{"id":9497,"date":"2012-12-06T04:21:54","date_gmt":"2012-12-06T02:21:54","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=9497"},"modified":"2012-12-06T04:21:54","modified_gmt":"2012-12-06T02:21:54","slug":"v-r-42-09-zeitpunkt-der-zuordnungsentscheidung-bei-gemischt-genutzten-gegenstaenden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-r-42-09-zeitpunkt-der-zuordnungsentscheidung-bei-gemischt-genutzten-gegenstaenden\/","title":{"rendered":"V&nbsp;R&nbsp;42\/09 &#8211; Zeitpunkt der Zuordnungsentscheidung bei gemischt-genutzten Gegenst&auml;nden"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 7.7.2011, V R 42\/09<\/p>\n<p class=\"titel\">Zeitpunkt der Zuordnungsentscheidung bei gemischt-genutzten Gegenst&auml;nden<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Ist ein Gegenstand sowohl f&uuml;r unternehmerische Zwecke als auch f&uuml;r nichtunternehmerische Zwecke vorgesehen (gemischte Nutzung), kann der Steuerpflichtige (Unternehmer) den Gegenstand<\/p>\n<p>a) insgesamt seinem Unternehmen zuordnen,<\/p>\n<p>b) ihn in vollem Umfang in seinem Privatverm&ouml;gen belassen oder<\/p>\n<p>c) ihn im Umfang der tats&auml;chlichen unternehmerischen Verwendung seinem Unternehmensverm&ouml;gen zuordnen (Zuordnungswahlrecht).<\/p>\n<p>2. Die sofort bei Leistungsbezug zu treffende Zuordnungsentscheidung ist &quot;zeitnah&quot;, d.h. bis sp&auml;testens im Rahmen der Jahressteuererkl&auml;rung zu dokumentieren.<\/p>\n<p>3. Keine &quot;zeitnahe&quot; Dokumentation der Zuordnungsentscheidung liegt vor, wenn die Zuordnungsentscheidung dem Finanzamt erst nach Ablauf der gesetzlichen Abgabefrist von Steuererkl&auml;rungen (31. Mai des Folgejahres) mitgeteilt wird.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Beteiligten streiten um den Vorsteuerabzug aus Leistungsbez&uuml;gen zur Errichtung eines gemischt-genutzten Geb&auml;udes und &uuml;ber die H&ouml;he der Bemessungsgrundlage f&uuml;r unentgeltliche Wertabgaben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der als Bezirksschornsteinfegermeister unternehmerisch t&auml;tige Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) und seine Ehefrau errichteten in 2003 ein Geb&auml;ude auf einem ihnen jeweils zur H&auml;lfte geh&ouml;renden Grundst&uuml;ck. Die gesamte Nutzfl&auml;che betrug 298,02 qm, davon entfielen 123,75 qm (41,50 %) auf ein vom Kl&auml;ger f&uuml;r sein Unternehmen genutztes B&uuml;ro, den Rest des Geb&auml;udes nutzten die Eheleute zu eigenen Wohnzwecken.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Von den im Jahr 2004 (Streitjahr) in Rechnung gestellten Herstellungskosten (netto 33.762,72 EUR zuz&uuml;glich 5.307,35 EUR Umsatzsteuer) entfielen auf das B&uuml;ro 6.019,49 EUR (zuz&uuml;glich 923,82 EUR Umsatzsteuer) und auf die Wohnung 27.743,23 EUR (zuz&uuml;glich 4.383,53 EUR Umsatzsteuer). Die insgesamt entstandenen Herstellungskosten beliefen sich auf 202.915,98 EUR (zuz&uuml;glich 32.369,14 EUR Umsatzsteuer), wobei der B&uuml;roanteil 70.084,30 EUR (netto) betrug und der auf die Privatr&auml;ume entfallende Anteil 132.831,68 EUR (netto).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger aktivierte in seiner Bilanz f&uuml;r das Jahr 2003 den betrieblich genutzten Geb&auml;udeteil nur mit Nettowerten. Die in 2003 in Rechnung gestellten Vorsteuern erkl&auml;rte er unter Hinweis auf das Urteil des Gerichtshofs der Europ&auml;ischen Union (EuGH) vom 8. Mai 2003 C-269\/00, Seeling (Slg. 2003, I-4101, BStBl II 2004, 378) erstmals und vollst&auml;ndig in seiner am 20. Dezember 2004 beim Beklagten und Revisionsbeklagten (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) eingegangenen Umsatzsteuer-Jahreserkl&auml;rung 2003. Die im Streitjahr entstandenen Vorsteuern machte er ebenfalls nicht im Rahmen der Voranmeldungen, sondern in seiner Jahreserkl&auml;rung 2004 vom 4. Oktober 2005 geltend. Dabei berechnete er die Bemessungsgrundlage f&uuml;r unentgeltliche Wertabgaben mit 1.322,74 EUR.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nachdem das FA der Steuererkl&auml;rung zun&auml;chst zugestimmt hatte, &auml;nderte es im Anschluss an eine Au&szlig;enpr&uuml;fung die Steuerfestsetzung, weil die Herstellungskosten des Wohnteils nicht &#8211;wie vom Kl&auml;ger erkl&auml;rt&#8211; auf einen Zeitraum von 50 Jahren, sondern auf 10 Jahre zu verteilen seien. Dies f&uuml;hrte zur Erh&ouml;hung der Bemessungsgrundlage f&uuml;r die unentgeltlichen Wertabgaben von 1.322,74 EUR auf nunmehr 6.613 EUR.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Rahmen des Einspruchsverfahrens half das FA dem Einspruchsbegehren teilweise ab, indem es &#8211;unter Ber&uuml;cksichtigung des Urteils des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 19. April 2007 V R 56\/04 (BFHE 217, 76, BStBl II 2007, 676) sowie des Schreibens des Bundesministeriums der Finanzen vom 13. April 2004 (BStBl I 2004, 469)&#8211; die unentgeltlichen Wertabgaben f&uuml;r Januar bis Juni 2004 auf der Grundlage einer Nutzungsdauer von 50 Jahren und damit einer Abschreibung von 2 % berechnete. F&uuml;r die Zeit ab 1. Juli 2004 blieb es dagegen bei der Verteilung der Herstellungskosten auf 10 Jahre und einem Pro-rata-Satz von 10 %. Danach verminderte sich die Bemessungsgrundlage f&uuml;r die unentgeltlichen Wertabgaben auf 3.306,85 EUR.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit seiner Klage machte der Kl&auml;ger geltend, die Bemessungsgrundlage f&uuml;r die unentgeltlichen Wertabgaben sei gem&auml;&szlig; &sect; 10 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 des Umsatzsteuergesetzes (UStG a.F.) bis November 2004, zumindest aber bis September 2004 mit einem Satz der Absetzung f&uuml;r Abnutzung von 2 % zu ermitteln. Die &Auml;nderung des &sect; 10 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 UStG durch das Euro-Richtlinien-Umsetzungsgesetz (EURL-UmsG) vom 9. Dezember 2004 mit Wirkung ab 1. Juli 2004 stelle eine verfassungsrechtlich unzul&auml;ssige echte R&uuml;ckwirkung dar. Selbst wenn der Vertrauensschutz in die alte Rechtslage durch den Beschluss des Bundestages &uuml;ber die Annahme des Gesetzes vom 28. Oktober 2004 entfallen sein sollte, gelte f&uuml;r die Zeit bis zum 30. September 2004 noch die alte Rechtslage.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) wies die dagegen erhobene Klage ab und f&uuml;hrte zur Begr&uuml;ndung in seiner in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2009, 2058 ver&ouml;ffentlichten Entscheidung im Wesentlichen aus:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es k&ouml;nne dahingestellt bleiben, ob die Neufassung des &sect; 10 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 UStG in der Zeit vom 1. Juli 2004 bis 30. September 2004 anwendbar sei oder ob es sich insoweit um eine verfassungsrechtlich unzul&auml;ssige R&uuml;ckwirkung handele. Denn der Kl&auml;ger habe das Geb&auml;ude nicht zeitnah seinem Unternehmen zugeordnet, sodass bereits ein Vorsteuerabzug aus den Eingangsleistungen ausscheide. Da die zu Unrecht gew&auml;hrten Vorsteuern h&ouml;her seien als die ggf. zu Unrecht ber&uuml;cksichtigten unentgeltlichen Wertabgaben, komme eine Herabsetzung der festgesetzten Umsatzsteuer nicht in Betracht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger habe keine rechtzeitige Entscheidung zugunsten einer Zuordnung des Geb&auml;udes zu seinem Unternehmen getroffen. Nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des FG m&uuml;sse f&uuml;r eine rechtzeitige Zuordnungsentscheidung der Vorsteuerabzug in der erstm&ouml;glichen Steuererkl&auml;rung geltend gemacht werden. Jede Verlagerung auf sp&auml;tere Steuererkl&auml;rungen widerspreche dem Grundsatz des Sofortabzugs der Vorsteuer und mache den Vorsteuerabzug &#8211;unter Versto&szlig; gegen den Gleichheitssatz und die Steuergerechtigkeit&#8211; von zuf&auml;lligen Voraussetzungen abh&auml;ngig. Der Kl&auml;ger sei zur Abgabe monatlicher Voranmeldungen verpflichtet gewesen und habe daher seine Zuordnungsentscheidung bereits in den Voranmeldungen treffen m&uuml;ssen, in deren Besteuerungszeitr&auml;umen er die Eingangsleistungen bezogen habe. Da er dies nicht getan habe, fehle es an einer Zuordnung des Geb&auml;udes zum Unternehmensverm&ouml;gen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine eindeutige Rechtsprechung des BFH zur Frage des Zeitpunkts der Zuordnung liege nicht vor bzw. &uuml;berzeuge nicht. Soweit der XI. Senat im Urteil vom 17. Dezember 2008 XI R 64\/06 (BFH\/NV 2009, 798) unter Bezugnahme auf das BFH-Urteil des V. Senats vom 11. April 2008 V R 10\/07 (BFHE 221, 456, BStBl II 2009, 741) entschieden habe, dass die Zuordnungsentscheidung sp&auml;testens und mit endg&uuml;ltiger Wirkung in der Umsatzsteuer-Jahreserkl&auml;rung nach au&szlig;en hin zu dokumentieren sei, fehle eine Begr&uuml;ndung daf&uuml;r, weshalb die vom Unternehmer geforderte sofortige Zuordnungsentscheidung von deren Bekanntgabe (Dokumentation) zu trennen sei. Der Vorsteuerabzug finde mit Ablauf des Besteuerungszeitraums statt, in den der abziehbare Vorsteuerabzug falle. Aufgrund der in &sect; 18 Abs. 1 UStG angeordneten entsprechenden Anwendung des &sect; 16 Abs. 2 UStG gelte der Ablauf des jeweiligen Voranmeldungszeitraums auch f&uuml;r die abziehbaren Vorsteuerbetr&auml;ge. Da der Sofortabzug der Vorsteuer bereits in der Voranmeldung zu erfolgen habe, m&uuml;sse dies auch f&uuml;r die Zuordnungsentscheidung gelten. Dem stehe die Bestimmung des Kalenderjahrs als Besteuerungszeitraum nicht entgegen. Bez&uuml;glich der Jahressteuer enthalte das Umsatzsteuergesetz keine Regelung des Entstehens (BFH-Urteil vom 9. Mai 1996 V R 62\/94, BFHE 181, 188, BStBl II 1996, 662). Da die Jahressteuer aus der Summe der in dem jeweiligen Zeitraum entstandenen Umsatzsteuerbetr&auml;ge berechnet werde, spreche auch dies daf&uuml;r, dass der sofort geltend zu machende Vorsteuerabzug in der erstm&ouml;glichen Steuererkl&auml;rung (den Voranmeldungen) zu erfolgen habe, soweit eine entsprechende Verpflichtung zur Abgabe bestehe. Mit der gesetzlichen Verpflichtung zur Abgabe von Voranmeldungen bestehe auch eine Verpflichtung des Unternehmers, die darin enthaltenen Angaben wahrheitsgem&auml;&szlig; nach bestem Wissen und Gewissen zu machen (&sect; 150 Abs. 2 Satz 1 der Abgabenordnung &#8211;AO&#8211;). Eine Einschr&auml;nkung dahingehend, dass diese Verpflichtung des Steuerpflichtigen f&uuml;r die Geltendmachung des Vorsteuerabzugs und damit einer Zuordnungsentscheidung in einer Umsatzsteuer-Voranmeldung nicht gelten w&uuml;rde, bestehe nicht. Die sofortige Zuordnung sei auch aus Gr&uuml;nden der Klarheit, der Steuergerechtigkeit und des Ausschlusses von Manipulationsm&ouml;glichkeiten erforderlich. F&uuml;r das Erfordernis der Zuordnungsentscheidung in der ersten m&ouml;glichen Steuererkl&auml;rung spreche schlie&szlig;lich auch die Entstehung des Rechts auf Vorsteuerabzug mit dem Leistungsbezug (vgl. EuGH-Urteil vom 2. Juni 2005 C-378\/02, Waterschap Zeeuws Vlaanderen, Slg. 2005, I-4685 Rdnrn. 37 f.). Daraus folge, dass der Unternehmer bei jedem Leistungsbezug sofort &uuml;ber die Verwendung entscheiden m&uuml;sse.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Selbst wenn andere Indizien als Beweisanzeichen f&uuml;r eine Zuordnungsentscheidung gelten k&ouml;nnten, l&auml;gen solche im Streitfall nicht vor. Die Umsatzsteuererkl&auml;rung 2003, in der Vorsteuern erstmals abgezogen wurden, sei erst im Dezember 2004 abgegeben worden, sodass eine Zuordnung im Zeitpunkt des Leistungsbezugs nicht erfolgt sei. In der Bilanz 2003 habe der Kl&auml;ger zwar den betrieblich genutzten Geb&auml;udeteil mit Nettowerten aktiviert, die bilanzielle Behandlung sei aber als Indiz f&uuml;r eine Zuordnung zum Unternehmensverm&ouml;gen dann nicht ausreichend, wenn &#8211;wie im Streitfall&#8211; ein Vorsteuerabzug m&ouml;glich gewesen w&auml;re.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit seiner Revision macht der Kl&auml;ger im Wesentlichen geltend:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Zuordnungsentscheidung k&ouml;nne auch noch in der Jahreserkl&auml;rung des Leistungsbezugs nach au&szlig;en hin dokumentiert werden. Erst die Jahreserkl&auml;rung sei geeignet, eine Bekanntgabe mit endg&uuml;ltiger Wirkung darzustellen. Diese Sichtweise entspreche dem Prinzip der Jahresveranlagung, da sie ber&uuml;cksichtige, dass der Besteuerungszeitraum das Kalenderjahr sei. Die Voranmeldungszeitr&auml;ume h&auml;tten dagegen lediglich verfahrensrechtliche Bedeutung und etwaige Rechtsfolgen aus den Voranmeldungen seien vorl&auml;ufiger Natur. Insoweit komme es darauf an, dass die Zuordnungsentscheidung den Finanzbeh&ouml;rden bis zum Zeitpunkt der formellen Bestandskraft des Steuerbescheids f&uuml;r das Jahr des Leistungsbezugs vorliege (Nieders&auml;chsisches FG, Urteil vom 3. Januar 2008&nbsp;&nbsp;16 K 558\/04, EFG 2008, 809). Eine Bekanntgabe der Zuordnungsentscheidung bis zur bestandskr&auml;ftigen Festsetzung der Umsatzsteuer aus der Jahreserkl&auml;rung gen&uuml;ge hierf&uuml;r. Im Streitfall sei die Mitteilung der Zuordnungsentscheidung daher zeitnah erfolgt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Voraussetzungen f&uuml;r die Ber&uuml;cksichtigung von unentgeltlichen Wertabgaben l&auml;gen vor. Allerdings handele es sich bei der Neuregelung des &sect; 10 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 UStG um eine verfassungsrechtlich unzul&auml;ssige echte R&uuml;ckwirkung. Die R&uuml;ckwirkung versto&szlig;e jedenfalls f&uuml;r die Zeit vom 1. Juli 2004 bis zum 30. September 2004 gegen die Verfassung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt sinngem&auml;&szlig;,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>1. &sect; 10 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 UStG i.d.F. des EURL-UmsG vom 9. Dezember 2004 dem Bundesverfassungsgericht (BVerfG) gem&auml;&szlig; Art. 100 Abs. 1 des Grundgesetzes (GG), &sect; 13 Nr. 11, &sect;&sect; 80 ff. des Gesetzes &uuml;ber das Bundesverfassungsgericht (BVerfGG) zur &Uuml;berpr&uuml;fung der Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit im Rahmen einer konkreten Normenkontrolle vorzulegen,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>2. das Urteil des Nieders&auml;chsischen FG vom 13. August 2009&nbsp;&nbsp;16 K 463\/07 aufzuheben,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>3. die Umsatzsteuer 2004 unter Ab&auml;nderung des Umsatzsteuerbescheids vom 15. Dezember 2005 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 5. November 2007 auf 17.834,60 EUR herabzusetzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es schlie&szlig;t sich der Rechtsauffassung des FG an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist im Ergebnis unbegr&uuml;ndet und daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect; 126 Abs. 2 und Abs. 4 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat den Abzug der vom Kl&auml;ger geltend gemachten Vorsteuern im Ergebnis zu Recht versagt. Auf die H&ouml;he der Bemessungsgrundlage f&uuml;r unentgeltliche Wertabgaben und damit eine verfassungsrechtlich unzul&auml;ssige R&uuml;ckwirkung durch &sect; 10 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 UStG i.d.F. des EURL-UmsG vom 9. Dezember 2004 kam es daher nicht an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Der Unternehmer kann nach &sect; 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 UStG die gesetzlich geschuldete Steuer f&uuml;r Lieferungen und sonstige Leistungen, die von einem anderen Unternehmer f&uuml;r sein Unternehmen ausgef&uuml;hrt worden sind, als Vorsteuer abziehen. Ausgeschlossen ist der Vorsteuerabzug nach &sect; 15 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 UStG f&uuml;r Leistungen, die der Unternehmer f&uuml;r steuerfreie Ums&auml;tze verwendet. Diese Vorschriften beruhen auf Art. 17 Abs. 2 Buchst. a der Sechsten Richtlinie des Rates vom 17. Mai 1977 zur Harmonisierung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten &uuml;ber die Umsatzsteuern 77\/388\/EWG (Richtlinie 77\/388\/EWG). Danach ist der Steuerpflichtige, soweit er Gegenst&auml;nde und Dienstleistungen f&uuml;r Zwecke seiner besteuerten Ums&auml;tze verwendet, befugt, die im Inland geschuldete oder entrichtete Mehrwertsteuer f&uuml;r Gegenst&auml;nde und Dienstleistungen, die ihm von einem anderen Steuerpflichtigen geliefert oder erbracht werden, von der von ihm geschuldeten Steuer abzuziehen. Bei richtlinienkonformer Auslegung wird f&uuml;r das Unternehmen i.S. des &sect; 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 UStG eine Leistung daher nur bezogen, wenn sie zur (beabsichtigten) Verwendung f&uuml;r Zwecke einer nachhaltigen und gegen Entgelt ausge&uuml;bten T&auml;tigkeit bezogen wird, die im &Uuml;brigen steuerpflichtig sein muss, damit der Vorsteuerabzug nicht nach &sect; 15 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 UStG ausgeschlossen ist (vgl. BFH-Urteile vom 27. Januar 2011 V R 38\/09, BFHE 232, 278, BFH\/NV 2011, 727, unter II.2.b; vom 6. Mai 2010 V R 29\/09, BFHE 230, 263, BStBl II 2010, 885, unter II.1.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Ist ein Gegenstand &#8211;wie im Streitfall das Einfamilienhaus der Eheleute, dessen Herstellung die streitigen Leistungen dienen&#8211; sowohl f&uuml;r den unternehmerischen Bereich als auch f&uuml;r den nichtunternehmerischen privaten Bereich des Unternehmers vorgesehen (gemischte Nutzung), wird der Gegenstand nur dann f&uuml;r das Unternehmen bezogen, wenn und soweit der Unternehmer ihn seinem Unternehmen zuordnet (vgl. EuGH-Urteil vom 8. M&auml;rz 2001 C-415\/98, Bakcsi, Slg. 2001, I-01831, Leitsatz 1 sowie Rdnr. 25). Insoweit hat der Steuerpflichtige (Unternehmer) nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des EuGH und BFH ein Zuordnungswahlrecht. Er kann den Gegenstand insgesamt seinem Unternehmen zuordnen oder ihn in vollem Umfang in seinem Privatverm&ouml;gen belassen oder den Gegenstand entsprechend dem &#8211;gesch&auml;tzten&#8211; unternehmerischen Nutzungsanteil seinem Unternehmen und im &Uuml;brigen seinem nichtunternehmerischen Bereich zuordnen (vgl. EuGH-Urteile vom 11. Juli 1991 C-97\/90, Lennartz, Slg. 1991, I-3795; vom 4. Oktober 1995 C-291\/92, Armbrecht, Slg. 1995, I-2775; Bakcsi in Slg. 2001, I-01831; BFH-Urteile vom 12. Januar 2011 XI R 9\/08, BFHE 232, 254, BFH\/NV 2011, 941; in BFH\/NV 2009, 798; in BFHE 221, 456, BStBl II 2009, 741; zur gemischten Nutzung bei juristischen Personen des &ouml;ffentlichen Rechts vgl. BFH-Urteil vom 3. M&auml;rz 2011 V R 23\/10, BFH\/NV 2011, 1261).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Diese Zuordnungsgrunds&auml;tze gelten auch bei Herstellung oder Erwerb eines Gegenstands durch zwei eine Gemeinschaft bildende Ehegatten. Verwendet allerdings &#8211;wie im Streitfall der Kl&auml;ger&#8211; nur einer der Ehegatten einen Teil des Gegenstands ausschlie&szlig;lich f&uuml;r unternehmerische Zwecke, steht diesem Ehegatten und Miteigent&uuml;mer das Recht auf Vorsteuerabzug f&uuml;r die gesamte Mehrwertsteuerbelastung des von ihm f&uuml;r unternehmerische Zwecke verwendeten Teils des Gegenstands zu, sofern der Abzugsbetrag nicht &uuml;ber den Miteigentumsanteil des Steuerpflichtigen an dem Gegenstand hinausgeht. Nutzt somit einer der Gemeinschafter ein Arbeitszimmer oder B&uuml;ro im Wohnhaus vollst&auml;ndig f&uuml;r Zwecke seiner wirtschaftlichen T&auml;tigkeit, kann er diesen Geb&auml;udeteil im Rahmen seines Miteigentumsanteils &#8211;vorbehaltlich einer zeitnahen Zuordnungsentscheidung&#8211; seinem Unternehmensverm&ouml;gen zuordnen mit der Folge, dass er die gesamte Mehrwertsteuer abziehen kann, mit der die verschiedenen Kostenelemente des Preises f&uuml;r diesen Teil des Geb&auml;udes unmittelbar belastet worden sind (EuGH-Urteil vom 21. April 2005 C-25\/03, HE, Slg. 2005, I-03123 Rdnr. 71).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Zuordnung eines Gegenstands zum Unternehmen erfordert eine durch Beweisanzeichen gest&uuml;tzte Zuordnungsentscheidung des Unternehmers bei Anschaffung oder Herstellung des Gegenstands. Dabei ist die Geltendmachung des Vorsteuerabzugs regelm&auml;&szlig;ig ein gewichtiges Indiz f&uuml;r, die Unterlassung des Vorsteuerabzugs ein ebenso gewichtiges Indiz gegen die Zuordnung eines Gegenstands zum Unternehmen (vgl. zuletzt BFH-Beschluss vom 26. Juni 2009 V B 34\/08, BFH\/NV 2009, 2011; BFH-Urteile in BFH\/NV 2009, 798, und vom 8. Oktober 2008 XI R 58\/07, BFHE 223, 487, BStBl II 2009, 394; in BFHE 221, 456, BStBl II 2009, 741; vom 27. Juli 1995 V R 44\/94, BFHE 178, 482, BStBl II 1995, 853; BFH-Urteile vom 31. Januar 2002 V R 61\/96, BFHE 197, 372, BStBl II 2003, 813, und vom 28. Februar 2002 V R 25\/96, BFHE 198, 216, BStBl II 2003, 815). Auch die bilanzielle und ertragsteuerrechtliche Behandlung kann ggf. ein Indiz f&uuml;r die umsatzsteuerrechtliche Behandlung sein (vgl. BFH-Urteile in BFH\/NV 2009, 798; vom 25. M&auml;rz 1988 V R 101\/83, BFHE 153, 171, BStBl II 1988, 649, und vom 11. November 1993 V R 52\/91, BFHE 173, 239, BStBl II 1994, 335). Gibt es keine Beweisanzeichen f&uuml;r eine Zuordnung zum Unternehmen, kann diese nicht unterstellt werden (BFH-Urteile in BFH\/NV 2009, 798; in BFHE 221, 456, BStBl II 2009, 741; in BFHE 198, 216, BStBl II 2003, 815).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Aus dem Grundsatz des Sofortabzugs der Vorsteuer folgt, dass die Zuordnungsentscheidung schon bei Anschaffung oder Herstellung des Gegenstands zu treffen ist. Gleichwohl kann die Zuordnungsentscheidung sp&auml;testens und mit endg&uuml;ltiger Wirkung in einer &quot;zeitnah&quot; erstellten Umsatzsteuererkl&auml;rung f&uuml;r das Jahr, in das der Leistungsbezug f&auml;llt, nach au&szlig;en dokumentiert werden (vgl. BFH-Urteil in BFH\/NV 2009, 798; BFH-Beschluss in BFH\/NV 2009, 2011).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) F&uuml;r die Ma&szlig;geblichkeit der Jahressteuererkl&auml;rung anstelle der Umsatzsteuer-Voranmeldungen spricht, dass nach &sect; 16 Abs. 1 Satz 2 UStG grunds&auml;tzlich das Kalenderjahr der ma&szlig;gebliche Besteuerungszeitraum f&uuml;r die endg&uuml;ltige Beurteilung der darin erfassten Eingangs- und Ausgangsums&auml;tze ist (vgl. Wagner in S&ouml;lch\/Ringleb, &sect; 15 Rz 252). Auch im Rahmen einer Vorsteuerberichtigung stellt der Gesetzgeber auf das Kalenderjahr (&sect; 15a Abs. 1 und 5 UStG) oder auf den Besteuerungszeitraum (&sect; 15a Abs. 2 Satz 2 UStG) ab (vgl. Lange, Umsatzsteuer-Rundschau 2008, 23 ff., 27).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Dies wird nicht dadurch entkr&auml;ftet, dass das Umsatzsteuergesetz keinen Tatbestand zur Entstehung der Jahressteuer enth&auml;lt (BFH-Urteil vom 9. Mai 1996 V R 62\/94, BFHE 181, 188, BStBl II 1996, 662) und die Jahressteuer daher aus der Summe der in den einzelnen Zeitr&auml;umen entstandenen Umsatzsteuerbetr&auml;ge berechnet wird. Denn im Verh&auml;ltnis zur Jahressteuerfestsetzung haben die Umsatzsteuer-Voranmeldungen nur vorl&auml;ufigen Charakter und f&uuml;hren daher sowohl in verfahrens- als auch in materiell-rechtlicher Hinsicht in aller Regel nur vorl&auml;ufige Rechtsfolgen herbei:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) So nimmt die Jahressteuerfestsetzung materiell-rechtlich den Inhalt der Steuerfestsetzungen f&uuml;r die Voranmeldungszeitr&auml;ume in sich auf und die Umsatzsteuer-Vorauszahlungsbescheide verlieren ihre Wirksamkeit (vgl. z.B. BFH-Urteil vom 19. Mai 2005 V R 31\/03, BFHE 210, 167, BStBl II 2005, 671; BFH-Beschluss vom 16. Dezember 2009 V B 23\/08, BFH\/NV 2010, 1866). Das materielle Ergebnis der im Kalenderjahr positiv oder negativ entstandenen Umsatzsteuer wird f&uuml;r die Zukunft ausschlie&szlig;lich mit dem Jahresumsatzsteuerbescheid festgestellt (BFH-Beschluss vom 22. August 1995 VII B 107\/95, BFHE 178, 532, BStBl II 1995, 916, 917; BFH-Urteil vom 21. Februar 1991 V R 130\/86, BFHE 163, 408, BStBl II 1991, 465, 466). Die Vorl&auml;ufigkeit der Umsatzsteuer-Voranmeldungen zeigt sich auch daran, dass diese keiner materiellen Bestandskraft in dem Sinne f&auml;hig sind, dass &#8211;mit gegen&uuml;ber dem Jahressteuerbescheid durchsetzbarer Verbindlichkeit&#8211; &uuml;ber das Bestehen einer Umsatzsteuerschuld entschieden wird (vgl. BFH-Urteil vom 15. Juni 1999 VII R 3\/97, BFHE 189, 14, BStBl II 2000, 46 ff., 51, unter 2.b ddd) mit Hinweis auf die Senatsurteile vom 29. November 1984 V R 146\/83 (BFHE 143, 101, BStBl II 1985, 370) sowie vom 1. Oktober 1992 V R 81\/89 (BFHE 169, 117, BStBl II 1993, 120). Das endg&uuml;ltige materiell-rechtliche Schicksal der Vorauszahlungsschuld h&auml;ngt daher grunds&auml;tzlich von der Festsetzung der Jahresumsatzsteuer ab (BFH-Urteil in BFHE 189, 14, BStBl II 2000, 46 ff., 51, unter 2.b ddd).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) In verfahrensrechtlicher Hinsicht bewirkt die Festsetzung der Jahresumsatzsteuer, dass sich die Steuerfestsetzungen f&uuml;r Voranmeldungszeitr&auml;ume aufgrund von Voranmeldungen oder Vorauszahlungsbescheiden nach &sect; 124 Abs. 2 AO auf andere Weise erledigen (vgl. z.B. BFH-Urteile vom 12. Oktober 1999 VII R 98\/98, BFHE 190, 25, BStBl II 2000, 486, 489; in BFHE 178, 532, BStBl II 1995, 916, 917; in BFHE 143, 101, BStBl II 1985, 370, 371).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Dar&uuml;ber hinaus ist zu ber&uuml;cksichtigen, dass gesetzliche Wahlrechte nicht mit der Abgabe der Voranmeldung ausge&uuml;bt werden m&uuml;ssen, sondern, wie sich aus &sect; 19 Abs. 2 Satz 1 UStG, &sect; 23 Abs. 3 Satz 1 UStG und &sect; 24 Abs. 4 Satz 1 UStG ergibt, auch noch im Rahmen der Jahressteuerfestsetzung ausge&uuml;bt werden k&ouml;nnen. Dies spricht daf&uuml;r, an die Jahreserkl&auml;rung als letzte M&ouml;glichkeit einer noch zeitnahen Dokumentation der &#8211;grunds&auml;tzlich bei Leistungsbezug zu treffenden&#8211; Zuordnungsentscheidung anzukn&uuml;pfen, wenn fr&uuml;here Anhaltspunkte f&uuml;r eine ganze oder teilweise Zuordnung der bezogenen Leistung zum Unternehmen fehlen. Im &Uuml;brigen w&uuml;rde die Ankn&uuml;pfung an die Voranmeldungen zu einer nicht gerechtfertigten Ungleichbehandlung zwischen Steuerpflichtigen f&uuml;hren, die monatliche Voranmeldungen (&sect; 18 Abs. 2 Satz 2 und Satz 4 UStG sowie &sect; 18 Abs. 2a UStG) oder viertelj&auml;hrliche Voranmeldungen (&sect; 18 Abs. 2 Satz 1 UStG) abzugeben haben sowie Steuerpflichtigen, die von der Abgabe von Voranmeldungen befreit und daher lediglich verpflichtet sind, eine Jahressteuererkl&auml;rung abzugeben (&sect; 18 Abs. 2 Satz 3 UStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Die Ma&szlig;geblichkeit der Jahressteuererkl&auml;rung als noch &quot;zeitnahe&quot; Dokumentation der Zuordnungsentscheidung steht im Einklang mit dem Unionsrecht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) Art. 22 Abs. 4 Buchst. a der Richtlinie 77\/388\/EWG sieht vor, dass jeder Steuerpflichtige innerhalb eines von den einzelnen Mitgliedstaaten festzulegenden Zeitraums eine Steuererkl&auml;rung abzugeben hat. Dieser Zeitraum darf zwei Monate nach Ende jedes einzelnen Steuerzeitraums nicht &uuml;berschreiten. Der Steuerzeitraum kann von Mitgliedstaaten auf einen, zwei oder drei Monate festgelegt werden. Allerdings k&ouml;nnen die Mitgliedstaaten andere Zeitr&auml;ume festlegen, sofern diese ein Jahr nicht &uuml;berschreiten. Zus&auml;tzlich k&ouml;nnen die Mitgliedstaaten nach Art. 22 Abs. 6 Buchst. a der Richtlinie 77\/388\/EWG von dem Steuerpflichtigen verlangen, dass er eine Erkl&auml;rung &uuml;ber s&auml;mtliche Ums&auml;tze des vorangegangenen Jahres mit allen Angaben nach Abs. 4 abgibt. Von dieser Erm&auml;chtigung hat der nationale Gesetzgeber Gebrauch gemacht, indem er neben der Abgabe von Voranmeldungen f&uuml;r einen Monat oder ein Quartal (&sect; 18 Abs. 1, 2 und 2a UStG) die Abgabe einer Jahressteuererkl&auml;rung (&sect; 18 Abs. 4 UStG) vorschreibt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) Zum Inhalt dieser Erkl&auml;rung regelt Art. 22 Abs. 6 Buchst. a der Richtlinie 77\/388\/EWG, dass darin auch alle Angaben enthalten sein m&uuml;ssen, &quot;die f&uuml;r etwaige Berichtigungen von Bedeutung sind&quot;. Unter &quot;Berichtigung&quot; ist in diesem Zusammenhang die Richtigstellung von unzutreffenden oder unvollst&auml;ndigen Besteuerungsgrundlagen (Ums&auml;tze, Vorsteuern) zu verstehen. Darunter f&auml;llt auch die Dokumentation der bei Anschaffung oder Herstellung getroffenen Zuordnungsentscheidung, da diese Voraussetzung f&uuml;r den Vorsteuerabzug ist und die Erkl&auml;rung &quot;alle Angaben&quot; enthalten muss, die hierf&uuml;r erforderlich sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Eine &quot;zeitnahe&quot; Dokumentation der Zuordnungsentscheidung liegt allerdings nur dann vor, wenn diese bis zur gesetzlichen Abgabefrist f&uuml;r Steuererkl&auml;rungen dem FA gegen&uuml;ber abgegeben wurde (vgl. BFH-Urteil in BFH\/NV 2009, 798, unter II.3.d).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Die Dokumentation der Zuordnungsentscheidung stellt keine Steuererkl&auml;rung i.S. von &sect; 149 Abs. 1 AO dar und m&uuml;sste daher an sich unverz&uuml;glich nach Ablauf des Kalenderjahres erfolgen. Aus Gr&uuml;nden der Praktikabilit&auml;t h&auml;lt es der Senat aber f&uuml;r zul&auml;ssig, insoweit auf die allgemeine Abgabefrist f&uuml;r Jahressteuererkl&auml;rungen zur&uuml;ckzugreifen. Soweit die Steuergesetze nichts anderes bestimmen, sind Steuererkl&auml;rungen, die sich auf ein Kalenderjahr oder einen gesetzlich bestimmten Zeitpunkt beziehen, sp&auml;testens f&uuml;nf Monate danach abzugeben (&sect; 149 Abs. 2 Satz 1 AO). Will der Unternehmer gemischt-genutzte Gegenst&auml;nde seinem Unternehmensverm&ouml;gen zuordnen, hat er dies somit bis sp&auml;testens 31. Mai des Folgejahres gegen&uuml;ber der Finanzbeh&ouml;rde zu dokumentieren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Eine erst nach diesem Zeitpunkt erfolgte Dokumentation der Zuordnungsentscheidung ist demnach ausgeschlossen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) F&uuml;r die Abgabe von Steuererkl&auml;rungen gew&auml;hrte Fristverl&auml;ngerungen haben somit nicht zur Folge, dass auch die Frist zur Dokumentation der Zuordnungsentscheidung verl&auml;ngert wird. Die insbesondere f&uuml;r Steuerberater geltenden Fristverl&auml;ngerungen betreffen lediglich Steuererkl&auml;rungen und sind nach allgemeiner Ansicht nicht f&uuml;r die Aus&uuml;bung von Wahlrechten einschl&auml;gig (vgl. S&ouml;hn in H&uuml;bschmann\/Hepp\/Spitaler, AO\/FGO, &sect; 109 Rz 26; Kuczynski in Beermann\/Gosch, AO\/FGO &sect; 109 Rz 1 mit Hinweis auf BTDrucks 7\/4292, S. 26). Da die Zuordnungsentscheidung materiell-rechtliche Auswirkungen hat, kann es auf Fristverl&auml;ngerungen f&uuml;r die Abgabe von Steuererkl&auml;rungen in Einzelf&auml;llen oder f&uuml;r bestimmte Berufsgruppen aus Gr&uuml;nden der Besteuerungsgleichheit nicht ankommen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) Dar&uuml;ber hinaus ist insoweit zu ber&uuml;cksichtigen, dass &#8211;anders als die allgemeine Abgabefrist f&uuml;r Steuererkl&auml;rungen&#8211; die Fristverl&auml;ngerungen f&uuml;r Steuererkl&auml;rungen nicht rechtssicher aus dem Gesetz ersichtlich sind, sondern auf der Grundlage des &sect; 109 Abs. 1 AO in gleichlautenden Verwaltungsvorschriften der obersten Finanzbeh&ouml;rden der L&auml;nder erst zu Beginn des dem jeweiligen Veranlagungszeitraum folgenden Kalenderjahres geregelt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>38<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Ohne Erfolg beruft sich der Kl&auml;ger f&uuml;r seine Auffassung, die Zuordnungsentscheidung k&ouml;nne noch bis zur formellen Bestandskraft des Umsatzsteuerjahresbescheides dokumentiert werden, auf die Rechtsprechung zur Bindung an einen einmal getroffenen Aufteilungsma&szlig;stab bei gemischter (steuerfreier und steuerpflichtiger) Verwendung von f&uuml;r das Unternehmen bezogenen Leistungen (vgl. BFH-Urteile vom 18. M&auml;rz 2010 V R 44\/08, BFH\/NV 2010, 1871; vom 22. November 2007 V R 35\/06, BFH\/NV 2008, 628; vom 2. M&auml;rz 2006 V R 49\/05, BFHE 213, 249, BStBl II 2006, 729; vom 28. September 2006 V R 43\/03, BFHE 215, 335, BStBl II 2007, 417). Diese Entscheidungen betreffen nicht die Frage, bis zu welchem Zeitpunkt noch eine zeitnahe Dokumentation der Zuordnung zum Unternehmen vorliegt, sondern die ganz andere Frage, ob der Unternehmer bei der Aus&uuml;bung einer Sch&auml;tzungsbefugnis die einmal in einem formell bestandskr&auml;ftigen Steuerbescheid getroffene Wahl eines sachgerechten Aufteilungsma&szlig;stabs nachtr&auml;glich wieder &auml;ndern kann. Zudem hat der Senat im Urteil in BFHE 215, 335, BStBl II 2007, 417, unter II.4.b cc betont, dass auch, soweit die Kriterien f&uuml;r die Aus&uuml;bung eines Wahlrechts nicht ausdr&uuml;cklich im Gesetz geregelt sind, die Frage nach den Voraussetzungen f&uuml;r die Aus&uuml;bung des Wahlrechts nicht allgemein und f&uuml;r alle in Betracht kommenden F&auml;lle einheitlich beantwortet werden kann, es vielmehr auf die materiell-rechtliche Eigenart und Wirkungsweise des einzelnen Wahlrechts ankommt. Dies gilt erst recht f&uuml;r die Frage nach der rechtzeitigen Dokumentation eines Wahlrechts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>39<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Das FG ist von anderen Grunds&auml;tzen ausgegangen, als es den Vorsteuerabzug wegen nicht rechtzeitiger Dokumentation der Zuordnung zum Unternehmensverm&ouml;gen im Rahmen der jeweiligen Umsatzsteuer-Voranmeldungen versagte. Gleichwohl ist die Revision zur&uuml;ckzuweisen, weil nach den bindenden Feststellungen des FG (&sect; 118 Abs. 2 FGO) auch eine rechtzeitige Dokumentation der Zuordnungsentscheidung f&uuml;r das Unternehmen bis zum 31. Mai des Folgejahres fehlt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>40<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Der Kl&auml;ger hatte im Streitjahr keine Umsatzsteuer-Voranmeldungen abgegeben und seine Umsatzsteuer-Jahreserkl&auml;rung 2004, in der er erstmals den Vorsteuerabzug f&uuml;r weitere Herstellungskosten geltend machte, erst am 4. Oktober 2005 eingereicht. Damit fehlt es an prim&auml;ren Beweisanzeichen f&uuml;r eine zeitnahe Zuordnungsentscheidung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>41<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Ob die Zuordnungsentscheidung entgegen der Ansicht des FG aus anderen objektiven Beweisanzeichen gefolgert werden kann (vgl. BFH-Urteile in BFH\/NV 2009, 798; vom 18. Dezember 2008 V R 80\/07, BFHE 225, 163, BStBl II 2011, 292, unter II.4., sowie vom 25. M&auml;rz 1988 V R 101\/83, BFHE 153, 171, BStBl II 1988, 649, unter II.2.; anders BFH-Urteil in BFHE 197, 372, BStBl II 2003, 813, Leitsatz 3 sowie II.2.b cc) ist nicht entscheidungserheblich. Hierf&uuml;r k&auml;me beispielsweise &#8211;die ertragsteuerrechtliche Zul&auml;ssigkeit einer Aktivierung unterstellt&#8211; die Aktivierung des Gegenstands mit den Netto-Herstellungskosten in Betracht, da nach &sect; 9b Abs. 1 Satz 1 des Einkommensteuergesetzes der Vorsteuerbetrag nach &sect; 15 UStG, soweit er bei der Umsatzsteuer abgezogen werden kann, nicht zu den Anschaffungs- oder Herstellungskosten des Wirtschaftsguts geh&ouml;rt (vgl. BFH-Urteil in BFH\/NV 2009, 798, unter II.3.d cc). Nach den Feststellungen des FG hat der Kl&auml;ger in seiner Bilanz 2003 nur den betrieblich genutzten Geb&auml;udeteil mit Nettowerten aktiviert. Der Zugang auf dem Konto &quot;Bauten auf eigenen Grundst&uuml;cken&quot; betrifft somit nicht das Gesamtgeb&auml;ude, sondern lediglich die Kosten f&uuml;r den &quot;Ausbau B&uuml;ro &#8230;stra&szlig;e&quot;. Hieraus kann aber nicht auf die Zuordnung des gesamten Geb&auml;udeteils zum Unternehmensverm&ouml;gen geschlossen werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>42<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Eine Zuordnung des Geb&auml;udes zum Unternehmensverm&ouml;gen kann nicht entsprechend der Verwaltungsanweisung in Abschn. 192 Abs. 18 Nr. 2 Buchst. b der Umsatzsteuer-Richtlinien 2000 unterstellt werden. F&uuml;r eine derartige Zuordnungsfiktion fehlt nicht nur eine gesetzliche Grundlage, sie widerspricht auch der st&auml;ndigen BFH-Rechtsprechung, wonach bei fehlenden Beweisanzeichen f&uuml;r eine Zuordnung zum Unternehmen diese Zuordnung nicht unterstellt werden kann (EuGH-Urteil Bakcsi in Slg. 2001, I-1831; BFH-Urteile in BFHE 221, 456, BStBl II 2009, 741; in BFHE 198, 216, BStBl II 2003, 815, unter II.2.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>43<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Im Hinblick auf die bereits im Streitjahr erfolgte Fertigstellung des Geb&auml;udes war nicht zu entscheiden, ob bei sog. gestreckten Herstellungsvorg&auml;ngen (Lippross in Umsatzsteuer, 22. Aufl., S. 401; Lohse, Die Zuordnung im Mehrwertsteuerrecht, S. 319 f.) f&uuml;r den Zeitpunkt der Zuordnung auf die einzelnen Leistungsbez&uuml;ge oder auf den Zeitpunkt der Fertigstellung des mit den Einzelbez&uuml;gen hergestellten Geb&auml;udes abzustellen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>44<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Die Versagung des demnach zu Unrecht gew&auml;hrten Vorsteuerabzugs f&uuml;hrt zur Zur&uuml;ckweisung der Revision.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>45<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Wie das FG zu Recht festgestellt hat, ist der zu versagende Vorsteuerabzug h&ouml;her als die begehrte Minderung der Bemessungsgrundlage f&uuml;r die Umsatzsteuer auf unentgeltliche Wertabgaben. Die im Streitjahr f&uuml;r die Herstellung des Geb&auml;udes in Rechnung gestellten Vorsteuern betragen 5.307,35 EUR (B&uuml;ro 923,82 EUR, Wohnung 4.383,54 EUR), w&auml;hrend sich die Umsatzsteuer auf die begehrte Minderung der unentgeltlichen Wertabgaben auf lediglich 222,80 EUR beziffert.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>46<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die Versagung des zu Unrecht gew&auml;hrten Vorsteuerabzugs w&uuml;rde zwar zu einer noch h&ouml;heren Steuer f&uuml;hren. Im Hinblick auf das auch im Revisionsverfahren geltende Verb&ouml;serungsverbot (&sect; 121 Satz 1 i.V.m. &sect; 96 Abs. 1 Satz 2 FGO) ist es dem BFH jedoch versagt, &uuml;ber das erstinstanzliche Klagebegehren hinauszugehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>47<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Dem Hauptantrag des Kl&auml;gers auf Vorlage an das BVerfG nach Art. 100 Abs. 1 GG, &sect; 13 Nr. 11, &sect;&sect; 80 ff. BVerfGG war nicht zu entsprechen. Die Minderung der Bemessungsgrundlage f&uuml;r die unentgeltlichen Wertabgaben und damit die eventuelle Verfassungswidrigkeit von &sect; 10 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 UStG i.d.F. des EURL-UmsG vom 9. Dezember 2004 sind ohne Entscheidungsrelevanz, da einer Klagestattgabe bereits entgegensteht, dass der betragsm&auml;&szlig;ig h&ouml;here Vorsteuerabzug zu versagen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 7.7.2011, V R 42\/09 Zeitpunkt der Zuordnungsentscheidung bei gemischt-genutzten Gegenst&auml;nden Leits&auml;tze 1. Ist ein Gegenstand sowohl f&uuml;r unternehmerische Zwecke als auch f&uuml;r nichtunternehmerische Zwecke vorgesehen (gemischte Nutzung), kann der Steuerpflichtige (Unternehmer) den Gegenstand a) insgesamt seinem Unternehmen zuordnen, b) ihn in vollem Umfang in seinem Privatverm&ouml;gen belassen oder c) ihn im Umfang &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-r-42-09-zeitpunkt-der-zuordnungsentscheidung-bei-gemischt-genutzten-gegenstaenden\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">V&nbsp;R&nbsp;42\/09 &#8211; Zeitpunkt der Zuordnungsentscheidung bei gemischt-genutzten Gegenst&auml;nden<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-9497","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9497","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9497"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9497\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9497"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=9497"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9497"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}