{"id":9488,"date":"2012-12-06T04:21:46","date_gmt":"2012-12-06T02:21:46","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=9488"},"modified":"2012-12-06T04:21:46","modified_gmt":"2012-12-06T02:21:46","slug":"vii-b-124-10-wegfalls-des-rechtsgrundes-fuer-eine-erstattung-haftung-des-treuhaenders-isd-par-292-inso-als-leistungsempfaenger-keine-anwendung-des-par-818-abs-3-bgb-auf-den-rueckzahlungsanspruch-nach","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-b-124-10-wegfalls-des-rechtsgrundes-fuer-eine-erstattung-haftung-des-treuhaenders-isd-par-292-inso-als-leistungsempfaenger-keine-anwendung-des-par-818-abs-3-bgb-auf-den-rueckzahlungsanspruch-nach\/","title":{"rendered":"VII&nbsp;B&nbsp;124\/10 &#8211; Wegfalls des Rechtsgrundes f&uuml;r eine Erstattung &#8211; Haftung des Treuh&auml;nders i.S.d. &sect; 292 InsO als Leistungsempf&auml;nger &#8211; Keine Anwendung des &sect; 818 Abs. 3 BGB auf den R&uuml;ckzahlungsanspruch nach &sect; 37 Abs. 2 AO &#8211; Erfordernis eines Antrags auf Tatbestandsberichtigung &#8211; Darlegung der grunds&auml;tzlichen Bedeutung der Rechtssache bei bereits vorhandener BFH-Rechtsprechung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 30.6.2011, VII B 124\/10<\/p>\n<p class=\"titel\">Wegfalls des Rechtsgrundes f&uuml;r eine Erstattung &#8211; Haftung des Treuh&auml;nders i.S.d. &sect; 292 InsO als Leistungsempf&auml;nger &#8211; Keine Anwendung des &sect; 818 Abs. 3 BGB auf den R&uuml;ckzahlungsanspruch nach &sect; 37 Abs. 2 AO &#8211; Erfordernis eines Antrags auf Tatbestandsberichtigung &#8211; Darlegung der grunds&auml;tzlichen Bedeutung der Rechtssache bei bereits vorhandener BFH-Rechtsprechung<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) war Insolvenzverwalter &uuml;ber das Verm&ouml;gen des A. Nach Aufhebung des Insolvenzverfahrens mit Beschluss vom &#8230; Juni 2005 wurde er zum Treuh&auml;nder im Verfahren wegen der Restschuldbefreiung des A bestellt. Mit Voranmeldung f&uuml;r das erste Kalendervierteljahr 2005 vom 23. November 2005 machte der Kl&auml;ger einen Erstattungsbetrag geltend, den der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) auf das ihm vom Kl&auml;ger als Bankverbindung f&uuml;r Erstattungen im Insolvenzverfahren benannte Konto &uuml;berwies. In der Umsatzsteuerjahreserkl&auml;rung vom 28. November 2006 reduzierte der Kl&auml;ger den Erstattungsbetrag geringf&uuml;gig und &uuml;berwies den zu viel erstatteten Betrag zur&uuml;ck an das FA. Aufgrund einer Umsatzsteuersonderpr&uuml;fung f&uuml;r den Zeitraum 2005 erlie&szlig; das FA sp&auml;ter einen gegen&uuml;ber der Erkl&auml;rung des Kl&auml;gers ge&auml;nderten, an ihn als Insolvenzverwalter gerichteten Umsatzsteuerjahresbescheid vom 12. Februar 2007. Auf seinen Einspruch, der unter anderem damit begr&uuml;ndet war, der Bescheid sei unwirksam, da er, der Kl&auml;ger, seit Aufhebung des Insolvenzverfahrens keine Verwaltungsbefugnis mehr gehabt habe, hob das FA diesen Bescheid auf.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Den aufgrund der Umsatzsteuervoranmeldung vom 23. November 2005 auf das vom Kl&auml;ger seinerzeit benannte Konto ausgezahlten Betrag forderte das FA mit an ihn als Insolvenzverwalter gerichtetem Bescheid vom 10. M&auml;rz 2008 gem&auml;&szlig; &sect; 218 Abs. 2 Satz 2, &sect; 37 Abs. 2 Satz 2 der Abgabenordnung (AO) zur&uuml;ck. Der Einspruch, der zu einer geringf&uuml;gigen K&uuml;rzung der Forderung f&uuml;hrte, blieb im &Uuml;brigen erfolglos. Das Finanzgericht (FG) wies die Klage ab. Der Kl&auml;ger sei als Leistungsempf&auml;nger des Umsatzsteuererstattungsbetrages der zur R&uuml;ckzahlung Verpflichtete. Da das FA aufgrund der vom Kl&auml;ger als Insolvenzverwalter &#8211;in Erledigung seiner auch nach Aufhebung des Insolvenzverfahrens noch verbliebenen steuerlichen Verpflichtungen&#8211; erstellten Umsatzsteuervoranmeldung vom 23. November 2005 den Erstattungsbetrag auf das von ihm bezeichnete eigene Konto &uuml;berwiesen habe, sei der R&uuml;ckzahlungsanspruch an ihn zu richten gewesen. Der Rechtsgrund der Zahlung sei weggefallen, nachdem der Umsatzsteuerjahresbescheid vom 12. Februar 2007, durch den sich die die Erstattung veranlassende Voranmeldung gem&auml;&szlig; &sect; 124 Abs. 2 AO erledigt habe, aufgehoben worden sei, denn der Vorauszahlungsbescheid lebe nicht wieder auf. Auf den Wegfall der Bereicherung im Hinblick auf die Weiterleitung des erstatteten Betrages an das Insolvenzgericht k&ouml;nne sich der Kl&auml;ger nicht berufen, denn &sect; 37 AO treffe keine Bestimmung f&uuml;r den Fall des Wegfalles der Bereicherung und die Regelungen in den &sect;&sect; 812 ff. des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs (BGB) k&auml;men nicht zur Anwendung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit seiner Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision macht der Kl&auml;ger s&auml;mtliche Zulassungsgr&uuml;nde des &sect; 115 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) geltend. Das Urteil sei bereits im Tatbestand in einigen Bereichen falsch. So habe das FA entgegen der dortigen Sachdarstellung den Kl&auml;ger vor Erlass des R&uuml;ckforderungsbescheides nicht angeh&ouml;rt. Auch habe das FG seine Einlassung unbeachtet gelassen, wonach er &#8211;sinngem&auml;&szlig;&#8211; den Erstattungsbetrag als Treuh&auml;nder des Verm&ouml;gens des A entgegengenommen habe. Die Inanspruchnahme seines privaten Verm&ouml;gens anstelle der Inanspruchnahme seiner Person als Treuh&auml;nder und der damit von ihm verwalteten Treuhandmasse sei unzul&auml;ssig. Abgesehen davon stehe dem R&uuml;ckzahlungsanspruch der Grundsatz von Treu und Glauben entgegen, da er seinen Pflichten als Treuh&auml;nder durch Entgegennahme der Erstattung und ordnungsgem&auml;&szlig;e Weiterleitung an die Justizkasse exakt nachgekommen sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Au&szlig;erdem sei der Rechtsgrund f&uuml;r die Auszahlung der Vorsteuer an die vom Kl&auml;ger als Treuh&auml;nder verwaltete Masse nicht entfallen, da der Bescheid vom 12. Februar 2007 nicht ersatzlos aufgehoben worden sei, sondern vielmehr mit identischem Inhalt am 17. April 2008 an den seit Aufhebung des Insolvenzverfahrens wieder handlungsf&auml;higen Schuldner erneut zugestellt worden sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Rechtssache habe grunds&auml;tzliche Bedeutung. Zu entscheiden sei, ob ein Treuh&auml;nder gem&auml;&szlig; &sect; 292 der Insolvenzordnung (InsO) verpflichtet sei, unaufgefordert vom FA an ihn als ehemaligen Insolvenzverwalter und nunmehrigen Treuh&auml;nder ausgezahlte Steuererstattungen zur&uuml;ckzuzahlen, weil er nicht berechtigt gewesen sei, das Geld anzunehmen. Weiter sei zur Fortbildung des Rechts zu entscheiden, ob ein Treuh&auml;nder gem&auml;&szlig; &sect; 292 InsO gleich einem Treuh&auml;nder bei einem vertraglichen Treuhandverh&auml;ltnis als Leistungsempf&auml;nger im Falle eines Wegfalls des Rechtsgrundes f&uuml;r die Erstattung gem&auml;&szlig; &sect; 37 Abs. 2 AO hafte. Zur Sicherung der Rechtsprechungseinheit sei eine Entscheidung des Bundesfinanzhofs (BFH) erforderlich, da das FG entgegen der Rechtsprechung des BFH im Urteil vom 10. November 2009 VII R 6\/09 (BFHE 227, 360, BStBl II 2010, 255) und vom 30. August 2005 VII R 64\/04 (BFHE 210, 219, BStBl II 2006, 353) den Rechtsgedanken des &sect; 812 Abs. 1 BGB als im Rahmen des &sect; 37 Abs. 2 AO nicht anwendbar erachtet habe. Im &Uuml;brigen habe das FG den Kl&auml;ger zu Unrecht und im Widerspruch zur Definition gem&auml;&szlig; &sect; 37 Abs. 2 Satz 1 AO als Leistungsempf&auml;nger gew&uuml;rdigt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA ist der Beschwerde entgegengetreten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Beschwerde ist unzul&auml;ssig und deshalb zu verwerfen. Der Kl&auml;ger hat keinen der in &sect; 115 Abs. 2 FGO abschlie&szlig;end aufgef&uuml;hrten Zulassungsgr&uuml;nde in der nach &sect; 116 Abs. 3 Satz 3 FGO gebotenen Weise dargelegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Der Kl&auml;ger hat zum einen die grunds&auml;tzliche Bedeutung der Rechtssache nicht entsprechend den gesetzlichen Anforderungen dargelegt (&sect; 116 Abs. 3 Satz 3 i.V.m. &sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO). Hierf&uuml;r reicht die blo&szlig;e Behauptung, die Streitsache habe grunds&auml;tzliche Bedeutung, nicht aus. F&uuml;r die Darlegung der grunds&auml;tzlichen Bedeutung ist schl&uuml;ssig und substantiiert unter Auseinandersetzung mit den zur aufgeworfenen Rechtsfrage in Rechtsprechung und Literatur vertretenen Auffassungen darzutun, weshalb die f&uuml;r bedeutsam gehaltene Rechtsfrage im Allgemeininteresse kl&auml;rungsbed&uuml;rftig und im Streitfall kl&auml;rbar ist (z.B. BFH-Beschluss vom 30. Oktober 2002 IX B 129\/02, BFH\/NV 2003, 328, m.w.N.). Gibt es zu der betreffenden Rechtsfrage bereits Entscheidungen des BFH, so ist insbesondere zu begr&uuml;nden, weshalb trotzdem weiterer oder ggf. erneuter Kl&auml;rungsbedarf bestehe (BFH-Beschluss vom 5. September 2001 III B 18\/01, BFH\/NV 2002, 205). Diesen Anforderungen gen&uuml;gt die Beschwerdebegr&uuml;ndung nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Frage, ob ein Treuh&auml;nder i.S. des &sect; 292 InsO verpflichtet ist, an ihn als ehemaligen Insolvenzverwalter ausgezahlte Steuererstattungen zur&uuml;ckzuzahlen, ist nicht kl&auml;rungsbed&uuml;rftig. Denn entscheidend ist, ob der zur R&uuml;ckzahlung in Anspruch genommene Leistungsempf&auml;nger i.S. des &sect; 37 Abs. 2 Satz 1 AO ist. Durch die vom Kl&auml;ger selbst zitierte Rechtsprechung des Senats ist gekl&auml;rt, dass Schuldner eines abgabenrechtlichen R&uuml;ckforderungsanspruchs derjenige ist, zu dessen Gunsten erkennbar die Zahlung geleistet wurde, die zur&uuml;ckverlangt wird. Dies ist in der Regel derjenige, demgegen&uuml;ber die Finanzbeh&ouml;rde ihre &#8211;vermeintlich oder tats&auml;chlich bestehende&#8211; abgabenrechtliche Verpflichtung erf&uuml;llen will (so zum Beispiel im Fall des Urteils in BFHE 210, 219, BStBl II 2006, 353). Diesen Rechtssatz hat das FG seiner Entscheidung zu Grunde gelegt. Erneuter oder weiterer Kl&auml;rungsbedarf ist vom Kl&auml;ger nicht aufgezeigt worden. Ob das FG den Kl&auml;ger ausgehend von diesem Rechtssatz zu Recht als Leistungsempf&auml;nger angesehen hat, weil er in Erf&uuml;llung seiner auch nach Beendigung der Insolvenzverwaltung insoweit noch fortbestehenden Pflichten den Erstattungsbetrag f&uuml;r die Insolvenzmasse beim FA angemeldet und das FA den geforderten Betrag auf das von ihm angegebene Verwalterkonto &uuml;berwiesen hatte, rechtfertigt als eine Frage der Rechtsanwendung im Einzelfall die Zulassung der Revision nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Abgesehen davon verkennt der Kl&auml;ger, dass nach den f&uuml;r den Senat bindenden Feststellungen des FG die Steuererstattung aufgrund des an den Kl&auml;ger als Insolvenzverwalter gerichteten Umsatzsteuerjahresbescheids auf das von ihm f&uuml;r Erstattungen im Insolvenzverfahren angegebene Konto &uuml;berwiesen worden ist. Der Kl&auml;ger hat nicht nachvollziehbar dargelegt, wie sich bei dieser Sachlage aus der Sicht eines objektiven Betrachters ergeben kann, dass das FA an den Kl&auml;ger als Treuh&auml;nder des A erstatten wollte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die behauptete Abweichung von h&ouml;chstrichterlicher Rechtsprechung hat der Kl&auml;ger nicht schl&uuml;ssig dargetan. Es ist nicht ersichtlich, inwiefern der vom FG aufgestellte Rechtssatz, dass &sect; 37 AO keine Bestimmung f&uuml;r den Fall der Entreicherung treffe und die Regelungen in den &sect;&sect; 812 ff. BGB nicht zur Anwendung k&auml;men, in Widerspruch steht zu dem vom Kl&auml;ger aus der Entscheidung in BFHE 210, 219, BStBl II 2006, 353 zitierten Rechtssatz, dass der Rechtsgedanke des &sect; 812 Abs. 1 BGB auch im Rahmen des &sect; 37 Abs. 2 AO zu beachten ist. Der Kl&auml;ger hat offenbar &uuml;bersehen, dass der Senat in jener Entscheidung die Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs zum zivilrechtlichen Bereicherungsanspruch nach den &sect;&sect; 812 ff. BGB zur Bestimmung des Leistungsempf&auml;ngers bei der bereicherungsrechtlichen Abwicklung von Vorg&auml;ngen, an denen mehr als zwei Personen beteiligt sind, herangezogen hat. Zur Anwendung der zivilrechtlichen Entreicherungsvorschriften finden sich in der Entscheidung keine Ausf&uuml;hrungen. Es ist im Gegenteil durch die Rechtsprechung des BFH gekl&auml;rt, dass &sect; 818 Abs. 3 BGB auf den R&uuml;ckzahlungsanspruch nach &sect; 37 Abs. 2 AO keine Anwendung findet. Selbst wenn der Rechtsgedanke des &sect; 812 Abs. 1 BGB bei der Anwendung von &sect; 37 Abs. 2 AO herangezogen wird, f&uuml;hrt ein Wegfall der Bereicherung (&sect; 818 Abs. 3 und &sect; 819 Abs. 1 BGB) nicht zugleich zum Wegfall des abgabenrechtlichen R&uuml;ckzahlungsanspruchs (vgl. Senatsbeschluss vom 16. November 2010 VII B 120\/10, BFH\/NV 2011, 405, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Mit seinen Ausf&uuml;hrungen, der Rechtsgrund f&uuml;r die Erstattung sei entgegen der Auffassung des FG nicht entfallen, weil der an den Kl&auml;ger als Insolvenzverwalter gerichtete Umsatzsteuerjahresbescheid nicht ersatzlos aufgehoben, sondern mit identischem Inhalt dem seit Aufhebung des Insolvenzverfahrens wieder handlungsf&auml;higen Schuldner zugestellt worden sei, so dass ein Rechtsgrund f&uuml;r die Auszahlung der Vorsteuer an die vom Kl&auml;ger als Treuh&auml;nder verwaltete Masse vorliege, wendet sich der Kl&auml;ger in der Art einer Revisionsbegr&uuml;ndung gegen die materielle Richtigkeit des finanzgerichtlichen Urteils. Das prozessuale Rechtsinstitut der Nichtzulassungsbeschwerde dient aber nicht dazu, allgemein die Richtigkeit finanzgerichtlicher Urteile zu gew&auml;hrleisten (st&auml;ndige Rechtsprechung, z.B. Senatsbeschl&uuml;sse vom 30. September 2010 VII B 61\/10, BFH\/NV 2011, 195; vom 30. Januar 2007 VII B 3\/06, BFH\/NV 2007, 1324).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im &Uuml;brigen erschlie&szlig;t sich dem Senat nicht, wie ein nachtr&auml;glich an A gerichteter Bescheid Rechtsgrundlage f&uuml;r eine vorher auf ein vom Kl&auml;ger f&uuml;r das Insolvenzverfahren eingerichtetes Konto geleistete Erstattung sein kann. Nicht nachvollziehbar ist auch, dass der Kl&auml;ger das Geld als Treuh&auml;nder f&uuml;r A entgegengenommen haben will, obwohl er es nach eigenem Vorbringen zur Insolvenzmasse genommen und an die Justizkasse zur Deckung der Gerichtskosten &uuml;berwiesen hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die R&uuml;ge des Kl&auml;gers, der Tatbestand des finanzgerichtlichen Urteils sei falsch, weil eine Anh&ouml;rung des Kl&auml;gers durch das FA vor Erlass des R&uuml;ckforderungsbescheides nicht stattgefunden habe, rechtfertigt die Zulassung der Revision ebenfalls nicht. Einwendungen gegen die Richtigkeit des Tatbestandes sind nicht als Verfahrensmangel im Nichtzulassungsbeschwerdeverfahren zu r&uuml;gen, sondern m&uuml;ssen gegebenenfalls zum Gegenstand eines Antrags auf Tatbestandsberichtigung (&sect; 108 FGO) gemacht werden (BFH-Beschluss vom 12. Juni 2008 VII B 61\/08, BFH\/NV 2008, 1708).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Auch der Vorwurf, die Entscheidung des FG beruhe &quot;auf einer erheblich unzutreffenden Rechtsanwendung, insbesondere im Hinblick auf die Zustellung der Bescheide beim richtigen Adressaten&quot;, vermag die Zulassung der Revision nicht zu rechtfertigen (vgl. BFH-Beschl&uuml;sse vom 14. Oktober 1992 III B 16\/92, BFH\/NV 1993, 546, und vom 19. September 1994 VIII B 110\/93, BFH\/NV 1995, 243). Zwar er&ouml;ffnet &sect; 115 Abs. 2 Nr. 2&nbsp;&nbsp;2. Alternative FGO die Revision, wenn eine Entscheidung des BFH zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung erforderlich ist; das ist nach der Rechtsprechung des BFH u.a. der Fall, wenn das Urteil des FG an einem derart schwerwiegenden Fehler leidet, dass es willk&uuml;rlich und unter keinem rechtlichen Gesichtspunkt vertretbar erscheint (vgl. BFH-Beschluss vom 29. Oktober 2003 III B 15\/03, BFH\/NV 2004, 166; vom 28. Juni 2002 III B 28\/02, BFH\/NV 2002, 1474). Daf&uuml;r bietet weder das Beschwerdevorbringen Anhaltspunkte noch sind solche sonst ersichtlich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 30.6.2011, VII B 124\/10 Wegfalls des Rechtsgrundes f&uuml;r eine Erstattung &#8211; Haftung des Treuh&auml;nders i.S.d. &sect; 292 InsO als Leistungsempf&auml;nger &#8211; Keine Anwendung des &sect; 818 Abs. 3 BGB auf den R&uuml;ckzahlungsanspruch nach &sect; 37 Abs. 2 AO &#8211; Erfordernis eines Antrags auf Tatbestandsberichtigung &#8211; Darlegung der grunds&auml;tzlichen Bedeutung der Rechtssache bei &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-b-124-10-wegfalls-des-rechtsgrundes-fuer-eine-erstattung-haftung-des-treuhaenders-isd-par-292-inso-als-leistungsempfaenger-keine-anwendung-des-par-818-abs-3-bgb-auf-den-rueckzahlungsanspruch-nach\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VII&nbsp;B&nbsp;124\/10 &#8211; Wegfalls des Rechtsgrundes f&uuml;r eine Erstattung &#8211; Haftung des Treuh&auml;nders i.S.d. &sect; 292 InsO als Leistungsempf&auml;nger &#8211; Keine Anwendung des &sect; 818 Abs. 3 BGB auf den R&uuml;ckzahlungsanspruch nach &sect; 37 Abs. 2 AO &#8211; Erfordernis eines Antrags auf Tatbestandsberichtigung &#8211; Darlegung der grunds&auml;tzlichen Bedeutung der Rechtssache bei bereits vorhandener BFH-Rechtsprechung<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-9488","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9488","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9488"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9488\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9488"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=9488"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9488"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}