{"id":9424,"date":"2012-12-06T03:15:59","date_gmt":"2012-12-06T01:15:59","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=9424"},"modified":"2012-12-06T03:15:59","modified_gmt":"2012-12-06T01:15:59","slug":"vii-s-18-11-pkh-keine-ueberpruefung-der-fristsetzung-durch-revisionsgericht-begrenzung-des-amtsermittlungsgrundsatzes-durch-mitwirkungspflicht-der-beteiligten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-s-18-11-pkh-keine-ueberpruefung-der-fristsetzung-durch-revisionsgericht-begrenzung-des-amtsermittlungsgrundsatzes-durch-mitwirkungspflicht-der-beteiligten\/","title":{"rendered":"VII&nbsp;S&nbsp;18\/11&nbsp;(PKH) &#8211; Keine &Uuml;berpr&uuml;fung der Fristsetzung durch Revisionsgericht &#8211; Begrenzung des Amtsermittlungsgrundsatzes durch Mitwirkungspflicht der Beteiligten"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 19.8.2011, VII S 18\/11 (PKH)<\/p>\n<p class=\"titel\">Keine &Uuml;berpr&uuml;fung der Fristsetzung durch Revisionsgericht &#8211; Begrenzung des Amtsermittlungsgrundsatzes durch Mitwirkungspflicht der Beteiligten<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Der Beklagte und Beschwerdegegner hat mit Bescheid vom 7. April 2009 den Antrag des Antragstellers auf Anerkennung als Lohnsteuerhilfeverein abgelehnt und den hiergegen eingelegten Einspruch zur&uuml;ckgewiesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) hat die dazu erhobene Klage des Antragstellers als unbegr&uuml;ndet abgewiesen. Der Antragsteller habe keine aktuelle Fassung seiner Satzung vorgelegt, weshalb die Zul&auml;ssigkeit der Beitragsregelung nur eingeschr&auml;nkt &uuml;berpr&uuml;ft werden k&ouml;nne. Verbleibende Zweifel am Vorliegen der Anerkennungsvoraussetzungen gingen zu Lasten des Antragstellers.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gegen die Nichtzulassung der Revision in diesem Urteil richtet sich die unter dem Aktenzeichen VII B 112\/11 anh&auml;ngige Beschwerde des Antragstellers, welche er auf den Zulassungsgrund des Verfahrensmangels (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 3 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;) in Gestalt eines Versto&szlig;es gegen den klaren Inhalt der Akten und einer Verletzung der dem FG obliegenden Sachaufkl&auml;rungspflicht st&uuml;tzt. Zur Durchf&uuml;hrung des Beschwerdeverfahrens beantragt der Antragsteller Prozesskostenhilfe (PKH).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Der Antrag auf Bewilligung von PKH ist abzulehnen, weil die Nichtzulassungsbeschwerde keine hinreichende Aussicht auf Erfolg bietet (&sect; 142 Abs. 1 FGO i.V.m. &sect; 114 der Zivilprozessordnung &#8211;ZPO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach &sect; 142 FGO i.V.m. &sect; 114 ZPO erh&auml;lt eine Partei, die nach ihren pers&ouml;nlichen und wirtschaftlichen Verh&auml;ltnissen die Kosten der Prozessf&uuml;hrung nicht, nur zum Teil oder nur in Raten aufbringen kann, auf Antrag PKH, wenn die beabsichtigte Rechtsverfolgung hinreichende Aussicht auf Erfolg bietet, d.h. wenn f&uuml;r den Erfolgseintritt bei summarischer Pr&uuml;fung eine gewisse Wahrscheinlichkeit spricht, und wenn die Rechtsverfolgung nicht mutwillig erscheint.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Bei der im PKH-Verfahren gebotenen und ausreichenden summarischen Pr&uuml;fung des Rechtsbegehrens lassen sich aber weder aus der Beschwerdebegr&uuml;ndung noch aus den Akten des erstinstanzlichen Verfahrens Anhaltspunkte daf&uuml;r entnehmen, dass im Streitfall der von der Beschwerde geltend gemachte Zulassungsgrund des Verfahrensmangels i.S. des &sect; 115 Abs. 2 Nr. 3 FGO vorliegen k&ouml;nnte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Soweit die Beschwerde mit ihrem Hinweis auf &sect; 96 Abs. 1 Satz 1 FGO bem&auml;ngeln will, das FG habe nicht auf der Grundlage des Gesamtergebnisses des Verfahrens entschieden, sondern mit seiner Annahme, die aktuelle Fassung der Satzung liege nicht vor, gegen den klaren Inhalt der Akten versto&szlig;en (vgl. insoweit Gr&auml;ber\/Ruban, Finanzgerichtsordnung, 7. Aufl., &sect; 115 Rz 80), ist diese R&uuml;ge unbegr&uuml;ndet. Denn die Vertreterin des Antragstellers hat in der m&uuml;ndlichen Verhandlung vor dem FG selbst erkl&auml;rt, die aktuelle Fassung liege (auch) ihr nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Das FG hat auch nicht gegen seine Sachaufkl&auml;rungspflicht (&sect; 76 Abs. 1 FGO) versto&szlig;en. Nach seiner insoweit ma&szlig;geblichen Rechtsauffassung kam es f&uuml;r die Anerkennung des Antragstellers als Lohnsteuerhilfeverein darauf an, ob in der Satzung die &#8211;urspr&uuml;nglich enthaltene&#8211; Klausel zur Beitragserm&auml;&szlig;igung entfernt worden ist und ob die in der vorgelegten Beitragsordnung vorgesehene Befugnis des Vorstands, den Beitragstarif anzupassen, eine Grundlage in der Satzung hat. Daf&uuml;r durfte das FG vom Antragsteller die Vorlage einer aktuellen Fassung der Satzung verlangen. Da diese vom Antragsteller &#8211;trotz gerichtlicher Aufforderung nach &sect; 79b Abs. 2 Nr. 2 FGO&#8211; ohne Geltendmachung von Entschuldigungsgr&uuml;nden nicht vorgelegt worden ist, hatte das Gericht keine Veranlassung zu weiterer Sachaufkl&auml;rung. Denn der Amtsermittlungsgrundsatz wird durch die Mitwirkungspflicht der Beteiligten nach &sect; 76 Abs. 1 Satz 2 FGO begrenzt (Beschluss des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 26. Januar 2000 IV B 151\/98, BFH\/NV 2000, 871).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Das Vorbringen der Beschwerde, dass die vom FG zur Vorlage der Satzung gesetzte Frist zu kurz gewesen sei, kann einen r&uuml;gef&auml;higen Verfahrensmangel schon deshalb nicht begr&uuml;nden, da die Fristsetzung nach &sect; 79b FGO als prozessleitende Verf&uuml;gung i.S. des &sect; 128 Abs. 2 FGO nicht beschwerdef&auml;hig (vgl. Seer in Tipke\/Kruse, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, &sect; 79b FGO Rz 16, m.w.N.) und folglich gem&auml;&szlig; &sect; 124 Abs. 2 FGO der Nachpr&uuml;fung durch das Revisionsgericht entzogen ist. Sofern die Beschwerde in diesem Zusammenhang eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Geh&ouml;r r&uuml;gen will, fehlt es an substantiierten Darlegungen, welche Anstrengungen unternommen wurden, sich Geh&ouml;r zu verschaffen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Ob &#8211;wie die Beschwerde im Gegensatz zum FG meint&#8211; aus der Vorlage von Textausz&uuml;gen aus der Satzung und aus Niederschriften &uuml;ber eine Satzungs&auml;nderung auf den Inhalt einer &#8211;aktuellen&#8211; Satzungsversion geschlossen werden kann, ist eine Frage der Tatsachenw&uuml;rdigung und daher vom Revisionsgericht nicht zu entscheiden. Soweit sich die Beschwerde in der Art einer Revisionsbegr&uuml;ndung gegen die materielle Richtigkeit des finanzgerichtlichen Urteils wendet, wird damit im &Uuml;brigen kein Revisionszulassungsgrund nach den Anforderungen des &sect; 116 Abs. 3 Satz 3 FGO dargelegt (BFH-Beschl&uuml;sse vom 18. M&auml;rz 2004 VII B 53\/03, BFH\/NV 2004, 978, und vom 26. August 2004 II B 117\/03, BFH\/NV 2004, 1625, je m.w.N.). Denn das prozessuale Rechtsinstitut der Nichtzulassungsbeschwerde dient nicht dazu, die Richtigkeit finanzgerichtlicher Urteile umfassend zu gew&auml;hrleisten (st&auml;ndige Rechtsprechung, z.B. Senatsbeschl&uuml;sse vom 30. September 2010 VII B 61\/10, BFH\/NV 2011, 195; vom 30. Januar 2007 VII B 3\/06, BFH\/NV 2007, 1324).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 19.8.2011, VII S 18\/11 (PKH) Keine &Uuml;berpr&uuml;fung der Fristsetzung durch Revisionsgericht &#8211; Begrenzung des Amtsermittlungsgrundsatzes durch Mitwirkungspflicht der Beteiligten Tatbestand 1&nbsp; I. Der Beklagte und Beschwerdegegner hat mit Bescheid vom 7. April 2009 den Antrag des Antragstellers auf Anerkennung als Lohnsteuerhilfeverein abgelehnt und den hiergegen eingelegten Einspruch zur&uuml;ckgewiesen. 2&nbsp; Das Finanzgericht (FG) &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-s-18-11-pkh-keine-ueberpruefung-der-fristsetzung-durch-revisionsgericht-begrenzung-des-amtsermittlungsgrundsatzes-durch-mitwirkungspflicht-der-beteiligten\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VII&nbsp;S&nbsp;18\/11&nbsp;(PKH) &#8211; Keine &Uuml;berpr&uuml;fung der Fristsetzung durch Revisionsgericht &#8211; Begrenzung des Amtsermittlungsgrundsatzes durch Mitwirkungspflicht der Beteiligten<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-9424","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9424","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9424"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9424\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9424"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=9424"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9424"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}