{"id":9453,"date":"2012-12-06T03:16:01","date_gmt":"2012-12-06T01:16:01","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=9453"},"modified":"2012-12-06T03:16:01","modified_gmt":"2012-12-06T01:16:01","slug":"v-r-27-10-steuerfreiheit-hygienischer-leistungen-durch-aerzte-heilbehandlungsleistung-abgrenzung-der-befreiungstatbestaende-par-4-nr-14-und-par-4-nr-16-ustg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-r-27-10-steuerfreiheit-hygienischer-leistungen-durch-aerzte-heilbehandlungsleistung-abgrenzung-der-befreiungstatbestaende-par-4-nr-14-und-par-4-nr-16-ustg\/","title":{"rendered":"V&nbsp;R&nbsp;27\/10 &#8211; Steuerfreiheit hygienischer Leistungen durch &Auml;rzte &#8211; Heilbehandlungsleistung &#8211; Abgrenzung der Befreiungstatbest&auml;nde &sect; 4 Nr. 14 und &sect; 4 Nr. 16 UStG"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 18.8.2011, V R 27\/10<\/p>\n<p class=\"titel\">Steuerfreiheit hygienischer Leistungen durch &Auml;rzte &#8211; Heilbehandlungsleistung &#8211; Abgrenzung der Befreiungstatbest&auml;nde &sect; 4 Nr. 14 und &sect; 4 Nr. 16 UStG<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Infektionshygienische Leistungen eines Arztes, die dieser f&uuml;r andere &Auml;rzte und\/oder Krankenh&auml;user erbringt, damit diese ihre Heilbehandlungsleistungen ordnungsgem&auml;&szlig; unter Beachtung der f&uuml;r sie nach dem IfSG bestehenden Verpflichtungen erbringen, sind als Heilbehandlungsleistung nach &sect; 4 Nr. 14 UStG steuerfrei.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Der Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) war seit dem 1. Mai 2005 als Facharzt f&uuml;r Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemie mit dem T&auml;tigkeitsschwerpunkt Krankenhaushygiene und Praxishygiene selbst&auml;ndig t&auml;tig. Am 1. Juni 2005 schloss er mit einer &quot;Laborpraxis&quot; eine Kooperationsvereinbarung. Die Laborpraxis hatte mit ihren Einsendern Vereinbarungen &uuml;ber hygienische Beratungsleistungen getroffen und war nach diesen Vereinbarungen berechtigt, den Kl&auml;ger als &quot;beratenden Krankenhaushygieniker&quot; zu benennen. Nach der vom Kl&auml;ger und der Laborpraxis getroffenen Kooperationsvereinbarung beauftragte die Laborpraxis den Kl&auml;ger mit der Durchf&uuml;hrung von krankenhaus- und praxishygienischen Betreuungen, Beratungen, Bewertungen, Begutachtungen und Fortbildungen f&uuml;r die Laborpraxis selbst sowie f&uuml;r ihre Einsender.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger war f&uuml;r die Laborarztpraxis in den Arbeitsbereichen &quot;Beratungsleistung Hygiene&quot; f&uuml;r Einsender und &quot;Laborleistung Hygiene&quot; t&auml;tig. Die &quot;Beratungsleistung Hygiene&quot; umfasste die Bewertung von Neu- und Umbauma&szlig;nahmen, die Hilfe bei der Erstellung von Hygienepl&auml;nen, die Erfassung und Bewertung nosokomialer Infektionen, das Ausbruchsmanagement bei nosokomialen Infektionen und die Umsetzung ordnungsgem&auml;&szlig;er Entsorgung von Abf&auml;llen aus Einrichtungen des Gesundheitsdienstes. Die &quot;Laborleistung Hygiene&quot; umfasste die &Uuml;berpr&uuml;fung der Aufbereitungsqualit&auml;t von Medizinprodukten und Gebrauchsgegenst&auml;nden (Reinigungs- und Desinfektionsprozesse, Aufbereitungserfolg von Endoskopen, Sterilisationsfragen), die Fl&auml;chenhygiene (Abdruck- und Abstrichuntersuchungen von Fl&auml;chen), die H&auml;ndehygiene, die Untersuchung von Wasserversorgungsanlagen und Ger&auml;ten mit wasserf&uuml;hrenden Systemen, die &Uuml;berpr&uuml;fung von Schwimm-, Bade-, Therapie- und Bewegungsbecken und die hygienische &Uuml;berpr&uuml;fung von technischen Anlagen. Der Kl&auml;ger erbrachte diese Leistungen nicht nur f&uuml;r die Laborarztpraxis, sondern auch unmittelbar aufgrund eigener Vertr&auml;ge mit Krankenh&auml;usern, Arztpraxen, Alten- und Pflegeheimen; er &uuml;bte seine T&auml;tigkeit telefonisch, schriftlich in Form von Stellungnahmen zu Hygienefragen und direkt bei Ortsterminen in Krankenh&auml;usern und Arztpraxen aus.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In seinen Umsatzsteuererkl&auml;rungen f&uuml;r die Streitjahre 2005 bis 2007 behandelte der Kl&auml;ger die Ums&auml;tze aus seiner T&auml;tigkeit als nach &sect; 4 Nr. 14 des Umsatzsteuergesetzes 2005 (UStG) umsatzsteuerfrei. Soweit der Schwerpunkt der Leistungen auf technischer Beratung wie z.B. bei der Ausgestaltung von Bauten lag, unterwarf er diese Leistungen der Umsatzsteuer.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) beurteilte alle Leistungen als steuerpflichtig und erlie&szlig; entsprechende &Auml;nderungsbescheide f&uuml;r alle Streitjahre. Einspruch und Klage hatten keinen Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) st&uuml;tzte die Klageabweisung darauf, dass der Kl&auml;ger nur beratend, nicht aber im Rahmen konkreter Arzt-Patientenverh&auml;ltnisse t&auml;tig geworden sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Urteil des FG ist in &quot;Entscheidungen der Finanzgerichte&quot; 2010, 1652 ver&ouml;ffentlicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hiergegen wendet sich der Kl&auml;ger mit der Revision, die er auf die Verletzung materiellen und formellen Rechts st&uuml;tzt. Das FG habe den Begriff der &auml;rztlichen Heilbehandlung unzutreffend ausgelegt. Die Bek&auml;mpfung von Infektionen solle Krankheiten und Gesundheitsst&ouml;rungen abwenden, vermeiden und verh&uuml;ten. Es handele sich um eine &auml;rztliche Leistung zur Vorbeugung. Er sei im Rahmen konkreter Arzt-Patientenverh&auml;ltnisse t&auml;tig geworden. Eine enge Auslegung des Befreiungstatbestandes sei nicht erforderlich. Die Steuerfreiheit bezwecke, die Kosten &auml;rztlicher Heilbehandlungen zu senken. Zu ber&uuml;cksichtigen sei auch das hohe Infektionsrisiko in Krankenh&auml;usern. Seine Leistungen h&auml;tten daher dem Schutz der Betroffenen gedient. Durch das Urteil des FG komme es zu einer Ungleichbehandlung gegen&uuml;ber &ouml;ffentlich-rechtlichen Leistungsanbietern. Das FG habe auch seine Pflicht zur Sachverhaltsaufkl&auml;rung verletzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt, das Urteil des FG und die Einspruchsentscheidung vom 1. September 2009 sowie die Umsatzsteuerbescheide 2005 vom 19. Juli 2007, 2006 vom 10. April 2008 sowie 2007 vom 23. M&auml;rz 2009 in Form des &Auml;nderungsbescheids 2007 vom 25. Januar 2010 aufzuheben, hilfsweise die Vorlage an den Gerichtshof der Europ&auml;ischen Union (EuGH).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen, hilfsweise ebenfalls eine EuGH-Vorlage.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es liege keine Heilbehandlung vor. Die Leistungen des Kl&auml;gers seien pr&auml;ventiver Art und somit zwar Grundlage f&uuml;r den Gesundheitsschutz von Patienten. Die Leistungen seien jedoch nicht in ein individuelles Leistungskonzept f&uuml;r bestimmte Patienten eingebunden. Sie dienten nur mittelbar dem Gesundheitsschutz. Der Kl&auml;ger sei nur beratend t&auml;tig gewesen. Die Steuerfreiheit setze zwingend eine T&auml;tigkeit im Rahmen eines konkreten Arzt-Patientenverh&auml;ltnisses voraus, woran es im Streitfall fehle. Die Steuerfreiheit auch von Beratungst&auml;tigkeiten &uuml;berdehne den Begriff der steuerfreien Heilbehandlung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Auf die Revision des Kl&auml;gers ist das Urteil des FG aufzuheben und die Sache an das FG zur&uuml;ckzuverweisen (&sect; 126 Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Der Senat kann anhand der bisherigen Feststellungen des FG nicht abschlie&szlig;end &uuml;ber die Steuerfreiheit der durch den Kl&auml;ger erbrachten Leistungen entscheiden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Infektionshygienische Leistungen eines Arztes, die dieser f&uuml;r andere &Auml;rzte und Krankenh&auml;user erbringt, damit diese ihre Heilbehandlungsleistungen ordnungsgem&auml;&szlig; unter Beachtung der f&uuml;r sie nach dem Gesetz zur Verh&uuml;tung und Bek&auml;mpfung von Infektionskrankheiten beim Menschen (IfSG) bestehenden Verpflichtungen erbringen, sind als Heilbehandlungsleistung nach &sect; 4 Nr. 14 UStG steuerfrei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect; 4 Nr. 14 Satz 1 der in den Streitjahren geltenden Fassung des UStG sind &quot;die Ums&auml;tze aus der T&auml;tigkeit als Arzt, Zahnarzt, Heilpraktiker, Physiotherapeut (Krankengymnast), Hebamme oder aus einer &auml;hnlichen heilberuflichen T&auml;tigkeit und aus der T&auml;tigkeit als klinischer Chemiker&quot; steuerfrei. Diese Vorschrift beruht auf Art. 13 Teil A Abs. 1 Buchst. c der Sechsten Richtlinie des Rates vom 17. Mai 1977 zur Harmonisierung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten &uuml;ber die Umsatzsteuern 77\/388\/EWG (Richtlinie 77\/388\/EWG), wonach &quot;Heilbehandlungen im Bereich der Humanmedizin, die im Rahmen der Aus&uuml;bung der von dem betreffenden Mitgliedstaat definierten &auml;rztlichen und arzt&auml;hnlichen Berufe erbracht werden&quot;, steuerfrei sind. &sect; 4 Nr. 14 UStG ist nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) entsprechend Art. 13 Teil A Abs. 1 Buchst. c der Richtlinie 77\/388\/EWG auszulegen. Daher setzt die Steuerfreiheit voraus, dass der Unternehmer eine Heilbehandlung im Bereich der Humanmedizin durch &auml;rztliche oder arzt&auml;hnliche Leistungen erbringt und die daf&uuml;r erforderliche Qualifikation besitzt (vgl. z.B. BFH-Urteil vom 30. April 2009 V R 6\/07, BFHE 225, 248, BStBl II 2009, 679, unter II.1.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Heilbehandlungen im Bereich der Humanmedizin dienen der Diagnose, Behandlung und, soweit m&ouml;glich, der Heilung von Krankheiten oder Gesundheitsst&ouml;rungen. Sie m&uuml;ssen einen therapeutischen Zweck haben. Zu den Heilbehandlungen im Bereich der Humanmedizin geh&ouml;ren auch Leistungen, die zum Zweck der Vorbeugung erbracht werden, wie vorbeugende Untersuchungen und &auml;rztliche Ma&szlig;nahmen an Personen, die an keiner Krankheit oder Gesundheitsst&ouml;rung leiden, sowie Leistungen, die zum Schutz einschlie&szlig;lich der Aufrechterhaltung oder Wiederherstellung der menschlichen Gesundheit erbracht werden. Keine Heilbehandlung im Bereich der Humanmedizin sind &quot;&auml;rztliche Leistungen&quot;, &quot;Ma&szlig;nahmen&quot; oder &quot;medizinische Eingriffe&quot;, die zu anderen Zwecken erfolgen (BFH-Urteil in BFHE 225, 248, BStBl II 2009, 679, unter II.1.a, m.w.N. zur Rechtsprechung des EuGH).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Zu den nach &sect; 4 Nr. 14 UStG steuerfreien Heilbehandlungsleistungen eines Arztes geh&ouml;ren auch infektionshygienische Leistungen, die sicherstellen sollen, dass &Auml;rzte und Krankenh&auml;user die f&uuml;r sie bestehenden Verpflichtungen nach dem IfSG im jeweiligen Einzelfall erf&uuml;llen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Das IfSG bezweckt nach &sect; 1 Abs. 1, &quot;&#8230; &uuml;bertragbaren Krankheiten beim Menschen vorzubeugen, Infektionen fr&uuml;hzeitig zu erkennen und ihre Weiterverbreitung zu verhindern&quot;. &Auml;rzte und Krankenh&auml;user haben hieran entsprechend dem jeweiligen Stand der medizinischen und epidemiologischen Wissenschaft und Technik mitzuwirken.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Infektion ist nach &sect; 2 Nr. 2 IfSG &quot;die Aufnahme eines Krankheitserregers und seine nachfolgende Entwicklung oder Vermehrung im menschlichen Organismus&quot; und als nosokomiale Infektion gem&auml;&szlig; &sect; 2 Nr. 8 IfSG &quot;eine Infektion mit lokalen oder systemischen Infektionszeichen als Reaktion auf das Vorhandensein von Erregern oder ihrer Toxine, die im zeitlichen Zusammenhang mit einer station&auml;ren oder einer ambulanten medizinischen Ma&szlig;nahme steht, soweit die Infektion nicht bereits vorher bestand&quot;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Krankenh&auml;user, Vorsorge- oder Rehabilitationseinrichtungen, Einrichtungen f&uuml;r ambulantes Operieren, Dialyseeinrichtungen, Tageskliniken, Entbindungseinrichtungen haben nach &sect; 36 Abs. 1 IfSG in Hygienepl&auml;nen innerbetriebliche Verfahrensweisen zur Infektionshygiene festzulegen und unterliegen der infektionshygienischen &Uuml;berwachung durch das Gesundheitsamt. Zahnarztpraxen sowie Arztpraxen und Praxen sonstiger Heilberufe, in denen invasive Eingriffe vorgenommen werden, sowie sonstige Einrichtungen und Gewerbe, bei denen durch T&auml;tigkeiten am Menschen durch Blut Krankheitserreger &uuml;bertragen werden k&ouml;nnen, k&ouml;nnen nach &sect; 36 Abs. 2 IfSG durch das Gesundheitsamt infektionshygienisch &uuml;berwacht werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Zu den &quot;&auml;rztlichen Leistungen, die zum Schutz einschlie&szlig;lich der Aufrechterhaltung oder Wiederherstellung der menschlichen Gesundheit erbracht werden&quot; (EuGH-Urteile vom 20. November 2003 C-212\/01, Unterpertinger, Slg. 2003, I-13859 Rdnrn. 42 f.; vom 20. November 2003 C-307\/01, Peter D&#8217;Ambrumenil, Slg. 2003, I-13989 Rdnrn. 60 f.; vom 10. Juni 2010 C-262\/08, CopyGene, Umsatzsteuer-Rundschau &#8211;UR&#8211; 2010, 526 Rdnr. 30) geh&ouml;ren auch &auml;rztliche Leistungen, die sich unmittelbar auf die Art und Weise der &auml;rztlichen T&auml;tigkeit in einer Arztpraxis, einem Krankenhaus oder einer anderen Einrichtung &auml;rztlicher Heilbehandlung beziehen und deren ordnungsgem&auml;&szlig;e Erbringung in infektionshygienischer Hinsicht sicherstellen sollen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG beruft sich f&uuml;r seine Auffassung zu Unrecht auf die Entscheidungen des Senats zum Erfordernis, wonach die T&auml;tigkeit im Rahmen eines hinreichend &quot;konkreten, individuellen, der Diagnose, Behandlung, Vorbeugung und Heilung von Krankheiten oder Gesundheitsst&ouml;rungen dienenden Leistungskonzeptes&quot; erfolgen muss (BFH-Urteile vom 10. M&auml;rz 2005 V R 54\/04, BFHE 210, 151, BStBl II 2005, 669, unter II.3., und vom 7. Juli 2005 V R 23\/04, BFHE 211, 69, BStBl II 2005, 904, unter II.1.c). Dieses Kriterium dient der Abgrenzung zu Leistungen, die keinen unmittelbaren Krankheitsbezug haben, weil sie lediglich &quot;den allgemeinen Gesundheitszustand verbessern und insbesondere einen Beitrag zur Verminderung sozial bedingter Ungleichheit von Gesundheitschancen erbringen&quot; sollen. Dementsprechend hat der EuGH mit Urteil vom 18. November 2010 C-156\/09, Verigen (UR 2011, 215 Rdnrn. 26 ff.) entschieden, dass &quot;das Herausl&ouml;sen von Gelenkknorpelzellen aus dem einem Menschen entnommenen Knorpelmaterial und ihre anschlie&szlig;ende Vermehrung zur Reimplantation aus therapeutischen Zwecken&quot; als &quot;Heilbehandlungen im Bereich der Humanmedizin&quot; i.S. des Art. 13 Teil A Abs. 1 Buchst. c der Richtlinie 77\/388\/EWG anzusehen ist, da diese Dienstleistungen &quot;ein unerl&auml;sslicher, fester und untrennbarer Bestandteil&quot; eines &quot;Gesamtverfahrens&quot; sind, &quot;dessen einzelne Abschnitte sinnvollerweise nicht isoliert voneinander durchgef&uuml;hrt werden k&ouml;nnen&quot;, wobei es f&uuml;r die Steuerfreiheit ohne Bedeutung ist, &quot;ob die vermehrten Zellen dem Patienten, dem sie entnommen wurden, wieder implantiert werden oder einem Dritten&quot;. Danach kommt es f&uuml;r die Steuerfreiheit nicht zwingend auf das vom FA geforderte Vertrauensverh&auml;ltnis an, das im &Uuml;brigen auch nicht bei Heilbehandlungsleistung zur Bek&auml;mpfung von Epidemien besteht. Im Streitfall dient die &auml;rztliche T&auml;tigkeit des Kl&auml;gers der unmittelbaren Sicherstellung der erforderlichen infektionshygienischen Voraussetzungen f&uuml;r die station&auml;ren oder ambulanten medizinischen Behandlungen, zu deren Einhaltung &Auml;rzte und Krankenh&auml;user im Rahmen der jeweiligen Behandlung im Einzelfall verpflichtet sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Auffassung des FG f&uuml;hrt zu einer mit der EuGH-Rechtsprechung nicht zu vereinbarenden Einschr&auml;nkung der Steuerfreiheit. Denn danach ist das f&uuml;r die Steuerfreiheit ma&szlig;gebliche Erfordernis der therapeutischen Zweckbestimmtheit nicht &quot;in einem besonders engen Sinne zu verstehen&quot; (EuGH-Urteile vom 11. Januar 2001 C-76\/99, Kommission\/Frankreich, Slg. 2001, I-249 Rdnr. 23, und Unterpertinger in Slg. 2003, I-13859 Rdnr. 40; Peter D&#8217;Ambrumenil in Slg. 2003, I-13989 Rdnr. 58; vom 8. Juni 2006 C-106\/05, L.u.P., Slg. 2006, I-5123 Rdnr. 29; CopyGene in UR 2010, 526 Rdnr. 29; Verigen in UR 2011, 215 Rdnr. 24), sondern vielmehr unter Ber&uuml;cksichtigung des Zwecks der Steuerbefreiung auszulegen, der darin besteht, die Kosten &auml;rztlicher Heilbehandlungen zu senken (EuGH-Urteile Kommission\/Frankreich in Slg. 2001, I-249 Rdnr. 23; L.u.P. in Slg. 2006, I-5123 Rdnr. 29; Verigen in UR 2011, 215 Rdnr. 27). Dies rechtfertigt die Einbeziehung von Leistungen, die ein Arzt mit unmittelbarem Bezug zu einer Heilbehandlungst&auml;tigkeit erbringt, damit andere &Auml;rzte und Krankenh&auml;user bei der Aus&uuml;bung ihrer Heilbehandlungst&auml;tigkeit die hierf&uuml;r bestehenden medizinisch unerl&auml;sslichen und gesetzlich vorgeschriebenen infektionshygienischen Anforderungen im Einzelfall erf&uuml;llen. Dar&uuml;ber hinaus werden hierdurch die Kosten der Heilbehandlung gesenkt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die weiteren Einwendungen des FA gegen die Steuerfreiheit greifen nicht durch.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Der Steuerfreiheit der durch den Kl&auml;ger erbrachten Leistungen steht nicht entgegen, dass er seine Leistungen gegen&uuml;ber einer Laborpraxis und gegen&uuml;ber &Auml;rzten und Krankenh&auml;usern, nicht aber &quot;unmittelbar gegen&uuml;ber Patienten&quot; erbrachte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ein Arzt kann &#8211;wie z.B. ein Laborarzt&#8211; auch gegen&uuml;ber anderen &Auml;rzten steuerfreie Heilbehandlungsleistungen erbringen (EuGH-Urteil L.u.P. in Slg. 2006, I-5123 Rdnrn. 37 f.; BFH-Urteile vom 25. November 2004 V R 44\/02, BFHE 208, 80, BStBl II 2005, 190, unter II.1.; vom 1. Februar 2007 V R 64\/05, BFH\/NV 2007, 1203, unter II.1.a; vom 15. M&auml;rz 2007 V R 55\/03, BFHE 217, 48, BStBl II 2008, 31, unter II.1.b, und vom 2. September 2010 V R 47\/09, BFHE 231, 326, BStBl II 2011, 195, unter II.4.a). F&uuml;r die Steuerfreiheit kommt es nicht auf die Person des Leistungsempf&auml;ngers an, da sich die personenbezogene Voraussetzung der Steuerfreiheit auf den Leistenden bezieht, der Tr&auml;ger eines &auml;rztlichen oder arzt&auml;hnlichen Berufs sein muss (BFH-Urteile vom 12. Oktober 2004 V R 54\/03, BFHE 207, 558, BStBl II 2005, 106, unter 4.; in BFHE 210, 151, BStBl II 2005, 669, unter II.1.; in BFHE 211, 69, BStBl II 2005, 904, unter II.1.a, und in BFHE 231, 326, BStBl II 2011, 195, unter II.4.a).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Der Steuerfreiheit steht auch nicht entgegen, dass der Kl&auml;ger beratend t&auml;tig war. Eine durch einen Arzt erbrachte Heilbehandlungsleistung liegt auch dann vor, wenn ein Arzt einen Patienten in gesundheitlichen Fragen ber&auml;t, ohne dass es darauf ankommt, dass dieser den &auml;rztlichen &quot;Rat&quot; befolgt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Schlie&szlig;lich k&ouml;nnen die Leistungen von &Auml;rzten und den anderen in &sect; 4 Nr. 14 UStG genannten Berufsangeh&ouml;rigen auch dann nach dieser Vorschrift steuerfrei sein, wenn sie in einem Krankenhaus t&auml;tig sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Zwar hat der Senat mit Urteil vom 18. M&auml;rz 2004 V R 53\/00 (BFHE 204, 503, BStBl II 2004, 677, Leitsatz) entschieden, dass Ums&auml;tze der Krankenh&auml;user, auch soweit sie die &auml;rztliche Heilbehandlung einschlie&szlig;en, grunds&auml;tzlich nur steuerfrei sind, wenn sie die Voraussetzungen des &sect; 4 Nr. 16 Buchst. b UStG 1980 i.V.m. &sect; 67 der Abgabenordnung erf&uuml;llen, und dass &sect; 4 Nr. 14 UStG 1980 auf derartige Leistungen grunds&auml;tzlich keine Anwendung findet. Dies gilt jedoch nur f&uuml;r ein Krankenhaus, das nicht von einem Arzt betrieben wird. Betreibt ein Arzt ein Krankenhaus, sind demgegen&uuml;ber seine Heilbehandlungsleistungen gem&auml;&szlig; &sect; 4 Nr. 14 UStG steuerfrei (BFH-Urteil in BFHE 204, 503, BStBl II 2004, 677, unter II.6.; unzutreffend daher Abschn. 4.14.2 Abs. 2 Satz 1 des Umsatzsteuer-Anwendungserlasses &#8211;UStAE&#8211;). Dementsprechend sind z.B. die Heilbehandlungsleistungen eines Belegarztes, die dieser in einem Krankenhaus erbringt, nach &sect; 4 Nr. 14 UStG (ab 1. Januar 2009: &sect; 4 Nr. 14 Buchst. a UStG) und nicht nur unter den Voraussetzungen des &sect; 4 Nr. 16 Buchst. b UStG 1999 (ab 1. Januar 2009: &sect; 4 Nr. 14 Buchst. b UStG) steuerfrei (insoweit zutreffend Abschn. 4.14.2 Abs. 2 Satz 2 UStAE).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Eine hiervon abweichende Abgrenzung zwischen den beiden Befreiungstatbest&auml;nden ergibt sich auch nicht aus der Rechtsprechung des EuGH. Zwar hat der EuGH in seinem Urteil CopyGene in UR 2010, 526 Rdnr. 29 entsprechend seiner bisherigen Rechtsprechung entschieden, &quot;dass sich Art. 13 Teil A Abs. 1 Buchst. b der Richtlinie 77\/388\/EWG auf Leistungen bezieht, die in Krankenh&auml;usern erbracht werden, w&auml;hrend sich Buchst. c dieses Absatzes auf diejenigen Heilbehandlungen bezieht, die au&szlig;erhalb von Krankenh&auml;usern, sei es in den Praxisr&auml;umen des Behandelnden, in der Wohnung des Patienten oder an einem anderen Ort, erbracht werden&quot;. Aus dieser allgemeinen Abgrenzung zwischen den beiden Steuerbefreiungen folgt jedoch nicht, dass Leistungen, die die Voraussetzungen des &sect; 4 Nr. 14 UStG erf&uuml;llen, in besonderen F&auml;llen nicht steuerfrei sein k&ouml;nnen, wenn sie in einem Krankenhaus erbracht werden. Dies gilt z.B. f&uuml;r die Leistungen eines Belegarztes, der seine Leistung in einem Krankenhaus erbringt, dabei nur die Voraussetzungen des &sect; 4 Nr. 14 UStG (Art. 13 Teil A Abs. 1 Buchst. c der Richtlinie 77\/388\/EWG), nicht aber die des &sect; 4 Nr. 16 Buchst. b UStG (Art. 13 Teil A Abs. 1 Buchst. b der Richtlinie 77\/388\/EWG) erf&uuml;llt (s. oben II.2.b aa). Ebenso ist es im Streitfall f&uuml;r die Leistungen, die sich, wie die des Kl&auml;gers, darauf beziehen, die infektionshygienisch gesetzlich gebotenen Voraussetzungen der durch ein Krankenhaus erbrachten Heilbehandlungsleistung sicherzustellen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Der Senat kann im Streitfall nicht beurteilen, in welchem Umfang die Leistungen des Kl&auml;gers nach ihrem Inhalt unmittelbar dazu dienten, dass &Auml;rzte und Krankenh&auml;user die f&uuml;r sie nach dem IfSG bestehenden Verpflichtungen zur Einhaltung der erforderlichen Infektionshygiene erf&uuml;llen. Das Urteil war daher aufzuheben und die Sache zur Nachholung entsprechender Feststellungen an das FG zur&uuml;ckzuverweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Bei der Pr&uuml;fung, ob die von einem Arzt erbrachte Leistung nach ihrem Inhalt diesem Zweck dient, k&ouml;nnen die Empfehlungen der beim Robert-Koch-Institut eingerichteten Kommission f&uuml;r Krankenhaushygiene und Infektionspr&auml;vention zu ber&uuml;cksichtigen sein, die diese gem&auml;&szlig; &sect; 23 Abs. 2 IfSG zur Pr&auml;vention nosokomialer Infektionen sowie zu betrieblich-organisatorischen und baulich-funktionellen Ma&szlig;nahmen der Hygiene in Krankenh&auml;usern und anderen medizinischen Einrichtungen erstellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Auf die Verfahrensr&uuml;ge kam es nicht mehr an. Ebenso besteht keine Veranlassung f&uuml;r eine Vorlage an den EuGH, da die Anforderungen, die an die umsatzsteuerfreie Heilbehandlung zu stellen sind, durch das EuGH-Urteil Verigen in UR 2011, 215 hinreichend gekl&auml;rt sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 18.8.2011, V R 27\/10 Steuerfreiheit hygienischer Leistungen durch &Auml;rzte &#8211; Heilbehandlungsleistung &#8211; Abgrenzung der Befreiungstatbest&auml;nde &sect; 4 Nr. 14 und &sect; 4 Nr. 16 UStG Leits&auml;tze Infektionshygienische Leistungen eines Arztes, die dieser f&uuml;r andere &Auml;rzte und\/oder Krankenh&auml;user erbringt, damit diese ihre Heilbehandlungsleistungen ordnungsgem&auml;&szlig; unter Beachtung der f&uuml;r sie nach dem IfSG bestehenden &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-r-27-10-steuerfreiheit-hygienischer-leistungen-durch-aerzte-heilbehandlungsleistung-abgrenzung-der-befreiungstatbestaende-par-4-nr-14-und-par-4-nr-16-ustg\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">V&nbsp;R&nbsp;27\/10 &#8211; Steuerfreiheit hygienischer Leistungen durch &Auml;rzte &#8211; Heilbehandlungsleistung &#8211; Abgrenzung der Befreiungstatbest&auml;nde &sect; 4 Nr. 14 und &sect; 4 Nr. 16 UStG<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-9453","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9453","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9453"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9453\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9453"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=9453"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9453"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}