{"id":9462,"date":"2012-12-06T03:15:57","date_gmt":"2012-12-06T01:15:57","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=9462"},"modified":"2012-12-06T03:15:57","modified_gmt":"2012-12-06T01:15:57","slug":"i-b-169-10-dotationskapital-einer-inlaendischen-zweigniederlassung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-b-169-10-dotationskapital-einer-inlaendischen-zweigniederlassung\/","title":{"rendered":"I&nbsp;B&nbsp;169\/10 &#8211; Dotationskapital einer inl&auml;ndischen Zweigniederlassung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 22.8.2011, I B 169\/10<\/p>\n<p class=\"titel\">Dotationskapital einer inl&auml;ndischen Zweigniederlassung<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Streitig ist die Abzugsf&auml;higkeit von Zinsaufwand, der auf die Zuf&uuml;hrungen von handelsrechtlichem Fremdkapital durch das ausl&auml;ndische Stammhaus entf&auml;llt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin) ist eine deutsche Zweigniederlassung eines franz&ouml;sischen Kreditinstituts in der Rechtsform einer Soci&eacute;t&eacute; Anonyme (Aktiengesellschaft nach franz&ouml;sischem Recht). Ihr Wirtschaftsjahr entspricht dem Kalenderjahr.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Steuererkl&auml;rungen f&uuml;r die Streitjahre 2002 und 2003 enthielten Berechnungen zur Korrektur des Zinsaufwands wegen sog. Unterdotierung der Eigenmittel der Betriebsst&auml;tte nach den Grunds&auml;tzen der Finanzverwaltung (Bundesministerium der Finanzen &#8211;BMF&#8211;, Schreiben betr. Grunds&auml;tze der Verwaltung f&uuml;r die Pr&uuml;fung der Aufteilung der Eink&uuml;nfte bei Betriebsst&auml;tten international t&auml;tiger Unternehmen [Betriebsst&auml;tten-Verwaltungsgrunds&auml;tze] vom 24. Dezember 1999, BStBl I 1999, 1076). Nach diesen Berechnungen (nach der sog. Bilanzsummenmethode, s. Tz. 4.1.3 des BMF-Schreibens in BStBl I 1999, 1076) war eine Korrektur des bei der Kl&auml;gerin erfassten Zinsaufwands bezogen auf die Zuf&uuml;hrungen von handelsrechtlichem Fremdkapital durch das Stammhaus nicht vorzunehmen. F&uuml;r 2003 war vermerkt, dass eine Berechnung auf der Grundlage der sog. Verwaltungsgrunds&auml;tze-Dotationskapital (BMF-Schreiben betr. Grunds&auml;tze der Verwaltung zur Bestimmung des Dotationskapitals bei Betriebsst&auml;tten international t&auml;tiger Kreditinstitute vom 29. September 2004, BStBl I 2004, 917) nachgereicht w&uuml;rde. Dazu kam es jedoch nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) legte davon abweichend ein Dotationskapital zugrunde, das mit jeweils 4,5 % aus gewichteten Marktrisikopositionen der vorangegangenen Veranlagungszeitr&auml;ume errechnet war. Hieraus ergaben sich Unterdotierungen in H&ouml;he von 14.336.269 EUR bzw. von 25.141.116 EUR. Die auf dieser Grundlage als nicht abziehbar angesehenen Zinsen ermittelte das FA anhand des f&uuml;r das jeweilige Streitjahr geltenden 12-Monats-EURIBOR (2002: 3,34 % [478.831 EUR]; 2003: 2,78 % [698.923 EUR]).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit seiner Einspruchsentscheidung erh&ouml;hte das FA die K&ouml;rperschaftsteuer 2003 und den Gewerbesteuermessbetrag 2003; im &Uuml;brigen wurde der Einspruch zur&uuml;ckgewiesen. Die &Auml;nderung zum Streitjahr 2003 beruht auf der Anwendung der sog. Mindestkapitalausstattungsmethode (Tz. 5.2 des BMF-Schreibens in BStBl I 2004, 917 i.V.m. Tz. 2.1.3 des BMF-Schreibens in BStBl I 1999, 1076). Dabei setzte das FA das Dotationskapital mit 8,5 % der gewichteten Risikoaktiva und Marktrisikopositionen an. Das Hessische Finanzgericht (FG) hat die dagegen gerichteten Klagen abgewiesen (Urteil vom 25. August 2010&nbsp;&nbsp;4 K 3475\/06, 4 K 3261\/09).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt unter Hinweis auf &sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 der Finanzgerichtsordnung (FGO), die Revision zuzulassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Beschwerde zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Beschwerde ist unbegr&uuml;ndet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Eine Rechtssache hat grunds&auml;tzliche Bedeutung i.S. des &sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO, wenn die f&uuml;r die Beurteilung des Streitfalls ma&szlig;gebliche Rechtsfrage das abstrakte Interesse der Allgemeinheit an der einheitlichen Entwicklung und Handhabung des Rechts ber&uuml;hrt. Die Rechtsfrage muss im konkreten Fall kl&auml;rungsbed&uuml;rftig und in einem k&uuml;nftigen Revisionsverfahren kl&auml;rungsf&auml;hig sein (st&auml;ndige Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211;, z.B. Beschluss vom 24. Juli 2008 VI B 7\/08, BFH\/NV 2008, 1838). Eine kl&auml;rungsbed&uuml;rftige Rechtsfrage wird nicht aufgeworfen, wenn die streitige Rechtsfrage offensichtlich so zu beantworten ist, wie es das FG getan hat, die Rechtslage also eindeutig ist (ebenfalls st&auml;ndige Rechtsprechung des BFH, z.B. Beschluss vom 6. Mai 2004 V B 101\/03, BFHE 205, 416, BStBl II 2004, 748).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. a) Die Kl&auml;gerin hat als kl&auml;rungsbed&uuml;rftig die Rechtsfrage dargelegt, ob ein im EU-Ausland ans&auml;ssiges Kreditinstitut seiner inl&auml;ndischen (deutschen) Zweigniederlassung f&uuml;r steuerliche Zwecke Dotationskapital (Eigenkapital) zurechnen m&uuml;sse, wenn das Kreditinstitut aufgrund des sog. EU-Passes der ausschlie&szlig;lichen bankaufsichtsrechtlichen Zulassung, Kontrolle und &Uuml;berwachung in seinem Herkunftsland unterliege und von daher seine inl&auml;ndische Zweigniederlassung eigentlich nicht mit Dotationskapital ausstatten muss.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Ein Kl&auml;rungsbed&uuml;rfnis f&uuml;r diese Rechtsfrage besteht nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Das FG hat in diesem Zusammenhang in seinem Urteil (zu 2.a der Gr&uuml;nde) darauf verwiesen, dass zur Bemessung eines ausreichenden Dotationskapitals der Betriebsst&auml;tte grunds&auml;tzlich ein &auml;u&szlig;erer Fremdvergleich nach der direkten Methode durchzuf&uuml;hren sei (Hinweis auf das BFH-Urteil vom 25. Juni 1986 II R 213\/83, BFHE 147, 264, BStBl II 1986, 785); bei Betriebsst&auml;tten von Banken seien in diesem Zusammenhang die gesetzlichen Vorschriften &uuml;ber die Ausstattung mit haftendem Mindestkapital nach dem Gesetz &uuml;ber das Kreditwesen (KWG) zu beachten (Hinweis auf das Senatsurteil vom 23. August 2000 I R 98\/96, BFHE 193, 144, BStBl II 2002, 207). Soweit die bankaufsichtsrechtlichen Vorschriften kein haftendes Mindesteigenkapital vorschreiben w&uuml;rden, k&ouml;nne die Eigenkapitalzuordnung nach betriebswirtschaftlichen Kriterien erfolgen; dabei k&ouml;nne auch auf Hilfskriterien wie die Kapitalspiegelmethode, auf einen internen Betriebsvergleich oder auf die branchen&uuml;bliche Kapitalausstattung zur&uuml;ckgegriffen werden. Auf dieser Grundlage seien sowohl die funktions- und risikobezogene Kapitalaufteilungsmethode (Tz. 2.1.2 des BMF-Schreibens in BStBl I 2004, 917) als auch die (im Streitfall herangezogene) Mindestkapitalausstattungsmethode (Tz. 2.1.3 des BMF-Schreibens in BStBl I 2004, 917) nicht zu beanstanden, da sich beide an den Vorgaben des KWG orientieren w&uuml;rden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Das FG hat damit einen Ma&szlig;stab zugrunde gelegt, der bankaufsichtsrechtliche Regelungen und die zu diesen Zwecken erstellten Daten als Vorgaben f&uuml;r eine branchenspezifische Beurteilung im Rahmen einer Gesamtbetrachtung &#8211;und unter Ber&uuml;cksichtigung der M&ouml;glichkeit des Steuerpflichtigen, eine &quot;an wirtschaftlichen Gesichtspunkten orientierte anderweitige Berechnung anzustellen&quot; (zu 2.b der Gr&uuml;nde)&#8211; anerkennt. Der Senat hat in seinem Urteil in BFHE 193, 144, BStBl II 2002, 207 als Zweck der Rechtsprechung zum Dotationskapital inl&auml;ndischer Betriebsst&auml;tten ausl&auml;ndischer Kreditinstitute herausgestellt, das Eigenkapital ausl&auml;ndischer Kreditinstitute mit Betriebsst&auml;tten im Inland nach wirtschaftlichen Kriterien &#8211;zu denen auch bankaufsichtsrechtliche Vorgaben geh&ouml;ren&#8211; f&uuml;r steuerliche Zwecke rechnerisch zwischen den inl&auml;ndischen und den anderen Betriebsst&auml;tten des Kreditinstituts aufzuteilen. Daraus ist &#8211;wie es das FG getan hat&#8211; abzuleiten, dass die allein das Bankaufsichtsrecht betreffende Umsetzung der Richtlinien des Rates vom 17. April 1989 &uuml;ber die Eigenmittel von Kreditinstituten (89\/299\/EWG, Amtsblatt der Europ&auml;ischen Gemeinschaften &#8211;ABlEG&#8211; Nr. L 124, 16) und vom 3. Dezember 1991 zur Durchf&uuml;hrung der Richtlinie 89\/299\/EWG &uuml;ber die Eigenmittel von Kreditinstituten (91\/633\/EWG, ABlEG Nr. L 339, 33) sowie der Zweiten Richtlinie des Rates vom 15. Dezember 1989 zur Koordinierung der Rechts- und Verwaltungsvorschriften &uuml;ber die Aufnahme und Aus&uuml;bung der T&auml;tigkeit der Kreditinstitute und zur &Auml;nderung der Richtlinie 77\/780\/EWG (89\/646\/EWG, ABlEG Nr. L 386, 1) durch das Vierte Gesetz zur &Auml;nderung des Gesetzes &uuml;ber das Kreditwesen und anderer Vorschriften &uuml;ber Kreditinstitute vom 21. Dezember 1992 (BGBl I 1992, 2211) die Grunds&auml;tze der steuerrechtlichen Eink&uuml;nfteabgrenzung nicht ver&auml;ndert hat. Auch wenn nun die auf den gesamten Europ&auml;ischen Wirtschaftsraum bezogene Niederlassungsfreiheit f&uuml;r Kreditinstitute eingef&uuml;hrt wurde (&quot;Europ&auml;ischer Pass&quot;), so dass ein Einlagenkreditinstitut oder ein Wertpapierhandelsunternehmen mit Sitz in einem anderen Staat des Europ&auml;ischen Wirtschaftsraums ohne Erlaubnis durch die Bundesanstalt &uuml;ber eine Zweigniederlassung oder im Wege des grenz&uuml;berschreitenden Dienstleistungsverkehrs im Inland Bankgesch&auml;fte mit Ausnahme des Investmentgesch&auml;ftes betreiben oder Finanzdienstleistungen erbringen darf, wenn das Unternehmen von den zust&auml;ndigen Stellen des Herkunftsstaats zugelassen worden ist, die Gesch&auml;fte durch die Zulassung abgedeckt sind und das Unternehmen von den zust&auml;ndigen Stellen nach den Vorgaben der Richtlinien der Europ&auml;ischen Gemeinschaften beaufsichtigt wird (&sect; 53b Abs. 1 Satz 1 KWG), hat dies f&uuml;r die an nationale (und: falls vorhanden) branchenspezifische Beurteilungskriterien ankn&uuml;pfenden (aber nicht zwingend von ihr abh&auml;ngigen) steuerrechtlichen Aufteilungsgrunds&auml;tze keine Bedeutung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. a) Die Kl&auml;gerin hat als kl&auml;rungsbed&uuml;rftig weiterhin die Rechtsfrage dargelegt, ob die Bemessung des Dotationskapitals einer inl&auml;ndischen Zweigniederlassung eines in Frankreich ans&auml;ssigen Kreditinstituts nach Ma&szlig;gabe der sog. Verwaltungsgrunds&auml;tze Dotationskapital unter Anwendung der sog. Mindestkapital- oder Kapitalausstattungsmethode mit den deutschen Grunds&auml;tzen zur Betriebsst&auml;ttengewinnermittlung (&sect;&sect; 2 Nr. 1, 8 Abs. 1 des K&ouml;rperschaftsteuergesetzes i.V.m. &sect;&sect; 49 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. a, 50 Abs. 1 des Einkommensteuergesetzes) i.V.m. Art. 4 Abs. 2 des Abkommens zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Franz&ouml;sischen Republik zur Vermeidung der Doppelbesteuerungen und &uuml;ber gegenseitige Amts- und Rechtshilfe auf dem Gebiete der Steuern vom Einkommen und vom Verm&ouml;gen sowie der Gewerbesteuern und der Grundsteuern vom 21. Juli 1959 (BGBl II 1961, 398, BStBl I 1961, 343) in der Fassung des Zusatzabkommens vom 20. Dezember 2001 (BGBl II 2002, 2372, BStBl I 2002, 892) &#8211;DBA-Frankreich&#8211; vereinbar ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Auch f&uuml;r diese Rechtsfrage besteht kein Kl&auml;rungsbed&uuml;rfnis.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Das FG hat in diesem Zusammenhang in seinem Urteil (zu 2. c und 3.a der Gr&uuml;nde) darauf verwiesen, dass Art. 4 Abs. 1, 2 DBA-Frankreich die in den Steuerbescheiden ber&uuml;cksichtigte Rechtsfolge st&uuml;tze: Wenn ein Unternehmen eines Vertragsstaats in dem anderen Staat durch eine dort belegene Betriebsst&auml;tte gewerblich t&auml;tig sei, m&uuml;ssten dieser Betriebsst&auml;tte diejenigen Gewinne zugerechnet werden, die sie h&auml;tte erzielen k&ouml;nnen, wenn sie sich als selbst&auml;ndiges Unternehmen mit gleichen oder &auml;hnlichen Gesch&auml;ften unter gleichen oder &auml;hnlichen Bedingungen befasst und mit dem Unternehmen, dessen Betriebsst&auml;tte sie ist, Gesch&auml;fte wie ein unabh&auml;ngiges Unternehmen get&auml;tigt h&auml;tte. Danach werde die ausl&auml;ndische Zweigniederlassung eines Unternehmens aus dem jeweils anderen Vertragsstaat als selbst&auml;ndiges Unternehmen fingiert. Hinsichtlich der Eigenkapitalzuordnung und der Abzugsf&auml;higkeit von Finanzierungsaufwendungen f&uuml;r zur Verf&uuml;gung gestelltes Kapital bedeute dies, dass die inl&auml;ndische Niederlassung einer ausl&auml;ndischen Bank aufgrund der Eigenart ihrer Gesch&auml;fte die nach dem KWG erforderliche Mindestkapitalausstattung ben&ouml;tige, um ihre Gesch&auml;ftst&auml;tigkeit aus&uuml;ben zu k&ouml;nnen. Werde danach der Zweigniederlassung Fremdkapital zugef&uuml;hrt, das steuerlich als Eigenkapital (Dotationskapital) zu behandeln sei, seien die daf&uuml;r anfallenden Zinsen allein dem Stammhaus zuzurechnen. Die streitige Besteuerung der inl&auml;ndischen Betriebsst&auml;tte versto&szlig;e auch nicht gegen die Niederlassungsfreiheit (Art. 43 i.V.m. Art. 48 des Vertrags zur Gr&uuml;ndung der Europ&auml;ischen Gemeinschaft i.d.F. des Vertrags von Nizza zur &Auml;nderung des Vertrages &uuml;ber die Europ&auml;ische Union, der Vertr&auml;ge zur Gr&uuml;ndung der Europ&auml;ischen Gemeinschaften sowie einiger damit zusammenh&auml;ngender Rechtsakte, ABlEG 2002 Nr. C 325, 1, jetzt Art. 49 i.V.m. Art. 54 des Vertrages &uuml;ber die Arbeitsweise der Europ&auml;ischen Union i.d.F. des Vertrages von Lissabon zur &Auml;nderung des Vertrags &uuml;ber die Europ&auml;ische Union und des Vertrags zur Gr&uuml;ndung der Europ&auml;ischen Gemeinschaft &#8211;AEUV&#8211;, Amtsblatt der Europ&auml;ischen Union 2007 Nr. C 306\/01). Denn die K&uuml;rzung des Zinsaufwands kn&uuml;pfe nicht daran an, dass es sich bei der Kl&auml;gerin um die rechtlich unselbst&auml;ndige Zweigniederlassung einer ausl&auml;ndischen K&ouml;rperschaft handele. Entscheidend sei vielmehr, dass die &uuml;ber die vom FA zum Abzug zugelassenen Zinsen hinaus geltend gemachten Mehraufwendungen nicht wirtschaftlich durch die T&auml;tigkeit oder die Existenz der Betriebsst&auml;tte veranlasst seien (Hinweis auf das BFH-Urteil vom 20. M&auml;rz 2002 II R 84\/99, BFH\/NV 2002, 1017).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Das FG hat damit zun&auml;chst entschieden, dass der Grundsatz, nach dem eine Zweigniederlassung (bzw. Betriebsst&auml;tte) an dem Eigenkapital des Gesamtunternehmens angemessen zu beteiligen ist, in ausreichender Weise auf das im Doppelbesteuerungsabkommen abgebildete Erfordernis der Abgrenzung der Besteuerungsrechte der Vertragsstaaten bei grenz&uuml;berschreitender T&auml;tigkeit (hier: Art. 4 Abs. 1, 2 DBA-Frankreich) zur&uuml;ckgef&uuml;hrt werden kann. Dies unterliegt unter Ber&uuml;cksichtigung der bisher ergangenen (und vom FG im angefochtenen Urteil nachgewiesenen) BFH-Rechtsprechung keinem Zweifel und ist daher nicht kl&auml;rungsbed&uuml;rftig. Dass als Leitbild der Abgrenzungsaufgabe ein &auml;u&szlig;erer Fremdvergleich nach der direkten Methode in Betracht kommt, ist durch das BFH-Urteil in BFHE 147, 264, BStBl II 1986, 785 entschieden. Da es eine betriebswirtschaftlich eindeutige Bestimmung entsprechend dieser Ma&szlig;gabe nicht geben wird, vielmehr eine Bandbreite von im jeweiligen Einzelfall sachgerechten Quantifizierungen in Betracht kommt, muss das FG als Tatsachengericht auf der Grundlage sachgerechter Methoden eine solche Abgrenzung im Einzelfall &#8211;und als solche nach Ma&szlig;gabe des &sect; 118 Abs. 2 FGO in einem Revisionsverfahren verbindlich&#8211; vornehmen. Dabei kann es, wie das FG zutreffend hervorgehoben hat, in der Branche der Kl&auml;gerin einer funktions- und risikobezogenen Kapitalaufteilungsmethode &#8211;wie sie mit dort beschriebenen Parametern Gegenstand der Tz. 2.1.2 des BMF-Schreibens in BStBl I 2004, 917 ist&#8211; folgen, wenn bei der Ermittlung der Kriterien der einzelfallbezogenen Abgrenzungsentscheidung dem Steuerpflichtigen die M&ouml;glichkeit verbleibt, auf der Grundlage eigenst&auml;ndiger Ma&szlig;gaben &#8211;z.B. der im Streitfall von der Kl&auml;gerin herangezogenen &quot;Bilanzsummenmethodik&quot; (s.a. Tz. 4.1.3 des BMF-Schreibens in BStBl I 1999, 1076)&#8211; ein hiervon abweichendes, jedoch wirtschaftlich angemessenes Ergebnis darzulegen (s. insoweit Tz. 2.1.1 des BMF-Schreibens in BStBl I 2004, 917). Im &Uuml;brigen hat das FG auf der Grundlage eines &auml;u&szlig;eren Fremdvergleichs (Ma&szlig;stab der selbst&auml;ndigen T&auml;tigkeit der Zweigstelle als eigenst&auml;ndiges Kreditinstitut im Inland) auch die (Unter-)Grenze einer Mindestkapitalausstattung &#8211;wie sie Gegenstand der Tz. 2.1.3 des BMF-Schreibens in BStBl I 2004, 917 ist&#8211; zu beachten, was zugleich als Ausdruck einer Willk&uuml;rgrenze (Wassermeyer in Debatin\/Wassermeyer, Doppelbesteuerung, Art. 7 MA Rz 291 mit Hinweis auf das BFH-Urteil vom 1. April 1987 II R 186\/80, BFHE 150, 65, BStBl II 1987, 550) bei Ber&uuml;cksichtigung der (unternehmerischen) Ma&szlig;gaben des Steuerpflichtigen im Rahmen seiner konkreten Abgrenzungsentscheidung zu werten ist. Das dem jeweiligen Streitfall angemessene Ergebnis der Abgrenzungsentscheidung ist vom FG als Tatsachengericht zu ermitteln. Es kann nicht Gegenstand einer Revisionsentscheidung sein, in abstrakter Weise die allgemeinen Ma&szlig;gaben der einzelnen im BMF-Schreiben angef&uuml;hrten Entscheidungskriterien einer Rechtskontrolle zu unterwerfen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Es unterliegt auch keinem Zweifel, dass das Verlangen nach Dotationskapital f&uuml;r steuerliche Zwecke nicht gegen die Niederlassungsfreiheit (Art. 49 i.V.m. Art. 54 AEUV) verst&ouml;&szlig;t. Durch das Urteil des Europ&auml;ischen Gerichtshofs (EuGH) vom 13. M&auml;rz 2007 C-524\/04 &quot;Test Claimants in the Thin Cap Group Litigation&quot; (Slg. 2007, I-2107) ist f&uuml;r den Bereich der Gesellschafterfremdfinanzierung entschieden, dass ein Versto&szlig; gegen den Fremdvergleichsgrundsatz als objektiver Anhaltspunkt f&uuml;r eine k&uuml;nstliche Konstruktion zu werten sein kann (Tz. 81 ff. des EuGH-Urteils) und damit die Niederlassungsfreiheit nicht verletzt. Gegenstand der streiterheblichen Abgrenzungsfrage ist es aber gerade, eine dem Fremdvergleichsgrundsatz entsprechende Zuordnung von Eigenkapital zum Stammhaus und zur Zweigniederlassung vorzunehmen und auf dieser Grundlage den Zinsaufwand f&uuml;r den durch die Gesch&auml;ftst&auml;tigkeit in der Zweigniederlassung veranlassten Teil von dem wirtschaftlich auf eine Eigenkapitalausstattung entfallenden Teil zu separieren (s. insoweit bereits BFH-Urteil in BFH\/NV 2002, 1017).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 22.8.2011, I B 169\/10 Dotationskapital einer inl&auml;ndischen Zweigniederlassung Tatbestand 1&nbsp; I. Streitig ist die Abzugsf&auml;higkeit von Zinsaufwand, der auf die Zuf&uuml;hrungen von handelsrechtlichem Fremdkapital durch das ausl&auml;ndische Stammhaus entf&auml;llt. 2&nbsp; Die Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin) ist eine deutsche Zweigniederlassung eines franz&ouml;sischen Kreditinstituts in der Rechtsform einer Soci&eacute;t&eacute; Anonyme (Aktiengesellschaft nach franz&ouml;sischem Recht). &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-b-169-10-dotationskapital-einer-inlaendischen-zweigniederlassung\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">I&nbsp;B&nbsp;169\/10 &#8211; Dotationskapital einer inl&auml;ndischen Zweigniederlassung<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-9462","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9462","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9462"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9462\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9462"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=9462"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9462"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}