{"id":9492,"date":"2012-12-06T03:15:59","date_gmt":"2012-12-06T01:15:59","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=9492"},"modified":"2012-12-06T03:15:59","modified_gmt":"2012-12-06T01:15:59","slug":"vii-b-9-11-keine-bindung-des-fa-an-die-in-einer-lohnsteuerbescheinigung-ausgewiesenen-betraege-berichtigung-einer-lohnsteuerbescheinigung-aenderung-des-lohnsteuerabzugs","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-b-9-11-keine-bindung-des-fa-an-die-in-einer-lohnsteuerbescheinigung-ausgewiesenen-betraege-berichtigung-einer-lohnsteuerbescheinigung-aenderung-des-lohnsteuerabzugs\/","title":{"rendered":"VII&nbsp;B&nbsp;9\/11 &#8211; Keine Bindung des FA an die in einer Lohnsteuerbescheinigung ausgewiesenen Betr&auml;ge &#8211; Berichtigung einer Lohnsteuerbescheinigung &#8211; &Auml;nderung des Lohnsteuerabzugs"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 18.8.2011, VII B 9\/11<\/p>\n<p class=\"titel\">Keine Bindung des FA an die in einer Lohnsteuerbescheinigung ausgewiesenen Betr&auml;ge &#8211; Berichtigung einer Lohnsteuerbescheinigung &#8211; &Auml;nderung des Lohnsteuerabzugs<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die als Eheleute zusammen zur Einkommensteuer veranlagten Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) waren im Streitjahr 2005 bis einschlie&szlig;lich Oktober als Arbeitnehmer einer KGaA (Arbeitgeberin) t&auml;tig. Die Arbeitgeberin, betreffend deren Verm&ouml;gen im August 2005 ein Antrag auf Er&ouml;ffnung des Insolvenzverfahrens gestellt wurde, zahlte den Kl&auml;gern f&uuml;r die Monate Juli bis September 2005 keine L&ouml;hne und meldete dementsprechend beim Beklagten und Beschwerdegegner (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) keine einbehaltene Lohnsteuer an. Sie zahlte stattdessen Betr&auml;ge zur Vorfinanzierung des Insolvenzgelds, die aufgrund &quot;fiktiver&quot; Lohnabrechnungen berechnet worden waren und die sp&auml;ter mit dem gezahlten Insolvenzgeld verrechnet wurden. F&uuml;r Oktober 2005 zahlte die Arbeitgeberin wieder L&ouml;hne und f&uuml;hrte die einbehaltene Lohnsteuer an das FA ab. Die nach Beendigung des Arbeitsverh&auml;ltnisses von der Arbeitgeberin ausgestellten Lohnsteuerbescheinigungen wiesen allerdings auch die in den Monaten Juli bis September 2005 &quot;fiktiv&quot; berechneten Bruttol&ouml;hne sowie Steuerabzugsbetr&auml;ge aus. Im M&auml;rz 2006 stellte die Arbeitgeberin dann berichtigte Lohnsteuerbescheinigungen aus, in denen Lohnzahlungen f&uuml;r die Monate Juli bis September 2005 nicht mehr aufgef&uuml;hrt waren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>W&auml;hrend die Kl&auml;ger mit ihrer Einkommensteuererkl&auml;rung 2005 die in den urspr&uuml;nglichen Lohnsteuerbescheinigungen ausgewiesenen Bruttol&ouml;hne und Steuerabzugsbetr&auml;ge angaben, ber&uuml;cksichtigte das FA in der Anrechnungsverf&uuml;gung zum Einkommensteuerbescheid 2005 die Lohnsteuerabzugsbetr&auml;ge gem&auml;&szlig; den berichtigten Lohnsteuerbescheinigungen. Nachdem die Kl&auml;ger Einspruch und Klage gegen den Einkommensteuerbescheid erhoben hatten, erlie&szlig; das FA auf Antrag der Kl&auml;ger einen Abrechnungsbescheid, mit dem es die Anrechnungsverf&uuml;gung hinsichtlich der Lohnsteuerabzugsbetr&auml;ge best&auml;tigte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die hiergegen nach erfolglosem Einspruchsverfahren erhobene Klage wies das Finanzgericht (FG) ab. Das FG urteilte, dass die Arbeitgeberin berechtigt gewesen sei, die Lohnsteuerbescheinigungen zu berichtigen, weil diese Lohnsteuerabzugsbetr&auml;ge f&uuml;r die Monate Juli bis September 2005 ausgewiesen h&auml;tten, obwohl die Arbeitgeberin keine Lohnsteuer einbehalten, angemeldet und an das FA abgef&uuml;hrt habe. Durch die berichtigten Lohnsteuerbescheinigungen habe die Arbeitgeberin daher den Lohnsteuerabzug nicht i.S. des &sect; 41c Abs. 3 Satz 1 des Einkommensteuergesetzes (EStG) ge&auml;ndert, sondern lediglich die L&ouml;hne und Steuerabzugsbetr&auml;ge f&uuml;r die Monate Januar bis Oktober 2005 zutreffend ausgewiesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hiergegen richtet sich die Nichtzulassungsbeschwerde der Kl&auml;ger, welche sie auf den Zulassungsgrund der grunds&auml;tzlichen Bedeutung der Rechtssache (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;) st&uuml;tzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Beschwerde hat keinen Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Senat kann offenlassen, ob die Kl&auml;rungsbed&uuml;rftigkeit der von der Beschwerde formulierten Rechtsfragen schl&uuml;ssig dargelegt ist, wie es &sect; 116 Abs. 3 Satz 3 FGO verlangt. Jedenfalls liegen die Voraussetzungen f&uuml;r die Zulassung der Revision nicht vor, weil sich diese Fragen in dem angestrebten Revisionsverfahren nicht stellen und somit nicht kl&auml;rungsf&auml;hig sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die bezeichneten Rechtsfragen gehen in tats&auml;chlicher Hinsicht davon aus, dass ein Arbeitgeber Lohnsteuer in nicht zutreffender H&ouml;he vom Arbeitslohn einbehalten und beim Finanzamt angemeldet hat. Nach den Feststellungen des FG im Streitfall, an die der Senat in einem Revisionsverfahren gebunden w&auml;re (&sect; 118 Abs. 2 FGO), hat die Arbeitgeberin jedoch f&uuml;r die Monate Juli bis September 2005 weder Lohnsteuer einbehalten noch beim FA angemeldet. Sie hat lediglich am Ende des Arbeitsverh&auml;ltnisses &uuml;ber die w&auml;hrend der genannten Monate den Kl&auml;gern gezahlten L&ouml;hne sowie die einbehaltenen Lohnsteuerabzugsbetr&auml;ge eine unzutreffende Bescheinigung ausgestellt. Ein Fall der in &sect; 41c Abs. 3 Satz 1 EStG geregelten &Auml;nderung des Lohnsteuerabzugs liegt daher &#8211;wie das FG zutreffend ausgef&uuml;hrt hat&#8211; nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Anders als die Beschwerde offenbar meint, ist das FA bei der Veranlagung eines Arbeitnehmers zur Einkommensteuer auch nicht verpflichtet, die in der Lohnsteuerbescheinigung ausgewiesene Lohnsteuer als die durch Steuerabzug erhobene Einkommensteuer i.S. des &sect; 36 Abs. 2 Nr. 2 EStG zu ber&uuml;cksichtigen. Vielmehr entspricht es der st&auml;ndigen Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) &#8211;und ist daher nicht kl&auml;rungsbed&uuml;rftig&#8211;, dass die Lohnsteuerbescheinigung lediglich einen widerlegbaren Beweis im Rahmen der Einkommensteuerveranlagung erbringt und somit bei der Veranlagung keine Bindung an ihren Inhalt besteht (BFH-Urteile vom 19. Oktober 2001 VI R 36\/96, BFH\/NV 2002, 340; vom 13. Dezember 2007 VI R 57\/04, BFHE 220, 124, BStBl II 2008, 434; BFH-Beschluss vom 7. Februar 2008 VI B 110\/07, BFH\/NV 2008, 944).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 18.8.2011, VII B 9\/11 Keine Bindung des FA an die in einer Lohnsteuerbescheinigung ausgewiesenen Betr&auml;ge &#8211; Berichtigung einer Lohnsteuerbescheinigung &#8211; &Auml;nderung des Lohnsteuerabzugs Tatbestand 1&nbsp; I. Die als Eheleute zusammen zur Einkommensteuer veranlagten Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) waren im Streitjahr 2005 bis einschlie&szlig;lich Oktober als Arbeitnehmer einer KGaA (Arbeitgeberin) t&auml;tig. 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