{"id":9473,"date":"2012-12-06T03:16:04","date_gmt":"2012-12-06T01:16:04","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=9473"},"modified":"2012-12-06T03:16:04","modified_gmt":"2012-12-06T01:16:04","slug":"x-b-225-10-revisionszulassung-wegen-divergenz-widerlegung-der-veraeusserungsabsicht-bei-ueberschreiten-der-drei-objekt-grenze-nachhaltigkeit-bei-umsetzung-eines-verkaufsentschlusses-durch-mehrere-notw","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-b-225-10-revisionszulassung-wegen-divergenz-widerlegung-der-veraeusserungsabsicht-bei-ueberschreiten-der-drei-objekt-grenze-nachhaltigkeit-bei-umsetzung-eines-verkaufsentschlusses-durch-mehrere-notw\/","title":{"rendered":"X&nbsp;B&nbsp;225\/10 &#8211; Revisionszulassung wegen Divergenz &#8211; Widerlegung der Ver&auml;u&szlig;erungsabsicht bei &Uuml;berschreiten der Drei-Objekt-Grenze &#8211; Nachhaltigkeit bei Umsetzung eines Verkaufsentschlusses durch mehrere notwendige Ver&auml;u&szlig;erungshandlungen"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 17.8.2011, X B 225\/10<\/p>\n<p class=\"titel\">Revisionszulassung wegen Divergenz &#8211; Widerlegung der Ver&auml;u&szlig;erungsabsicht bei &Uuml;berschreiten der Drei-Objekt-Grenze &#8211; Nachhaltigkeit bei Umsetzung eines Verkaufsentschlusses durch mehrere notwendige Ver&auml;u&szlig;erungshandlungen<\/p>\n<p class=\"gruende\">Gr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beschwerde des Kl&auml;gers und Beschwerdef&uuml;hrers (Kl&auml;ger) hat keinen Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Gem&auml;&szlig; &sect; 115 Abs. 2 Nr. 2 Alternative 2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) ist die Revision zuzulassen, wenn die Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung eine Entscheidung des Bundesfinanzhofs (BFH) erfordert.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Dies trifft insbesondere dann zu, wenn das Finanzgericht (FG) mit einem das angegriffene Urteil tragenden und entscheidungserheblichen abstrakten Rechtssatz von einem eben solchen Rechtssatz einer anderen Gerichtsentscheidung abgewichen ist. Das angefochtene FG-Urteil und die (vorgeblichen) Divergenzentscheidungen m&uuml;ssen dabei dieselbe Rechtsfrage betreffen und zu gleichen oder vergleichbaren Sachverhalten ergangen sein (Senatsbeschluss vom 17. M&auml;rz 2010 X B 51\/09, BFH\/NV 2010, 1291). Keine Abweichung in diesem Sinne liegt vor, wenn das FG erkennbar von den in der Rechtsprechung des BFH entwickelten und auch den (mutma&szlig;lichen) Divergenzentscheidungen zugrunde liegenden Rechtsgrunds&auml;tzen ausgeht, diese aber (m&ouml;glicherweise) fehlerhaft auf die Besonderheiten des Streitfalls angewendet hat (Senatsbeschluss vom 13. Januar 2010 X B 113\/09, BFH\/NV 2010, 600). Denn nicht schon die Unrichtigkeit des angefochtenen Urteils im Einzelfall, sondern nur die Abweichung im Grunds&auml;tzlichen rechtfertigt prinzipiell die Zulassung der Revision nach &sect; 115 Abs. 2 Nr. 2 Alternative 2 FGO. Blo&szlig;e Subsumtionsfehler sind hingegen im Zulassungsverfahren grunds&auml;tzlich unbeachtlich (Senatsbeschluss in BFH\/NV 2010, 600).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Nach diesen Ma&szlig;st&auml;ben kommt im vorliegenden Fall eine Zulassung der Revision wegen Divergenz nicht in Betracht. Entgegen der vom Kl&auml;ger vertretenen Auffassung vermag der beschlie&szlig;ende Senat nicht zu erkennen, dass das FG mit dem angefochtenen Urteil von dem BFH-Urteil vom 17. Dezember 2009 III R 101\/06 (BFHE 228, 65, BStBl II 2010, 541) abgewichen sein soll. In &Uuml;bereinstimmung mit der h&ouml;chstrichterlichen Rechtsprechung &#8211;insbesondere dem Beschluss des Gro&szlig;en Senats des BFH vom 10. Dezember 2001 GrS 1\/98 (BFHE 197, 240, BStBl II 2002, 291)&#8211; ging das FG im Streitfall davon aus, dass der Drei-Objekt-Grenze im Hinblick auf die Annahme einer von Beginn der T&auml;tigkeit an bestehenden bedingten Ver&auml;u&szlig;erungsabsicht nur Indizwirkung zukommt. Auch bei der Ver&auml;u&szlig;erung von weniger als vier Objekten lie&szlig;en besondere Umst&auml;nde auf eine gewerbliche T&auml;tigkeit schlie&szlig;en. Andererseits sei trotz &Uuml;berschreitens der Drei-Objekt-Grenze ein gewerblicher Grundst&uuml;ckshandel dann nicht anzunehmen, wenn eindeutige Anhaltspunkte gegen eine von Anfang an bestehende Ver&auml;u&szlig;erungsabsicht sprechen w&uuml;rden. Entsprechend der h&ouml;chstrichterlichen Rechtsprechung (vgl. z.B. BFH-Urteil vom 20. Februar 2003 III R 10\/01, BFHE 201, 515, BStBl II 2003, 510) hat das FG zudem darauf abgestellt, dass pers&ouml;nliche oder finanzielle Beweggr&uuml;nde der Ver&auml;u&szlig;erung von Immobilien f&uuml;r die Zuordnung zum gewerblichen Bereich oder der Verm&ouml;gensverwaltung grunds&auml;tzlich unerheblich seien. Deshalb k&ouml;nnten die Beweisanzeichen f&uuml;r eine von Anfang an bestehende Ver&auml;u&szlig;erungsabsicht im jeweiligen Einzelfall nur durch objektive Umst&auml;nde widerlegt werden. In &Uuml;bereinstimmung mit dem vermeintlichen Divergenzurteil in BFHE 228, 65, BStBl II 2010, 541 hat das FG ausgef&uuml;hrt, die durch das &Uuml;berschreiten der Drei-Objekt-Grenze indizierte innere Tatsache der bedingten Ver&auml;u&szlig;erungsabsicht im Zeitpunkt des Erwerbs oder der Errichtung werde vornehmlich durch Gestaltungen des Steuerpflichtigen widerlegt, die eine sp&auml;tere Ver&auml;u&szlig;erung wesentlich erschwerten oder unwirtschaftlich machten. Das FG kam im angefochtenen Urteil angesichts der vertraglichen Regelung in den Gesellschaftsvertr&auml;gen der GbR, insbesondere der Tatsache, dass eine Ver&auml;u&szlig;erung der Gesellschaftsanteile an fremde Dritte nicht ausgeschlossen war, sondern nur ein Vorkaufsrecht der verbleibenden Gesellschaft ausgel&ouml;st hat, zu dem Ergebnis, dass der Kl&auml;ger keine von Beginn an vorliegenden Umst&auml;nde oder Gestaltungen getroffen hatte, die eine Ver&auml;u&szlig;erung objektiv wesentlich erschwert oder diese unwirtschaftlich gemacht h&auml;tten. Selbst wenn das FG das Verh&auml;ltnis der Regelung in &sect; 4 Abs. 5 Buchst. g zu den &sect;&sect; 10 bis 12 der Gesellschaftsvertr&auml;ge (Formalien der verschiedenen M&ouml;glichkeiten des Ausscheidens eines Gesellschafters) verkannt haben sollte, w&auml;re hierin keine Abweichung im Grunds&auml;tzlichen, sondern allenfalls eine nicht zur Zulassung der Revision f&uuml;hrende unzutreffende Rechtsanwendung zu sehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Der vom Kl&auml;ger ger&uuml;gte gravierende Rechtsanwendungsfehler des FG liegt nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Auch besonders schwerwiegende Fehler des FG bei der Auslegung revisiblen Rechts, die geeignet sind, das Vertrauen in die Rechtsprechung zu besch&auml;digen, erm&ouml;glichen die Zulassung der Revision nach &sect; 115 Abs. 2 Nr. 2 FGO. In diesem Sinne greifbar gesetzwidrig ist eine Entscheidung dann, wenn sie objektiv willk&uuml;rlich und unter keinem Gesichtspunkt rechtlich vertretbar ist (z.B. BFH-Beschl&uuml;sse vom 1. Juli 2009 I B 231\/08, nicht ver&ouml;ffentlicht, juris; vom 1. September 2008 IV B 4\/08, BFH\/NV 2009, 35, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Der Kl&auml;ger ist der Auffassung, das FG habe &sect; 4 Abs. 5 Buchst. g der GbR-Vertr&auml;ge, wonach eine Ver&auml;u&szlig;erung der GbR-Anteile nicht m&ouml;glich gewesen sei, nicht ausgelegt und sei deshalb zum falschen Ergebnis gekommen. Seine Entscheidung sei nicht nachvollziehbar. Mit diesem Vorbringen wendet sich der Kl&auml;ger gegen die Vertragsauslegung durch das FG im Einzelfall. Derartige Angriffe k&ouml;nnen die Revisionszulassung grunds&auml;tzlich nicht rechtfertigen (vgl. BFH-Beschl&uuml;sse vom 27. April 2007 VIII B 250\/05, BFH\/NV 2007, 1675, und vom 29. April 2008 IX B 15\/08, BFH\/NV 2008, 1350). Von einem sog. qualifizierten oder gravierenden Rechtsanwendungsfehler ist im Streitfall schon deshalb nicht auszugehen, weil das FG &#8211;anders als das Berufungsgericht in dem dem Beschluss des Bundesgerichtshofs vom 7. Oktober 2004 V ZR 328\/03 (Neue Juristische Wochenschrift 2005, 153) zugrunde liegenden Streitfall&#8211; seine Entscheidung begr&uuml;ndet hat. Es hat die GbR-Vertr&auml;ge ausgelegt und den &sect;&sect; 10 bis 12 die entscheidende Bedeutung beigemessen. Selbst wenn diese Vertragsauslegung unzutreffend sein sollte, w&auml;re der Fehler des FG nicht von solchem Gewicht, dass das Vertrauen in die Rechtsprechung besch&auml;digt werden k&ouml;nnte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Der Kl&auml;ger r&uuml;gt weiter, das Gericht habe seine Sachaufkl&auml;rungspflicht verletzt, weil es nur allgemeine Ausf&uuml;hrungen zur Nachhaltigkeit gemacht, aber keine Feststellungen dazu getroffen habe, ob ein einmaliger Verkaufsentschluss vorgelegen habe und dieser nur in verschiedenen Vertr&auml;gen umgesetzt worden sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dieser Vortrag rechtfertigt schon deshalb nicht die Aufhebung des FG-Urteils, weil auch bei einem einmaligen Verkaufsentschluss, dessen Umsetzung &#8211;wie im Streitfall&#8211; mehrere Ver&auml;u&szlig;erungshandlungen erfordert, wegen der notwendigen Wiederholung des Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;fts von einer nachhaltigen Bet&auml;tigung auszugehen ist (BFH-Urteil vom 30. Juni 1993 XI R 38, 39\/91, BFH\/NV 1994, 20, m.w.N.; BFH-Beschluss vom 4. Juli 2002 IV B 44\/02, BFH\/NV 2002, 1559).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 17.8.2011, X B 225\/10 Revisionszulassung wegen Divergenz &#8211; Widerlegung der Ver&auml;u&szlig;erungsabsicht bei &Uuml;berschreiten der Drei-Objekt-Grenze &#8211; Nachhaltigkeit bei Umsetzung eines Verkaufsentschlusses durch mehrere notwendige Ver&auml;u&szlig;erungshandlungen Gr&uuml;nde 1&nbsp; Die Beschwerde des Kl&auml;gers und Beschwerdef&uuml;hrers (Kl&auml;ger) hat keinen Erfolg. 2&nbsp; 1. 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