle Einbringungsvertrag bestimmt, dass M das Grundst&uuml;ck E-Stra&szlig;e 5 mit den darauf lastenden Grundpfandrechten und insgesamt sechs Darlehen in die GbR einbringt. Darunter befinden sich zwei Sparkassendarlehen, die M zur Finanzierung des selbstgenutzten Einfamilienhauses E-Stra&szlig;e 5a, dessen Eigent&uuml;mer M ist, aufgenommen hatte. Die Darlehen wurden auf die Kl&auml;gerin umgeschrieben. Sie war nunmehr verpflichtet, die Darlehen zu bedienen. Die Einbringungen erfolgten gegen Gew&auml;hrung von Gesellschaftsrechten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Rahmen der Steuererkl&auml;rungen f&uuml;r die Streitjahre (2003 und 2004) ging die Kl&auml;gerin aufgrund der von ihr &uuml;bernommenen Darlehen (insgesamt 151.623,14 EUR) f&uuml;r die Gesellschafterin F von einem teilentgeltlichen Vorgang aus, und zwar nach dem Verh&auml;ltnis des Verkehrswerts der Immobilie von 300.000 EUR zu den Darlehen zuz&uuml;glich Notarkosten (insgesamt 152.802,94 EUR); also habe F zu 50,94 % entgeltlich erworben. Auf dieser Basis wurde die Absetzung f&uuml;r Abnutzung (AfA) berechnet (f&uuml;r 2003 &#8211; 10 Monate &#8211; 1.779 EUR und f&uuml;r 2004 insgesamt 2.136 EUR). Ferner wurden Schuldzinsen erkl&auml;rt, und zwar aus den Darlehensvertr&auml;gen, um die es hier geht, einerseits in H&ouml;he von 1.757,60 EUR (2003) und in H&ouml;he von 2.109,12 EUR (2004), andererseits in H&ouml;he von 3.339,35 EUR (2003) und 3.387,68 EUR (2004).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) sah in Bezug auf die Darlehen, um die es hier geht, keinen Anschaffungsvorgang, k&uuml;rzte dementsprechend die Anschaffungskosten sowie die als Werbungskosten geltend gemachten Schuldzinsen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Einspruch blieb erfolglos. Das FA f&uuml;hrte zur Begr&uuml;ndung aus, zun&auml;chst habe die Einbringung nicht zu einem Rechtstr&auml;gerwechsel gef&uuml;hrt. Das Grundst&uuml;ck E-stra&szlig;e 5 sei M nach wie vor zurechenbar. Die im Einbringungsvertrag getroffenen Vereinbarungen hielten einem Fremdvergleich nicht stand. Die Schuldzinsen aus den Darlehen, um die es hier gehe, k&ouml;nnten nicht als Werbungskosten ber&uuml;cksichtigt werden, weil der wirtschaftliche Zusammenhang mit der Finanzierung des eigengenutzten Objekts nicht entfallen sei. Au&szlig;erdem sei die Gestaltung rechtsmissbr&auml;uchlich i.S. des &sect; 42 der Abgabenordnung in der Fassung der Streitjahre (AO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auch die Klage blieb erfolglos. Das Finanzgericht (FG) nahm einen Gestaltungsmissbrauch an. Zwar habe das urspr&uuml;nglich mit dem Einfamilienhaus im Zusammenhang stehende Darlehen zivilrechtlich von der Kl&auml;gerin &uuml;bernommen werden k&ouml;nnen. Die offensichtliche Verlagerung von privat veranlassten Aufwendungen in die Kl&auml;gerin sei aber rechtsmissbr&auml;uchlich, da sie nur dem Zweck diene, private Ausgaben in den steuerlichen Bereich zu verlagern. Der von der Kl&auml;gerin angegebene Grund, das Grundst&uuml;ck E-Stra&szlig;e 5 sei vom Gesellschafter M aus haftungsrechtlichen Gr&uuml;nden auf die Kl&auml;gerin &uuml;bertragen worden, treffe nicht f&uuml;r das Grundst&uuml;ck E-Stra&szlig;e 5a zu.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hiergegen richtet sich die Revision der Kl&auml;gerin. Es liege ein Anschaffungsvorgang vor, wenn im Zuge der Einbringung in eine GbR ein Rechtstr&auml;gerwechsel erfolgt. Die &Uuml;bernahme von Darlehen bewirke einen entgeltlichen Anschaffungsvorgang. Ein Gestaltungsmissbrauch liege nicht vor. Die zun&auml;chst privat veranlassten Darlehen seien im Zuge der Einbringung auf die Kl&auml;gerin umgeschrieben worden, was einer Neugew&auml;hrung der Darlehen gleichkomme. Die Darlehen st&uuml;nden im Zusammenhang mit dem Anschaffungsvorgang.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>das angefochtene Urteil aufzuheben und den ge&auml;nderten Bescheid &uuml;ber die einheitliche und gesonderte Feststellung von Besteuerungsgrundlagen f&uuml;r das Jahr 2003 vom 15. Juni 2005 in der Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 27. Juni 2006 dahingehend zu &auml;ndern, dass die Eink&uuml;nfte aus Vermietung und Verpachtung um 6.533 EUR auf 1.327 EUR herabgesetzt werden, sowie den Bescheid &uuml;ber die einheitliche und gesonderte Feststellung von Besteuerungsgrundlagen f&uuml;r das Jahr 2004 in Gestalt des &Auml;nderungsbescheids vom 6. Juli 2006 dahingehend zu &auml;ndern, dass die Eink&uuml;nfte aus Vermietung und Verpachtung um 7.290 EUR auf 2.810 EUR herabgesetzt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist begr&uuml;ndet. Das angefochtene Urteil ist aufzuheben und die Sache an das FG zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung zur&uuml;ckzuverweisen (&sect; 126 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 der Finanzgerichtsordnung).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Entgegen der Auffassung des FG kann die Kl&auml;gerin die Schuldzinsen f&uuml;r die beiden Darlehen bei der Sparkasse sowie die mit der &Uuml;bernahme dieser Darlehen als Anschaffungskosten im Zusammenhang stehenden h&ouml;heren AfA-Betr&auml;ge als Werbungskosten absetzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Aufwendungen zur Erwerbung, Sicherung und Erhaltung der Einnahmen sind als Werbungskosten i.S. des &sect; 9 Abs. 1 Satz 1 des Einkommensteuergesetzes in der Fassung der Streitjahre (EStG) nach &sect; 9 Abs. 1 Satz 2 EStG bei der Einkunftsart Vermietung und Verpachtung abzuziehen, wenn sie bei ihr erwachsen, und das hei&szlig;t, durch sie veranlasst sind. Sie m&uuml;ssen also mit der auf Vermietung und Verpachtung gerichteten T&auml;tigkeit zusammenh&auml;ngen und zur F&ouml;rderung der Nutzungs&uuml;berlassung gemacht werden (st&auml;ndige Rechtsprechung, z.B. Urteile des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 20. Dezember 1994 IX R 122\/92, BFHE 177, 50, BStBl II 1995, 534, und vom 18. Dezember 2001 IX R 24\/98, BFH\/NV 2002, 904, m.w.N.). Unter diesen Voraussetzungen k&ouml;nnen auch Schuldzinsen Werbungskosten sein (&sect; 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 1 EStG). Anschaffungs- oder Herstellungskosten sind nicht sofort als Werbungskosten abziehbar, sondern im Rahmen der AfA zu ber&uuml;cksichtigen (&sect; 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 7 i.V.m. &sect; 7 EStG; BFH-Urteil vom 26. Januar 2011 IX R 24\/10, BFH\/NV 2011, 1480). Welche Aufwendungen zu den Anschaffungs- oder Herstellungskosten z&auml;hlen, bestimmt sich auch f&uuml;r Eink&uuml;nfte aus Vermietung und Verpachtung nach &sect; 255 des Handelsgesetzbuchs &#8211;HGB&#8211; (vgl. Beschluss des Gro&szlig;en Senats des BFH vom 4. Juli 1990 GrS 1\/89, BFHE 160, 466, BStBl II 1990, 830; BFH-Urteil vom 13. Dezember 2005 IX R 24\/03, BStBl II 2006, 461, m.w.N.). Anschaffungskosten, zu denen auch die &Uuml;bernahme von Verbindlichkeiten des Ver&auml;u&szlig;erers geh&ouml;rt (vgl. BFH-Urteil vom 6. September 2006 IX R 25\/06, BFHE 215, 465, BStBl II 2007, 265, m.w.N.), sind nach &sect; 255 Abs. 1 HGB diejenigen Aufwendungen, die geleistet werden, um einen Verm&ouml;gensgegenstand zu erwerben und ihn in einen betriebsbereiten Zustand zu versetzen. Erwerben bedeutet das &Uuml;berf&uuml;hren eines Gegenstandes von der fremden in die eigene wirtschaftliche Verf&uuml;gungsmacht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Wird ein Grundst&uuml;ck gegen Gew&auml;hrung von Gesellschaftsrechten in eine verm&ouml;gensverwaltende Personengesellschaft mit Vermietungseink&uuml;nften eingebracht, so liegen Anschaffungsvorg&auml;nge insoweit vor, als sich die nach &sect; 39 Abs. 2 Nr. 2 AO zuzurechnenden Anteile der Gesellschafter an dem Grundst&uuml;ck gegen&uuml;ber den bisherigen Beteiligungsquoten erh&ouml;ht haben (s. BFH-Urteile vom 2. April 2008 IX R 18\/06, BFHE 221, 1, BStBl II 2008, 679, und vom 6. Oktober 2004 IX R 68\/01, BFHE 207, 24, BStBl II 2005, 324).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Nach diesen Ma&szlig;st&auml;ben handelt es sich bei den geltend gemachten Aufwendungen um Werbungskosten. M hatte das vermietete Mehrfamilienhaus E-Stra&szlig;e 5 in die Kl&auml;gerin eingebracht. Da an der Kl&auml;gerin F zu 90 % beteiligt ist, ist ihr nach Einbringung auch das Grundst&uuml;ck gem&auml;&szlig; &sect; 39 Abs. 2 Nr. 2 AO zu 90 % zuzurechnen und es liegt ein Anschaffungsvorgang vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Die Kl&auml;gerin &uuml;bernimmt im Zuge der &Uuml;bernahme der Gesellschaftsrechte f&uuml;r die &Uuml;bertragung des Grundst&uuml;cks als Gegenleistung Verbindlichkeiten, aus denen bis dahin allein M verpflichtet war. Da auch insoweit die Zurechnung nach &sect; 39 Abs. 2 Nr. 2 AO zu beurteilen ist (vgl. zur Zurechnung von Darlehen BFH-Urteil vom 25. Mai 2011 IX R 25\/10, BFH\/NV 2011, 1677, m.w.N.), sind diese Verbindlichkeiten zu 90 % F zuzuordnen und f&uuml;r sie Anschaffungskosten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Dies gilt auch f&uuml;r die Darlehen, um die es hier geht und die M zun&auml;chst aufgenommen hatte, um das privat genutzte Grundst&uuml;ck E-Stra&szlig;e 5a zu finanzieren. Es kommt nicht darauf an, ob die Darlehen bei ihrer Aufnahme in den steuerrechtlich unerheblichen Bereich des Privatverm&ouml;gens fielen, so dass Schuldzinsen daraus mangels Zusammenhangs mit einer Einkunftsart nicht abziehbar waren. Denn diese Verkn&uuml;pfung hat sich mit der &Uuml;bernahme der Verbindlichkeiten durch die Kl&auml;gerin gel&ouml;st.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>M war aufgrund der Darlehensvertr&auml;ge verpflichtet, den ihm darlehensweise zur Verf&uuml;gung gestellten Geldbetrag zur&uuml;ckzuerstatten und die geschuldeten Zinsen zu zahlen (&sect; 488 Abs. 1 Satz 2 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs &#8211;BGB&#8211;). Werden diese Verpflichtungen &#8211;wie im Streitfall&#8211; nach &sect; 414 BGB mit der Folge eines Schuldnerwechsels &uuml;bernommen (statt M schuldet nun die Kl&auml;gerin R&uuml;ckzahlung und Zinsen), so kommt es steuerrechtlich allein auf den&nbsp;&nbsp;&nbsp;Grund der &Uuml;bernahme&nbsp;&nbsp;&nbsp;an. Liegt dieser im steuerrechtlich bedeutsamen Bereich der Eink&uuml;nfteerzielung, so liegt dort auch der Zweck der &uuml;bernommenen Verbindlichkeiten. Das ist nicht anders zu beurteilen als in den F&auml;llen, in denen der Erwerber ein eigenes Darlehen aufnimmt, um damit die Verbindlichkeiten aus den Darlehen des Ver&auml;u&szlig;erers abzul&ouml;sen. So h&auml;tte die Kl&auml;gerin ein (der F zu 90 % zurechenbares) Darlehen aufnehmen k&ouml;nnen, um damit die Verbindlichkeiten des M bei der Sparkasse abzul&ouml;sen. Liegen hier unzweifelhaft Anschaffungskosten vor, so auch dann, wenn die Kl&auml;gerin &#8211;wie im Streitfall&#8211; Verbindlichkeiten des M &uuml;bernimmt, gleichviel, ob diese Verbindlichkeiten bereits bei ihrer Aufnahme durch eine Einkunftsart veranlasst waren. Nun h&auml;ngen sie mit den Eink&uuml;nften aus Vermietung und Verpachtung zusammen, wurden sie doch &uuml;bernommen, um das Grundst&uuml;ck E-Stra&szlig;e 5 anzuschaffen, mit dem die Kl&auml;gerin durch Vermieten Eink&uuml;nfte erzielt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Entgegen der Auffassung des FG liegt in der Einbringung der Darlehen in die Kl&auml;gerin kein Missbrauch von Gestaltungsm&ouml;glichkeiten des Rechts i.S. des &sect; 42 Abs. 1 Satz 1 AO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ein Gestaltungsmissbrauch ist gegeben, wenn eine rechtliche Gestaltung gew&auml;hlt wird, die &#8211;gemessen an dem erstrebten Ziel&#8211; unangemessen ist, der Steuerminderung dienen soll und durch wirtschaftliche oder sonst beachtliche nichtsteuerliche Gr&uuml;nde nicht zu rechtfertigen ist. Das Motiv, Steuern zu sparen, macht eine steuerliche Gestaltung noch nicht unangemessen. Eine rechtliche Gestaltung ist erst dann unangemessen, wenn der Steuerpflichtige die vom Gesetzgeber vorausgesetzte Gestaltung zum Erreichen eines bestimmten wirtschaftlichen Ziels nicht gebraucht, sondern daf&uuml;r einen ungew&ouml;hnlichen Weg w&auml;hlt, auf dem nach den Wertungen des Gesetzgebers das Ziel nicht erreichbar sein soll (BFH-Urteile vom 7. Dezember 2010 IX R 40\/09, BFHE 232, 1, BStBl II 2011, 427, und vom 29. Mai 2008 IX R 77\/06, BFHE 221, 231, BStBl II 2008, 789, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>M stand es frei, ob, wann und an wen er sein Grundst&uuml;ck ver&auml;u&szlig;ert. Als Gegenleistung f&uuml;r die &Uuml;bertragung des Grundst&uuml;cks &uuml;bernahm die Kl&auml;gerin Verbindlichkeiten des M. Hierin liegt der wirtschaftlich beachtliche Grund. Dabei kommt es nicht darauf an, ob und inwieweit die Kl&auml;gerin teilentgeltlich erwarb. Allein der Umstand des teilentgeltlichen Erwerbs f&uuml;hrt nicht dazu, der Entgeltsabrede die steuerrechtliche Anerkennung zu versagen, sondern gegebenenfalls &#8211;wie auch hier von der Kl&auml;gerin bereits erkl&auml;rt&#8211; dazu, die Bemessungsgrundlage um den geschenkten Betrag zu k&uuml;rzen (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. BFH-Urteil vom 17. August 2005 IX R 69\/03, BFH\/NV 2006, 489).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nicht nachzuvollziehen vermag der Senat die Argumentation des FG, da es sich &quot;eh um einen teilentgeltlichen Erwerb&quot; handele, sei die Einbeziehung der Verbindlichkeiten gegen&uuml;ber der Sparkasse als Ausgleich f&uuml;r die Gegenleistung (des Grundst&uuml;cks) weder zwingend noch erforderlich. Diese Aussage ist schon deshalb nicht recht verst&auml;ndlich, weil ohne die &Uuml;bernahme der umstrittenen Verbindlichkeiten das Entgelt deutlich geringer ausfallen w&uuml;rde. &Uuml;berdies bleibt es aus den Gr&uuml;nden zu b) den Vertragsparteien &uuml;berlassen, wie sie die Gegenleistung erbringen. Es geht &#8211;entgegen der Auffassung des FG&#8211; eben nicht um eine Verlagerung von privat veranlassten Aufwendungen auf die Kl&auml;gerin, sondern um eine&nbsp;&nbsp;&nbsp;&Uuml;berlagerung der Zwecksetzung&nbsp;&nbsp;&nbsp;des zun&auml;chst aus privaten Gr&uuml;nden aufgenommenen und verwendeten Darlehens durch einen neuen, nunmehr steuerrechtlich bedeutsamen (Veranlassungs-)Zusammenhang, indem die Kl&auml;gerin das Darlehen als Gegenleistung &uuml;bernimmt und es bei ihr zu Anschaffungskosten f&uuml;r ein von ihr erworbenes und der F zu 90 % zuordenbares Grundst&uuml;ck wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Da das angefochtene Urteil diesen Ma&szlig;st&auml;ben nicht entspricht, ist es aufzuheben. Die Sache ist nicht spruchreif. Das FG hat von seinem Standpunkt zutreffend noch nicht die einzelnen Aufwendungen &uuml;berpr&uuml;ft. Das wird es in einer neuen Verhandlung und Entscheidung nachzuholen haben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 18.10.2011, IX R 15\/11 Einbringung einer privaten Verbindlichkeit in eine verm&ouml;gensverwaltende Personengesellschaft Leits&auml;tze 1. Wird ein Grundst&uuml;ck gegen Gew&auml;hrung von Gesellschaftsrechten in eine verm&ouml;gensverwaltende Personengesellschaft mit Vermietungseink&uuml;nften eingebracht, so liegen Anschaffungsvorg&auml;nge insoweit vor, als sich die nach &sect; 39 Abs. 2 Nr. 2 AO zuzurechnenden Anteile der Gesellschafter an dem Grundst&uuml;ck gegen&uuml;ber &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-r-15-11-einbringung-einer-privaten-verbindlichkeit-in-eine-vermoegensverwaltende-personengesellschaft\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">IX&nbsp;R&nbsp;15\/11 &#8211; Einbringung einer privaten Verbindlichkeit in eine verm&ouml;gensverwaltende Personengesellschaft<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-9350","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9350","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9350"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9350\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9350"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=9350"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9350"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}